Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

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aleph
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Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon aleph » So 24. Dez 2017, 11:21

Die SPD drängt auf die Abschaffung des Kooperationsverbotes bei der BIldung. FDP und Grüne sind dafür, die CDU wieder mal dagegen. Gründe, warum man das Kooperationsverbot abschaffen will: Dann kann der Bund flächendeckend Schulen ausbauen und die Digitalisierung im Bildungswesen fördern. Es muss dabei das Grundgesetz geändert werden. Ist die CDU die neue Blockiererpartei? ist die FDP näher bei der SPD, als bei der CDU?

SPD stellt Bedingung für Große Koalition
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
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Mia2706
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Mia2706 » So 24. Dez 2017, 11:40

Ich meine eher, die Parteien sind mehr oder weniger die Marionetten großer, mächtiger und einflußreicher global agierender Konzerne geworden. Wir leben eher in einer Scheindemokratie.
Aus den Erfahrungen von früher wurde gelernt, die Masse mit Brot und Spielen ruhig zu halten.
Eine Minderheitsregierung wäre zwar demokratischer und wäre förderlich für die politische Auseinandersetzung im Parlament. Die Neuauflage der Groko, die mit Sicherheit kommt, ist berechenbarer und bequemer
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 27. Dez 2017, 15:28

Die CDU ist eher zu kompromissbereit. Sie könnte schon lange allein regieren, so vertut sie Zeit mit Europaflausen der SPD.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Dampflok94 » Mi 27. Dez 2017, 16:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(27 Dec 2017, 15:28)
Sie könnte schon lange allein regieren, ...

Sie hat also doch die absolute Mehrheit und es noch gar nicht bemerkt?
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Wähler » Mi 27. Dez 2017, 16:07

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(27 Dec 2017, 15:28)
Die CDU ist eher zu kompromissbereit. Sie könnte schon lange allein regieren, so vertut sie Zeit mit Europaflausen der SPD.

Die Union kann gar nicht allein regieren. Dazu müsste sie ihre Trennlinien nicht nur zur SPD, sondern auch zu FDP und Grünen, besser kennen. Daher sträubt sich Frau Merkel auch so gegen eine Minderheitsregierung.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Polibu » Mi 27. Dez 2017, 16:17

Wie man sieht kann die CDU gar nicht mit einer Mehrheit regieren. Weder mit der eigenen Mehrheit noch mit einer Mehrheit durch Koalition. Seit drei Monaten müssen wir uns dieses Theater antun und es ist kein Ende in Sicht.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 27. Dez 2017, 16:37

Wähler hat geschrieben:(27 Dec 2017, 16:07)

Die Union kann gar nicht allein regieren. Dazu müsste sie ihre Trennlinien nicht nur zur SPD, sondern auch zu FDP und Grünen, besser kennen. Daher sträubt sich Frau Merkel auch so gegen eine Minderheitsregierung.

Du solltest nicht die Wandlungsfähigkeit der Frau Merkel verkennen.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Dampflok94 » Do 28. Dez 2017, 12:48

Polibu hat geschrieben:(27 Dec 2017, 16:17)
Seit drei Monaten müssen wir uns dieses Theater antun und es ist kein Ende in Sicht.

Sich antun? Empfindest du das wirklich als so schlimm? Bisher dreht sich die Erde weiter. Alles geht seinen Gang. Wir haben eine geschaftsführende Regierung, die Anarchie steht also vorerst nicht vor der Tür. Und wenn alle Stricke reißen, es also Neuwahlen gibt, dann beginnt im Frühjahr das ganze Spielvon vorn. :cool:
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon pikant » Do 28. Dez 2017, 12:53

Mia2706 hat geschrieben:(24 Dec 2017, 11:40)

Ich meine eher, die Parteien sind mehr oder weniger die Marionetten großer, mächtiger und einflußreicher global agierender Konzerne geworden. Wir leben eher in einer Scheindemokratie.


ist falsch, hat aber auch mit dem Strangthema nichts zu tun.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon pikant » Do 28. Dez 2017, 12:56

Polibu hat geschrieben:(27 Dec 2017, 16:17)

. Seit drei Monaten müssen wir uns dieses Theater antun und es ist kein Ende in Sicht.


Deutschland geht es so gut, dass der Buerger gar nichts davon merkt, dass unsere Regierung nur noch geschaeftsfuehrend im Amte ist.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon pikant » Do 28. Dez 2017, 12:57

Dampflok94 hat geschrieben:(28 Dec 2017, 12:48)

Sich antun? Empfindest du das wirklich als so schlimm? Bisher dreht sich die Erde weiter. Alles geht seinen Gang. Wir haben eine geschaftsführende Regierung, die Anarchie steht also vorerst nicht vor der Tür. Und wenn alle Stricke reißen, es also Neuwahlen gibt, dann beginnt im Frühjahr das ganze Spielvon vorn. :cool:


ich sehe keine Neuwahlen im Fruehjahr, aber so in diesem Bereich koennten dann die richtigen Koalitionsverhandlungen beginnen oder im Gange sein :)
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Dampflok94 » Do 28. Dez 2017, 13:00

pikant hat geschrieben:(28 Dec 2017, 12:57)
ich sehe keine Neuwahlen im Fruehjahr, ...

Ich sehe da gar nix. Weder Neuwahlen noch eine neue Regierung. Alles ist möglich. Ich halte jedenfalls ein Scheitern der Verhandlungen über eine neue GroKo bzw. ein Nein der SPD-Basis für nicht unwahrscheinlich. (Ich persönlich würde sagen 50:50.) Und wie es dann weiter gehen würde steht in den Sternen.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon pikant » Do 28. Dez 2017, 13:03

Dampflok94 hat geschrieben:(28 Dec 2017, 13:00)

Ich sehe da gar nix. Weder Neuwahlen noch eine neue Regierung. Alles ist möglich. Ich halte jedenfalls ein Scheitern der Verhandlungen über eine neue GroKo bzw. ein Nein der SPD-Basis für nicht unwahrscheinlich. (Ich persönlich würde sagen 50:50.) Und wie es dann weiter gehen würde steht in den Sternen.


da halte ich dagegen und sage fuer den Sommer 2018 spaetestens eine grosse Koalition voraus mit grosser Zustimmung der Parteibasis, weil die Inhalte im neuen Koalitionsvertrag viel SPD pur hergeben.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon frems » Do 28. Dez 2017, 13:59

pikant hat geschrieben:(28 Dec 2017, 13:03)

da halte ich dagegen und sage fuer den Sommer 2018 spaetestens eine grosse Koalition voraus mit grosser Zustimmung der Parteibasis, weil die Inhalte im neuen Koalitionsvertrag viel SPD pur hergeben.

Mit oder ohne Merkel?
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon pikant » Do 28. Dez 2017, 14:02

frems hat geschrieben:(28 Dec 2017, 13:59)

Mit oder ohne Merkel?


auch da klare Kante - mit Merkel, bei Schulz in der neuen Regierung bin ich mir unsicher, aber mit Ex-Chef Gabriel :)
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Dampflok94 » Do 28. Dez 2017, 15:02

pikant hat geschrieben:(28 Dec 2017, 14:02)
auch da klare Kante - mit Merkel, bei Schulz in der neuen Regierung bin ich mir unsicher, aber mit Ex-Chef Gabriel :)

Da ist sich die Süddeutsche nicht so sicher.
Es gibt kein Thema, zu dem Gabriel derzeit nichts zu sagen wüsste, und schon gar keines, bei dem er mangels Zuständigkeit einfach mal die Klappe halten würde: Alles muss raus. Gerade so, als wäre er noch SPD-Vorsitzender. Das aber ist noch immer Martin Schulz....Wenn Schulz trotzdem Erfolg hat, entscheidet er, ob Gabriel wieder Minister wird. Das Verhältnis der beiden gilt als angeschlagen. Aber natürlich hat sich Gabriel zuletzt auch dazu geäußert: Schulz sei "ein großartiger Mensch und Politiker - mit viel Herzblut und großem Engagement".

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. :)
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Watchful_Eye » Do 28. Dez 2017, 17:14

frems hat geschrieben:(28 Dec 2017, 13:59)

Mit oder ohne Merkel?

Wenn man aus SPD-Sicht an Inhalten interessiert ist und nicht am Image, geht es bereits kaum besser als Merkel. Die Merkel hat richtig Bock auf GroKo, man merkt es ihr jedes Mal an. Wenn man da verschluckt wird, muss man halt härter verhandeln.

Ich würde mich aber umgekehrt nicht wundern, wenn die CDU ihren Kandidaten für 2021 mit einem Imagewechsel verbinden will, mit dem sie die eigenen Rechten wieder einzusammeln vermag. Da wäre dann eine jetzige Zusammenarbeit dieses Kandidaten in einer Koalition mit der SPD natürlich ein träger Start.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Mia2706 » Do 28. Dez 2017, 21:31

pikant hat geschrieben:(28 Dec 2017, 12:53)

ist falsch, hat aber auch mit dem Strangthema nichts zu tun.


Ist nicht falsch! Reichtum, Macht und Einfluss sind die beeinflussbaren Kriterien. Und das wiederum hat mit der Fähigkeit zu Kompromissen zu tun. Und davon ist die CDU als bisherige Regierungspartei besonders betroffen und damit auch seine Abhängigkeit zu den einflussreichen, mächtigen global agierenden Konzernen.
Also, nicht einfach pauschal abtun, sondern auch begründen. Hat dann doch auch mit dem Strangthema zu tun, wenn das Thema nicht oberflächlich behandelt wird.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Mia2706 » Do 28. Dez 2017, 21:39

Watchful_Eye hat geschrieben:(28 Dec 2017, 17:14)

Wenn man aus SPD-Sicht an Inhalten interessiert ist und nicht am Image, geht es bereits kaum besser als Merkel. Die Merkel hat richtig Bock auf GroKo, man merkt es ihr jedes Mal an. Wenn man da verschluckt wird, muss man halt härter verhandeln.

Ich würde mich aber umgekehrt nicht wundern, wenn die CDU ihren Kandidaten für 2021 mit einem Imagewechsel verbinden will, mit dem sie die eigenen Rechten wieder einzusammeln vermag. Da wäre dann eine jetzige Zusammenarbeit dieses Kandidaten in einer Koalition mit der SPD natürlich ein träger Start.


Klar doch will Merkel eine GroKo mit der SPD. Dann kann sie so wie bisher weiter nach ihrem Gusto weitermachen. Diese Rolle paßt zu ihr. Jede andere Konstellation - wie z.B. eine Minderheitsregierung - wäre eine enorme Herausforderung für die bisherige Kanzlerin. Ob sie dieser für sie neuen Rolle gewachsen ist, wage ich zu bezweifeln. Sie würde wohl kaum die gesamte Legislaturperiode überstehen.
Scheitert die GroKo mit der SPD scheitert auch Merkel. Aber das wird nicht kommen, weil die SPD nach dem letzten Strohhalm der Macht greifen wird. Eine Partei, die ihr Rückgrat verloren hat.
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Re: Ist die CDU zu wenig kompromissbereit?

Beitragvon Polibu » Do 28. Dez 2017, 22:52

Mia2706 hat geschrieben:(28 Dec 2017, 21:39)

Klar doch will Merkel eine GroKo mit der SPD. Dann kann sie so wie bisher weiter nach ihrem Gusto weitermachen. Diese Rolle paßt zu ihr. Jede andere Konstellation - wie z.B. eine Minderheitsregierung - wäre eine enorme Herausforderung für die bisherige Kanzlerin. Ob sie dieser für sie neuen Rolle gewachsen ist, wage ich zu bezweifeln. Sie würde wohl kaum die gesamte Legislaturperiode überstehen.
Scheitert die GroKo mit der SPD scheitert auch Merkel. Aber das wird nicht kommen, weil die SPD nach dem letzten Strohhalm der Macht greifen wird. Eine Partei, die ihr Rückgrat verloren hat.


Frau Merkel haut die SPD dann ein für allemal weg. Die SPD hat schon wieder vergessen was die Kanzlerin über sie denkt.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... etzen.html

Ein sinngemäßes „Ihr könnt mich mal“: Bei der letzten Bundestagsdebatte dieser Legislatur reagiert Merkel ungewohnt scharf und dünnhäutig auf SPD-Kritik.

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