Die Zukunft der CDU

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rain353
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » Sa 3. Nov 2018, 04:01

JJazzGold hat geschrieben:(02 Nov 2018, 18:20)

Ich könnt jetzt à la Ricola fragen, werr chatts erfuunden?, aber das bringt nichts, da Sie ohnehin schon für sich beschlossen haben:

Merz ist schuld!


Ich nehme Merz ab, dass er auch ein Sozialpolitiker ist(wovon Merkel sich immer distanziert hat, eine zu sein), aber AKK versucht jetzt ein Themenschwerpunkt zu setzen...
Sie beklagt den "sozialen Sprengsatz" und will damit vor allem Merz indirekt angreifen(vllt. setzt sie darauf, dass viele bei Blackrock an kapitalistische Verbrecher denken, obwohl es nur ein Treuhänder ist)......

Wird ihr das u.a. damit gelingen viele Deligierte zu überzeugen??? Wusste nicht, dass die CDU als Hauptthema für soziale Gerechtigkeit eintritt.....
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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 07:42

rain353 hat geschrieben:(03 Nov 2018, 04:01)

Ich nehme Merz ab, dass er auch ein Sozialpolitiker ist(wovon Merkel sich immer distanziert hat, eine zu sein), aber AKK versucht jetzt ein Themenschwerpunkt zu setzen...
Sie beklagt den "sozialen Sprengsatz" und will damit vor allem Merz indirekt angreifen(vllt. setzt sie darauf, dass viele bei Blackrock an kapitalistische Verbrecher denken, obwohl es nur ein Treuhänder ist)......

Wird ihr das u.a. damit gelingen viele Deligierte zu überzeugen??? Wusste nicht, dass die CDU als Hauptthema für soziale Gerechtigkeit eintritt.....


Jetzt warten wir doch erst mal ab, wer welches Konzept vorlegt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Klopfer » Sa 3. Nov 2018, 08:22

rain353 hat geschrieben:(03 Nov 2018, 04:01)

Ich nehme Merz ab, dass er auch ein Sozialpolitiker ist(wovon Merkel sich immer distanziert hat, eine zu sein), aber AKK versucht jetzt ein Themenschwerpunkt zu setzen...
Sie beklagt den "sozialen Sprengsatz" und will damit vor allem Merz indirekt angreifen(vllt. setzt sie darauf, dass viele bei Blackrock an kapitalistische Verbrecher denken, obwohl es nur ein Treuhänder ist)......

Wird ihr das u.a. damit gelingen viele Deligierte zu überzeugen??? Wusste nicht, dass die CDU als Hauptthema für soziale Gerechtigkeit eintritt.....

Nö, ich nicht. Wer Gründungsmitglied der INSM ist hat mit Sozial nichts am Hut.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Liberty » Sa 3. Nov 2018, 11:34

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 07:42)
Jetzt warten wir doch erst mal ab, wer welches Konzept vorlegt.


Man weiss aber schon ungefähr, wofür die Kandidaten stehen.Friedrich Merz verbindet jeder sofort mit einer umfassenden, grossen Einkommenssteuerreform. Wirtschaftsliberale Positionen wie den Abbau von Regulierungen, die Senkung von Lohnnebenkosten und den mittelfristigen Umbau der Sozialversicherungssysteme zu mehr Eigenverantwortung und Freiheit des Bürgers kann man von Merz erwarten.

Als Transatlantiker erwarte ich auch eine deutlich grössere Nähe zu den USA in der Aussenpolitik und ein grösseres Engagement Deutschlands in der NATO, z.B. die Einhaltung des 2%-Ziels.

In der Gesellschaftspolitik stand Merz immer für "Leitkultur" und ein traditionelles Familienbild, in der Energiepolitik für wirtschaftliche Vernunft und Pragmatismus.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Sa 3. Nov 2018, 11:45

Liberty hat geschrieben:(03 Nov 2018, 11:34)

Man weiss aber schon ungefähr, wofür die Kandidaten stehen.Friedrich Merz verbindet jeder sofort mit einer umfassenden, grossen Einkommenssteuerreform. Wirtschaftsliberale Positionen wie den Abbau von Regulierungen, die Senkung von Lohnnebenkosten und den mittelfristigen Umbau der Sozialversicherungssysteme zu mehr Eigenverantwortung und Freiheit des Bürgers kann man von Merz erwarten.

