Elbphilharmonie Hamburg

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 24. Apr 2013, 13:45


Passiert ja auch nicht oft, daß der Bund der Steuerzahler bei einer Kostensteigerung trotzdem zufrieden ist. Wobei es natürlich trotzdem ein bitteres Kapitel ist. Die verbrecherischen Verträge und Machenschaften der Schuldenpartei CDU sind ziemlich nachhaltig auf die Stellung der Partei in der Stadt. Auch die Annahme, man könnte so ein Projekt für 250 Millionen Euro durchdrücken, wenn noch nicht einmal die Pläne fertig sind. Und so wurden nun aus den lange üblichen 550 Mio. 790 Mio. Naja. Zumindest bleibt das Gebäude im Gespräch und steigert so seinen Bekanntheitsgrad. :p
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon HugoBettauer » Mi 24. Apr 2013, 13:48

Klingt ein wenig nach CDU Berlin - wobei die von den nachrückenden Pannen der SPD beim aktuellen Flughafen durchaus wieder hochgespült werden könnte.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 22586
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon jack000 » Mi 24. Apr 2013, 14:00

frems » Mi 24. Apr 2013, 14:45 hat geschrieben:Passiert ja auch nicht oft, daß der Bund der Steuerzahler bei einer Kostensteigerung trotzdem zufrieden ist. Wobei es natürlich trotzdem ein bitteres Kapitel ist. Die verbrecherischen Verträge und Machenschaften der Schuldenpartei CDU sind ziemlich nachhaltig auf die Stellung der Partei in der Stadt. Auch die Annahme, man könnte so ein Projekt für 250 Millionen Euro durchdrücken, wenn noch nicht einmal die Pläne fertig sind. Und so wurden nun aus den lange üblichen 550 Mio. 790 Mio. Naja. Zumindest bleibt das Gebäude im Gespräch und steigert so seinen Bekanntheitsgrad. :p

Somit lässt sich erahnen, was uns mit S21 noch bevorsteht :s
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 24. Apr 2013, 14:01

SoleSurvivor » Mi 24. Apr 2013, 14:48 hat geschrieben:Klingt ein wenig nach CDU Berlin - wobei die von den nachrückenden Pannen der SPD beim aktuellen Flughafen durchaus wieder hochgespült werden könnte.

Wobei da der Bund auch nicht unschuldig ist. In den 90ern wollte man keinen zu großen Flughafen, weil man nicht wußte, wie sich Berlin entwickelt. Und im laufenden Prozeß kommen plötzlich Änderungen, nachdem einige Bauarbeiten bereits fertig sind, die erstmal planfestgestellt werden müssen.

Bei der Elbphilharmonie waren die Probleme vorallem rechtlicher Natur. So hat die Stadt, ohne entsprechende Erfahrungen (im Vergleich zu einem international tätigen Baukonzern) mit solchen Vorhaben, Architekten und Bauunternehmen getrennt beauftragt und sich selbst in eine Zwickmühle manövriert, wenn sich die zwei Seiten nicht einig werden. Die Gründe für diese Trennung waren nur symbolischer Natur, um zu zeigen, daß man selbst für den Bau verantwortlich ist und nicht nur das Geld zur Verfügung stellt. Ziemlich bescheuert, aber mit dem Geld der Steuerzahlers macht man's. Zudem wußte damals niemand, ob die Union an der Macht bleiben könnte und sie wollte sich schnell ein Denkmal setzen, nachdem sich abzeichnete, daß eine große Mehrheit für das Bauvorhaben ist. Also schrieb man die ersten Wettbewerbe und Aufträge schon für Teilaufgaben aus, ohne daß die Pläne fertig waren. Ebenfalls ziemlich bescheuert.

