Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

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pikant
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon pikant » Di 16. Jan 2018, 14:05

Selina hat geschrieben:(16 Jan 2018, 13:58)

Ja. Ich hoffe nicht, dass sich die SPD weiterhin bis zur völligen Bedeutungslosigkeit selbst zerlegt. Schon aus diesem Grunde sollte man eigentlich nicht für eine erneute GroKo sein. Dann lieber eine Minderheitsregierung. Denn Neuwahlen würden ja das jetzige Ergebnis einfach nur bestätigen.


ich bin ja ein Gegner von grossen Koalition und auch eine linke Volkspartei braucht immer Partner - woher diese nehmen, wenn alles linke aus SPD, Gruene und Co. entwichen ist?
dann muss man wiederum bei der CDU nachfragen und nichts ist gewonnen.
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schokoschendrezki
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jan 2018, 15:02

pikant hat geschrieben:(16 Jan 2018, 13:49)

das ist eine Fantomdiskussion!

eine neue linke Partei mit ein paar linken Sozialdemokraten und ein paar Linken Gruenen kommt doch nicht auf was weiss ich 30% und die SPD und die Gruenen verschwinden dann doch nicht, sondern in diesen Parteien uebernehmen dann die Seeheimer oder Realos das Zepter und was gewinnt man damit?
die gesamte Linke in Deutschland befindet sich in einer Krise und die grosse deutsche linke Volkspartei ist dabei klein zu werden ohne dass die Linkspartei davon profitieren kann. Die SPD Waehler gehen doch im Zweifel nach rechts oder ins gruene Land, wie man es bei der BTW im letzten Jahr beobachten konnte.

Sowohl Linke und SPD als auch Union haben - wenn ich es richtig im Kopf habe - Wähler verloren. Es ist also die Frage, ob wir eine Krise linker oder sozialdemokratischer Konzepte oder eine generelle Krise des politischen Systems in Form der traditionellen Nachkriegsparteien haben.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon pikant » Di 16. Jan 2018, 15:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2018, 15:02)

Sowohl Linke und SPD als auch Union haben - wenn ich es richtig im Kopf habe - Wähler verloren. Es ist also die Frage, ob wir eine Krise linker oder sozialdemokratischer Konzepte oder eine generelle Krise des politischen Systems in Form der traditionellen Nachkriegsparteien haben.


wir haben eine Krise der beiden traditionellen Volksparteien.

im Gegensatz zu FDP, Gruene und auch Linkspartei haben diese beiden Parteien massiv verloren und die Bindungskraft an die Volksparteien nimmt ab.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon Selina » Di 16. Jan 2018, 19:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jan 2018, 15:02)

Sowohl Linke und SPD als auch Union haben - wenn ich es richtig im Kopf habe - Wähler verloren. Es ist also die Frage, ob wir eine Krise linker oder sozialdemokratischer Konzepte oder eine generelle Krise des politischen Systems in Form der traditionellen Nachkriegsparteien haben.


Nein, die Partei Die Linke hat bei der letzten Bundestagswahl sogar leicht dazu gewonnen. Es sind auch sehr viele Leute in die Partei eingetreten, darunter etliche jüngere Leute. Was nur schlimm ist, ist die Abwanderung Tausender voriger Linken-Wähler zur AfD. Umso mehr zählt der zahlenmäßige Zugewinn für die Linke. Was mir nur fehlt, ist ein deutliches und gemeinsames Auftreten der Linken gegen ganz Rechts, und das so, dass es viele mitreißt. Daran fehlts, und das vor allem "in der Fläche", in Berlin scheint es fast noch eher zu klappen, auch mal Leute zu mobilisieren.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon sünnerklaas » Di 16. Jan 2018, 19:19

Selina hat geschrieben:(16 Jan 2018, 19:11)

Nein, die Partei Die Linke hat bei der letzten Bundestagswahl leicht dazu gewonnen. Es sind auch sehr viele Leute in die Partei eingetreten, darunter etliche jüngere Leute. Was nur schlimm ist, ist die Abwanderung Tausender voriger Linken-Wähler zur AfD.


Die Linkspartei wird auch recht ordentlich von der aktuellen Schwäche der SPD profitieren. Gut möglich, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl von Mitgliedern, möglicherweise auch Abgeordnete die SPD dann in Richtung Linkspartei verlässt. Und die Linkspartei hat einen guten Vorteil: auch im Westen ist die Partei nicht nur strukturell gut aufgestellt, sie ist auch in Landes- und Kommunalparlamenten angekommen und da vielfach etabliert.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon Selina » Di 16. Jan 2018, 19:27

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Jan 2018, 19:19)

Die Linkspartei wird auch recht ordentlich von der aktuellen Schwäche der SPD profitieren. Gut möglich, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl von Mitgliedern, möglicherweise auch Abgeordnete die SPD dann in Richtung Linkspartei verlässt. Und die Linkspartei hat einen guten Vorteil: auch im Westen ist die Partei nicht nur strukturell gut aufgestellt, sie ist auch in Landes- und Kommunalparlamenten angekommen und da vielfach etabliert.


Stimmt. Und ich hab auch den Eindruck, dass bestimmte Medien gerne eine Spaltung der Linken herbeireden. Dass es Probleme gibt und sich da einige absolut nicht riechen können und auch verschiedene Ansätze (Flüchtlingspolitik) verfolgen, ist bekannt, aber vorm Zusammenbruch stehen die Linken deshalb dennoch nicht. Auch wenn man Lafontaines und Wagenknechts Agieren als Spalt-Absicht interpretieren könnte, wie das ja etliche Zeitungen und Sender fleißig tun. Ich denke trotzdem, dass der Zusammenhalt der Linken größer ist, als manche vermuten.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon twilight » Di 16. Jan 2018, 19:33

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Jan 2018, 19:19)

Die Linkspartei wird auch recht ordentlich von der aktuellen Schwäche der SPD profitieren. Gut möglich, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl von Mitgliedern, möglicherweise auch Abgeordnete die SPD dann in Richtung Linkspartei verlässt. Und die Linkspartei hat einen guten Vorteil: auch im Westen ist die Partei nicht nur strukturell gut aufgestellt, sie ist auch in Landes- und Kommunalparlamenten angekommen und da vielfach etabliert.

Die Linke flog letztes Jahr aus 3 Landtagen :D
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon sünnerklaas » Di 16. Jan 2018, 20:20

Selina hat geschrieben:(16 Jan 2018, 19:27)

Stimmt. Und ich hab auch den Eindruck, dass bestimmte Medien gerne eine Spaltung der Linken herbeireden. Dass es Probleme gibt und sich da einige absolut nicht riechen können und auch verschiedene Ansätze (Flüchtlingspolitik) verfolgen, ist bekannt, aber vorm Zusammenbruch stehen die Linken deshalb dennoch nicht. Auch wenn man Lafontaines und Wagenknechts Agieren als Spalt-Absicht interpretieren könnte, wie das ja etliche Zeitungen und Sender fleißig tun. Ich denke trotzdem, dass der Zusammenhalt der Linken größer ist, als manche vermuten.



Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht und auch viele ander in der Linkspartei wissen, dass die Partei das Erbe der SPD antreten kann und auch antreten wird. Klassische sozialdemokratische Politik findet man eben dort. Die SPD atomisiert sich dank einer selten dämlichen und selbstherrlichen Parteiführung, die Grünen sind inzwischen weitgehend ins klassische bürgerliche Lager abgewandert - was allerdings nicht heisst, dass sie langfristig nicht ein passender Koalitionspartner sind.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » Di 16. Jan 2018, 20:27

Da eine wie auch immer geartete Sammlung nicht zu Wahlen antreten kann, sondern nur Parteien, ist faktisch die Spaltung Voraussetzung. Dieser Umstand wird halt semantisch umgangen, aber nichts anderes kann eine "Sammlung" letztlich bedeuten. Und deswegen hält ein Ramelow auch nichts davon.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon sünnerklaas » Di 16. Jan 2018, 21:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Jan 2018, 20:27)

Da eine wie auch immer geartete Sammlung nicht zu Wahlen antreten kann, sondern nur Parteien, ist faktisch die Spaltung Voraussetzung. Dieser Umstand wird halt semantisch umgangen, aber nichts anderes kann eine "Sammlung" letztlich bedeuten. Und deswegen hält ein Ramelow auch nichts davon.


Was Oskar Lafontaine meint, ist ganz einfach die Absorption von SPD-Mitgliedern und Abgeordneten. Es bleibt jetzt abzuwarten, was der SPD-Sonderparteitag bringt. Sollte es ein (knappes) Pro für Koalitionsverhandlungen geben, wird ein Teil abwandern. Sollte es dagegen ein NEIN geben, die Bundesspitze und Teile Bundestagsfraktion sich aber nicht um das NEIN des Parteitags scheren und trotzdem in Koalitionsverhandlungen gehen, dann wird die Rechnung von Oskar Lafontaine aufgehen.
Wenn es hier um Spaltung geht, dann geht es um die Spaltung der SPD.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » Di 16. Jan 2018, 22:08

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Jan 2018, 21:58)

Was Oskar Lafontaine meint, ist ganz einfach die Absorption von SPD-Mitgliedern und Abgeordneten. Es bleibt jetzt abzuwarten, was der SPD-Sonderparteitag bringt. Sollte es ein (knappes) Pro für Koalitionsverhandlungen geben, wird ein Teil abwandern. Sollte es dagegen ein NEIN geben, die Bundesspitze und Teile Bundestagsfraktion sich aber nicht um das NEIN des Parteitags scheren und trotzdem in Koalitionsverhandlungen gehen, dann wird die Rechnung von Oskar Lafontaine aufgehen.
Wenn es hier um Spaltung geht, dann geht es um die Spaltung der SPD.

Aber das will die Linke doch schon immer, SPD-Wähler abgraben. Seit mehr als 25 Jahren in der Opposition im Bund. Dort fällt sie schon gar nicht mehr auf.

Und Lafontaine zieht selbst im Saarland nicht mehr, wie er ja selbst eingesehen hat. Die Schlagrichtung dürfte Kipping und Bartsch gelten, auch inhaltlich.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon sünnerklaas » Di 16. Jan 2018, 23:43

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Jan 2018, 22:08)

Aber das will die Linke doch schon immer, SPD-Wähler abgraben. Seit mehr als 25 Jahren in der Opposition im Bund. Dort fällt sie schon gar nicht mehr auf.

Und Lafontaine zieht selbst im Saarland nicht mehr, wie er ja selbst eingesehen hat. Die Schlagrichtung dürfte Kipping und Bartsch gelten, auch inhaltlich.


Für Oskar Lafontaine geht es um etwas anderes: dem geht's darum, Schröder und Müntefering eins auszuwischen, am Ende gegenüber den beiden als Sieger dazustehen.
Aus historischer Sicht hat Oskar Lafontaine am Ende ja auch das Duell mit Helmut Kohl gewonnen. Lafontaine wurde 1990 zwar nicht Kanzler, aber Kohl steht als überführter Lügner da.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Jan 2018, 01:12

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Jan 2018, 23:43)

Für Oskar Lafontaine geht es um etwas anderes: dem geht's darum, Schröder und Müntefering eins auszuwischen, am Ende gegenüber den beiden als Sieger dazustehen.
Aus historischer Sicht hat Oskar Lafontaine am Ende ja auch das Duell mit Helmut Kohl gewonnen. Lafontaine wurde 1990 zwar nicht Kanzler, aber Kohl steht als überführter Lügner da.

Dieses originelle Duell ist aber ein Weilchen her.

Die >>Süddeutsche<< meint, Lafontaines national gefärbter Sozialismus soll die schwarzen Schäfchen am rechten Rand einfangen.

Auf den ersten Blick wirkt die Idee auch wenig ernst zu nehmend. Denn bis Lafontaines Anhänger in der Linken mit zermürbten Sozialdemokraten oder versprengten Grünen eine neue linke Partei gründen, dürfte Oskar Lafontaine etwa 130 Jahre alt sein. Lustig allerdings ist sein Vorstoß nicht. Denn der Hinweis auf eine neue Gangart im Kampf gegen rechts verrät, wo die Reise hingehen soll: zu einer Bewegung, die Wähler einsammelt, die am rechten Rand des linken Spektrums abhandenkommen und jetzt AfD wählen. Ihnen soll, so ist das zu verstehen, entgegengekommen werden.
http://www.sueddeutsche.de/politik/link ... -1.3825955
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Der General » Mi 17. Jan 2018, 01:55

Zunächst einmal möchte ich dazu Raten, die Analysen von Lafontaine Richtig und komplett zu lesen und nicht aus dem Zusammenhang der Berichterstattung mancher Medien!

Das Plädoyer und die Idee halte ich für äußerst interessant und ist keinesfalls als Lächerlich zu bewerten. Die Zeiten ändern sich und gerade aktuell schreitet diese Politisch sehr schnell voran !

Ich sehe zum Beispiel DIE LINKE als die Wahre SPD, wobei letztere Partei Ihre Ideologie mit Schröder, Müntefering und Co. völlig über Bord geworfen hat. Nur daraus ist ja die Heutige DIE LINKE entstanden und bis Heute ist diese LINKE der Grund für den Absturz der SPD. Wäre DIE LINKE nicht entstanden, hätte die SPD automatisch 10% mehr und Stände bei ca. 30%.... das sollte man nicht vergessen.

Leider gehört zur Wahrheit aber auch dazu, dass die Partei DIE LINKE über die Jahre gesehen, es nicht geschafft hat genügend Stimmen zu gewinnen um im Bund eine grössere Rolle zu spielen. Dazu muß man aber auch sagen, dass eine Rot/Rot/Grün Regierung eine Mehrheit hatte und es an den SPD Betonköpfen gescheitert ist Mehrheitsfähig zu sein.

Dennoch kann man mit einem Ergebnis von 9 bis 11% nicht wirklich mitmischen und schon gar nicht eine Neue "Linke Volkspartei" werden.

Ich denke das hat Lafontaine verstanden und will mehr :) Die Idee, LINKE Strömungen der einzelnen Parteien, vorwiegend bei SPD und Grüne, im Verbund mit vielen LINKEN, zu bündeln ist sehr gut und entspricht auch dem Zeitgeist bezüglich des Erstarken von Rechts.

Viele, sehr viele finden z.B. Sahra Wagenknecht für eine sehr gute Politikerin, wählen diese aber nicht weil sie in der falschen Partei ist.

Fazit: Ein NEUES starkes LINKSBÜNDNIS in Form einer Neuen Partei, mit einer Wagenknecht an der Spitze hätte großes Potenzial ..... und auch meine Stimme :thumbup:
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon twilight » Mi 17. Jan 2018, 02:21

Finde ich toll, zwei Linksparteien, jede erhält dann 4.6% bei der nächsten BTW und man hat endlich Ruhe vor diesen Sauhaufen.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Jan 2018, 02:49

Der Personenkult um Sahra Wagenknecht wird innerhalb der Linken eher kritisch gesehen. Sogar die Antikapitalistische Linke (AKL) geht auf Distanz.

Seit dem Wahlabend streitet die Linke darüber, wie man die bessere SPD sein und gleichzeitig AfD-Wähler zurück holen kann. Womöglich kann man beides nicht.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon sünnerklaas » Mi 17. Jan 2018, 08:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Jan 2018, 01:12)

Dieses originelle Duell ist aber ein Weilchen her.

Die >>Süddeutsche<< meint, Lafontaines national gefärbter Sozialismus soll die schwarzen Schäfchen am rechten Rand einfangen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/link ... -1.3825955



Oskar Lafontaine geht's ums Prinzip und ums Lebenswerk. Das treibt ihn an. Und dann ist da die Idee der Volkspartei - das ist die Linkspartei im Osten der Republik schon immer gewesen. Eine Partei, in der eine Menge Platz ist.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon twilight » Mi 17. Jan 2018, 09:02

sünnerklaas hat geschrieben:(17 Jan 2018, 08:01)

Oskar Lafontaine geht's ums Prinzip und ums Lebenswerk. Das treibt ihn an. Und dann ist da die Idee der Volkspartei - das ist die Linkspartei im Osten der Republik schon immer gewesen. Eine Partei, in der eine Menge Platz ist.

Seit 460 000 Linkswäler zur AfD übergelaufen sind, ist wahrlich eine Menge Platz.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon pikant » Mi 17. Jan 2018, 09:08

Der General hat geschrieben:(17 Jan 2018, 01:55)


Fazit: Ein NEUES starkes LINKSBÜNDNIS in Form einer Neuen Partei, mit einer Wagenknecht an der Spitze hätte großes Potenzial ..... und auch meine Stimme :thumbup:


das bringt rein gar nichts, wenn ehemalige Waehler der Linkspartei nun die neue Partei Linksbuendnis waehlen - so was ist eine Fantomdiskussion und Schnapsidee, denn Linke aus anderen Parteien haben ja diesem Vorschlag von Lafo schon ein klare Absage erteilt und auch innerhalb der Linkspartei ist dieser Vorschlag mehr als umstritten.

ein Linksbuendnis bringt nur was, wenn mann da staerker als die CDU:CSU werden kann und wenn alle Linken in diesem Buendnis aufgehen, dann fehlt der Koalitionspartner.

ist ne Diskussion wie BGE fuer den Stammtisch ohne realen Hintergrund verwirklicht zu werden.
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 17. Jan 2018, 09:29

Selina hat geschrieben:(16 Jan 2018, 19:11)

Nein, die Partei Die Linke hat bei der letzten Bundestagswahl sogar leicht dazu gewonnen. Es sind auch sehr viele Leute in die Partei eingetreten, darunter etliche jüngere Leute. Was nur schlimm ist, ist die Abwanderung Tausender voriger Linken-Wähler zur AfD. Umso mehr zählt der zahlenmäßige Zugewinn für die Linke. Was mir nur fehlt, ist ein deutliches und gemeinsames Auftreten der Linken gegen ganz Rechts, und das so, dass es viele mitreißt. Daran fehlts, und das vor allem "in der Fläche", in Berlin scheint es fast noch eher zu klappen, auch mal Leute zu mobilisieren.

Jupp. Ja. Bislang war es so, dass die deutsche Partei "Die Linke" sich im Großen und Ganzen und jedenfalls in der Mehrheit angenehm vom wieder- oder neu entdeckten Nationalismus anderer europäischer sich "links" gebender Parteien unterschied. Großer Problempunkt und (für mich) totales, absolutes, durch nichts überwindbares Ausschlusskriterium für Wahl oder gar Mitgliedschaft: Der - wenn auch nur in kleinen Teilen - herrschende Antisemitismus. Und das geht, glaube ich, nicht nur mir so. Die jüngere und jüngste Entwicklung prägt sich mir vor allem durch den von Figuren wie LaFontaine oder Wagenknecht ebenfalls wieder- oder auch neu entdeckten Nationalismus aus einer EU-kritischen Position heraus. Tschüss Linke, kann ich da nur sagen. Und der andere wichtige (jedoch ganz und gar nicht neue) kritische Punkt ist der (vor allem skandinavisch geprägte) Sozialdemokratismus, der - wie sonst nur noch der deutsche Faschismus - von einer geistigen Nähe zu eugenischen Gedanken geprägt ist. Das geht nun wirklich gar nicht. Es ist nicht nur so, dass es in Schweden noch bis in die Mitte der 70er gesetzmäßige Zwangssterilisationen für angeblich unwertes Leben gab (bis 1976 62000 Fälle!) und dass sich bekannte sozialdemokratisch veranlagte Persönlichkeiten wie die Nobelpreisträger Alva und Gunnar Myrdal ganz ausdrücklich aus einer sozialdemokratischen Position heraus für (wörtlich!) "schonungslose Sterilisierungsverfahren" um (wiederum wörtlich!) "hochgradig lebensuntaugliche Individuen auszusondern" (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8777129.html). ... Es ist auch so, dass noch bis 2012 (!) die andere, dunkle Seite der schwedischen Freizügigkeit gegenüber Transsexuellen darin bestand, dass sie sich zwangsweise sterilisieren lassen mussten, um als solche vom Staat anerkannt zu werden. Unter anderem Hanekes Spielfilm "Das weiße Band" beschäftigt sich mit diesem nordeuropäischen protestantisch geprägten Zweckmäßigkeits-Inhumanismus. Ich kann aus alldem nur die Schlussfolgerung Distanz! ziehen. Unbedingte Distanz! Kaum anders als zu "Rechts". Wie es ein erklärter ganz großer Israel-Freund und Abtreibungsgegner wie der thüringische MP Ramelow unter den Genossen aushält ist mir ein Rätsel. Aber immerhin. Er hält gewissermaßen die Tür einen Spalt offen.
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