Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

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Tom Bombadil
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Tom Bombadil » So 31. Dez 2017, 11:40

Noch eine linke Partei fände ich klasse :cool:
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » So 31. Dez 2017, 11:51

Tom Bombadil hat geschrieben:(31 Dec 2017, 11:40)

Noch eine linke Partei fände ich klasse :cool:

Lafontaine und Wagenknecht könnten doch gesondert Platz nehmen, so wie Petry und ihr Kollege. ;)
Dann gäbe es eine national-soziale und eine national-konservative Alternative.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Sextus Ironicus » So 31. Dez 2017, 12:06

DarkLightbringer hat geschrieben:(31 Dec 2017, 11:51)

Lafontaine und Wagenknecht könnten doch gesondert Platz nehmen, so wie Petry und ihr Kollege. ;)
Dann gäbe es eine national-soziale und eine national-konservative Alternative.

Vielleicht mal ein paar Zizek-Aufsätze lesen für den Blick aufs Nationalsoziale. Eine solche neue Linksbewegung würde sich lediglich bei Identity Politics raushalten und es zugunsten einer anti-neokapialistischen sozialen Gesamtperspektive auf kleiner Flamme halten. Man würde die linksliberale Lebenslüge (Zizek) zu überwinden versuchen und sich nicht auf eine Ideologie des neoliberalen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz (Peter Furth) beschränken. Einen Versuch mag das wert sein. Die nächsten vier Jahre werden hier wohl einige interessante Selbstversuche bringen :D
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Teeernte » So 31. Dez 2017, 12:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(31 Dec 2017, 11:40)

Noch eine linke Partei fände ich klasse :cool:


Germany first.....

Es war die Sünde des liberalen Bürgertums, im Sozialismus die staatsbildenden Kräfte zu übersehen und damit seine formgebende Energie in antinationalen Tendenzen leerlaufen zu lassen. Es war die Sünde des Marxismus, den Sozialismus zu einer Lohn- und Magenlehre zu degradieren und ihn damit in einen Gegensatz zum Staat und zur Verfechtung seiner nationalen Existenz hineinzumanövrieren.
.....hatten wir schon -

Wird aber immer wieder gern aufgebrüht... ...und im neuen Gewand verhökert.

Man sollte die Namen der "Vordenker" des modernen "Sozialismus" dazuschreiben ! ...sonst erkennt es keiner.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » So 31. Dez 2017, 12:13

JJazzGold hat geschrieben:(31 Dec 2017, 09:42)

Welche prekäre Lage im Land meinen Sie? Die prekäre Lage der Linken?
Die Die Linke kämpft intern und auch bei den Grünen zeichnet sich der Proporzkampf ab.
Ob in dieser Lage Lafontaines Vorstellung Gehör findet wage ich zu bezweifeln.


Mit "prekärer Lage im Land" meine ich zuallererst eine sich allmählich in Wohlgefallen auflösende Sozialdemokratie, die den Namen nicht mehr verdient, bis auf paar Leute im linken SPD-Flügel. Und ich meine zweitens mit "prekärer Lage" den enormen Rechtsruck im Lande, der sich nicht nur durch die Existenz der AfD deutlich bemerkbar macht, sondern auch durch die rechtsradikalen Identitären (die eng mit der AfD zusammenarbeiten) und solche rechten "Denkfabriken" wie die eines Götz Kubitschek sowie neurechte Plattformen aller Art. Ein Rechtsruck, der sich bis weit in bürgerliche und intellektuelle Kreise hinein vollzieht bzw. durch Letztere sogar erst befördert und angeschoben wurde (Sarrazin, Tibi, Broder, Tichy, Sloterdijk). Dazu zählen ein sich immer mehr breitmachender Nationalismus, eine übersteigerte Lust am Rückzug ins "Eigene" kontra "Fremdes", ein deutschtümelndes Verliebtsein in die eigene Nation etcpp. Wagenknecht und Lafontaine sind genaue Analytiker der derzeitigen Verhältnisse. Sie sind linke Persönlichkeiten mit einem recht breiten Rückhalt in bestimmten Bevölkerungsgruppen. Da ist es ihnen durchaus zuzutrauen, so eine linke Sammlungsbewegung auf die Beine zu stellen. Yanis Varoufakis versucht es ja auch mit seiner von ihm angeschobenen linken europäischen Bewegung DiEM25. Das wäre sowieso die spannende Frage dabei, ob die Befürworter und Köpfe solcher linken Sammlungsbewegungen in den einzelnen Ländern eine Zusammenarbeit zu Wege bringen oder ob auch diese Bestrebungen in nationalem Kleinklein versickern könnten.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Wähler » So 31. Dez 2017, 12:25

