Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

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CaptainJack

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon CaptainJack » Sa 30. Dez 2017, 19:19

Wenn Merkel weg ist, gibt es in diesen Zeiten bald nur noch den Kampf linksgrün gegen konservativ, also SPD/Linke/Grüne vs. CDU/FDP/AFD .... und konservativ wird in 4 Jahren klar siegen.
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Sextus Ironicus
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Sextus Ironicus » Sa 30. Dez 2017, 19:29

zollagent hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:14)

Beide würden sie wohl den Anspruch auf "Mitte" erheben, aber ihn nicht verwirklichen können. :D


Ok, nochmal einen Schritt zurück: Lafontaines Projekt wäre natürlich ein linkes, wie die AfD ein rechtes ist. Aber sie würden beide zumindest teilweise auf das gleiche Klientel zielen. Ihre Schnittmengen läge bei denen, wie zum Beispiel der von mir genannte Guido Reil, zu dem Gesine Schwan mal gesagt hat, die "Autoritären in der SPD" wie er sie repräsentiere wären eben nicht mehr die Mehrheit in der SPD. Eine solche neue Bewegung, die vermutlich nicht mehr Partei sein will, wie das umgekehrt Frau Petry auch vorschwebt, würde also bei diesen von Frau Schwan so abfällig als Autoritäre betitelten Menschen werben. Das ist natürlich nicht mehr die neue Mitte jener Gesellschaft der Singularitäten. Kommt halt darauf an, ob man glaubhafte neue Gesichter findet oder sich womöglich einen Ebermann oder eine Ditfurth wieder einfängt. Dann würde ich auch sagen: Totgeburt :D
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Sa 30. Dez 2017, 19:31

"Linke Mitte" würde es eher beschreiben, was Lafontaine vor hat. Hat mit "linkem Rand" nichts zu tun, zumal er ja auch die Linken aus der SPD und die Linken von den Grünen meint plus seinen bevorzugten Flügel von der Partei Die Linke.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Polibu » Sa 30. Dez 2017, 19:34

Im Grunde genommen sagt er damit nichts Anderes, als dass er in der falschen Partei ist.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon JJazzGold » Sa 30. Dez 2017, 19:38

Selina hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:31)

"Linke Mitte" würde es eher beschreiben, was Lafontaine vor hat. Hat mit "linkem Rand" nichts zu tun, zumal er ja auch die Linken aus der SPD und die Linken von den Grünen meint plus seinen bevorzugten Flügel von der Partei Die Linke.

Hat er es denn vor, oder ist das nur ein Wunschtraum von ihm?
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Watchful_Eye » Sa 30. Dez 2017, 19:38

Grundsätzlich ist eine Kombination aus nationalen und sozialen Ideen gar nicht so selten oder abwegig, auch wenn das in Deutschland historisch natürlich mehr als "vorbelastet" klingt. :? So gibt es in ganz Europa sowohl "national-liberale" (AfD, Trump-Republikaner, UKIP) als auch.. "national-soziale" Strömungen. (Front National, FPÖ, NPD) Wobei dabei nicht vergessen werden darf, dass der Begriff "Nationalsozialismus" ein euphemistischer Ausdruck für das menschenfeindliche Geschlachte war, welches letztendlich umgesetzt wurde.

Aber ohne das zu wollen, glaube ich grundsätzlich schon, dass die Linke derzeit mit einem etwas weniger auf "Open Borders" zielenden Kurs weitaus erfolgreicher sein könnte. Man muss ja sehen, wie dermaßen weit links die Linke in dieser Frage steht. Ihre sozialen Ideen gelten ohnehin schon als schwierig zu finanzieren, und wenn man dabei dann noch ein "Bleiberecht für alle" umsetzen würde, würde das entgültig schiefgehen.

Es ist nun mal typisch menschlich, sich stärker mit Menschen zu solidarisieren, die als ähnlich empfunden werden. Empathie basiert zu einem gewissen Grad darauf, sich in anderen Menschen zu erkennen. Das fällt dann zum Teil gegenüber Menschen, die sich aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Kultur fremd anfühlen, emotional schwieriger - überall auf der Welt. Daher entscheiden sich in Deutschland und der gesamten westlichen Welt derzeit viele Menschen im Zweifelsfall lieber gegen die Solidarität, anstatt sie zu einem Teil auch Menschen zukommen zu lassen, mit denen sie sich emotional weniger stark verbunden fühlen. :|
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Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon Mia2706 » Sa 30. Dez 2017, 19:44

zollagent hat geschrieben:(30 Dec 2017, 18:52)

Frau Merkel war kein SED-Mitglied.


Dafür war sie eine hervorgehobene FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda“ gewesen. Im Gegensatz zu der widerspenstigen Sahra Wagenknecht hatte Frau Merkel besondere Vorteile in ,DDR genossen, die viele andere nicht hatten. Merkel durfte an einer Akademie studieren, die nur so genannten Linientreuen vorbehalten war, was Sahra Wagenknecht nicht durfte Merkel durfte ohne Probleme in die Bundesrepublik als auch ins Ausland reisen, was vielen DDR-Bürgern und auch Sahra Wagenknecht verwehrt war. Wagenknecht bekam auch keine Unterstützung und mußte ihren Lebensunterhalt mit Nachhilfestunden finanzieren.

Was der damals 19-jährigen jungen Sahra Wagenknecht bewogen hat, kurz vor dem DDR-Zusammenbruch noch der SED beizutreten, hat sie mehrmals öffentlich erklärt. So dumm kann keiner sein, kurz vor dem Zusammenbruch der DDR, für die die SED verantwortlich war, genau jener Partei, die ihr vieles verwehrt hatte, in der Hoffnung beizutreten, dort Karriere machen zu können. Das ist Unsinn hoch drei.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Mia2706 » Sa 30. Dez 2017, 19:51

Watchful_Eye hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:38)

Grundsätzlich ist eine Kombination aus nationalen und sozialen Ideen gar nicht so selten oder abwegig, auch wenn das in Deutschland historisch natürlich mehr als "vorbelastet" klingt. :? So gibt es in ganz Europa sowohl "national-liberale" (AfD, Trump-Republikaner, UKIP) als auch.. "national-soziale" Strömungen. (Front National, FPÖ, NPD) Wobei dabei nicht vergessen werden darf, dass der Begriff "Nationalsozialismus" ein euphemistischer Ausdruck für das menschenfeindliche Geschlachte war, welches letztendlich umgesetzt wurde.

Aber ohne das zu wollen, glaube ich grundsätzlich schon, dass die Linke derzeit mit einem etwas weniger auf "Open Borders" zielenden Kurs weitaus erfolgreicher sein könnte. Man muss ja sehen, wie dermaßen weit links die Linke in dieser Frage steht. Ihre sozialen Ideen gelten ohnehin schon als schwierig zu finanzieren, und wenn man dabei dann noch ein "Bleiberecht für alle" umsetzen würde, würde das entgültig schiefgehen.

Es ist nun mal typisch menschlich, sich stärker mit Menschen zu solidarisieren, die als ähnlich empfunden werden. Empathie basiert zu einem gewissen Grad darauf, sich in anderen Menschen zu erkennen. Das fällt dann zum Teil gegenüber Menschen, die sich aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Kultur fremd anfühlen, emotional schwieriger - überall auf der Welt. Daher entscheiden sich in Deutschland und der gesamten westlichen Welt derzeit viele Menschen im Zweifelsfall lieber gegen die Solidarität, anstatt sie zu einem Teil auch Menschen zukommen zu lassen, mit denen sie sich emotional weniger stark verbunden fühlen. :|


Bei den jüngeren kleinen Parteien gibt es halt öfter innerparteilichen Streit, der dann genüßlich von den beiden großen Parteien ausgeschlachtet wird. Ich beschrieb ja bereits, warum es neue kleinere Parteien anfänglich schwer haben, sich zu etablieren, die zu pragmatischer Politik führen soll. Die Grünen, vormals pazifistische Partei, hat das geschafft. Die Linke ist auf dem Weg dahin, die AFD wird da noch große Schwierigkeiten zu überwinden haben. Da ist noch nichts ausgemacht.
Erinnern wir uns an den heftigen Streit innerhalb der FPD mit den Streithähnen Brüderle und Rößler.
Da stellt sich Brüderle hin und sagt, dass sei lebendige Streitkultur und gehöre in einer Demokratie unbedingt dazu.
Ach so ist das.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Watchful_Eye » Sa 30. Dez 2017, 21:02

Mia2706 hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:51)
Bei den jüngeren kleinen Parteien gibt es halt öfter innerparteilichen Streit, der dann genüßlich von den beiden großen Parteien ausgeschlachtet wird. Ich beschrieb ja bereits, warum es neue kleinere Parteien anfänglich schwer haben, sich zu etablieren, die zu pragmatischer Politik führen soll. Die Grünen, vormals pazifistische Partei, hat das geschafft. Die Linke ist auf dem Weg dahin, die AFD wird da noch große Schwierigkeiten zu überwinden haben. Da ist noch nichts ausgemacht. [...]

Als jemand mit Piraten-Parteibuch kenne ich diese Probleme natürlich. ;) Wobei ich bezweifle, dass man das bei der Linken noch immer auf darauf schieben kann. Mein Eindruck ist, wie gesagt, dass die Basis zumindest im Westen zu großen Teilen andere Positionen vertritt als Spitzenpolitiker wie Wagenknecht, weswegen die Partei gewählt wird. Daher kann der Vorstand stets nur entweder die Basis oder die Wähler angemessen repräsentieren. Lafontaine und Wagenknecht stehen der Mehrheit der Wähler näher als Kipping und co.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Cat with a whip » Sa 30. Dez 2017, 21:09

frems hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:05)

Halte ich für eine Schnapsidee. Alleine innerhalb der Linkspartei sind die Flügel extrem zerstritten. Zudem haben die drei Parteien auf Bundesebene nicht einmal eine kooperative Koalition trotz Mehrheit hinbekommen. Wie soll man sich da innerhalb einer Partei vertragen?


Gleich mehrere Denkfehler. Hier gehts gerade nicht um den rechten Flügel der SPD an dem eigentlich ein Linksbündnis scheiterte als es möglich war. Das war die Zeit als gerade sie als User hier gern gegen ein solches Bündnis polemisierten.

Hier gehts um die linken Flügel insbesondere dem der SPD der immer offen für ein Linksbündnis war. Bei den Grünen gabs schon länger Bereitschaft, aber auch darum gehts hier nicht.

Sondern: Einfach um die Idee in einer Partei die linken Flügel der progressiven Parteien zu vereinigen.

Weil: Da die linken Flügel bei Grünen und SPD eher marginalisiert werden ist diese Idee mit dem Motiv das linke Spektrum zu stärken und prägnanter Erscheinen zu lassen vom Ende her gedacht keineswegs falsch. Die Frage ist nur ob so etwas machbar ist und ob es von den angesprochenen gewollt wird.

Dass die Rechte und die Wirtschaftsliberalen von einer selbstbewussten Linken nicht begeistert sind und das Vorhaben diskreditieren möchten ist natürlich ebenso erwartbar. Aber geschicktes Framing erstmal die Zerstrittenheit bennennen und das Wörtchen "extrem" einfliessen lassen - dass andere Parteien ebenso zerstritten sind, insbesondere die rechten, lassen wir dann aussen vor, sonst klappts ja nicht mit der negativen Stigmatisierung als emotionalen Einstieg.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Sa 30. Dez 2017, 22:20

JJazzGold hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:38)

Hat er es denn vor, oder ist das nur ein Wunschtraum von ihm?


Ein Vorschlag zur Lösung der prekären Lage im Land.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Teeernte » Sa 30. Dez 2017, 22:30

Geschichte der SPD...

Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) war eine sozialistische Partei im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Von Sozialdemokraten in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges gegründet, war sie eine Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) (die sich dann MSPD nannte). Die USPD bestand nach massiven Parteieintritten von SPD-Mitgliedern, Gründungen von parteiinternen Organisationen und deren Abspaltung sowie zahlreichen Aus- bzw. Übertritten in andere Parteien letztlich bis 1931.


Eine Chance für Funktionäre....nicht jedoch für eine Mehrheit....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon jorikke » So 31. Dez 2017, 09:31

Selina hat geschrieben:(30 Dec 2017, 22:20)

Ein Vorschlag zur Lösung der prekären Lage im Land.


Solange die linken Kräfte sich darin gefallen, einer sich im Ganzen sehr wohl fühlenden Bevölkerung, prekäre Lagen einreden zu wollen, werden linke Mehrheiten nicht erreichbar sein.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 09:42

Selina hat geschrieben:(30 Dec 2017, 22:20)

Ein Vorschlag zur Lösung der prekären Lage im Land.


Welche prekäre Lage im Land meinen Sie? Die prekäre Lage der Linken?
Die Die Linke kämpft intern und auch bei den Grünen zeichnet sich der Proporzkampf ab.
Ob in dieser Lage Lafontaines Vorstellung Gehör findet wage ich zu bezweifeln.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Excellero » So 31. Dez 2017, 10:00

Soller mal machen.... das verstreut die Linkswähler noch mehr als jetzt schon. Damit sinken die Stimmen der Grünen SPD und Linken gleichermaßen. :thumbup:
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Sextus Ironicus » So 31. Dez 2017, 10:03

JJazzGold hat geschrieben:(31 Dec 2017, 09:42)

Welche prekäre Lage im Land meinen Sie? Die prekäre Lage der Linken?
Die Die Linke kämpft intern und auch bei den Grünen zeichnet sich der Proporzkampf ab.
Ob in dieser Lage Lafontaines Vorstellung Gehör findet wage ich zu bezweifeln.


Wird er, wenn er sich nicht selbst vorne hinstellt sondern seiner Frau den Vortritt lässt. In meinem eher wohlsituierten Bekannten- und Familienkreis hat ungefähr die Hälfte Linkspartei gewählt, ausschließlich wegen Wagenknecht und gegen die Kippingfraktion. Eine solche Bewegung oder Partei würde diejenigen abholen, bei denen das Soziale absoluten Vorrang hat und bei denen eine gewisse Ordnung vor irgendwelchen performativen Wertegedöns steht. Unter denen sind keine, die auch nur ansatzweise die Flüchtlingspolitik unterstützen (also nicht nur diejenige hierzulande). Und genau hier hätte so eine Partei durchaus ihre Chance. Da gäbe es keine Vertreter mehr wie jene Dame der Linkspartei in der Tagesschau gestern, die sich allen Ernstes hinstellt und eine generelle Altersuntersuchung von "Minderjährigen" u.a. mit der Begründung ablehnt, Röntgenstrahlen seien gefährlich. Ich glaube das ist der Bereich, aus dem Lafontaine rauswill. Wobei er den Versuchsballon sicher stellvertretend losläßt, weil seine Frau sich das nicht leisten kann momentan. Bleibt spannend, aber ich würde auch die nicht wählen :D
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon JJazzGold » So 31. Dez 2017, 10:26

Sextus Ironicus hat geschrieben:(31 Dec 2017, 10:03)

Wird er, wenn er sich nicht selbst vorne hinstellt sondern seiner Frau den Vortritt lässt. In meinem eher wohlsituierten Bekannten- und Familienkreis hat ungefähr die Hälfte Linkspartei gewählt, ausschließlich wegen Wagenknecht und gegen die Kippingfraktion. Eine solche Bewegung oder Partei würde diejenigen abholen, bei denen das Soziale absoluten Vorrang hat und bei denen eine gewisse Ordnung vor irgendwelchen performativen Wertegedöns steht. Unter denen sind keine, die auch nur ansatzweise die Flüchtlingspolitik unterstützen (also nicht nur diejenige hierzulande). Und genau hier hätte so eine Partei durchaus ihre Chance. Da gäbe es keine Vertreter mehr wie jene Dame der Linkspartei in der Tagesschau gestern, die sich allen Ernstes hinstellt und eine generelle Altersuntersuchung von "Minderjährigen" u.a. mit der Begründung ablehnt, Röntgenstrahlen seien gefährlich. Ich glaube das ist der Bereich, aus dem Lafontaine rauswill. Wobei er den Versuchsballon sicher stellvertretend losläßt, weil seine Frau sich das nicht leisten kann momentan. Bleibt spannend, aber ich würde auch die nicht wählen :D


Jaaaa :D , dieser Röntgenunsinn hat mir gestern auch ein herzhaftes Lachen beschert. :thumbup:

Im unmittelbaren und mittelbaren Umfeld spielt hier die Die Linke keine Rolle, weshalb Lafontaines Vorstellung ausser Achselzucken keine weitere Reaktion hervorrief. Auch eine Sahra Wagenknecht wird hier allenfalls mit, “hat sich physich ganz gut gehalten“, kommentiert. Aber auch bundesweit betrachtet, schätze ich den Erfolg einer linken Fusion nicht allzu hoch ein. Auch wenn der linke Flügel der Grünen einer solchen Fusion nicht abgeneigt wäre, bestünde die Gefahr, darin unterzugehen. Nach meiner Beobachtung sind die Realos bei den Grünen im Vormarsch, die würden sich nicht in einem linken Lager integrieren.

Mit einem Martin Schulz wäre für mich noch eine Sondierung vorstellbar, aber der sitzt bereits auf einem abgesägten Ast.

Mir ist insofern nicht klar, mit welchem Personal Frau Lafontaine sich in die von Herrn Lafontaine beabsichtigte Konsolidierung begeben sollte. Zudem müsste die Die Linke etliche ihrer Themen und Positionen in einem solchen Konglomerat aufgeben, ob das ihrer Identifizierung und damit dem linken Lager im Bezug auf Zustimmung dienlich wäre?

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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Misterfritz » So 31. Dez 2017, 10:46

frems hat geschrieben:(30 Dec 2017, 19:05)Keine Ahnung, was den Bonvivant da wieder geritten hat.
Das ist doch klar, oder? Dem geht seine Bedeutungslosigkeit auf den Zeiger, er will wieder auf Bühnen stehen, Reden halten und beklatscht werden - sonst nix.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon twilight » So 31. Dez 2017, 10:55

Misterfritz hat geschrieben:(31 Dec 2017, 10:46)

Das ist doch klar, oder? Dem geht seine Bedeutungslosigkeit auf den Zeiger, er will wieder auf Bühnen stehen, Reden halten und beklatscht werden - sonst nix.

Stimmt, denn bei der Sahra macht er ja auch keinen Stich mehr.
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Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » So 31. Dez 2017, 11:37

Sofawolf hat geschrieben:(30 Dec 2017, 15:26)

Oskar Lafontaine (einstmals SPD, dann PDS/Linke) plädiert für die Bildung einer neuen linken Volkspartei. Dabei sollen sich Linke und Teile der SPD und der Grünen zusammentun.

Ich finde das sinnvoll. Im Prinzip schöpfen alle 3 Parteien das Wählerpotenzial ab, das früher die SPD alleine hatte, als es Grüne und Linkspartei noch nicht gab. Sie stehen also eigentlich auch nur für die Strömungen, die es immer schon im linken Lager gab. Da können sie sich auch zusammenschließen. Lafontaine hält die SPD für mutlos; ich halte die Linke für harmlos und die Grünen für perspektivlos.

Ein Zusammenschluss würde der Aufsplitterung der Parteienlandschaft entgegenwirken.
(Ob ich die wählen würde, sei mal dahingestellt, aber sinnvoll finde ich seine Idee schon.)

https://www.n-tv.de/politik/Lafontaine- ... 07155.html

Die Bündnisgrünen haben sich doch eigentlich ganz gut aufgestellt, die kostspieligen Programme im Rahmen der Jamaika-Sondierung sind lediglich am Widerstand der FDP gescheitert. Ein MP Kretschmann ist sogar populär und ein personeller Wachwechsel hin zu Habeck und Baerbock könnte die reale Attraktivität durchaus noch erhöhen. So "perspektivlos" ist das gar nicht.

Die Linke hat ein ähnliches Problem wie die SPD, Aufstellung und Inhalte sind nicht aus einem Guß. "Team Sahra" und die Kipping-Truppe sind nah am offenen Bruch. Das ist bei Schulz und Scholz zwar nicht so, aber die Debatte um die inhaltliche Ausrichtung ist noch offen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]

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