Das Berliner Stadtschloss wird wieder aufgebaut.

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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 23:05

Talyessin hat geschrieben:Der preussische General aus dem Großpreussischen ersten Weltkrieg bekommt wegen selbigen nicht nur Haftverschonung sondern Freispruch.


Wo ist der Nachweiß darüber, das Preußen interveniert hat? Oder geht es nur darum, das Ludendorff selbst Preuße war?

Freilich hat die bayrische Justiz dort versagt. Grund - dazu unten.


Die Begründung ist äußerst flach, weiteres unten.

Claud hat geschrieben:Was ist mit dem Republikschutzgesetz? Im Norden wurden massenhaft Urteile gefällt, im Süden passierte nix, 1923 wurde es in Bayern sogar außer kraft gesetzt.


Die Begründung ist äußerst flach, weiteres unten.

Ja, und ich weis auch, wer dem Freistaat Preussens die Freiheit nahm. von Papen - und auch wenn historisch Westfalen nicht zu Preussen gehörte, nach der Machterfreifung durch Bismarck 1866 eben schon. Ergo, ein Preusse selbst hat Preussen geschwächt.


Und das soll nun genau wie die Hauptschuld Preußens nachweisen? Blutschuld, oder wie? Wollen wir nun das erste Reichskabinett oder die Gründungsgremien der NSDAP nach Geburtsort durchgehen?

Dank der preussischen Reichsregierung! Nicht zu vergessen ist nämlich, das diese die rechten Freikorps nach München schickte um den Versuch von Herrn Eisner niederzuschlagen. Nur gabs dann ein Problem. Die guten Herren Frontkämpfer wurden alle nicht mehr abgeholt. Warum auch, in München konnten die bei weitem nicht so viel Schaden anrichten wie in Berlin. Ab diesen Zeitpunkt wurde die vormals liberalste Stadt Deutschlands ein Hort der braunen Idotie.


Eisner wurde offensichtlich von einer Münchner Organisation ermordet und die Räterepublik, derwegen die Freikorps geschickt wurden, entstand erst nach seinem Tod. Und Hitler und andere bedeutsame Vertreter der NSDAP waren schon weit vorher da. Die DAP wurde vor der Räterepublik und den Freikorps gegründet.

Wenn man kein Geld hat, da baut man nicht auf einem Flusssand, da, wie du schon geschrieben hast, der Boden die Architektur erheblich verteuern wird.


aha. Eine Fläche, die aber all die genannten Vorteile mitbieten kann, die der Schlossneubau mit sich bringt, kannst du nicht anbieten?
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 23:13

Talyessin hat geschrieben:
Siehe unten. Trotzdem wirst du aus meiner Tastatur keineswegs die Mitschuld bestreiten lassen, aber ohne Hindie wäre Adolf das geblieben, was er war. Ein Arbeitsloser rumproletisierender Kranker.


Du kannst da im Nachhinein gerne palavern, schuld waren praktisch alle Teile Deutschlands. Was mich aber stört, ist die bezichtigung Preußens und der Hohenzollern, sie seien hauptschuldig und deshalb sei die geschichtliche Tilgung Preußens Recht. Als Bayer ist so eine Behauptung schlichtweg ungerechtfertigt.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 23:16

Claud hat geschrieben:
Wo ist der Nachweiß darüber, das Preußen interveniert hat? Oder geht es nur darum, das Ludendorff selbst Preuße war?


Weil er Preusse war.

Claud hat geschrieben:
Die Begründung ist äußerst flach, weiteres unten.


Ist sie nicht. Genau drüber informieren.

Claud hat geschrieben:
Die Begründung ist äußerst flach, weiteres unten.


dto.

Claud hat geschrieben:Und das soll nun genau wie die Hauptschuld Preußens nachweisen? Blutschuld, oder wie? Wollen wir nun das erste Reichskabinett oder die Gründungsgremien der NSDAP nach Geburtsort durchgehen?


Wieso Blutschuld. Die Schuld am Untergang des Freistaates hatten halt nicht die depperten bayrischen NSDAPler sondern ein Preuss himself.

Claud hat geschrieben:Eisner wurde offensichtlich von einer Münchner Organisation ermordet und die Räterepublik, derwegen die Freikorps geschickt wurden, entstand erst nach seinem Tod. Und Hitler und andere bedeutsame Vertreter der NSDAP waren schon weit vorher da. Die DAP wurde vor der Räterepublik und den Freikorps gegründet.


Entschuldige das ich mich gerade amüsieren muss, aber du bezeichnest einen Zeitraum von 5 Monaten als weit vorher? Naja egal. Erst im Dunstkreis der Zruckgelassen Frontsoldaten konnte aus diesem Spinnerverein überhaupt etwas werden. Dies ist übrgens nicht von mir, oder meine Theorie sondern von Herrn Joachim Fest - und der ist nunmal Berliner.

Ausserdem, um den Bogen halbwegs zurück zum Thema zu schaffen, sprach ich eindeutig von der Zeit davor. Also VOR 1918. Ich weis nicht, warum um Herrgotts Willen die Bevölkerung ein Schloss wieder aufbauen soll ( mit Geld, bauen tuns ja die Bauarbeiter ) einer Dynastie, die von Demokratie und Mitbestimmung soviel Achtung hatte wie vorm Schmutz unter den Fingernägeln.

Claud hat geschrieben:aha. Eine Fläche, die aber all die genannten Vorteile mitbieten kann, die der Schlossneubau mit sich bringt, kannst du nicht anbieten?


Welche Vorteile denn?
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » So 15. Aug 2010, 23:17

Claud hat geschrieben:
Du kannst da im Nachhinein gerne palavern, schuld waren praktisch alle Teile Deutschlands. Was mich aber stört, ist die bezichtigung Preußens und der Hohenzollern, sie seien hauptschuldig und deshalb sei die geschichtliche Tilgung Preußens Recht. Als Bayer ist so eine Behauptung schlichtweg ungerechtfertigt.


Nein, ist sie nicht. Überlege mal - die Zeit nach 1918 ausgenommen, wieviele Angriffskriege von Bayern ausgingen und wie viele von Preussen. Auf welcher Saat sind denn die Antisemitischen Widerwertigkeiten entstanden? Ich kann dir das gerne mal posten.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 23:31

Talyessin hat geschrieben:Weil er Preusse war.


Als Preuße unterlag er der Bayerischen Gerichtsbarkeit, die frei handelte und sich für einen Freispruch entschied.




Wieso Blutschuld. Die Schuld am Untergang des Freistaates hatten halt nicht die depperten bayrischen NSDAPler sondern ein Preuss himself.


Bitte? Die in Bayern beheimatete und größtenteils von Bayern geführte NSDAP soll deshalb nicht schuld sein, weil ihnen ein geborener Preuße nicht Einhalt geboten hat, als er es Jahre nach ihrer Gründung hätte tun sollen?

Entschuldige das ich mich gerade amüsieren muss, aber du bezeichnest einen Zeitraum von 5 Monaten als weit vorher?


Du kannst dich gerne amüsieren, die Freikorps waren dennoch nicht da. Die Freiköprs wurden später geshcickt, die DAP gründete sich vorher, Hitler fand vorher seine Heimat in Bayern und auch Eisner wurde vorher umgebracht, nämlich von einen Österreicher, welcher in einer Müncher Organisation seine Heimat fand.

Naja egal. Erst im Dunstkreis der Zruckgelassen Frontsoldaten konnte aus diesem Spinnerverein überhaupt etwas werden.


Der Soldaten der Bayerischen Armee?


Dies ist übrgens nicht von mir, oder meine Theorie sondern von Herrn Joachim Fest - und der ist nunmal Berliner.


Du zuckst nun nen großen Namen hervor und ich soll mich dadurch beeindruckt fühlen, oder wie? Deine Darlegungen sind nichtmal ansatzweise stimmig oder überzeugend und werden es auch nicht deshalb, nur weil du jetzt Fest heranziehst. die historischen Fakten sind da, sie schmecken dir nur nicht.

Ausserdem, um den Bogen halbwegs zurück zum Thema zu schaffen, sprach ich eindeutig von der Zeit davor. Also VOR 1918. Ich weis nicht, warum um Herrgotts Willen die Bevölkerung ein Schloss wieder aufbauen soll ( mit Geld, bauen tuns ja die Bauarbeiter ) einer Dynastie, die von Demokratie und Mitbestimmung soviel Achtung hatte wie vorm Schmutz unter den Fingernägeln.


Wir redeten bereits über die Historie und irgendwie schaffen es die Bevölkerungen auf der Welt immer wieder, an irgendwelchen Gebäuden zu hängen oder sie für bedeutsam zu erachten, obwohl sie aus einer Epoche stammen, wo die Verhältnisse noch andere waren.

Welche Vorteile denn?


:rolleyes:

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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 15. Aug 2010, 23:44

Talyessin hat geschrieben:Nein, ist sie nicht. Überlege mal - die Zeit nach 1918 ausgenommen, wieviele Angriffskriege von Bayern ausgingen und wie viele von Preussen.


Was ist das für ein Argument?

Preußen spielte in einer Größenordnung mit Frankreich und Österreich und existierte zu einer Zeit, wo territoriale Erweiterung über Kriegsführung nicht unnormal war. Auch war Preußen im europäischen Vergleich harmlos, wenn auch wehrhaft. Preußen hat seine geschichtliche Identität und Schreibung deshalb verloren, weil das dritte Reich seinen Krieg verlor. Mal ganz davon abgesehen, das Preußen ab 1918 ganz bewusst in Deutschland aufging.


Auf welcher Saat sind denn die Antisemitischen Widerwertigkeiten entstanden? Ich kann dir das gerne mal posten.


Jetzt bin ich ja mal gespannt, wie weit man das Spiel die Zeittafel nach hinten treiben kann.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » Mo 16. Aug 2010, 08:41

Claud hat geschrieben:Als Preuße unterlag er der Bayerischen Gerichtsbarkeit, die frei handelte und sich für einen Freispruch entschied.


Könnt zwar noch erwähnen, das der Richter Franke war, aber gut.

Claud hat geschrieben:Bitte? Die in Bayern beheimatete und größtenteils von Bayern geführte NSDAP soll deshalb nicht schuld sein, weil ihnen ein geborener Preuße nicht Einhalt geboten hat, als er es Jahre nach ihrer Gründung hätte tun sollen?


Der Preussenschlag war keine Notwendigket. Das weis jeder.

Claud hat geschrieben:Du kannst dich gerne amüsieren, die Freikorps waren dennoch nicht da. Die Freiköprs wurden später geshcickt, die DAP gründete sich vorher, Hitler fand vorher seine Heimat in Bayern und auch Eisner wurde vorher umgebracht, nämlich von einen Österreicher, welcher in einer Müncher Organisation seine Heimat fand.


s.u.

Claud hat geschrieben:Der Soldaten der Bayerischen Armee?


Den Freikorps und den Restbeständen der im "Felde unbesiegten"

Claud hat geschrieben:Du zuckst nun nen großen Namen hervor und ich soll mich dadurch beeindruckt fühlen, oder wie? Deine Darlegungen sind nichtmal ansatzweise stimmig oder überzeugend und werden es auch nicht deshalb, nur weil du jetzt Fest heranziehst. die historischen Fakten sind da, sie schmecken dir nur nicht.


Die Fakten sind da - nur bist du nicht bereit sie anzunehmen.
Fest kommt gleich, vorerst nur zu deiner DAP/NSDAP ist eine bayrische Erfindung. Die DAP wurde in München auf Drängen von Dr. Tafel gegründet, welcher selbiger Mitglied im Alldeutschen Verein war - und woher der AdV kommt, muss ich dir wohl nicht erzählen. Das selbige gilt für die Thule-Gesellschaft ( der Tafel auch angehörig war ) - richtig, gegründet in München von einem aus Hoyaswerda.

Da du weist, das ich es aus CR Gründen nicht darf und erhrlicherweise wirklich keine Lust verspüre hier knapp 25 Seiten Jochen Fest abzuschreiben nur der Verweis auf die Seiten 129 - 186. Denn unser guter Joachim ist ein wirklich guter Historiker und es geht hier schlichtweg um den Kontext.



Claud hat geschrieben:Wir redeten bereits über die Historie und irgendwie schaffen es die Bevölkerungen auf der Welt immer wieder, an irgendwelchen Gebäuden zu hängen oder sie für bedeutsam zu erachten, obwohl sie aus einer Epoche stammen, wo die Verhältnisse noch andere waren.


Ich würd ja verstehen, wenn das Gebäude noch steht - selbst als Ruine. Aber das tut es ja nicht, es muss ja neu gebaut werden.

Claud hat geschrieben: :rolleyes:

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Glatt was vergessen. Also es zählt Platz und Anbindung. Historisch streiten wir uns ja und vom Städtebau gesehen ist Berlin eh eine Katastrophe, wobei ich dann gewillt bin eher ein klassisches Gebäude zu akzeptieren als nochmal und nochmal solch hässlichen Glaspaläste.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » Mo 16. Aug 2010, 09:02

Claud hat geschrieben:Was ist das für ein Argument?

Preußen spielte in einer Größenordnung mit Frankreich und Österreich und existierte zu einer Zeit, wo territoriale Erweiterung über Kriegsführung nicht unnormal war. Auch war Preußen im europäischen Vergleich harmlos, wenn auch wehrhaft. Preußen hat seine geschichtliche Identität und Schreibung deshalb verloren, weil das dritte Reich seinen Krieg verlor. Mal ganz davon abgesehen, das Preußen ab 1918 ganz bewusst in Deutschland aufging.


Wäre Preussen in Deutschland aufgegangen, so hätte es nicht mehr existiert - als zu großer Bundesstaat. Der Entwicklung zwischen 1919 und 1932 sei Dank, das der Bundestaat Preussen duch Berlin, dar Ruhrgebiet und die Kohlreviere in Schlesien eine´zahlenmässsige Überlegenheit der demokratischen Parteien brachte, die die Wählerschichten aus dem "alten" Preussen in Sach hielt.

Übrigens, Preussen spielt erst NACH der territorialen Kriegserweiterung im Großmachtspiel mit. Und ein auf Krieg bassierendes Staatsunternehmen Hohenzollern war zum Scheitern verurteilt.

Um meine Frage an dich zu beantworten:

Bayern: 1 mal ( zur Zeit von Maximilian im dreissig Jährigen Krieg )
Preussen: 8 mal ( nur die Kriege zwischen Friedrich II bis 1870 )

Claud hat geschrieben:Jetzt bin ich ja mal gespannt, wie weit man das Spiel die Zeittafel nach hinten treiben kann.


Ach, gar nicht so weit, 1814:

Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt und in diese Staaten hinein, und darum will ich nicht, daß sie auf eine engebührliche Weise in Deutschland vermehrt werde. Ich will es aber auch deswegen nicht, weil sie ein durchaus fremdes Volk sind und weil ich den germanischen Stamm so sehr als möglich von von fremdartigen Bestandteilen rei zu erhalten wünsche.


Ernst Moritz Arndt
weitere Info http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Mori ... litarismus

Und weist du warum Bayern nach 1500 Jahren immer noch existiert, während sich Preussen unrümlich aus der Geschichte verabschiedet hat ist nunmal das Wagnis der militärischen Expansionen.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Dampflok94 » Mo 16. Aug 2010, 09:37

Claud hat geschrieben: Allerdings muss man auch sagen, dass ein modern gehaltener Bau wohl kaum dort hinpassen würde ....

Warum nicht? Das käme doch wohl auf den Bau an. Viele Städte haben ein Sammelsurium von Bauten verschiedener Epochen. Aus heutiger Sicht, ist dann das alles einfach nur "alt". Und wird in einer Schublade abgelegt. Aber schon immer wurde in Städten manch altes ersetzt und durch neues abgelöst. Nicht immer zur Freude der Zeitgenossen. Manch Gebäude, welches heute in jedem Reiseführer unter Sehenswürdigkeit genannt wird, war zum Zeitpunkt seiner Entstehung umstritten.
Warum also kein Neubau in Berlins Mitte?
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » Mo 16. Aug 2010, 13:31

Talyessin hat geschrieben:Der Preussenschlag war keine Notwendigket. Das weis jeder.


Es ging mir nicht gerade um den Preußenschlag, sondern die Schuldabwälzung auf Preußen, weil angeblich Preußen nicht reagiert haben, als sie es hätten tun sollen. Dies hinter jenem Hintergrund, das Bayern vorher Jahrelang nix unternommen hat, um die Republik zu schützen, ist blanker Hohn. Und damit stand Bayern, neben Württemberg, sehr einmalig in der Weimarer Republik da.

Den Freikorps und den Restbeständen der im "Felde unbesiegten"


Die gab es überall und überall hat man sich ihnen auch entgegengestellt, wenn man sie nicht benötigte. Preußen hatte ebenso rechte Freikorps und seine rechten Seilschaften, ging dagegen aber im Rahmen des Republikschutzgesetztes vor, woran die Bayern nichtmal ansatzweise Interesse hatten. Die Rechten Freikorps, welche in Bayern vorzufinden waren, waren größtenteils auch bayerische. Rudolf Kanzler war es, der die bayerische Bürgerwehren und Freikorps aufbaute und dabei 300.000 Mann aufbieten konnte. Dagegen war der Freikorp Lützow, welche nach Eisner in Bayern einmarschierten, mit ihren 1.500 Mann ein Witz.

Die Fakten sind da - nur bist du nicht bereit sie anzunehmen.
Fest kommt gleich, vorerst nur zu deiner DAP/NSDAP ist eine bayrische Erfindung. Die DAP wurde in München auf Drängen von Dr. Tafel gegründet, welcher selbiger Mitglied im Alldeutschen Verein war - und woher der AdV kommt, muss ich dir wohl nicht erzählen. Das selbige gilt für die Thule-Gesellschaft ( der Tafel auch angehörig war ) - richtig, gegründet in München von einem aus Hoyaswerda.



Die DAP wurde von Drexler, Harrer, Feder und Eckart gegründet, welche alle Bayern waren. Dr. Paul Tafel war ebenfalls Bayer und die Thule Gesellschaft war nicht ohne Grund in Bayern beheimatet, da sie dort das entsprechende Fundament vorfinden konnte, welches benötigt wurde.

...

Glatt was vergessen. Also es zählt Platz und Anbindung. Historisch streiten wir uns ja und vom Städtebau gesehen ist Berlin eh eine Katastrophe, wobei ich dann gewillt bin eher ein klassisches Gebäude zu akzeptieren als nochmal und nochmal solch hässlichen Glaspaläste.


Wie großmütig von dir :rolleyes:
Zuletzt geändert von Claud am Mo 16. Aug 2010, 13:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » Mo 16. Aug 2010, 14:04

Talyessin hat geschrieben:Wäre Preussen in Deutschland aufgegangen, so hätte es nicht mehr existiert - als zu großer Bundesstaat. Der Entwicklung zwischen 1919 und 1932 sei Dank, das der Bundestaat Preussen duch Berlin, dar Ruhrgebiet und die Kohlreviere in Schlesien eine´zahlenmässsige Überlegenheit der demokratischen Parteien brachte, die die Wählerschichten aus dem "alten" Preussen in Sach hielt.


Nach der Machtübernahme durch Ebert war der Weg klar, die Republik sollte her und Preußen sollte ein föderaler und demokratisch geprägter Bestandteil in ihr sein.

Übrigens, Preussen spielt erst NACH der territorialen Kriegserweiterung im Großmachtspiel mit. Und ein auf Krieg bassierendes Staatsunternehmen Hohenzollern war zum Scheitern verurteilt.


Offensichtlich nicht, sonst wäre es nie bis zum Freistaat Preußen gekommen.

Um meine Frage an dich zu beantworten:

Bayern: 1 mal ( zur Zeit von Maximilian im dreissig Jährigen Krieg )
Preussen: 8 mal ( nur die Kriege zwischen Friedrich II bis 1870 )


Nun erkläre mir bitte mal, inwiefern es etwas damit zu tun haben soll, dass die Hohenzollern an der Vernichtung Berlins im Rahmen des 2 WKs schuldig sein sollen und die Hauptschuld am 2WK tragen? Das Preußen kein Chorknabe war, habe ich nie behauptet.

Ach, gar nicht so weit, 1814:




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weitere Info http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Mori ... litarismus


Ja ne, is klar. Judenhass und Antisemitismus sind eine Sache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat und in vielen Regionen Europas vorkam.



Und weist du warum Bayern nach 1500 Jahren immer noch existiert, während sich Preussen unrümlich aus der Geschichte verabschiedet hat ist nunmal das Wagnis der militärischen Expansionen.


Nicht Preußen hat den 2 Weltkrieg angefangen und deiner Argumentation folgend wäre es nur richtig gewesen, wenn alle bedeutsamen Großreiche von der Landkarte getilgt worden wären.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » Mo 16. Aug 2010, 14:07

Dampflok94 hat geschrieben:Warum nicht? Das käme doch wohl auf den Bau an. Viele Städte haben ein Sammelsurium von Bauten verschiedener Epochen. Aus heutiger Sicht, ist dann das alles einfach nur "alt". Und wird in einer Schublade abgelegt. Aber schon immer wurde in Städten manch altes ersetzt und durch neues abgelöst. Nicht immer zur Freude der Zeitgenossen. Manch Gebäude, welches heute in jedem Reiseführer unter Sehenswürdigkeit genannt wird, war zum Zeitpunkt seiner Entstehung umstritten.
Warum also kein Neubau in Berlins Mitte?


Das ist natürlich nur meine eigene Meinung.

die Idee, altes und neues zu verbinden, halte ich für diesen Ort richtig. Ich bin kein Schloßfreund, sehe aber lieber neben Berliner Dom, Staatsratsgebäude ein eher älter gestaltetes Gebäude, als das, was man als modern bezeichnet. Dafür sehe ich genug Platz am Alexanderplatz.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Talyessin » Mo 16. Aug 2010, 14:55

Claud hat geschrieben:Nach der Machtübernahme durch Ebert war der Weg klar, die Republik sollte her und Preußen sollte ein föderaler und demokratisch geprägter Bestandteil in ihr sein.


Ja, bis zum Preussenschlag.

Claud hat geschrieben:Offensichtlich nicht, sonst wäre es nie bis zum Freistaat Preußen gekommen.


Und, der heute wo existiert?

Claud hat geschrieben:Nun erkläre mir bitte mal, inwiefern es etwas damit zu tun haben soll, dass die Hohenzollern an der Vernichtung Berlins im Rahmen des 2 WKs schuldig sein sollen und die Hauptschuld am 2WK tragen? Das Preußen kein Chorknabe war, habe ich nie behauptet.


Diese Kriegstreiberpolitik war unter anderen ein großer Grund der wackligen Republik und ein wichitger Bestandter der Hitler Diktatur. Dazu noch der WK I. Hängt nunmal alles zusammen, ob es dir schmecken mag oder auch nicht.

Claud hat geschrieben:Ja ne, is klar. Judenhass und Antisemitismus sind eine Sache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat und in vielen Regionen Europas vorkam.


Der reaktionäre nationalistische Antisemitismus ist eine Erfindung mancher Bewohner Preussens.

Claud hat geschrieben:Nicht Preußen hat den 2 Weltkrieg angefangen und deiner Argumentation folgend wäre es nur richtig gewesen, wenn alle bedeutsamen Großreiche von der Landkarte getilgt worden wären.


Hats ja fast alle zerbröselt. Die einzigen, die noch ein wenig der Grande Nation anhängen sind die Franzosen.
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Antonius » Mo 16. Aug 2010, 22:48

Claud hat geschrieben:die Idee, altes und neues zu verbinden, halte ich für diesen Ort richtig. Ich bin kein Schloßfreund, sehe aber lieber neben Berliner Dom, Staatsratsgebäude ein eher älter gestaltetes Gebäude, als das, was man als modern bezeichnet. Dafür sehe ich genug Platz am Alexanderplatz.
Ich plädiere für den Wiederaufbau des Palastes der Republik.
http://www.pdr.kultur-netz.de :)
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon jack000 » Mo 16. Aug 2010, 22:54

Antonius » Mo 16. Aug 2010, 23:48 hat geschrieben:Ich plädiere für den Wiederaufbau des Palastes der Republik.
http://www.pdr.kultur-netz.de :)

Was auch immer dort entstehen wird, der PDR wird es nicht sein. Aber hier kannst du es dir anschauen : viewtopic.php?p=983741#p983741
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » So 29. Aug 2010, 14:51

Auch in anlehnung an den Strang "Sind die Städte noch zu retten ?" kann man sich ja mal jene Fotos von einem Model anschauen, wo die ehemalige Altstadt um das Schloss rekonstruiert wurde.

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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon jack000 » Fr 3. Sep 2010, 19:57

Claud » So 29. Aug 2010, 15:51 hat geschrieben:Auch in anlehnung an den Strang "Sind die Städte noch zu retten ?" kann man sich ja mal jene Fotos von einem Model anschauen, wo die ehemalige Altstadt um das Schloss rekonstruiert wurde.

