Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

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rain353
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 15:05

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Jan 2018, 13:40)

Die CDU ist doch inzwischen tiefrot.

Ich habe mir bei einer Wahlveranstaltung aus erster Hand Angies Pläne für das Kindergeld angehört und hätte fast quer über den Vorplatz gekotzt.


Der deutsche Konservativismus spiegelte sich vor Merkels Sozialdemokratisierung genau auf gesellschaftspolitischer Ebene ab und nicht so im wirtschaftspolitischen Bereich..
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 15:05

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Jan 2018, 13:40)

Die CDU ist doch inzwischen tiefrot.

Ich habe mir bei einer Wahlveranstaltung aus erster Hand Angies Pläne für das Kindergeld angehört und hätte fast quer über den Vorplatz gekotzt.


Der deutsche Konservativismus spiegelte sich vor Merkels Sozialdemokratisierung genau auf gesellschaftspolitischer Ebene ab und nicht so im wirtschaftspolitischen Bereich..(Außer bei Erhard; dann ging es mit den "sozialistischen" Experimenten wieder los)
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 5. Jan 2018, 15:23

rain353 hat geschrieben:(02 Jan 2018, 11:17)

Wieso betreibt der deutsche Konservativismus manchmal eine sehr sozialdemokratische Sozialpolitik...

Ich nenne euch ein Beispiel: Otto von Bismarck hat Kranken- Renten- Umfall- und Sozialversicherung eingeführt und Deutschland zum ersten Wohlfahrtstaat der Welt gemacht.......

Das ist doch nicht konservativ........
Und christlicher Sozialismus ist auch ein Wort für sich..... (CDU)


Bismarck hat die Sozialversicherung eingeführt weil er es nicht verhindern konnte. Da hat er es lieber selber gemacht. Um den Sozis den Wind aus den Segeln zu nehmen. Also keinerlei Einsicht bei Bismarck. Und das ist oft so bei den Konservativen. Die müssen zur Sozialpolitik getrieben werden und sobald sie merken dass dies der richtige Weg ist erklären sie sich selber zum Urheber. Bismarck ist das beste Beispiel. Und Merkel ist heute die Hütern der Hartz IV Reformen. Und wenn wir die Bürgerversicherung erstmal haben werden die Konservativen wieder so tun als wäre dies ihre Idee gewesen.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 15:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:23)

Bismarck hat die Sozialversicherung eingeführt weil er es nicht verhindern konnte. Da hat er es lieber selber gemacht. Um den Sozis den Wind aus den Segeln zu nehmen. Also keinerlei Einsicht bei Bismarck. Und das ist oft so bei den Konservativen. Die müssen zur Sozialpolitik getrieben werden und sobald sie merken dass dies der richtige Weg ist erklären sie sich selber zum Urheber. Bismarck ist das beste Beispiel. Und Merkel ist heute die Hütern der Hartz IV Reformen. Und wenn wir die Bürgerversicherung erstmal haben werden die Konservativen wieder so tun als wäre dies ihre Idee gewesen.


Und wieso waren die britischen Konservative um einiges wirtschaftsliberaler?

Bürgerversicherung ist nicht mehr sozialkonservativ , sondern sehr sozialistisch und Gleichmacherei.... Ich werde die CDU dann zweite SPD nennen, wenn die das zustimmt...(oder KPD)
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 5. Jan 2018, 15:41

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:24)

Und wieso waren die britischen Konservative um einiges wirtschaftsliberaler?

Bürgerversicherung ist nicht mehr sozialkonservativ , sondern sehr sozialistisch und Gleichmacherei.... Ich werde die CDU dann zweite SPD nennen, wenn die das zustimmt...(oder KPD)


Wenn du dir die Pläne auf der Seite der SPD mal genauer ansiehst anstatt nur den Dobrindt nachzuplappern wirst du vorstellen das die SPD nach wie vor nicht sozialistisch ist. Die Bürgerversicherung ist mittelfristig eine Notwendigkeit. Ich empfehle der CDU es wie Bismarck zu machen um am Ende gut dazustehen.

Generell finde ich es interessant dass die Konservativen selber keinerlei Vision für eine Weiterentwicklung in der deutschen Politik hat. Eigentlich sagt man nur was man alles nicht will. Ein bißchen wenig wenn man bedenkt was alles gemacht werden muß. Eine grundlegende Modernisierung der Justiz zum Beispiel. Oder eine andere EU-Politik zusammen mit Macron. Aber damit kann man ja keine Wähler begeistern. Dafür verspricht man wieder mal was für Familien mit Kinderm oder schwafelt was von Obergrenzen. Lauter Scheinprobleme.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Jan 2018, 15:42

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:41)

. Die Bürgerversicherung ist mittelfristig eine Notwendigkeit. I .




die PKV gibt es seit 180 Jahren

und die wird es auch weiter geben.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 15:53

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:41)

Wenn du dir die Pläne auf der Seite der SPD mal genauer ansiehst anstatt nur den Dobrindt nachzuplappern wirst du vorstellen das die SPD nach wie vor nicht sozialistisch ist. Die Bürgerversicherung ist mittelfristig eine Notwendigkeit. Ich empfehle der CDU es wie Bismarck zu machen um am Ende gut dazustehen.

Generell finde ich es interessant dass die Konservativen selber keinerlei Vision für eine Weiterentwicklung in der deutschen Politik hat. Eigentlich sagt man nur was man alles nicht will. Ein bißchen wenig wenn man bedenkt was alles gemacht werden muß. Eine grundlegende Modernisierung der Justiz zum Beispiel. Oder eine andere EU-Politik zusammen mit Macron. Aber damit kann man ja keine Wähler begeistern. Dafür verspricht man wieder mal was für Familien mit Kinderm oder schwafelt was von Obergrenzen. Lauter Scheinprobleme.


Lies dir Erhards Buch "Wohlstand für alle" durch..... Wahre Gerechtigkeit erzeugst du nicht durch Gleichmacherei... Und das mit Bismarck war vor allem der Tatsache geschuldet, weil Marx Sozialisten in Deutschland damals besonders stark waren....... (SOZIALISTISCHE EXPERIMENTE)

Die CDU hat schon Bismarck mehr als kopiert (Rentenreform etc.)... Für mich ist das Rentensystem, wie man besonders heute sehen kann, ein Betrugssystem.... In der Privatwirtschaft würde man dafür bestraft werden..
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 16:02

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:41)

Wenn du dir die Pläne auf der Seite der SPD mal genauer ansiehst anstatt nur den Dobrindt nachzuplappern wirst du vorstellen das die SPD nach wie vor nicht sozialistisch ist. Die Bürgerversicherung ist mittelfristig eine Notwendigkeit. Ich empfehle der CDU es wie Bismarck zu machen um am Ende gut dazustehen.

Generell finde ich es interessant dass die Konservativen selber keinerlei Vision für eine Weiterentwicklung in der deutschen Politik hat. Eigentlich sagt man nur was man alles nicht will. Ein bißchen wenig wenn man bedenkt was alles gemacht werden muß. Eine grundlegende Modernisierung der Justiz zum Beispiel. Oder eine andere EU-Politik zusammen mit Macron. Aber damit kann man ja keine Wähler begeistern. Dafür verspricht man wieder mal was für Familien mit Kinderm oder schwafelt was von Obergrenzen. Lauter Scheinprobleme.



Die SPD hat natürlich eine Vision : "Deutschland soll für alle weiter zahlen ohne, dass die anderen Druck haben ihre eigenen Sozialsysteme zu reformieren... Und dazu soll das Netzwerkdurchsuchungsgesetz schon bei Meinungsäußerungen bzw. Bemerkungen wie "rattenscharf" greifen.
Versteht du sowas unter Visionen???? Hier ein Video zur SPD: https://www.youtube.com/watch?v=MQJgSBEUP7E&t=390s
-> falsch gelöst einfach auf Youtube eingeben: SPD- Eine Partei, die es hinter sich hat..
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Jan 2018, 16:17

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:53)

Für mich ist das Rentensystem, wie man besonders heute sehen kann, ein Betrugssystem.... In der Privatwirtschaft würde man dafür bestraft werden..


was ist daran ein "Betrugssystem"?

die Gesamtrente ist ( im Durchschnitt) ja kontinuierlich am Steigen ( Rentenbezugszeit x Rentenniveau)
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 16:35

Realist2014 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 16:17)

was ist daran ein "Betrugssystem"?

die Gesamtrente ist ( im Durchschnitt) ja kontinuierlich am Steigen ( Rentenbezugszeit x Rentenniveau)


Du wirst deinem Namen nicht gerecht xD

Die müssen die Rente sogar durch Ausbau der Betriebsrente bzw. sogar eventuelles Absenken der Renten bzw. erhöhen der Rentenbeiträge sichern(alleine schon wegen dem demographischen Wandels)...
Ist dein Motto etwa "Je mehr Staat, desto besser geht es den Menschen" ?
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Maltrino » Fr 5. Jan 2018, 16:45

Sextus Ironicus hat geschrieben:(02 Jan 2018, 12:03)

Aus Angst vorm Sozialismus. Aber Sozialpolitik und starker Staat einerseits sowie konservative christliche Menschen- und Weltbilder andererseits schließen sich ja nicht notwendig aus, ich sehe da keinen Widerspruch. Der Widerstand gegen Sozialpolitik und den starken Staat geht schließlich nicht von Konservativen aus, sondern von der wirtschaftsliberalen (libertären) Fraktion aus.


Ergänzend fällt mir da grad eine nette Anekdote ein darüber was im Iran links, rechts, konservativ, libertär usw. ist.
Ein Kommentator (wo ich das gelesen hab sag ich mal nicht...) hat gesagt, dass im Iran die Konservativen diejenigen sind die klassische Sozialpolitik für die Armen machen. Achmadinechad (oder so) wurde von den einfachen Leuten gewählt, war konservativ in Sachen Islam, bestärkte aber auch eine Sozialpolitik für seine "armen" Wähler. Rohani ist relativ (!) liberal in Glaubensfragen, aber auch in Sachen Wirtschaft. Deshalb jetzt auch die Proteste. Er wollte den "islamischen Sozialstaat" schwächen.

Ich würd sogar sagen, im Iran ist das alles logisch. Die Konservativen wollen einen starken Staat in Glaubens-/Wertfragen und Wirtschafts-/Sozialfragen, die "progressiven" wollen einen liberalen Staat in Glaubens-/Wertfragen und Wirtschafts-/Sozialfragen.

Es ist eher seltsam, dass in Deutschland und Europa es eher so seltsam ist, dass zum Beispiel ein Satz wie "Märkte brauchen Regeln, Menschen Freiheit" als links gilt. Das ist eigentlich eine zwiespältige Haltung. Genauso ist es irgendwie schräg wenn manche konservative nach dem starken Staat rufen wenn es um den Schutz des Sonntages oder ähnliches geht, aber dann irgendwie doch wieder wirtschaftsliberal sein wollen...

Vielleicht ist das alles auch ein Grund warum die GroKO so reibungslos funktioniert. In Wertefragen kommt die CDU/CSU zum Einsatz, wenn es um Mindestlohn und Bankenrettung geht, dann ist ein entsprechender SPD Minister zur Stelle.

Vielleicht ist also die GroKo die ideale "strukturkonservative" Koalition zum Durchregieren. Starker Staat in Wertefragen (CDU/CSU), starker Staat in Wirtschafts- und Sozialfragen (SPD).

Und was wäre die logische Opposition gegen so eine Regierung? Eine "progressive linksliberale" Opposition alla "Menschen brauchen Freiheit, Märkte auch!". Aber das wird (vielleicht leider) nie passieren, da die anzugtragenden FDP Jünger nie was mit Pullovertragenden "No Borders Aktivisten" machen würden, selbst wenn sie noch so nah beieinander liegen.

Ich gehe sogar soweit und sage: Eine wirklich liberale politische Richtung, eine die wirklich (!) liberal ist was Werte angeht, aber auch was Märkte angeht, sowas fehlt hierzulande. Und nein, die FDP leistet dies nicht... :dead:
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 16:57

Maltrino hat geschrieben:(05 Jan 2018, 16:45)

Ergänzend fällt mir da grad eine nette Anekdote ein darüber was im Iran links, rechts, konservativ, libertär usw. ist.
Ein Kommentator (wo ich das gelesen hab sag ich mal nicht...) hat gesagt, dass im Iran die Konservativen diejenigen sind die klassische Sozialpolitik für die Armen machen. Achmadinechad (oder so) wurde von den einfachen Leuten gewählt, war konservativ in Sachen Islam, bestärkte aber auch eine Sozialpolitik für seine "armen" Wähler. Rohani ist relativ (!) liberal in Glaubensfragen, aber auch in Sachen Wirtschaft. Deshalb jetzt auch die Proteste. Er wollte den "islamischen Sozialstaat" schwächen.

Ich würd sogar sagen, im Iran ist das alles logisch. Die Konservativen wollen einen starken Staat in Glaubens-/Wertfragen und Wirtschafts-/Sozialfragen, die "progressiven" wollen einen liberalen Staat in Glaubens-/Wertfragen und Wirtschafts-/Sozialfragen.

Es ist eher seltsam, dass in Deutschland und Europa es eher so seltsam ist, dass zum Beispiel ein Satz wie "Märkte brauchen Regeln, Menschen Freiheit" als links gilt. Das ist eigentlich eine zwiespältige Haltung. Genauso ist es irgendwie schräg wenn manche konservative nach dem starken Staat rufen wenn es um den Schutz des Sonntages oder ähnliches geht, aber dann irgendwie doch wieder wirtschaftsliberal sein wollen...

Vielleicht ist das alles auch ein Grund warum die GroKO so reibungslos funktioniert. In Wertefragen kommt die CDU/CSU zum Einsatz, wenn es um Mindestlohn und Bankenrettung geht, dann ist ein entsprechender SPD Minister zur Stelle.

Vielleicht ist also die GroKo die ideale "strukturkonservative" Koalition zum Durchregieren. Starker Staat in Wertefragen (CDU/CSU), starker Staat in Wirtschafts- und Sozialfragen (SPD).

Und was wäre die logische Opposition gegen so eine Regierung? Eine "progressive linksliberale" Opposition alla "Menschen brauchen Freiheit, Märkte auch!". Aber das wird (vielleicht leider) nie passieren, da die anzugtragenden FDP Jünger nie was mit Pullovertragenden "No Borders Aktivisten" machen würden, selbst wenn sie noch so nah beieinander liegen.

Ich gehe sogar soweit und sage: Eine wirklich liberale politische Richtung, eine die wirklich (!) liberal ist was Werte angeht, aber auch was Märkte angeht, sowas fehlt hierzulande. Und nein, die FDP leistet dies nicht... :dead:


Gauland war übrigens schon lange vor der Sozialdemokratisierung der Union für den Mindestlohn und der ist sehr konservativ....

Die Tories denken dagegen sehr wirtschaftsliberal, was eigentlich gar nicht so schlecht ist... Wenn man etwas für Soziales tut, ist es auch noch in Ordnung... Aber übertreibt man es mit den Versprechungen handelt man zu Lasten der nächsten Generationen und sogar gegen die Wirtschaft(Steuererhöhungen)... _> Teufelskreis.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 5. Jan 2018, 16:57

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:53)

Lies dir Erhards Buch "Wohlstand für alle" durch..... Wahre Gerechtigkeit erzeugst du nicht durch Gleichmacherei... Und das mit Bismarck war vor allem der Tatsache geschuldet, weil Marx Sozialisten in Deutschland damals besonders stark waren....... (SOZIALISTISCHE EXPERIMENTE)

Die CDU hat schon Bismarck mehr als kopiert (Rentenreform etc.)... Für mich ist das Rentensystem, wie man besonders heute sehen kann, ein Betrugssystem.... In der Privatwirtschaft würde man dafür bestraft werden..

Bist du nicht in der Lage zwischen Sozialismus und Sozialdemokratie zu unterscheiden? Die Sozialdemokratie hat allein schon durch die Agenda 2010 gezeigt daß sie nicht für Gleichmacherei steht. Du zelebrierst hier einen Klassenkampf der schon lange in der Mottenkiste verstauben sollte.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Realist2014 » Fr 5. Jan 2018, 16:59

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 16:35)

Du wirst deinem Namen nicht gerecht xD

Die müssen die Rente sogar durch Ausbau der Betriebsrente bzw. sogar eventuelles Absenken der Renten bzw. erhöhen der Rentenbeiträge sichern(alleine schon wegen dem demographischen Wandels)...
Ist dein Motto etwa "Je mehr Staat, desto besser geht es den Menschen" ?


du hast offensichtlich Probleme mit einfacher Mathematik...

und wo habe ich von "mehr Staat" geschrieben?

Aus dem Umlagesystem gibt es keinen "Ausstieg"
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 5. Jan 2018, 17:04

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 16:02)

Die SPD hat natürlich eine Vision : "Deutschland soll für alle weiter zahlen ohne, dass die anderen Druck haben ihre eigenen Sozialsysteme zu reformieren... Und dazu soll das Netzwerkdurchsuchungsgesetz schon bei Meinungsäußerungen bzw. Bemerkungen wie "rattenscharf" greifen.
Versteht du sowas unter Visionen???? Hier ein Video zur SPD: https://www.youtube.com/watch?v=MQJgSBEUP7E&t=390s
-> falsch gelöst einfach auf Youtube eingeben: SPD- Eine Partei, die es hinter sich hat..


Hör mal auf alle Themen gleichzeitig mit nur jeweils einem Wort ode Halbsatz behandeln zu wollen.
Wenn Facebook mal so schnell strafbare Inhalte so schnell gelöscht hätte wie Tittenbilder dann gäbe es kein Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Aber Facebook und Twitter haben sich ja geweigert. Die Nummer der Frau von Storch hat ja gezeigt wie notwendig so ein Gesetz ist. Obwohl sie ihr Ziel ja erreicht hat. Mal wieder ordentlich Krach geschlagen. Konstruktive Beiträge kann man aus der Ecke sicher nicht erwarten.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 5. Jan 2018, 17:14

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 16:35)

Du wirst deinem Namen nicht gerecht xD

Die müssen die Rente sogar durch Ausbau der Betriebsrente bzw. sogar eventuelles Absenken der Renten bzw. erhöhen der Rentenbeiträge sichern(alleine schon wegen dem demographischen Wandels)...
Ist dein Motto etwa "Je mehr Staat, desto besser geht es den Menschen" ?


Es ist nun mal so daß man die Renten nur sichern kann wenn man das System den Realitäten anpasst. Das hätte auch schon längst bei den Pensionen passieren müssen. Haben aber alle Angst vor den Beamten. Spätestens bei der nächsten Konjunkturdelle wird das Thema wohl aktuell. Denn in nächster Zeit gehen die Babyboomer in Pension. Da wird was passieren müssen. Auch so eine Sache die die große Schwäche der Konservativen zeigt. Heiße Eisen werden von denen nie angepackt. Wenn die Probleme zu groß werden müssen die Sozis wieder ran und werden dann von den Wählern abgestraft.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 17:22

Alter Stubentiger hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:04)

Hör mal auf alle Themen gleichzeitig mit nur jeweils einem Wort ode Halbsatz behandeln zu wollen.
Wenn Facebook mal so schnell strafbare Inhalte so schnell gelöscht hätte wie Tittenbilder dann gäbe es kein Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Aber Facebook und Twitter haben sich ja geweigert. Die Nummer der Frau von Storch hat ja gezeigt wie notwendig so ein Gesetz ist. Obwohl sie ihr Ziel ja erreicht hat. Mal wieder ordentlich Krach geschlagen. Konstruktive Beiträge kann man aus der Ecke sicher nicht erwarten.


Kannst du mir ein Tipp geben, wie ich diese Halbsätze vermeiden kann? Soll ich meine Beiträge ausführlicher und ohne viele "." beschreiben?

Und , wenn es so ist, dass man das Rentensystem immer anpassen muss, betrügt man ja eigentlich die Leute die jahrelang fleißig in das Rentensystem eingezahlt haben.
Es wäre viel besser, wenn man das Rentensystem, wie es damals Ludwig Erhard wollte, gar nicht erst ins Leben gerufen hätte, denn die Leute können selber dann ihr Geld anlegen und würden sogar ordentlichen Zinssatz kriegen, wenn
dieser Geldsozialist Draghi nicht mit seiner Nullzinspolitik die Zinsen künstlich niedrig halten würde.
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Skull » Fr 5. Jan 2018, 17:26

Guten Tag,

mein Tipp wäre, weder ähnliche, noch gleichlautende Threads zu eröffnen.
Auch nicht in verschiedenen Threads bestimmte Themen regelmäßig zum Hauptthema zu machen.

Sonst kommt nämlich ein MOD und hat sich mit dem Thema Spam zu beschäftigen.

Wie gesagt...ein Tipp von mir.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon Progressiver » Fr 5. Jan 2018, 17:31

rain353 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 15:53)

Lies dir Erhards Buch "Wohlstand für alle" durch..... Wahre Gerechtigkeit erzeugst du nicht durch Gleichmacherei... Und das mit Bismarck war vor allem der Tatsache geschuldet, weil Marx Sozialisten in Deutschland damals besonders stark waren....... (SOZIALISTISCHE EXPERIMENTE)

Die CDU hat schon Bismarck mehr als kopiert (Rentenreform etc.)... Für mich ist das Rentensystem, wie man besonders heute sehen kann, ein Betrugssystem.... In der Privatwirtschaft würde man dafür bestraft werden..


Bei dem Buch "Wohlstand für alle" ist bei mir vor allem eines hängengeblieben: Das Kapitel "Nein zu deutscher Austerity"! Obwohl Erhard also ein Ordoliberaler war, hatte er doch gesehen, wohin ein harter Austeritätskurs führen kann. Reichskanzler Brüning war es meines Wissens, der Deutschland in der Weltwirtschaftskrise dermaßen kaputtgespart hat, dass die sozialen Probleme in der Weimarer Republik sich als Folge davon drastisch verschärften. Und wen haben die Leute dann massenweise gewählt? Die Nazis!

Schäuble und Co. scheinen diese Lektion der Geschichte jedoch vergessen zu haben. Wie sonst kann man es sich erklären, dass er und seine Kanzlerin wieder einen harten Austeritätskurs fahren? Was den Rest Europas betrifft, so werden gar manche Gesellschaften damit an die Wand gefahren. Die Folge sind zornige Wähler, die extremistische Parteien wählen. Aber auch hierzulande bemühen sich die Unionsparteien nach allen Kräften, mit ihrem Spardiktat zornige Wähler zu produzieren. Und wem nützt das augenscheinlich? Der AfD!
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Re: Wieso waren deutsche Konservative immer relativ sozialdemokratisch

Beitragvon rain353 » Fr 5. Jan 2018, 17:38

Progressiver hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:31)

Bei dem Buch "Wohlstand für alle" ist bei mir vor allem eines hängengeblieben: Das Kapitel "Nein zu deutscher Austerity"! Obwohl Erhard also ein Ordoliberaler war, hatte er doch gesehen, wohin ein harter Austeritätskurs führen kann. Reichskanzler Brüning war es meines Wissens, der Deutschland in der Weltwirtschaftskrise dermaßen kaputtgespart hat, dass die sozialen Probleme in der Weimarer Republik sich als Folge davon drastisch verschärften. Und wen haben die Leute dann massenweise gewählt? Die Nazis!

Schäuble und Co. scheinen diese Lektion der Geschichte jedoch vergessen zu haben. Wie sonst kann man es sich erklären, dass er und seine Kanzlerin wieder einen harten Austeritätskurs fahren? Was den Rest Europas betrifft, so werden gar manche Gesellschaften damit an die Wand gefahren. Die Folge sind zornige Wähler, die extremistische Parteien wählen. Aber auch hierzulande bemühen sich die Unionsparteien nach allen Kräften, mit ihrem Spardiktat zornige Wähler zu produzieren. Und wem nützt das augenscheinlich? Der AfD!



Brüning hatte nur das Pech, dass die USA ihr Geld zurückforderte.. Und, da das damalige Deutsche Reich am meisten abhängig von den Krediten war, traf es dieses am meisten... Daher musste er natürlich
auf eine Sparpolitik(Lohnzurückhaltung; Kürzung Arbeitslosengeld) setzen, um die Krise zu entschärfen. Er hat aber nur ein wenig übertrieben, da er wollte, dass die Siegermächte des Ersten Weltkriegs ihn die Reperationsschulden erlassen(Was sie sogar taten, allerdings kurz nachdem er gestürzt wurde-> Er sagte sogar, dass man ihn kurz vor dem Ziel gestürzt hätte....

Als Hitler , der National-Sozialist an die Macht kam, profitierte dieser sehr von Brünings Reformen, da durch die Lohnzurückhaltung die Wirtschaft sich wieder besserte und er die Lorbeeren Brünings erntete...
Was dem Erhard anging, er war ursprünglich Neoliberaler(was ursprünglich was positives war), bzw. für einen möglichst freien Markt("Der Markt ist sozial, der muss nicht sozial gemacht werden"), er ließ aber von einigen Mitarbeitern das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft ausarbeiten, was er dann auch vertrat(Er war trotzdem dafür, dass der Staat sich möglichst aus dem Markt heraushält, bzw sogar ganz)... Kartelle, die laut dieses Konzept vermieden werden sollten, enstehen ironischerweise durch Subventionen bzw. Absprache mit dem Staat(-> vllt. soll der Staat sich vor sich selbst schützen xD, wer weiß(Erhards Misstrauen gegenüber seiner Nachfolger vllt.;-> Vermutung.)

Sry, wenn meine Grammatik bzw. meine Sätze sehr schlecht sind, hab nur versucht mich mit deinen Thesen auseinanderzusetzen ):

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