Somalia - mit welcher Grundlage?

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Katenberg
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Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Katenberg » Di 14. Mär 2017, 12:43

Die ehemalige italienische Kolonie Somalia steht heute allgemein in Verbindung mit Terror, Islam und Piraterie. Das Land am Horn von Afrika hat nach einem einstigen afrikanischen Sonderweg hin zur Nation einen dramatischen Absturz erlebt und versinkt in Missständen und Ruinen besserer Zeiten.
Aufgrund der verschiedenen Probleme, die dadurch auch die restliche Welt betreffen ist Somalia ins internationale Visier geraten. Will man dieses Land stabilisieren stellt sich jedoch die Frage, wie und auf welcher Grundlage dies geschehen soll.
Das Land ist ein failed state, hat jedoch gar nicht das Problem, dass keine ausführende Gewalt vorhanden wäre, viel mehr sind es zu viele parallel handelnde "Staaten" auf einem Gebiet. Antworten finden sich vor Ort in der Clan-Struktur, wie auch im Islam.
Neben einer solchen Struktur, die Demokratie nach unserem Verständnis unmöglich macht und der Hinwendung zu faschistoiden Ideologie ist das Problem, dass laut WHO ca. 1/3 der Bevölkerung geisteskrank ist (Quelle https://www.nzz.ch/a-n-ket-ten-geleg-t- ... 1.12541751)

Die Grundlage für Somalia ist denkbar schlecht, steht das Land auch zu sehr in der Konkurrenz mit internationalen Fischereiflotten und verkommt vermehrt zu einer internationalen Müllkippe.

Meines Erachtens gäbe es durchaus Mittel und Wege dieses Land in den Griff zu bekommen, fragt sich nur, welche Mittel man bereit ist einzusetzen und welche Zielsetzung man verfolgt. An sich muss sich das Land aus sich selbst heraus entwickeln, die Zwischenschritte, die dabei von Nöten sein könnten, können wir nicht zulassen, wenn wir das Gebot der Menschlichkeit, dass sich aus unserer Zivilisation heraus ergibt ernst meinen möchten.
Je freier die Nation, desto sozialer ist sie
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Adam Smith
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Fr 17. Mär 2017, 16:47

Das Gute ist, dass es hier keine Diskriminierung, keinen Rassismus, keine Übergriffe usw. durch Weiße gibt.

"Viele der Frauen, die wir getroffen haben, leben in Behausungen, die aus Stofffetzen und Plastikplanen bestehen und kein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Wenn man den Zustand absoluter Gesetzlosigkeit im Land und die verheerende Sicherheitslage in den Flüchtlingslagern kennt, überrascht die Häufigkeit sexueller Übergriffe nicht."

Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen 2012 mindestens 1.700 Fälle von Vergewaltigungen in Flüchtlingslagern vor, wobei mindestens 70 Prozent von diesen von bewaffneten Männern in Regierungsuniformen begangen wurden. 30 Prozent der Überlebenden waren unter 18 Jahre alt.


http://www2.amnesty.de/internet/deall.n ... enDocument

Negativ ist, dass es auch hier Flüchtlingslager gibt. Und auch hier gibt es dann Übergriffe auf Flüchtlinge.
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Adam Smith
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Sa 18. Mär 2017, 11:26

In Somalia gibt es zwar keine rassistische Polizei, trotzdem haben die Opfer Probleme.

Die Täter lassen sich Zeit und fürchten keine Verfolgung

Sie würden damit doppelt zu Opfern gemacht – zunächst durch die Gewalt und dann durch die ineffektive Justiz und den Mangel an sozialer und medizinischer Unterstützung. Sexuelle Gewalt werde nicht verfolgt, die Täter könnten damit rechnen, ohne Strafe davonzukommen, wird in dem Bericht beklagt.

„Die Männer haben sich nicht beeilt“, erzählt eine der befragten Frauen, die in einem Lager für Vertriebene vergewaltigt wurde. „Einer von ihnen sagte: Du kannst jedem erzählen, dass wir das getan haben, wir fürchten uns nicht.“


https://www.welt-sichten.org/artikel/20 ... ist-alltag

Ich müsste ihnen dazu etwas über die De-facto-Straffreiheit in diesem gesetzlosen Land erklären. Somalia ist praktisch ein rechtsfreier Raum. Morde an Journalisten werden nicht untersucht, es gibt nicht einmal polizeiliche Ermittlungen. Viele angesehene somalische Journalisten, die das Land noch nicht verlassen haben, müssen sich deshalb selbst um ihre Sicherheit kümmern, während andere in die Nachbarländer Kenia, Dschibuti oder Uganda ins Exil gezwungen wurden. 80 Prozent der ermordeten Journalisten hatten für Rundfunksender in Mogadischu gearbeitet.


http://www.zeit.de/2015/28/somalia-jour ... rde-gefahr
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Quatschki » Sa 18. Mär 2017, 11:47

Katenberg hat geschrieben:(14 Mar 2017, 12:43)
Meines Erachtens gäbe es durchaus Mittel und Wege dieses Land in den Griff zu bekommen, fragt sich nur, welche Mittel man bereit ist einzusetzen und welche Zielsetzung man verfolgt.

Stellt sich die Frage, wer ist "man" und warum und auf welcher Legitimationsbasis sollte "man" das tun?

An sich muss sich das Land aus sich selbst heraus entwickeln

sehr richtig.


die Zwischenschritte, die dabei von Nöten sein könnten, können wir nicht zulassen, wenn wir das Gebot der Menschlichkeit, dass sich aus unserer Zivilisation heraus ergibt ernst meinen möchten.

Ich weiß ja nicht, was dir da vorschwebt.
Aber Menschlichkeitsgedöns ist meines Erachtens purer Selbstbetrug und Kosmetik.
Überall, wo der Westen eingreift, ist das mit Grausamkeit verbunden. Und sei es nur die seelische Grausamkeit zu wissen, dass da permanent irgendwelche mit bloßem Auge unsichtbaren Drohnen am Himmel kreisen, die einen jederzeit von jetzt auf gleich in ein Stück verschmorten Kollateralschaden verwandeln können, ohne dass die Täter jemals zur Rechenschaft gezogen werden.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Sa 18. Mär 2017, 14:35

Somalia ist das klassische Beispiel für einen so genannten failed state, d. h. in Somalia gibt es keine funktionierenden staatlichen Strukturen mehr. Seit 1991 befindet sich das Land im Bürgerkrieg. Bewaffnete Gruppen kämpfen um Land und Einfluss. Kriegsherren und Clans herrschen über weite Teile des Landes. Weit verbreitet sind in Somalia Amputationen von Gliedmaßen als Bestrafung für Ungehorsam gegenüber Milizen oder Personen, die eines Verbrechens verdächtigt werden, ohne dass diese einen fairen Prozess bekämen. Weiterhin kommt es vermehrt zur Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten sowie zu Folterungen, Verstümmelungen und Vergewaltigungen im Zuge des Kriegsgeschehens. Insgesamt gibt es heute bei einer Gesamtbevölkerung von rund neun Millionen Menschen mehr als 1,3 Millionen intern Vertriebene und rund 500.000 somalische Flüchtlinge in den Nachbarländern. Allein zwischen Mai und August 2009 sind 232.000 Menschen aus der Hauptstadt Mogadischu geflohen[5].


http://www.bpb.de/internationales/weltw ... rika?p=all

Strafen werden vor allem dann verhängt, wenn man bei bestimmten Organisationen nicht mitmachen möchte.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Sa 18. Mär 2017, 16:16

In Somalia wird konsequent gegen Straftaten nichts unternommen. Dieses hat dann zur Folge, dass vieles weitere nicht funktioniert, weil ja niemand irgendwie reich durch ehrliche Arbeit werden möchte.

18.03.2017
Die Vereinten Nationen sprechen angesichts der Hungersnot in Somalia von der größten humanitären Krise nach dem Zweiten Weltkrieg. Etwa sechs Millionen Menschen brauchen dringend Lebensmittel. Für Hilfsorganisationen ist das eine besondere Herausforderung.


https://www.tagesschau.de/ausland/somalia-189.html

04.03.2017 - 17:36 Uhr

Die Hungersnot und Dürre in Somalia spitzt sich weiter zu.

Somalias Ministerpräsident gab am Samstag bekannt, dass in den letzten zwei Tagen 110 Menschen verhungert seien. Es ist die erste offizielle Zahl aus Somalia, seit das Land am Dienstag einen Notstand erklärt hat.

Aufgrund der Wasserknappheit ist in Somalia nun auch die Cholera ausgebrochen


http://www.bild.de/news/ausland/somalia ... .bild.html

07.03.2017
Somalia

Zehntausende Kinder vom Hungertod bedroht

Eine schwere Dürre plagt Somalia. Angesichts einer drohenden Hungersnot und einer Cholera-Epidemie ist Uno-Generalsekretär António Guterres nun in das Land im Osten Afrikas gereist.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 37643.html

24. Februar 2017

Wegen unserer Politik kommen Menschen in Afrika elend um

Es geht nun um Zeit und um Geld, und Letzteres ist beschämend. 4,4 Milliarden Dollar brauchen die UN bis März, um wirksam zu helfen. Erst 90 Millionen sind in der Kasse. Und in den USA, bisher ein große Geber der UN, redet Donald Trump davon, künftig weniger zu zahlen.


http://www.sueddeutsche.de/politik/hung ... -1.3392833

Es liegt nicht am Geld, sondern daran, dass es in Somalia keine Einsicht gibt, dass etwas verkehrt läuft.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Sa 18. Mär 2017, 21:53

Ein Bein und ein Arm werden ihm amputiert - weil sich Ismail als 17-Jähriger weigert, Mitglied bei den somalischen Islamisten zu werden. Auch danach lassen die Fanatiker ihn nicht in Frieden. Die Leidensgeschichte des Jungen ist beispielhaft für die Grausamkeit des Bürgerkriegs am Horn von Afrika.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 67188.html

Ein Grund weshalb 1/3 der Bevölkerung laut UNO verrückt ist, könnte auch sein, dass es harte Strafen gibt, wenn man sich nicht an Straftaten beteiligen möchte.

Es ist auch interessant, dass der IS-Chef auf Amputationen eingeht dieses aber nicht auf den Islam selber bezieht, sondern auf Nichtmuslime.

Wo ist die Eifersucht der Herrscher von al-Ǧazīrah gegenüber den freien Frauen, welche jeden Tag in aš-Šām, Irak und sonstigen Gebieten der Muslime vergewaltigt werden?

Wo ist die Rettung der Herrscher von Makkah und Madinah für die Muslime in China und Indien, mit denen die Hindus das unmöglichste jeden Tag machen, von Tötung, Verbrennung, Vergewaltigung, Abtrennung von Gliedmaßen, Ausrauben und Einsperrung?

Wo ist ihre Rettung für sie in Indonesien, Kaukasus, Afrika, Ḫurāsān und überall?


https://justpaste.it/l4lj

Türkische Soldaten wurden übrigens vom IS verbrannt.

Wie kann man nun Somalia retten? Mit überall ist bestimmt auch Somalia gemeint.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Ger9374 » Sa 18. Mär 2017, 22:05

Würde der Westen eingreifen gäbe es doch wieder einen Aufschrei der immer gleichen Heuchler! Tut was aber ohne Waffengewalt, demokratisch, rechtsstaatlich, alles was dann nicht 100% klappt wird dann breitgetreten. Somalia ist Afrika, die Afrikanische Union sollte sich drum kümmern!
Die Afrikaner sind selbst auf ihrem Kontinent entsprechend gefordert.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Mi 22. Mär 2017, 19:00

Ger9374 hat geschrieben:(18 Mar 2017, 22:05)

Würde der Westen eingreifen gäbe es doch wieder einen Aufschrei der immer gleichen Heuchler! Tut was aber ohne Waffengewalt, demokratisch, rechtsstaatlich, alles was dann nicht 100% klappt wird dann breitgetreten. Somalia ist Afrika, die Afrikanische Union sollte sich drum kümmern!
Die Afrikaner sind selbst auf ihrem Kontinent entsprechend gefordert.


Also sollten wir uns da raushalten. Hier noch mal die Fakten:

- 1/3 der Bevölkerung soll laut WHO geisteskrank sein
- Straftaten werden von der Polizei nicht verfolgt
- Im Durchschnitt soll in jedem fünften Haushalt eine Person in Ketten liegen
- Islamisten versuchen einen Gottesstaat zu errichten
- Im Moment sterben in dem Land Menschen an Hunger

Stimmen diese Fakten so? Die Fakten können auch ergänzt werden.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Brainiac » Mi 22. Mär 2017, 20:04

Es geht hier um eine humanitäre Intervention. Also einen (auch militärischen) Eingriff in die Souveränität eines Staates aus humanitären Gründen, ohne dass dieser Staat die Souveränität anderer Staaten verletzt hätte. Dieses Instrument existiert in der UN Charta nicht und ist daher völkerrechtlich umstritten. Das ist das eine Problem.

Das andere und größere Problem besteht darin, sich zu einigen, u.a. im Sicherheitsrat. Und zwar nicht nur anfangs, sondern auch während des Eingriffs, immer wieder, bei allen auftretenden grundsätzlichen Fragen, Problemen und Konflikten.

Ich persönlich würde eine solche Intervention in Somalia für richtig halten, hätten die Vereinten Nationen die Power dazu. Sie haben sie aber nicht. :|
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Mär 2017, 06:29

Weitere Fakten:

- Fast 100% der Bevölkerung sind Muslime (das Land ist religiös homogen)
- Somalia galt mal als ethnisch homogen, tatsächlich soll die Bevölkerung aber nur zu 85% aus Somalis bestehen
- Etwa 98% der Frauen sind beschnitten (vermutlich die höchste Quote der Welt)
- 1/3 der Bevölkerung soll laut WHO geisteskrank sein
- Straftaten werden von der Polizei nicht verfolgt
- Im Durchschnitt soll in jedem fünften Haushalt eine Person in Ketten liegen
- Islamisten versuchen einen Gottesstaat zu errichten
- Im Moment sterben in dem Land Menschen an Hunger

Stimmen diese Fakten so? Die Fakten können auch ergänzt werden.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Mär 2017, 18:46

Weitere Fakten:

- Fast 100% der Bevölkerung sind Muslime (das Land ist religiös homogen)
- Somalia galt mal als ethnisch homogen, tatsächlich soll die Bevölkerung aber nur zu 85% aus Somalis bestehen
- Etwa 98% der Frauen sind beschnitten (vermutlich die höchste Quote der Welt)
- 1/3 der Bevölkerung soll laut WHO geisteskrank sein
- Somalia wird von etwa 6 Clans regiert
- Straftaten werden von der Polizei nicht verfolgt
- Im Durchschnitt soll in jedem fünften Haushalt eine Person in Ketten liegen
- Islamisten versuchen einen Gottesstaat zu errichten
- Im Moment sterben in dem Land Menschen an Hunger

Stimmen diese Fakten so? Die Fakten können auch ergänzt werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Clansystem_der_Somali

Hier die Aktivitäten der Islamisten

30 Tote bei Anschlag in Somalia

Stand: 11.12.2016 11:14 Uhr

Bei einem Autobombenanschlag in Somalia sind mindestens 30 Menschen getötet und 48 verletzt worden. al-Shabaab reklamierte den Anschlag für sich. Die sunnitische Terrormiliz versucht seit Jahren einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.


https://www.tagesschau.de/ausland/somal ... g-111.html
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Wasteland » Do 23. Mär 2017, 18:50

Was wird unter Geisteskrank verstanden?
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Adam Smith
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Mär 2017, 18:55

Wasteland hat geschrieben:(23 Mar 2017, 18:50)

Was wird unter Geisteskrank verstanden?


Mental disorders comprise a broad range of problems, with different symptoms. However, they are generally characterized by some combination of abnormal thoughts, emotions, behaviour and relationships with others. Examples are schizophrenia, depression, intellectual disabilities and disorders due to drug abuse. Most of these disorders can be successfully treated.


http://www.who.int/topics/mental_disorders/en/

The term ‘Mental Illness’ is used to refer to a broad category of disabilities,
such as affective disorders (major depression, and dysthymia) and different
anxiety disorders (such as generalized anxiety disorders, and post-traumatic
stress disorder). Their essential features are disturbances in emotions, often
accompanied by cognitive distortions such as excessive worry, negative thinking
and by somatic expressions (unexplained medical symptoms that are often the
presenting complaints in primary health care settings).


http://www.emro.who.int/images/stories/ ... 5.pdf?ua=1

Wobei es in Bezug auf Somalia bisher nur diese eine Quelle gibt.

Das habe ich noch gefunden:

EPIDEMIOLOGY

There is a paucity of epidemiological data on mental illnesses in Somalia in internationally accessible literature. Elmi (1983) conducted an epidemiological research on khat chewing in a random sample of about 7500 people. He suggested that the prevalence of the khat chewing has continuously increased in all social groups and that the excessive use of khat may create considerable problems of social, health and economic nature.


http://psychologyinafrica.com/profiles/ ... th-profile

Hier gibt es eine ausführliche Analyse von der WHO.

According to the GAVO Report (December 2004), the prevalence of mental illness in Somaliland is thought to be the highest in the world. It is
estimated that at least one person in every two households has some form of mental illness. There is no accurate data collected in the entire
country, except in Hargeisa. Moreover, a survey conducted by VIVO in Hargeisa in 2002, indicated that 21% of surveyed households care for at
least one family member with a severe mental health problem. The figures obtained from a group of 50 persons, indicated that 26.5% of them
have at least one person in their household with a mental or behavioral disorder. GRT data in Puntland confirms these worrying statistics,
stating that one person out of three households suffer or has suffered in the past from certain forms of mental distress. As mentioned earlier,
the exact number of people with a mental or psychological disorder is unknown. The estimated prevalence of at least one person in every four
or five households seems very high when compared to the estimates in the 2001 Mental Health World Report
.


http://reliefweb.int/sites/reliefweb.in ... Report.pdf

In jedem zweiten Haushalt gibt es einen Verrückten.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Do 23. Mär 2017, 19:09

Weitere Fakten:

- Fast 100% der Bevölkerung sind Muslime (das Land ist religiös homogen)
- Somalia galt mal als ethnisch homogen, tatsächlich soll die Bevölkerung aber nur zu 85% aus Somalis bestehen
- Etwa 98% der Frauen sind beschnitten (vermutlich die höchste Quote der Welt)
- Zitat WHO: "According to the GAVO Report (December 2004), the prevalence of mental illness in Somaliland is thought to be the highest in the world. It is estimated that at least one person in every two households has some form of mental illness."
- Somalia wird von etwa 6 Clans regiert
- Straftaten werden von der Polizei nicht verfolgt
- Im Durchschnitt soll in jedem fünften Haushalt eine Person in Ketten liegen
- Islamisten versuchen einen Gottesstaat zu errichten und verüben regelmäßig Anschläge
- Im Moment sterben in dem Land Menschen an Hunger

Stimmen diese Fakten so? Die Fakten können auch ergänzt werden.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Fr 24. Mär 2017, 18:24

Und hier mal andere Fakten:

Hargeisa. Es ist ein Bild, das man sich vielleicht so nicht erwarten würde. Mitten in der Hektik der Innenstadt von Hargeisa, der sonnenverwöhnten Hauptstadt von Somaliland, scherzen und streiten Frauen in traditionellen islamischen Gewändern wortreich mit Männern. Die Frauen in Somaliland sind weit davon entfernt, sich mit einer unterwürfigen Rolle zufriedenzugeben.

Das Leben in Somaliland ist stark vom Islam beeinflusst ist, die Scharia ist Teil der Verfassung. Dennoch trägt die offen zur Schau getragene Religiosität viele Züge einer liberalen Gesellschaft. Die Rolle von Frauen im Alltag passt in der Regel gar nicht zu den stereotypen Vorstellungen, die den Schleier als ein Zeichen von Unterwürfigkeit und Zwang betrachten.


Die Scharia ist Teil der Verfassung trotzdem ist alles in Ordnung. Wobei Islamisten immer noch einen islamischen Staat anstreben.

Und so muss das verstanden werden:

In Somaliland wird der Koran im Hinblick auf die Verhüllung traditionell ausgelegt. "Jede Frau ist frei, ihrer Religion zu folgen", sagte Kaltun Hassan Abdi, Kommissarin bei der Nationalen Wahlkommission. "Der Islam sagt aber, dass eine Frau ihren Körper bedecken soll

Es gibt aber Stimmen, welche die Zunahme von konservativen Strömungen im Islam beklagen. So ist die Musik, die früher schallend aus den Teestuben tönte, weitgehend verstummt

"In den letzten 15 bis 18 Jahren haben wir eine dramatische Veränderung beobachten können", bestätigt die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. "Die Religion beeinflusst zunehmend unser Leben. Der Druck, wie eine gläubige Muslima zu leben, steigt. Dieser Druck kann subtil oder auch offenkundig sein – er wird von der Familie oder auch von der breiten Gesellschaft ausgeübt."

In politischen Entscheidungsprozess bleiben Frauen aber bis heute weitgehend ausgeschlossen.



Und hier das Schlusswort:

Als Beispiel nennt sie ihre 17-jährige Tochter, die eine Koranschule besucht und freiwillig einen Gesichtsschleier trägt. Außerdem würde sie sich intensiv in sozialen Netzwerken mit dem Islam auseinandersetzen.

Der Aufschwung der Religiosität in Somaliland sei auch ein Resultat von überregionalen und internationalen Entwicklungen, meint die Rechtsanwältin Rakiya Omaar. "Das Bewusstsein steigt, dass die westliche Welt Muslimen zunehmend feindlich gegenüber steht." Daher würden sich viele erst recht dem Islam zuwenden. (afr/IPS)


http://www.afrika.info/newsroom/somalil ... n-metzger/

Freiwillig wird das Gesicht verborgen und die westliche Welt ist feindlich, weil sie so etwas negativ sieht. Vielleicht sollten wir das unterstützen.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Abchecker » Di 4. Apr 2017, 13:43

Katenberg hat geschrieben:(14 Mar 2017, 12:43)
Meines Erachtens gäbe es durchaus Mittel und Wege dieses Land in den Griff zu bekommen, fragt sich nur, welche Mittel man bereit ist einzusetzen und welche Zielsetzung man verfolgt.


Die gibt es sogar für ganz Afrika, entweder pocht auf Entschädigung bei dem Land das dort die Kolonie betrieben hat und baut damit alles auf. Wäre ja möglich, Namibia will ja auch Geld von Deutschland.

Oder der Westen teilt sich Afrika auf und besetzt es nach diesem Plan, so könnte man Diktatoren stürzen, dort endlich was aufbauen (Infrakstrutur aufbauen, den weg ins 21 Jahrhundert bestreiten) und Fluchtursachen bekämpfen.

MfG
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Di 4. Apr 2017, 13:58

Abchecker hat geschrieben:(04 Apr 2017, 14:43)

Die gibt es sogar für ganz Afrika, entweder pocht auf Entschädigung bei dem Land das dort die Kolonie betrieben hat und baut damit alles auf. Wäre ja möglich, Namibia will ja auch Geld von Deutschland.

Oder der Westen teilt sich Afrika auf und besetzt es nach diesem Plan, so könnte man Diktatoren stürzen, dort endlich was aufbauen (Infrakstrutur aufbauen, den weg ins 21 Jahrhundert bestreiten) und Fluchtursachen bekämpfen.

MfG

Beides würde nicht funktionieren. Für Punkt 1 reicht das Geld nicht aus. Und in Bezug auf Punkt 2 könnte man noch nicht eimmal Somalia besetzen. Des Weiteren könnte man hier noch nicht mal eine Diktatur vertreiben.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon Adam Smith » Di 2. Mai 2017, 17:33

Sie gehört einfach zu jeder Handlung der Jemeniten dazu. Siebzig Prozent aller Männer und ein Drittel der Frauen kauen sie täglich.

Die Droge hat Nebenwirkungen – zum Beispiel gesundheitliche wie Appetitlosigkeit, Schleimhautentzündungen, Schlafstörungen. Dazu kommen gesellschaftlich-soziale Folgen. Kat kostet Geld und ruiniert ganze Familien. Der Anbau von Kat verbraucht sehr viel Wasser. Der Grundwasserpegel ist in manchen Gegenden des Jemen dramatisch gesunken, schon sitzen ganze Städte und Dörfer auf dem Trockenen. Die Hauptstadt Sanaa muss heute bereits durch zahllose Tanklastwagen aus der Umgebung beliefert werden. Internationale Organisationen schlagen Alarm wegen des wachsenden Wasserproblems. Wird bald der ganze Jemen – ein Land von 23 Millionen Menschen – an Dürre und Durst leiden?


http://www.zeit.de/2011/08/Jemen-Drogenhandel

In Somalia herrscht Wassermangel. Trotzdem kauen die Menschen dort Kat.

Jahrzehntelange Ausbeutung der Natur

Professor Awale sitzt in seinem kargen Büro auf dem Unigelände in Hargeisa. Ein Plakat an der Wand zeigt Dutzende von Eidechsen, die es in Somaliland gibt oder geben sollte. Niemand weiß genau, wie die Dürre den Tieren und Pflanzen in der Wildnis bislang zugesetzt hat. Über die Ursachen spekuliert der Wissenschaftler:

"Es ist eine Kombination aus zwei Dingen: Der allgemeine Klimawandel und die vom Menschen betriebene Umweltzerstörung hier. Das Land wurde über die letzten Jahrzehnte total ausgebeutet. Da ist Entwaldung, Übergrasung, falsche Landnutzung und da ist auch die Umweltzerstörung in Folge von kriegerischen Konflikten. Außerdem erlebt das Horn von Afrika einen Klimawandel, der sich seit Jahrtausenden abzeichnet. Das sehen Sie in den Höhlen von Laas Geel, einer der Touristenattraktionen, sehr alt, sehr historisch, dort gibt es neolithische Höhlenmalereien. Sie sehen dort Reben und Vieh ohne einen Höcker. Diese Art von Vieh lebt eigentlich in einem schwülen und üppigen Klima. Und das war hier wohl so vor 5000 bis 6000 Jahren."


http://www.deutschlandfunkkultur.de/som ... _id=384575

Und jetzt hungern die Menschen da. Zum Glück ist ja Alkohol verboten.

Somalia Somalia 0,00 0,10 0,10 0,00 0,00 0,00 0,00


https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Alkoholkonsum

Am Alkohol liegt es nicht, dass es den Menschen so schlecht geht. An den Schweinen auch nicht. Vielleicht der böse Handel. Das müsste mal überprüft werden.

Und die hohe Dosierung ist eher die Regel als die Ausnahme. In Somalia und auch in Teilen des Jemen erstirbt nachmittags ein Großteil des öffentlichen Lebens, weil insbesondere die Männer nach hingebungsvollem Kath-Genuss zu produktiver Arbeit kaum noch in der Lage sind.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/m ... 35550.html

Und kein Mullah unternimmt irgendetwas gegen die Drogen.
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Re: Somalia - mit welcher Grundlage?

Beitragvon watisdatdenn? » Di 2. Mai 2017, 18:15

Es ist wichtig einen Zaun Drum zu machen, so dass sich diese schreckliche somalische Lebensweise nicht ausbreitet durch Export von Menschen.
Eingreifen kann man nicht ohne die Selbstbestimmung der Somalier mit Füssen zu treten..
Also: Finger weg von Somalien, aber gleichzeitig Europa vor den grausamen Auswüchsen und Migration schützen!

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