Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Weltregierung » Mo 30. Apr 2018, 11:33

DarkLightbringer hat geschrieben:(30 Apr 2018, 09:28)

...zuständig auch für Inneres und Bauwesen. Die Bundesregierung wird ihn wohl durchschleppen müssen und gleichzeitig soll er als Lockvogel dienen, um exotische Wähler zurück zu holen.


Schlimm genug dass er auch ernsthafte Ressorts hat. Vielleicht hätte man ein eigenes BMH schaffen sollen, dann wäre das BMI wenigstens nicht in der Hand eines xenophoben Populisten. Von Wagenknecht halte ich übrigens nichts. Garnichts. Aber das ist eine andere Geschichte.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 30. Apr 2018, 11:38

Weltregierung hat geschrieben:(30 Apr 2018, 12:33)

Schlimm genug dass er auch ernsthafte Ressorts hat. Vielleicht hätte man ein eigenes BMH schaffen sollen, dann wäre das BMI wenigstens nicht in der Hand eines xenophoben Populisten. Von Wagenknecht halte ich übrigens nichts. Garnichts. Aber das ist eine andere Geschichte.

Seehofer ist auch nicht gerade mein engster Kumpel. Ändert aber nichts daran, dass er die Wagenknecht der Union ist.

Ein eigenes BMH würde Seehofer genauso lächerlich machen. Besser noch wäre ein BM für Deradikalisierung und Entschwörungstheorien.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Weltregierung » Mo 30. Apr 2018, 18:19

DarkLightbringer hat geschrieben:(30 Apr 2018, 12:38)

Seehofer ist auch nicht gerade mein engster Kumpel. Ändert aber nichts daran, dass er die Wagenknecht der Union ist.


Was ist denn dann Söder?
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon DarkLightbringer » Di 1. Mai 2018, 16:43

Weltregierung hat geschrieben:(30 Apr 2018, 19:19)

Was ist denn dann Söder?

Dietmar Bartsch.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 4. Mai 2018, 08:41

KarlRanseier hat geschrieben:(27 Apr 2018, 16:47)

Die Versuchung, im braunen AfD-Sumpf zu fischen, ist bei allen Parteien groß, leider.

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Äußerungen von Wagenknecht und Lafontaine über die Flüchtlingspolitik absolut daneben waren. Ich würde aber behaupten, dass Linke mehrheitlich anders ticken.

Ziemlich genauso sehe ich es auch. Solange Realpolitiker wie Thüringens MP Ramelow (immerhin Träger des Israel-Jacobson-Preises für Verdienste zugunsten des liberalen Judentums) wesentlich den Kurs der Partei bestimmen, sind Querfront-Bestrebungen Richtung rechts nicht durchsetzbar.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 4. Mai 2018, 08:53

zollagent hat geschrieben:(27 Apr 2018, 17:14)

Ganz offenbar ist die "überholte" NATO eine Versicherung gegen "Freundlichkeiten" Putins und seine Hegemoniebestrebungen. Daß ausgerechnet die Nachbarn Russlands, die nicht in der NATO sind, und die seinen Wünschen nicht Folge leisten, mit Russland Probleme haben, spricht Bände.

Da stehst Du aber vor der schwierigen Frage, wie Deutschland als NATO-Mitglied mit den "Freundlichkeiten" des NATO-Partners Türkei (zum Beispiel grundlos deutsche Journalisten zu verhaften) umgehen soll. Die Ablehnung der NATO für eine noch weiterghehende Kooperation mit RUssland bis Mitte der Nuller (die ja von RUssland selbst betrieben wurde), sprich die Ausschlagung einer angebotenen Freundschaft (erinnere dich: Russland war z.B. an der KFOR in Kosovo beteiligt), war der vielleicht fatalste politische Fehler des Westens der letzten Dekaden.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 4. Mai 2018, 09:08

Selina hat geschrieben:(27 Apr 2018, 15:30)

Ja, so siehts aus. Die Wagenburgmentalität der Konservativen ist kompatibel mit dem nationalistischen und neoliberalen Denken der AfD, der ja im Gegensatz zu ihren Beteuerungen der so genannte kleine Mann schnurzepiepegal ist. Daher könnte es später eher eine Kooperation zwischen CDU/CSU und FDP mit der AfD geben als das hier angenommene Zusammengehen von Linken und Neuer Rechten in Form der AfD. Was mich allerdings zurzeit noch sehr freut, ist ein häufiges Zusammenhalten aller demokratischen Kräfte im Bundestag, wenn es wieder mal irgendwelche rechtspopulistischen Anträge der AfD gibt (siehe heutiger Vorschlag der Änderung des Volksverhetzungsgesetzes). Ich hoffe, dieses Zusammenhalten gegen die Rechtsnationalen ist auch künftig stärker als andere Bestrebungen.

Die FDP schließe ich dabei (inzwischen, wohlgemerkt) aus. Es hat sowohl bei der FDP als auch bei einem großen Teil der rechtskonservativ-liberalen Kräfte jüngst ein grundsätzlicher Strategiewechsel und ein Umdenken stattgefunden.

Zur Erinnerung: 2015 gab es in der rechtskonservativen Hayek-Stiftung (der u.a. auch so illustre Gestalten wie der Betreiber der bekannten rechtsgrenzwertigen Webseite Roland Tichy als Kuratoriumsmitglied angehört) einen erdrutschartigen Eklat. Die Vorsitzende Horn wie auch FDP-Chef Lindner und wie auch 50 weitere Mitglieder traten demonstrativ aus und motivierten dies damit, eine weitere Rechtsdrift dieses ganzen Personen-Umkreises nicht länger dulden zu wollen. Klare Ansage.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon zollagent » Fr 4. Mai 2018, 09:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 May 2018, 09:53)

Da stehst Du aber vor der schwierigen Frage, wie Deutschland als NATO-Mitglied mit den "Freundlichkeiten" des NATO-Partners Türkei (zum Beispiel grundlos deutsche Journalisten zu verhaften) umgehen soll. Die Ablehnung der NATO für eine noch weiterghehende Kooperation mit RUssland bis Mitte der Nuller (die ja von RUssland selbst betrieben wurde), sprich die Ausschlagung einer angebotenen Freundschaft (erinnere dich: Russland war z.B. an der KFOR in Kosovo beteiligt), war der vielleicht fatalste politische Fehler des Westens der letzten Dekaden.

Daß ein einzelner NATO-Partner nun glaubt, daß er sich Dinge erlauben kann, die dem Zweck und auch dem Geist des Bündnisse zuwiderlaufen, hat mit dem Schutzfaktor wenig zu tun. Da muß die NATO allerdings auch reagieren.

Und ob man "die Freundschaft Russlands abgelehnt" hat, das halte ich eher für ein Märchen. Es war Russland, das von einer Zusammenarbeit und möglicherweise Freundschaft abgerückt ist, als seine Erwartungen bezüglich seiner Einflußsphäre nicht erfüllt wurden.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon relativ » Fr 4. Mai 2018, 09:48

zollagent hat geschrieben:(04 May 2018, 10:12)

Daß ein einzelner NATO-Partner nun glaubt, daß er sich Dinge erlauben kann, die dem Zweck und auch dem Geist des Bündnisse zuwiderlaufen, hat mit dem Schutzfaktor wenig zu tun. Da muß die NATO allerdings auch reagieren.

Und ob man "die Freundschaft Russlands abgelehnt" hat, das halte ich eher für ein Märchen. Es war Russland, das von einer Zusammenarbeit und möglicherweise Freundschaft abgerückt ist, als seine Erwartungen bezüglich seiner Einflußsphäre nicht erfüllt wurden.


Welches die Nato ohne Not ziemlich zügig eingeleitet hat, sollte man nicht vergessen zu erwähnen.
Welche genauen Absprchen es da gab, kann wohl nicht mehr genau ermittelt werden, aber diesen nicht unerheblichen Fehler der NATO Osterweiterung muss sich die NATO schon ankreiden lassen.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 4. Mai 2018, 10:10

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 10:48)

Welches die Nato ohne Not ziemlich zügig eingeleitet hat, sollte man nicht vergessen zu erwähnen.
Welche genauen Absprchen es da gab, kann wohl nicht mehr genau ermittelt werden, aber diesen nicht unerheblichen Fehler der NATO Osterweiterung muss sich die NATO schon ankreiden lassen.

Der Wunsch östlicher Partner, sich einem Prinzip der kollektiven Sicherheit anzuschließen, widerspricht in keinster Weise der Charta von Paris 1990.

Und eigentlich ist es doch sehr positiv, wenn aus ehemaligen, potentiellen Feinden enge Freunde werden.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon relativ » Fr 4. Mai 2018, 10:17

DarkLightbringer hat geschrieben:(04 May 2018, 11:10)

Der Wunsch östlicher Partner, sich einem Prinzip der kollektiven Sicherheit anzuschließen, widerspricht in keinster Weise der Charta von Paris 1990.

Und eigentlich ist es doch sehr positiv, wenn aus ehemaligen, potentiellen Feinden enge Freunde werden.

Sorry aber diese Argumentation ist für mich eine sehr schwache.
Natürlich ist es positiv, wenn aus ehemaligen Feinden Freunde werden, aber bitte nicht indem mann sich den größsten ehemaligen Feind durch solche Aktionen wieder zum Feind macht, ohne zuerst mal vertrauen aufzubauen.
Ich bin sicher es hätte dort bessere Lösungen geben können, als sofort den Wunsch der ehemaligen Sowjetrepubliken nachzugeben.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 4. Mai 2018, 11:22

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 11:17)

Sorry aber diese Argumentation ist für mich eine sehr schwache.
Natürlich ist es positiv, wenn aus ehemaligen Feinden Freunde werden, aber bitte nicht indem mann sich den größsten ehemaligen Feind durch solche Aktionen wieder zum Feind macht, ohne zuerst mal vertrauen aufzubauen.
Ich bin sicher es hätte dort bessere Lösungen geben können, als sofort den Wunsch der ehemaligen Sowjetrepubliken nachzugeben.

Gegen-Akteure können nicht allein durch das Bündnis definiert werden, die betreffenden Machthaber und die Entwicklungen in Drittstaaten spielen dabei eine tragende Rolle.
Man könnte dem Westen vorwerfen, noch an einer sog. Modernisierungspartnerschaft festgehalten zu haben, als es längst nichts mehr zu modernisieren gab. Das hält beispielsweise eine russische Historikerin vor.

Appeasement hat auch seine Grenzen, insbesondere wenn es um dunkle Gefühle von Despoten oder Oligarchen geht.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon relativ » Fr 4. Mai 2018, 11:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(04 May 2018, 12:22)

Gegen-Akteure können nicht allein durch das Bündnis definiert werden, die betreffenden Machthaber und die Entwicklungen in Drittstaaten spielen dabei eine tragende Rolle.
Man könnte dem Westen vorwerfen, noch an einer sog. Modernisierungspartnerschaft festgehalten zu haben, als es längst nichts mehr zu modernisieren gab. Das hält beispielsweise eine russische Historikerin vor.

Appeasement hat auch seine Grenzen, insbesondere wenn es um dunkle Gefühle von Despoten oder Oligarchen geht.

Ich für mich sah dies, so kurz nach dem zerfall der UdSSR ,nicht nach Bemühungen aus Ausgleichend zu wirken um Russland da mit ins Boot zu holen
Sondern eher nach emphatieloser Siegermentalität
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 4. Mai 2018, 11:39

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 12:27)

Ich für mich sah dies, so kurz nach dem zerfall der UdSSR ,nicht nach Bemühungen aus Ausgleichend zu wirken um Russland da mit ins Boot zu holen
Sondern eher nach emphatieloser Siegermentalität

Es gab doch immer einen Dialog, etwa im NATO-Russland-Rat, und man hat die ins Boot geholt, die ins Boot wollten.

Das Psychogramm des Ex-KGB-Agenten Putins und die Verschmelzung von Geheimdienst und Oligarchie in den russischen Chaos-Jahren war eine Entwicklung, der man präventiv nicht entgegen zu wirken vermochte.
Die Einflußmöglichkeiten sind auch irgendwo begrenzt, letztlich stellen sich Gegen-Akteure selbst als solche auf, wenn sie das unbedingt wollen. Man wird aus einem Hassan Nasrallah keinen Musterdemokraten machen können, wahrscheinlich nicht mal einen Arafat - um mal ein Beispiel zu nennen. Das meint, die Politik der Umarmung hat seine Grenzen.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon relativ » Fr 4. Mai 2018, 11:48

DarkLightbringer hat geschrieben:(04 May 2018, 12:39)

Es gab doch immer einen Dialog, etwa im NATO-Russland-Rat, und man hat die ins Boot geholt, die ins Boot wollten.

Das Psychogramm des Ex-KGB-Agenten Putins und die Verschmelzung von Geheimdienst und Oligarchie in den russischen Chaos-Jahren war eine Entwicklung, der man präventiv nicht entgegen zu wirken vermochte.
Die Einflußmöglichkeiten sind auch irgendwo begrenzt, letztlich stellen sich Gegen-Akteure selbst als solche auf, wenn sie das unbedingt wollen. Man wird aus einem Hassan Nasrallah keinen Musterdemokraten machen können, wahrscheinlich nicht mal einen Arafat - um mal ein Beispiel zu nennen. Das meint, die Politik der Umarmung hat seine Grenzen.

Also spätestens als Russland die Handbremse gezogen hat, weil sie wohl eher das Gefühl hatten als Grüßaugust für die USA dazustehen, hätte man bei der NATO m.M. bremsen sollen.
So schnell wird man den jahrzehntelangen Sozialismus auch nicht los, da hat man sich wohl auch etwas vorgemacht. Nach dem Motto:" So jetzt haben wir gewonnen, jetzt wird Russland mit einem Fingerschnipp zu einen westlichen NATO Land.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon zollagent » Fr 4. Mai 2018, 15:12

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 10:48)

Welches die Nato ohne Not ziemlich zügig eingeleitet hat, sollte man nicht vergessen zu erwähnen.
Welche genauen Absprchen es da gab, kann wohl nicht mehr genau ermittelt werden, aber diesen nicht unerheblichen Fehler der NATO Osterweiterung muss sich die NATO schon ankreiden lassen.

Es gab GAR KEINE Absprachen. Allenfalls Erwartungen auf russischer Seite, die weder angesprochen noch irgendwie diskutiert worden sind. Und die "Not", um die es ging, nennt sich "Selbstbestimmung der Völker". Ich hoffe, du kannst mit dem Begriff etwas anfangen.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon relativ » Fr 4. Mai 2018, 16:18

zollagent hat geschrieben:(04 May 2018, 16:12)

Es gab GAR KEINE Absprachen. Allenfalls Erwartungen auf russischer Seite, die weder angesprochen noch irgendwie diskutiert worden sind. Und die "Not", um die es ging, nennt sich "Selbstbestimmung der Völker". Ich hoffe, du kannst mit dem Begriff etwas anfangen.

Ja dieser Not muss man ja nicht sofort nachgeben ,um genau welche Gefahr zu bannen?
Also die NATO hätte selbst bestimmen können ob sie diese Völker aufnimmt, ich hoffe das gestehst du diesen Völkern auch zu. ;)
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon zollagent » Fr 4. Mai 2018, 16:31

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 17:18)

Ja dieser Not muss man ja nicht sofort nachgeben ,um genau welche Gefahr zu bannen?
Also die NATO hätte selbst bestimmen können ob sie diese Völker aufnimmt, ich hoffe das gestehst du diesen Völkern auch zu. ;)

