Das Berliner Stadtschloss wird wieder aufgebaut.

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adal
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon adal » Mi 9. Jun 2010, 15:31

Doppelagent hat geschrieben:
hauptsache die asbest-bude der commies ist weg.
Auch wenn es nicht asbestverseucht gewesen wäre, würde ich diesem "Architekturdenkmal" spätsozialistischer Pseudourbanität keine Träne nachweinen. Erichs Lampenladen war ein belangloses Monstrum, aber auch nicht schlechter als eine Brache. Das Gewese der preußischen Kulturverweser geht mir hingegen wirklich auf den Zeiger.

Burkhard Müller-Ullrich

...das Berliner Stadtschloß ist ein Hirngespinst der Sonderklasse...

...Nun drohte diesem erhabenen Zustand der Virtualität die baldige Beendigung durch Bauarbeiter und Betonfahrzeuge – oder anders gesagt: Vernichtung durch Verwirklichung. Die ganze postmoderne Irrealität dieses grotesken Architekturvorhabens wäre völlig zerstört worden, wenn nicht unsere Regierung zufällig keine halbe Milliarde Euro übrig gehabt hätte. Doch zum Glück wurde die unendliche Stadtschloß-Geschichte um mindestens vier Jahre verlängert: vier Jahre mehr Streit um die Gestaltung der Fassade, vier Jahre mehr Kontroversen zwischen Avantgardisten und Nostalgikern, vier Jahre mehr preußisches Gedröhn in jedem Winkel Deutschlands....

...Das Gerüst mit der Textilbespannung und dem gemalten Stadtschloß drauf, das an der magischen Stelle steht, antwortet satirisch auf Christos Reichstagsverhüllung; dort steckte immerhin ein Ruine unter den Tüchern, hier ist es das Nichts.

Johann Wolfgang Goethe schrieb in dem Zusammenhang kürzlich an Angela Merkel und Klaus Wowereit: „So wie in Rom, außer den Römern, noch ein Volk von Statuen war, so gibt es außer der realen Welt noch eine Welt des Wahns, viel mächtiger beinahe, in der die meisten leben.“
Zuletzt geändert von adal am Mi 9. Jun 2010, 17:14, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Dampflok94 » Do 10. Jun 2010, 10:13

Claud hat geschrieben:
Ein Neubau würde dort eher weniger hinpassen, deshalb ist es schade, dass das Schloss derzeit auf Eis liegt und weitere Jahre eine große Wunde in der Berliner Innenstadt klafft.

Warum sollte ein Neubau dort nicht hinpassen? Das käme doch wohl auf die Architektur an. Oder willst Du ernsthaft behaupten nur das Stadtschloß kann an dieser Stelle stehen und sonst gar nix?
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » Do 10. Jun 2010, 10:54

Dampflok94 hat geschrieben:Warum sollte ein Neubau dort nicht hinpassen? Das käme doch wohl auf die Architektur an. Oder willst Du ernsthaft behaupten nur das Stadtschloß kann an dieser Stelle stehen und sonst gar nix?


Möchte ich nicht, ich kann mir aber wenig vorstellen, dass sich eine moderne Architektur neben Staatsratsgebäude (welches sich ja auch an historische Architektur dort anlehnt), Berliner Dom, Museumsinsel, Zeughaus etc gut einfügt. Selbst beim Bau der Alte Kommandantur hat man sich nicht an eine moderne Gestaltung rangetraut und die Schinkelsche Bauakademie soll dort ebenfalls nach altem Bilde wiederaufgebaut werden. Und die Stadtschlossfassade macht ja nicht den größten Teil der Baukosten aus, weshalb ich finde, dass die dazugehört, sollte das Humboldtforum in den derzeitig geplanten Dimensionen dort gebaut werden.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 13:58

Gerade wird ja erstmal die Humboldt-box hochgezogen, welche wohl in kurzer Zeit fertiggestellt sein wird.

http://www.sbs-humboldtforum.de/images/Bilder/box.jpg
http://www.abload.de/img/img_2869outp.jpg

Ist ein Provisorium, soll kurz vor oder nach der Fertigstellung des Stadtschlosses wieder abgerissen werden.

