Die Zukunft der CDU

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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » Do 6. Sep 2018, 08:24

Wer kennt die Wahrheit? Sachsen wird von einem CDU-Ministerpräsidenten geführt, wobei "Führung" sehr wahrscheinlich notwendig wäre. In Berlin besetzt eine CDU-Kanzlerin das höchste Regierungsamt, in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt von einem Sprecher, Herrn Seibert.

So weit klare Tatsachen. Jetzt die Frage:

Kanzlerin und Pressesprecher kommentierten die entgleisten Demonstrationen von Chemnitz mit dem Hinweis auf Jagdszenen und pogromartigen Angriffen auf alles, was dem vorherrschenden Erscheinungsbild "Deutscher" nicht ganz entsprach. Entsprechende Bilder lägen vor; kein Zweifel, Ende der Durchsage allen Zweiflern zum Trotz.

Der Ministerpräsident wies diese Tatsachenbehauptungen zurück, als er sich in dieser Woche an seine Chemnitzer Mitbürger wandte. Keine der berichteten Jagdszenen oder gar Pogrome habe stattgefunden. Es gebe dazu keine Bilder oder andere Beweise. Alles Erfindung böswilliger Berichterstatter.

Wenn zwischen den Aussagen zweier hochrangiger CDU-Vertreter ein derartiger Unterschied besteht, dann hat der Mitbürger sicher ein Anrecht darauf, daß beide Seiten sich um Klärung bemühen. Denn Jagdszenen und Pogrome sind ganz erhebliche Angriffe auf die öffentliche Sicherheit... für deren Funktionieren die Kanzlerin und der Ministerpräsident erhebliche Mitverantwortung tragen.

Gibt es nun Beweise und Bilder, die der Ministerpräsident nicht zur Kenntnis nehmen will, oder gibt es sie nicht? Wenn es klare Beweise gibt, also datierte Bilder und von Beobachtern bestätigte Berichte, dann sollte der Ministerpräsident sein Amt aufgeben. Er soll ja nicht seine Mitbürger dort entlasten, wo es nichts zu entlasten gibt, und schon gar nicht zu Spitzfindigkeiten greifen, etwa: "Das waren ja gar keine Chemnitzer!". Mag ja sein, aber seine öffentliche Ordnung war das schon; denn daß diese merkwürdigen Demonstrationen in Chemnitz stattgefunden haben... das erscheint glaubwürdig.

Das Kanzleramt steht (noch) zu seiner Behauptung "Jagdszenen, pogromartige Vorgänge". Hat es voreilig Pressemeldungen ohne verlässliche Quelle weiter gereicht? Nicht schön, kann man aber ehrlich eingestehen. Gibt es diese Bilder und Berichte nicht, und wenn es sie gibt, warum hat das Kanzleramt nicht den Ministerpräsidenten damit versorgt, sondern läßt ihn das Gegenteil berichten?

Da regen wir uns auf über Fake-News aus den USA und stecken in höchsten politischen Ämtern selbst mittendrin! Mein Vertrauen in die Wahrhaftigkeit unserer Verantwortungsträger schon bei so einfachen Sachverhalten ist jetzt erst einmal erschüttert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 9. Sep 2018, 06:50

H2O hat geschrieben:(06 Sep 2018, 09:24)

Wer kennt die Wahrheit? Sachsen wird von einem CDU-Ministerpräsidenten geführt, wobei "Führung" sehr wahrscheinlich notwendig wäre. In Berlin besetzt eine CDU-Kanzlerin das höchste Regierungsamt, in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt von einem Sprecher, Herrn Seibert.

So weit klare Tatsachen. Jetzt die Frage:

Kanzlerin und Pressesprecher kommentierten die entgleisten Demonstrationen von Chemnitz mit dem Hinweis auf Jagdszenen und pogromartigen Angriffen auf alles, was dem vorherrschenden Erscheinungsbild "Deutscher" nicht ganz entsprach. Entsprechende Bilder lägen vor; kein Zweifel, Ende der Durchsage allen Zweiflern zum Trotz.

Der Ministerpräsident wies diese Tatsachenbehauptungen zurück, als er sich in dieser Woche an seine Chemnitzer Mitbürger wandte. Keine der berichteten Jagdszenen oder gar Pogrome habe stattgefunden. Es gebe dazu keine Bilder oder andere Beweise. Alles Erfindung böswilliger Berichterstatter.

Wenn zwischen den Aussagen zweier hochrangiger CDU-Vertreter ein derartiger Unterschied besteht, dann hat der Mitbürger sicher ein Anrecht darauf, daß beide Seiten sich um Klärung bemühen. Denn Jagdszenen und Pogrome sind ganz erhebliche Angriffe auf die öffentliche Sicherheit... für deren Funktionieren die Kanzlerin und der Ministerpräsident erhebliche Mitverantwortung tragen.

Gibt es nun Beweise und Bilder, die der Ministerpräsident nicht zur Kenntnis nehmen will, oder gibt es sie nicht? Wenn es klare Beweise gibt, also datierte Bilder und von Beobachtern bestätigte Berichte, dann sollte der Ministerpräsident sein Amt aufgeben. Er soll ja nicht seine Mitbürger dort entlasten, wo es nichts zu entlasten gibt, und schon gar nicht zu Spitzfindigkeiten greifen, etwa: "Das waren ja gar keine Chemnitzer!". Mag ja sein, aber seine öffentliche Ordnung war das schon; denn daß diese merkwürdigen Demonstrationen in Chemnitz stattgefunden haben... das erscheint glaubwürdig.

Das Kanzleramt steht (noch) zu seiner Behauptung "Jagdszenen, pogromartige Vorgänge". Hat es voreilig Pressemeldungen ohne verlässliche Quelle weiter gereicht? Nicht schön, kann man aber ehrlich eingestehen. Gibt es diese Bilder und Berichte nicht, und wenn es sie gibt, warum hat das Kanzleramt nicht den Ministerpräsidenten damit versorgt, sondern läßt ihn das Gegenteil berichten?

Da regen wir uns auf über Fake-News aus den USA und stecken in höchsten politischen Ämtern selbst mittendrin! Mein Vertrauen in die Wahrhaftigkeit unserer Verantwortungsträger schon bei so einfachen Sachverhalten ist jetzt erst einmal erschüttert.


Die Ironie ist ja, dass das Video von einem Antifa-Demonstanten veröffentlicht wurde...

Aber es gab Hetzjagden , die aber von dieser Antifa ausgingen.... Die Videos sind da viel klarer...

Und es wird stattdessen von den Medien nur auf die eine Seite eingehauen und immer das selbe Video gezeigt...

Ich glaube allerdings, dass es Seehofer vor allem darum geht, dass Merkel sich erstmals richtig festgelegt hat auszunutzen, indem sie sie darauf festnagelt und es bei der Befragung im Innenausschuss eine Überraschung geben wird...
Der Maaßen wird ja wohl nicht unvorbereitet dort erscheinen...
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 07:14

rain353 hat geschrieben:(09 Sep 2018, 07:50)

Die Ironie ist ja, dass das Video von einem Antifa-Demonstanten veröffentlicht wurde...

Aber es gab Hetzjagden , die aber von dieser Antifa ausgingen.... Die Videos sind da viel klarer...

Und es wird stattdessen von den Medien nur auf die eine Seite eingehauen und immer das selbe Video gezeigt...

Ich glaube allerdings, dass es Seehofer vor allem darum geht, dass Merkel sich erstmals richtig festgelegt hat auszunutzen, indem sie sie darauf festnagelt und es bei der Befragung im Innenausschuss eine Überraschung geben wird...
Der Maaßen wird ja wohl nicht unvorbereitet dort erscheinen...


Sie setzen die Spekulationen munter fort. Sie haben nichts, aber auch gar nichts in Ihren Händen.

Die Beteiligten hätten sich längst zusammen setzen müssen, um zu einer gemeinsamen Bewertung zu kommen, und wenn es eine gemeinsame vorläufige Bewertung ist. So bieten die handelnden Politiker in der Gesamtansicht das Bild eines wirren Hühnerhaufens.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon rain353 » So 9. Sep 2018, 07:18

Denkt ihr, dass die neue außenpolitische Lage Iran, Russland zum Anlass genommen wird , um von Merkels innenpolitischen Problemen abzulenken?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » So 9. Sep 2018, 07:21

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:14)

Sie setzen die Spekulationen munter fort. Sie haben nichts, aber auch gar nichts in Ihren Händen.

Die Beteiligten hätten sich längst zusammen setzen müssen, um zu einer gemeinsamen Bewertung zu kommen, und wenn es eine gemeinsame vorläufige Bewertung ist. So bieten die handelnden Politiker in der Gesamtansicht das Bild eines wirren Hühnerhaufens.


Eigentlich nicht, es ist das inzwischen bekannte Muster Seehofer gegen Merkel.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 07:35

JJazzGold hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:21)

Eigentlich nicht, es ist das inzwischen bekannte Muster Seehofer gegen Merkel.


Aus spezifisch bayerischer Sicht kann der Eindruck entstehen. Gesamtdeutsch sind da aber etliche unberechenbare Querulanten am Werk. Das ist eben der krakehlende Hühnerhaufen. Wir werden den Wahlausgang in Bayern bewerten müssen, bevor weitere Spekulationen über eine neue Austaellung der CDU und der deutschen Bundesregierung angestellt werden können. Das Durcheinander und Gegeneinander bleibt nicht folgenlos.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » So 9. Sep 2018, 07:46

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:35)

Aus spezifisch bayerischer Sicht kann der Eindruck entstehen. Gesamtdeutsch sind da aber etliche unberechenbare Querulanten am Werk. Das ist eben der krakehlende Hühnerhaufen. Wir werden den Wahlausgang in Bayern bewerten müssen, bevor weitere Spekulationen über eine neue Austaellung der CDU und der deutschen Bundesregierung angestellt werden können. Das Durcheinander und Gegeneinander bleibt nicht folgenlos.


Das hat nichts mit bayerischer Sicht zu tun, sondern mit beruflicher Erfahrung. Bei uns musste jedes Interview autorisiert werden. Es würde mich erstaunen, wenn das im Innenministerium anders gehandhabt würde.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 07:53

JJazzGold hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:46)

Das hat nichts mit bayerischer Sicht zu tun, sondern mit beruflicher Erfahrung. Bei uns musste jedes Interview autorisiert werden. Es würde mich erstaunen, wenn das im Innenministerium anders gehandhabt würde.


Das mag ja sein; spezifisch bayerisch ist dieses Gegeneinander dennoch. Das kann so nicht bleiben. Alles andere halte ich für eine Überraschung.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » So 9. Sep 2018, 08:03

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:53)

Das mag ja sein; spezifisch bayerisch ist dieses Gegeneinander dennoch. Das kann so nicht bleiben. Alles andere halte ich für eine Überraschung.


Das ist nicht typisch bayrisch, das ist typisch Seehofer CSU.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 9. Sep 2018, 08:19

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 08:35)

Aus spezifisch bayerischer Sicht kann der Eindruck entstehen. Gesamtdeutsch sind da aber etliche unberechenbare Querulanten am Werk. Das ist eben der krakehlende Hühnerhaufen. Wir werden den Wahlausgang in Bayern bewerten müssen, bevor weitere Spekulationen über eine neue Austaellung der CDU und der deutschen Bundesregierung angestellt werden können. Das Durcheinander und Gegeneinander bleibt nicht folgenlos.


Ein übergroßes Harmoniebedürfnis sollte nicht in ein Plädoyer für gleichgeschaltete Meinungen abdriften.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 08:37

jorikke hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:19)

Ein übergroßes Harmoniebedürfnis sollte nicht in ein Plädoyer für gleichgeschaltete Meinungen abdriften.


Eine Bundesregierung, die unterschiedliche Wertungen zu einem die Öffentlichkeit bewegenden Ereignis länger als 1 Tag wirken läßt, hat nicht alle Latten am Zaun!
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 9. Sep 2018, 08:49

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:37)

Eine Bundesregierung, die unterschiedliche Wertungen zu einem die Öffentlichkeit bewegenden Ereignis länger als 1 Tag wirken läßt, hat nicht alle Latten am Zaun!


Die Bundesregierung hat die Aufgabe unterschiedliche Meinungen gerade zu bügeln?
Die Meinungsvielfalt zu bündeln und auszurichten?
… dann hätte sie in der Tat nicht alle Latten am Zaun.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 08:51

jorikke hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:49)

Die Bundesregierung hat die Aufgabe unterschiedliche Meinungen gerade zu bügeln?
Die Meinungsvielfalt zu bündeln und auszurichten?
… dann hätte sie in der Tat nicht alle Latten am Zaun.


Ich habe dazu eine andere Meinung. Regierungen sollen sich nicht widersprüchlich äußern. Oder doch: Wenn wir gleich mehrere davon haben, dann mag das gehen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » So 9. Sep 2018, 08:54

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:51)

Ich habe dazu eine andere Meinung. Regierungen sollen sich nicht widersprüchlich äußern. Oder doch: Wenn wir gleich mehrere davon haben, dann mag das gehen.


Klar, am Besten ein offizielles Propagandaministerium mit uniformen Verlautbarungen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 9. Sep 2018, 09:00

jorikke hat geschrieben:(09 Sep 2018, 09:54)

Klar, am Besten ein offizielles Propagandaministerium mit uniformen Verlautbarungen.


Wenn der Regierungssprecher wahrheitsgemäß berichtet, kein Einwand!
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Zinnamon » Mi 19. Sep 2018, 11:53

JJazzGold hat geschrieben:(19 Sep 2018, 12:10)

Treffend, der letzte Satz. :thumbup:

Man muss heute schon viel lesen, um zu erkennen, dass die Regierung sehr wohl arbeitet und für anstehende Probleme Lösungsansätze diskutiert, etc. Nur wird das konstant und überbordend von Themen wie die causa Maaßen überlagert, die der Profilschärfung dienen soll und doch nur Schwächen aufdeckt. Schwächen, die sich bei anstehenden Wahlen rächen werden. Kein Wunder, dass man bereits heute vielschichtige Koalitionen andenkt. Was letztendlich einen Konsensbrei präsentiert, der kaum noch einen Wähler vom Hocker reißen wird, weil darin keine klare Linie und keine der beteiligten Parteien mehr erkennbar ist.


Das fatale ist, dass wenn man weiterhin sehenden Auges die Konstellation von ab! 4,5 Regierungsparteien anstrebt, man mE ab der nächsten Bundestagswahl erst mal bis auf weiteres diesen status quo behalten wird. Und das wagt man zu riskieren, obwohl die gesamte, aktuelle Spitze der Regierungsparteien offenkundig und möglicherweise aufgrund empfundener Gewohnheitsrechte/völliger Losgelöstheit vom richtigen Leben, überhaupt nicht dazu in der Lage wäre, ohne Parteikalkül und diverse Scharaden zu einem aufrichtigen, sachorienterten Konsens zu finden. Aber man möchte wohl nicht vom Gas gehen am Ende der Sackgasse. Vielleicht kann man auch gar nicht mehr anders.

Ob nun ein Konsensgemenge, bei dem sich nicht so scharf profiliert werden kann wie bisher gewohnt, zwangsläufig so schlecht im Effekt sein muss, lasse ich mal dahingestellt. Wichtig wäre für den Wähler, was dabei am Ende des Tages für die Gesellschaft dabei heraus kommt. Es wird mehr Mut zum Pragmatismus gefragt sein auf allen Seiten. Ich wünsche mir neue Gesichter und einen neuen Berufsethos auf Seiten der Politiker und der nachgeordneten Behörden.
Nicht nur die Politik muss sich reflektieren und ändern, vor dieser Herausforderung steht der Bürger mit seinem Anspruch, seiner Zielsetzung genau so. Neue Zeiten werden nicht auf alten Trampelpfaden geprägt. Und was es heisst, wenn die aktuelle Parteienlandschaft meint, sich mehr profilieren zu müssen, wurde uns in den letzten Monaten mit einem Lehrstück von beispielloser Effizienz vorgeführt. Erschreckend eigentlich; weniger kann so viel mehr sein.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Powerwolf » So 23. Sep 2018, 12:08

CSU und CDU, das passt nicht mehr zusammen. Spätestens wenn Söder bei der Landtagswahl untergeht, sollte man überlegen, ob man sich nicht von der CSU trennt und auch in Bayern als CDU antritt. Sollen die Seppeln doch bundesweit antreten. Die nimmt doch außer in Bayern kaum noch einer ernst.
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Paukenschlag: Doktor Brinkmann operiert CDU um

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 25. Sep 2018, 18:07

https://www.tagesschau.de/inland/kauder ... s-101.html

Nach 13 Jahren ist Kauder überraschend einem relativ unbekannten Fraktionsvize unterlegen. Kanzler Angela Merkel sprach von einer Niederlage. Wird die Unionsfraktion nun eigenständiger von der Regierung?

Ärgerlich für Dauer-Merkelkritiker: Es gibt einen, den niemand auf dem Schirm hatte und der hat sie einfach überrundet
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Di 25. Sep 2018, 19:03

Zinnamon hat geschrieben:(19 Sep 2018, 12:53)

Das fatale ist, dass wenn man weiterhin sehenden Auges die Konstellation von ab! 4,5 Regierungsparteien anstrebt, man mE ab der nächsten Bundestagswahl erst mal bis auf weiteres diesen status quo behalten wird. Und das wagt man zu riskieren, obwohl die gesamte, aktuelle Spitze der Regierungsparteien offenkundig und möglicherweise aufgrund empfundener Gewohnheitsrechte/völliger Losgelöstheit vom richtigen Leben, überhaupt nicht dazu in der Lage wäre, ohne Parteikalkül und diverse Scharaden zu einem aufrichtigen, sachorienterten Konsens zu finden. Aber man möchte wohl nicht vom Gas gehen am Ende der Sackgasse. Vielleicht kann man auch gar nicht mehr anders.

Ob nun ein Konsensgemenge, bei dem sich nicht so scharf profiliert werden kann wie bisher gewohnt, zwangsläufig so schlecht im Effekt sein muss, lasse ich mal dahingestellt. Wichtig wäre für den Wähler, was dabei am Ende des Tages für die Gesellschaft dabei heraus kommt. Es wird mehr Mut zum Pragmatismus gefragt sein auf allen Seiten. Ich wünsche mir neue Gesichter und einen neuen Berufsethos auf Seiten der Politiker und der nachgeordneten Behörden.
Nicht nur die Politik muss sich reflektieren und ändern, vor dieser Herausforderung steht der Bürger mit seinem Anspruch, seiner Zielsetzung genau so. Neue Zeiten werden nicht auf alten Trampelpfaden geprägt. Und was es heisst, wenn die aktuelle Parteienlandschaft meint, sich mehr profilieren zu müssen, wurde uns in den letzten Monaten mit einem Lehrstück von beispielloser Effizienz vorgeführt. Erschreckend eigentlich; weniger kann so viel mehr sein.


Ops, das hatte ich übersehen, sorry Zinnamon. Ich setze ein “Like“.
Das Lehrstück ist noch nicht zu ende, wie wir heute beobachten konnten.
Ich bin gespannt, wie lange jetzt wieder über Personalien gesprochen wird, statt den Diskurs zur Reform diverser anstehender Themen anzugehen.
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Re: Paukenschlag: Doktor Brinkmann operiert CDU um

Beitragvon rain353 » Sa 29. Sep 2018, 00:28

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(25 Sep 2018, 19:07)

https://www.tagesschau.de/inland/kauder ... s-101.html

Nach 13 Jahren ist Kauder überraschend einem relativ unbekannten Fraktionsvize unterlegen. Kanzler Angela Merkel sprach von einer Niederlage. Wird die Unionsfraktion nun eigenständiger von der Regierung?

Ärgerlich für Dauer-Merkelkritiker: Es gibt einen, den niemand auf dem Schirm hatte und der hat sie einfach überrundet


Dann kann doch einer mal gegen Merkel antreten nach den 2 verlorenen Landtagswahlen in Bayern und Hessen...
Vllt. Friedrich Merz??? Der steht für gute Wirtschaftspolitik.

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