Die Zukunft der CDU

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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Sa 4. Aug 2018, 08:00

lili hat geschrieben:(04 Aug 2018, 07:27)

Ich trauere der CDU und der SPD nicht nach. Das war für mich eher eine neutrale Analyse. Ich kann mir persönlich vorstellen, dass die Zustimmung für die AFD sinken wird. Wir müssen abwarten ob dieses Flüchtlingsthema bis zur nächsten Bundestagswahl noch so aktuell ist? Ich zweifel daran und ich denke dass es in Zukunft andere Themen wie z.B. Digitalisierung ziemlich wichtig ist. Deshalb denke ich dass man mit einem modernen Wahlprogramm mehr Stimmen bekommen wird. DIe AFD, CDU und SPD glänzen ja nicht wirklich damit.


Das sehe ich auch so. :)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » So 5. Aug 2018, 09:45

JJazzGold hat geschrieben:(04 Aug 2018, 09:00)

Das sehe ich auch so. :)


Ich fürchte, dass die CDU dazu nur sehr eingeschränkt in der Lage ist. Bezeichnend ist ja die strukturelle Schwäche von CDU und CSU in den Großstädten. Das Bildungsbürgertum hat sich dort schon lange von der UNION abgewandt und ist zu den GRÜNEN abgewandert. Die UNION war nicht in der Lage, darauf pragmatisch zu reagieren.
Und dort, wo die CDU mal in einer Großśtadt regiert oder mitregiert hat, steht die Partei für handfeste, große Skandale mit üblen Folgen: in Bremen für das Desaster rund um den Spacepark und das Musical-Theater, in Hamburg für die Elphilharmonie, in Berlin für dubiose Bankgeschäfte, die die Stadtfinanzen bis heute ruiniert haben, in Stuttgart für das Milliardengrab S-21.
Unvergessen sind immer noch die Herren Diepgen und Landowsky in Berlin oder der Wirtschaftssenator Hattig in Bremen... Hattig war ein Quereinsteiger, der das Ruder mit der CDU mal ordentlich herumreißen wollte. Dummerweise hatte der Wirtschaftsmanager Hattig von praktischer Politik keine Ahnung und ist prompt auf die Köllmann AG reingefallen.
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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » So 5. Aug 2018, 10:08

sünnerklaas hat geschrieben:(05 Aug 2018, 10:45)

Ich fürchte, dass die CDU dazu nur sehr eingeschränkt in der Lage ist. Bezeichnend ist ja die strukturelle Schwäche von CDU und CSU in den Großstädten. Das Bildungsbürgertum hat sich dort schon lange von der UNION abgewandt und ist zu den GRÜNEN abgewandert. Die UNION war nicht in der Lage, darauf pragmatisch zu reagieren.
Und dort, wo die CDU mal in einer Großśtadt regiert oder mitregiert hat, steht die Partei für handfeste, große Skandale mit üblen Folgen: in Bremen für das Desaster rund um den Spacepark und das Musical-Theater, in Hamburg für die Elphilharmonie, in Berlin für dubiose Bankgeschäfte, die die Stadtfinanzen bis heute ruiniert haben, in Stuttgart für das Milliardengrab S-21.
Unvergessen sind immer noch die Herren Diepgen und Landowsky in Berlin oder der Wirtschaftssenator Hattig in Bremen... Hattig war ein Quereinsteiger, der das Ruder mit der CDU mal ordentlich herumreißen wollte. Dummerweise hatte der Wirtschaftsmanager Hattig von praktischer Politik keine Ahnung und ist prompt auf die Köllmann AG reingefallen.


