Die Zukunft der CDU

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Raul71
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Raul71 » Do 1. Nov 2018, 19:05

Vongole hat geschrieben:(01 Nov 2018, 18:54)

Da wird sich der Herr Spahn aber freuen, wenn er mal Kanzerkandidat wird. :D
Wie man liest, freut sich auch Herr Bannon schon ganz arg.
Einer der dreien wird es viel schneller als sie denken. Ich denke da schon weiter.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Do 1. Nov 2018, 20:55

Raul71 hat geschrieben:(01 Nov 2018, 18:45)

Nach Abwägung komme ich doch zur folgenden Erkenntnis - Herr Spahn sollte Bundeskanzler werden. Frau Kramp-Karrenbauer verfolgt weiterhin in etwa den alten Merkel-Kurs, Herr Merz war zu lange draußen und war anscheinend mit den Cum-Ex-Geschäften befasst, was ihm vor die Füße fallen wird.
Herr Spahn will die CDU wieder zur CDU machen, wie man sie kennt und schaut endlich mal der Zuwanderungsszene auf die Finger. https://www.n-tv.de/politik/Spahn-kriti ... 99365.html
Endlich spricht ein oben angesiedelter Politiker indirekt aus, dass die festgelegte Obergrenze indiskutabel ist. Diese Obergrenze ist für sich betrachtet auch Wahnsinn. Da wurde ausgenutzt, dass zuvor Millionen Menschen hereinkamen.
Meine virtuelle Stimme gehört also ganz klar Jens Spahn. Jeder, der bei der CDU einen vernünftigen Kurswechsel und ein Besinnen auf alte Werte wünscht, sollte für ihn sein.



Spahn soll erst mal sein Ministergeschäft erfolgreich betreiben. Solange da nix zähl- und vorweisbares kommt, ist auch der nur ein Dampfplauderer.
Was Merz angeht: der hat einige wunde Stellen und offene Flanken. Die Frage ist auch, ob jemand, der schon einmal davongelaufen ist, Parteivorsitzender kann - oder gar Kanzler.Wir hatten ja auch schon die Wegläufer Stoiber und Lafontaine.
Ansonsten steht Fritze Merz eben auch für die CDU anno 2003. Das, was man seinerzeit alles wollte, was man vertrat und auch in den damals unionsgeführten Ländern vorangetrieben hat, ist alles komplett gescheitert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Fr 2. Nov 2018, 07:32

sünnerklaas hat geschrieben:(01 Nov 2018, 20:55)

Spahn soll erst mal sein Ministergeschäft erfolgreich betreiben. Solange da nix zähl- und vorweisbares kommt, ist auch der nur ein Dampfplauderer.
Was Merz angeht: der hat einige wunde Stellen und offene Flanken. Die Frage ist auch, ob jemand, der schon einmal davongelaufen ist, Parteivorsitzender kann - oder gar Kanzler.Wir hatten ja auch schon die Wegläufer Stoiber und Lafontaine.
Ansonsten steht Fritze Merz eben auch für die CDU anno 2003. Das, was man seinerzeit alles wollte, was man vertrat und auch in den damals unionsgeführten Ländern vorangetrieben hat, ist alles komplett gescheitert.



Sie kennen bereits das Konzept von Merz.
Bitte veröffentlichen Sie es hier, denn darauf dürfte nicht nur ich gespannt sein.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Orbiter1 » Fr 2. Nov 2018, 07:51

JJazzGold hat geschrieben:(02 Nov 2018, 07:32)

Sie kennen bereits das Konzept von Merz.
Bitte veröffentlichen Sie es hier, denn darauf dürfte nicht nur ich gespannt sein.
Merz frisst jetzt die Kreide kiloweise um seine jahrelang propagierte extrem arbeitgebernahe Position zu kaschieren. Das wird aber nicht funktionieren.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Nov 2018, 08:55

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich vehement gegen Bestrebungen von Teilen der Union ausgesprochen, die CDU nach rechts zu rücken. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Laschet: "Ich bin überzeugt, dass eine solche Achsenverschiebung falsch wäre." Als Chef des NRW-Landesverbandes und Vize-Chef der Bundes-CDU ist er ein Schwergewicht der Partei.

Laschet distanzierte sich außerdem indirekt von jüngsten kritischen Äußerungen Jens Spahns, Bundesgesundheitsminister und einer der Bewerber um den CDU-Vorsitz, zur Aufnahme von Flüchtlingen. Laschet sagte: "Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet."


https://www.sueddeutsche.de/politik/las ... -1.4194157

War es das schon für Jens Spahn? Warum sieht Laschet sich jetzt schon genötigt da einzugreifen? Fragen über Fragen. Möglich, dass Spahn irgendwann einen Deal mit Merz macht und Merz dann gegen Kramp-Karrenbauer antritt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Fr 2. Nov 2018, 11:36

yogi61 hat geschrieben:(02 Nov 2018, 08:55)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich vehement gegen Bestrebungen von Teilen der Union ausgesprochen, die CDU nach rechts zu rücken. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Laschet: "Ich bin überzeugt, dass eine solche Achsenverschiebung falsch wäre." Als Chef des NRW-Landesverbandes und Vize-Chef der Bundes-CDU ist er ein Schwergewicht der Partei.

Laschet distanzierte sich außerdem indirekt von jüngsten kritischen Äußerungen Jens Spahns, Bundesgesundheitsminister und einer der Bewerber um den CDU-Vorsitz, zur Aufnahme von Flüchtlingen. Laschet sagte: "Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet."


https://www.sueddeutsche.de/politik/las ... -1.4194157

War es das schon für Jens Spahn? Warum sieht Laschet sich jetzt schon genötigt da einzugreifen? Fragen über Fragen. Möglich, dass Spahn irgendwann einen Deal mit Merz macht und Merz dann gegen Kramp-Karrenbauer antritt.


Laschet weiß, dass er nach so einem Verrücken der Partei nach rechts der erste CDU-MP sein wird, der wieder abgewählt wird.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Fr 2. Nov 2018, 11:49

JJazzGold hat geschrieben:(02 Nov 2018, 07:32)

Sie kennen bereits das Konzept von Merz.
Bitte veröffentlichen Sie es hier, denn darauf dürfte nicht nur ich gespannt sein.


Dazu muss man sich nur das anschauen, was Merz so alles von sich gegeben hat und welche Projekte in der Zeit seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender da so angeschoben wurden. Ich erinnere nur an die gescheiterte Gymnasial-Reform, das gescheiterte Projekt mit den Studiengebühren, Transrapid-in-Zehn-Minuten-sie-steigen-in-den-Hauptbahnhof-ein (auch wenn das Gesülze von Stoiber stammte) - etc..
Überhaupt hat die CDU gerade in der Zeit, in er Fritze Merz noch Fraktionsvorsitzender war, so richtige Böcke geschossen. Der Transrapid ist da ein sehr eindrucksvolles Beispiel. Der war angeblich das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts und absolut sicher. Man fuhr mit 300, 400 Sachen mit Sicherungssystemen aus der Steinzeit der Eisenbahn. Dann machte es Peng und Knall und 23 Menschen waren tot und alle taten sehr erstaunt und fragten, wieso das denn nur passieren könne. Und dann hatte man die Lust am schönen neuen Spielzeug verloren und hat es gleich auf den Müll geworfen...
Nicht außer acht lassen sollte man auch, dass Merz mit ander Agenda 2010 herumgefummelt hat. Dass die erst mal zu richtigem bürokratischen Murks wurde, hatte die CDU/CSU mit zu verantworten - die haben seinerzeit da zugestimmt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Nov 2018, 11:57

sünnerklaas hat geschrieben:(02 Nov 2018, 11:49)