Zudem gab's auch hier Änderungswünsche im laufenden Betrieb, die recht teuer waren. Zum Beispiel wollte man anfangs die Außenreinigung der zahlreichen Glasscheiben von Spezialisten machen wollen, die sich mit Bändern abseilen. Dann war man der Meinung, daß man es doch "konventionell" haben möchte. Aber dafür müssen entsprechende Befestigungen angebracht werden. Und wenn die meisten maßgeschneiderten Scheiben schon angebracht waren, heißt es, wieder alles abzubauen, die Arbeiten für die Befestigungen durhczuführen und später wieder alles anzubringen, wodurch sich wiederum andere Arbeiten verzögern, aber die Unternehmen ja trotzdem ihr Geld haben wollen. Und so weiter. Ein Glück ist das jetzt vorbei, wobei das Thema nun nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit ist. Das Thema ist für die meisten schon durch, auch wenn die Eröffnung noch auf sich warten läßt.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 24. Apr 2013, 14:08

jack000 » Mi 24. Apr 2013, 15:00 hat geschrieben:Somit lässt sich erahnen, was uns mit S21 noch bevorsteht :s

Nicht unbedingt. Ich weiß nun nicht, ob die Probleme, die bei uns zu Verteuerungen führten, auch automatisch auf S21 übertragbar sind. Es gibt ja immer wieder Beispiele, wo die Kosten nicht steigen, aber die halt für die Öffentlichkeit dann nicht so interessant sind. Gerade im Umfeld der Elbphilharmonie gibt es zwei Beispiele. Einmal der Bau der U-Bahnlinie U4. Hat um und bei 350 Mio. Euro gekostet und war ziemlich kompliziert. So beginnt die Strecke direkt an der Alster (Stausee), verläuft durch Alt- und Neustadt und später über die Landungsbrücken bis in die HafenCity an der Elbe. Also mußten da reichlich Tunnel in wässrigem Grund gebohrt werden und anschließend ausgepumpt. Trotzdem blieb die Linie im angepeilten Kostenrahmen und wurde sogar zwei Monate früher als geplant fertig.

Unweit der Elbphilharmonie wird auch gerade noch ein Universitätsgebäude gebaut, was recht hohe Ansprüche an Energieeffizienz und Design hat (ist für eine Uni, die sich nur mit dem Thema Bauen beschäftigt). Anvisierte Kosten waren da 2006 bei rund 80 Millionen Euro. Verzögert hat sich dieser Bau durch Probleme mit abgesprungenen Zulieferern leider auch um anderthalb Jahre, aber blieb bei der Summe, die man anfangs veranschlagt hat. Die Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Baumaterial, die man nie wirklich vorweg einplanen kann, wurden durch Abstriche an anderer Stelle (z.B. Bodenbelag) kompensiert. Aber das interessiert dann viele nicht. Hätten sich die Kosten verdoppelt, wär's wohl selbst im Regionalblatt in Hintertupfingen mal erwähnt worden. ;)
Zuletzt geändert von frems am Mi 24. Apr 2013, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon HugoBettauer » Mi 24. Apr 2013, 14:17

frems » Mi 24. Apr 2013, 14:08 hat geschrieben:So beginnt die Strecke direkt an der Alster (Stausee), verläuft durch Alt- und Neustadt und später über die Landungsbrücken bis in die HafenCity an der Elbe. Also mußten da reichlich Tunnel in wässrigem Grund gebohrt werden und anschließend ausgepumpt. Trotzdem blieb die Linie im angepeilten Kostenrahmen und wurde sogar zwei Monate früher als geplant fertig.

Man kann sie sogar schon bis zur Endhaltestelle benutzen. Dort ist bloß (bisher) nichts, wo man hin will.

Aber das interessiert dann viele nicht. Hätten sich die Kosten verdoppelt, wär's wohl selbst im Regionalblatt in Hintertupfingen mal erwähnt worden. ;)

Skandale sind nun mal verkaufbare Nachrichtenthemen, Erfolge und Normales weniger.
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 24. Apr 2013, 14:35

SoleSurvivor » Mi 24. Apr 2013, 15:17 hat geschrieben:Man kann sie sogar schon bis zur Endhaltestelle benutzen. Dort ist bloß (bisher) nichts, wo man hin will.