Es wird der CDU, wie auch deren Wählern, wenig helfen, immer nur in der Vergangenheit zu graben, vor allem, wenn die Betroffenen gar nicht mehr vorhanden sind. Ich hätte da auch noch einen Hamburger SPD ex Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr zu bieten, der einen gesunden Konzern in den Konkurs gezockt hat. Aber dafür werde ich die heutigen SPD Köpfe nicht verantwortlich machen, sondern allen Parteien zu bedenken geben, dass sich nicht Jeder für jedes Amt eignet ist und die Auswahl nicht nach Aussitzen, sondern nach Befähigung zu erfolgen hat. Was in der Endkonsequenz für die CDU bedeutet, innerparteiliche Nachfolgearbeit zu leisten und den Fokus unter Einbindung dieser verstärkt auf die Themenbandbreite zu lenken, die die Mehrheit der Wähler tatsächlich interessiert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 6. Aug 2018, 16:57

Oha, falscher Strang, deshalb gelöscht. Sorry! - EW.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » Sa 11. Aug 2018, 11:58

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat seiner Partei zu Offenheit für Koalitionen mit der Linkspartei in Ostdeutschland geraten. Wenn Wahlergebnisse es nicht hergäben, dass ein Regierungsbündnis gegen die Linke gebildet wird, „muss die CDU pragmatisch sein“, sagte Günther der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Wenn da vernünftige Menschen in der Linkspartei am Werk sind, vertut man sich nichts damit, nach vernünftigen Lösungen zu suchen.“

Der CDU-Politiker verwies darauf, dass es fast 30 Jahre nach dem Mauerfall „durch eine Reihe regionaler Kooperationen ein gutes Stück Normalisierung zwischen CDU und Linken“. Da sei es gut, auf Scheuklappen zu verzichten.


https://www.welt.de/politik/deutschland ... Osten.html

Interessant.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Konservativer » Sa 11. Aug 2018, 16:08

Das ist doch konsequent. Die CDU befindet sich seit über 10 Jahren in einer Koalition mit der SPD und hat reihenweise linke Positionen in die politische Realität umgesetzt. Inzwischen sind die Grünen der Wunschkoalitionspartner der CDU und die Führungsspitze der Grünen sind die treuesten Anhänger von Frau Merkel.

Da ist der Weg bis zur Linkspartei nun auch nicht mehr weit.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon jorikke » Sa 11. Aug 2018, 16:30

Konservativer hat geschrieben:(11 Aug 2018, 17:08)

Das ist doch konsequent. Die CDU befindet sich seit über 10 Jahren in einer Koalition mit der SPD und hat reihenweise linke Positionen in die politische Realität umgesetzt. Inzwischen sind die Grünen der Wunschkoalitionspartner der CDU und die Führungsspitze der Grünen sind die treuesten Anhänger von Frau Merkel.

Da ist der Weg bis zur Linkspartei nun auch nicht mehr weit.


Wenn Links so gute Politik macht, dass Links salonfähig wird, dann ist links eben Konservativ.
Ernsthaft formuliert, konservativ war sehr stark mit christlichen Wurzeln verwoben.
Da der Glaube, die Kirchen und damit das entsprechende Bewusstsein ganz offensichtlich als Mehrheit schwindet, kann auch
das ehemalige Verständnis des Begriffs "Konservativ" so nicht aufrecht erhalten bleiben.
Zwangsläufig wandelt sich deshalb die CDU. Neue Werte zu finden, mehr Hinwendung zum Sozialen und damit Dinge anzuregen deren Bewahrung sich lohnt, das
ist doch per se schon positiv.
Die Kurve zu kriegen, wenn es Zeit ist, darin waren die Schwarzen schon immer gut.
Die einzige Schwierigkeit dabei, es wird immer so ein paar verknöcherte Zausel in den eigenen Reihen geben, deren Scheuklappen zu dick sind, um zu erkennen das wir 50 Jahre weiter sind.
...die fünfzig Jahre, die schon Otto Reutter besungen hat.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Raul71 » Sa 11. Aug 2018, 21:38

yogi61 hat geschrieben:(11 Aug 2018, 12:58)

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat seiner Partei zu Offenheit für Koalitionen mit der Linkspartei in Ostdeutschland geraten. Wenn Wahlergebnisse es nicht hergäben, dass ein Regierungsbündnis gegen die Linke gebildet wird, „muss die CDU pragmatisch sein“, sagte Günther der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Wenn da vernünftige Menschen in der Linkspartei am Werk sind, vertut man sich nichts damit, nach vernünftigen Lösungen zu suchen.“

Der CDU-Politiker verwies darauf, dass es fast 30 Jahre nach dem Mauerfall „durch eine Reihe regionaler Kooperationen ein gutes Stück Normalisierung zwischen CDU und Linken“. Da sei es gut, auf Scheuklappen zu verzichten.


https://www.welt.de/politik/deutschland ... Osten.html

Interessant.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Alleingang war. Da steckt eventuell die linkste Politikerin der CDU dahinter.
Testen der Reaktion und Einstimmung auf die endgültige Umpolung der CDU?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Hyde » So 12. Aug 2018, 11:33

Ich finde es amüsant, dass sich ungefähr 99 Spitzenpolitiker der CDU dazu äußern, dass eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen ist, und dann kommt ein einziger, der sich eine Koalition vorstellen kann (aber auch nur in Ostdeutschland, weil da zum Teil nicht ohne Linke regiert werden kann) und schon sehen sich alle darin bestätigt, dass die CDU auf linksextremistischem Kurs ist.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Hyde » So 12. Aug 2018, 11:46

jorikke hat geschrieben:(02 Aug 2018, 22:34)

Da bin ich mir aber gar nicht sicher. Die Linke bleibt sowieso, schwach zwar aber mit konkretem ideologischen Unterbau.
Die AfD wird abnippeln, zu viel bekloppter Unterbau.
Die frei werdenden Wählerstimmen werden sich aber nicht automatisch den ehemals großen Parteien zurütteln.
Da kann noch Neues entstehen.


Das sehe ich nicht so, denn die AfD füllt eine Marktlücke in unserem Parteiensystem. Da geht es auch nicht mal so sehr um das Thema Flüchtlinge, sondern um das tieferliegende Thema einer generellen Unzufriedenheit mit der Politik „da oben“.

Ich sage es mal so: Wutbürger wird es immer geben. Und das Schimpfen auf „die Politiker“ und auf „das System“ ist auch eine Art Volkssport. Und genau das ist das Klientel der „Anti-Systempartei“ AfD, aus dem sie auch in Zukunft wird schöpfen können, ob mit Flüchtlingskrise oder ohne.

Es gibt in der Bevölkerung Bedarf an einer populistischen Protestpartei, deswegen wird die AfD nicht verschwinden und deswegen werden auch die rechtspopulistischen Protestparteien im Ausland nicht mehr verschwinden.
Ökologen wählen die Grünen, Wirtschafsliberale wählen die FDP, und Wutbürger wählen die AfD. All diese Parteien haben ihr festes Klientel und werden deshalb auch nicht von der Bildfläche verschwinden.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Konservativer » So 12. Aug 2018, 21:18

Hyde hat geschrieben:(12 Aug 2018, 12:33)
Ich finde es amüsant, dass sich ungefähr 99 Spitzenpolitiker der CDU dazu äußern, dass eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen ist, und dann kommt ein einziger, der sich eine Koalition vorstellen kann (aber auch nur in Ostdeutschland, weil da zum Teil nicht ohne Linke regiert werden kann) und schon sehen sich alle darin bestätigt, dass die CDU auf linksextremistischem Kurs ist.


Warum sollte eine Partei, die in vielen Bundesländern und im Bund seit 10 Jahren mit der SPD regiert und deren Wunschkoalitionspartner inzwischen die Grünen sind, nicht auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei hinbekommen? So weit ist der Weg von SPD und Grünen zur Linkspartei dann auch nicht mehr. Und die alten SED-Kader im Osten sind recht pragmatisch und sicher kompromissfähig, um eine solide, linke Koalition mit der CDU zu schmieden, wenn die die Gelegenheit bietet.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Humelix33 » So 12. Aug 2018, 21:48

Konservativer hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:18)

Warum sollte eine Partei, die in vielen Bundesländern und im Bund seit 10 Jahren mit der SPD regiert und deren Wunschkoalitionspartner inzwischen die Grünen sind, nicht auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei hinbekommen? So weit ist der Weg von SPD und Grünen zur Linkspartei dann auch nicht mehr. Und die alten SED-Kader im Osten sind recht pragmatisch und sicher kompromissfähig, um eine solide, linke Koalition mit der CDU zu schmieden, wenn die die Gelegenheit bietet.


Es hat den Anschein, dass die CDU eben alles macht, um an die Macht zu kommen. Die SPD wurde schon eingelullt, und lässt es sich bieten, dass die CDU alles anbietet, aber scheinbar doch nicht "alles" umsetzen will.

Die CDU ist die unglaubwürdigste Partei geworden, sie bieten nur noch Quantität, können keine Qualität mehr liefern, weil sie alle "bedienen" wollen. Die hohen Umfragewerte kommen zustande, weil die CDU eine Nullpartei geworden ist, da findet man, wie eben bereits erwähnt, alles, nur kann man so realistisch gesehen keine glaubwürdigen Entscheidungen treffen, weil mit einer Entscheidung, Andere, die die CDU aber auch als Wähler haben will, unzufrieden macht.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 13. Aug 2018, 01:18

Konservativer hat geschrieben:(12 Aug 2018, 22:18)

Warum sollte eine Partei, die in vielen Bundesländern und im Bund seit 10 Jahren mit der SPD regiert und deren Wunschkoalitionspartner inzwischen die Grünen sind, nicht auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei hinbekommen? So weit ist der Weg von SPD und Grünen zur Linkspartei dann auch nicht mehr. Und die alten SED-Kader im Osten sind recht pragmatisch und sicher kompromissfähig, um eine solide, linke Koalition mit der CDU zu schmieden, wenn die die Gelegenheit bietet.

Die CDU hat im Osten doch Jahrzehnte lang mit der SED regiert.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Konservativer » Di 14. Aug 2018, 12:59

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung unter Vorsitz von Norbert Lammert vergleicht zum Jahrestag des Mauerbaus vor 57 Jahren die Berliner Mauer der DDR-Diktatur mit der Sperranlage Israels zum Schutz seiner Bevölkerung vor Terrorismus.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... Mauer.html
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Di 14. Aug 2018, 13:34

Konservativer hat geschrieben:(14 Aug 2018, 13:59)

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung unter Vorsitz von Norbert Lammert vergleicht zum Jahrestag des Mauerbaus vor 57 Jahren die Berliner Mauer der DDR-Diktatur mit der Sperranlage Israels zum Schutz seiner Bevölkerung vor Terrorismus.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... Mauer.html


Du negierst gerne die ganzen Artikel, gell.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 09:21

Ein interessanter Spurwechselansatz durch Günther in der CDU.
Passend zu der verbindlichen Zusage der Koalitionäre bis zum Ende des Jahres ein Einwanderungsgesetz, dass den Namen verdient, zu erstellen.
Dass Günther damit Beifall von Seiten der SPD und FDP generiert, war zu erwarten. Ob er sich damit gegen anteilige Altkader der CDU behaupten kann, bleibt abzuwarten.

Mir gefällt der Mann, man würde der CSU wünschen, eine vergleichbare Vordenker Persönlichkeit aufweisen zu können. Nicht in erster Linie zugunsten der CSU, sondern zugunsten Bayerns.


https://amp.welt.de/politik/article1811 ... ichen.html
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Europa2050 » Mi 15. Aug 2018, 09:29

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:21)

Ein interessanter Spurwechselansatz durch Günther in der CDU.
Passend zu der verbindlichen Zusage der Koalitionäre bis zum Ende des Jahres ein Einwanderungsgesetz, dass den Namen verdient, zu erstellen.
Dass Günther damit Beifall von Seiten der SPD und FDP generiert, war zu erwarten. Ob er sich damit gegen anteilige Altkader der CDU behaupten kann, bleibt abzuwarten.

Mir gefällt der Mann, man würde der CSU wünschen, eine vergleichbare Vordenker Persönlichkeit aufweisen zu können. Nicht in erster Linie zugunsten der CSU, sondern zugunsten Bayerns.


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Es wird doch nicht langsam „Hirn“ die abgedroschenen Thesen „alle rein“ und „alle raus“ ersetzen?
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Julian » Mi 15. Aug 2018, 09:38

JJazzGold hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:21)

Ein interessanter Spurwechselansatz durch Günther in der CDU.
Passend zu der verbindlichen Zusage der Koalitionäre bis zum Ende des Jahres ein Einwanderungsgesetz, dass den Namen verdient, zu erstellen.
Dass Günther damit Beifall von Seiten der SPD und FDP generiert, war zu erwarten. Ob er sich damit gegen anteilige Altkader der CDU behaupten kann, bleibt abzuwarten.

Mir gefällt der Mann, man würde der CSU wünschen, eine vergleichbare Vordenker Persönlichkeit aufweisen zu können. Nicht in erster Linie zugunsten der CSU, sondern zugunsten Bayerns.


https://amp.welt.de/politik/article1811 ... ichen.html


Wieso war zu erwarten, dass Günther von der FDP Beifall erhält? Zumindest hört sich das, was die FDP schreibt, ganz anders an. Ist das, was die FDP schreibt, gar nicht so wichtig, ist es gar nicht so gemeint, oder setzt die FDP auf flexible Positionen?
Wir Freie Demokraten wollen die Flüchtlingskrise durch die Rückkehr zu rechtsstaatlichen Mitteln und klaren Regeln bewältigen. Wer vor Krieg flüchtet, soll unbürokratisch humanitären Schutz erhalten, nach Wegfall der Fluchtgründe aber wieder in die alte Heimat zurückkehren. Verfolgte sollen Asyl bzw. Schutz gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention beantragen können. Unabhängig davon soll jedem der dauerhafte Zugang zu unserem Arbeitsmarkt nach den Kriterien eines modernen Einwanderungsgesetzes offen stehen.

https://www.fdp.de/position/dossier-fluechtlingspolitik

Die Trennung von Asyl und Einwanderung war bisher fundamental, zumindest in der Theorie. In der Praxis sah es anders aus.

Meiner Meinung nach kann man gerne darüber reden, was man gut integrierten, nicht straffälligen Asylbewerbern anbietet. Allerdings wird viel davon abhängen, wie man gut integriert definiert - ein staatlich geförderter Job, der jederzeit wegfallen kann, würde für mich nicht als berufliche Integration gelten. Auch sollte man bedenken, dass man dadurch wiederum falsche Anreize setzen könnte - dass also noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge versuchen werden, unter Ausnutzung des Asylrechts nach Deutschland einzuwandern.

Qualifizierte Arbeitskräfte, die nach Deutschland einwandern möchten, können sich im übrigen schon jetzt um ein Visum bemühen. Nur gibt es davon eben nicht viele.

Was die CDU angeht, wird Frau Merkel die Vorschläge aus dem hohen Norden wohl eher genervt registrieren. Ich glaube nicht, dass ihr dies ins Konzept passt, hat die CDU doch eine offene rechte, und nicht linke Flanke, aus der sie blutet. Zumindest dürften das viele in der CDU so sehen, weswegen man ja auch in der Flüchtlingspolitik schärfer auftritt.
Projekt Julian I: 5 Jan 2016 - 14 Aug 2018
Projekt Julian II: 14 Aug 2018 -
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 10:01

Europa2050 hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:29)

Es wird doch nicht langsam „Hirn“ die abgedroschenen Thesen „alle rein“ und „alle raus“ ersetzen?


Na ja, es ist August. Wenn ein Konzept bis Ende des Jahres nicht nur stehen, sondern auch die Zustimmung der SPD erringen soll, die mit ihrem Konzept keine Zustimmung in der CDU erringen konnte, dann wird es Zeit, sich darüber ein paar Gedanken zu machen. Da hat Günther den Vordenker gegeben. Ganz sicher nicht in der Erwartung, damit Beifallsstürme in den Reihen seiner Kollegen auszulösen, aber doch wenigstens den Denkprozess anzuregen und sich zweifellos durch die Positionierung als Nebeneffekt zu profilieren. ;)
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » Mi 15. Aug 2018, 10:09

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2018, 10:38)

Wieso war zu erwarten, dass Günther von der FDP Beifall erhält?


Weil der Gedanke, dass bei nachgewiesener, erfolgreicher Integration von Asyl Antraggenehmigten eine Diffusion in den Migrationsbereich gewährleistet werden muss, dem Konzept der Trennung von Einwanderung/Asyl der FDP entspricht. Diesbezüglich hat Günther einen Ansatz offeriert, der bei entsprechender Ausarbeitung dem FDP Konzept entspricht.
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