Mikrowohnungen

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 27714
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 17. Aug 2015, 10:00

Natürlich wird es einige Menschen geben, die dieses Angebot nutzen werden, die Frage ist aber, wie viel Nachfrage gibt es? Wie viele Mikrowohnungen brauchen Berlin oder Mönchengladbach? Zwei Dinge halte ich aber für rechtlich nicht durchführbar:
1. Dass diese Wohnungen teurer sind als normal, das ist imho nicht mit der Mietpreisbremse, der ortsüblichen Vergleichsmiete und - falls staatlich subventioniert - der Mietpreisbindung zu vereinbaren.
2. Die Zeitbegrenzung. Zeitmietverträge sind - mMn. richtigerweise - in sehr enge Grenzen gesteckt worden, da müsste dann eine Lex "Mikrowohnung" her.

MMn. sollte man, anstatt solche Kleinstwohnungen zu bauen, lieber wieder den sozialen Wohnungsbau forcieren, natürlich angepasst an den Bedarf, diese Wohnungen können kleiner sein, weil es ja immer mehr allein lebende Singles gibt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 10549
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon Teeernte » Mo 17. Aug 2015, 20:31

Tom Bombadil » Mo 17. Aug 2015, 09:32 hat geschrieben:Gibt es denn überhaupt einen Bedarf an diesen Wohnungen (von den Flüchtlingen abgesehen)?


Projektarbeiter.

Man wird für 6 Monate "Gebucht". >> Wochenende nach Hause gefahren. (Da muss man das Hotel räumen.)

Da gibt es Zentren >> München , Frankfurt, Düsseldorf, Hannover, Stuttgart....... - und da will man doch nicht wirklich hinziehen nur für 6 Monate Arbeit ??
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon HugoBettauer » Do 20. Aug 2015, 09:52

Wenn es einen Bedarf gibt, kann man das sicher privat machen.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 21611
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon jack000 » So 11. Dez 2016, 16:23

Der Architekt Van Bo Le-Mentzel stellt beim öffentlichen Nachhaltigkeitsdialog am Dienstag, 8. November, um 18.30 Uhr im Heimathafen, Karlstraße 22, sein Konzept der 100-Euro-Wohnung vor.

[...]
400.000 Wohnungen fehlen pro Jahr in Deutschland. Mit der 100-Euro-Wohnung, die inklusive Bad und Küche 6,4 Quadratmeter groß ist und bei den marktüblichen Immobilienpreisen nur 100 Euro Monatsmiete kosten würde, bricht der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel ein Tabu im Wohnungsbau und stellt die Standards auf den Kopf.

„Wenn es 100-Euro-Wohnungen en Masse in jeder Stadt gäbe, bräuchte man keine Obdachlosenheime, Seniorenheime, Flüchtlingsunterkünfte und Studentenwohnungen mehr“, sagt Le-Mentzel. Denn jeder Mensch, egal welcher Status, habe ein Anrecht auf die besten Citylagen.

http://www.focus.de/regional/wiesbaden/ ... 42768.html
Ein Konzept ähnlich zu meinem Vorschlag. Unterschied:
- 100€/Monat können kontinuierlich beibehalten werden, da offensichtlich Marktpreis (Wobei das noch von Stadt und Lage abhängen dürfte)
- Auch für längerfristiges Wohnen gedacht

Die Basisidee ist aber die gleiche.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...
Benutzeravatar
Fuerst_48
Beiträge: 3649
Registriert: Mi 22. Jan 2014, 20:09
Benutzertitel: Cogito, ergo sum

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon Fuerst_48 » So 11. Dez 2016, 17:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(17 Aug 2015, 11:00)

Natürlich wird es einige Menschen geben, die dieses Angebot nutzen werden, die Frage ist aber, wie viel Nachfrage gibt es? Wie viele Mikrowohnungen brauchen Berlin oder Mönchengladbach? Zwei Dinge halte ich aber für rechtlich nicht durchführbar:
1. Dass diese Wohnungen teurer sind als normal, das ist imho nicht mit der Mietpreisbremse, der ortsüblichen Vergleichsmiete und - falls staatlich subventioniert - der Mietpreisbindung zu vereinbaren.
2. Die Zeitbegrenzung. Zeitmietverträge sind - mMn. richtigerweise - in sehr enge Grenzen gesteckt worden, da müsste dann eine Lex "Mikrowohnung" her.

MMn. sollte man, anstatt solche Kleinstwohnungen zu bauen, lieber wieder den sozialen Wohnungsbau forcieren, natürlich angepasst an den Bedarf, diese Wohnungen können kleiner sein, weil es ja immer mehr allein lebende Singles gibt.

Und ein Doppelbett wird ja Platz haben...so winzig dürfen die Zimmer ja nicht sein.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6260
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon Quatschki » So 11. Dez 2016, 17:47

6,4 m³ entspricht der Todeszelle in einem amerikanischen Gefängnistrakt.
Da hat ja schon Peter Lustigs Bauwagen wenigstens das Doppelte.
Und Wohnen im Zirkuswagen galt früher immer als ärmlich.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Benutzeravatar
Fuerst_48
Beiträge: 3649
Registriert: Mi 22. Jan 2014, 20:09
Benutzertitel: Cogito, ergo sum

Re: Mikrowohnungen

Beitragvon Fuerst_48 » So 11. Dez 2016, 17:49

Quatschki hat geschrieben:(11 Dec 2016, 17:47)

6,4 m³ entspricht der Todeszelle in einem amerikanischen Gefängnistrakt.
Da hat ja schon Peter Lustigs Bauwagen wenigstens das Doppelte.
Und Wohnen im Zirkuswagen galt früher immer als ärmlich.

"Es ist nichts mehr wie es einmal war"!! :cool: :cool:

Zurück zu „40. Architektur - Stadtplanung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast