Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10548
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 17. Jan 2018, 09:36

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Jan 2018, 01:12)

Dieses originelle Duell ist aber ein Weilchen her.

Die >>Süddeutsche<< meint, Lafontaines national gefärbter Sozialismus soll die schwarzen Schäfchen am rechten Rand einfangen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/link ... -1.3825955

Wirds auch. Und es wird die, die erstmal grundsätzlich offen sind für Linksliberalismus endgütlig, gründlich und für immer als Sympathisanten vertreiben!
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Der General
Beiträge: 8795
Registriert: Mi 11. Sep 2013, 23:37
Benutzertitel: Ungefährlicher Gefährder
Wohnort: NRW

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Der General » Mi 17. Jan 2018, 15:09

pikant hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:08)

das bringt rein gar nichts, wenn ehemalige Waehler der Linkspartei nun die neue Partei Linksbuendnis waehlen - so was ist eine Fantomdiskussion und Schnapsidee, denn Linke aus anderen Parteien haben ja diesem Vorschlag von Lafo schon ein klare Absage erteilt und auch innerhalb der Linkspartei ist dieser Vorschlag mehr als umstritten.

ein Linksbuendnis bringt nur was, wenn mann da staerker als die CDU:CSU werden kann und wenn alle Linken in diesem Buendnis aufgehen, dann fehlt der Koalitionspartner.

ist ne Diskussion wie BGE fuer den Stammtisch ohne realen Hintergrund verwirklicht zu werden.


Kann sein das das eine Schnapsidee ist. Auf der anderen Seite hat man gesehen wie die Afd entstanden ist. Damals verstand man das auch alles als lächerlich usw...

Politik ist schnelllebig und es entscheiden immer Themen und wer weiß schon wie es mit der SPD Zukünftig aussieht. Meine Prognosen und auch die Umfragen bzw. Wahlergebnisse sind nicht gerade gut. Die SPD ist auf gutem Wege sich als Volkspartei abzuschaffen !
pikant
Beiträge: 54531
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon pikant » Mi 17. Jan 2018, 15:18

Der General hat geschrieben:(17 Jan 2018, 15:09)

Kann sein das das eine Schnapsidee ist. Auf der anderen Seite hat man gesehen wie die Afd entstanden ist. Damals verstand man das auch alles als lächerlich usw...

Politik ist schnelllebig und es entscheiden immer Themen und wer weiß schon wie es mit der SPD Zukünftig aussieht. Meine Prognosen und auch die Umfragen bzw. Wahlergebnisse sind nicht gerade gut. Die SPD ist auf gutem Wege sich als Volkspartei abzuschaffen !


ja und? , bringt aber der Linkspartei nichts - 2005 hatte die SPD 34% und Linke 9%, heute SPD 20% und Linke 9% - Unterschied nur mit anderen Namen, aber das hat ja auch nicht geholfen.
die Linke hat es in 12 Jahren nicht geschafft groesser zu werden und das trotz 14% Verluste der SPD in diesem Zeitraum und dann soll eine neue linke Sammlungsbewegung 30% bekommen und noch mehr.......

kein Wunder, dass fuehrende Politiker der Linkspartei Lafo eine Absage erteilt haben, da will ich von SPD-links und Gruen-links gar nicht sprechen.
Benutzeravatar
Der General
Beiträge: 8795
Registriert: Mi 11. Sep 2013, 23:37
Benutzertitel: Ungefährlicher Gefährder
Wohnort: NRW

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Der General » Mi 17. Jan 2018, 15:57

pikant hat geschrieben:(17 Jan 2018, 15:18)

ja und? , bringt aber der Linkspartei nichts - 2005 hatte die SPD 34% und Linke 9%, heute SPD 20% und Linke 9% - Unterschied nur mit anderen Namen, aber das hat ja auch nicht geholfen.
die Linke hat es in 12 Jahren nicht geschafft groesser zu werden und das trotz 14% Verluste der SPD in diesem Zeitraum und dann soll eine neue linke Sammlungsbewegung 30% bekommen und noch mehr.......

kein Wunder, dass fuehrende Politiker der Linkspartei Lafo eine Absage erteilt haben, da will ich von SPD-links und Gruen-links gar nicht sprechen.


Deine Rechnung ist so nicht ganz Richtig. Die Linke hatte 2009 (dank Schröder) fast 12% (11,9) und ab diesem Zeitpunkt ging es mit der SPD stetig nach unten. Sehr viele von der SPD, darunter viele Politiker die Anfangs zum Führungsgremium der Linkspartei gehörten wechselten die Partei !

Ab 2013 kam eine Partei dazu nämlich die AfD und besonders bei der letzten Wahl zog diese viele stimmen ab, nicht nur von der Partei Die Linke. Somit ist Dein Vergleich nicht Aussagekräftig und hinkt.

Eine komplett Neue "LINKE" Partei mit guten Politikern hätte meiner Meinung nach durchaus Potenzial in Deutschland, natürlich Langfristig gesehen und nicht von Heute auf Morgen umsetzbar. Eine Mehrheit von Mitte links gab es doch bereits im Bundestag.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 29576
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 17. Jan 2018, 16:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:36)

Wirds auch. Und es wird die, die erstmal grundsätzlich offen sind für Linksliberalismus endgütlig, gründlich und für immer als Sympathisanten vertreiben!

Je mehr Parteien im Bundestag sind, um so enger wird es halt auch. Nicht zuletzt wird es eben auf Inhalte ankommen, wenngleich viele Anhänger der Sahra Wagenknecht auf ihre Schaufenster-Funktion setzen.

Die Grünen haben sich relativ gut aufgestellt, als "linke Mitte", wie Hofreiter sagt. Wenn die SPD progressiver wird, besetzt sie das Thema der sozialen Gerechtigkeit. Die Linke ist sich im internen Machtkampf uneins, was sich inhaltlich an der Frage der internationalistischen versus nationalen Betrachtungsweise aufhängt.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5734
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon jorikke » Mi 17. Jan 2018, 16:47

Der General hat geschrieben:(17 Jan 2018, 15:57)

Deine Rechnung ist so nicht ganz Richtig. Die Linke hatte 2009 (dank Schröder) fast 12% (11,9) und ab diesem Zeitpunkt ging es mit der SPD stetig nach unten. Sehr viele von der SPD, darunter viele Politiker die Anfangs zum Führungsgremium der Linkspartei gehörten wechselten die Partei !

Ab 2013 kam eine Partei dazu nämlich die AfD und besonders bei der letzten Wahl zog diese viele stimmen ab, nicht nur von der Partei Die Linke. Somit ist Dein Vergleich nicht Aussagekräftig und hinkt.

Eine komplett Neue "LINKE" Partei mit guten Politikern hätte meiner Meinung nach durchaus Potenzial in Deutschland, natürlich Langfristig gesehen und nicht von Heute auf Morgen umsetzbar. Eine Mehrheit von Mitte links gab es doch bereits im Bundestag.


Diesen Satz von dir:" Sehr viele von der SPD, darunter viele Politiker, die anfangs zum Führungsgremium der Linkspartei gehörten, wechselten die Partei." , verstehe ich nicht.
Welcher SPD Politiker gehörte zum Führungsgremium der Linken?
Ich verstehe dich doch so gerne.
Mach mal Licht an.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 18:05

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2018, 09:29)

Jupp. Ja. Bislang war es so, dass die deutsche Partei "Die Linke" sich im Großen und Ganzen und jedenfalls in der Mehrheit angenehm vom wieder- oder neu entdeckten Nationalismus anderer europäischer sich "links" gebender Parteien unterschied. Großer Problempunkt und (für mich) totales, absolutes, durch nichts überwindbares Ausschlusskriterium für Wahl oder gar Mitgliedschaft: Der - wenn auch nur in kleinen Teilen - herrschende Antisemitismus. Und das geht, glaube ich, nicht nur mir so. Die jüngere und jüngste Entwicklung prägt sich mir vor allem durch den von Figuren wie LaFontaine oder Wagenknecht ebenfalls wieder- oder auch neu entdeckten Nationalismus aus einer EU-kritischen Position heraus. Tschüss Linke, kann ich da nur sagen. Und der andere wichtige (jedoch ganz und gar nicht neue) kritische Punkt ist der (vor allem skandinavisch geprägte) Sozialdemokratismus, der - wie sonst nur noch der deutsche Faschismus - von einer geistigen Nähe zu eugenischen Gedanken geprägt ist. Das geht nun wirklich gar nicht. Es ist nicht nur so, dass es in Schweden noch bis in die Mitte der 70er gesetzmäßige Zwangssterilisationen für angeblich unwertes Leben gab (bis 1976 62000 Fälle!) und dass sich bekannte sozialdemokratisch veranlagte Persönlichkeiten wie die Nobelpreisträger Alva und Gunnar Myrdal ganz ausdrücklich aus einer sozialdemokratischen Position heraus für (wörtlich!) "schonungslose Sterilisierungsverfahren" um (wiederum wörtlich!) "hochgradig lebensuntaugliche Individuen auszusondern" (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8777129.html). ... Es ist auch so, dass noch bis 2012 (!) die andere, dunkle Seite der schwedischen Freizügigkeit gegenüber Transsexuellen darin bestand, dass sie sich zwangsweise sterilisieren lassen mussten, um als solche vom Staat anerkannt zu werden. Unter anderem Hanekes Spielfilm "Das weiße Band" beschäftigt sich mit diesem nordeuropäischen protestantisch geprägten Zweckmäßigkeits-Inhumanismus. Ich kann aus alldem nur die Schlussfolgerung Distanz! ziehen. Unbedingte Distanz! Kaum anders als zu "Rechts". Wie es ein erklärter ganz großer Israel-Freund und Abtreibungsgegner wie der thüringische MP Ramelow unter den Genossen aushält ist mir ein Rätsel. Aber immerhin. Er hält gewissermaßen die Tür einen Spalt offen.


Diese von dir aufgezählten Beispiele sind die absolute Ausnahme in der Linken. Wären das Massenerscheinungen, könnte ich auch nix Gutes mehr am Linkssein finden. Nein, die meisten sind weder Nationalisten noch Antisemiten. Und solche Zwangssterilisationen befürwortet auch kein einziger aus meinem Umfeld. Nee, da haste offenbar immer mit den falschen "Linken" zu tun oder lässt dich von einer - leider fast als schick zu bezeichnenden - Mainstream-Meinung über die Linke leiten. Und Abtreibungsgegner zu sein, ist unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen kein Kunststück. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Alleine die Frauen sollen darüber entscheiden können, ob sie ein Kind austragen oder nicht. Alles andere ist finsterstes Mittelalter.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Watchful_Eye
Moderator
Beiträge: 2747
Registriert: Sa 7. Jun 2008, 11:13
Benutzertitel: Free Jazz & Black Metal
Kontaktdaten:

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Watchful_Eye » Mi 17. Jan 2018, 18:13

Ich bin zumindest ziemlich sicher, dass gerade die potentiell sehr umfassenden Wählerschichten im Osten überwiegend lieber einen etwas "nationaleren" Kurs hätten. Und damit meine ich jetzt nicht "Nazi-National", aber eben eher im Sinne von Lafontaine und Wagenknecht als im Sinne von Kipping. Auch die Vorgängerpartei SED war ja bekanntlich nicht allzu konsequent in ihrer Ablehnung des Nationalen, was man daran erkennen kann, dass nationales Gedankengut im Osten heutzutage weiter verbreitet ist als im Westen.

Ich sehe 2 Gefahren:
a) Eine linke Partei, die sich durch einen explizit nationalorientierteren Kurs unterscheidet, läuft Gefahr, von NPD-nahen Rechten unterwandert zu werden, denen die AfD nicht sozialistisch genug ist. Man unterschätzt das; auch das rechte Lager ist in dieser Frage nicht geeint.
b) Eine weitere Schwächung des linken Lagers insgesamt, was im Anbetracht des starken rechten Gegengewichts fatal wäre. Wenn sich die Linke nach der Trennung von Linkspartei und SPD nochmal aufspaltet, könnte es dazu führen, dass am Ende beide Parteien nicht die 5%-Hürde schaffen - und wenn die SPD weiterhin so schwach bleibt, haben wir am Ende gar überhaupt keine starke linke Vertretung im Bundestag mehr.

Grundsätzlich sind mir Politiker wie Lafontaine und Wagenknecht aber durchaus sympathisch. "Open Borders" dürfte sich in der Konsequenz, wie es die Linke fordert, nicht mit einem starken Sozialstaat vereinbaren lassen.
"In a world where I feel so small, I can't stop thinking big." (Rush - Caravan)

Mod im Feedback- und Asienforum.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 18:55

Es geht um eine starke linke Sammlungsbewegung, nicht um eine neue Partei. Die Linken, die diese Diskussion in den eigenen Reihen gerade anschieben, wollen keine Spaltung der Partei Die Linke, sondern im Gegenteil eine Stärkung, um dem Rechtsruck mehr entgegensetzen zu können. Eine große linke Bewegung, der sich viele anschließen, die aber über die Partei Die Linke hinausgeht, kann auch durchaus mal "nur" temporär und zielorientiert sein, zum Beispiel, um die Neue Rechte wieder zurückzudrängen. Das kann ich nur befürworten.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 15238
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Lower Bavaria

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 17. Jan 2018, 20:06

Selina hat geschrieben:(17 Jan 2018, 18:55)

... kann auch durchaus mal "nur" temporär und zielorientiert sein, zum Beispiel, um die Neue Rechte wieder zurückzudrängen. Das kann ich nur befürworten.


.... ziemlich unsinnig. Eine Partei soll primär gute Politik machen. Darum geht es und nicht darum andere "zurückzudrängen".
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10548
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 17. Jan 2018, 22:37

Selina hat geschrieben:(17 Jan 2018, 18:05)

Diese von dir aufgezählten Beispiele sind die absolute Ausnahme in der Linken. Wären das Massenerscheinungen, könnte ich auch nix Gutes mehr am Linkssein finden. Nein, die meisten sind weder Nationalisten noch Antisemiten. Und solche Zwangssterilisationen befürwortet auch kein einziger aus meinem Umfeld. Nee, da haste offenbar immer mit den falschen "Linken" zu tun oder lässt dich von einer - leider fast als schick zu bezeichnenden - Mainstream-Meinung über die Linke leiten. Und Abtreibungsgegner zu sein, ist unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen kein Kunststück. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Alleine die Frauen sollen darüber entscheiden können, ob sie ein Kind austragen oder nicht. Alles andere ist finsterstes Mittelalter.

Bei den Zwangssterilisatioen gehts auch nicht so sehr um "Linkssein" allgemein sondern um die spezifisch skandinavische Tradition von Sozialdemokratismus konkret. Die diesbezüglichen Tatsachen und vor allem Zahlen, Relevanzen sind allesamt nachrecherchierbar. Und worums mir speziell geht, ist Wachheit, Distanz, totale Kritikbereitschaft, Antifantum, Nichtmitläuferschaft, Nichtdazugehörigkeit usw. usf. Früher mal lagen Linkssein und Klassenbewusstsein nahe beieinander. Wer irgendwo "dazugehören" will, ist in meinen Augen heute politisch verloren. Egal ob zu den Deutschnationalen oder deutschen Linken dazugehören wollen oder zum FC Sankt Pauli Fankreis oder zur Hamburger Schule dazugehören wollen,
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 22:56

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(17 Jan 2018, 20:06)

.... ziemlich unsinnig. Eine Partei soll primär gute Politik machen. Darum geht es und nicht darum andere "zurückzudrängen".


Es geht um eine Bewegung, nicht um eine neue Partei.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10548
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

"Tei

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 17. Jan 2018, 23:01

Selina hat geschrieben:(17 Jan 2018, 22:56)

Es geht um eine Bewegung, nicht um eine neue Partei.

Es ist die Frage, ob "Teil einer Bewegung" zu sein, tatsächlich immer noch ein positives, anstrebenswertes Ideal sein kann. Ich halte mich in dieser Hinsicht für geheilt. Ich will unter keinen Umständen mehr Teil einer (wie auch immer ausgerichteten) "Bewegung" sein.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 23:18

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jan 2018, 22:37)

Bei den Zwangssterilisatioen gehts auch nicht so sehr um "Linkssein" allgemein sondern um die spezifisch skandinavische Tradition von Sozialdemokratismus konkret. Die diesbezüglichen Tatsachen und vor allem Zahlen, Relevanzen sind allesamt nachrecherchierbar. Und worums mir speziell geht, ist Wachheit, Distanz, totale Kritikbereitschaft, Antifantum, Nichtmitläuferschaft, Nichtdazugehörigkeit usw. usf. Früher mal lagen Linkssein und Klassenbewusstsein nahe beieinander. Wer irgendwo "dazugehören" will, ist in meinen Augen heute politisch verloren. Egal ob zu den Deutschnationalen oder deutschen Linken dazugehören wollen oder zum FC Sankt Pauli Fankreis oder zur Hamburger Schule dazugehören wollen,


"Wachheit, Distanz, totale Kritikbereitschaft, Antifantum, Nichtmitläuferschaft, Nichtdazugehörigkeit..." Das ist für mich Eulen nach Athen tragen. Wenn du all das noch nie bei Linken gesehen hast, dann weiß ich auch nicht weiter. Das Linkssein, von dem ich spreche, hat weder was mit irgendwelchen alten M-L-Doktrinen zu tun noch mit dem, was heute die sich selbst immer mehr zerlegende neoliberale Sozialdemokratie (über den Kopf der eigenen linken Kräfte hinweg) veranstaltet. Einen temporären Zusammenschluss sollte es nur geben, um eine weitere Ausbreitung der neurechten Nationalisten zu verhindern. Denn mit noch mehr Macht bzw. Einfluss, als sie ohnehin schon haben, würden sie immensen Schaden anrichten, der weitreichende Folgen für Staat, Politik und Alltag hätte. Dafür sind solche linken Bewegungen unter anderem da, so etwas zu verhindern. Und das mit Linken aus allen Richtungen, mit linken Sozialdemokraten, linken Grünen, linken Christen, Linksliberalen etcpp.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Troh.Klaus
Beiträge: 473
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 20:56

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Troh.Klaus » Mi 17. Jan 2018, 23:22

Ich bin jetzt etwas irritiert ob des "noch mehr Macht".
Sind denn die Rechten schon an der Macht?
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 23:24

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jan 2018, 23:22)

Ich bin jetzt etwas irritiert ob des "noch mehr Macht".
Sind denn die Rechten schon an der Macht?


Schau dir die Diskussionen und Forderungen der AfD nach Bundestags-Ausschuss-Vorsitzen an.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Troh.Klaus
Beiträge: 473
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 20:56

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Troh.Klaus » Mi 17. Jan 2018, 23:32

Ist das schon Macht? Oder ist das der bei uns übliche Proporz?
Die Partei sitzt nun mal im Bundestag, ob das gefällt oder nicht.

Aber von "Macht" ist die AfD meiner Meinung nach doch noch weit entfernt.

Macht hat die CDU/CSU und auch die SPD. Diese Parteien stellen die aktuelle und möglicherweise die nächste Regierung.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 5735
Registriert: Do 29. Sep 2016, 14:33

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon Selina » Mi 17. Jan 2018, 23:46

Troh.Klaus hat geschrieben:(17 Jan 2018, 23:32)

Ist das schon Macht? Oder ist das der bei uns übliche Proporz?
Die Partei sitzt nun mal im Bundestag, ob das gefällt oder nicht.

Aber von "Macht" ist die AfD meiner Meinung nach doch noch weit entfernt.

Macht hat die CDU/CSU und auch die SPD. Diese Parteien stellen die aktuelle und möglicherweise die nächste Regierung.


Ja, "Macht" war schon etwas hochgegriffen. Deshalb ergänzte ich den betreffenden Satz noch mit "Einfluss". Und den holen sie sich schon Stück für Stück. Da würde ich schon ein wenig genauer hinschauen. Möglicher Vorsitz des Haushalts-Ausschusses. Forderung, den Vorsitz des Innenausschusses und des Ausschusses für Kultur und Medien zu übernehmen. Sitze in den Rundfunkräten, im Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt, in den Kuratorien der Bundeszentrale für politische Bildung, der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft".

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 88342.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/nach ... 46654.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 10548
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Lafontaine plädiert für neue Volkspartei

Beitragvon schokoschendrezki » Do 18. Jan 2018, 08:24

Selina hat geschrieben:(17 Jan 2018, 23:18)

"Wachheit, Distanz, totale Kritikbereitschaft, Antifantum, Nichtmitläuferschaft, Nichtdazugehörigkeit..." Das ist für mich Eulen nach Athen tragen. Wenn du all das noch nie bei Linken gesehen hast, dann weiß ich auch nicht weiter.

Das habe ich nicht gesagt. Das eine gesehen zu haben, heißt nicht, das andere nicht gesehen zu haben. Es hängt immer davon ab, was man als notwendig und was man als hinreichend ansieht. Niotwendig ist für mich die Abwesenheit von Antisemitismus und da würde der Fall Höger für mich bereits ein Ausschlusskriterium sein. Egal was sonst nocht vertreten wird. Grundlegende Kritik an Höger und Konsorten kam zum Glück aus der Partei selbst (Kipping, Ramelow). Immerhin. Es steht in dieser Hinsicht für mich auf der Kippe. Wesentlich ernster siehts mit dem "Rassismus im lafonknechtschen Wagentainment" aus. So der Titel eines polemischen Streitartikels des Soziologen Stephan Lessenich letzten Oktober (immerhin im "ND"). In welchem er den benannten Führungskräften der "Linken" eine Nähe zur Neuen Rechten nachweist. Sei nicht naiv. Das ist ernst. Und bei mir bedeutet es das Ende einer ohnehin nur schwach ausgeprägten Sympathie mit einem Teil linker Bewegungen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
jorikke
Beiträge: 5734
Registriert: Sa 30. Mai 2009, 09:05

Re: Lafontaine plädiert für neue linke Volkspartei

Beitragvon jorikke » Do 18. Jan 2018, 11:09

Selina hat geschrieben:(17 Jan 2018, 22:56)

Es geht um eine Bewegung, nicht um eine neue Partei.


...und sie bewegt sich doch. Mag sein, die Erde. Die Linke? :D

Zurück zu „22. Parteien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste