Somalia - mit welcher Grundlage?

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Katenberg
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Katenberg » Fr 16. Jun 2017, 08:15

Adam Smith hat geschrieben:(16 Jun 2017, 08:30)

Ich würde in Bezug auf Somalia gar nichts machen. Irgendwann werden die einsehen, dass ihnen Allah nur Krieg und Leid bringt.


Da sie ihre Siedler herschicken, tangiert uns dieses Land leider.
Je freier die Nation, desto sozialer ist sie
Denn jeder Unterdrücker will die Menschen nur vor sich selbst schützen
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Adam Smith
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Fr 16. Jun 2017, 08:23

Katenberg hat geschrieben:(16 Jun 2017, 09:15)

Da sie ihre Siedler herschicken, tangiert uns dieses Land leider.

Und die sind dann wiederum der Auffassung, dass der Islam hilfreich ist. Obwohl ja Somalia das genaue Gegenteil beweist.
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Adam Smith
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Di 20. Jun 2017, 13:01

20. Juni 2017, 13:40
Islamistische Shabaab-Miliz bekannte sich zu der Tat

Mogadischu – Bei einem Anschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind am Dienstag mindestens neun Menschen getötet worden. Der Anschlag richtete sich gegen ein Amtsgebäude, wie ein Sprecher der Sicherheitsbehörden mitteilte. Etwa neun Menschen seien getötet und mehr als doppelt so viele weitere Menschen verletzt worden.


http://derstandard.at/2000059524538/Min ... u-getoetet

Die Anschläge werden verübt zur Errichtung eines islamischen Gottesstaates. Alle Anschläge weltweit dienen diesem Zweck.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » So 13. Aug 2017, 21:30

Erst jetzt wurde offiziell bekannt, dass Somalia seit mehr als drei Wochen vom Internet abgeschnitten war. Große Teile des afrikanischen Landes werden von nur einem Unterseekabel versorgt. Wie der somalische Kommunikationsminister Abdi Anshuur bekannt gab, hatte ein Schiff von über drei Wochen das Unterseekabel gekappt. Man geht von einem Unfall aus.

Jetzt wurde der Schaden repariert und Somalia ist wieder online. Anshuur geht davon aus, dass durch den Internetausfall ein Schaden von zehn Millionen US-Dollar pro Tag entstanden sei. Somalia gilt als eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Firmen klagen über entgangenen Einnahmen in Millionenhöhe, Universitäten konnten Forschungen nicht weiterführen.


https://futurezone.at/digital-life/soma ... 75.780.058

Nach über drei Wochen ist in Somalia der Zugang zum Internet wieder möglich. Das Zentrum, der Süden und die Hauptstadt Mogadishu des krisen- und kriegsgebeutelten 12-Millionen-Einwohner-Landes waren vom Ausfall betroffen. Ein Handelsschiff hatte bei einem Unfall ein wichtiges Unterseekabel zerstört, erklärten die Internetprovicder.

Das Blackout verursachte Schätzungen zufolge etwa einen täglichen Schaden von 10 Millionen Dollar (ca. 8,5 Mio. Euro) in der ohnehin schwer angeschlagenen Wirtschaft des ostafrikanischen Landes. Es erschwerte auch die Hilfsleistungen für Millionen Menschen, die derzeit von einer Hungersnot betroffen sind.


https://kurier.at/chronik/weltchronik/s ... 75.772.580

Deutschland drei Wochen ohne eine Internetverbindung ins Ausland und das Land wäre lahmgelegt. Wobei ich annehme, dass die Situation für Somalia noch dramatischer ist, weil sich vermutlich fast alle Server im Ausland befinden. Wegen der Gewalt.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon H2O » So 13. Aug 2017, 22:02

Adam Smith hat geschrieben:(13 Aug 2017, 22:30)

https://futurezone.at/digital-life/soma ... 75.780.058



https://kurier.at/chronik/weltchronik/s ... 75.772.580

Deutschland drei Wochen ohne eine Internetverbindung ins Ausland und das Land wäre lahmgelegt. Wobei ich annehme, dass die Situation für Somalia noch dramatischer ist, weil sich vermutlich fast alle Server im Ausland befinden. Wegen der Gewalt.


Unser Leben wird durch die neuzeitliche Nachrichtentechnik sicher unterhaltsamer, und viele unserer gewohnten Tätigkeiten hängen nun einmal am Internet.

Den Somalier Hassan Normalverbraucher dürften selbst Monate ohne Internet und Mobilfunk kaum aus dem Tritt bringen. Der bestellt seine Äcker und versorgt sein Vieh, wenn Räuberbanden das nicht verhindern.Vermutlich leben weite Landstriche auch ohne elektrischen Strom.

Und nun müßte man einmal unsere durchorganisierte deutsche Lebensweise daneben halten. Daran darf man gar nicht denken... sonst läuft es mir jedenfalls kalt den Rücken herunter!
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Nomen Nescio » So 13. Aug 2017, 22:32

Adam Smith hat geschrieben:(13 Aug 2017, 22:30)

Deutschland drei Wochen ohne eine Internetverbindung ins Ausland und das Land wäre lahmgelegt. Wobei ich annehme, dass die Situation für Somalia noch dramatischer ist, weil sich vermutlich fast alle Server im Ausland befinden. Wegen der Gewalt.

vor 2 oder 3 jahre hatte ich mehr als 1 woche kein internet. aber auch kein telefon. mein modem war kaputt. und mein handy war auch kaputt.

ich kann nicht sagen daß ich verrückt wurde. ich vermißte es, aber mehr noch das telephon.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » So 13. Aug 2017, 22:34

Nomen Nescio hat geschrieben:(13 Aug 2017, 23:32)

vor 2 oder 3 jahre hatte ich mehr als 1 woche kein internet. aber auch kein telefon. mein modem war kaputt. und mein handy war auch kaputt.

ich kann nicht sagen daß ich verrückt wurde. ich vermißte es, aber mehr noch das telephon.

Natürlich wird man aus dem Grund nicht verrückt. Nur würden dann einige Unternehmen in Deutschland Probleme bekommen, wenn die Verbindung zum Ausland weg wäre.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Do 17. Aug 2017, 16:55

Da es sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen Somalia und Jemen gibt mal wieder ein Beitrag aus Jemen:

Rund 10.000 Zivilisten wurden bislang getötet, über 40.000 verwundet, Hunger und Seuchen breiten sich aus. Die UN verzeichneten in den vergangenen drei Monaten 1.900 Cholera-Tote und eine halbe Million mutmaßlich Infizierte. 60 Prozent der Jemeniten wissen nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit oder sauberes Trinkwasser herbekommen sollen, zwei Millionen Kinder sind unterernährt. Die UN sprechen vom "weltweit schlimmsten Ausbruch der Cholera inmitten der weltweit schlimmsten humanitären Krise" – Superlative, die zutreffen und doch verhallen, weil es von diesem Elend so wenig Bilder gibt. Das saudische Militär, das den Luftraum über dem Jemen kontrolliert, verhindert immer wieder, dass die UN und andere Hilfsorganisationen bei ihren humanitären Flügen Journalisten mit ins Land nehmen. Es ist ein Krieg, der in Worten beschrieben und erklärt werden muss.

Wie aus einem Volksaufstand ein saudisch-iranischer Stellvertreterkrieg wurde

Die Geschichte dieses Konflikts beginnt nicht mit Luftangriffen und Artilleriefeuer, sondern mit einer Demonstration der Gewaltfreiheit.


Und hier gibt es sogar Ähnlichkeiten zu Syrien. Am Anfang ging es friedlich zu und alle hätten gelacht, wenn sie gehört hätten, dass es einen Krieg geben wird. Und nun gibt es da einen Krieg.

Die Geschichte dieses Konflikts beginnt nicht mit Luftangriffen und Artilleriefeuer, sondern mit einer Demonstration der Gewaltfreiheit. Tawakkul Karman heißt die jemenitische Journalistin, die 2011 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde für ihren jahrelangen Kampf um Menschenrechte und die Gleichberechtigung der Frau – und für ihren Einsatz an der Spitze des Jemenitischen Frühlings. Abertausende Menschen harrten damals mehrere Monate in der Hauptstadt Sanaa in Protestcamps gegen den Diktator Ali Abdullah Saleh aus. Wie in Syrien hatten sich die unterschiedlichsten Gruppen vereint – Anhänger der sunnitischen Muslimbrüder, zu denen auch Karman gehört, liberale Intellektuelle aus den Städten, schiitische Huthis aus dem Norden, Studenten, Armeeangehörige, Stammesführer. Wie Präsident Baschar al-Assad in Syrien ließ auch Saleh schießen und foltern. Wie in Syrien militarisierte sich ein Teil der Protestbewegung.


http://www.zeit.de/2017/34/jemen-krieg- ... rack-obama

Und auch hier wird immer viel gebetet. Das ist sehr wichtig.

"Wir beten zu Gott, dass er uns Frieden in unsere geliebte Heimat bringen möge. Und ich bete, dass diese Länder die Kulturgüter in Ruhe lassen. Denn sie sind nicht nur Schätze des Jemen, sondern Schätze der gesamten Menschheit!"


http://www.deutschlandfunkkultur.de/jem ... _id=381073
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Aug 2017, 15:15

In Somalia droht eine Hungersnot. Liegt das am Kath? Mit Sicherheit.

27/08/2017
In Somalia droht eine Hungersnot. Davor warnt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Betroffen seien bis zu 7 Millionen Menschen – gut die Hälfte der Bevölkerung.

Es seien massive Anstrengungen nötig, um eine Hungersnot abzuwenden, heißt es.

Seit zwei Jahren herrscht in dem Land eine schwere Dürre. Wasser ist nicht nur selten sondern für viele Menschen auch zu teuer.

Die Ernte fiel auf in diesem Jahr schlecht aus, die Viehbestände gingen deutlich zurück.

Die Situation hat bereits Hunderttausende in die Flucht getrieben, so das Flüchtlingshilfswerk der UN.


http://de.euronews.com/2017/08/27/in-so ... hungersnot
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mo 28. Aug 2017, 17:44

Und hier der einer der Gründe weshalb es in Somalia bald wieder eine Hungersnot geben wird. Was für den Jemen (Wassermangel, Cholera, Hunger usw.) gilt auch für Somalia.

90 Prozent des Wasserverbrauchs im Jemen ist auf die Landwirtschaft zurückzuführen, und davon wiederum die Hälfte auf den Anbau von Kath; dies führt zunehmend zur Verschärfung des Problems der Wasserknappheit in dem niederschlagsarmen Land. Der Anbau von Kath ist auch dafür verantwortlich zu machen, dass der Jemen inzwischen den Großteil seiner Nahrungsmittel importieren muss, da sich der Anbau von Getreide für die Landwirte im Vergleich zu Kath nicht lohnt: Der Anbau und Verkauf von Kath bringt mindestens den zehnfachen Ertrag von Getreide ein.
Der Jemen hat die weltweit höchste Rate an Mund-, Speiseröhren- und Zungenkrebs, wofür im Wesentlichen der unkontrollierte und unsachgemäßige Einsatz von Pestiziden durch die Kath-Bauern verantwortlich ist.


http://ernaehrungsdenkwerkstatt.de/erna ... /khat.html
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mi 13. Sep 2017, 18:09


12.09.2017

Eine Katastrophe, die nicht schicksalhaft wie ein Naturereignis über das Land hereinbrach, sondern die allein von Menschen gemacht wurde.

Doch die Welt ignoriert sie. Dabei sind schon die nackten Zahlen erschreckend:
◾Fast 18 der 27 Millionen Jemeniten hängen von humanitärer Hilfe ab. Mehr als sieben Millionen Menschen sind akut von einer Hungersnot bedroht.
◾Mehr als drei Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.
◾14,5 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte aller Bürger, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge ist die schlimmste Choleraepidemie, die es je gegeben hat. Rund 600.000 Menschen sind seit April dieses Jahres im Jemen an Cholera erkrankt, mindestens 2000 Jemeniten sind bislang an den Folgen der Krankheit gestorben.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 65255.html

Über die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Das ist übrigens schon seit dem Jahr 2011 der Fall.

Er arbeitet an religiös inspirierten Handlungsanweisungen, die in einem Buch unters gläubige Volk gebracht werden sollen. »Wasser ist Gottes Segen«, lautet ein zentraler Satz, es dürfe nicht verschwendet und nicht verschmutzt werden. Jeder müsse einen fairen Anteil am Allgemeingut Wasser haben. »So steht es im Koran«, sagt Jörn Heise.


17. Februar 2011 /
Kat kostet Geld und ruiniert ganze Familien. Der Anbau von Kat verbraucht sehr viel Wasser. Der Grundwasserpegel ist in manchen Gegenden des Jemen dramatisch gesunken, schon sitzen ganze Städte und Dörfer auf dem Trockenen. Die Hauptstadt Sanaa muss heute bereits durch zahllose Tanklastwagen aus der Umgebung beliefert werden. Internationale Organisationen schlagen Alarm wegen des wachsenden Wasserproblems. Wird bald der ganze Jemen – ein Land von 23 Millionen Menschen – an Dürre und Durst leiden?


Wird bald der ganze Jemen – ein Land von 23 Millionen Menschen – an Dürre und Durst leiden?


http://www.zeit.de/2011/08/Jemen-Drogenhandel

Und manche finden das noch lustig.

Früher wurde in Jemen mal Kaffee angebaut.

Doch könnte ihr Einfluss auf die Geschicke der Region nicht unterschiedlicher sein. Der eine Strauch diente einst dem Ruhm des Landes, der andere trug zum Niedergang bei. Kaffee und Kat: die berühmten Drogen des Jemen.

Obwohl der Jemen als Ursprungsland des Kaffees gilt, bekommt man in den Restaurants und Coffeeshops Nescafé serviert, wenn man nach Kaffee fragt. Das Aufputschmittel Kat hat längst den Kaffee ersetzt.

Nirgendwo sonst ist der Niedergang des Kaffees so dramatisch sichtbar wie in Mokka, der Hafenstadt am Roten Meer, kurz vor der Einfahrt in den Golf von Aden. Von dort trat das braune Genussmittel seinen Siegeszug um die Welt an, von dort bekam es seinen Namen. Das, was bei uns als Mokka bekannt ist, wurde im 16. Jahrhundert zur Hauptexportware des Jemen.


https://www.welt.de/welt_print/article1 ... affee.html
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » So 15. Okt 2017, 12:43

In Somalia gab es einen Anschlag mit 90 Toten. Täter unbekannt. In Somalia leben 99,999% Sunniten. Weihnachten und alle anderen unislamischen Feste sind verboten. Das reicht aber bei weitem noch nicht aus.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » So 15. Okt 2017, 15:38

Nun sind es sogar schon 231 Tote.

15. Oktober 2017, 15:46 Uhr /

231 Tote wurden nach dem Anschlag vom Samstag geborgen. Die Opferzahl könnte noch steigen. Der somalische Präsident macht die Al-Shabaab-Miliz verantwortlich.


http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... abaab-tote

Damit gehört der Anschlag zu einem der schlimmsten Anschläge in der Geschichte der Menschheit. Und nur damit die Menschen 5 mal am Tag beten müssen.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Nov 2017, 19:49

Und hier mal wieder das Nachbarland mit ähnlichen Problemen.

Im Jemen drohe die „größte Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat“, warnte der UN-Nothilfekoordinator Marc Lowcok. In dem arabischen Land, in dem ein blutiger Krieg und eine verheerende Cholera-Epidemie wüten, könnten bald die letzten Lebensmittelvorräte zur Neige gehen.

Die UN warnen, dass Millionen von Kindern und deren Familien sterben könnten, wenn die von Saudi-Arabien angeführte militärische Allianz ihre im November angelaufene systematische Blockade der Flug- und Seehäfen nicht komplett aufhebt. Die Saudis werfen den Rebellen im Jemen vor, mit Hilfslieferungen auch Waffen zu schmuggeln.


http://www.augsburger-allgemeine.de/pol ... 75076.html

Saudi-Arabien reagiert und lockert die Blockade.

Saudi-Arabien will Jemen-Blockade lockern

Die Blockade von Hilfslieferungen in den Westjemen könnte bald enden. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition sagte zu, dass der Flughafen der Hauptstadt Sanaa wieder angeflogen werden darf. Für viele Menschen dürfte dies überlebenswichtig sein.


https://www.n-tv.de/politik/Saudi-Arabi ... 46630.html
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Boraiel » Mi 22. Nov 2017, 20:58

Katenberg hat geschrieben:(14 Mar 2017, 12:43)

Die ehemalige italienische Kolonie Somalia steht heute allgemein in Verbindung mit Terror, Islam und Piraterie. Das Land am Horn von Afrika hat nach einem einstigen afrikanischen Sonderweg hin zur Nation einen dramatischen Absturz erlebt und versinkt in Missständen und Ruinen besserer Zeiten.
Aufgrund der verschiedenen Probleme, die dadurch auch die restliche Welt betreffen ist Somalia ins internationale Visier geraten. Will man dieses Land stabilisieren stellt sich jedoch die Frage, wie und auf welcher Grundlage dies geschehen soll.
Das Land ist ein failed state, hat jedoch gar nicht das Problem, dass keine ausführende Gewalt vorhanden wäre, viel mehr sind es zu viele parallel handelnde "Staaten" auf einem Gebiet. Antworten finden sich vor Ort in der Clan-Struktur, wie auch im Islam.
Neben einer solchen Struktur, die Demokratie nach unserem Verständnis unmöglich macht und der Hinwendung zu faschistoiden Ideologie ist das Problem, dass laut WHO ca. 1/3 der Bevölkerung geisteskrank ist (Quelle https://www.nzz.ch/a-n-ket-ten-geleg-t- ... 1.12541751)

Die Grundlage für Somalia ist denkbar schlecht, steht das Land auch zu sehr in der Konkurrenz mit internationalen Fischereiflotten und verkommt vermehrt zu einer internationalen Müllkippe.

Meines Erachtens gäbe es durchaus Mittel und Wege dieses Land in den Griff zu bekommen, fragt sich nur, welche Mittel man bereit ist einzusetzen und welche Zielsetzung man verfolgt. An sich muss sich das Land aus sich selbst heraus entwickeln, die Zwischenschritte, die dabei von Nöten sein könnten, können wir nicht zulassen, wenn wir das Gebot der Menschlichkeit, dass sich aus unserer Zivilisation heraus ergibt ernst meinen möchten.

Vorschlag: Materielle Hilfe, sofern sie geleistet wird, sollte für das Land langsam aber sicher eingestellt werden. Gleichzeitig sollte eine ethnisch gemischte Gruppe junger, somalischer Männer in den Westen, vorzugsweise die USA, geholt und speziell auf die Führung ihres Landes in der Zukunft vorbereitet werden.
Was haltet ihr von diesem Vorschlag? Könnte sowas in 5-10 Jahren anfangen Früchte zu tragen? :?:
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Nov 2017, 21:02

Boraiel hat geschrieben:(22 Nov 2017, 20:58)

