Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

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Kael
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 13:32

Oh - Mir ist bewusst das die FDP und die AfD im gesamten viiiel mehr gemeinsam haben.

Das Problem an FDP, CDU und SPD ist allerdings das diese grundlegend GEGEN die AfD stimmen werden und auch keinen Schritt von ihrer Position wegtreten werden. Weswegen die Linke im Moment eine gute Möglichkeit wäre den etablierten Parteien - von der Linken und von der AfD aus - ihnen extrem eins reinzuwürgen und Wähler zu bekommen.

Solange eben FDP, CDU und SPD grundlegend die Haltung hat das mit der AfD nicht zu regieren ist, solange fallen diese eben als potentielle 'Verbündete' aus.
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Selina
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Selina » Sa 27. Jan 2018, 13:34

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Linke mit Leuten zusammengeht, die für Nationalismus, Fremden-, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit stehen. Das wäre so, als gingen die Grünen mit der AfD zusammen. Undenkbar.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 13:42

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:34)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Linke mit Leuten zusammengeht, die für Nationalismus, Fremden-, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit stehen. Das wäre so, als gingen die Grünen mit der AfD zusammen. Undenkbar.


Ist das so? hast du dir mal die Spitzen der AfD Partei angesehen?
Alice Weidel ist lesbisch. Genauso gibt es in vielen Bezirken genauso homosexuelle die an hohen Positionen bei der AfD stehen.
Letztlich unterstützt die Afd ein traditionelles Familienbild.
Es ist nicht schwulenfeindlich wenn man ihnen die 'Ehe' selbst verbietet - weil die Ehe nun mal was anderes ist als eine eingetragene Lebenspartnerschaft.

Es gibt nun mal auch genügend Reibungspunkte - aber diese sollen von dieser zusammenarbeit ja gar nicht bedient werden sondern vor allem die sozialen-Punkte wo eben die größte Übereinkunft besteht.
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Selina
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Selina » Sa 27. Jan 2018, 13:54

Kael hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:42)

Ist das so? hast du dir mal die Spitzen der AfD Partei angesehen?
Alice Weidel ist lesbisch. Genauso gibt es in vielen Bezirken genauso homosexuelle die an hohen Positionen bei der AfD stehen.
Letztlich unterstützt die Afd ein traditionelles Familienbild.
Es ist nicht schwulenfeindlich wenn man ihnen die 'Ehe' selbst verbietet - weil die Ehe nun mal was anderes ist als eine eingetragene Lebenspartnerschaft.

Es gibt nun mal auch genügend Reibungspunkte - aber diese sollen von dieser zusammenarbeit ja gar nicht bedient werden sondern vor allem die sozialen-Punkte wo eben die größte Übereinkunft besteht.


Die Existenz von Vorzeige-Lesbe Weidel sagt nix über die sonstige Homophobie der AfD aus. Und sozial will die Partei eigentlich nichts. Sie hat sich paar soziale Alibi-Punkte ins Programm geschrieben, aber ansonsten ist und bleibt sie eine neoliberale rechtspopulistische Protestpartei, die nur so lange noch Wähler an sich binden kann, solange es keine bessere Integrationspolitik im Lande gibt. Letzteres wird sich ändern und der AfD laufen die Wähler wieder weg.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 13:57

Denkst du das?
Die SPD verprellt ihre Wähler mit der GroKo
Die CDU schießt sich mit einer andauernden Merkel-Politik selbst ins Bein.
Die CSU als mögliches Standbein verliert immer mehr an Einfluss
Die FDP schießt sich durch ihre Kindergarten-Rhetorik selbst ins Bein
Die Grünen...von denen muss man gar nicht reden

Diejenigen die davon profitieren würden wären die Linke und die AfD in dem diese die etablierten Parteien in ihrer entsprechenden Funktion 'ablösen'. Viele Wähler wählen im Moment keine AfD oder bekennen sich zu dieser Gesinnung weil sie befürchten müssen auf der Arbeit dadurch benachteiligt zu sein, weil es immer noch einen Nachruf, der etablierten gibt, die eben klar sagen das die AfD grundlegend Rechtsradikal sei - Was sie eben nicht ist.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon KarlRanseier » Sa 27. Jan 2018, 14:01

Kael hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:57)

Denkst du das?
Die SPD verprellt ihre Wähler mit der GroKo
Die CDU schießt sich mit einer andauernden Merkel-Politik selbst ins Bein.
Die CSU als mögliches Standbein verliert immer mehr an Einfluss
Die FDP schießt sich durch ihre Kindergarten-Rhetorik selbst ins Bein
Die Grünen...von denen muss man gar nicht reden

Diejenigen die davon profitieren würden wären die Linke und die AfD in dem diese die etablierten Parteien in ihrer entsprechenden Funktion 'ablösen'. Viele Wähler wählen im Moment keine AfD oder bekennen sich zu dieser Gesinnung weil sie befürchten müssen auf der Arbeit dadurch benachteiligt zu sein, weil es immer noch einen Nachruf, der etablierten gibt, die eben klar sagen das die AfD grundlegend Rechtsradikal sei - Was sie eben nicht ist.



Quatsch. In Deutschland gibt es ein Wahlgeheimnis. Dein Ausbeuter erfährt gar nicht, wen Du gewählt hast.
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Selina
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Selina » Sa 27. Jan 2018, 14:03

Kael hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:57)

Denkst du das?
Die SPD verprellt ihre Wähler mit der GroKo
Die CDU schießt sich mit einer andauernden Merkel-Politik selbst ins Bein.
Die CSU als mögliches Standbein verliert immer mehr an Einfluss
Die FDP schießt sich durch ihre Kindergarten-Rhetorik selbst ins Bein
Die Grünen...von denen muss man gar nicht reden

Diejenigen die davon profitieren würden wären die Linke und die AfD in dem diese die etablierten Parteien in ihrer entsprechenden Funktion 'ablösen'. Viele Wähler wählen im Moment keine AfD oder bekennen sich zu dieser Gesinnung weil sie befürchten müssen auf der Arbeit dadurch benachteiligt zu sein, weil es immer noch einen Nachruf, der etablierten gibt, die eben klar sagen das die AfD grundlegend Rechtsradikal sei - Was sie eben nicht ist.


Doch, ein Großteil der AfD-Leute tickt nun mal rechtsradikal, das steht fest. Und ob es nun 30 oder 40 der führenden Leute sind, die so denken, die anderen dulden sie wissentlich. Sie unternehmen nichts gegen die Rechtsradikalen. Warum? Weil sie klammheimlich dankbar sind, dass die diesen braunen Müll stellvertretend für sie absondern. Warum soll man da was tun? Nee, der Joschka-Fischer-Vergleich mit der NSDAP, in deren Stil die AfDler reden, ist schon nicht von der Hand zu weisen.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 14:05

Wenn ich der AfD beitrete - als Mitglied - und dies mein Arbeitgeber mitbekommt, gibt es eine höhere Chance das man dafür diffamiert wird.

link entfern - Moses, Mod

Als AfD-Angehöriger ist man laut Rechtssprechung gehalten, dies seinem Vermieter wegen der erhöhten Gefährdungslage durch zu erwartende Antifa-Terrorakte bei Vertragsabschluss mitzuteilen. Ansonsten handelt es sich um „arglistige Täuschung“, die den Widerruf des Vertrags rechtfertigt.


Um mal ein Beispiel zu nennen.

Doch, ein Großteil der AfD-Leute tickt nun mal rechtsradikal, das steht fest. Und ob es nun 30 oder 40 der führenden Leute sind, die so denken, die anderen dulden sie wissentlich. Sie unternehmen nichts gegen die Rechtsradikalen. Warum? Weil sie klammheimlich dankbar sind, dass die diesen braunen Müll stellvertretend für sie absondern. Warum soll man da was tun? Nee, der Joschka-Fischer-Vergleich mit der NSDAP, in deren Stil die AfDler reden, ist schon nicht von der Hand zu weisen.

Du möchtest also sagen das 12% der Bevölkerung grundlegend rechtsradikal sind? Damit begiebst du dich auf das gleiche niedrige Niveau der etablierten PArteien. Aber es gibt schon einen AfD Thread der diese Thematiken behandelt. Ist hier also leider nicht zielführend. Und ich möchte auch sagen das Sachsen nicht Deutschland ist.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon zollagent » Sa 27. Jan 2018, 14:06

Kael hat geschrieben:(27 Jan 2018, 01:52)

Tut sie das?
Letztlich steht die AfD vor allem in den bisher propagierten Reden im Bundestag eher Abgeordneten-Kritisch gegenüber. Genauso kritisieren sie das Verhalten bezüglich Löhne und wie sich diese entwickeln. In den Landtägen gibt es viele Anträge welche fast schon Identisch mit denen der Linken sind.

....

Die Regierung hat mit der "Entwicklung der Löhne" wenig zu tun. Google mal, was Tarifautonomie heißt.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Kael
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 14:06

zollagent hat geschrieben:(27 Jan 2018, 14:06)

Die Regierung hat mit der "Entwicklung der Löhne" wenig zu tun. Google mal, was Tarifautonomie heißt.


Diätenerhöhung sagt dir bestimmt auch etwas?
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Hyde » Sa 27. Jan 2018, 18:12

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:22)

Noch mal: Die AfD könnte höchstens mal in ein Bündnis mit konservativen Parteien eintreten, da deren sozialpolitisches Engagement in etwa gleich schwach ausgeprägt ist. Ich hoffe nur, dass es niemals so weit kommt und sich die zahlreichen rechtsradikalen Kräfte in der AfD als nicht "vermittelbar" für jegliche Kooperation mit den Konservativen entpuppen. Und selbstverständlich auch nicht mit der Linken, für die es eine Beleidigung ist, mit Rechtsradikalen in einen Topf geschmissen zu werden. Dazu gibt es Dutzende Erklärungen von führenden Linken, die man dann eben auch zur Kenntnis nehmen sollte ;)


Für die Politiker mag das zustimmen. Was die Wähler angeht, so dürften sich Linke und AfD da teilweise recht ähnlich sein. Beides sind Parteien für die (häufig ostdeutschen) Wutbürger, die auf „das System“ schimpfen, antiwestlich geprägt sind, globalisierungsfeindlich sind und gewisse Faszinationen für Autokraten wie Putin hegen.

Da gibt es zwischen Linken und AfD viele Übereinstimmungen.
Polibu

Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Polibu » Sa 27. Jan 2018, 18:21

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:32)

Die Ersten, die umfallen, wenn es um mögliche Bündnisse und um eine Zusammenarbeit mit der AfD geht in den nächsten Jahren, werden hundertprozentig die CDU und die CSU und (heute schon) in der Opposition auch die FDP sein. Könnte ich drauf wetten.


Angenommen die AfD würde 25% bekommen. Dann wäre es ein Affront gegen die Wähler nicht wenigstens in Erwägung zu ziehen mit der AfD eine Koalition einzugehen. Das würde nur zur Folge haben, dass die AfD beim nächsten Mal noch mehr Stimmen bekommt. Sollte die AfD also mehr Zulauf bekommen, dann ist es nur die logische Konsequenz, dass man sich mit ihr auch mal seriös befasst.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kael » Sa 27. Jan 2018, 18:48

Polibu hat geschrieben:(27 Jan 2018, 18:21)

Angenommen die AfD würde 25% bekommen. Dann wäre es ein Affront gegen die Wähler nicht wenigstens in Erwägung zu ziehen mit der AfD eine Koalition einzugehen. Das würde nur zur Folge haben, dass die AfD beim nächsten Mal noch mehr Stimmen bekommt. Sollte die AfD also mehr Zulauf bekommen, dann ist es nur die logische Konsequenz, dass man sich mit ihr auch mal seriös befasst.


Ich finde 13% reichn schon aus. Immerhin Drittstärkste Kraft
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Kritikaster » Sa 27. Jan 2018, 22:05

Kael hat geschrieben:(27 Jan 2018, 14:05)

Du möchtest also sagen das 12% der Bevölkerung grundlegend rechtsradikal sind?

Mehr sogar sind für Hassparolen rechtsradikaler Bauernfänger grundsätzlich empfänglich. Einfach mal schlau machen!
Deutschland im Jahr 2016: Jeder Zehnte wünscht sich einen Führer, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert. Elf Prozent der Bürger glauben, dass Juden zu viel Einfluss haben. Zwölf Prozent sind der Ansicht, Deutsche seien anderen Völkern von Natur aus überlegen. Ein Viertel der U30-Generation in Ostdeutschland ist ausländerfeindlich. http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 97321.html

Das ist die Zusammenfassung aus dem Jahr 2016. Genauer bitte hier: https://www.boell.de/sites/default/file ... g_2016.pdf

Ziemlich klar, wo die ihr Kreuz machen.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon CaptainJack » Sa 27. Jan 2018, 22:39

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:34)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Linke mit Leuten zusammengeht, die für Nationalismus, Fremden-, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit stehen. Das wäre so, als gingen die Grünen mit der AfD zusammen. Undenkbar.
Kleine Korrekturen: Patriotismus anstatt Nationalismus, Abwägung der Interessen der Fremden und der einheimischen Bevölkerung, Frauenfreundlichkeit ( siehe BT-Reden und Anprangerung des Frauenbildes des Islams), keine Schwulenfeindlichkeit (siehe Frau Weidel)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon JJazzGold » Sa 27. Jan 2018, 22:43

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:30)

Dann vergleiche mal FDP und AfD unter demselben Link ;)


Ich wüsste nicht, was das in einem Thread, der sich mit eventuellen Übereinstimmungen Die Linke und AfD beschäftigt, bringen sollte. :)
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon JJazzGold » Sa 27. Jan 2018, 22:46

Selina hat geschrieben:(27 Jan 2018, 13:32)

Die Ersten, die umfallen, wenn es um mögliche Bündnisse und um eine Zusammenarbeit mit der AfD geht in den nächsten Jahren, werden hundertprozentig die CDU und die CSU und (heute schon) in der Opposition auch die FDP sein. Könnte ich drauf wetten.


Die Wette bezüglich der FDP halte ich. Wie viel wollen Sie setzen?
Aber jetzt bitte keinen Kleckerkram in Richtung EUR 1,- oder eine Tasse Kaffee, es sollte schon eine Summe im vierstelligen Bereich sein.
Nur zu :)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Progressiver » Sa 27. Jan 2018, 23:32

Meines Wissens will die AfD, dass die Arbeitslosen für sich selbst aufkommen müssen. Gleiches gilt, wenn man krank wird oder eben chronisch krank ist. Derart den Sozialstaat zu schleifen zu wollen, traut sich ansonsten niemand. Wenn es also Wählerwanderungen von der Linken zur AfD gibt, dann sind das vor allem diejenigen Protestwähler, die nicht fähig sind, Parteiprogramme zu lesen. Die lesen auch keine Zeitung. Denen geht es höchstens nur noch um die Lautstärke bei politischen Differenzen.

Im Übrigen gewinnt die AfD aus allen Parteien Zulauf. Wieso sollte es da die Linke nicht auch treffen? Auch das Wort "sozial" wird man wohl in allem Parteiprogrammen finden. Entscheidend ist aber, ob das Thema "sozial" nur ein Feigenblatt darstellt oder aber ernst gemeint ist. Da halte ich selbst die viel gescholtene SPD für sozialer.

Die einzige Gemeinsamkeit der AfD mit den anderen Parteien besteht darin, dass sie eben Parteien sind. Die Linke wurde aber schon in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet. Bei der AfD werden wir das vermutlich nicht erleben, weil die Verfassungsschützer auf dem rechten Auge blind sind.

Und auch folgendes darf man nicht vergessen: Die Bundesrepublik ist nicht nur eine Demokratie, sondern wird laut Grundgesetz als Sozialstaat definiert. Eigentum verpflichtet. Wenn aber das Wörtchen "sozial" ausreichen würde, um dem zu genügen, wäre die AfD eine verfassunsgpatriotische Partei. Ist sie aber nicht. Während auf der linken Seite eingefordert wird, dass die Würde des Individuums tatsächlich unantastbar sei, wird das von AfD-Seite derart bestritten, dass sie vermutlich am liebsten das Grundgesetz Artikel 1 ändern würden in "Die Würde des Deutschen ist unantastbar". Dieser hätte dann aber oft nichts davon, da die AfD laut ihrem Parteiprogramm für Steuersenkungen steht, die in der Praxis dann aber doch nur den Reichen wirklich nützen.

Und zu den Punkten "Globalisierung" und "EU" möchte ich etwas schreiben: Die Linke ist globalisierungskritisch und würde sie gerne sozialpolitisch abfedern. Die AfD dagegen lehnt so etwas komplett ab und würde am liebsten eine Mauer um Deutschland bauen. Während die Linke sich in EU-Fragen doch ebenfalls kritisch ist und den Sozialstaat in ganz Europa nicht geschleift sehen möchte, will die AfD zurück zum Nationalstaat. Die Linke will also eine andere, sozialere EU. Die AfD will keine EU.

Mich wundert es also stark, was diese beiden Parteien einen sollte, auf dass sie zusammenarbeiten würden.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Quatschki » So 28. Jan 2018, 00:27

Die letzte Rede von Björn Höcke in Eisleben war ein klares bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, und hat in praktisch jeder seiner Reden ausgeführt, dass Sozialstaat und Open-Border-Politik auf Dauer nicht funktionieren lönnen.

Oskar Lafontaine schrieb vor wenigen Tagen einen bemerkenswerten Artikel
http://www.nachdenkseiten.de/?p=42083

...Die Befürworter des Bleiberechts und einer monatlichen Grundsicherung von 1050 Euro für alle, die nach Deutschland kommen, grenzen sich von denen ab, die es, wie ich, für weitaus wirkungsvoller und gerechter halten, den größeren Teil der Milliarden-Aufwendungen für die Millionen Flüchtlinge in den Lagern, den Armuts- und Hungergebieten aufzubringen. Ihre eigene Haltung – Unterstützung der Flüchtlinge in erster Linie in Deutschland – verstehen sie als Internationalismus und diffamieren die Gegenposition – einen größeren Betrag für die Flüchtlinge auszugeben, die in den Krisengebieten und den Lagern leben – als nationalistisch.


...Wer den Sozialstaat diffamiert und das Credo der multinationalen Konzerne „no nations, no border“ nachplappert, ist ein Trottel des Neoliberalismus. Leute mit mangelndem Denkvermögen, die sich als Linke missverstehen und sich selbst ständig auf die Schultern klopfen, erinnern irgendwie an den Mann im Weißen Haus: „Ich bin ein Genie.“...


Das sind Positionen, wie sie zum Beispiel bei Pegida seit 3 Jahren gepredigt werden
Es gibt also auch bei den Linken noch Linke, die sich der Vernunft verpflichtet fühlen und sich nicht zum Trottel der Globalisierer machen wollen. Warum sollen die nicht mit dem sozial ausgerichteten Teil der Patrioten zusammenfinden?

Es ist ja keine nationale Einwicklung. Sie findet ebenso in anderen Ländern statt, wo man nicht die Nazikeule schwingen kann. Dort kann man diese Tendenzen auch beobachten
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Watchful_Eye » So 28. Jan 2018, 03:33

Quatschki hat geschrieben:(28 Jan 2018, 00:27)

Die letzte Rede von Björn Höcke in Eisleben war ein klares bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, und hat in praktisch jeder seiner Reden ausgeführt, dass Sozialstaat und Open-Border-Politik auf Dauer nicht funktionieren lönnen.
[...]

Sowohl Höcke als auch Lafontaine vertreten in diesen Fragen aber eben nicht den Mainstream ihrer Partei.

Die politische Heimat von Höcke ist meinem Eindruck nach eigentlich eher die NPD (national-sozial) als die AfD (nationalliberal).

Bei Lafontaine muss man sehen, dass er seine Argumentation hier nicht gegen den politischen Mainstream aufzieht, sondern gegen seine parteiinternen Gegner. Das Parteiprogramm der Linken fordert "Open Borders", wogegen er sich (vernünftigerweise!) klar ausspricht. Er steht in dieser Frage also eindeutig rechts vom Mainstream seiner Partei. Dass Lafontaine allerdings gar eine AfD-artige Asylpolitik verfolgt, ist meines Erachtens eher eine Unterstellung seitens seiner Gegner.
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