Die Grünen in der Abwärtsspirale?

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Fliege
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Fliege » Do 20. Sep 2018, 15:16

jorikke hat geschrieben:(20 Sep 2018, 16:07)
Wir wollen hier keine homöopathische Diskussion. Die Kommis in Bayer lassen wir mal außen vor.
Die Überläufer von der SPD sind ein Argument. Allerdings lassen sich die 17% der Grünen damit bei Weitem nicht erklären.
Die haben weit stärker bei der CSU abgegriffen. Die Analyse der Wählerwanderungen nach der LW wird sicher hoch interessant sein.
Ich fürchte da werden sich nicht Wenige von ihren liebgewonnenen Vorurteilen verabschieden müsse.

Von der CSU könnten Herz-Jesu-Sozialisten zu den Grünen wechseln, während Ex-SPD-Wähler direkt zur AfD gehen. Unterm Strich, und da stimme ich dir gern bei, wird die Analyse der Wählerwanderungen nach der Wahl von gehobenem Interesse sein.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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JJazzGold
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 15:38

jorikke hat geschrieben:(20 Sep 2018, 15:54)

Du kennst dich in der bayerischen Landespolitik naturgemäß viel besser aus als ich.
Deshalb lasse ich es lieber nicht auf einen Disput ankommen.
Für mich, als Aussenstehendem bleibt eine Frage aber im Raum.
Warum, um alles in der Welt, beurteilt der gescheite bayerische Wähler die Grünen so positiv, mal an den letzten Umfragen festgemacht?
Zuwenig Landbewohner und zu viel Isar Tsunamis ?


Die Grünen sammeln ihre Stimmen in den Städten, nicht auf dem Land, von einer Handvoll Ökobauern abgesehen. Das hast du schon richtig erkannt. Weshalb ich auch die Umfrageergebnisse bis zur Landtagswahl mit Fragezeichen versehe.

Anteilig dürfte es sich, ich weiß, reine Spekulation, tatsächlich um Proteststimmen handeln. Protest, der sich aus der Vorgehensweise der CSU speist. Der sich aufgrund der in Bayern andauernden Schwäche der SPD, dem Verschwinden der FDP vom Markt, dem Unwillen, die Die Linke im Maximilianeum Platz nehmen zu lassen und der mit viel zu viel Bandbreite ausgestattete FW am einfachsten bei den Grünen unterbringen lässt. Weil er nicht nur das Ärgern der CSU beinhaltet, sondern auch darauf baut, dass die CSU sich nicht auf das Glatteis einer schwarz-grünen Koalition einlassen wird.

Dabei unterschätze ich durchaus nicht, dass die Grünen in Bayern auch anteilig Wechselwähler oder Neuwähler zu ihren Neukunden zählen können. Wo sollte der links geneigte bayerische Wähler auch sonst seine Stimme anbringen, nachdem die SPD alles daran setzt, unglaubwürdig zu wirken? Betrachte, wo die SPD bisher stark war, in den Städten. Diesen Anteil wird zudem das Konzept der Grünen überzeugen.



...weil Bienenkörbe auf Hochhausdächern so niedlich aussehen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon jorikke » Do 20. Sep 2018, 16:11

JJazzGold hat geschrieben:(20 Sep 2018, 16:38)

Die Grünen sammeln ihre Stimmen in den Städten, nicht auf dem Land, von einer Handvoll Ökobauern abgesehen. Das hast du schon richtig erkannt. Weshalb ich auch die Umfrageergebnisse bis zur Landtagswahl mit Fragezeichen versehe.

Anteilig dürfte es sich, ich weiß, reine Spekulation, tatsächlich um Proteststimmen handeln. Protest, der sich aus der Vorgehensweise der CSU speist. Der sich aufgrund der in Bayern andauernden Schwäche der SPD, dem Verschwinden der FDP vom Markt, dem Unwillen, die Die Linke im Maximilianeum Platz nehmen zu lassen und der mit viel zu viel Bandbreite ausgestattete FW am einfachsten bei den Grünen unterbringen lässt. Weil er nicht nur das Ärgern der CSU beinhaltet, sondern auch darauf baut, dass die CSU sich nicht auf das Glatteis einer schwarz-grünen Koalition einlassen wird.

Dabei unterschätze ich durchaus nicht, dass die Grünen in Bayern auch anteilig Wechselwähler oder Neuwähler zu ihren Neukunden zählen können. Wo sollte der links geneigte bayerische Wähler auch sonst seine Stimme anbringen, nachdem die SPD alles daran setzt, unglaubwürdig zu wirken? Betrachte, wo die SPD bisher stark war, in den Städten. Diesen Anteil wird zudem das Konzept der Grünen überzeugen.



...weil Bienenkörbe auf Hochhausdächern so niedlich aussehen.


Die Grünen lernen von der Natur.
Bienenvölker die in der Stadt angesiedelt sind, bringen ein Vielfaches an Honigausbeute als gleichgroße Völker im ländlichem Raum.
Verblüffend aber wahr.
Die Erklärung ist einfach, in der Stadt gibt es keine CSU Bauern mit Giftspritzen.
Gut, überspitzt, das mit dem Gift stimmt, mit den CSU Bauern nur dort wo sie in der Überzahl sind, die Kollegen anderer politischer Ausrichtung spritzen auch.
Das mit den Proteststimmen müsste man mal genauer überdenken.
Wenn Wähler die Partei wechseln, muss es dann immer Protest sein?
Es kann doch schlicht ein besseres Angebot sein. Wenn ich meinen BMW (hatte ich noch nie, leider) abgebe und mir einen neuen Mercedes kaufe, hat das doch nichts mit Protest gegen BMW zu tun.
Die Karre gefällt mir einfach besser.
Ähnlich ist es in der Politik auch. Nicht immer, aber immer...du weißt schon.
Überraschend für mich ist es, wie viele Wähler bereit sind sich neu auszurichten.
Der Stammwähler ist wohl ein Relikt von gestern.
Nachdem wir in BW damit gut gefahren sind, besteht auch für die bayerische Landbevölkerung noch Hoffnung.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 16:24

jorikke hat geschrieben:(20 Sep 2018, 17:11)

Die Grünen lernen von der Natur.
Bienenvölker die in der Stadt angesiedelt sind, bringen ein Vielfaches an Honigausbeute als gleichgroße Völker im ländlichem Raum.
Verblüffend aber wahr.
Die Erklärung ist einfach, in der Stadt gibt es keine CSU Bauern mit Giftspritzen.
Gut, überspitzt, das mit dem Gift stimmt, mit den CSU Bauern nur dort wo sie in der Überzahl sind, die Kollegen anderer politischer Ausrichtung spritzen auch.
Das mit den Proteststimmen müsste man mal genauer überdenken.
Wenn Wähler die Partei wechseln, muss es dann immer Protest sein?
Es kann doch schlicht ein besseres Angebot sein. Wenn ich meinen BMW (hatte ich noch nie, leider) abgebe und mir einen neuen Mercedes kaufe, hat das doch nichts mit Protest gegen BMW zu tun.
Die Karre gefällt mir einfach besser.
Ähnlich ist es in der Politik auch. Nicht immer, aber immer...du weißt schon.
Überraschend für mich ist es, wie viele Wähler bereit sind sich neu auszurichten.
Der Stammwähler ist wohl ein Relikt von gestern.
Nachdem wir in BW damit gut gefahren sind, besteht auch für die bayerische Landbevölkerung noch Hoffnung.


In der Stadt gibt es Abgase und Feinstaub, weitaus mehr als auf dem Land, und die landen im Honig.

Jetzt habe ich mir die Mühe gemacht, zwischen Protestwähler und Wechselwähler/Neukunde anteilig zu unterscheiden und du versuchst schon wieder, mir den Grünenumfragewähler per se als begeisterten Konzeptüberzeugten zu verkaufen. Und das noch mit Verweis auf B-W, wo sich die Stimmen der Grünen anteilig aus CDU/SPD Protestwählern, nebst Neckartsunamibefürchtern speisten.

Mit solcher Art der Wahlwerbung wird das nichts bei der gescheiten bayerischen Landbevölkerung.
Das grüne Los müsst ihr in B-W schon ganz alleine ertragen. Soweit geht die Nachbarschaftshilfe dann auch wieder nicht, dass wir euch als Entschuldigung dienen würden.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon jorikke » Do 20. Sep 2018, 17:12

JJazzGold hat geschrieben:(20 Sep 2018, 17:24)

In der Stadt gibt es Abgase und Feinstaub, weitaus mehr als auf dem Land, und die landen im Honig.

Jetzt habe ich mir die Mühe gemacht, zwischen Protestwähler und Wechselwähler/Neukunde anteilig zu unterscheiden und du versuchst schon wieder, mir den Grünenumfragewähler per se als begeisterten Konzeptüberzeugten zu verkaufen. Und das noch mit Verweis auf B-W, wo sich die Stimmen der Grünen anteilig aus CDU/SPD Protestwählern, nebst Neckartsunamibefürchtern speisten.

Mit solcher Art der Wahlwerbung wird das nichts bei der gescheiten bayerischen Landbevölkerung.
Das grüne Los müsst ihr in B-W schon ganz alleine ertragen. Soweit geht die Nachbarschaftshilfe dann auch wieder nicht, dass wir euch als Entschuldigung dienen würden.


Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
Momentan sind das nicht die Grünen.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 17:31

jorikke hat geschrieben:(20 Sep 2018, 18:12)

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
Momentan sind das nicht die Grünen.


Du sagst es, momentan. :)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sunny.crockett » Di 25. Sep 2018, 11:22

Was passiert, wenn die Grünen ein Land regieren? Sichtbar wird das in Baden-Württemberg.

Nachdem man dort schon im Bildungsranking in den letzten Jahren massiv abgestüzt war (Änderung Bildungssystem durch Grün-Rot), merkt die Wirtschaft jetzt auch massiv die grüne Regierungsarbeit

Die aktuelle Bundesländer-Rangliste offenbart, dass ausgerechnet das erfolgsverwöhnte Baden-Württemberg beim Wirtschaftswachstum abrutscht.
So findet sich das Land, das Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einer grün-schwarzen Koalition regiert, keineswegs in der Spitzengruppe, sondern blieb im ersten Halbjahr 2018 mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Wachstumsrate seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,6 Prozent sogar unter dem Bundesdurchschnitt von knapp zwei Prozent. Die Nachbarn Bayern und Rheinland-Pfalz waren hingegen mit 2,8 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent BIP-Steigerung erheblich dynamischer.
Und weil schon das Wachstum der baden-württembergischen Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren recht mau war, scheint es sich inzwischen um mehr als bloß eine kurzfristige Verschnaufpause zu handeln. So lag Baden-Württemberg 2017 mit einer Rate von 2,3 Prozent nur knapp über dem bundesdeutschen Durchschnitt und 2016 mit 1,2 Prozent Wachstum sogar deutlich darunter.

Und vor allem die Bayern erweisen sich auf vielen Feldern längst als überlegen. So zieht der Freistaat mehr Fachkräfte als jedes andere Bundesland aus dem Ausland an. Mittlerweile arbeiten 17 Prozent der hiesigen Erwerbstätigen in Bayern. Nur im größten Flächenstaat NRW sind es mit 21 Prozent noch mehr.
Baden-Württemberg stagniert seit 2010 bei rund 14 Prozent.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... rueck.html

Interessant ist auch, dass ausländische Fachkräfte wohl lieber in das rechte CSU-Land, als in das bunte Grünen-Land kommen wollen. Und diese Stagnation gibt es schon die ganze Grünen-Regierungszeit.
Aber mal schauen, was die Grünen in BaWü in den nächsten Jahren noch so alles runterwirtschaften können.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Alpha Centauri » Di 25. Sep 2018, 11:32

sunny.crockett hat geschrieben:(25 Sep 2018, 12:22)

Was passiert, wenn die Grünen ein Land regieren? Sichtbar wird das in Baden-Württemberg.

Nachdem man dort schon im Bildungsranking in den letzten Jahren massiv abgestüzt war (Änderung Bildungssystem durch Grün-Rot), merkt die Wirtschaft jetz


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... rueck.html

Interessant ist auch, dass ausländische Fachkräfte wohl lieber in das rechte CSU-Land, als in das bunte Grünen-Land kommen wollen. Und diese Stagnation gibt es schon die ganze Grünen-Regierungszeit.
Aber mal schauen, was die Grünen in BaWü in den nächsten Jahren noch so alles runterwirtschaften können.


Die CSU in Bayern hat politisch abgewirtschaftet ( was in den Umfragen deutlich wird) nur noch 35% gegenüber 47% Prozent zur letzten Landtagswahl

Und auch im Bund die GoKo Parteien verlieren Profiteure sind vor allem AFD (18%) und Grüne (15%)
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon ThorsHamar » Di 25. Sep 2018, 11:37

jorikke hat geschrieben:(20 Sep 2018, 17:11)

Die Grünen lernen von der Natur.
Bienenvölker die in der Stadt angesiedelt sind, bringen ein Vielfaches an Honigausbeute als gleichgroße Völker im ländlichem Raum.
Verblüffend aber wahr. ...


Also das ist Beste, was ich hier seit Jahren gelesen habe ....Danke. :p
"Die Grünen lernen von der Natur." - hammer ...
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Wolverine » Di 25. Sep 2018, 11:43

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Sep 2018, 12:32)

Die CSU in Bayern hat politisch abgewirtschaftet ( was in den Umfragen deutlich wird) nur noch 35% gegenüber 47% Prozent zur letzten Landtagswahl

Und auch im Bund die GoKo Parteien verlieren Profiteure sind vor allem AFD (18%) und Grüne (15%)


Ich bin überzeugter Nichtwähler und werde es auch bleiben. Die Grünen sind im Vergleich zu ihren Anfängen nur noch ein Schatten ihrer selbst.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon sunny.crockett » Di 25. Sep 2018, 12:15

Alpha Centauri hat geschrieben:(25 Sep 2018, 12:32)

Die CSU in Bayern hat politisch abgewirtschaftet ( was in den Umfragen deutlich wird) nur noch 35% gegenüber 47% Prozent zur letzten Landtagswahl

Und auch im Bund die GoKo Parteien verlieren Profiteure sind vor allem AFD (18%) und Grüne (15%)


Du meinst, weil die CSU in Bayern politisch abgewirtschaftet hat, ist das bildungstechnische und wirtschaftliche Abwirtschaften durch die Grünen in BaWü nicht zu kritisieren?

Ich denke, in Bayern könnte durch Austausch der Spitzenleute (ungeliebter Franke weg) ggf. wieder ein positiver Kurs geschafft werden. Dagegen hängt in BaWü doch vieles an dem realtiv qualifizierten Kretschmann, wenn man da die "Standard-Grünen-Politiker" ran läßt, dürfte es ganz düster werden, dann könnte der größte Arbeitgeber (Daimler) wohl auswandern.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon SirToby » Mi 26. Sep 2018, 13:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Sep 2018, 10:26)

Die "Industriegesellschaft" ist ein Auslaufmodell bzw. eine Zwischenstufe zwischen "Agrargesellschaft" und "DIenstleistungsgesellschaft". Und Deutschland ist längst keine "Industriegesellschaft" mehr. 2/3 aller Menschen sind im tertiären Sektor beschäftigt und dieser erzeugt eine höhere Wertschöpfung als der industrielle Bereich. Der Umschlagpunkt, also der Zeitpunkt, als mehr Menschen in diesem tertären Sektor arbeiteten als im Industriebereich war etwa Mitte, Ende der 80er. Also vor gut 30 Jahren. Mensch, das müsste sich doch mal so langsam herumgesprochen haben ...

In diesem Zusammenhang ist der langsame, aber stetige Niedergang der SPD ja auch verständlich. Der Niedergang der Grünen - wenn er denn tatsächlich stattfindet - dürfte Ursachen haben, die viel jüngeren Datums sind.


Mein lieber Herr, ich glaube über so etwas weiss ich besser Bescheid als Sie:

Ich denke, Sie wissen auch sehr genau, was ich mit einer Industriegesellschaft gemeint habe, nämlich die Gesellschaft in einem Industrieland.

https://www.vimentis.ch/d/lexikon/171/I ... eland.html
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 26. Sep 2018, 14:47

sunny.crockett hat geschrieben:(25 Sep 2018, 12:22)
So zieht der Freistaat mehr Fachkräfte als jedes andere Bundesland aus dem Ausland an.

Oktoberfest ;)
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Sep 2018, 06:55

SirToby hat geschrieben:(26 Sep 2018, 14:57)

Mein lieber Herr, ich glaube über so etwas weiss ich besser Bescheid als Sie:

Ich denke, Sie wissen auch sehr genau, was ich mit einer Industriegesellschaft gemeint habe, nämlich die Gesellschaft in einem Industrieland.

https://www.vimentis.ch/d/lexikon/171/I ... eland.html

Das weiß ich überhaupt nicht! Sie haben Industriegesellschaft geschrieben und nicht "Gesellschaft in einem Industrieland". Woher um alles in der Welt soll ich wissen, dass jemand 47 meint, wenn er 26 schreibt.

Und abgesehen davon. Bitte nicht übel nehmen: Aber ich kann es nicht ausstehen, wenn jemand kevinistisch-chantalistisch "über so etwas" statt "darüber" schreibt, nicht weiß, wo man ein Komma setzt und nicht weiß, wann man ß und wann man doppel-s verwendet (wenn er denn an einer Tastatur mit ß sitzt).
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Fr 5. Okt 2018, 09:30

Da ist es sie wieder, die grüne Vorstellung von Diktatur, sei es Bürger oder Wirtschaft betreffend.
Sollte demnächst Viskose auf Anregung der Grünen verboten werden, dann kann ich darauf setzen, dass Frau Baerbock sich auf die Gesetzeslage eines anderen Staates beruft, um die deutschen Hersteller und Vertreiber meiner Kleidung mittels monetärer Strafzahlungen dazu zu zwingen, mir den Inhalt meines Kleiderschrankes, egal wie alt und egal wie gesetzlich legitim damalig produziert und vertrieben, zu eigenen Lasten ersetzt.

Grüne Vollpfostendiktatur hat einen neuen Namen, Annalena Baerbock.


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 22115.html
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Zunder » So 7. Okt 2018, 23:12

JJazzGold hat geschrieben:(05 Oct 2018, 10:30)

Da ist es sie wieder, die grüne Vorstellung von Diktatur, sei es Bürger oder Wirtschaft betreffend.
Sollte demnächst Viskose auf Anregung der Grünen verboten werden, dann kann ich darauf setzen, dass Frau Baerbock sich auf die Gesetzeslage eines anderen Staates beruft, um die deutschen Hersteller und Vertreiber meiner Kleidung mittels monetärer Strafzahlungen dazu zu zwingen, mir den Inhalt meines Kleiderschrankes, egal wie alt und egal wie gesetzlich legitim damalig produziert und vertrieben, zu eigenen Lasten ersetzt.

Grüne Vollpfostendiktatur hat einen neuen Namen, Annalena Baerbock.


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 22115.html

Sorry, aber das ist ziemlich daneben.

"Das Kraftfahrt-Bundesamt vertritt die Auffassung, dass es sich bei der in diesen Fahrzeugen verwendeten Software um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt."
https://web.archive.org/web/20151108111 ... ?nn=456892

Von einer legalen Einrichtung kann offensichtlich keine Rede sein. Und das nachträgliche Software-Upgrade ändert am ursprünglichen Betrug gar nichts.
Deshalb gibt es ja auch eine Sammelklage.

"Durch das Aufspielen des Updates seien die Schadensersatzansprüche allerdings nicht verloren. "Viele Fahrzeughalter haben das Update nur aufspielen lassen, weil ihnen sonst der Verlust der Zulassung gedroht hätte. Die Verantwortung für den Mangel trägt aber der Hersteller, der Fahrzeuge in den Verkehr gebracht hat, die gar keine Betriebserlaubnis hätten erhalten dürfen. Bei Kenntnis der Abgasmanipulationen hätten viele Verbraucher diese Fahrzeuge erst gar nicht gekauft und können nun aufgrund vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung Schadensersatzansprüche auf Minderung des Kaufpreises bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend machen. Viele Gerichte entscheiden inzwischen verbraucherfreundlich", so Cäsar-Preller."
https://www.anwalt24.de/fachartikel/sch ... echt/52918

Warum bezahlt VW eine Milliarde Euro an Niedersachsen, wenn doch angeblich alles in Ordnung ist?
Warum sitzt eigentlich Rupert Stadler in Untersuchungshaft?

Ferdinand Dudenhöffer kann froh sein, daß nur die etwas naive Annalena Baerbock bei Maybrit Illner saß und nicht z.B. ein Jürgen Trittin.
Der hätte ihn nach dem dreisten Vorwurf der Demagogie ein bißchen rund gemacht.

Auch die Bundeskanzlerin spricht unmißverständlich von Betrug:
Kanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Autoindustrie wegen der Dieselkrise scharf kritisiert. Es sei dort in der Diskussion um Schadstoffreduzierungen gelogen und betrogen worden, sagte die CDU-Vorsitzende auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Kiel. Etliche in der Autoindustrie hätten sich "sehr schuldig gemacht und Vertrauen verspielt".
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Merkel-u ... 57791.html
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 8. Okt 2018, 00:09

Interessant ist aber andererseits, dass weder die Regierung, noch sonstwer die Autoindustrie rechtlich zur Nachbesserung zwingen kann. Sowohl das kostenlose Software-Update war eine freiwillige Leistung als
auch gewisse Zugeständnisse und Angebote der Autoindustrie wie Beteiligung beim nachträglichen Einbau von Dieselfiltern oder Neukauf-Prämien sind als freiwillig. Das wird auch seitens der
Bundesregierung offenkundig nicht bestritten. Demnach wäre - aufgrund der damals bestehenden für D geltenden Vorschriften und Abgasregeln kein Verstoß seitens der Autohersteller vorgelegen. Sondern alles nach den
geltenden damaligen Bestimmungen geschehen. Die ausdrücklich eine solche Software nicht verboten hatten, für die alleine relevanten Labortests, die die Autohersteller nach den gültigen Regeln erfüllten, deshalb im juristischen Sinnekeinen Betrug darstellten.

Wenn man so will, war es die laxe Haltung des Gesetzgebers inclusive der für die Umsetzung und Einhaltung der zulässigen Grenzwerte zuständigen Ämter und Behörden und deren Kontroll- bzw. Prüfverfahren, die
den legalen "Betrug" am Kunden nicht nur möglich machten, sondern sogar juristisch absicherten.

Davon ab bleibt natürlich der nicht widerlegbare Geruch eines Werbe- und Produktverprechens der Autohersteller gegenüber den Verbrauchern, diese Autos seine alle sehr sauber. Aber ganz ehrlich, wer vor drei Jahren an den Auspuffrohren seines achso sauberen Diesels kurz roch und dann noch den Werbescheiss der Autohersteller vom sauberen Diesel glaubte, der war und ist selbst nicht ganz sauber. Mit Verlaub.

Das Märchen von sauberen Autos, egal ob Benziner oder Diesel, ist und war schon immer dämlich und vor allem: nie wahr.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon Zunder » Mo 8. Okt 2018, 00:16

Wenn es sich laut KBA um eine "unzulässige Abschalteinrichtung handelt", kann von Rechtmäßigkeit nicht ernsthaft die Rede sein.
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon H2O » Mo 8. Okt 2018, 00:44

Also, gestern meldeten die Umfragen der "Sonntagsfrage" DIE GRÜNEN auf Bundesebene zwischen 16% und 18%, nachdem sie in der Bundestagswahl etwa 9% errungen hatten. Natürlich könnte das Zwischenergebnis besser sein, aber von "Abwärtsspirale" kann derzeit doch gar keine Rede sein.

In Bayern liegen DIE GRÜNEN derzeit bei 18% Zustimmung auf Landesebene; zur Bundestagswahl hatten sie es in Bayern auf etwa 10% gebracht. Das ist doch ganz ordentlich!
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Re: Die Grünen in der Abwärtsspirale?

Beitragvon JJazzGold » Mo 8. Okt 2018, 06:58

Zunder hat geschrieben:(08 Oct 2018, 00:12)

Sorry, aber das ist ziemlich daneben.

"Das Kraftfahrt-Bundesamt vertritt die Auffassung, dass es sich bei der in diesen Fahrzeugen verwendeten Software um eine unzulässige Abschalteinrichtung handelt."
https://web.archive.org/web/20151108111 ... ?nn=456892

Von einer legalen Einrichtung kann offensichtlich keine Rede sein. Und das nachträgliche Software-Upgrade ändert am ursprünglichen Betrug gar nichts.
Deshalb gibt es ja auch eine Sammelklage.

"Durch das Aufspielen des Updates seien die Schadensersatzansprüche allerdings nicht verloren. "Viele Fahrzeughalter haben das Update nur aufspielen lassen, weil ihnen sonst der Verlust der Zulassung gedroht hätte. Die Verantwortung für den Mangel trägt aber der Hersteller, der Fahrzeuge in den Verkehr gebracht hat, die gar keine Betriebserlaubnis hätten erhalten dürfen. Bei Kenntnis der Abgasmanipulationen hätten viele Verbraucher diese Fahrzeuge erst gar nicht gekauft und können nun aufgrund vorsätzlicher sittenwidriger Täuschung Schadensersatzansprüche auf Minderung des Kaufpreises bzw. Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend machen. Viele Gerichte entscheiden inzwischen verbraucherfreundlich", so Cäsar-Preller."
https://www.anwalt24.de/fachartikel/sch ... echt/52918

Warum bezahlt VW eine Milliarde Euro an Niedersachsen, wenn doch angeblich alles in Ordnung ist?
Warum sitzt eigentlich Rupert Stadler in Untersuchungshaft?

Ferdinand Dudenhöffer kann froh sein, daß nur die etwas naive Annalena Baerbock bei Maybrit Illner saß und nicht z.B. ein Jürgen Trittin.
Der hätte ihn nach dem dreisten Vorwurf der Demagogie ein bißchen rund gemacht.

Auch die Bundeskanzlerin spricht unmißverständlich von Betrug:
Kanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Autoindustrie wegen der Dieselkrise scharf kritisiert. Es sei dort in der Diskussion um Schadstoffreduzierungen gelogen und betrogen worden, sagte die CDU-Vorsitzende auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) in Kiel. Etliche in der Autoindustrie hätten sich "sehr schuldig gemacht und Vertrauen verspielt".
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Merkel-u ... 57791.html



Wenn es lt. Baerbock nur der Anwendung von US Rechts bedarf, um die Hersteller in Deutschland zu zwingen die Umrüstung aller Diesel zu finanzieren, egal ob älteren Datums oder mit Schadsoftware ausgerüstet, weshalb ist dann die derzeitige Regierung nicht in der Lage, dies umzusetzen?

Das ist die erste Frage, die man sich angesichts Frau Baerbocks Behauptung stellen muss.
Die Antwort darauf ist Ihnen und mir bekannt. US Recht lässt sich in Deutschland nicht anwenden.
Man sollte eigentlich voraussetzen dürfen, dass dies Frau Baerbock ebenso bekannt ist. Falls ja, weshalb vermittelt sie dann, es wäre?

Die zweite Frage muss lauten, welche gesetzlich Grundlage die Grünen schaffen wollen, um die Hersteller und Vertreiber mittels monetärer Strafe zu zwingen Diesel älteren Datums, die zu ihrer Zeit unter legaler gesetzlicher Bedingung produziert, vertrieben und gekauft wurden nachzurüsten?

Denn das war die Aussage von Frau Baerbock, die sich mitnichten nur auf Diesel mit Schadsoftware reduzierte.
Hier wird dem Verbraucher suggeriert, dass der Konsument, würde er nur die Grünen wählen, sich darauf verlassen kann, dass er sein älteres Fahrzeug problemlos weiterhin nutzen kann, weil die Grünen nicht nur dafür Sorge tragen werden, dass ihm die Umrüstung fremdfinananziert wird, sondern dies sogar mittels gesetzlich angewiesener Strafzahlungen auf offensichtlich noch zu schaffender Gesetzeslage erzwingen werden. Was den damals legal Produzierenden gleich zweifach finanziell belasten würde.

Insofern halte ich sowohl mein Beispiel, im Bezug auf zukünftig zu erwartende grüne Irrwege, als auch meine Kritik an dieser grünen Polemik im Bezug auf die Dieseldiskussion für angebracht.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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