Als Transatlantiker erwarte ich auch eine deutlich grössere Nähe zu den USA in der Aussenpolitik und ein grösseres Engagement Deutschlands in der NATO, z.B. die Einhaltung des 2%-Ziels.

In der Gesellschaftspolitik stand Merz immer für "Leitkultur" und ein traditionelles Familienbild, in der Energiepolitik für wirtschaftliche Vernunft und Pragmatismus.


Die transatlantischen Beziehungen haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert, daran wird auch Merz nichts ändern.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 11:50

Liberty hat geschrieben:(03 Nov 2018, 11:34)

Man weiss aber schon ungefähr, wofür die Kandidaten stehen.Friedrich Merz verbindet jeder sofort mit einer umfassenden, grossen Einkommenssteuerreform. Wirtschaftsliberale Positionen wie den Abbau von Regulierungen, die Senkung von Lohnnebenkosten und den mittelfristigen Umbau der Sozialversicherungssysteme zu mehr Eigenverantwortung und Freiheit des Bürgers kann man von Merz erwarten.

Als Transatlantiker erwarte ich auch eine deutlich grössere Nähe zu den USA in der Aussenpolitik und ein grösseres Engagement Deutschlands in der NATO, z.B. die Einhaltung des 2%-Ziels.

In der Gesellschaftspolitik stand Merz immer für "Leitkultur" und ein traditionelles Familienbild, in der Energiepolitik für wirtschaftliche Vernunft und Pragmatismus.


Sicher kann man das grob einschätzen. Mich interessiert aber noch Etliches mehr. Wie sieht es aus mit Einzelthemen wie Bürokratieabbau, Flexirente, Soli, Digitalisierung, Bildung, Aussenpolitik, EU, Einwanderungsgesetz, etc.
Dazu werden alle Kandidaten Position beziehen müssen und deshalb ist es meines Erachtens sinnvoll, erst einmal abzuwarten bis die Konzepte zum Vergleich vorliegen und, da ich bezweifle, dass die CDU in naher Zukunft in die Verlegenheit gerät allein zu regieren, diese auf Kompatibilität mit anderen Parteien zu vergleichen.

Aus einer kurzen, einführenden Pressekonferenz lässt nichts Konkretes ablesen. Das ist keine Kritik. Es wäre irritierend gewesen, hätte erst die Presse und dann die Partei erfahren, welches detaillierte Bild Merz vom zukünftigen Kurs der CDU hat. Um so interessanter, dass Merz gemäß erster Umfrage bereits so viel Zustimmung zur Verfügung steht.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Sa 3. Nov 2018, 12:00

Es ist ja nicht so, dass Herr Merz, sollte er dann gewählt werden,allein die Richtlinien der Partei bestimmen wird. Über Anträge dürfte auch weiterhin innerhalb der Partei und der Fraktion abgestimmt werden, davon gehe ich mal aus.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Liberty » Sa 3. Nov 2018, 12:36

Ich kann mir mit Merz nur eine schwarz-gelbe Koalition vorstellen.

Merz als Kanzler, Frank Schäffler (FDP) als Finanzminister und Carsten Linnemann als Superminister für Wirtschaft und Arbeit.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 13:52

yogi61 hat geschrieben:(03 Nov 2018, 12:00)

Es ist ja nicht so, dass Herr Merz, sollte er dann gewählt werden,allein die Richtlinien der Partei bestimmen wird. Über Anträge dürfte auch weiterhin innerhalb der Partei und der Fraktion abgestimmt werden, davon gehe ich mal aus.