Zur Haltestelle "HafenCity Universität" fährt die Linie derzeit nur wochenends und feiertags für die Touris. Aber es ist ja nicht Schuld der tüchtigen U-Bahn-Bauern, wenn an der Oberfläche einige Gebäude erst später fertig werden. Im Herbst beginnt der Umzug der Universität und im Winter soll dieser abgeschlossen sein. Ebenso sind nördlich der Station einige Baufelder schon gut vorangeschritten. U-Bahnlinien werden halt für Generationen gebaut. Bald beginnt fürderhin die Verlängerung zur östlichen HafenCity, womit der neue Stadtteil -- zumindest laut Stadt das größte innerstädtische Bauprojekt Europas in Sachen Raum und Geld -- komplett erschlossen wird.

Skandale sind nun mal verkaufbare Nachrichtenthemen, Erfolge und Normales weniger.

Ist ja auch nachvollziehbar. Und da kommt halt schnell der Eindruck, öffentliche (Groß-)Projekte würden immer teurer, so als wär das ein Naturgesetz. Daß Politiker gerne mit den niedrigsten Kostenschätzungen an die Öffentlichkeit gehen, ist auch nachvollziehbar. Aber deshalb würde ich nicht sagen, daß eine Entwicklung wie bei der Elbphilharmonie auf einen Bahnhof oder Flughafen übertragbar sei. Dafür waren die Probleme viel zu spezifisch. Natürlich kann es auch zu Kostenexplosionen in Berlin oder Stuttgart kommen, aber vermutlich werden es dann andere sein, als beim Ole-von-Beust-Konzertsaal.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14536
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon John Galt » Mi 24. Apr 2013, 14:36

frems » Mi 24. Apr 2013, 13:45 hat geschrieben:Passiert ja auch nicht oft, daß der Bund der Steuerzahler bei einer Kostensteigerung trotzdem zufrieden ist. Wobei es natürlich trotzdem ein bitteres Kapitel ist. Die verbrecherischen Verträge und Machenschaften der Schuldenpartei CDU sind ziemlich nachhaltig auf die Stellung der Partei in der Stadt. Auch die Annahme, man könnte so ein Projekt für 250 Millionen Euro durchdrücken, wenn noch nicht einmal die Pläne fertig sind. Und so wurden nun aus den lange üblichen 550 Mio. 790 Mio. Naja. Zumindest bleibt das Gebäude im Gespräch und steigert so seinen Bekanntheitsgrad. :p


Hätte man lieber 1,2 Milliarden Euro ausgegeben und einen 880m Turm hingeknallt. So hat man einen lächerlichen Konzertsaal für fast ne Milliarde, bekloppt. Da muss man sich nicht wundern, dass es mit Europa bergab geht, wenn der Staat die Kohle für so einen Schrott verjubelt.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
HugoBettauer
Beiträge: 22842
Registriert: Mo 16. Jul 2012, 15:43
Benutzertitel: Das blaue Mal
Wohnort: Anti-Anti

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon HugoBettauer » Mi 24. Apr 2013, 14:38

frems » Mi 24. Apr 2013, 14:35 hat geschrieben:Zur Haltestelle "HafenCity Universität" fährt die Linie derzeit nur wochenends und feiertags für die Touris. Aber es ist ja nicht Schuld der tüchtigen U-Bahn-Bauern, wenn an der Oberfläche einige Gebäude erst später fertig werden.

Es war auch nicht als Kritik gemeint. Ich habe nichts dagegen, wenn die Öffis überpünktlich sind :)
Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt
ist alles neu
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt
ist alles neu und anders als früher.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 24. Apr 2013, 14:46

John Galt » Mi 24. Apr 2013, 15:36 hat geschrieben:
Hätte man lieber 1,2 Milliarden Euro ausgegeben und einen 880m Turm hingeknallt. So hat man einen lächerlichen Konzertsaal für fast ne Milliarde, bekloppt. Da muss man sich nicht wundern, dass es mit Europa bergab geht, wenn der Staat die Kohle für so einen Schrott verjubelt.

Halb so wild. Du kannst eine europäische Stadt auch nicht mit einem arabischen Land vergleichen. Ein Bau am Wasser, dessen Fundament zum Teil aus einem alten Speicher besteht, ist mit deutschen Arbeiten nun einmal teurer als ein Bau in der Wüste mit billigen Arbeiten aus Afrika, Indien und China.

Viele Fehler hätte man im Vorfeld vermeiden können, sodaß wir heute vielleicht Gesamtkosten von 400-500 Mio. hätten, wovon etwa die Hälfte von der öffentlichen Hand getragen wird, der Rest von Investoren und Spenden. Aber wenn die Union einen Baukonzern aus dem Rheinland und Architekten aus der Schweiz beauftragt, um regelmäßig die Wünsche zu ändern und absurd viel Geld für eine Fassade auszugeben, dann kommt halt sowas dabei raus.
Zuletzt geändert von frems am Mi 24. Apr 2013, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
broesel

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon broesel » Mo 8. Jul 2013, 15:53

Als ich vor 2 Jahren in Hamburg zu Besuch war und auf der Hafenrundfahrt die Baustelle gesehen habe (man konnte damals zwar schon das Gebäude an sich sehen, aber noch keine komplett fertig gestellte Fassade) dachte ich, dass dies wirklich ein Vorzeigebauwerk werden wird. Hamburg hat damit ein weiteres Wahrzeichen, was auch dem Tourismus zu Gute kommen wird und somit Hamburg auch wirklich etwas bringt. Aktuell allerdings sehe ich leider Hamburg bisher nur als Verleirer: immer weiter steigende Kosten und keine Baufertigstellung in Sicht. Großer Gewinner hingegen ist in meinen Augen Hochtief, welchem nach der Abstimmung der Bürgerschaft unverdiente 195 Millionen Euro quasi in den Rachen geworfen wurde (Quelle: http://www.hamburg-lokal.com/nachrichte ... gebaut/484). Sehr schade einfach, dass das grundsätzlich positive Bauvorhaben durch so etwas in ein immer schlechteres Licht rückt bzw. die Nachteile die doch vorhandenen Vorteile aktuell zumindest überwiegen.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 22586
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon jack000 » Mo 8. Jul 2013, 17:44

frems » Mi 24. Apr 2013, 15:46 hat geschrieben:Halb so wild. Du kannst eine europäische Stadt auch nicht mit einem arabischen Land vergleichen. Ein Bau am Wasser, dessen Fundament zum Teil aus einem alten Speicher besteht, ist mit deutschen Arbeiten nun einmal teurer als ein Bau in der Wüste mit billigen Arbeiten aus Afrika, Indien und China.

Bauen im Wüstensand ist aber auch nicht gerade Vergnügungssteuerpflichtig. Außerdem wurden viele Arbeiten von ausländischen (u.a. deutschen) Firmen gemacht, deren Kosten durch den Auslandseinsatz höher waren als es hier vor Ort der Fall gewesen wäre.
Ebenso bedeutet der Einsatz von Billigkräften auch, das mehr von denen benötigt werden als wenn man Facharbeiter nimmt.

Der Commerzbanktower (immerhin 300m hoch) hat 300.000.000 Euro gekostet.
Für 1 Mrd. € bekommt man (wenn nicht ein 880m Gebäude) zumindest ein sehr hohes ... oder für 2,5 Elbphilharmonien kann man die unerwarteten Mehrkosten für S21 finanzieren :)
Zuletzt geändert von jack000 am Mo 8. Jul 2013, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 10. Jul 2013, 11:21

broesel » Mo 8. Jul 2013, 16:53 hat geschrieben:Als ich vor 2 Jahren in Hamburg zu Besuch war und auf der Hafenrundfahrt die Baustelle gesehen habe (man konnte damals zwar schon das Gebäude an sich sehen, aber noch keine komplett fertig gestellte Fassade) dachte ich, dass dies wirklich ein Vorzeigebauwerk werden wird. Hamburg hat damit ein weiteres Wahrzeichen, was auch dem Tourismus zu Gute kommen wird und somit Hamburg auch wirklich etwas bringt. Aktuell allerdings sehe ich leider Hamburg bisher nur als Verleirer: immer weiter steigende Kosten und keine Baufertigstellung in Sicht. Großer Gewinner hingegen ist in meinen Augen Hochtief, welchem nach der Abstimmung der Bürgerschaft unverdiente 195 Millionen Euro quasi in den Rachen geworfen wurde (Quelle: http://www.hamburg-lokal.com/nachrichte ... gebaut/484). Sehr schade einfach, dass das grundsätzlich positive Bauvorhaben durch so etwas in ein immer schlechteres Licht rückt bzw. die Nachteile die doch vorhandenen Vorteile aktuell zumindest überwiegen.

Kann man schlecht sagen, nur weil es teurer wurde. Hätte man sie gleich zum jetzigen Preis geplant, wär vielleicht die politische Aussicht auf Erfolg eine andere, aber ansonsten ändert sich da nicht so viel dran. Eine Korrektur noch: Hochtief kriegt kein Geld in den Rachen geworfen. Die würden selbst am liebsten das Projekt frühzeitig beenden, aber machen es aus Ruf-Gründen nicht. Und der Ruf ist jetzt schon stark beschädigt: Bau der Elbphilharmonie belastet Hochtief-Zahlen

Und mit dem jüngsten Vertrag, der nochmal umstrittene Summen seitens der Bürgerschaft zur Verfügung stellt, ist man auch nicht sonderlich zufrieden im Konzern: Der neue Vertrag zum Bau der Elbphilharmonie sorgt beim Baukonzern Hochtief für Kritik. "Früher hätte man uns so einen Vertrag um die Ohren gehauen", zitiert die "Wirtschaftswoche" einen Manager des Konzerns. "Die Garantien, die wir da übernehmen, sind hoch riskant. Niemand kann heute sagen, in welcher Höhe Hochtief dafür zahlen muss."

Selbst der Bund der Steuerzahler war damit zufrieden. Und das soll was heißen. :D
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Mi 10. Jul 2013, 11:26

jack000 » Mo 8. Jul 2013, 18:44 hat geschrieben:Bauen im Wüstensand ist aber auch nicht gerade Vergnügungssteuerpflichtig. Außerdem wurden viele Arbeiten von ausländischen (u.a. deutschen) Firmen gemacht, deren Kosten durch den Auslandseinsatz höher waren als es hier vor Ort der Fall gewesen wäre.
Ebenso bedeutet der Einsatz von Billigkräften auch, das mehr von denen benötigt werden als wenn man Facharbeiter nimmt.

Eben. Die durchschnittlichen Arbeitskosten sind, genau wie die Sicherheitsstandards, bei uns entsprechend höher und teurer. Und was man mit so einem riesigen Turm eigentlich macht, bleibt auch ein Geheimnis. Sowas kloppen sich ja meistens nur aufstrebende Staaten mit Minderwertigkeitskomplexen in ihre Hauptstädte. Der Nutzen geht aber gegen Null. Wenn Deutschland wollte, könnte es sich zig solcher Dinger leisten. Aber wozu? Wär lächerlich.

Der Commerzbanktower (immerhin 300m hoch) hat 300.000.000 Euro gekostet.
Für 1 Mrd. € bekommt man (wenn nicht ein 880m Gebäude) zumindest ein sehr hohes ... oder für 2,5 Elbphilharmonien kann man die unerwarteten Mehrkosten für S21 finanzieren :)

Ist schwer zu vergleichen. Der Commerzbanktower wurde ja einfach von grnudauf hochgezogen und ist ein "normales" Bürogebäude. Die Elbphilharmonie wurde auf einem alten, denkmalgeschützten Speicher aufgebaut. Sehr viel Geld landete da in der Akustik, in der Fassade sowie Gebäudetechnik. Ebenso war der Bau direkt am Wasser nicht so einfach, da nicht klar war, wie viel Gewicht man dort überhaupt zulassen kann. Folglich waren extrem viele Bauarbeiten im Vorfeld nötig, die man gar nicht sieht. Und unser Boden hier oben ist an sich schon kaum für Hochhäuser geeignet.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Di 6. Mai 2014, 12:54

So, nochmal der Vollständigkeit halber, da das Thema -- die Götter mögen uns beistehen -- nun weitestgehend durch ist, auch wenn die Eröffnung noch etwas auf sich warten läßt, was aber vor allem an vielen kleineren Vorhaben liegt (u.a. Konzertsaal) und nicht mehr am eigentlichen Gebäudebau bzw. der Fassade, die seit Ende Januar fertig ist und der Hauptgrund war für die Kostensteigerungen (neben den völlig vermurksten Verträgen, die am Ende nicht nur der Stadt, sondern auch Hochtief und Herzog & de Meuron rote Zahlen bescherten.)

