Neubauten in Berlin

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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » Sa 13. Apr 2013, 02:20

Daylight » Sa 13. Apr 2013, 03:11 hat geschrieben:Yepp. alles richtig. Bloß kommen die Bauaktivitäten für einen neuen sozialen Wohnungsbau in Berlin viel zu spät. Bis das greift, wird speziell dieses Problem noch deutlich angewachsen sein.

Je nachdem. Ich weiß nicht, wie viele Sozialwohnungen in Berlin jährlich auslaufen und wie viele man errichtet bzw. neu bindet. An sich dauert der Neubau dort nicht länger als in anderen Bereichen bzw. geschieht parallel. Die meisten Bundesländer handhaben es ja so, daß sie einem Investor (egal ob Privatperson oder Genossenschaft) x Euro einmalig geben und dieser sich dazu verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Wohneinheiten für die Kostenmiete -- anstelle der Vergleichsmiete in den restlichen Wohnungen -- anzubieten. Würde mich wundern, wenn's in Berlin anders abläuft.

Und in Bezug auf die fünfzig Jahre solltest Du je nach Funktion des Gebäudes differenzieren, heute. Ich würde diesbezüglich keinen Zeirahmen über dreißig Jahre angeben.

Wohnraum. Im Einzelhandel und Bürosegment rechnet man natürlich mit anderen Zeiträumen, bis sich ein Gebäude amortisiert hat. Aber da gibt's ja weniger Probleme als beim Wohnen, oder? Zumindest ging's hier in der Diskussion bisher um den Wohnungsbau.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Daylight » Sa 13. Apr 2013, 02:49

frems » Sa 13. Apr 2013, 03:20 hat geschrieben:Je nachdem. Ich weiß nicht, wie viele Sozialwohnungen in Berlin jährlich auslaufen und wie viele man errichtet bzw. neu bindet. An sich dauert der Neubau dort nicht länger als in anderen Bereichen bzw. geschieht parallel. Die meisten Bundesländer handhaben es ja so, daß sie einem Investor (egal ob Privatperson oder Genossenschaft) x Euro einmalig geben und dieser sich dazu verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Wohneinheiten für die Kostenmiete -- anstelle der Vergleichsmiete in den restlichen Wohnungen -- anzubieten. Würde mich wundern, wenn's in Berlin anders abläuft.


Wohnraum. Im Einzelhandel und Bürosegment rechnet man natürlich mit anderen Zeiträumen, bis sich ein Gebäude amortisiert hat. Aber da gibt's ja weniger Probleme als beim Wohnen, oder? Zumindest ging's hier in der Diskussion bisher um den Wohnungsbau.

Betrachte einmal Labor. Forschung. Klinik. Versammlungsstätten. Viele mehr. Dreißig Jahre, maximal. Tendenz sinkend.
Was den sozialen Wohnungsbau betrifft, ist faktisch festzuhalten, dass die Nachfrage zweifellos gestiegen ist in den vergangenen Jahren, während das "Angebot" in der gleichen Zeit stetig gesunken ist. Das Problem ist bereits überaus greifbar und zur Realität geworden. In Berlin, wohlgemerkt.
Zuletzt geändert von Daylight am Sa 13. Apr 2013, 02:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » Sa 13. Apr 2013, 03:03

Daylight hat geschrieben:Betrachte einmal Labor. Forschung. Klinik. Versammlungsstätten. Viele mehr. Dreißig Jahre, maximal. Tendenz sinkend.

Die haben aber nicht nur auf dem Markt, sondern auch rechtliche eine andere Grundlage. Würde jetzt wohl etwas abschweifen, aber hat schon seine Gründe, wieso es wenige Unternehmen gibt, die Gebäude mit verschiedenen Funktionen betreiben.

Was den sozialen Wohnungsbau betrifft, ist faktisch festzuhalten, dass die Nachfrage zweifellos gestiegen ist in den vergangenen Jahren, während das "Angebot" in der gleichen Zeit stetig gesunken ist. Das Problem ist bereits überaus greifbar und zur Realität geworden. In Berlin, wohlgemerkt.

