Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » Fr 6. Jan 2017, 16:51

Weltregierung hat geschrieben:(25 Apr 2015, 11:58)

Wenn einem Redefreiheit, unzensierte Medien und körperliche Unversehrtheit nicht so wichtig sind, vermutlich keine.




Wenn Sie dort ganz brav Ihren alltäglichen Geschäften nachgehen und Ihre Steuern bezahlen, dann ist das Leben auf Singapur ganz gut aus zu halten... wenn nur diese Hitze nicht wäre. Bei Mord, Raubmord, Drogenschmuggel sollte man sich besser nicht erwischen lassen. Diebstahl, Vandalismus und Raubüberfälle kommen ebenfalls vor; Wiederholungstäter sind äußerst selten.

In diesem Forum beobachte ich eine stark ablehnende Haltung gegenüber dem Ordnungsprinzip dieses wirtschaftlich erfolgreichen und wohlhabenden Stadtstaats. Deshalb erinnere ich daran, daß unseren hoch geachteten Kanzler Helmut Schmidt eine sehr herzliche persönliche Freundschaft mit dem ersten Premierminister Singapurs Lee Kuan Yew verband. Lee Kuan Yew übte sein Amt 31 Jahre aus... da kann Frau Merkel noch eine ganze Weile zur Wiederwahl antreten.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 6. Jan 2017, 17:02

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2017, 16:51)

Wenn Sie dort ganz brav Ihren alltäglichen Geschäften nachgehen und Ihre Steuern bezahlen, dann ist das Leben auf Singapur ganz gut aus zu halten... wenn nur diese Hitze nicht wäre. Bei Mord, Raubmord, Drogenschmuggel sollte man sich besser nicht erwischen lassen. Diebstahl, Vandalismus und Raubüberfälle kommen ebenfalls vor; Wiederholungstäter sind äußerst selten.

In diesem Forum beobachte ich eine stark ablehnende Haltung gegenüber dem Ordnungsprinzip dieses wirtschaftlich erfolgreichen und wohlhabenden Stadtstaats. Deshalb erinnere ich daran, daß unseren hoch geachteten Kanzler Helmut Schmidt eine sehr herzliche persönliche Freundschaft mit dem ersten Premierminister Singapurs Lee Kuan Yew verband. Lee Kuan Yew übte sein Amt 31 Jahre aus... da kann Frau Merkel noch eine ganze Weile zur Wiederwahl antreten.


Ich selbst war noch nie in Singapur und kenne mich daher nicht aus. Was ich bis jetzt gelesen habe, erweckt den Eindruck, dass der unbescholtene Bürger ganz normal sein Leben lebt ohne drangsaliert zu werden, nur der Kriminelle hat unter Konsequenzen zu leiden, ist das richtig? Und da die Konsequenzen ungemütlich sind, gibt es kaum Wiederholungstäter? :?:
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » Fr 6. Jan 2017, 18:24

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Jan 2017, 17:02)

Ich selbst war noch nie in Singapur und kenne mich daher nicht aus. Was ich bis jetzt gelesen habe, erweckt den Eindruck, dass der unbescholtene Bürger ganz normal sein Leben lebt ohne drangsaliert zu werden, nur der Kriminelle hat unter Konsequenzen zu leiden, ist das richtig? Und da die Konsequenzen ungemütlich sind, gibt es kaum Wiederholungstäter? :?:


Der Eindruck trügt Sie da kaum. Ein unpolitischer Mensch kann in Singapur von Staats wegen völlig unbehelligt seinen Geschäften nachgehen. Im Gegenteil stellt sich sehr bald auch unter Europäern ein Gefühl der unbedingten Sicherheit ein. Das mag etwas ungemütlicher werden, wenn man sich vor Ort in politische Fragen einmischt, ohne der einen großen Partei an zu gehören, oder der etwas kleineren anderen... und dort kann es wohl auch schon einmal Ärger geben. Aber wozu soll das notwendig sein; der Staat funktioniert nach erkennbaren Regeln. Und wer die beachtet, der hat so viele Freiheiten wie in kaum einem anderen Staat in dieser Gegend. Hindus, Buddhisten, Moslems, Christen leben zusammen ohne erkennbare Spannungen.

Ich konnte den Stadtstaat aus dienstlichen Gründen einige Male einige Wochen erleben, hatte mit Familien vor Ort sehr freundlichen privaten Kontakt... also gastfreundlich sind diese Leute dort schon! Und man konnte über Gott und die Welt frei reden, ohne daß sich die Stimmlage senkte. Für Leute von Geschmack und Welt gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, um diese Stadt (Insel) einen großen Bogen zu machen.

Im Gegenteil kann man tropische Natur im Inselinneren erleben (schweißtreibend für Europäer!), entdeckt plötzlich frei laufende Affen (nicht füttern!) und anderes Getier. Für oberflächliche Menschen ist Singapur das riesige klimatisierte Shopping-Center, wo man zu erträglichen Preisen so ziemlich alles bekommt, was in Südostasien angebaut und hergestellt wird. Da werden die Durchreisenden nach Australien und Neuseeland kräftig abgemolken. ;)
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Weltregierung » Sa 7. Jan 2017, 12:43

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2017, 16:51)

Wenn Sie dort ganz brav Ihren alltäglichen Geschäften nachgehen und Ihre Steuern bezahlen, dann ist das Leben auf Singapur ganz gut aus zu halten... wenn nur diese Hitze nicht wäre. Bei Mord, Raubmord, Drogenschmuggel sollte man sich besser nicht erwischen lassen. Diebstahl, Vandalismus und Raubüberfälle kommen ebenfalls vor; Wiederholungstäter sind äußerst selten.


Ich bestreite ja nicht, dass das Leben in Singapur durchaus seine Vorzüge hat. Ich habe es vor einigen Jahren selbst besucht und es hat mir sehr gut gefallen, abgesehen von der Hitze und den stets auf Kühlschranktemparatur eingestellten Klimaanlagen, die mir eine fiese Nasennebenhöhlenentzündung beschert haben. Dadurch konnte ich mich allerdings selbst von dem sehr guten Gesundheitssystem dort überzeugen. :thumbup:

Leben wollte ich dort allerdings nicht, wegen den fehlenden persönlichen Freiheiten. Aber das muss jeder selber wissen.

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2017, 16:51)
In diesem Forum beobachte ich eine stark ablehnende Haltung gegenüber dem Ordnungsprinzip dieses wirtschaftlich erfolgreichen und wohlhabenden Stadtstaats. Deshalb erinnere ich daran, daß unseren hoch geachteten Kanzler Helmut Schmidt eine sehr herzliche persönliche Freundschaft mit dem ersten Premierminister Singapurs Lee Kuan Yew verband. Lee Kuan Yew übte sein Amt 31 Jahre aus... da kann Frau Merkel noch eine ganze Weile zur Wiederwahl antreten.


Bedaure, aber von Helmut Schmidt halte ich überhaupt nichts.
Frau Merkel hat gegenüber Lee Kuan Yew eben den Nachteil, dass sie sich regelmäßig demokratisch wiederwählen lassen muss. ;)
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon jack000 » Sa 7. Jan 2017, 12:47

Weltregierung hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:43)Leben wollte ich dort allerdings nicht, wegen den fehlenden persönlichen Freiheiten. Aber das muss jeder selber wissen.

Nun, das mit der Pressefreiheit ist in der Tat ein Thema. Aber man muss das ja nicht mit übernehmen, sondern der Law & Order Staat reicht ja völlig aus.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » Sa 7. Jan 2017, 18:21

Weltregierung hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:43)

Ich bestreite ja nicht, dass das Leben in Singapur durchaus seine Vorzüge hat. Ich habe es vor einigen Jahren selbst besucht und es hat mir sehr gut gefallen, abgesehen von der Hitze und den stets auf Kühlschranktemparatur eingestellten Klimaanlagen, die mir eine fiese Nasennebenhöhlenentzündung beschert haben. Dadurch konnte ich mich allerdings selbst von dem sehr guten Gesundheitssystem dort überzeugen. :thumbup:

Leben wollte ich dort allerdings nicht, wegen den fehlenden persönlichen Freiheiten. Aber das muss jeder selber wissen.



Bedaure, aber von Helmut Schmidt halte ich überhaupt nichts.
Frau Merkel hat gegenüber Lee Kuan Yew eben den Nachteil, dass sie sich regelmäßig demokratisch wiederwählen lassen muss. ;)


Bitte nun ernsthaft sagen, bei welchem spontanen Gelüst auf Meinungsäußerung Sie sich auf Singapur eingeengt gefühlt haben. Ich gehe davon aus, daß Sie wie 99,9% unserer Mitbürger auch nicht Kaugummis oder Büchsen oder Zigarettenstummel in die Gegend werfen, anderer Leute Eigentum nicht durch Graffiti verschandeln oder beschädigen. Im persönlichen Gespräch habe ich nie irgend eine Einschränkung gefühlt; die internationale Presse ist frei verkäuflich. Wo es vielleicht Ärger geben könnte, das wäre bei einer politischen Ansprache von einer Trittleiter herunter mit Lautsprecher. Ich glaube aber, daß Sie das hier in Deutschland auch nicht ohne Anmeldung machen sollten.

Es ist übrigens nicht ganz richtig, daß der erste Premier ohne Wahlen seine 31 Dienstjahre abgesessen hätte. Im Abstand von 4 Jahren wird gewählt; aber die Auswahl ist dort schon sehr mager. Die Opposition war auch schon einmal dran, wenn auch mit wenig Ruhm. Vielleicht sollte man die Verhältnisse dort so sehen wie die in Bayern. Da führt auch eine Partei seit Jahrzehnten die Landesgeschäfte. Aber so richtig undemokratisch geht es dort auch wieder nicht zu. Oder hier in Bremen: Da führt eine Partei seit 1945 (1949) die Stadtregierung. Tja, wenn die Politiker stets den Nerv der Wähler treffen...

Tja, Helmut Schmidt gilt (galt) doch in weiten politischen Kreisen als Lichtgestalt; na ja, so ganz daneben fand ich ihn auch nicht, aber manchmal dachte ich schon: "Mann, Mann, überschätzt Du Deine Fähigkeiten nicht?" Zu viel Selbstsicherheit macht unmenschlich... und genau da ist unsere Kanzlerin auch aus ganz anderem Holz geschnitzt.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon jack000 » Sa 7. Jan 2017, 18:37

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)Es ist übrigens nicht ganz richtig, daß der erste Premier ohne Wahlen seine 31 Dienstjahre abgesessen hätte. Im Abstand von 4 Jahren wird gewählt; aber die Auswahl ist dort schon sehr mager. Die Opposition war auch schon einmal dran, wenn auch mit wenig Ruhm. Vielleicht sollte man die Verhältnisse dort so sehen wie die in Bayern. Da führt auch eine Partei seit Jahrzehnten die Landesgeschäfte. Aber so richtig undemokratisch geht es dort auch wieder nicht zu. Oder hier in Bremen: Da führt eine Partei seit 1945 (1949) die Stadtregierung. Tja, wenn die Politiker stets den Nerv der Wähler treffen...

In Baden-Württemberg hat auch 53 Jahre lang die CDU (Teilweise mit der FDP) regiert und ohne Fokushima und S21 wäre das bis heute noch so.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » Sa 7. Jan 2017, 18:57

jack000 hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:37)

In Baden-Württemberg hat auch 53 Jahre lang die CDU (Teilweise mit der FDP) regiert und ohne Fokushima und S21 wäre das bis heute noch so.


Meine politische Welt ist nicht auf alle Zeit festgelegt; im Gegenteil meine ich, daß von Zeit zu Zeit doch ein Machtwechsel sinnvoll ist, um Erstarrung und Beziehungsfilz nicht übermächtig werden zu lassen. Insofern haben Sie aus meiner Sicht in BaWü Glück durch anderer Leute Unglück gehabt. Mit dem amtierenden Personal der DIE GRÜNEN haben Sie respektable Personen gestellt, von denen viel früher kaum jemand etwas wußte. Natürlich rede ich nicht einem Wechsel das Wort, nur weil Wechsel gut sein könnte. In BaWü schien mir die Zeit dazu reif zu sein. Das Wahlvolk ist so dumm nicht, wie es manche Zeitgenossen verkaufen wollen. Ein grüner MP in einem Regierungsbündnis mit der SPD, der im allergrößten Geschrei der Kanzlerin Kraft und Nervenstärke wünscht... wo gibt es das schon? Meine Hochachtung hat der Mann!
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Weltregierung » So 8. Jan 2017, 00:18

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)

Bitte nun ernsthaft sagen, bei welchem spontanen Gelüst auf Meinungsäußerung Sie sich auf Singapur eingeengt gefühlt haben. Ich gehe davon aus, daß Sie wie 99,9% unserer Mitbürger auch nicht Kaugummis oder Büchsen oder Zigarettenstummel in die Gegend werfen, anderer Leute Eigentum nicht durch Graffiti verschandeln oder beschädigen. Im persönlichen Gespräch habe ich nie irgend eine Einschränkung gefühlt; die internationale Presse ist frei verkäuflich. Wo es vielleicht Ärger geben könnte, das wäre bei einer politischen Ansprache von einer Trittleiter herunter mit Lautsprecher. Ich glaube aber, daß Sie das hier in Deutschland auch nicht ohne Anmeldung machen sollten.


Ich habe mich überhaupt nicht eingeschränkt gefühlt. Ich war allerdings auch in Singapur, um Urlaub zu machen, und nicht, um gegen die Regierung zur demonstrieren oder meine Meinung sonstwie öffentlich kundzutun. Wenn ich dort leben würde, sähe das allerdings anders aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_rig ... ssociation

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)
Es ist übrigens nicht ganz richtig, daß der erste Premier ohne Wahlen seine 31 Dienstjahre abgesessen hätte.


Das habe ich auch nicht geschrieben. Bitte richtig lesen.

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)Im Abstand von 4 Jahren wird gewählt; aber die Auswahl ist dort schon sehr mager. Die Opposition war auch schon einmal dran, wenn auch mit wenig Ruhm.


Regelmäßige Wahlen gibt es sogar in Nordkorea. Das alleine sagt also nicht besonders viel aus. Ich hatte bewusst von demokratischen Wahlen gesprochen, und ob die Wahlen, die Herr Yew in seinen 31 Jahren als Premierminister gewonnnen hat, wirklich demokratisch waren, dahinter würde ich schon ein großes Fragezeichen machen.

From Singapore's independence in 1965 to 1981, the People's Action Party won every single seat in every election held, forming a parliament with no elected opposition MP for almost two decades. In Singapore, opposition politicians and trade unionists were detained in prison without trial before in the 1960s and early 1970s. Many such as Lim Chin Siong, Said Zahari and Lim Hock Siew were accused by the government of being involved in subversive communist struggles. Among them, Chia Thye Poh was detained the longest; he was detained for 23 years without any trial.


https://en.wikipedia.org/wiki/Elections ... _elections

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)
Vielleicht sollte man die Verhältnisse dort so sehen wie die in Bayern. Da führt auch eine Partei seit Jahrzehnten die Landesgeschäfte. Aber so richtig undemokratisch geht es dort auch wieder nicht zu. Oder hier in Bremen: Da führt eine Partei seit 1945 (1949) die Stadtregierung. Tja, wenn die Politiker stets den Nerv der Wähler treffen...


Mit dem Unterschied, dass in Bayern und Bremen Oppositionspolitiker nicht ohne Anklage in den Knast geworfen werden.

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:21)
Tja, Helmut Schmidt gilt (galt) doch in weiten politischen Kreisen als Lichtgestalt; na ja, so ganz daneben fand ich ihn auch nicht, aber manchmal dachte ich schon: "Mann, Mann, überschätzt Du Deine Fähigkeiten nicht?" Zu viel Selbstsicherheit macht unmenschlich... und genau da ist unsere Kanzlerin auch aus ganz anderem Holz geschnitzt.


Zum Glück gehört nicht ein jeder zu "weiten politischen Kreisen". Nicht wahr? :)
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon AndyO » So 8. Jan 2017, 07:18

Alexyessin hat geschrieben:(22 Apr 2015, 02:15)

Eritrea ist übrigens nicht der jüngste Staat Afrikas - das ist Südsudan. Nur mal nebenbei bemerkt.

Und ja, Eritrea ist wie der Rest vom Horn von Afrika mit Sicherheit nicht gerade friedvoll. Und ich denke ebenfalls, das es sich da um einen Unrechtsstaat handelt. Leider ist auch hier das Postkoloniale Erbe spürbar und die Nähe zu dem, was sich Somalia nennt macht den ganzen Staatskomplex nicht gerade sicherer.


Dort wo masslose Überbevölkerung herrscht wird es bei den zwangsläufig entehenden Verteilungskämpfen nicht "friedvoll" zugehen. Das braucht man doch nicht zu erklären, oder?

Die regulierenden Faktoren steigern sich von Diskriminierung, Vertreibung bis hin zu Mord- und Todschlag. Eine logische Konsequenz, wenn man auf hohes Bevölkerungswachstum setzt. Wenn Syrien jetzt wieder neu anfängt, haben die erst mal 2 Mio. weniger zu versorgen, weil der Rest keinen Bock hat, aus dem Ausland zurück zu kehren. Das sind, wie bei uns nach dem 2. WK, gute Startbedingungen die mittelfristig durch Bevölkerungszuwachs wieder zerstört werden.

Diesen Sachverhalt zu vermitteln, war eine Aufgabe der Entwicklungshilfe. Und was haben die Jungs in 40 Jahren geschafft? Das hier:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 45920.html

Und dafür sollen wir jetzt im Kollektiv haften? Da bleibt mir die Sprache weg... :mad:

Wenn ses so schön finden, Kinder zu zeugen, dann sollen diese Stattsbürger auch ihren Hunger im Kollektiv teilen. Weil am Ende bleibt nicht mehr als Hunger für alle oder eben ein 3. WK. Kann man sich dann aussuchen, wie man es gerne hätte.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » So 8. Jan 2017, 09:08

Weltregierung hat geschrieben:(08 Jan 2017, 00:18)

...

Mit dem Unterschied, dass in Bayern und Bremen Oppositionspolitiker nicht ohne Anklage in den Knast geworfen werden.
...


Das mag für Bayern oder Bremen zutreffen; nur kommt mir das Herrschaftssystem auf Singapur so ehrpusselig vor, daß ich mir nicht so recht vorstellen kann, daß da jemand ohne Bezug auf ein geltendes Gesetz in den Knast wandert. Polizeigewahrsam ist auch dort zeitlich beschränkt, so vermute ich.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Weltregierung » So 8. Jan 2017, 09:22

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2017, 09:08)

Das mag für Bayern oder Bremen zutreffen; nur kommt mir das Herrschaftssystem auf Singapur so ehrpusselig vor, daß ich mir nicht so recht vorstellen kann, daß da jemand ohne Bezug auf ein geltendes Gesetz in den Knast wandert. Polizeigewahrsam ist auch dort zeitlich beschränkt, so vermute ich.


Es ging nicht um einen fehlenden Gummiparagraphen, sondern um ein fehlendes Gerichtsverfahren.
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon H2O » So 8. Jan 2017, 09:34

Weltregierung hat geschrieben:(08 Jan 2017, 09:22)

Es ging nicht um einen fehlenden Gummiparagraphen, sondern um ein fehlendes Gerichtsverfahren.


