Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

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Watchful_Eye
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Watchful_Eye » Mo 6. Aug 2018, 01:47

Ich sehe hier Potential für eine entsprechende Mission des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Leider steht die UNHCR finanziell schon länger auf ziemlich wackligen Füßen. Meines Erachtens sollte Deutschland/Europa hier wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen. Hilfe vor Ort dürfte umfassender und billiger sein, und wie man schon in Syrien gesehen hat, fällt eine halbherzige Versorgung von Flüchtlingen auf kurz oder lang ohnehin auf die europäischen Staaten zurück.

Julian hat geschrieben:(05 Aug 2018, 12:49)
Was soll man sagen? Afrika ist eben ein hoffnungsloser Fall.
Mit Afrika geht es, insgesamt betrachtet, seit Jahrzehnten bergauf :) . Auf uns, die ein noch viel höheres Niveau gewohnt sind, mögen die Fortschritte unbefriedigend wirken. Aber es gibt keinerlei Anlass dazu, in Bezug auf Afrika den Kopf in den Sand zu stecken.

Die Kindersterblichkeit ist z.B. im heutigen Afrika niedriger als im Europa der 50er Jahre:
https://twitter.com/DinaPomeranz/status ... 1721397249
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Polibu » Mo 6. Aug 2018, 07:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Aug 2018, 11:51)

Also sollen wir die Menschen einfach verrecken lassen? Oder warten, bis es ein paar dann vllt. doch nach Libyen und übers Mittelmeer schaffen, ehe wir dann endlich unserem ach so großartigen Humanismus frönen können?


Schick die große Anzahl an Fakeflüchtlingen aus den letzten Jahren zurück und wir können wirklich hilfsbedürftige Menschen aufnehmen.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Quatschki » Mo 6. Aug 2018, 07:50

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(06 Aug 2018, 01:55)

Aus westlicher Arroganz und Ueberheblichkeit argumentiert stimmt das.

Schau dir doch die Demographie Osteuropas und Ostdeutschlands an.
In dem Moment, als 1990/91 die wirtschaftliche Ertragslage wegbrach, haben die Leute sofort weniger Kinder gezeugt. Heute haben die geschrumpften Generationen dieser Jahrgänge beste Zukunftsoptionen. Wenn es da heute noch 50 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene zusätzlich gäbe, hätte die Wirtschaft dieser Länder nochmal doppelt so schnell wachsen müssen, um denen allen eine Perspektive zu geben.
Regeln tut es sich sich so oder so.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Julian » Mo 6. Aug 2018, 09:31

Watchful_Eye hat geschrieben:(06 Aug 2018, 02:47)

Mit Afrika geht es, insgesamt betrachtet, seit Jahrzehnten bergauf :) . Auf uns, die ein noch viel höheres Niveau gewohnt sind, mögen die Fortschritte unbefriedigend wirken. Aber es gibt keinerlei Anlass dazu, in Bezug auf Afrika den Kopf in den Sand zu stecken.

Die Kindersterblichkeit ist z.B. im heutigen Afrika niedriger als im Europa der 50er Jahre:
https://twitter.com/DinaPomeranz/status ... 1721397249


Ich glaube durchaus, dass sich Afrika prinzipiell gut entwickeln kann und dass es sich tatsächlich jetzt schon teilweise in großen Schritten entwickelt. Allerdings ist Entwicklung auch immer mit Verwerfungen verbunden. Davon wird es in den nächsten Jahrzehnten in Afrika viel geben aufgrund des youth bulge.

Ja, die Kindersterblichkeit geht dank westlicher Medizin zurück, was das Bevölkerungswachstum allerdings weiter anheizt. Der etwas größere, aber für viele als nicht ausreichend empfundene Wohlstand könnte dazu führen, dass zig Millionen sich auf nach Europa machen.

Im übrigen bedeutet eine relative Verminderung der Probleme keine absolute. Ist es ein Erfolg, wenn statt 2% von 200 Mio. nur noch 1% von 800 Mio. von Hunger betroffen sind?

Europas Möglichkeiten sind begrenzt, und werden relativ gesehen immer begrenzter. Wie viele junge Männer hat den Europa zu bieten, wie viele Afrika? Da entsteht ein großes Missverhältnis, und Europäer werden nicht geneigt sein, ihre einzigen Söhne in aufgrund der Demographie nicht zu gewinnenden Kämpfen zu verheizen.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 6. Aug 2018, 10:57

Quatschki hat geschrieben:(06 Aug 2018, 08:50)

Schau dir doch die Demographie Osteuropas und Ostdeutschlands an.
In dem Moment, als 1990/91 die wirtschaftliche Ertragslage wegbrach, haben die Leute sofort weniger Kinder gezeugt. Heute haben die geschrumpften Generationen dieser Jahrgänge beste Zukunftsoptionen. Wenn es da heute noch 50 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene zusätzlich gäbe, hätte die Wirtschaft dieser Länder nochmal doppelt so schnell wachsen müssen, um denen allen eine Perspektive zu geben.
Regeln tut es sich sich so oder so.
Entweder mit Einsicht und Vernunft oder durch Krieg, Terror, Armut und Not.


Du gibst dir selbst die Antwort.

Mit steigendem Wohlstand geht die Geburtenrate zurueck. Je aermer die Menschen um so mehr Kinder. Einerseits als Arbeitskraefte anderseits als Altersversorgung.

Man kann das den Betroffenen nicht veruebeln. In unseren Gesellschaften war es ja auch so.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 6. Aug 2018, 14:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Aug 2018, 21:01)

Danke für den Zuspruch auch @Bleibtreu! Meine Frage nach den Flüchtlingsheimen war völlig ernst gemeint, weil ich hoffe, dass viele der äthiopischen Flüchtlinge den Weg nach Deutschland finden, weil das neben den Syrern aktuell wohl die größte akut gefährdete Gruppe ist, die unsere Hilfe dringend brauchen.


Ist dass eine Lösung?
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Polibu » Mo 6. Aug 2018, 14:58

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Aug 2018, 21:01)

Danke für den Zuspruch auch @Bleibtreu! Meine Frage nach den Flüchtlingsheimen war völlig ernst gemeint, weil ich hoffe, dass viele der äthiopischen Flüchtlinge den Weg nach Deutschland finden, weil das neben den Syrern aktuell wohl die größte akut gefährdete Gruppe ist, die unsere Hilfe dringend brauchen.


Wenn der aktuelle äthiopische Präsident so toll ist, dann sollte doch nichts dagegen sprechen das Land finanziell und mit Rat zu unterstützen, so dass sich die Lage dort verbessern kann. Dafür brauchen wir keine Äthiopier nach Deutschland holen.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon ThorsHamar » Mo 6. Aug 2018, 15:36

JJazzGold hat geschrieben:(05 Aug 2018, 12:28)


Nein.
Solche Forderungen sind selbstverständlich a Schmarn. Wenn wir den Weg gehen, landen wir alle bei Soylent Green.

Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein war, habe ich begrüßt, als es vor ein paar Jahren äthiopische Kaffeebauern vor einem Gericht in den USA gelang, gegen die Dumping Knebelverträge von Starbucks erfolgreich zu klagen und einen akzeptablen Preis für, übrigen den besten Kaffee der Welt ;) , auszuhandeln.


Die sehr berechtigte Anpassung der Kaffee-Preise ändert NICHTS am rassistischen Hass der Äthiopier untereinander!
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon unity in diversity » Di 7. Aug 2018, 02:51

Watchful_Eye hat geschrieben:(06 Aug 2018, 02:47)

Ich sehe hier Potential für eine entsprechende Mission des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Leider steht die UNHCR finanziell schon länger auf ziemlich wackligen Füßen. Meines Erachtens sollte Deutschland/Europa hier wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen. Hilfe vor Ort dürfte umfassender und billiger sein, und wie man schon in Syrien gesehen hat, fällt eine halbherzige Versorgung von Flüchtlingen auf kurz oder lang ohnehin auf die europäischen Staaten zurück.

Mit Afrika geht es, insgesamt betrachtet, seit Jahrzehnten bergauf :) . Auf uns, die ein noch viel höheres Niveau gewohnt sind, mögen die Fortschritte unbefriedigend wirken. Aber es gibt keinerlei Anlass dazu, in Bezug auf Afrika den Kopf in den Sand zu stecken.

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https://twitter.com/DinaPomeranz/status ... 1721397249

Diese Einschätzung hört man häufig.
Um so mehr stellt sich die Frage, warum 2014 der Startschuß für die umfassendste Umsiedlungsaktion aller Zeiten gegeben wurde?
Ein Todesmarsch durch die Sahara und über das Mittelmeer.
Wem nützt das?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Watchful_Eye » Di 7. Aug 2018, 03:13

unity in diversity hat geschrieben:(07 Aug 2018, 03:51)
Um so mehr stellt sich die Frage, warum 2014 der Startschuß für die umfassendste Umsiedlungsaktion aller Zeiten gegeben wurde?
Ein Todesmarsch durch die Sahara und über das Mittelmeer.
Wem nützt das?

Meiner Einschätzung nach hängt das ironischerweise damit zusammen, dass Teile Afrikas eben nicht mehr ganz so arm sind. Man braucht zumindest ein bisschen Guthaben, um sich eine Reise in den Westen (Schlepper etc.) leisten zu können. Teilweise könnte auch eine Rolle spielen, dass viele Afrikaner jetzt Zugang zu Smartphones besitzen und daher sehen, wie gut es der westlichen Welt geht.

Dennoch - bevor ich missverstanden werde - bin ich sicher, dass wirtschaftliche Gründe nicht den Hauptgrund für die Flucht darstellen, insbesondere nicht im hier besprochenen Fall Äthiopien.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon unity in diversity » Di 7. Aug 2018, 03:26

Watchful_Eye hat geschrieben:(07 Aug 2018, 04:13)

Meiner Einschätzung nach hängt das ironischerweise damit zusammen, dass Teile Afrikas eben nicht mehr ganz so arm sind. Man braucht zumindest ein bisschen Guthaben, um sich eine Reise in den Westen (Schlepper etc.) leisten zu können. Teilweise könnte auch eine Rolle spielen, dass viele Afrikaner jetzt Zugang zu Smartphones besitzen und daher sehen, wie gut es der westlichen Welt geht.

Dennoch - bevor ich missverstanden werde - bin ich sicher, dass wirtschaftliche Gründe nicht den Hauptgrund für die Flucht darstellen, insbesondere nicht im hier besprochenen Fall Äthiopien.

Dort sind es Verteilungskämpfe um knapper werdende Ressourcen, die man nicht woanders hin verlagern sollte.
Man muß den Wohlstand vor Ort verbessern, zum Beispiel mit Geburtenkontrolle.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Quatschki » Di 7. Aug 2018, 07:55

Watchful_Eye hat geschrieben:(07 Aug 2018, 04:13)

Meiner Einschätzung nach hängt das ironischerweise damit zusammen, dass Teile Afrikas eben nicht mehr ganz so arm sind. Man braucht zumindest ein bisschen Guthaben, um sich eine Reise in den Westen (Schlepper etc.) leisten zu können. Teilweise könnte auch eine Rolle spielen, dass viele Afrikaner jetzt Zugang zu Smartphones besitzen und daher sehen, wie gut es der westlichen Welt geht.

Vor allem nehmen sie ein Angebot wahr, dass ihnen von Ländern wie Deutschland gemacht wird.
Das Asylrecht, wie wir es in Deutschland haben, ist ein Angebot, dass sich selbst seine Nachfrage generiert, so lange wie es in der jetzigen Form bestehen bleibt.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Boracay » Di 7. Aug 2018, 08:03

Watchful_Eye hat geschrieben:(07 Aug 2018, 04:13)

Dennoch - bevor ich missverstanden werde - bin ich sicher, dass wirtschaftliche Gründe nicht den Hauptgrund für die Flucht darstellen, insbesondere nicht im hier besprochenen Fall Äthiopien.


Ja - es sind wirtschaftliche Gründe. Der Hauptgrund ist steigender Wohlstand. Immer mehr Menschen können sich die sehr teure Flucht leisten. Früher sind die Leute an Hunger verreckt, heute haben sie zumindest genug Geld für die Flucht. Natürlich sind die wirtschaftlichen Perspektiven in Afrika noch immer sehr bescheiden, aber es geht nun mal nicht mehr um Hunger und Not, sondern um ein Leben wie in Europa.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon unity in diversity » Di 7. Aug 2018, 09:08

Verteilungskämpfe werden weltweit zunehmen.
Um dem humanitären Anspruch gerecht zu werden, muß man in diesen Fällen mindestens einer Kriegspartei den Opferstatus zubilligen. Bevor diese in ernsthafte Kämpfe verwickelt werden, muß man sie mit Großraumfliegern nach Europa rausholen.
Das würde auch die Kriegshetzer glaubwürdiger dastehen lassen.
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Re: Fast eine Million Äthiopier auf der Flucht!

Beitragvon Polibu » Di 7. Aug 2018, 12:55

Watchful_Eye hat geschrieben:(07 Aug 2018, 04:13)

Meiner Einschätzung nach hängt das ironischerweise damit zusammen, dass Teile Afrikas eben nicht mehr ganz so arm sind. Man braucht zumindest ein bisschen Guthaben, um sich eine Reise in den Westen (Schlepper etc.) leisten zu können. Teilweise könnte auch eine Rolle spielen, dass viele Afrikaner jetzt Zugang zu Smartphones besitzen und daher sehen, wie gut es der westlichen Welt geht.

Dennoch - bevor ich missverstanden werde - bin ich sicher, dass wirtschaftliche Gründe nicht den Hauptgrund für die Flucht darstellen, insbesondere nicht im hier besprochenen Fall Äthiopien.


Bei meinem Aufenthalt in Afrika wurde ich von mehreren Afrikanern nach dem Leben in Europa ausgefragt. Die hatten alle die Vorstellung, dass besonders Deutschland das reinste Paradies wäre. Ich war nicht in einer Stadt, sondern da, was wir als "Busch" bezeichnen würden. Den Afrikanern ging es definitiv nicht schlecht. Die haben halt einfach gelebt, aber sie hatten keine existenziellen Nöte. Aber durch das Smartphone und dem Internet sehen sie natürlich wie wir leben. Die wollen das auch. Das ist durchaus verständlich, aber definitiv kein Asylgrund.

In den 80ern war das glaube ich, dass wir im TV manchmal Bilder gesehen haben von fast verhungerten Kindern. Aus Somalia zum Beispiel. Da gab es eine große Hungersnot und viele sind verhungert. Solche Menschen würde ich von Herzen gerne aufnehmen. Damals hat das aber keine Sau gejuckt. Die hat man da einfach verrecken lassen. Und auch heutzutage würden sich solche Menschen die Flucht gar nicht leisten können. Es kommen die Falschen nach Deutschland. Ausser jetzt die Leute aus den Kriegsgebieten. Von denen rede ich nicht.

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