Dazu (vorerst) abschließend drei Artikel aus diesem Jahr:

In der unendlichen Geschichte um das Hamburger Prestigeobjekt konnte ein weiterer Bauabschnitt beendet werden. Nach den Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre zeigen sich derzeit alle Beteiligten kooperativ und optimistisch.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/elbph ... 16852.html

Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust hätte den Mut haben sollen, seine Naivität bei der Elbphilharmonie und später, seine Lustlosigkeit, die Kosten zu deckeln, einzugestehen, kommentiert Axel Schröder. Sein Nachfolger Olaf Scholz hat bewiesen, dass es auch anders geht. Alle Zusatzkosten trägt nun der Baukonzern Hochtief.

http://www.deutschlandfunk.de/elbphilha ... _id=281979

Bald im Kino: „Die unendliche Geschichte“

Die Debatte des Ausschussberichts in Hamburgs Bürgerschaft bietet exquisiten Stoff für einen Film. Die taz.nord legt ein Drehbuch mit den wichtigsten Charakteren vor.

http://taz.de/Elbphilharmonie-Debakel/!137912/
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Kanzlerqualle

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon Kanzlerqualle » Di 3. Feb 2015, 21:57

frems » Di 6. Mai 2014, 12:54 hat geschrieben: sondern auch Hochtief und Herzog & de Meuron rote Zahlen bescherten

.. hahahaaaa .. woher willst du das denn wissen :?:
Benutzeravatar
frems
Moderator
Beiträge: 41882
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon frems » Di 3. Feb 2015, 23:36

Kanzlerqualle » Di 3. Feb 2015, 21:57 hat geschrieben:.. hahahaaaa .. woher willst du das denn wissen :?:

Ach, nun dackelst Du mir also wirklich nach und stellst Fragen, obwohl Du keine Antworten hören möchtest. Wieso hilfst Du Dir nicht einfach mal selbst weiter? Angst vor neuen Erkenntnissen, die man auf der Baustelle nicht direkt sieht? Mach's doch mal so: http://lmgtfy.com/?q=hochtief+elbphilharmonie+verlust

Und dann stößt Du u.a. auf http://www.aktienjournal.de/hochtief-h1 ... ilharmonie

sowie http://www.taz.de/!107411/

Die 15 Millionen Verlust nimmt Hochtief halt lieber in Kauf statt daß das Thema stets aufs Neue aufgewühlt wird, zumal es kein vertragliches Recht auf einen Profit gibt (wenn man selbst an Zusatzkosten schuld ist) und ein Rechtsstreit u.U. noch teurer wäre. Man muß auch an spätere Aufträge, ob in Hamburg oder Schanghai, denken. Aber dafür gibt's ja glücklicherweise ein Management, das sowas entscheidet. Und auch auf der Baustelle läuft's ja seit einer Weile rund. Der Musiksaal ist auch weitestgehend fertig. Dann können bald Hotels, Restaurants etc. anfangen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 65726.html
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Kanzlerqualle

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon Kanzlerqualle » Mo 16. Feb 2015, 00:25

.. Eröffnung 11. Januar 2017 ..
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14536
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon John Galt » Mo 16. Feb 2015, 11:03

Der Bau hat sich also letztendlich für niemanden gelohnt. :x
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Kanzlerqualle

Re: Elbphilharmonie Hamburg

Beitragvon Kanzlerqualle » Mo 16. Feb 2015, 11:05

John Galt » Mo 16. Feb 2015, 11:03 hat geschrieben:Der Bau hat sich also letztendlich für niemanden gelohnt. :x

.. doch .. für die Philharmoniker ..

Zurück zu „40. Architektur - Stadtplanung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast