Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

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Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Provokateur » Mo 14. Aug 2017, 13:48

Uganda ist das flüchtlingsfreundlichste Land der Welt. Außerdem nimmt es pro Jahr weltweit die meisten Flüchtlinge auf.

Die Grenzen bleiben stets geöffnet. Im Jahr 2016 hat kein anderes Land mehr Geflüchtete aufgenommen als das kleine Uganda, das ziemlich genau in der Mitte Afrikas liegt.

Der Weg der Flüchtlinge führt nach der Ankunft in einem Erstaufnahmelager schon nach einigen Tagen zum eigenen Grundstück. 30 mal 30 Meter weist die Regierung jeder Familie zu. Der Fleck Erde darf mit einem Wohnhaus und einer Latrine bebaut werden. Die Botschaft: Ihr seid willkommen, und ihr dürft bleiben. Wenn ihr wollt, für immer.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/uganda-fluechtlinge-erhalten-land-und-bleiberecht-a-1153730.html

Was können wir aus diesem Beispiel lernen?

Könnten wir Neonazis und Grundrechtskritiker zur Flucht nach Uganda animieren? Dort würden sie unterkommen, kein Problem.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Tom Bombadil
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 14. Aug 2017, 14:35

Uganda hatte ich auch schonmal angesprochen, der thread ist dann leider in Blödeleien geendet. Ich finde es bemerkenswert, was dieses arme Land mit Pragmatismus zu leisten im Stande ist.
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jack000
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon jack000 » Mo 14. Aug 2017, 17:04

Provokateur hat geschrieben:(14 Aug 2017, 14:48)

Uganda ist das flüchtlingsfreundlichste Land der Welt. Außerdem nimmt es pro Jahr weltweit die meisten Flüchtlinge auf.



http://www.spiegel.de/politik/ausland/uganda-fluechtlinge-erhalten-land-und-bleiberecht-a-1153730.html

Was können wir aus diesem Beispiel lernen?

Könnten wir Neonazis und Grundrechtskritiker zur Flucht nach Uganda animieren? Dort würden sie unterkommen, kein Problem.

Aus meiner Sicht hinkt der Vergleich, denn die Voraussetzungen sind doch recht unterschiedlich.

Platz ist vorhanden, weil Ugander hier nicht so gern siedeln.

Sie bekommen also eine Fläche zugewiesen und sonst nix. Der Rest muss selbst erarbeitet werden, bzw. kommt aus der Flüchtlingshilfe.

Ein weiterer Grund, der die Aufnahme von Gaba und inzwischen fast einer Million südsudanesischer Kriegsflüchtlinge erleichtert, ist die oft gemeinsame Kultur.

Integrationskurse sind nicht notwendig, die Spielregeln sind bekannt und werden befolgt.

Ugandas Regierung betreibt ihre offene Flüchtlingspolitik allerdings nicht aus reiner Selbstlosigkeit. Für den unterentwickelten Nordwesten ist die internationale Hilfe sehr einträglich. Hunderte Kilometer neue Straßen im Niemandsland haben Bulldozer der Hilfsorganisationen freigeschoben. Wo vorher steiniger, dorniger Busch war, sind jetzt neue Ortschaften.

Uganda profitiert also davon.

Aus Camps werden Dörfer. Und weil die Versorgung mit Essen und Wasser, mit Medizin und Impfstoffen von internationalen Organisationen geleistet wird, kommt eine Menge Geld ins Land. Rund 40 Hilfsorganisationen sind bislang beim Office of the Prime Minister registriert, mit Tausenden Mitarbeitern, die meisten lokale, ugandische Kräfte. Sie müssen wohnen, brauchen Büros, Lastwagen, Autos mit Fahrern.

Märkte, Unterkünfte, Restaurants schießen aus dem Boden, viele Hunderttausend Euro Investment, ermöglicht durch den unstillbaren Bedarf von einer Million Menschen ohne Hab und Gut - und durch die tägliche Arbeit und den Handel, den die geflüchteten Südsudanesen treiben.

Außerdem, so erzählt es ein Helfer hinter vorgehaltener Hand, greift die Regierung in Kampala bei jedem Projekt tief in die Taschen der Hilfsorganisationen. Ein Viertel des von seiner Organisation veranschlagten Budgets für Entwicklungshilfe fließe in die Staatskasse Ugandas.

So kommen sehr schnell etliche Millionen Euro zusammen - und davon landet wiederum viel zu viel auf privaten Konten korrupter Eliten.

Selbstlose Menschlichkeit und Hilfe sieht anders aus.

Doch ein Mitarbeiter einer lokalen Hilfsorganisation bemängelt: Im Nordosten versorgt noch immer das Welternährungsprogramm der Uno die Menschen mit Essen. "Tansania und Kenia haben für Dürrezeiten große Getreidespeicher angelegt, sie sorgen vor. Hier in Uganda geschieht: nichts." Hunger und Not in Uganda, das sei ein politisches Problem, sagt der Mann, der seinen Namen nicht in einem Artikel lesen will.

Solche anonyme Kritik wischt man leichter vom Tisch, wenn man sich als aufnahmebereitestes Land der Welt bezeichnen kann. Und für Machthaber Yoweri Museveni bietet sich zudem die Möglichkeit, mit dem Finger auf den kaltherzigen Westen zu zeigen.

Diese "Großzügigkeit" scheint also nur ein Vorwand zu sein.

Generell ist ja bei dem Thema alles i.O. so wie es läuft aber mit Deutschland nicht vergleichbar. Ein "Jeder darf kommen und für immer bleiben" hätte in Deutschland ganz andere Auswirkungen.
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"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
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Adam Smith
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Adam Smith » Mo 14. Aug 2017, 17:18

Provokateur hat geschrieben:(14 Aug 2017, 14:48)

Was können wir aus diesem Beispiel lernen?


Dass die Arbeitsteilung Voraussetzung für den Wohlstand ist. Damit fängt auch das Buch "Der Wohlstand der Nationen an". Das wird hier mit Füßen getreten.

Rund 26 Mio. Menschen benötigen laut der Hilfsorganisation Care in den ostafrikanischen Ländern Südsudan, Somalia, Kenia, Uganda und Äthiopien akute Nothilfe. Die Region wird von einer verheerenden Dürre heimgesucht. Die UNO warnt vor einem Massensterben.


http://www.tt.com/panorama/gesellschaft ... 4hrdet.csp

Heute, kein Jahr danach, ist Gaba Kleinunternehmerin und besitzt 900 Quadratmeter Land. Sie verkauft selbst frittierte Snacks an einem kleinen Stand, hat zwei eigene Häuschen, und ihre größte Sorge im Moment lautet: "Wo kriege ich nur Seife her?"


http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 53730.html

Und es gibt auch ein Bild zu einem der Häuser. Und woher bekommt sie nur ihre Seife? Tja. Seife wird es wohl nicht geben.
Zuletzt geändert von Adam Smith am Mo 14. Aug 2017, 17:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Ger9374 » Mo 14. Aug 2017, 17:19

Bei uns schlagen mehr Wirtschaftsflüchtlinge auf, dort mehr Kriegsflüchtlinge.
Bei uns wird ein besseres Leben gesucht, dort
Entflieht man Krieg und Verfolgung!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon watisdatdenn? » Di 15. Aug 2017, 16:32

Provokateur hat geschrieben:(14 Aug 2017, 14:48)
Könnten wir Neonazis und Grundrechtskritiker zur Flucht nach Uganda animieren? Dort würden sie unterkommen, kein Problem.

Warum können wir keine Pakistanis hinschicken? Dort würden sie deutlich mehr Mehrwert schaffen, als hier.
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Olympus » Di 15. Aug 2017, 16:39

watisdatdenn? hat geschrieben:(15 Aug 2017, 17:32)

Warum können wir keine Pakistanis hinschicken? Dort würden sie deutlich mehr Mehrwert schaffen, als hier.

Nazis aber mehr. Zum Frustrationsabbau der dortigen Bevölkerung.
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 16. Aug 2017, 11:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Aug 2017, 15:35)

Uganda hatte ich auch schonmal angesprochen, der thread ist dann leider in Blödeleien geendet. Ich finde es bemerkenswert, was dieses arme Land mit Pragmatismus zu leisten im Stande ist.



Ja und hier im teutonischen nebelgrauen Jammertal , da prophezeien ja einige Schreihälse bereits seit vielen Jahren den blutigen Ansturm mohamedanischer Horden und verkünden den Untergang des ach so heilig oder( scheinheilig) geliebten jüdisch -christlichen, abendländischen Vaterlandes. :D
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Re: Deutsche Flüchtlinge nach Uganda?

Beitragvon schelm » Mi 16. Aug 2017, 14:28

Provokateur hat geschrieben:(14 Aug 2017, 14:48)

Uganda ist das flüchtlingsfreundlichste Land der Welt. Außerdem nimmt es pro Jahr weltweit die meisten Flüchtlinge auf.



http://www.spiegel.de/politik/ausland/uganda-fluechtlinge-erhalten-land-und-bleiberecht-a-1153730.html

Was können wir aus diesem Beispiel lernen?

Könnten wir Neonazis und Grundrechtskritiker zur Flucht nach Uganda animieren? Dort würden sie unterkommen, kein Problem.

Natürlich nachmachen. Jeder Familie in den Großstädten ein Grundstück von 30x30m zuweisen, eine Hütte bauen und eine Latrine einrichten lassen, was sonst ? :?:
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.

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