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Vielen Dank, dieses Modell hatte ich auch schonmal gefunden aber ich wusste nicht mehr wo. :thumbup:
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon Claud » Fr 3. Sep 2010, 20:06

jack » Fr 3. Sep 2010, 20:57 hat geschrieben:
Vielen Dank, dieses Modell hatte ich auch schonmal gefunden aber ich wusste nicht mehr wo. :thumbup:


Dieses Modell steht in einem Infocenter des Förderverein Berliner Schloss, die Fotos sind jedoch von einem Architekturforum "ausgeliehen".
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon frems » So 5. Sep 2010, 16:21

Talyessin » Mo 16. Aug 2010, 15:55 hat geschrieben:Hats ja fast alle zerbröselt. Die einzigen, die noch ein wenig der Grande Nation anhängen sind die Franzosen.

Mensch, Tally, fällt Dir nichts anderes ein, als immer nur vom bösen Preußen und tollen, starken Bayern zu reden? :s

Frankreich ist viel zu verschieden, als von "einer" Nation gesprochen werden kann. Dagegen sind die deutschsprachigen Gebiete von Nordschleswig bis Südtirol noch heute gerade zu homogen, ob es dir schmecken mag oder auch nicht. Preußen verschwand dadurch von der Bildfläche, daß es in Deutschland aufging und Teile Preußens, die nun (wieder) slawisch (und zum Teil baltisch) sind, nicht Teil der Bundesrepublik sind, was aber auch nicht dramatisch ist. Preußen ist somit weiterhin präsent. Selbst in den heute polnischen Gebieten wird auf preußische Tugenden noch großen wert gelegt, wovon sich manch Deutscher eine ordentliche Scheibe abschneiden könnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9F ... _Gegenwart

Auch unterm Kaiser war das Deutsche Reich, "Deutschland" ist ein vergleichsweise neuer Begriff, nicht einmal ein Bundesstaat, sondern ein Staatenbund. Deshalb gab's auch keinen, wie von einen nationalliberalen Kräften gewünscht, Kaiser der Deutschen oder Kaiser von Deutschland, sondern nur den Deutschen Kaiser. Die Gleichschaltung in Deutschland kam in den 30ern durch die Nationalsozialisten, die überwiegend aus südlichen Ländereien kamen.

[...]Letzteres hätte dagegen Konflikte mit Österreich-Ungarn heraufbeschworen, das zwar nach seiner Niederlage gegen Preußen im Jahr 1866 aus dem Deutschen Bund ausgeschieden war, sich mit seinen österreichischen Landesteilen aber immer noch Deutschland zugehörig fühlte. Otto von Bismarck drängte König Wilhelm daher zur Annahme des Kompromiss-Titels des Deutschen Kaisers.

Und die reaktionären, nationalistischen Antisemiten waren ein positives Beispiel für Menschenwürde und Gottesfurcht bei religiöser Toleranz, während man in Bayern noch vergifteten Brunnen die Rede war und progressive Protestanten mit Mistgabeln gejagt wurden. Von einer "Erfindung" kann nicht die Rede sei. Der Antisemitismus ist keine preußische Erfindung, oh man. :D Die Geschichte braucht halt ihre Sündenböcke, nicht? Die preußische Kriegstreiberpolitik, wie Du sie nennst, war nicht Auslöser des Ersten Weltkrieges - und auch nicht des Zweiten. Daß ich hier als republikanischer Hanseat auch noch die Preußen verteidigen muß, meine Güte ...
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Re: Grünes Licht für das Berliner Stadtschloss

Beitragvon jack000 » Fr 10. Sep 2010, 20:08

Dampflok94 » Mo 16. Aug 2010, 10:37 hat geschrieben:Aber schon immer wurde in Städten manch altes ersetzt und durch neues abgelöst. Nicht immer zur Freude der Zeitgenossen. Manch Gebäude, welches heute in jedem Reiseführer unter Sehenswürdigkeit genannt wird, war zum Zeitpunkt seiner Entstehung umstritten.


Ja, der Eifelturm z.B. Wobei Paris auch ohne den Eifelturm eine der berühmtesten Weltstädte wäre.
Allerdings ist die Nachkriegsarchitektur in Deutschland niemals dafür geschaffen eine lange Zeit zu überdauern. Es ist eine Zwischenphase die nun abläuft und neu gefüllt werden muss (Sei es mit Altem oder Neuem).
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)

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