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:13)
Mit "prekärer Lage im Land" meine ich zuallererst eine sich allmählich in Wohlgefallen auflösende Sozialdemokratie, die den Namen nicht mehr verdient, bis auf paar Leute im linken SPD-Flügel. Und ich meine zweitens mit "prekärer Lage" den enormen Rechtsruck im Lande, der sich nicht nur durch die Existenz der AfD deutlich bemerkbar macht, sondern auch durch die rechtsradikalen Identitären (die eng mit der AfD zusammenarbeiten) und solche rechten "Denkfabriken" wie die eines Götz Kubitschek sowie neurechte Plattformen aller Art.

Die Sozialdemokratie hat zu kämpfen, um sich aus der sozialdemokratischen Umarmung der merkelschen CDU zu befreien, was von der SPD Aktivität und neuen inhaltlichen Input verlangt. Die Partei die Linke hat doch schon lange nichts Neues mehr zu bieten. Von der Ideenlosigkeit der Altparteien profitiert die AfD, wie auch in anderen Ländern. Aber was an neuen Ideen hat die AfD schon zu bieten? Das inhaltlich zu ungenaue und altbackene Geschwafel von Herrn Lafontaine bringt jedenfalls unsere Gesellschaft in Deutschland nicht voran.
Die meisten Wähler durchschauen doch inzwischen die Inhaltsleere vieler Parteien und ihres alteingesessenen politischen Personals, sowie die Zerfaserung der Parteienlandschaft zu den Rändern hin.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » So 31. Dez 2017, 12:31

Wähler hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:25)

Die Sozialdemokratie hat zu kämpfen, um sich aus der sozialdemokratischen Umarmung der merkelschen CDU zu befreien, was von der SPD Aktivität und neuen inhaltlichen Input verlangt. Die Partei die Linke hat doch schon lange nichts Neues mehr zu bieten. Von der Ideenlosigkeit der Altparteien profitiert die AfD, wie auch in anderen Ländern. Aber was an neuen Ideen hat die AfD schon zu bieten? Das inhaltlich zu ungenaue und altbackene Geschwafel von Herrn Lafontaine bringt jedenfalls unsere Gesellschaft in Deutschland nicht voran.
Die meisten Wähler durchschauen doch inzwischen die Inhaltsleere vieler Parteien und ihres alteingesessenen politischen Personals, sowie die Zerfaserung der Parteienlandschaft zu den Rändern hin.


Ok. Was wäre denn deine Alternative zu dem, was sich gerade abspielt?
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Wähler » So 31. Dez 2017, 12:40

Wähler hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:25)
Die Sozialdemokratie hat zu kämpfen, um sich aus der sozialdemokratischen Umarmung der merkelschen CDU zu befreien, was von der SPD Aktivität und neuen inhaltlichen Input verlangt. Die Partei die Linke hat doch schon lange nichts Neues mehr zu bieten. Von der Ideenlosigkeit der Altparteien profitiert die AfD, wie auch in anderen Ländern. Aber was an neuen Ideen hat die AfD schon zu bieten? Das inhaltlich zu ungenaue und altbackene Geschwafel von Herrn Lafontaine bringt jedenfalls unsere Gesellschaft in Deutschland nicht voran.
Die meisten Wähler durchschauen doch inzwischen die Inhaltsleere vieler Parteien und ihres alteingesessenen politischen Personals, sowie die Zerfaserung der Parteienlandschaft zu den Rändern hin.

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:31)
Ok. Was wäre denn deine Alternative zu dem, was sich gerade abspielt?

SPD und CDU sollten sich erneuern, da ohne große Parteien eine Regierungsbildung immer schwieriger wird. Ob die Grünen einmal den Sprung über die 20%-Hürde schaffen werden, kann ich mir nicht so recht vorstellen, ist aber durchaus auch möglich.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Teeernte » So 31. Dez 2017, 12:58

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:31)

Ok. Was wäre denn deine Alternative zu dem, was sich gerade abspielt?


Ich schätze Deine Analysen wirklich sehr !

Alternative ?

Bürgernähe. (In Fachkreisen auch Demokratie genannt...)

Ohne Bevormundung und Besserwisserei - .

Davon haben sich leider alle Parteien entfernt. Eine Partei macht - was Mutti sagt, die andere - was eine Elite vor gedacht hat.

- und bei den Rattenfängern ist Links = Rechts....

Es geht nicht nur um mehr Lohn, nicht nur um die Festlegung der Arbeitszeit – wenngleich wir nie verkennen dürfen, dass diese Forderungen einen wesentlichen und vielleicht den überragenden Bestandteil des sozialistischen Wollens ausmachen -, es geht vielmehr darum, einen kraftgeladenen, verantwortungswilligen Stand in den Staat mit einzugliedern, ja vielleicht ihn zur Dominante der zukünftigen Politik des Vaterlandes zu machen. Das Bürgertum will diese Willenskräfte des Arbeitertums nicht anerkennen. Der Marxismus hat sie auf eine Ebene gedrängt, auf der sie sich nicht entfalten können, vielmehr verkümmern und erstarren müssen. Und während das Arbeitertum in seinen marxistischen Fronten allmählich sich leerläuft und langsam an diesem Leerlauf verblutet, haben Bürgertum und Marxismus sich längst auf der Linie des Kapitalismus geeinigt und sehen nunmehr ihre erste und wichtigste Aufgabe darin, unter verschiedener Maske und in geschickt verteilten Rollen die Kräfte des Sozialismus allmählich aber sicher auszuschalten und zum Schluss vollkommen versanden zu lassen.

Wir sind Sozialisten, weil für uns die soziale Frage der Notwendigkeit und der Gerechtigkeit und darüber hinaus der staatlichen Existenz unseres Volkes, nicht aber eine Sache billigen Mitleids oder gar beleidigener Sentimentalität ist. Der arbeitende Mensch hat Anspruch auf ein Leben, das seinen Leistungen entspricht, und wir haben nicht die Absicht, für ihn um sein Recht betteln zu gehen. Dass er verantwortlich eingegliedert wird in den staatlichen Organismus, das ist nicht allein für ihn, sondern für die Gesamtheit der Nation eine Existenzfrage. Es geht um mehr als um den Achtstundentag. Es geht um die Formung einer neuen staatlichen Bewusstheit...


Halbwahrheiten.... Was ist da Rechts ....oder Links ? - es IST das Gleiche !

PROPAGANDA - keine Demokratie. (Meine Meinung)
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » So 31. Dez 2017, 13:23

Teeernte hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:58)

Ich schätze Deine Analysen wirklich sehr !

Alternative ?

Bürgernähe. (In Fachkreisen auch Demokratie genannt...)

Ohne Bevormundung und Besserwisserei - .

Davon haben sich leider alle Parteien entfernt. Eine Partei macht - was Mutti sagt, die andere - was eine Elite vor gedacht hat.

- und bei den Rattenfängern ist Links = Rechts....



Halbwahrheiten.... Was ist da Rechts ....oder Links ? - es IST das Gleiche !

PROPAGANDA - keine Demokratie. (Meine Meinung)


Ist das eine Goebbels-Rede, aus der du zitierst? Ich sehe keine Quellenangabe. Heute links zu sein, hat mit Marxismus nicht mehr viel zu tun. Höchstens Marxens Analyse der Funktionsweise des Kapitals könnte auch heute noch in aktualisierter Form ganz brauchbar sein. Ansonsten ist der Unterschied zwischen AfD und Linken ganz klar der Nationalismus und die Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut bei den Neurechten. Daran erkennst du, wes Geistes Kind die eine und die andere Seite ist. Und sozial hat die AfD so gut wie nichts anzubieten; da ist sie eher eine Art neurechte FDP oder CDU. Durch und durch neoliberal (und das Ganze mit braunem Anstrich). Auch daran erkennst du den Unterschied von Rechts und Links. Die eine oder andere ähnliche Formulierung bei beiden sollte nicht von diesen gravierenden Unterschieden ablenken.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 13:24

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 12:13)

Mit "prekärer Lage im Land" meine ich zuallererst eine sich allmählich in Wohlgefallen auflösende Sozialdemokratie, die den Namen nicht mehr verdient, bis auf paar Leute im linken SPD-Flügel. Und ich meine zweitens mit "prekärer Lage" den enormen Rechtsruck im Lande, der sich nicht nur durch die Existenz der AfD deutlich bemerkbar macht, sondern auch durch die rechtsradikalen Identitären (die eng mit der AfD zusammenarbeiten) und solche rechten "Denkfabriken" wie die eines Götz Kubitschek sowie neurechte Plattformen aller Art. Ein Rechtsruck, der sich bis weit in bürgerliche und intellektuelle Kreise hinein vollzieht bzw. durch Letztere sogar erst befördert und angeschoben wurde (Sarrazin, Tibi, Broder, Tichy, Sloterdijk). Dazu zählen ein sich immer mehr breitmachender Nationalismus, eine übersteigerte Lust am Rückzug ins "Eigene" kontra "Fremdes", ein deutschtümelndes Verliebtsein in die eigene Nation etcpp. Wagenknecht und Lafontaine sind genaue Analytiker der derzeitigen Verhältnisse. Sie sind linke Persönlichkeiten mit einem recht breiten Rückhalt in bestimmten Bevölkerungsgruppen. Da ist es ihnen durchaus zuzutrauen, so eine linke Sammlungsbewegung auf die Beine zu stellen. Yanis Varoufakis versucht es ja auch mit seiner von ihm angeschobenen linken europäischen Bewegung DiEM25. Das wäre sowieso die spannende Frage dabei, ob die Befürworter und Köpfe solcher linken Sammlungsbewegungen in den einzelnen Ländern eine Zusammenarbeit zu Wege bringen oder ob auch diese Bestrebungen in nationalem Kleinklein versickern könnten.


Jetzt verstehe ich, was Sie mit prekär meinen. Die Salonfähigkeit der Rechtspopulisten halte ich zwar auch für bedenklich, aber ich schätze die Lage nicht als prekär ein. Das wäre erst dann der Fall, wenn ich durch Koalitionsmöglichkeit und - fähigkeit gezwungen wäre rein taktisch zu wählen. In dem Fall wäre mir eine Auswahl an linken Parteien lieber, als ein Konglomerat linker Parteien, bei dem ich inhaltliche Anteile mitwählen müsste, gegen die ich massive Vorbehalte hege. Eine SPD könnte ich relativ bedenkenlos wählen, das sieht bei den Grünen schon schlechter aus und eine Die Linke würde ich auf keinen Fall wählen. Alle drei würden aber in einer linken Phalanx anteilig ihre Inhalte einbringen.

Nachdem ich in etwa dem bundesdeutschen Durchschnitt entspreche, gehe ich davon aus, dass ich nicht als einzige dieser Qual der Wahl ausgesetzt wäre und sich kein geringer Bestandteil der Wähler ebenso dagegen entscheiden würde, das linke Gesamtpaket zu kaufen. Was unter dem Strich Stimmverluste, statt des von Lafontaine erwarteten Stimmzuwachses bedeuten würde.

Wenn ich mich recht erinnere, hat das von Varoufakis und Tsipras angestrebte linke Bündnis im EU Parlament Schiffbruch erlitten. Das dient zur vagen Einschätzung, wie es einem Linksbündnis à la Lafontaine ergehen könnte.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » So 31. Dez 2017, 13:47

JJazzGold hat geschrieben:(31 Dec 2017, 13:24)

Jetzt verstehe ich, was Sie mit prekär meinen. Die Salonfähigkeit der Rechtspopulisten halte ich zwar auch für bedenklich, aber ich schätze die Lage nicht als prekär ein. Das wäre erst dann der Fall, wenn ich durch Koalitionsmöglichkeit und - fähigkeit gezwungen wäre rein taktisch zu wählen. In dem Fall wäre mir eine Auswahl an linken Parteien lieber, als ein Konglomerat linker Parteien, bei dem ich inhaltliche Anteile mitwählen müsste, gegen die ich massive Vorbehalte hege. Eine SPD haben lkönnte ich relativ bedenkenlos wählen, das sieht bei den Grünen schon schlechter aus und eine Die Linke würde ich auf keinen Fall wählen. Alle drei würden aber in einer linken Phalanx anteilig ihre Inhalte einbringen.

Nachdem ich in etwa dem bundesdeutschen Durchschnitt entspreche, gehe ich davon aus, dass ich nicht als einzige dieser Qual der Wahl ausgesetzt wäre und sich kein geringer Bestandteil der Wähler ebenso dagegen entscheiden würde, das linke Gesamtpaket zu kaufen. Was unter dem Strich Stimmverluste, statt des von Lafontaine erwarteten Stimmzuwachses bedeuten würde.

Wenn ich mich recht erinnere, hat das von Varoufakis und Tsipras angestrebte linke Bündnis im EU Parlament Schiffbruch erlitten. Das dient zur vagen Einschätzung, wie es einem Linksbündnis à la Lafontaine ergehen könnte.


Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Wobei ich glaube, dass in so einer linken Sammlungsbewegung dann Kräfte mitwirken könnten, die eine ziemliche Sogwirkung auf größere Bevölkerungsgruppen ausüben. Man hat das ja gesehen, als die Schulz-Ära begann. Da dachten auch sehr viele Menschen: Ah, endlich gehts wieder aufwärts mit der Sozialdemokratie, endlich kümmern die sich wieder um die so genannten kleinen Leute. Aber Pustekuchen. Nach einem Anfangs-Hype machte Schulz genauso weiter wie alle seine Vorgänger. Und das führt die Sozis immer weiter ins Aus. Ähnliche neoliberale Prozesse vollziehen sich bei den Grünen, von denen ein Großteil der Führungsleute sofort mit bürgerlichen Parteien zusammengehen würde, womit sich die Grünen sehr weit von ihren Gründungsgedanken entfernt haben. Sozis und Grüne (also die jeweils eher konservativ orientierten Leute unter ihnen) sind nicht mehr kapitalismuskritisch, nicht mehr sozial orientiert und zunehmend bürgerlich und neoliberal wie die Originale CDU/CSU und FDP. In den Parteien SPD und Grüne gibt es jedoch nach wie vor ziemlich große linke Flügel, die sich nur etwas unterbuttern lassen haben in den vergangenen Jahren. Und diese Flügel samt ihrer Anhänger- und Wählerschar würden sehr gut in die linke Sammlungsbewegung von Lafontaine passen. Was Yanis Varoufakis anbelangt: Diese von ihm angeschobene neue linke europäischen Bewegung DiEM25 ist nicht deckungsgleich mit Syriza. Solche linken Bewegungen haben eine übergreifende Bedeutung, eine weit über das EU-Parlament hinausgehende. Und dass man von solchen Bewegungen nur sehr wenig hört in der Öffentlichkeit, hängt mit dem politischen Profil vieler Zeitungen und Sendeanstalten zusammen.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Teeernte » So 31. Dez 2017, 13:57

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 13:23)

Ist das eine Goebbels-Rede, aus der du zitierst? Ich sehe keine Quellenangabe. Heute links zu sein, hat mit Marxismus nicht mehr viel zu tun. Höchstens Marxens Analyse der Funktionsweise des Kapitals könnte auch heute noch in aktualisierter Form ganz brauchbar sein. Ansonsten ist der Unterschied zwischen AfD und Linken ganz klar der Nationalismus und die Nähe zu rechtsradikalem Gedankengut bei den Neurechten. Daran erkennst du, wes Geistes Kind die eine und die andere Seite ist. Und sozial hat die AfD so gut wie nichts anzubieten; da ist sie eher eine Art neurechte FDP oder CDU. Durch und durch neoliberal (und das Ganze mit braunem Anstrich). Auch daran erkennst du den Unterschied von Rechts und Links. Die eine oder andere ähnliche Formulierung bei beiden sollte nicht von diesen gravierenden Unterschieden ablenken.


Ich halte die AfD für eine Reine Protestpartei....- natürlich mit den "protestierenden (echten) Rechten".

Du hattest nach Alternative gefragt.....

Ist eine grundsätzliche Änderung der "Sozialpolitik" in D - ohne diese in der ganzen EU umzusetzen machbar und sinnvoll ? ("Nationaler" S.)

>> Ist eine Sozialpolitik , die nur ein Drittel der Bevölkerung einschliesst - überhaupt Mehrheitsfähig ? Ist die "Ruhigstellung" der "unteren Schichten" mittels Geld - sozial ?

Welchem Weg soll die SPD denn nehmen - Ihre Wurzeln - die Arbeitstätigen (Mehrheit) ...... doch die der Untätigen (armen Minderheit) .....oder die Stimme der "Elite" folgend (Agenda) - Einzelne ?

Für die reinen Kapitalisten ist die FDP zuständig.

Die Frage ist nur NEBENBEI - ob Nationalsozialismus - viel Unterschied hat - zum heutigen "Sozialismusbild" (der ja nun nicht mehr "Weltrevolution" beinhaltet)

....oder ob der // ?Dein? geforderte "Sozialstaat" der SPD (Linken) ein kapitalistischer "Wohlfahrtsstaat" ist - der einen eingetriebenen "Überfluss" verteilt.

------------------------------------------------------------

Die Machtfrage : Derzeit herrscht seit langem eine kleine selbst ernannte "Elite" die SPD. War und ist das bei den gaaaanz RECHTEN "Sozialisten" anders ?
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » So 31. Dez 2017, 14:04

Teeernte, ich würde dafür sorgen, dass der große Niedriglohnsektor und die prekäre Arbeit wieder abgeschafft werden, die ja mit Schröders Agenda 2010 einen enormen negativen Aufschwung nahmen. Deutschland hat wohl europaweit den größten Niedriglohnsektor. Damit würde das Leben gerade für viele jüngere Menschen, die ins Berufsleben einsteigen und später eine Familie gründen wollen, wieder planbar werden. Dazu bräuchte es aber eine gewandelte SPD, die wieder sozialdemokratisch im wahrsten Sinne des Wortes wird. Und es bedarf eines linken Bündnisses im Lande. Etwas, über das wir hier ja gerade reden. Um eine Abschaffung des Kapitalismus gehts da nicht. Also zumindest nicht mehr in diesem unserem Leben ;)
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 14:13

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 13:47)

Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Wobei ich glaube, dass in so einer linken Sammlungsbewegung dann Kräfte mitwirken könnten, die eine ziemliche Sogwirkung auf größere Bevölkerungsgruppen ausüben. Man hat das ja gesehen, als die Schulz-Ära begann. Da dachten auch sehr viele Menschen: Ah, endlich gehts wieder aufwärts mit der Sozialdemokratie, endlich kümmern die sich wieder um die so genannten kleinen Leute. Aber Pustekuchen. Nach einem Anfangs-Hype machte Schulz genauso weiter wie alle seine Vorgänger. Und das führt die Sozis immer weiter ins Aus. Ähnliche neoliberale Prozesse vollziehen sich bei den Grünen, von denen ein Großteil der Führungsleute sofort mit bürgerlichen Parteien zusammengehen würde, womit sich die Grünen sehr weit von ihren Gründungsgedanken entfernt haben. Sozis und Grüne (also die jeweils eher konservativ orientierten Leute unter ihnen) sind nicht mehr kapitalismuskritisch, nicht mehr sozial orientiert und zunehmend bürgerlich und neoliberal wie die Originale CDU/CSU und FDP. In den Parteien SPD und Grüne gibt es jedoch nach wie vor ziemlich große linke Flügel, die sich nur etwas unterbuttern lassen haben in den vergangenen Jahren. Und diese Flügel samt ihrer Anhänger- und Wählerschar würden sehr gut in die linke Sammlungsbewegung von Lafontaine passen. Was Yanis Varoufakis anbelangt: Diese von ihm angeschobene neue linke europäischen Bewegung DiEM25 ist nicht deckungsgleich mit Syriza. Solche linken Bewegungen haben eine übergreifende Bedeutung, eine weit über das EU-Parlament hinausgehende. Und dass man von solchen Bewegungen nur sehr wenig hört in der Öffentlichkeit, hängt mit dem politischen Profil vieler Zeitungen und Sendeanstalten zusammen.


Das habe ich anders wahrgenommen, der Schulz Hype implodierte in dem Moment, als er sich offen für eine RRG Regierung zeigte. Von da an ging's bergab.

Weshalb ich nach wie vor der Meinung bin, dass ein linkes Konglomerat in den Reihen der linken Wählerschaft zu verzeichnen hätte. Dann wären nämlich die Realoflügel Geschichte. Allein die kombinierten linken Flügel würden dasselbe Dasein führen, das die Die Linke seit ihrer Existenz im Bund führt. Über eine GroKo würde niemand mehr auch nur ansatzweise nachdenken und allein wird das linke Lager nie stark genug werden. Was letztendlich einer AfD, so es sie dann noch gäbe, zugute käme.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Teeernte » So 31. Dez 2017, 14:55

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 14:04)

Teeernte, ich würde dafür sorgen, dass der große Niedriglohnsektor und die prekäre Arbeit wieder abgeschafft werden, die ja mit Schröders Agenda 2010 einen enormen negativen Aufschwung nahmen. Deutschland hat wohl europaweit den größten Niedriglohnsektor. Damit würde das Leben gerade für viele jüngere Menschen, die ins Berufsleben einsteigen und später eine Familie gründen wollen, wieder planbar werden. Dazu bräuchte es aber eine gewandelte SPD, die wieder sozialdemokratisch im wahrsten Sinne des Wortes wird. Und es bedarf eines linken Bündnisses im Lande. Etwas, über das wir hier ja gerade reden. Um eine Abschaffung des Kapitalismus gehts da nicht. Also zumindest nicht mehr in diesem unserem Leben ;)


Der Niedriglohnsektor hat einen Namen - Leiharbeit (Moderne Sklaverei) und Ausgründung. Die Zulassung des quasi "Verbotes" von Gewerkschaften - Saturn, Mediamarkt...Aldi, Kik...Edeka -

Bundesweit werden bei Edeka rund 129.000 Beschäftigte nicht nach Tarif bezahlt.


Sie haben tausende unbezahlte Überstunden geleistet...


Ein "Verbund" von Firmen - die hier die Gesetzgebung umgeht - um als "Kleinfirma" durchzukommen.
Da muss man nicht "Links" sein - um das zu ändern. (Bin mir sicher - dass man da auch bei der Afd :D :D :D "Unterstützung" bekommt)

Eine andere Sache die Du ansprichst - junge Leute ....und Kündigungsrecht.

Da ein Optimum zu finden ? Hier ist der Betriebsrat zu stärken. ....den es aber in kleinen Firmen nicht gibt. Denn die stellen die meisten jungen Leute - ohne Langfristverträge ein....

Ein Ausweg kann die Verbreiterung der Kammern/Berufsverbände sein - nicht nur die Eigentümer - sondern auch alle Angestellten deutlich besser einzugliedern.
Auch keine REIN LINKE Forderung.

"Ordnung" auf dem Arbeitsmarkt - sollte in Jedermann (Staats-) Interesse sein ... :D :D
Der alte Kaiser hat sowas schon durchgesetzt.

Natürlich ist eins - tüncht man das "ROT" - und verkauft es als Links (Tomate) wird es lange keine allgemein "GUT" . ....und vor allem - die SPD hat daran bisher IMMER gekürzt - und hat DIESE Ausnahmen zugelassen// Mit - "INITIIERT"/durchgesetzt.

Nachtrag : Leiharbeit ist GRUNDSÄTZLICH mit + 10% des gleichen Arbeitsplatzgehaltes/Lohnes an den Leiharbeiter auszuzahlen - als Gesetzinitiative...
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 1. Jan 2018, 17:01

Oskar Lafontaine ist heute weder bei SPD noch bri Linken eine Integrationsfigur, die Bündnisse schaffen kann. Von den Grünen reden wir gar nicht weiter.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Boracay » Mo 1. Jan 2018, 19:24

Teeernte hat geschrieben:Eine andere Sache die Du ansprichst - junge Leute ....und Kündigungsrecht.


Das Optimum wäre wie in jedem vernünftigen Land der Welt den Kündigungsschutz einfach abzuschaffen bzw. ihn erst nach viel längerer Betriebszugehörigkeit laufen zu lassen wie in UK.

Geht es Schweizern, Iren, Luxemburgern usw. so schlecht ohne diesen kranken Schwachsinn? Da sind 100% aller Stellen „prekär“.

Der Deutsche Kündigungsschutz ist ein Verbrechen.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Boracay » Mo 1. Jan 2018, 19:26

Selina hat geschrieben:Damit würde das Leben gerade für viele jüngere Menschen, die ins Berufsleben einsteigen und später eine Familie gründen wollen, wieder planbar werden.


Gibt es in UK, CH, LUX, IR,...keine Familien?
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Realist2014
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Realist2014 » Di 2. Jan 2018, 19:11

Selina hat geschrieben:(31 Dec 2017, 14:04)

Teeernte, ich würde dafür sorgen, dass der große Niedriglohnsektor und die prekäre Arbeit wieder abgeschafft werden, ;)



es gibt keinen "großen Niedriglohnsektor"

von den Vollzeitarbeitsplätzen sind gerade mal 11% im Bereich des "Niedrig-Stundenlohns"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

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