Aber Berlin hängt ja immer sehr an seinen Provisorien, die bleiben oft länger stehen, als vorher gedacht. Zumal die Box relativ massiv gebaut wird und wohl auch ein Jahrzehnt zeit haben wird, sich in Berlin zu etablieren.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 14:58

Claud hat geschrieben:Gerade wird ja erstmal die Humboldt-box hochgezogen, welche wohl in kurzer Zeit fertiggestellt sein wird.

http://www.sbs-humboldtforum.de/images/Bilder/box.jpg
http://www.abload.de/img/img_2869outp.jpg

Ist ein Provisorium, soll kurz vor oder nach der Fertigstellung des Stadtschlosses wieder abgerissen werden.

Aber Berlin hängt ja immer sehr an seinen Provisorien, die bleiben oft länger stehen, als vorher gedacht. Zumal die Box relativ massiv gebaut wird und wohl auch ein Jahrzehnt zeit haben wird, sich in Berlin zu etablieren.


Ja, Berlin hängt auch politisch an den Provisorien - unser GG zum Bleistift.

Topic.

Ich kann es immer noch nicht verstehen, warum dieses Ding da wieder hinmuss.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 15:17

Talyessin hat geschrieben:Ja, Berlin hängt auch politisch an den Provisorien - unser GG zum Bleistift.

Topic.

Ich kann es immer noch nicht verstehen, warum dieses Ding da wieder hinmuss.


Da musst du die Bundesregierung fragen.

Allerdings muss man auch sagen, dass ein modern gehaltener Bau wohl kaum dort hinpassen würde und auch unbedingt diese riesige Lücke verschwinden muss, welche seit abriss des PdR dort klafft.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 15:43

Claud hat geschrieben:
Da musst du die Bundesregierung fragen.

Allerdings muss man auch sagen, dass ein modern gehaltener Bau wohl kaum dort hinpassen würde und auch unbedingt diese riesige Lücke verschwinden muss, welche seit abriss des PdR dort klafft.


Warum muss diese Lücke unbedingt verschwinden?
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 17:19

Talyessin hat geschrieben:
Warum muss diese Lücke unbedingt verschwinden?


Wegen der Lage und ihrer städtebaulichen und historischen Bedeutung. Wir reden hier über einen sehr großen Platz, welcher am östlichen Ende von Unter den Linden (die Straße wurde nach dem damaligen Schloss ausgerichtet) liegt und das westliche Gebiet immer nach Osten hin abgegrenzt hat. Gleichzeitig ist es das Herz des alten Berlins (Cölln wurde dort gegründet, welches später mit Berlin zusammenwuchs) und der Spreeinsel. Auch muss die Museumsinsel erweitert werden, ein Bedarf ist vorhanden und aus finanzieller Sich macht es auch wneig Sinn, wenn man stattdessen die Dahlemer Museen saniert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 17:42

Claud hat geschrieben:
Wegen der Lage und ihrer städtebaulichen und historischen Bedeutung. Wir reden hier über einen sehr großen Platz, welcher am östlichen Ende von Unter den Linden (die Straße wurde nach dem damaligen Schloss ausgerichtet) liegt und das westliche Gebiet immer nach Osten hin abgegrenzt hat. Gleichzeitig ist es das Herz des alten Berlins (Cölln wurde dort gegründet, welches später mit Berlin zusammenwuchs) und der Spreeinsel. Auch muss die Museumsinsel erweitert werden, ein Bedarf ist vorhanden und aus finanzieller Sich macht es auch wneig Sinn, wenn man stattdessen die Dahlemer Museen saniert.


Ich weis wo das liegt. Und grade die Historische Bedeutung ist etwas, was bei mir keine Argumentation zu trifft. Schliesslich haben wir es den Honzies zu Verdanken, das Berlin überhaupt so eine Bauruine geworden ist, da muss man nicht wieder deren Schloss dahinstellen. Das Geld, sofern überhaupt vorhanden, kann in tausend andere Projekte sinnvoller gesteckt werden.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 18:33

Talyessin hat geschrieben:Ich weis wo das liegt. Und grade die Historische Bedeutung ist etwas, was bei mir keine Argumentation zu trifft. Schliesslich haben wir es den Honzies zu Verdanken, das Berlin überhaupt so eine Bauruine geworden ist, da muss man nicht wieder deren Schloss dahinstellen.


hä? Der Ösi war kein Hohenzoller und zu Zeiten der Weimarer Republik durfte Preußen als demokratische Bollwerk herhalten, nicht Bayern. Mal ganz davon abgesehen, dass die Geschichte der Hohenzollern nicht nur aus Wilhelm den zweiten besteht und das Stadtschloss ab 1918 auch keine politisch bedeutsames Gebäude mehr war, sondern der friedlichen Nutzung diente, indem es als Museum genutzt wurde. Auch lässt es sich als Bayer wohl immer leicht daher reden, wenn man von geschichtlicher Bedeutung redet. Bayern und sein Erbe existiert ja noch, Berlin und andere Regionen des ehemaligen Preußens sind durch den 2WK und die DDR quasi geschichtslos zurückgelassen worden.



Das Geld, sofern überhaupt vorhanden, kann in tausend andere Projekte sinnvoller gesteckt werden.


Zum Beispiel in die Sanierung der Dahlemer Museen.

Tagesspiegel hat geschrieben:... Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz rechnet vor, man könne die 1995 für Dahlem auf 300 Millionen D-Mark geschätzten Sanierungskosten heute „eins zu eins in Euro übersetzen“: „Rechnet man noch einen Inflationsausgleich dazu, dann sind wir fast bei der Summe für das Humboldt-Forum.“ Die Dahlemer Sanierung muss der Bund finanzieren. Dabei wäre der Aufwand von zweifelhaftem Nutzen, denn Berlin-Touristen fahren nur noch selten nach Dahlem. Derzeit ist eine Voudou- Haiti-Ausstellung zu sehen – an einem anderen Ort wäre das ein Publikumsrenner. ...


http://www.tagesspiegel.de/kultur/rueck ... 53670.html

Davon abgesehen. Dieses Gebäude ist deshalb so teuer, weil es verdammt groß ist und der Baugrund relativ kompliziert ist. Die historische Fassade aber, die macht nicht den größten teil der Kosten aus und wird wohl auch zu größten teilen von privater Hand finanziert werden.
Zuletzt geändert von Claud am So 15. Aug 2010, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 18:49

Claud hat geschrieben:hä? Der Ösi war kein Hohenzoller und zu Zeiten der Weimarer Republik durfte Preußen als demokratische Bollwerk herhalten, nicht Bayern. Mal ganz davon abgesehen, dass die Geschichte der Hohenzollern nicht nur aus Wilhelm den zweiten besteht und das Stadtschloss ab 1918 auch keine politisch bedeutsames Gebäude mehr war, sondern der friedlichen Nutzung diente, indem es als Museum genutzt wurde. Auch lässt es sich als Bayer wohl immer leicht daher reden, wenn man von geschichtlicher Bedeutung redet. Bayern und sein Erbe existiert ja noch, Berlin und andere Regionen des ehemaligen Preußens sind durch den 2WK und die DDR quasi geschichtslos zurückgelassen worden.


Ja, zu Recht.
Nein, ich rede durchaus von den Hohenzollern und der Geschichtlichen Bedeutung des Preussens. Wer anängt zu zündeln darf sich über Feuer nicht beschweren.

Claud hat geschrieben:Davon abgesehen. Dieses Gebäude ist deshalb so teuer, weil es verdammt groß ist und der Baugrund relativ kompliziert ist. Die historische Fassade aber, die macht nicht den größten teil der Kosten aus und wird wohl auch zu größten teilen von privater Hand finanziert werden.


Machts halt einen Park. Kostet viel viel weniger und dem Menschen ist mehr dadurch gedient.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 19:00

Talyessin hat geschrieben:Ja, zu Recht.
Nein, ich rede durchaus von den Hohenzollern und der Geschichtlichen Bedeutung des Preussens. Wer anängt zu zündeln darf sich über Feuer nicht beschweren.


Nicht zu Recht.

Das Preußen bei dir an allen Schuld sein soll, ist bekannt.

Claud hat geschrieben:Machts halt einen Park. Kostet viel viel weniger und dem Menschen ist mehr dadurch gedient.


Was wird aus den Dahlemer Museen, die in das Humboldt-Forum ziehen sollten?
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon jack000 » So 15. Aug 2010, 19:44

Hier sind jeweils ein Modell für den Palast der Republik und das Stadtschloss für Google Earth:

Palast der Republik: http://sketchup.google.com/3dwarehouse/ ... 0bf6e6289a
Berliner Stadtschloss: http://sketchup.google.com/3dwarehouse/ ... revstart=0

(Das Schloss ist das Orginal und nicht das Gebäude, welches aufgebaut werden soll)
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 21:01

Claud hat geschrieben:
Nicht zu Recht.

Das Preußen bei dir an allen Schuld sein soll, ist bekannt.


Nö, nicht an allem, Preussen hat Braunschweig nicht gezwungen den Österreicher einzugemeinden oder?
Trotzdem standen die alten Eliten Preussens dem Aufstieg weder im Wege, noch haben sie danach geschalten. Über die Zeit vor 1918 ganz zu schweigen.

Claud hat geschrieben:Was wird aus den Dahlemer Museen, die in das Humboldt-Forum ziehen sollten?


Gibts doch mit Sicherheit andere Plätze und Orte.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 21:27

Talyessin hat geschrieben:Nö, nicht an allem, Preussen hat Braunschweig nicht gezwungen den Österreicher einzugemeinden oder?


Hallo?

Braunschweig war ein Freistaat und wurde von der NSDAP mitregiert, welche auch Hitler die Staatsbürgerschaft zuschasste.


Trotzdem standen die alten Eliten Preussens dem Aufstieg weder im Wege, noch haben sie danach geschalten. Über die Zeit vor 1918 ganz zu schweigen.


Als Bayer würde ich da leise Töne üben. Die Bayern habend das Reichsschutzgesetz praktisch ignoriert, Hitler wurde für seinen Putsch äußerst sanft bestraft und wurde massiv durch Bayern mitgeprägt.



Claud hat geschrieben:Gibts doch mit Sicherheit andere Plätze und Orte.


Mir fallen keine ein, nenne mir welche.
Zuletzt geändert von Claud am So 15. Aug 2010, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 21:35

Claud hat geschrieben:Hallo?

Braunschweig war ein Freistaat und wurde von der NSDAP mitregiert, welche auch Hitler die Staatsbürgerschaft zuschasste.


Was anderes habe ich doch nicht geschrieben, oder?

Claud hat geschrieben:Als Bayer würde ich da leise Töne üben. Die Bayern habend das Reichsschutzgesetz praktisch ignoriert, Hitler wurde für seinen Putsch äußerst sanft bestraft und geprägt wurde massiv durch Bayern mitgeprägt


Nie würde ich die Verantwortung des Freistaates in Abrede stellen, was Hitler und seine Gefolgschaften betrifft. Aber es sei dezent darauf hingewiesen, das Ludendorff wegen seiner Verdienste im WK I ( als Quasidikator der OHL ) freigesprochen wurde. Nur ein Schelm würde hier den Hintergrund in der preussischen Aristrokratie suchen. Oder wie hies der Reichpräsident nach Ebert noch....ach ja, das war ja auch so ein alter Haudegen aus dem Preussischen Militärwesen.
Nur so nebenbei erwähnt.

Wie wurde Hitler durch Bayern mitgeprägt?

Claud hat geschrieben:Mir fallen keine ein, nenne mir welche.


Egal wo, aber nicht grad da, wo der Untergrund eh schon bescheiden ist.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 22:05

Talyessin hat geschrieben:Nie würde ich die Verantwortung des Freistaates in Abrede stellen, was Hitler und seine Gefolgschaften betrifft. Aber es sei dezent darauf hingewiesen, das Ludendorff wegen seiner Verdienste im WK I ( als Quasidikator der OHL ) freigesprochen wurde. Nur ein Schelm würde hier den Hintergrund in der preussischen Aristrokratie suchen. Oder wie hies der Reichpräsident nach Ebert noch....ach ja, das war ja auch so ein alter Haudegen aus dem Preussischen Militärwesen.
Nur so nebenbei erwähnt.


Es geht dabei nicht nur um Ludendorff, sondern auch um Hitler selbst. zu 5 Jahren verurteilt, nach 6 Monaten freigelassen. pff ... Die Beziehung zwischen Ludendorff und einer möglichen Einmischung Preußens kannst du sicherlich nachweisen?

Was ist mit dem Republikschutzgesetz? Im Norden wurden massenhaft Urteile gefällt, im Süden passierte nix, 1923 wurde es in Bayern sogar außer kraft gesetzt.

Hindenburg war ein Kind Preußens, repräsentierte es aber schon seid langen nicht mehr, der Freistaat tickte und handelte anders.


Wie wurde Hitler durch Bayern mitgeprägt?


- lebte ab 1913 in Bayern (ja, wo malte er denn seine ganzen "schnicken" Bilder?)
- Kämpfte im 1 Weltkrieg in der bayerischen Armee
- lebte ab 1918 wiederum in Bayern und besuchte dort Rechte Veranstaltungen
- Von wo wurde der völkische Beobachter herausgebracht, na?
- Wo wurde die DAP gegründet? Na?
- Wo wurde die NSDAP gegründet? Na?
- Wo gab es den Hitlerputsch? Na?
- Wo war die Rechte Ordnungszelle? Na?