Dazu muss man sich nur das anschauen, was Merz so alles von sich gegeben hat und welche Projekte in der Zeit seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender da so angeschoben wurden. Ich erinnere nur an die gescheiterte Gymnasial-Reform, das gescheiterte Projekt mit den Studiengebühren, Transrapid-in-Zehn-Minuten-sie-steigen-in-den-Hauptbahnhof-ein (auch wenn das Gesülze von Stoiber stammte) - etc..
Überhaupt hat die CDU gerade in der Zeit, in er Fritze Merz noch Fraktionsvorsitzender war, so richtige Böcke geschossen. Der Transrapid ist da ein sehr eindrucksvolles Beispiel. Der war angeblich das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts und absolut sicher. Man fuhr mit 300, 400 Sachen mit Sicherungssystemen aus der Steinzeit der Eisenbahn. Dann machte es Peng und Knall und 23 Menschen waren tot und alle taten sehr erstaunt und fragten, wieso das denn nur passieren könne. Und dann hatte man die Lust am schönen neuen Spielzeug verloren und hat es gleich auf den Müll geworfen...
Nicht außer acht lassen sollte man auch, dass Merz mit ander Agenda 2010 herumgefummelt hat. Dass die erst mal zu richtigem bürokratischen Murks wurde, hatte die CDU/CSU mit zu verantworten - die haben seinerzeit da zugestimmt.


Bisher kennt man die Richtung von Merz überhaupt nicht und der Schnee von gestern interessiert auch keinen Menschen mehr.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Fr 2. Nov 2018, 12:08

yogi61 hat geschrieben:(02 Nov 2018, 11:57)

Bisher kennt man die Richtung von Merz überhaupt nicht und der Schnee von gestern interessiert auch keinen Menschen mehr.


Die Hoffnung vieler Merz-Fans ist die, dass er inhaltlich und praltisch da weitermacht, wo er vor 14 Jahren aufgehört hat. Da wird eine angeblich große Vergangenheit beschworen, die man wiederhaben will. Nur: das kann nicht klappen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Fr 2. Nov 2018, 12:10

sünnerklaas hat geschrieben:(02 Nov 2018, 11:49)

Dazu muss man sich nur das anschauen, was Merz so alles von sich gegeben hat und welche Projekte in der Zeit seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender da so angeschoben wurden. Ich erinnere nur an die gescheiterte Gymnasial-Reform, das gescheiterte Projekt mit den Studiengebühren, Transrapid-in-Zehn-Minuten-sie-steigen-in-den-Hauptbahnhof-ein (auch wenn das Gesülze von Stoiber stammte) - etc..
Überhaupt hat die CDU gerade in der Zeit, in er Fritze Merz noch Fraktionsvorsitzender war, so richtige Böcke geschossen. Der Transrapid ist da ein sehr eindrucksvolles Beispiel. Der war angeblich das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts und absolut sicher. Man fuhr mit 300, 400 Sachen mit Sicherungssystemen aus der Steinzeit der Eisenbahn. Dann machte es Peng und Knall und 23 Menschen waren tot und alle taten sehr erstaunt und fragten, wieso das denn nur passieren könne. Und dann hatte man die Lust am schönen neuen Spielzeug verloren und hat es gleich auf den Müll geworfen...
Nicht außer acht lassen sollte man auch, dass Merz mit ander Agenda 2010 herumgefummelt hat. Dass die erst mal zu richtigem bürokratischen Murks wurde, hatte die CDU/CSU mit zu verantworten - die haben seinerzeit da zugestimmt.



Es ist meines Erachtens realistisch zu betrachten, was Merz 2018 bisher von sich gegeben hat und noch von sich gibt. Ebenso wie AKK und ggfls noch Spahn.

War die Agenda nicht ein Produkt der Regierungszeit SPD/Grüne?
Also zumindest die Die Linke hält es bis heute dieser ex rot-grünen Regierung vor.
Und ich vermute stark, auch der eine oder andere ehemalige Wähler dieser rot-grünen Regierung.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Hyde » Fr 2. Nov 2018, 12:40

Raul71 hat geschrieben:(01 Nov 2018, 18:45)

Nach Abwägung komme ich doch zur folgenden Erkenntnis - Herr Spahn sollte Bundeskanzler werden. Frau Kramp-Karrenbauer verfolgt weiterhin in etwa den alten Merkel-Kurs, Herr Merz war zu lange draußen


Wer die Politik in den westlichen Demokratien in den letzten Jahren verfolgt hat, dem fällt auf, dass genau dies Merz Vorteil sein wird. Überall sehnt man sich nach neuen Figuren, abseits des bekannten, etablierten Politzirkels. Ob das Vertreter aus der Wirtschaft sind wie Trump in den USA oder Babis in Tschechien, oder ob es junge unverbrauchte Aufsteiger sind wie Macron mit seiner neuen Partei in Frankreich oder Kurz in Österreich.

Dass Merz so lange raus war aus der Politik und daher nun frischen Wind in die ermüdete Politiklandschaft bringt, wird sein Vorteil sein gegenüber seinen Konkurrenten, nicht sein Nachteil.

Auch Martin Schulz hatte übrigens massiv davon profitiert, auf nationaler Ebene als neu und unverbraucht zu gelten („Schulz-Effekt“), hat sich dann aber nach und nach selbst demontiert und gezeigt, dass ihm die Fähigkeiten zum Kanzleramt fehlen, und somit seinen Vorteil verspielt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Nov 2018, 12:43

Hyde hat geschrieben:(02 Nov 2018, 12:40)

Wer die Politik in den westlichen Demokratien in den letzten Jahren verfolgt hat, dem fällt auf, dass genau dies Merz Vorteil sein wird. Überall sehnt man sich nach neuen Figuren, abseits des bekannten, etablierten Politzirkels. Ob das Vertreter aus der Wirtschaft sind wie Trump in den USA oder Babis in Tschechien, oder ob es junge unverbrauchte Aufsteiger sind wie Macron mit seiner neuen Partei in Frankreich oder Kurz in Österreich.

Dass Merz so lange raus war aus der Politik und daher nun frischen Wind in die ermüdete Politiklandschaft bringt, wird sein Vorteil sein gegenüber seinen Konkurrenten, nicht sein Nachteil.

Auch Martin Schulz hatte übrigens massiv davon profitiert, auf nationaler Ebene als neu und unverbraucht zu gelten („Schulz-Effekt“), hat sich dann aber nach und nach selbst demontiert und gezeigt, dass ihm die Fähigkeiten zum Kanzleramt fehlen, und somit seinen Vorteil verspielt.


Korrekt und mit der heutigen Einlassung Laschets, würde ich mein Geld nicht mehr auf Spahn setzen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Hyde » Fr 2. Nov 2018, 12:47

sünnerklaas hat geschrieben:(02 Nov 2018, 11:49)

Dazu muss man sich nur das anschauen, was Merz so alles von sich gegeben hat und welche Projekte in der Zeit seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender da so angeschoben wurden. Ich erinnere nur an die gescheiterte Gymnasial-Reform, das gescheiterte Projekt mit den Studiengebühren, Transrapid-in-Zehn-Minuten-sie-steigen-in-den-Hauptbahnhof-ein (auch wenn das Gesülze von Stoiber stammte) - etc..
Überhaupt hat die CDU gerade in der Zeit, in er Fritze Merz noch Fraktionsvorsitzender war, so richtige Böcke geschossen. Der Transrapid ist da ein sehr eindrucksvolles Beispiel. Der war angeblich das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts und absolut sicher. Man fuhr mit 300, 400 Sachen mit Sicherungssystemen aus der Steinzeit der Eisenbahn. Dann machte es Peng und Knall und 23 Menschen waren tot und alle taten sehr erstaunt und fragten, wieso das denn nur passieren könne. Und dann hatte man die Lust am schönen neuen Spielzeug verloren und hat es gleich auf den Müll geworfen...
Nicht außer acht lassen sollte man auch, dass Merz mit ander Agenda 2010 herumgefummelt hat. Dass die erst mal zu richtigem bürokratischen Murks wurde, hatte die CDU/CSU mit zu verantworten - die haben seinerzeit da zugestimmt.


Im Jahr 2002 war auch noch die Mehrheit der deutschen Politiker gegen die Homo-Ehe, hat sich nicht um den Kita-Ausbau geschert und war für Atomkraft.

Man muss sich nur mal anschauen, was für eine Marktradikale Angela Merkel Anfang des Jahrtausends war.

Merz wird genauso wenig im Jahr 2002 stehen geblieben sein wie alle anderen Politiker in Deutschland.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Nov 2018, 13:03

Ex-Parteichef Wolfgang Schäuble hat die Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz mit vorbereitet und befördert.

Nach SPIEGEL-Informationen riet Schäuble seinem Freund Merz schon seit geraumer Zeit, sich auf die Nachfolge von Angela Merkel vorzubereiten und bestärkte ihn in diesem Vorhaben.

Spätestens bis zum Nachmittag am Tag der Hessenwahl müsse Merz für sich geklärt haben, ob er antreten wolle, riet Schäuble seinem Freund. Zudem verschaffte er Merz Termine, um seine Kandidatur in christdemokratischen Kreisen in Deutschland und Europa vorzubereiten und seine Chancen auszuloten.


http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 36426.html

Der Wolfgang war es also und Merz dürfte jetzt auch von dessen Kontakten profitieren.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Fr 2. Nov 2018, 15:15

JJazzGold hat geschrieben:(02 Nov 2018, 12:10)

Es ist meines Erachtens realistisch zu betrachten, was Merz 2018 bisher von sich gegeben hat und noch von sich gibt. Ebenso wie AKK und ggfls noch Spahn.

War die Agenda nicht ein Produkt der Regierungszeit SPD/Grüne?
Also zumindest die Die Linke hält es bis heute dieser ex rot-grünen Regierung vor.
Und ich vermute stark, auch der eine oder andere ehemalige Wähler dieser rot-grünen Regierung.


Die Agenda 2010 musste seinerzeit durch den Bundesrat - und da hatten die CDU/FDP-Regierungen die Mehrheit. Im Vermittlungsausschuss haben dann die unionsgeführten Länder unter Federführung von Roland Koch und Edmund Stoiber so richtig die Axt herausgeholt. Insofern ist die Agenda 2010 auch ein Produkt von CDU/CSU und FDP - weil die ohne deren Zustimmung nicht zustande gekommen wäre.

Was CDU/CSU, FDP und auch die Grünen allerdings gekonnt hinbekommen haben: sie haben der SPD die alleinige Schuld an dem ganzen Murks mit den vielen Strukturfehlern in die Schuhe geschoben. Alle vier Parteien tun heute so, als hätten sie seinerzeit nichts, aber auch gar nichts damit zu tun gehabt - als wäre das die SPD alleine gewesen. Dem ist aber nicht so.

Hier habe ich mal was von 2003::

"Die Vorteile müssen die Nachteile überwiegen", hat CDU-Parteichefin Angela Merkel den Kurs ihrer Partei umschrieben. Und: Die Handschrift der Union müsse deutlich erkennbar sein.
Quelle: a.a.O.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Fr 2. Nov 2018, 18:20

sünnerklaas hat geschrieben:(02 Nov 2018, 15:15)

Die Agenda 2010 musste seinerzeit durch den Bundesrat - und da hatten die CDU/FDP-Regierungen die Mehrheit. Im Vermittlungsausschuss haben dann die unionsgeführten Länder unter Federführung von Roland Koch und Edmund Stoiber so richtig die Axt herausgeholt. Insofern ist die Agenda 2010 auch ein Produkt von CDU/CSU und FDP - weil die ohne deren Zustimmung nicht zustande gekommen wäre.

Was CDU/CSU, FDP und auch die Grünen allerdings gekonnt hinbekommen haben: sie haben der SPD die alleinige Schuld an dem ganzen Murks mit den vielen Strukturfehlern in die Schuhe geschoben. Alle vier Parteien tun heute so, als hätten sie seinerzeit nichts, aber auch gar nichts damit zu tun gehabt - als wäre das die SPD alleine gewesen. Dem ist aber nicht so.

Hier habe ich mal was von 2003::



Ich könnt jetzt à la Ricola fragen, werr chatts erfuunden?, aber das bringt nichts, da Sie ohnehin schon für sich beschlossen haben:

Merz ist schuld!
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Liberty » Fr 2. Nov 2018, 23:10

Hyde hat geschrieben:(02 Nov 2018, 12:40)
Auch Martin Schulz hatte übrigens massiv davon profitiert, auf nationaler Ebene als neu und unverbraucht zu gelten („Schulz-Effekt“), hat sich dann aber nach und nach selbst demontiert und gezeigt, dass ihm die Fähigkeiten zum Kanzleramt fehlen, und somit seinen Vorteil verspielt.


Bei Schulz merkte man aber auch ganz schnell, dass er sich im Grunde gar nicht von seinen Vorgängern wie Gabriel, Steinbrück oder Steinmeier unterscheidet und er kein besonderes Programm vorzuweisen hat. Er war halt nur eine Luftnummer ohne Substanz dahinter.

Wenn Merz die CDU erneuern will, muss er erstmal die Trümmer von 13 Jahren Merkel wegräumen, mit den grössten Fehlentscheidungen dieser Kanzlerschaft brechen und dann ein ganz neues Programm aufbauen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Sa 3. Nov 2018, 00:02

yogi61 hat geschrieben:(02 Nov 2018, 08:55)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich vehement gegen Bestrebungen von Teilen der Union ausgesprochen, die CDU nach rechts zu rücken. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Laschet: "Ich bin überzeugt, dass eine solche Achsenverschiebung falsch wäre." Als Chef des NRW-Landesverbandes und Vize-Chef der Bundes-CDU ist er ein Schwergewicht der Partei.

Laschet distanzierte sich außerdem indirekt von jüngsten kritischen Äußerungen Jens Spahns, Bundesgesundheitsminister und einer der Bewerber um den CDU-Vorsitz, zur Aufnahme von Flüchtlingen. Laschet sagte: "Ich halte es jedenfalls für einen Fehler, auch aktuell wieder den Eindruck zu erwecken, die Migration sei das größte aller Probleme. Diese Analyse ist sachlich und politisch falsch und schadet."


https://www.sueddeutsche.de/politik/las ... -1.4194157

War es das schon für Jens Spahn? Warum sieht Laschet sich jetzt schon genötigt da einzugreifen? Fragen über Fragen. Möglich, dass Spahn irgendwann einen Deal mit Merz macht und Merz dann gegen Kramp-Karrenbauer antritt.


Ich denke da steht zwischen den Zeilen - "lieber Jens, deine Zeit ist noch nicht reif und lieber Friedrich, der neue Kurs gehört mit mir abgesprochen"
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Ein Terraner » Sa 3. Nov 2018, 00:20

Alexyessin hat geschrieben:(03 Nov 2018, 00:02)

Ich denke da steht zwischen den Zeilen - "lieber Jens, deine Zeit ist noch nicht reif und lieber Friedrich, der neue Kurs gehört mit mir abgesprochen"

Dieser greiße Unsympath bringt die CDU bestimmt wieder nach vorne. :thumbup:
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » Sa 3. Nov 2018, 03:53

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Nov 2018, 07:51)

Merz frisst jetzt die Kreide kiloweise um seine jahrelang propagierte extrem arbeitgebernahe Position zu kaschieren. Das wird aber nicht funktionieren.


War die Befürwortung eines Mindestlohnes(STAATL. festgelegt) auch eine arbeitgebernahe Position???

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