Da haben Sie mich nicht mißverstanden; ohne Gerichtsverfahren läuft dort gar nichts, oder der Vorgang würde auch in Singapur als Skandal empfunden.. Deshalb war ich auf Polizeigewahrsam über gestiegen.

Dort mag es ja so manche politische Lumperei geben, aber in Recht und Gerichtsbarkeit sind die Leute genau so verliebt wie hier. Das Recht wenden die Gerichte Singapurs beinhart an, wenn ein Verfahren losgetreten ist.

Man kann hier im Internet "The Straits Times" online lesen. Da erkennt man doch ganz gut, was die Leute dort bewegt.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Alexyessin » So 8. Jan 2017, 21:24

jack000 hat geschrieben:(07 Jan 2017, 12:47)

Nun, das mit der Pressefreiheit ist in der Tat ein Thema. Aber man muss das ja nicht mit übernehmen, sondern der Law & Order Staat reicht ja völlig aus.


Law&Order ohne Law und ohne Order gibt Sinn, Jack. Wirklich.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Alexyessin » So 8. Jan 2017, 21:25

AndyO hat geschrieben:(08 Jan 2017, 07:18)

Dort wo masslose Überbevölkerung herrscht wird es bei den zwangsläufig entehenden Verteilungskämpfen nicht "friedvoll" zugehen. Das braucht man doch nicht zu erklären, oder?

Die regulierenden Faktoren steigern sich von Diskriminierung, Vertreibung bis hin zu Mord- und Todschlag. Eine logische Konsequenz, wenn man auf hohes Bevölkerungswachstum setzt. Wenn Syrien jetzt wieder neu anfängt, haben die erst mal 2 Mio. weniger zu versorgen, weil der Rest keinen Bock hat, aus dem Ausland zurück zu kehren. Das sind, wie bei uns nach dem 2. WK, gute Startbedingungen die mittelfristig durch Bevölkerungszuwachs wieder zerstört werden.

Diesen Sachverhalt zu vermitteln, war eine Aufgabe der Entwicklungshilfe. Und was haben die Jungs in 40 Jahren geschafft? Das hier:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 45920.html

Und dafür sollen wir jetzt im Kollektiv haften? Da bleibt mir die Sprache weg... :mad:

Wenn ses so schön finden, Kinder zu zeugen, dann sollen diese Stattsbürger auch ihren Hunger im Kollektiv teilen. Weil am Ende bleibt nicht mehr als Hunger für alle oder eben ein 3. WK. Kann man sich dann aussuchen, wie man es gerne hätte.


Übe doch erstmal auf einen Beitrag als solches zu arbeiten, bevor du hier irgendwelchen rechten Mist postest.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Alexyessin » So 8. Jan 2017, 21:26

jack000 hat geschrieben:(07 Jan 2017, 18:37)

In Baden-Württemberg hat auch 53 Jahre lang die CDU (Teilweise mit der FDP) regiert und ohne Fokushima und S21 wäre das bis heute noch so.


Ohne CDU kein S21, Jack. Ganz einfach.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon Weltregierung » So 8. Jan 2017, 21:31

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2017, 09:34)

Da haben Sie mich nicht mißverstanden; ohne Gerichtsverfahren läuft dort gar nichts, oder der Vorgang würde auch in Singapur als Skandal empfunden.. Deshalb war ich auf Polizeigewahrsam über gestiegen.


Ach ja?

Dr Chia Thye Poh (born 1941) is a Singaporean former political prisoner.

Detained under the Internal Security Act of Singapore for allegedly conducting pro-communist activities against the government, he was imprisoned for 23 years without charge or trial and subsequently placed under conditions of house arrest for another nine years – in which he was first confined to the island of Sentosa and then subject to restrictions on his place of abode, employment, travel, and exercise of political rights.


https://en.wikipedia.org/wiki/Chia_Thye_Poh
https://www.youtube.com/watch?v=xc80T5QuwQA

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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon frems » Mo 9. Jan 2017, 00:27

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Jan 2017, 17:02)
Was ich bis jetzt gelesen habe, erweckt den Eindruck, dass der unbescholtene Bürger ganz normal sein Leben lebt ohne drangsaliert zu werden, nur der Kriminelle hat unter Konsequenzen zu leiden, ist das richtig?

Kann auch passieren, dass man Dich für einen Kriminellen (z.B. Regierungskritiker) hält, obwohl Du niemals Meinungen vertratst, die vom Kurs der Regierung abweichen. "Kritik" an Religion ist auch nicht so dufte. Das gilt auch für Minderjährige:

Singapore court sends teen blogger back to jail for criticizing religion
http://www.reuters.com/article/us-singa ... SKCN11Z0DW

Er nannte einen verstorbenen Ministerpräsidenten machthungrig und sagte, viele Christen hätten Wissensdefizite über die Inhalte der Bibel. Ganz schön schlimm, oder? Stell Dir mal vor, Du erwähnst sowas hier im Forum und in der nächsten Nacht stürmt die Polizei Dein Haus und sperrt Dich erstmal weg. Obendrauf kommen Tausende Dollar Strafe. Aber immerhin findet man wenige Kaugummis im öffentlichen Raum. Da muss man wohl abwägen.
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon jack000 » Mo 9. Jan 2017, 01:03

frems hat geschrieben:(09 Jan 2017, 00:27)

Kann auch passieren, dass man Dich für einen Kriminellen (z.B. Regierungskritiker) hält, obwohl Du niemals Meinungen vertratst, die vom Kurs der Regierung abweichen.

Quelle? Und warum zieht es soviele Hochqualifizierte in dieses Land? Alles Duckmäuser?

"Kritik" an Religion ist auch nicht so dufte. Das gilt auch für Minderjährige:

Singapore court sends teen blogger back to jail for criticizing religion
http://www.reuters.com/article/us-singa ... SKCN11Z0DW

Er nannte einen verstorbenen Ministerpräsidenten machthungrig und sagte, viele Christen hätten Wissensdefizite über die Inhalte der Bibel. Ganz schön schlimm, oder? Stell Dir mal vor, Du erwähnst sowas hier im Forum und in der nächsten Nacht stürmt die Polizei Dein Haus und sperrt Dich erstmal weg. Obendrauf kommen Tausende Dollar Strafe. Aber immerhin findet man wenige Kaugummis im öffentlichen Raum. Da muss man wohl abwägen.

Völliger Stuss und aus dem Zusammenhang gerissen!
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Re: Eritrea - Ein Unrechtsstaat?

Beitragvon frems » Mo 9. Jan 2017, 01:07

jack000 hat geschrieben:(09 Jan 2017, 01:03)

Quelle? Und warum zieht es soviele Hochqualifizierte in dieses Land? Alles Duckmäuser?

Man kann da gutes Geld machen, genau wie in China oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ebenso kann man auf den Malediven einen schönen Urlaub verbringen. Das sagt bloß nichts über Meinungsfreiheit und den Umgang mit Minderheiten. Ein Beispiel ist das, was Du als "völligen Stuss" bezeichnest. So steht's da halt um die Menschenrechte. Aus dem selben Link, den Du offensichtlich nicht gelesen hast:

"By prosecuting Amos Yee for his comments, no matter how outrageous they may have been, Singapore has unfortunately doubled down on a strategy that clearly violates freedom of expression," Phil Robertson, deputy director of Human Right Watch's Asia division, said in an email.

"For a country that prides itself on efficiency, Singapore should re-examine its approach, because every time the authorities go after him, it just adds to his online audience who are interested to find out the latest thing," he said. [...]

Amnesty International called on Singapore to "repeal or amend legal provisions that criminalize peaceful dissent and end the intimidation and harassment of bloggers and other critics".

David Kaye, U.N. Special Rapporteur on freedom of opinion and expression, said: "The lesson that somebody can be thrown in jail for their speech is exactly the wrong kind of message that any government should be sending to anybody, but especially to young people."


Mit S21-Kritik kriegst Du da Probleme, Genosse.
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