Es gab keine bekannten Widerstände irgendwelcher Völker in der NATO gegen die Aufnahme der 10 neuen Kandidaten. Du mußt nichts daherspinnen, was es nicht gibt. Und die Gefahr, die zu bannen war, kann jeder sehen, der derzeit in den Osten Europas blickt. Stell dich bitte nicht blinder, als du eigentlich bist.
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon Selina » Fr 4. Mai 2018, 17:01

relativ hat geschrieben:(04 May 2018, 10:48)

Welches die Nato ohne Not ziemlich zügig eingeleitet hat, sollte man nicht vergessen zu erwähnen.
Welche genauen Absprchen es da gab, kann wohl nicht mehr genau ermittelt werden, aber diesen nicht unerheblichen Fehler der NATO Osterweiterung muss sich die NATO schon ankreiden lassen.


Genau. Selbst wenn der Streit darum, ob es nun Zusagen das Westens gegeben hat, die Nato nicht in Richtung Osten zu erweitern, oder ob es sie nicht gab, noch lange nicht zu Ende ist, haben weitsichtige Politiker davor zurecht gewarnt.

Zitat:

In einem offenen Brief an den damaligen Präsidenten der USA Bill Clinton vom 26. Juni 1997, äußerten mehr als 40 ehemalige Senatoren, Regierungsmitglieder, Botschafter, Abrüstungs- und Militärexperten ihre Bedenken gegenüber der von ihm geplanten Osterweiterung der NATO und forderten ihre Aussetzung. Zu den Unterzeichnern gehörten der Verteidigungsexperte des Senats Sam Nunn, Gary Hart, Bennett Johnston, Mark Hatfield, Gordon J. Humphrey, sowie die Botschafter in Moskau Jack Matlock und Arthur Hartman, außerdem Paul Nitze, Reagans Abrüstungsunterhändler, Robert McNamara, Verteidigungsminister a. D., Admiral James D. Watkins, ehemals Direktor des CIA, Admiral Stansfield Turner, Philip Merrill und die Wissenschaftler Richard Pipes und Marshall D. Shulman. Der Brief bezeichnet die Beitrittsangebote der NATO 1997 als „politischen Irrtum von historischen Ausmaßen“.

Die Unterzeichner befürchteten, dass die Sicherheit und Stabilität Europas in Gefahr sei, und begründeten dies mit vier Argumenten:

1. In Russland werde die NATO-Osterweiterung, die von allen politischen Kräften abgelehnt wird, die undemokratische Opposition stärken und die Reformkräfte schwächen. Russland werde dazu gebracht, die Vereinbarungen nach dem Ende des Kalten Krieges infrage zu stellen und Widerstand gegen die Abrüstungsverträge zu mobilisieren.

2. Es werde eine neue Grenze zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern gezogen. Dies verstärke die Instabilität und führt zu einem geschwächten Sicherheitsempfinden bei den Nicht-Mitgliedern.

3. Die Osterweiterung vermindere das Potential der NATO, indem sie Garantien an Länder mit ernsthaften Grenz- und Minderheitsproblemen sowie uneinheitlich entwickelten demokratischen Systemen gebe.

4. In den USA werde eine Kostendebatte ausgelöst, die das Engagement der USA für die NATO infrage stellen werde.

Als Alternative zur Osterweiterung forderten die Unterzeichner eine ökonomische Öffnung im Sinne einer Osterweiterung der EU, eine Verstärkung des Partnerschaft für den Frieden-Programms, eine engere Kooperation zwischen Russland und NATO und eine Fortsetzung der Abrüstungsbemühungen.


https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Osterweiterung

Sehr weitsichtige und kluge Gedanken und Forderungen. Dreimal darf man raten, warum Letzteres nie umgesetzt worden ist. Die Nato braucht einfach ihr Feinbild Russland zur Durchsetzung eigener geostrategischer und militärischer Interessen.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Zusammenarbeit der Linken und der AfD in sozialen Fragen

Beitragvon SirToby » Fr 4. Mai 2018, 17:08

Was haben eigentlich NATO und Russland in diesem Strang verloren?
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"

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