Die Grünen in der Abwärtsspirale?

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sünnerklaas
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Do 11. Okt 2018, 09:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Oct 2018, 09:43)

Ich sehe da vor allem die "Verbürgerlichung" der Partei selbst als Grund. Und den weitergehenden Wandel der Bundesrepublik von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Der Protest gegen schärfere Autoabgasnormen und pro Autoindustrie in der EU kommt bezeichnenderweise nicht mehr so sehr aus Richtung Wolfsburg oder Ingolstadt sondern aus Osteuropa.


In Osteuropa kann man sich keine neuen Autos leisten - es sei denn, man ist Oligarch. Die einheimische Wirtschaft dort ist in Sachen Innovation und eigenständige Technologieentwicklung extrem schwach aufgestellt. Wer in Polen gute Ideen hat, geht erst einmal nach D, F, GB oder Benelux, bevor er überhaupt anfängt eine Innovation dem Markt zu präsentieren. Die osteuropäischen Länder sind nicht in der Lage, ihre eigenen Leute mit hohem Potenzial im Lande zu halten und entsprechend zu fördern.

Die osteuropäischen Länder haben da ein strukturelles Problem.
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schokoschendrezki
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Okt 2018, 09:21

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2018, 10:01)

In Osteuropa kann man sich keine neuen Autos leisten - es sei denn, man ist Oligarch. Die einheimische Wirtschaft dort ist in Sachen Innovation und eigenständige Technologieentwicklung extrem schwach aufgestellt. Wer in Polen gute Ideen hat, geht erst einmal nach D, F, GB oder Benelux, bevor er überhaupt anfängt eine Innovation dem Markt zu präsentieren. Die osteuropäischen Länder sind nicht in der Lage, ihre eigenen Leute mit hohem Potenzial im Lande zu halten und entsprechend zu fördern.

Die osteuropäischen Länder haben da ein strukturelles Problem.

Die Abwanderungsquote ist ein großes Problem. Aber Autos werden dort natürlich nicht nur gekauft sondern gebaut und entwickelt. Zunehmend sogar. Kleine Nachhfilfe und nur als Beispiel: Sämtliche Motoren für Audi werden nicht nur in Ungarn gebaut sondern von ungarischen Ingenieuren entwickelt.

Anlass für meine Einwendung waren aktuelle Meldungen eben zu jenen EU-Abgasnormverschärfungen und Protesten von seiten Osteuropas. Denn dort befinden sich mittlerweile die großen Autoindustriecluster. Pro Kopf arbeiten in Tschechien ein ganzes Stück mehr Menschen in der Autoindustrie als in Deutschland (lässt sich leicht nachrecherchieren. Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass diese Industriestandortverlagerung seit Jahren stattfindet. Und politisch wird sich das in einem Schwund von traditionell indsutriefreundlichen Parteien widerspiegeln.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sünnerklaas » Do 11. Okt 2018, 09:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Oct 2018, 10:21)

Die Abwanderungsquote ist ein großes Problem. Aber Autos werden dort natürlich nicht nur gekauft sondern gebaut und entwickelt. Zunehmend sogar. Kleine Nachhfilfe und nur als Beispiel: Sämtliche Motoren für Audi werden nicht nur in Ungarn gebaut sondern von ungarischen Ingenieuren entwickelt.


Kleine Präzisierung meinerseits: Audi ist kein ungarisches Unternehmen, sondern ein deutsches, also ein ausländisches. Ohne Geld ausländischer Investoren läuft in diesen Ländern nichts. Genau das ist das Problem dieser Länder.

Anlass für meine Einwendung waren aktuelle Meldungen eben zu jenen EU-Abgasnormverschärfungen und Protesten von seiten Osteuropas. Denn dort befinden sich mittlerweile die großen Autoindustriecluster. Pro Kopf arbeiten in Tschechien ein ganzes Stück mehr Menschen in der Autoindustrie als in Deutschland (lässt sich leicht nachrecherchieren. Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass diese Industriestandortverlagerung seit Jahren stattfindet. Und politisch wird sich das in einem Schwund von traditionell indsutriefreundlichen Parteien widerspiegeln.


Daraus ergibt sich sogar eine doppelte Abhängigkeit in Osteuropa: zum einen ist das Lohngefüge in den Ländern deutlich niedriger - in Polen wären schon lange Lohnerhöhungen von 25% und mehr erforderlich. Das bedeutet: in der ortsansässigen Bevölkerung hat man berechtigte Angst, den Anschluss in Sachen Lebensstandard zu verlieren. Gleichzeitig unterliegen die politischen Parteien dort der direkten Einflussnahme von großen, ausländischen Konzernen und Investoren. Von denen ist man politischerseits abhängig. In Ländern, in denen das demokratische System noch nicht gefestigt ist, kann das fatale Folgen haben.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Okt 2018, 10:01

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2018, 10:42)

Kleine Präzisierung meinerseits: Audi ist kein ungarisches Unternehmen, sondern ein deutsches, also ein ausländisches. Ohne Geld ausländischer Investoren läuft in diesen Ländern nichts. Genau das ist das Problem dieser Länder.



Daraus ergibt sich sogar eine doppelte Abhängigkeit in Osteuropa: zum einen ist das Lohngefüge in den Ländern deutlich niedriger - in Polen wären schon lange Lohnerhöhungen von 25% und mehr erforderlich. Das bedeutet: in der ortsansässigen Bevölkerung hat man berechtigte Angst, den Anschluss in Sachen Lebensstandard zu verlieren. Gleichzeitig unterliegen die politischen Parteien dort der direkten Einflussnahme von großen, ausländischen Konzernen und Investoren. Von denen ist man politischerseits abhängig. In Ländern, in denen das demokratische System noch nicht gefestigt ist, kann das fatale Folgen haben.


Die Fragen Wirtschaftsstandortauslagerung, Osteuropa etc. wurden und werden in einem anderen Thread ausführlich diskutiert. Nur der eine Punkt: Audi ist - wie so viele andere der Großen - ein internationales Unternehmen. Wer diesen ganz grundsätzlichen Wandel in der Ökonomie, der nicht erst seit ein paar Jahren stattfindet, nicht versteht, sondern nach wie vor wie im 20. Jahrhundert von rein national organisierter Wirtschaft ausgeht, wird kaum etwas von den weltpolitischen Prozessen verstehen.

Wichtig für das Thema scheint mir: Neben Dienstleistungen sind es vor allem die sogenannten Hidden Champions, die in Deutschland für Prosperität sorgen. Während sich große Autofabriken und überhaupt großindustrielle Komplexe mehr und mehr woanders hin verlagern. Politisch-kulturell ist damit für verbürgerlicht-gemäßigte grüne Parteien in einem Land wie Deutschland sicher noch einiges möglich. Wenn die Schlote irgendwoanders rauchen und man selbst in Büros, an Computern und an Reagenzgläsern arbeitet. Das mal ganz ohne Wertung.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 14. Okt 2018, 12:50

https://www.merkur.de/politik/hofreiter ... 8.amp.html

Offenbar träumen manche Grüns immer noch vom Kommunismus.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 15. Okt 2018, 21:54

Das Märchen von der rein linksaußen Ökopartei hat sich ja seit gestern als Fata Morgana entlarvt, denn diese Zuwächse der Grünen in Bayern samt erfolgreicher Wählerabwerbung von SPD und CSU zeigt die "VERBÜRGERLICHUNG" der Grünen was ihre Wählerklientel betrifft offenkundig.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alexyessin » Di 16. Okt 2018, 12:18

Alpha Centauri hat geschrieben:(15 Oct 2018, 22:54)

Das Märchen von der rein linksaußen Ökopartei hat sich ja seit gestern als Fata Morgana entlarvt, denn diese Zuwächse der Grünen in Bayern samt erfolgreicher Wählerabwerbung von SPD und CSU zeigt die "VERBÜRGERLICHUNG" der Grünen was ihre Wählerklientel betrifft offenkundig.


Seit gestern? Ich denk, das ist seit 1994 schon so.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 17. Okt 2018, 08:32

[quote="Alexyessin"](16 Oct 2018, 13:18)

Seit gestern? Ich denk, das ist seit 1994 schon so.[/quot

Das Märchen wie aber gerne heute noch von konservativen bis bürgerlichen ( selbst ernannt bürgerlichen ) Kreisen vehement verbreitet, obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alexyessin » Mi 17. Okt 2018, 08:35

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:32)


Das Märchen wie aber gerne heute noch von konservativen bis bürgerlichen ( selbst ernannt bürgerlichen ) Kreisen vehement verbreitet, obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen.


Welches Märchen?
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 17. Okt 2018, 08:46

Alexyessin hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:35)

Welches Märchen?



Der linksaußen Ökopartei
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Mi 17. Okt 2018, 08:51

Alexyessin hat geschrieben:(16 Oct 2018, 13:18)

Seit gestern? Ich denk, das ist seit 1994 schon so.


Vielleicht nicht ganz so lange; aber immerhin hieß es schon zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts, daß die Grünen die Partei der kleinen bis mittleren Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes geworden sei, insbesondere in der Lehrerschaft und im Hochschul- und Institutsbereich. Verwunderlich finde ich das aber nicht. Wenn wir einmal von der Wiederansiedlung von Wölfen in einer genutzten Landschaft absehen, dann sind die meisten Vorstellungen der DIE GRÜNEN für Leute mit einigem Verstand nicht unvernünftig. Die Partei hat sich aber gelöst von der verbitterten Gegnerschaft zur Industrie, von der wir alle leben, dringt aber auf mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, weil die Rohstoffe der Erde begrenzt sind.

Ich vermute, daß das Wählerpotential der DIE GRÜNEN allmählich auf 30 bis 35 % anwachsen wird, wenn der gefühlte Klimawandel zu Beeinträchtigungen führen wird.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Mi 17. Okt 2018, 08:52

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:46)

Der linksaußen Ökopartei


Sie haben den Kurztext mißverstanden! Sie stimmen überein!
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alexyessin » Mi 17. Okt 2018, 08:55

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:46)

Der linksaußen Ökopartei


Das war spätestens 1994 vorbei.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 17. Okt 2018, 08:57

H2O hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:51)

Vielleicht nicht ganz so lange; aber immerhin hieß es schon zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts, daß die Grünen die Partei der kleinen bis mittleren Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes geworden sei, insbesondere in der Lehrerschaft und im Hochschul- und Institutsbereich. Verwunderlich finde ich das aber nicht. Wenn wir einmal von der Wiederansiedlung von Wölfen in einer genutzten Landschaft absehen, dann sind die meisten Vorstellungen der DIE GRÜNEN für Leute mit einigem Verstand nicht unvernünftig. Die Partei hat sich aber gelöst von der verbitterten Gegnerschaft zur Industrie, von der wir alle leben, dringt aber auf mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, weil die Rohstoffe der Erde begrenzt sind.

Ich vermute, daß das Wählerpotential der DIE GRÜNEN allmählich auf 30 bis 35 % anwachsen wird, wenn der gefühlte Klimawandel zu Beeinträchtigungen führen wird.


Stimme ihren Ausführungen zu, dir Grünen haben auch im Bund ein größeres Wähler Potenzial als es gegenwärtig den Anschein hat, die Frage ist können sie es heben.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Mi 17. Okt 2018, 10:22

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:57)

Stimme ihren Ausführungen zu, dir Grünen haben auch im Bund ein größeres Wähler Potenzial als es gegenwärtig den Anschein hat, die Frage ist können sie es heben.


Die Schwierigkeit besteht darin, sowohl "gesetzte" Mitbürger mit ihren Vorstellungen von einem gelungenen Leben für diese Partei zu begeistern und zugleich die ganz jungen Leute mit Zukunftsaussichten für DIE GRÜNEN zu gewinnen. Man muß sehen, daß die Bewegung zur Rettung des letzten Waldstücks des Hambacher Walds nur von den Jungen getragen wurde, bis die Älteren auch merkten, wie sehr auch ihre Interessen mit Füßen getreten wurden.

Gestern in Zeit online: In Belgien zerbröseln die AKW im Stillstand. Und da sollen nun deutsche Kohlekraftwerke den fehlenden Strom nach Belgien liefern. Die Luftverpestung und die CO2-Bilanz geht vermutlich auf deutsche Rechnung, und Belgien hat blitzsauberen Strom. Vor 20 Jahren wäre unsereiner noch stolz darauf gewesen: "Toll, Belgien versorgen wir Deutschen mit Strom!" Heute sind Bedenken angezeigt, daß ein Nachbar nicht ganz energisch dafür sorgt, daß seine künftige Energieversorgung gesichert ist. Da müßte es tüchtig Druck von der EU geben.

Heute in meiner Tageszeitung: In Nordniedersachsen entsteht jetzt eine großindustrielle Anlage, die aus erneuerbaren Energien Wasserstoff und Methan erzeugt. Keine Experimentieranlage, sondern eine Großanlage. Zugleich wird der Gastransport und die Gaslagerung in den vorhandenen Gasnetzen erprobt. Wieder ein großer Schritt zu einer nachhaltigen Lebensweise! Und Arbeitsplätze wird es auch geben für den Betrieb und den Nachbau solcher Anlagen an weitere Stellen. Ohne das beständige grüne Drängen wäre das alles nicht voran getrieben worden. Klar, irgendwann haben "es alle gewußt"!
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon jorikke » Mi 17. Okt 2018, 11:43

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 Oct 2018, 09:57)

Stimme ihren Ausführungen zu, dir Grünen haben auch im Bund ein größeres Wähler Potenzial als es gegenwärtig den Anschein hat, die Frage ist können sie es heben.


Nein.
Weil andere Parteien längst auf dem Gebiet mit schwimmen und abgrasen.
Ideen kann man sich in der Politik nicht patentieren lassen.
In Punkto Umweltschutz muss sich die Kanzlerin nun wirklich nichts vorwerfen lassen.
(Außer natürlich von Leuten, die nicht in der politischen Verantwortung stehen und deshalb ein vernünftiges Maß folgenlos überziehen können.)
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Mi 17. Okt 2018, 11:56

jorikke hat geschrieben:(17 Oct 2018, 12:43)

Nein.
Weil andere Parteien längst auf dem Gebiet mit schwimmen und abgrasen.
Ideen kann man sich in der Politik nicht patentieren lassen.
In Punkto Umweltschutz muss sich die Kanzlerin nun wirklich nichts vorwerfen lassen.
(Außer natürlich von Leuten, die nicht in der politischen Verantwortung stehen und deshalb ein vernünftiges Maß folgenlos überziehen können.)


Schön wär's ja. Vielleicht helfen Ihnen ein paar Stichworte weiter: Dieselskandal, Hambacher Forst, Stromtrassen, Ausbau der Offshore-Windparks, planvoller Übergang für die Beschäftigten in den Kohlerevieren.

Und deswegen laufen unseren Volksparteien die Wähler die Bude ein.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Cat with a whip » Mi 17. Okt 2018, 12:38

Aus Sicht der Industrie und der industriellen Landwirtschaft muss sich die Union wirklich nichts vorwerfen lassen. Da hat die Union sich verlässlich gegen Umweltschutz gestellt.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 17. Okt 2018, 13:41

Was den Hambacher Forst angeht war u. bin ich auf Seiten der Rodungsgegner, und zwar aus diversen Gründen deren wichtigster da lautet:
Die Kohleverstromung muss schnellstmöglich eingestellt werden wenn jemals irgendwelche Klimaziele erreicht werden sollen. Auto-, Kuh- u. sonstige Abgase sind ein Fliegenschiss gegen das was die Kohlekraftwerke an CO2 raus pusten.

Blöd für die Grünen nur, dass sie 2014 bzw. 2016 die Rodung selbst mitentschieden haben.
Scheint aber leider genug Unwissende o. Leute mit defektem Langzeitgedächtnis zu geben, die den Grünen die aktuelle Scheinheiligkeit ihrer Proteste gegen die Rodung abkaufen...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Nightrain » Mi 17. Okt 2018, 23:54

H2O hat geschrieben:(17 Oct 2018, 12:56)
Hambacher Forst.


Wie wäre es mit: Abholzung von Wäldern für Windkraftanlagen?
"Erstaunlich: Der Investitionsschub für solche Wald-Windparks ist der alten, rot-grünen Landesregierung zu verdanken. Klima und Naturschutz seien "angemessen ausgeglichen", wenn Wald für Windkraft geopfert wird, sagt Wibke Brems, energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. "
https://www1.wdr.de/nachrichten/landesp ... t-100.html

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