Hungersnot in Äthiopien

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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 05:27

Fadamo hat geschrieben:(10 Feb 2016, 17:21)

Dafür bekommen die unseren Elektroschrott.
Das ist doch ein fairer Handel. :mad2:


In der Tat:



H2O hat geschrieben:(10 Feb 2016, 17:33)

Mit der passenden technischen Ausrüstung vor Ort
könnte so etwas sogar ein sinnvoller "Handel" sein...
besser womöglich, als hier im Lande die Rückgewinnung
wertvoller Rohstoffe zu organisieren. Immerhin
prügeln sich nun öffentliche Hand und Privatunternehmen
um Sammlung und Verwertung von Verpackungsmüll!


Verpackungsmüll, ja. Um die kostenaufwändige Entsorgung giftigen Elektroschrottes prügelt sich niemand (außer etwas Kupfer gibt's da ja auch nicht viel zum Wiederverwerten...). Es würde auch nichts bringen, diesbezügliche Technologie zur Wiederverwertung, Sondermüllverbrennung und umweltneutralen Einlagerung bereitzustellen, denn all das könnte auch in Afrika nicht wirtschaftlich erfolgen. Die einzige Abhilfe könnten europäische Staaten bieten, indem sie diesen illegalen Export ihres Schrottes auch tatsächlich unterbänden.

Da kann ich mir auch den zynischen Kommentar nicht verkneifen, dass "Europa" letztenendes erntet, was es sät, nämlich schwermetallbelastete Fische, die es importiert. Und hier versagt wiederum die Lebensmittelaufsicht in ähnlicher Weise.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 09:50

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 05:27)

In der Tat:





Verpackungsmüll, ja. Um die kostenaufwändige Entsorgung giftigen Elektroschrottes prügelt sich niemand (außer etwas Kupfer gibt's da ja auch nicht viel zum Wiederverwerten...). Es würde auch nichts bringen, diesbezügliche Technologie zur Wiederverwertung, Sondermüllverbrennung und umweltneutralen Einlagerung bereitzustellen, denn all das könnte auch in Afrika nicht wirtschaftlich erfolgen. Die einzige Abhilfe könnten europäische Staaten bieten, indem sie diesen illegalen Export ihres Schrottes auch tatsächlich unterbänden.

Da kann ich mir auch den zynischen Kommentar nicht verkneifen, dass "Europa" letztenendes erntet, was es sät, nämlich schwermetallbelastete Fische, die es importiert. Und hier versagt wiederum die Lebensmittelaufsicht in ähnlicher Weise.


Ich bin davon überzeugt, daß man auch in
den Entwicklungsländern eine brauchbare
Rückgewinnung von Elektromaterialien auf-
bauen könnte. Da gibt es Kupfer, Zinn, Blei,
Quecksilber...

Da geht es um Arbeitsplätze, die dort Mangel-
ware sind, und technische Hilfe, die hier einmal
Segen stiften könnte. Vielleicht lassen sich
Unternehmensformen entwickeln, die beiden
Seiten nutzen?

Empörung in dieser Allgemeinheit finde ich reich-
lich oberflächlich... die löst gar nichts.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Cobra9 » So 14. Feb 2016, 10:01

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 09:50)

Ich bin davon überzeugt, daß man auch in
den Entwicklungsländern eine brauchbare
Rückgewinnung von Elektromaterialien auf-
bauen könnte. Da gibt es Kupfer, Zinn, Blei,
Quecksilber...

Da geht es um Arbeitsplätze, die dort Mangel-
ware sind, und technische Hilfe, die hier einmal
Segen stiften könnte. Vielleicht lassen sich
Unternehmensformen entwickeln, die beiden
Seiten nutzen?

Empörung in dieser Allgemeinheit finde ich reich-
lich oberflächlich... die löst gar nichts.



Wenn das fach und sachgerecht liefe inkl. Beachtung von Umweltschutz wäre das was anderes. Aber so ? Tschuldige das ist Mist.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 10:15

Cobra9 hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:01)

Wenn das fach und sachgerecht liefe inkl. Beachtung von Umweltschutz wäre das was anderes. Aber so ? Tschuldige das ist Mist.


Klar ist das nur blöde... haben doch die Teilnehmer
Fadamo und Atheist schon hinreichend erklärt. Mein
Vorschlag will da doch Abhilfe schaffen... die ich erst
einmal für möglich und sinnvoll halte: Die Arbeit zu
den Menschen bringen, und sie mit dem ordnungs-
gemäßen Aufbau der Kreislaufwirtschaft vertraut machen.

Sie glauben doch nicht wirklich, daß man sich des
Elektroschrotts einfach so entledigen kann und so
ganze Landstriche für vielleicht ein oder zwei Jahr-
hunderte unbewohnbar machen kann?
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 10:27

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 09:50)

Ich bin davon überzeugt, daß man auch in
den Entwicklungsländern eine brauchbare
Rückgewinnung von Elektromaterialien auf-
bauen könnte. Da gibt es Kupfer, Zinn, Blei,
Quecksilber...

Da geht es um Arbeitsplätze, die dort Mangel-
ware sind, und technische Hilfe, die hier einmal
Segen stiften könnte. Vielleicht lassen sich
Unternehmensformen entwickeln, die beiden
Seiten nutzen?

Empörung in dieser Allgemeinheit finde ich reich-
lich oberflächlich... die löst gar nichts.


Afrika (außer SA) ist kaum industrialisiert, besitzt kaum brauchbare öffentliche Infrastruktur, ist dafür aber unverschämt reich an Rohstoffen. Was hier gebraucht wird, ist kein isolierter Aufbau von Wiederverwertungsanlagen für europäischen Elektroschrott, der in unnötiger Weise den ausgebildeten Arbeitskräftepool bände. Viel mehr fehlt es hier bereits an solchen trivialen Sachen wie Staudämmen und Raffinerien. Allerdings tut sich hier insbesondere China mit seinen gewaltigen Investitionsvolumina hervor. Nicht zuletzt ist es auch China, das einen maßgeblichen Beitrag zum Wachstum der afrikanischen Mittelschicht leistet.

Die im verlinkten Youtube-Video gezeigten Schrottsammler, fliegende Händler etc. gehören der afrikanischen Unterschicht an. Der einzige, der von diesen Praktiken profitiert, ist der In- und Export-Großhandel. Der Preis für den illegalen Elektroschrotthandel ist hoch, denn so wird die Umwelt nachhaltig belastet und chinesischen Produkten wird unfaire Konkurrenz gemacht, die einzig und allein auf dem "Mythos Europa" gründet.

Ich persönlich kann beim besten Willen nicht erkennen, was Afrika mit Europas giftigem Müll wirtschaftlich anfangen könnte. Für dessen Beseitigung ist Europa laut eigenem geltenden Recht selbst verantwortlich und dieser Verantwortung sollte es sich nicht entziehen. Dass vielfältige Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zum beiderseitigen Interesse bestehen, bestreite ich keinesfalls. Doch hauptsächlich die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten wäre hier auch tatsächlich für beide Seiten förderlich. Denn die Entwicklungshilfe ist ein Witz, wohlgemerkt ein Schädlicher; und der Handel mit Afrika, nun ja, siehe Elektroschrottentsorgung.
Zuletzt geändert von Atheist am So 14. Feb 2016, 10:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Cobra9 » So 14. Feb 2016, 10:30

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:15)

Klar ist das nur blöde... haben doch die Teilnehmer
Fadamo und Atheist schon hinreichend erklärt. Mein
Vorschlag will da doch Abhilfe schaffen... die ich erst
einmal für möglich und sinnvoll halte: Die Arbeit zu
den Menschen bringen, und sie mit dem ordnungs-
gemäßen Aufbau der Kreislaufwirtschaft vertraut machen.

Sie glauben doch nicht wirklich, daß man sich des
Elektroschrotts einfach so entledigen kann und so
ganze Landstriche für vielleicht ein oder zwei Jahr-
hunderte unbewohnbar machen kann?


Nö. Wie gesagt wenn das fachgerecht als Unternehmung geführt wird, ohne die Umwelt komplett zu versauen, kann man das machen. Wären Jobs. Jobs erzeugen Einkommen und genau das brauchen die Menschen. Nebeneffekte wären Rohstoffe.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 10:36

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:27)

Afrika (außer SA) ist kaum industrialisiert, besitzt kaum brauchbare öffentliche Infrastruktur, ist dafür aber unverschämt reich an Rohstoffen. Was hier gebraucht wird, ist kein isolierter Aufbau von Wiederverwertungsanlagen für europäischen Elektroschrott, der in unnötiger Weise den ausgebildeten Arbeitskräftepool bände. Viel mehr fehlt es hier bereits an solchen trivialen Sachen wie Staudämmen und Raffinerien. Allerdings tut sich hier insbesondere China mit seinen gewaltigen Investitionsvolumina hervor. Nicht zuletzt ist es auch China, das einen maßgeblichen Beitrag zum Wachstum der afrikanischen Mittelschicht leistet.

Die im verlinkten Youtube-Video gezeigten Schrottsammler, fliegende Händler etc. gehören der afrikanischen Unterschicht an. Die einzigen, die von diesen Praktiken profitieren, ist der In- und Export-Großhandel. Der Preis für den illegalen Elektroschrotthandel ist hoch, denn so wird die Umwelt nachhaltig belastet und chinesischen Produkten wird unfaire Konkurrenz gemacht, die einzig und allein auf dem "Mythos Europa" gründet.

Ich persönlich kann beim besten Willen nicht erkennen, was Afrika mit Europas giftigem Müll wirtschaftlich anfangen könnte. Für dessen Beseitigung ist Europa laut eigenem geltenden Recht selbst verantwortlich und dieser Verantwortung sollte es sich nicht entziehen. Dass vielfältige Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zum beiderseitigen Interesse bestehen, bestreite ich keinesfalls. Doch hauptsächlich die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten wäre hier auch tatsächlich für beide Seiten förderlich. Denn die Entwicklungshilfe ist ein Witz, wohlgemerkt ein Schädlicher; und der Handel mit Afrika, nun ja, siehe Elektroschrottentsorgung.


Ein eleganter Schlenker vom Verwerfen zum
Kern der Sache, nämlich Arbeit zu den Menschen
zu bringen, die allen Partnern nützt. Das "Wie"
muß sicher erst noch genauer umrundet werden.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 10:38

Cobra9 hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:30)

Nö. Wie gesagt wenn das fachgerecht als Unternehmung geführt wird, ohne die Umwelt komplett zu versauen, kann man das machen. Wären Jobs. Jobs erzeugen Einkommen und genau das brauchen die Menschen. Nebeneffekte wären Rohstoffe.


Wenn etwas hierzulande aufgrund der Umweltauflagen bei weitem(!) nicht kostendeckend betrieben werden kann, wird es unter ähnlichen Voraussetzungen auch in Afrika nicht betrieben werden können. Man müsste hier also auf geringere Umweltstandards spekulieren und diese auch ausnutzen.

Dessen ungeachtet ist wirtschaftliche Kooperation in anderen Bereichen sinnvoller - wenn auch aus europäischer Sicht durchaus riskanter, denn wer will schon ein zweites China, das auch noch rohstoffbezogen unabhängig ist.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 10:50

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:36)

Ein eleganter Schlenker vom Verwerfen zum
Kern der Sache, nämlich Arbeit zu den Menschen
zu bringen, die allen Partnern nützt. Das "Wie"
muß sicher erst noch genauer umrundet werden.


Eben das ist der Kern. Giftmüllentsorgung fällt m.M.n. aus dem Wie heraus, da "dringlichere Baustellen" bestehen. Ob die europäische Wirtschaft Interesse an der Förderung der Wertschöpfung in Afrika hat, wage ich, ehrlich gesagt, zu bezweifeln. Ich möchte auch nicht zynisch klingen, aber China ist derzeit für Afrika der bessere Kooperationspartner als Europa, selbst wenn Chinas Förderung vorgefundener politischer Strukturen sowie auch die teilweise Schaffung von Ahängigkeitsverhältnissen kritikwürdig ist. China trägt jedoch zur Industrialisierung Afrikas bei und es ist abzusehen, dass diese in den nächsten Jahrzehnten erheblich an Umfang zunehmen wird. Europa kann jedoch jederzeit als Alternativpartner hinzustoßen.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 11:01

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 10:50)

Eben das ist der Kern. Giftmüllentsorgung fällt m.M.n. aus dem Wie heraus, da "dringlichere Baustellen" bestehen. Ob die europäische Wirtschaft Interesse an der Förderung der Wertschöpfung in Afrika hat, wage ich, ehrlich gesagt, zu bezweifeln. Ich möchte auch nicht zynisch klingen, aber China ist derzeit für Afrika der bessere Kooperationspartner als Europa, selbst wenn Chinas Förderung vorgefundener politischer Strukturen sowie auch die Schaffung von Ahängigkeitsverhältnissen kritikwürdig ist. China trägt jedoch zur Industrialisierung Afrikas bei und es ist abzusehen, dass diese in den nächsten Jahrzehnten erheblich an Umfang zunehmen wird.


Das sehe ich anders... Kreislaufwirtschaft
ist etwas anderes als Giftmüllentsorgung.
Ist doch ganz in Ordnung, wenn China seine
wirtschaftlichen Interessen in Afrika wahr
nimmt. Immerhin unterscheidet sich China
darin von der Sowjetunion. Leben und leben
lassen. Damit übernimmt China auch Verant-
wortung, oder erntet Empörung. Warum müs-
sen darum böse Worte fallen?

Einen Gegensatz zur umweltschonenden Kreis-
laufwirtschaft sehe ich da nicht. Man sollte
sich damit beeilen, bevor die Chinesen auf diesen
Gedanken kommen...
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 11:07

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 11:01)

Das sehe ich anders... Kreislaufwirtschaft
ist etwas anderes als Giftmüllentsorgung.
Ist doch ganz in Ordnung, wenn China seine
wirtschaftlichen Interessen in Afrika wahr
nimmt. Immerhin unterscheidet sich China
darin von der Sowjetunion. Leben und leben
lassen. Damit übernimmt China auch Verant-
wortung, oder erntet Empörung. Warum müs-
sen darum böse Worte fallen?

Einen Gegensatz zur umweltschonenden Kreis-
laufwirtschaft sehe ich da nicht. Man sollte
sich damit beeilen, bevor die Chinesen auf diesen
Gedanken kommen...


Kreislaufwirtschaft - nun ja, das wäre sogar im außerordentlichen Maß in Ordnung! Von der Rohstoffgewinnung über wertschöpfende Verarbeitungsprozesse und Handel bis zur Entsorgung und Deponie. Hört sich prima an. Aufgrund des Rohstoffangebotes könnte das alles beinahe autark in Afrika erfolgen, die fertigen Industrieerzeugnisse könnten dann nach Europa exportiert werden. Mal schauen, wogegen sie sich eintauschen ließen.

Du musst aber schon zugeben, dass es, nun ja, ein gewisses Geschmäckle hat, einzig und allein Rohstoffgewinnung und Giftmüllwiederaufbereitung sowie -deponie nach Afrika auzulagern. ;)
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 11:13

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 11:07)

Kreislaufwirtschaft - nun ja, das wäre sogar im außerordentlichen Maß in Ordnung! Von der Rohstoffgewinnung über wertschöpfende Verarbeitungsprozesse und Handel bis zur Entsorgung und Deponie. Hört sich prima an. Aufgrund des Rohstoffangebotes könnte das alles beinahe autark in Afrika erfolgen, die fertigen Industrieerzeugnisse könnten dann nach Europa exportiert werden. Mal schauen, wogegen sie sich eintauschen ließen.

Du musst aber schon zugeben, dass es, nun ja, ein gewisses Geschmäckle hat, einzig und allein Rohstoffgewinnung und Giftmüllwiederaufbereitung sowie -deponie nach Afrika auzulagern. ;)


Na ja, gegen die derzeitige Verfahrensweise
habe ich größere Einwände ;)

Kreislaufwirtschaft schließt andere Zusammen-
arbeit doch nicht aus... wenn sie denn wirtschaft-
lich für alle Beteiligten angelegt ist.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 11:23

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 11:13)

Na ja, gegen die derzeitige Verfahrensweise
habe ich größere Einwände ;)

Kreislaufwirtschaft schließt andere Zusammen-
arbeit doch nicht aus... wenn sie denn wirtschaft-
lich für alle Beteiligten angelegt ist.


Ja, gegen die derzeitige Verfahrensweise habe auch ich größere Einwände. Allerdings muss ich auch zugeben, dass China afrikanischen Staaten derzeit bessere Angebote zur wirtschaftlichen Kooperation unterbreitet. Ehrlich gesagt sehe ich auch nicht, wie Europa hier nachbessern könnte. Denn zuallererst fehlt es weiten Teilen Afrikas an moderner Infrastruktur. Danach sehe ich Möglichkeiten des über die -fachgerechte, wohlgemerkt ;)- Giftmüllentsorgung hinausegehenden wirtschaftlichen Zusammenarbeitens durchaus als gegeben an. Voraussetzung wäre, dass bis dahin der Einfluss chinesischer Unternehmen nicht zu groß und attraktive Geschäftsgelegenheiten vorhanden wären.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 11:38

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 11:23)

Ja, gegen die derzeitige Verfahrensweise habe auch ich größere Einwände. Allerdings muss ich auch zugeben, dass China afrikanischen Staaten derzeit bessere Angebote zur wirtschaftlichen Kooperation unterbreitet. Ehrlich gesagt sehe ich auch nicht, wie Europa hier nachbessern könnte. Denn zuallererst fehlt es weiten Teilen Afrikas an moderner Infrastruktur. Danach sehe ich Möglichkeiten des über die -fachgerechte, wohlgemerkt ;)- Giftmüllentsorgung hinausegehenden wirtschaftlichen Zusammenarbeitens durchaus als gegeben an. Voraussetzung wäre, dass bis dahin der Einfluss chinesischer Unternehmen nicht zu groß und attraktive Geschäftsgelegenheiten vorhanden wären.


Ja, solche Gedanken würde ich doch glatt im
Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung vermuten, nämlich als eine
Form der Hilfe zur Selbsthilfe.

Noch eins fällt mir dazu ein: Ich sehe China als
Handels- und Technologiepartner, über dessen
Erfolge wir uns freuen sollten. Dort gibt es
genug Wachstumsschmerzen, zu deren Linderung
unsere Wirtschaft Beiträge leisten kann.
Vielleicht sogar in Afrika!
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon Atheist » So 14. Feb 2016, 12:04

H2O hat geschrieben:(14 Feb 2016, 11:38)

Ja, solche Gedanken würde ich doch glatt im
Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung vermuten, nämlich als eine
Form der Hilfe zur Selbsthilfe.

Noch eins fällt mir dazu ein: Ich sehe China als
Handels- und Technologiepartner, über dessen
Erfolge wir uns freuen sollten. Dort gibt es
genug Wachstumsschmerzen, zu deren Linderung
unsere Wirtschaft Beiträge leisten kann.
Vielleicht sogar in Afrika!


Auch ich sehe China als einen sehr wichtigen Handelspartner für Europa, vor allem aber für Deutschland an. Das Handelsvolumen mit China wird weiter ansteigen und der deutsche Mittelstand ist in China auch recht gut aufgestellt. Sollte Chinas Einfluss aber auf Afrika weiter zunehmen, würden ausländische Unternehmen dort ähnlichen Schwierigkeiten begegnen wie auch auf dem heimischen chinesischen Markt, denn wirklich offen ist dieser nicht.
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Re: Hungersnot in Äthiopien

Beitragvon H2O » So 14. Feb 2016, 12:13

Atheist hat geschrieben:(14 Feb 2016, 12:04)

Auch ich sehe China als einen sehr wichtigen Handelspartner für Europa, vor allem aber für Deutschland an. Das Handelsvolumen mit China wird weiter ansteigen und der deutsche Mittelstand ist in China auch recht gut aufgestellt. Sollte Chinas Einfluss aber auf Afrika weiter zunehmen, würden ausländische Unternehmen dort ähnlichen Schwierigkeiten begegnen wie auch auf dem heimischen chinesischen Markt, denn wirklich offen ist dieser nicht.


Das stimmt sicher so. Dennoch hat sich
die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen
China und Deutschland gut entwickelt. Ver-
mutlich kommt es auf die Zusammenarbeit
und den gegenseitigen Respekt im Umgang
miteinander an.

Aufgrund dieser Erfahrungen würde ich nicht
ängstlich nach China blicken, sondern mit
Zuversicht eine Zusammenarbeit zum beider-
seitigen Vorteil betreiben. Warum nicht auch
in Afrika gemeinsame Unternehmungen
wagen?

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