Vorschlag: Materielle Hilfe, sofern sie geleistet wird, sollte für das Land langsam aber sicher eingestellt werden. Gleichzeitig sollte eine ethnisch gemischte Gruppe junger, somalischer Männer in den Westen, vorzugsweise die USA, geholt und speziell auf die Führung ihres Landes in der Zukunft vorbereitet werden.
Was haltet ihr von diesem Vorschlag? Könnte sowas in 5-10 Jahren anfangen Früchte zu tragen? :?:

In China trägt so etwas Früchte. Die Chinesen machen ja so etwas. Nur müssen dafür gewisse Voraussetzungen vorliegen damit das funktioniert.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Brainiac » Mi 22. Nov 2017, 21:59

Boraiel hat geschrieben:(22 Nov 2017, 20:58)

Vorschlag: Materielle Hilfe, sofern sie geleistet wird, sollte für das Land langsam aber sicher eingestellt werden.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Humanit%C3%A4re_Hilfe

Davon kann man sich nicht einfach verabschieden, das wäre unmenschlich. Dass die humanitäre Hilfe nichts substanziell verbessert, ist nicht relevant.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Boraiel » Mi 22. Nov 2017, 22:43

Brainiac hat geschrieben:(22 Nov 2017, 21:59)

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Humanit%C3%A4re_Hilfe

Davon kann man sich nicht einfach verabschieden, das wäre unmenschlich. Dass die humanitäre Hilfe nichts substanziell verbessert, ist nicht relevant.

Doch natürlich kann man. Man muss die Menschen dort zur Eigentverantwortlich erziehen. Die Somalis müssen so mit einander klar kommen, dass sie ihr eigenes Überleben gewährleisten können. Wenn Sie den Dorgenanbau statt Lebensmittelproduktion für eine gute Idee halten, dann müssen Sie den Preis dafür zahlen. Und wenn das der Tod ist, dann soll es halt so sein. Es geht ja nicht um eine schlechte Ernte, bei der man mal aushelfen kann, sondern um einen jahrelangen Zustand, den nur schmerzhafte Maßnahmen und der Wille der Bevölkerung dazu beenden kann.
Trotzdem kann man das nicht von heute auf morgen machen, sondern muss langsam die Lieferungen immer weiter absenken und schießlich einstellen. Den Plan dazu sollte man vorher ankündigen und genauso dann handeln.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 22. Nov 2017, 22:53

Boraiel hat geschrieben:(22 Nov 2017, 22:43)

Doch natürlich kann man. Man muss die Menschen dort zur Eigentverantwortlich erziehen. Die Somalis müssen so mit einander klar kommen, dass sie ihr eigenes Überleben gewährleisten können. Wenn Sie den Dorgenanbau statt Lebensmittelproduktion für eine gute Idee halten, dann müssen Sie den Preis dafür zahlen. Und wenn das der Tod ist, dann soll es halt so sein. Es geht ja nicht um eine schlechte Ernte, bei der man mal aushelfen kann, sondern um einen jahrelangen Zustand, den nur schmerzhafte Maßnahmen und der Wille der Bevölkerung dazu beenden kann.
Trotzdem kann man das nicht von heute auf morgen machen, sondern muss langsam die Lieferungen immer weiter absenken und schießlich einstellen. Den Plan dazu sollte man vorher ankündigen und genauso dann handeln.


Naja fraglich was dann der mit einkalkulierter Hungertod der Drogenbauern dort in die dem Land positiv verändern sollte????
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Boraiel » Mi 22. Nov 2017, 22:53

Adam Smith hat geschrieben:(22 Nov 2017, 21:02)

In China trägt so etwas Früchte. Die Chinesen machen ja so etwas. Nur müssen dafür gewisse Voraussetzungen vorliegen damit das funktioniert.

Die Chinesen haben ihre zukünftigen Führungskader selber in die USA geschickt, wie die Japaner auch mal nach Europa, die Somali werden das kaum hinkriegen. Stellt sich die Frage, ob wir (der Westen) so gut sind, selber welche auszuwählen und hier speziell auszubilden. :?:
Haben die USA ein Programm in dieser Richtung?
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