Ich wollte das Problem auch nicht leugnen und hatte an anderer Stelle ja schon erwähnt, daß der soziale Wohnungsbau in nachgefragten Stadtteilen eins von vielen Instrumenten ist. Aber nicht reine Großwohnsiedlungen am Stadtrand oder in Brandenburg. Da schafft man sich auf sozialer und ökologischer Ebene vor allem Probleme. (Die ökonomischen Risiken mal ausgenommen)

Netter Aufsatz über andere Probleme im Wohnungsbau: http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-04 ... mietpreise
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Claud » Sa 13. Apr 2013, 11:47

frems hat geschrieben:Haben die überhaupt schon angefangen? War zuletzt vor einem Jahr in Berlin und da hat man noch nach Resten des alten Schlosses gebuddelt.


Die eigentliche Bauarbeiten gehen erst nächstes Jahr los, da erstmal am neuen U-Bahnhof bzw. der Streckenerweiterung der U5 gebastelt wird. Auf den Schlossplatz wird gerade so ein 180m Megakran aufgebaut, welcher die Vortriebmaschine für den Tunnel absenken soll.

Interessant! Wobei ich die Aufregung beim ersten Bau nicht ganz nachvollziehen kann. Klar, ziemlich schlicht, keine Rekonstruktion, aber nun auch nichts, was völlig aus der Reihe tanzt. Die meisten Berliner fahren da doch eh nur dran vorbei. Der Thyssen-Krupp-Bau ist da schon etwas fragwürdiger an dieser Stelle. :?


Die Aufregung ruht daher, weil in der Ecke der historische Kern mühsam rekonstruiert werden soll und ein solcher Bau hier für viele deplatziert erscheint. Thyssen hat ja deshalb auch von seinen Kubusbau abgesehen.
Zuletzt geändert von Claud am Sa 13. Apr 2013, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » So 14. Apr 2013, 17:44

Hab grad einen Kommentar gefunden, der sich mit dem Thema Bauen in Berlin beschäftigt. Ganz interessant. Mir selbst waren die damaligen Pläne noch nicht bekannt:

Baut zehn Wolkenkratzer an den Alexanderplatz!
Das sah der Sieger eines Architekturwettbewerbs vor 20 Jahren vor. Die Pläne wurden auf Eis gelegt – aber sollte man angesichts der Wohnungsnot im Berliner Zentrum nicht wieder auf sie zurück kommen?

http://www.welt.de/kultur/kunst-und-arc ... platz.html
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Claud » So 14. Apr 2013, 21:41

frems » So 14. Apr 2013, 18:44 hat geschrieben:Hab grad einen Kommentar gefunden, der sich mit dem Thema Bauen in Berlin beschäftigt. Ganz interessant. Mir selbst waren die damaligen Pläne noch nicht bekannt:

Baut zehn Wolkenkratzer an den Alexanderplatz!
Das sah der Sieger eines Architekturwettbewerbs vor 20 Jahren vor. Die Pläne wurden auf Eis gelegt – aber sollte man angesichts der Wohnungsnot im Berliner Zentrum nicht wieder auf sie zurück kommen?

http://www.welt.de/kultur/kunst-und-arc ... platz.html


Oha!

Die Kolhoff Pläne sind ja wirklich uralt und waren damals in Berlin ein großes Ding, man kann sie aber inzwischen als schlichtweg überholt betrachten. Teilweise wurden ja vor Ort schon neue Fakten geschaffen, mit der Erweiterung des Kaufhof Gebäudes, der Sanierung des ehemaligen Forum Hotels und des Baus von Hines, der dort am Platz ja jetzt ebenfalls ein Wohnhochhauses hochziehen möchte. Die Pläne waren damals einfach zu fett aufgetragen, die Stadt hatte niemals Bedarf für solche Bauten und die früher oftmals genannten Punkte für mögliche Hochhauscluster (Alexanderplatz, Zoo, Potsdamer Platz) sind bis heute nicht anhähernd ausgereizt. Erst recht nicht in anbetracht der Tatsache, wie fleißig woanders in Berlin gebaut wird.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Claud » So 14. Apr 2013, 21:44

Claud » So 14. Apr 2013, 22:41 hat geschrieben:
Oha!