Vorausgesetzt, die/der zukünftige PV würde in absehbarer Zeit auch Kanzler/in, wovon ich ausgehe, dann wäre die Richtlinie durchaus interessant.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Liberty » Sa 3. Nov 2018, 15:59

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Merz nächstes Jahr das Kanzleramt übernimmt und dann bis 2021 die Politik von Merkel in einer GroKo weiterführt, um dann plötzlich mit einem neuen Programm anzutreten. Das wäre unglaubwürdig.

Sinnvoller wären nächstes Jahr Neuwahlen unter neuen Voraussetzungen. Die Union mit Merz, Spahn und neuem Programm an der Spitze, die SPD ebenfalls mit neuem Führungspersonal (Kühnert?, Stegner?, Lauterbach? Maas?) und neuem Programm.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 16:12

Liberty hat geschrieben:(03 Nov 2018, 15:59)

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Merz nächstes Jahr das Kanzleramt übernimmt und dann bis 2021 die Politik von Merkel in einer GroKo weiterführt, um dann plötzlich mit einem neuen Programm anzutreten. Das wäre unglaubwürdig.

Sinnvoller wären nächstes Jahr Neuwahlen unter neuen Voraussetzungen. Die Union mit Merz, Spahn und neuem Programm an der Spitze, die SPD ebenfalls mit neuem Führungspersonal (Kühnert?, Stegner?, Lauterbach? Maas?) und neuem Programm.


Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Momentan hege ich Zweifel daran, dass Frau Merkel erwartet, bis 2021 Kanzlerin zu bleiben.
Meines Erachtens hält diese Koaltion nur bis zur eingebauten Sollbruchstelle. D.h., nächstes Jahr gehen wir wieder wählen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Vongole » Sa 3. Nov 2018, 16:19

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 16:12)

Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Momentan hege ich Zweifel daran, dass Frau Merkel erwartet, bis 2021 Kanzlerin zu bleiben.
Meines Erachtens hält diese Koaltion nur bis zur eingebauten Sollbruchstelle. D.h., nächstes Jahr gehen wir wieder wählen.


Davon gehe ich auch aus und hoffe, die SPD hat bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht.
Der weitere Zulauf zu den Grünen dürfte eh gesichert sein.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » Sa 3. Nov 2018, 17:05

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 07:42)

Jetzt warten wir doch erst mal ab, wer welches Konzept vorlegt.


AKK versucht sich als eine Art Sozialdemokratin zu inszenieren, um die Deutschen zu täuschen.... Gab es das nicht 2 mal in der deutschen Geschichte?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Nightrain » Sa 3. Nov 2018, 17:25

Man wird die Umfragen abwarten. Sollte es für den neuen Vorsitzenden einen "Schulzeffekt" geben, wird man denke ich Merkel sofort entsorgen und schnelle Neuwahlen anstreben, die diesen Effekt mitnehmen.

Interessant wird, wie die SPD reagiert. Ich kann mir vorstellen, dass man dort ebenfalls dann radikal das Personal austauscht und mit einem Reformprogramm um die Ecke kommt. Stegner fängt ja schon mit den Vorbereitungen an: 12€ Mindestlohn, Hartz IV komplett abschaffen, Bildung komplett kostenfrei machen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 22:36

Vongole hat geschrieben:(03 Nov 2018, 16:19)

Davon gehe ich auch aus und hoffe, die SPD hat bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht.
Der weitere Zulauf zu den Grünen dürfte eh gesichert sein.


So wie ich die SPD im Moment einschätze, weiß sie noch nicht einmal, was ihre Hausaufgaben sind.
Die wird bei der nächsten Wahl in der Opposition landen und dort muss sie sich erst einmal neu sortieren.
Bis dahin werden die Grünen übernehmen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Liberty » Sa 3. Nov 2018, 22:47

Nightrain hat geschrieben:(03 Nov 2018, 17:25)
Interessant wird, wie die SPD reagiert. Ich kann mir vorstellen, dass man dort ebenfalls dann radikal das Personal austauscht und mit einem Reformprogramm um die Ecke kommt. Stegner fängt ja schon mit den Vorbereitungen an: 12€ Mindestlohn, Hartz IV komplett abschaffen, Bildung komplett kostenfrei machen.


Das macht aber auch nur Sinn, wenn die SPD auch wirklich eine linke Koalition anstrebt. Entweder Rot-Grün oder wenn das nicht reicht, dann eben Rot-Rot-Grün. Nur in einer solchen Koalition sind diese Punkte umzusetzen.

Es ist halt völlig unglaubwürdig sich ein linkes Programm zu geben und dann die einzige Koalition, mit der das politisch umzusetzen wäre auszuschliessen.

Gilt aber nun umgekehrt auch für eine liberal-konservativ erneuerte CDU. Bündnisse mit linken Parteien müssen vor der Wahl klar ausgeschlossen und eine schwarz-gelbe Koalition als Ziel ausgegeben werden.

Ein harter Lagerwahlkampf 2019 wäre ideal.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Progressiver » Sa 3. Nov 2018, 23:37

Liberty hat geschrieben:(03 Nov 2018, 22:47)

Das macht aber auch nur Sinn, wenn die SPD auch wirklich eine linke Koalition anstrebt. Entweder Rot-Grün oder wenn das nicht reicht, dann eben Rot-Rot-Grün. Nur in einer solchen Koalition sind diese Punkte umzusetzen.

Es ist halt völlig unglaubwürdig sich ein linkes Programm zu geben und dann die einzige Koalition, mit der das politisch umzusetzen wäre auszuschliessen.

Gilt aber nun umgekehrt auch für eine liberal-konservativ erneuerte CDU. Bündnisse mit linken Parteien müssen vor der Wahl klar ausgeschlossen und eine schwarz-gelbe Koalition als Ziel ausgegeben werden.

Ein harter Lagerwahlkampf 2019 wäre ideal.


Wovon träumst du nachts, wenn ich fragen darf? Die Zeiten harter Lagerwahlkämpfe sind vorbei! Die ehemaligen Volksparteien zerlegen sich gerade jeweils selbst. Gleiches gilt auch leider für die LINKE. Die FDP von Christian Lindner wird noch eine ganze Weile lang nicht koalitionsfähig oder -willig bleiben. So bleiben nur die Grünen und die AfD übrig. Letztere werden alle Wutbürger sammeln, die nur Hass in ihren Herzen tragen. Die AfD wird sich also nicht von selbst auflösen, sondern als Problem bestehen. Und die Grünen stellen das Gegenmodell dar und sammeln die Kosmopoliten und EU-Befürworter ein. Die Grünen sind schlau genug, sich als modernere Variante der CDU und der SPD zu präsentieren. Ich bin gewiss kein Grünenfan, aber das muss man anerkennen.

Was die CDU betrifft, so hat man es bei der Hessenwahl gesehen, wohin die Reise geht. Wem die CDU zu altbacken ist, der wählt die wertkonservativen Grünen. Die Reaktionäre, die vorher noch die CDU gewählt hätten, wechseln wiederum dauerhaft zur AfD. Schlimmer ist es nur noch in Bayern mit der CSU. Wer die Machtgeilheit dieser Partei nicht ertragen kann, hat die Grünen gewählt. Die andere Seite dagegen wechselte zur AfD.

Die SPD und die CSU sind da sicher noch schlimmer dran, weil sie sich -jeweils aus anderen Gründen- selbst zerlegen. Die meisten Bayern wollen eben keinen AfD-Abklatsch haben. Und die SPD ist seit der Agenda 2010 und dem nachfolgenden Rumgeeiere nicht mehr eine Partei, denen die Deutschen trauen. Aber auch die CDU als sogenannte Volkspartei ist Geschichte. Sie muss jetzt aufpassen, dass sie nicht gleichermaßen an AfD sowie die Grünen verliert. Aber ob sie das schafft?

Die Zeiten der Lagerwahlkämpfe sind jedenfalls Geschichte. Ich nehme mal an, dass die politische Situation zukünftig eher noch viel unübersichtlicher wird.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Orbiter1 » Mo 5. Nov 2018, 20:27

Laut einer Forsa-Umfrage spricht sich eine klare Mehrheit der Deutschen gegen einen Rechtsruck der CDU aus.

"Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge gegen einen Kurswechsel der CDU. 63 Prozent hielten es laut dem am Montag veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer für falsch, wieder stärker die konservativen Werte zu betonen. 29 Prozent seien für einen solchen Kurs, für den die Parteivorsitz-Kandidaten Friedrich Merz und Jens Spahn stehen.

Die Mehrheit wolle, dass die CDU den Kurs der scheidenden Parteichefin Angela Merkel fortsetze und eine Partei der Mitte bleibe, teilte die Sendergruppe mit. Dafür sprächen sich alle Bevölkerungsgruppen mit großer Mehrheit aus. Auch von den CDU- und CSU-Anhängern hielten 65 (CSU: 60) Prozent diese Ausrichtung für richtig."

Macht auch absolut Sinn, Wahlen werden nach wie vor in der Mitte gewonnen. Und für Merz sieht es auch nicht gut aus.

"Bei Frauen und jungen Wählern ist der Politik-Rückkehrer Merz der Umfrage zufolge wenig beliebt. Könnten die Deutschen den Kanzler direkt wählen, würden sich der Umfrage zufolge bei einem Zweikampf zwischen Merz und SPD-Chefin Andrea Nahles jeweils nur 33 Prozent der Frauen und der 18- bis 29-Jährigen für Merz entscheiden. Sollte Vizekanzler Olaf Scholz die SPD-Alternative zu Merz sein, würden sogar nur 26 Prozent der Frauen und 15 Prozent der 18- bis 29-Jährigen für den CDU-Politiker stimmen." Quelle: https://rp-online.de/politik/deutschlan ... d-34282393
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Klopfer » Mo 5. Nov 2018, 22:11

Liberty hat geschrieben:(03 Nov 2018, 11:34)

Man weiss aber schon ungefähr, wofür die Kandidaten stehen.Friedrich Merz verbindet jeder sofort mit einer umfassenden, grossen Einkommenssteuerreform. Wirtschaftsliberale Positionen wie den Abbau von Regulierungen, die Senkung von Lohnnebenkosten und den mittelfristigen Umbau der Sozialversicherungssysteme zu mehr Eigenverantwortung und Freiheit des Bürgers kann man von Merz erwarten.

Als Transatlantiker erwarte ich auch eine deutlich grössere Nähe zu den USA in der Aussenpolitik und ein grösseres Engagement Deutschlands in der NATO, z.B. die Einhaltung des 2%-Ziels.

In der Gesellschaftspolitik stand Merz immer für "Leitkultur" und ein traditionelles Familienbild, in der Energiepolitik für wirtschaftliche Vernunft und Pragmatismus.

Also unterm Strich arbeitnehmerfeindliche Politik, wenn ich die Phrase "Eigenverantwortung" höre, weiss ich immer dass Übervorteilung durch andere gemeint ist. Freiheit der Bürger in dem man die Schwachen der Willkür der Mächtigen überlässt. Die Unternehmen z.b. haben längst bewiesen dass sie weder mit Eigenverantwortung als auch mit Freiheit nicht umzugehen wissen, sie wussten stets beides zu ihrem alleinigen Vorteil zu Lasten anderer zu missbrauchen. Ich erwarte von Merz gar nichts, denn niemand will so einen opportunistischen Lobbyisten zum Kanzler. Ich weiss nicht ob das deutsche Volk so töricht ist.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Klopfer » Mo 5. Nov 2018, 22:16

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 13:52)

Vorausgesetzt, die/der zukünftige PV würde in absehbarer Zeit auch Kanzler/in, wovon ich ausgehe, dann wäre die Richtlinie durchaus interessant.

Interessante These, geht das künftig so ganz ohne Wahlen durch die Bürger?

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