Claud hat geschrieben:Egal wo, aber nicht grad da, wo der Untergrund eh schon bescheiden ist.


Geht es noch nen bissel konstruktiver?
Zuletzt geändert von Claud am So 15. Aug 2010, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 22:11

Claud hat geschrieben:...

Was ist mit dem Republikschutzgesetz? Im Norden wurden massenhaft Urteile gefällt, im Süden passierte nix, 1923 wurde es in Bayern sogar außer kraft gesetzt.

...


Ich habe mal noch schnell die Zahlen nachgeschlagen.

Vereinsverbote im Rahmen des Republikschutzgesetzes:

Sachsen: 31
Hamburg: 25
Preußen: 18
Thüringen: 16
Lippe-Schaumburg: 12
Andere: 8 - 2
Württemberg: 0
Bayern: 0

Quelle: Ursula Büttner - Weimar: Die überforderte Republik

Ist schon äußerst schwach, für die Heimat der NSDAP. Oder?
Zuletzt geändert von Claud am So 15. Aug 2010, 22:29, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 22:34

Claud hat geschrieben:Es geht dabei nicht nur um Ludendorff, sondern auch um Hitler selbst. zu 5 Jahren verurteilt, nach 6 Monaten freigelassen. pff ... Die Beziehung zwischen Ludendorff und einer möglichen Einmischung Preußens kannst du sicherlich nachweisen?


Der preussische General aus dem Großpreussischen ersten Weltkrieg bekommt wegen selbigen nicht nur Haftverschonung sondern Freispruch.

Freilich hat die bayrische Justiz dort versagt. Grund - dazu unten.

Claud hat geschrieben:Was ist mit dem Republikschutzgesetz? Im Norden wurden massenhaft Urteile gefällt, im Süden passierte nix, 1923 wurde es in Bayern sogar außer kraft gesetzt.


Und nie wieder eingeführt. Grund - dazu unten.

Claud hat geschrieben:Hindenburg war ein Kind Preußens, repräsentierte es aber schon seid langen nicht mehr, der Freistaat tickte und handelte anders.


Ja, und ich weis auch, wer dem Freistaat Preussens die Freiheit nahm. von Papen - und auch wenn historisch Westfalen nicht zu Preussen gehörte, nach der Machterfreifung durch Bismarck 1866 eben schon. Ergo, ein Preusse selbst hat Preussen geschwächt.

Claud hat geschrieben:- lebte ab 1913 in Bayern (ja, wo malte er denn seine ganzen "schnicken" Bilder?)
- Kämpfte im 1 Weltkrieg in der bayerischen Armee
- lebte ab wiederum in 1918 in Bayern und besuchte dort Rechte Veranstaltungen
- Von wo wurde der völkische Beobachter herausgebracht, na?
- Wo wurde die DAP gegründet? Na?
- Wo wurde die NSDAP gegründet? Na?
- Wo gab es den Hitlerputsch? Na?
- Wo war die Rechte Ordnungszelle? Na?


Dank der preussischen Reichsregierung! Nicht zu vergessen ist nämlich, das diese die rechten Freikorps nach München schickte um den Versuch von Herrn Eisner niederzuschlagen. Nur gabs dann ein Problem. Die guten Herren Frontkämpfer wurden alle nicht mehr abgeholt. Warum auch, in München konnten die bei weitem nicht so viel Schaden anrichten wie in Berlin. Ab diesen Zeitpunkt wurde die vormals liberalste Stadt Deutschlands ein Hort der braunen Idotie.

Claud hat geschrieben:Geht es noch nen bissel konstruktiver?


Wenn man kein Geld hat, da baut man nicht auf einem Flusssand, da, wie du schon geschrieben hast, der Boden die Architektur erheblich verteuern wird.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 22:35

Claud hat geschrieben:
Ich habe mal noch schnell die Zahlen nachgeschlagen.

Vereinsverbote im Rahmen des Republikschutzgesetzes:

Sachsen: 31
Hamburg: 25
Preußen: 18
Thüringen: 16
Lippe-Schaumburg: 12
Andere: 8 - 2
Württemberg: 0
Bayern: 0

Quelle: Ursula Büttner - Weimar: Die überforderte Republik

Ist schon äußerst schwach, für die Heimat der NSDAP. Oder?


Siehe unten. Trotzdem wirst du aus meiner Tastatur keineswegs die Mitschuld bestreiten lassen, aber ohne Hindie wäre Adolf das geblieben, was er war. Ein Arbeitsloser rumproletisierender Kranker.

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