Die Kolhoff Pläne sind ja wirklich uralt und waren damals in Berlin ein großes Ding, man kann sie aber inzwischen als schlichtweg überholt betrachten. Teilweise wurden ja vor Ort schon neue Fakten geschaffen, mit der Erweiterung des Kaufhof Gebäudes, der Sanierung des ehemaligen Forum Hotels und des Baus von Hines, der dort am Platz ja jetzt ebenfalls ein Wohnhochhauses hochziehen möchte. Die Pläne waren damals einfach zu fett aufgetragen, die Stadt hatte niemals Bedarf für solche Bauten und die früher oftmals genannten Punkte für mögliche Hochhauscluster (Alexanderplatz, Zoo, Potsdamer Platz) sind bis heute nicht anhähernd ausgereizt. Erst recht nicht in anbetracht der Tatsache, wie fleißig woanders in Berlin gebaut wird.


Noch als weitere Info hierzu.

http://www.rbb-online.de/stadt_land/bei ... platz.html
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Thomas I » Mo 15. Apr 2013, 11:33

frems » Fr 12. Apr 2013, 15:42 hat geschrieben:Und: Die Studentenzahlen werden auch nicht ewig steigen, sondern voraussichtlich sinken.


SoleSurvivor » Fr 12. Apr 2013, 16:43 hat geschrieben:Auch in Zukunft wird sich der Trend fortsetzen, dass die meisten neuen Tätigkeiten mehrjährige Hochschulqualifikation benötigen, während Ausbildungsberufe weiter sinken. Das hat mit dem 12jährigen Abi gar nichts zu tun - das haben wir schließlich seit 1990 so.


Mag sein. Aber die Geburtenraten sind ein harter Faktor den auch du nicht wegreden kannst. Es kann in Zukunft keine steigenden Studentenzahlen geben, einfach weil es insgesamt deutlich weniger Menschen gibt die vom Alter her überhaupt ins Schema passen.
Und dass die Abiturquote deutlich steigt sehe ich jetzt auch nicht. Warum auch?
Ergo geben eben geringfügig höhere Abiturientenquote bei merklich geringerer Anzahl an zur Schule gehenden jungen Menschen unter dem Strich abnehmende Studentenzahlen.
Zuletzt geändert von Thomas I am Mo 15. Apr 2013, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Wasteland » Mo 15. Apr 2013, 12:17

Joker » Fr 12. Apr 2013, 14:28 hat geschrieben:Naja
Der Hartz4 Punk aus einen Meckpomm Dorf geht nach Berlin.
Der Ingenieur aus dem gleichen Dorf geht nach München.


Äh nee. Vor allem aus Süddeutschland kommen viele nach Berlin. Schwaben und so.
Zudem noch irgendwelche anderen Vögel die sich für besonders angesagt und trendy halten.
Zuletzt geändert von Wasteland am Mo 15. Apr 2013, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon HugoBettauer » Mo 15. Apr 2013, 12:34

Die Ossis gehen doch mehrheitlich nach Hamburg, Stuttgart, Dresden und München. Arm und sexy können sie schließlich auch zuhause bleiben.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Wasteland » Mo 15. Apr 2013, 12:37

SoleSurvivor » Mo 15. Apr 2013, 13:34 hat geschrieben:Die Ossis gehen doch mehrheitlich nach Hamburg, Stuttgart, Dresden und München. Arm und sexy können sie schließlich auch zuhause bleiben.


Jup, sehr viele Ossis gibts auch hier in Franken. Sogar ein paar Hartz4 Punks aus Ost-Berlin habe ich hier vor dem Nürnberger Hauptbahnhof getroffen, als ich dort auf den Bus wartete.
Zuletzt geändert von Wasteland am Mo 15. Apr 2013, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon HugoBettauer » Mo 15. Apr 2013, 12:42

Wasteland » Mo 15. Apr 2013, 12:37 hat geschrieben:
Jup, sehr viele Ossis gibts auch hier in Franken. Sogar ein paar Hartz4 Punks aus Ost-Berlin habe ich hier vor dem Nürnberger Hauptbahnhof getroffen, als ich dort auf den Bus wartete.

Die waren ja vielleicht nur zu Besuch da. Die Franken sind quasi die Ossis Bayerns, auch finanziell. Jetzt will das ossiriche Sonneberg nach Bayern, Franken und die Welt eingemeindet werden.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Wasteland » Mo 15. Apr 2013, 14:19

SoleSurvivor » Mo 15. Apr 2013, 13:42 hat geschrieben:Die waren ja vielleicht nur zu Besuch da. Die Franken sind quasi die Ossis Bayerns, auch finanziell. Jetzt will das ossiriche Sonneberg nach Bayern, Franken und die Welt eingemeindet werden.


Nee die haben hier gelebt. Viele Berliner gehen in alle Welt, seit 1990 betrug die Abwanderung 2 Millionen, wenn ich mich recht erinnere.
(Zu- und Rückwanderung allerdings ebenso hoch)
Zuletzt geändert von Wasteland am Mo 15. Apr 2013, 14:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » Fr 19. Apr 2013, 17:17

Mal nur zwei Links, die ich heute in einem Newsletter entdeckt hab:

Am Berliner Alexanderplatz will man Hochhäuser mit Luxuswohnungen bauen. Dagegen wird protestiert - dabei könnte hier Luxus einmal die soziale Stadt retten.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/b ... 47588.html

Am Alexanderplatz sollten zehn Türme ein Gefühl von Weltstadt vermitteln, doch die Investoren mauerten. Jetzt rückt auch Baudirektorin Lüscher von den alten Plänen ab. Und die Opposition im Abgeordnetenhaus ist begeistert.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/maste ... 54424.html
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » Fr 23. Mai 2014, 17:04

Paßt hier wohl halbwegs rein. Am Sonntag ist in Berlin also der Volksentscheid zur Frage, ob das Tempelhofer Feld so erhalten bleiben soll wie jetzt -- oder ob es an den Rändern zu einer Bebauung kommen soll, bei der es aber bisher nur grobe Absichtserklärungen gibt. Zur Unterhaltung mal ein alternativer Vorschlag:

Die Lösung! Sogar mit Currywurst.

Berlin debattiert über die Nutzung einer Freifläche. Die Positionen erscheinen unversöhnlich. Dabei gibt es einen Kompromiss, der alle Interessen befriedigen würde.

http://www.zeit.de/reisen/2014-05/tempe ... -flughafen
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Claud » Sa 24. Mai 2014, 11:59

frems » Fr 23. Mai 2014, 17:04 hat geschrieben:Paßt hier wohl halbwegs rein. Am Sonntag ist in Berlin also der Volksentscheid zur Frage, ob das Tempelhofer Feld so erhalten bleiben soll wie jetzt -- oder ob es an den Rändern zu einer Bebauung kommen soll, bei der es aber bisher nur grobe Absichtserklärungen gibt. Zur Unterhaltung mal ein alternativer Vorschlag:


http://www.zeit.de/reisen/2014-05/tempe ... -flughafen


Ich bin sehr gespannt auf das Abstimmungsergebnis und hoffe, die Initiative 100% Tempelhofer Feld scheitert. Es kann einfach nicht sein, dass einige wenige Einzelinteressen, die über Kitesurfen, Grillen und auf ner Wiese hocken nicht hinaus gehen, so ein Areal für eine wichtige Bebauung verschließen. Die Stadt braucht Wohnraum, das Tempelhofer Feld ist hierfür ideal und die Pläne gehen über nicht mehr als eine Randbebauung hinaus, schon weil die meiste Freifläche für die Stadt als städtische Abkühlungszone benötigt wird.

Berlin ist eine sehr grüne Stadt und wird es in nächster Zukunft auch weiterhin bleiben. Wer aber der Meinung ist, er muss Grün bis zum Horizont sehen können, der muss seinen Hintern halt nach Brandenburg raus bewegen.
krokodol

Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon krokodol » Sa 24. Mai 2014, 12:09

@ claud
Ich mache mir das einfacher. Dort, wo das Volk konkreten Bebauungen gesellschaftlichen Maßstabs ohne echten Einfluß gegenüber steht, sollte abgelehnt werden. Das mache ich auch morgen und muss aufpassen, den irreführenden Stimmzettel richtig in meinem Sinne anzukreuzen. Also Zustimmung zum Begehren.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon Claud » Sa 24. Mai 2014, 12:31

krokodol » Sa 24. Mai 2014, 12:09 hat geschrieben:@ claud
Ich mache mir das einfacher. Dort, wo das Volk konkreten Bebauungen gesellschaftlichen Maßstabs ohne echten Einfluß gegenüber steht, sollte abgelehnt werden. Das mache ich auch morgen und muss aufpassen, den irreführenden Stimmzettel richtig in meinem Sinne anzukreuzen. Also Zustimmung zum Begehren.


Ja ne, is klar.


Etappen der Öffentlichkeitsbeteiligung



2007

Internetdialog zur Nachnutzung des Flughafens Tempelhof



2008

Bürgerbefragung / Fokusgruppen



2009

Bürgerbeteiligungsveranstaltung



2010

Start des Auswahlverfahrens für Zwischen- und Pioniernutzungen

Dialogwochenende zum Landschaftsplanerischen Wettbewerb



2011 und 2012

Bürgergespräche zur Entwicklung der Parklandschaft



2013

Standortkonferenzen und Stadtwerkstätten zum Masterplan, Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept INSEK und zum Flughafengebäude

Nutzerbeirat Parklandschaft

frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen der B-Planverfahren

Planungszelle / Bürgergutachten



2014

Ausstellungen und Standortkonferenzen



2015

Förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen der Bebauungsplanverfahren Quartier Tempelhofer Damm und Südring



2016 ff.

Weitere Beteiligungsformate


Quelle: http://www.tempelhoferfreiheit.de/planu ... tlichkeit/

Die Öffentlichkeit wurde ordentlich eingebettet, aber natürlich kann sie letztendlich nicht jede kleine Einzelfallentscheidung treffen oder beeinflussen, schon weil das in einer Großstadt und der dazugehörigen Meinungsvielfalt kaum möglich ist. Davon abgesehen, entscheiden auch viele Normalbürger mit, wie dort gebaut wird. Beispielsweise über die Genossenschaften, welche dort auch Wohnungen bauen möchten.
krokodol

Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon krokodol » Sa 24. Mai 2014, 13:39

Ein großer Teil der genannten Auflistung musste erst einmal erkämpft werden.
Unabhängig davon reichen die formalen Beteiligungen nicht aus. Ich habe einen höheren demokratischen Anspruch und kann Dir das auch begründen: Die ganzen Versprechen von Senator Müller, dass zum Beispiel nur Sozialwohnungen mit 6-8 Euro Miete entstehen - was in Ordnung wäre - wurden mittlerweile auf nur 50% Prozent des Neubaubestandes geschrumpft. Jetzt ist schon von Kostenmiete die Rede beim Durchschnitt von 10 Euro. Am Ende wird vielleicht Eigentumswohnungsbau verhindert, aber die soziale Komponente ist nicht genügend erfüllt.
Der Beirat mit Vetorecht (Grüne) ist auch abgeblockt worden. Mit der fadenscheinigen Begründung, dass dann nicht frühzeitig gebaut werden könne. Als ob bei solchen Dimensionen ein Jahr früher oder später wichtiger wäre, als optimale Bebauung in demokratischem Kontext.
Die Finanzmachenschaften im Hintergrund des Projektes sind sehr auffällig. Transparenz fehlt.
Keine einzige konkrete Bebauung ist wirklich bekannt ihrer Form und Ausmaß.
Nein ... :s ich will das nicht und werde damit wahrscheinlich zur Minderheit gehören.
Zuletzt geändert von krokodol am Sa 24. Mai 2014, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neubauten in Berlin

Beitragvon frems » Sa 24. Mai 2014, 14:10

krokodol » Sa 24. Mai 2014, 13:09 hat geschrieben:@ claud
Ich mache mir das einfacher. Dort, wo das Volk konkreten Bebauungen gesellschaftlichen Maßstabs ohne echten Einfluß gegenüber steht, sollte abgelehnt werden. Das mache ich auch morgen und muss aufpassen, den irreführenden Stimmzettel richtig in meinem Sinne anzukreuzen. Also Zustimmung zum Begehren.

Die vier Wahlszenarien – und was sie bedeuten
http://www.tagesspiegel.de/berlin/volks ... 36426.html

Mag manch einen geistig überfordern, aber genau so irritierend kann man die Sätze der Initiative nennen, für die ein Kreuz nicht weniger kompliziert ist als für den Senat. Nur weil man in Umfragen von keinem sicheren Sieg ausgehen kann, muß man sich doch nicht jetzt schon Gründe dafür herbeispinnen, nur weil Menschen anders wählen als man selbst.
Labskaus!

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