Was wollen die Grünen?

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JJazzGold
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Nov 2018, 14:23

yogi61 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:22)

Noch einfacher wäre dann wohl schwarz-grün.


Das dürfte zum beidseitigen Interessenkonflikt führen.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Vongole » Sa 17. Nov 2018, 14:26

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:23)

Das dürfte zum beidseitigen Interessenkonflikt führen.


Wieso? Klappt doch in z.B. Hessen ganz gut.
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Europa2050
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Europa2050 » Sa 17. Nov 2018, 14:29

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 13:46)

Mich treibt gar nicht erst der Gedanke, dass durch die Digitalisierung 20 Mio Arbeitsplätze wegfallen. Das mag daran liegen, dass ich aus einem Konzern komme, dessen zunehmende Digitalisierung ich anteilig mit vorangetrieben habe. Dadurch sind zwar Arbeitsplatzbeschreibungen entfallen, aber zeitgleich bis dato nicht vorhandene notwendig geworden. Als ich anfing waren wir 30 000, als ich ging 90 000 Mitarbeiter.

Digitalisierung ist für mich kein Schreckgespenst, sondern nur eine Entwicklung, die nur einen geringen Anteil manuelle Tätigkeiten umschichtet, in Programmierung, Bedienung, Überwachung, Qualitätskontrolle, etc. Ergo wird die Qualifizierung anders gestaltet, um die Vorteile, die die Digitalisierung bietet voll auszuschöpfen. Zudem ist der Umstellungsprozess gerade bei uns so träge, dass sich bedingte Qualifizierung für bis dato unbekannte Beschäftigungsfelder und Renteneintritt die Waage halten werden.



Passt jetzt zwar gar nicht zu den Grünen, aber nur kurz:

Was Du schilderst, stammt aus einer Zeit, da mechanische Jobs in Kopfarbeit umgewandelt wurde. Für jeden wegfallenden „Arbeiter“ wurde ein Fachmann benötigt. Bildung war das Zauberwort...“ - und natürlich das liberale Credo: Mach was aus Dir ...
Wenn aber KI zunehmend die Kopfarbeiter ersetzt - beginnend beim LKW-Fahrer und endend beim Controller - dann wird es schwierig, die wo anders unterzubringen - auch Bildung kann KI besser - gerade die ...

Schreckgespenst ist es für mich dennoch nicht - immerhin gehe ich davon aus, das Digitalisierung meine Rente dereinst bezahlt, insofern sehe ich zum Beispiel dieses Thema total entspannt.

Nur - es wird uns Hirnschmalz kosten, das gesellschaftlich gut zu organisieren. Stattdessen streiten wir (Menschen, weltweit) uns um Flüchtlinge, *.xits und *.first und verplempern so die Zeit, diese Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren.

Und zu Deinem - so schnell geht es schon nicht - IT denkt exponential, der Mensch linear. Mehr brauch ich wohl nicht zu erklären ... ;)
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Nov 2018, 15:05

Europa2050 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:29)

Passt jetzt zwar gar nicht zu den Grünen, aber nur kurz:

Was Du schilderst, stammt aus einer Zeit, da mechanische Jobs in Kopfarbeit umgewandelt wurde. Für jeden wegfallenden „Arbeiter“ wurde ein Fachmann benötigt. Bildung war das Zauberwort...“ - und natürlich das liberale Credo: Mach was aus Dir ...
Wenn aber KI zunehmend die Kopfarbeiter ersetzt - beginnend beim LKW-Fahrer und endend beim Controller - dann wird es schwierig, die wo anders unterzubringen - auch Bildung kann KI besser - gerade die ...

Schreckgespenst ist es für mich dennoch nicht - immerhin gehe ich davon aus, das Digitalisierung meine Rente dereinst bezahlt, insofern sehe ich zum Beispiel dieses Thema total entspannt.

Nur - es wird uns Hirnschmalz kosten, das gesellschaftlich gut zu organisieren. Stattdessen streiten wir (Menschen, weltweit) uns um Flüchtlinge, *.xits und *.first und verplempern so die Zeit, diese Probleme zu lösen, bevor sie eskalieren.

Und zu Deinem - so schnell geht es schon nicht - IT denkt exponential, der Mensch linear. Mehr brauch ich wohl nicht zu erklären ... ;)



KI wird immer Kopfarbeit erfordern, da sie nur sehr begrenzt in der Lage ist zu erkennen, wo, wie und in welchem Umfang sie Anwendung finden soll. Es ist der Mensch, der das zu seinem Nutzen steuert. Wenn es die KI ist, wird der Mensch nicht mehr benötigt.

Aber gut, setzten wir voraus, dass 20 Mio Erwerbstätige nicht mehr benötigt werden, Tendenz steigend.

Glaubst du, dass diese Menschen zufrieden damit sind, auf Dauer monatlich ein auskömmliches Versorgungsgeld auf niederer Basis bis an ihr Lebensende in 60-80 Jahren zu erhalten, Konzept der Grünen? Ich nicht. Das führt meines Erachtens zur Revolte mit Feindbild KI und unabhängigem Nachbarn. Wie würdest du dich fühlen, wenn man dir monatlich ein paar Scheine in die Hand drückt, ggfls. noch ein kostenloses Nahverkehrsticket und daraufhin verlangt, dass du mit deinem Leben bis ans Ende deiner Tage zufrieden bist?

Ich wäre mit dem nächsten Raumschiff weg.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Nov 2018, 15:06

Vongole hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:26)

Wieso? Klappt doch in z.B. Hessen ganz gut.


Land kann nicht auf Bund übertragen werden, weil die Anforderungen unterschiedlich sind.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon yogi61 » Sa 17. Nov 2018, 15:07

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:05)

KI wird immer Kopfarbeit erfordern, da sie nur sehr begrenzt in der Lage ist zu erkennen, wo, wie und in welchem Umfang sie Anwendung finden soll. Es ist der Mensch, der das zu seinem Nutzen steuert. Wenn es die KI ist, wird der Mensch nicht mehr benötigt.

Aber gut, setzten wir voraus, dass 20 Mio Erwerbstätige nicht mehr benötigt werden, Tendenz steigend.

Glaubst du, dass diese Menschen zufrieden damit sind, auf Dauer monatlich ein auskömmliches Versorgungsgeld auf niederer Basis bis an ihr Lebensende in 60-80 Jahren zu erhalten, Konzept der Grünen? Ich nicht. Das führt meines Erachtens zur Revolte mit Feindbild KI und unabhängigem Nachbarn. Wie würdest du dich fühlen, wenn man dir monatlich ein paar Scheine in die Hand drückt, ggfls. noch ein kostenloses Nahverkehrsticket und daraufhin verlangt, dass du mit deinem Leben bis ans Ende deiner Tage zufrieden bist?

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Es gäbe so viel zu tun. Man könnte sich in Vereinen oder sozial engagieren, meinetwegen könnte man zum Angeln oder sonst etwas. Der Mensch definiert sich nicht durch Arbeit.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Sa 17. Nov 2018, 15:10

yogi61 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:07)

Es gäbe so viel zu tun. Man könnte sich in Vereinen oder sozial engagieren, meinetwegen könnte man zum Angeln oder sonst etwas. Der Mensch definiert sich nicht durch Arbeit.


Das entspräche einem Jahr lang Angeln, ohne Beute. Den Fisch auf dem Teller kauft dann der mildtätige Nachbar, damit was auf dem Teller ist.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon yogi61 » Sa 17. Nov 2018, 15:12

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:10)

Das entspräche einem Jahr lang Angeln, ohne Beute. Den Fisch auf dem Teller kauft dann der mildtätige Nachbar, damit was auf dem Teller ist.


Neue Konzepte werden zeigen, wer den Fisch bezahlt ,diese Konzepte müssen die Menschen nicht der Armut überlassen.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Vongole » Sa 17. Nov 2018, 15:14

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:06)

Land kann nicht auf Bund übertragen werden, weil die Anforderungen unterschiedlich sind.


Das käme auf den Pragmatismus beider Parteien an, und die Grünen können durchaus pragmatisch denken, wenn's drauf ankommt.
Dass alte Schemata längst nicht mehr funktionieren, zeigt sich an Wahlumfragen, der Bürger, das unbekannte Wesen, pickt sich längst das Gute aus mehreren Richtungen zusammen.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon lili » Sa 17. Nov 2018, 15:47

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 14:22)

Denen soll ein Maßnahmenpaket an Qualifizierung angeboten werden. Davon ausgehend, dass es die wenigsten Arbeitslosen zufriedenstellen würde, ein Leben lang staatlich alimentiert untätig gehalten zu werden. Egal, wie man sie dann tituliert, der Status ergibt sich aus dem Vergleich und der bliebe nach wie vor bestehen.



Du weisst schon, dass sie keine Chance haben werden.
Der Arme ist nie frei, in jedem Land dient er. (Voltaire)
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Schnitter » Sa 17. Nov 2018, 16:02

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:05)

KI wird immer Kopfarbeit erfordern, da sie nur sehr begrenzt in der Lage ist zu erkennen, wo, wie und in welchem Umfang sie Anwendung finden soll. Es ist der Mensch, der das zu seinem Nutzen steuert. Wenn es die KI ist, wird der Mensch nicht mehr benötigt.

Aber gut, setzten wir voraus, dass 20 Mio Erwerbstätige nicht mehr benötigt werden, Tendenz steigend.


Ich glaube nicht dass die Arbeitsplätze signifikant weniger werden.

Es werden aber mehr Akademiker und weniger nicht-Akademiker benötigt werden.

Die Frage ist dann wie man Leute mit geringer Bildung halbwegs "am Kacken hält", gleichzeitig aber zu mehr Bildung motiviert. HartzIV mit weniger Bürokratie oder was ähnliches.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Europa2050 » Sa 17. Nov 2018, 16:24

JJazzGold hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:05)


Aber gut, setzten wir voraus, dass 20 Mio Erwerbstätige nicht mehr benötigt werden, Tendenz steigend.

Glaubst du, dass diese Menschen zufrieden damit sind, auf Dauer monatlich ein auskömmliches Versorgungsgeld auf niederer Basis bis an ihr Lebensende in 60-80 Jahren zu erhalten, Konzept der Grünen? Ich nicht. Das führt meines Erachtens zur Revolte mit Feindbild KI und unabhängigem Nachbarn. Wie würdest du dich fühlen, wenn man dir monatlich ein paar Scheine in die Hand drückt, ggfls. noch ein kostenloses Nahverkehrsticket und daraufhin verlangt, dass du mit deinem Leben bis ans Ende deiner Tage zufrieden bist?

Ich wäre mit dem nächsten Raumschiff weg.


Nun, maschinell finanziertes Nichtstun während der Leistungsphase (20-65) wäre wohl nix für dich und mich, wir werden wohl auch nicht mehr in die Verlegenheit kommen. Aber immer noch besser als unfinanziertes Nichtstun.

Aber wenn ich meinem 19 jährigem Sohn (oder den beiden noch jüngeren) einen Rat geben soll, tja, was rät man da? (Außerdem macht er eh, was er denkt, zurecht).

Bildung - schadet nie, aber eine Garantie wird sie nicht sein.

Flexibilität - wird wohl der Key-Faktor. Aber ist der Mensch überhaupt fähig, sich ständig zu verändern?

Und da halte ich eine Sicherung, ohne die Notwendigkeit, wie bei Hartz4 erst ein Sozialfall zu sein, schon gut - wenn das Potential da ist.

Aber prinzipiell liegt das alles natürlich noch im Nebel. Nur, die Grünen beweisen damit zumindestens, dass sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen, auch wenn die Lösung sicher noch „mangelhaft“ scheint.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Nov 2018, 18:26

yogi61 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:07)

Es gäbe so viel zu tun. Man könnte sich in Vereinen oder sozial engagieren, meinetwegen könnte man zum Angeln oder sonst etwas. Der Mensch definiert sich nicht durch Arbeit.


Man hätte Zeit und Möglichkeit sich wirklich zu entfalten, samt Interessen und Hobbys und müsste nicht darauf achten was bringt mir dass finanziell ( Existenzsorgen) und wer sich ohnehin ausschließlich durch bzw.über seine ( Erwerbs) -Arbeit definiert und groß fühlt ist nur zu bemitleiden.

Die Vorschläge Habecks gehen.eine moderne richtige Richtung,
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Nov 2018, 18:31

Europa2050 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 16:24)

Nun, maschinell finanziertes Nichtstun während der Leistungsphase (20-65) wäre wohl nix für dich und mich, wir werden wohl auch nicht mehr in die Verlegenheit kommen. Aber immer noch besser als unfinanziertes Nichtstun.

Aber wenn ich meinem 19 jährigem Sohn (oder den beiden noch jüngeren) einen Rat geben soll, tja, was rät man da? (Außerdem macht er eh, was er denkt, zurecht).

Bildung - schadet nie, aber eine Garantie wird sie nicht sein.

Flexibilität - wird wohl der Key-Faktor. Aber ist der Mensch überhaupt fähig, sich ständig zu verändern?

Und da halte ich eine Sicherung, ohne die Notwendigkeit, wie bei Hartz4 erst ein Sozialfall zu sein, schon gut - wenn das Potential da ist.

Aber prinzipiell liegt das alles natürlich noch im Nebel. Nur, die Grünen beweisen damit zumindestens, dass sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen, auch wenn die Lösung sicher noch „mangelhaft“ scheint.



Das Märchen von der Bildung als Schlüssel vom Wohlstand für alle wird sich im.digitalen.Zeitalter in Konkurrenz zz Robotern und Computerprogrammen nicht aufrecht erhalten lassen, dass sehen die Jüngeren und Befürworten das Grundeinkommen in der Mehrheit ja auch.

Mir schein so ein naiver Glaube als versuche man mit den alten Rezepten von gestern die neuen Probleme von morgen zu lösen.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Nov 2018, 18:36

lili hat geschrieben:(17 Nov 2018, 13:51)

Die Erwerbsarbeit wird zu sehr idealisiert und dass ist das Problem. Deswegen bin ich dafür dass es eine Zukunft gibt.



Richtig. :thumbup:
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Nov 2018, 18:40

yogi61 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 13:11)

In dem eine zukünftige Gesellschaft aufgebaut wird, in der sich nicht mehr alles um Arbeit dreht und die Arbeit auch nicht mehr der Lebensmittelpunkt ist und dann wir sogenannte Arbeitslosigkeit auch anders gewichtet.


Das kann man heute schon.in manchem Milieus beobachten und dass ist auch gut so.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 17. Nov 2018, 18:43

Europa2050 hat geschrieben:(17 Nov 2018, 16:24)

Nun, maschinell finanziertes Nichtstun während der Leistungsphase (20-65) wäre wohl nix für dich und mich, wir werden wohl auch nicht mehr in die Verlegenheit kommen. Aber immer noch besser als unfinanziertes Nichtstun.

Aber wenn ich meinem 19 jährigem Sohn (oder den beiden noch jüngeren) einen Rat geben soll, tja, was rät man da? (Außerdem macht er eh, was er denkt, zurecht).

Bildung - schadet nie, aber eine Garantie wird sie nicht sein.

Flexibilität - wird wohl der Key-Faktor. Aber ist der Mensch überhaupt fähig, sich ständig zu verändern?

Und da halte ich eine Sicherung, ohne die Notwendigkeit, wie bei Hartz4 erst ein Sozialfall zu sein, schon gut - wenn das Potential da ist.

Aber prinzipiell liegt das alles natürlich noch im Nebel. Nur, die Grünen beweisen damit zumindestens, dass sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen, auch wenn die Lösung sicher noch „mangelhaft“ scheint.


Verändern schon die entscheidende Frage ist dass Tempo und dass geht vielen Menschen.zu schnell und das ist ein wichtiges.Problem
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » So 18. Nov 2018, 09:06

"Europa2050"

Nun, maschinell finanziertes Nichtstun während der Leistungsphase (20-65) wäre wohl nix für dich und mich, wir werden wohl auch nicht mehr in die Verlegenheit kommen. Aber immer noch besser als unfinanziertes Nichtstun.


Für uns nicht und für viele Andere auch nicht. Der Mensch ist nicht nur Jäger und Sammler, sondern auch neugierig. Aus Letzterem werden sich immer wieder neue Beschäftigungsfelder ergeben. Wenn auf der Erde nicht mehr expandieren kann, noch ist dafür reichlich Platz, dann geht er ins All. Es wird immer Arbeit geben, nur eben andere, als wir sie heute kennen.

Aber wenn ich meinem 19 jährigem Sohn (oder den beiden noch jüngeren) einen Rat geben soll, tja, was rät man da? (Außerdem macht er eh, was er denkt, zurecht).


Wir waren gestern bei Freunden die nach Bayern gezogen sind. Der Bub ist fertig mit dem Studium und alles was er jetzt unbedingt will, ist endlich arbeiten. Im Januar geht's los. Der würde verkümmern, wenn ihm seitens der Grünen angedient würde mit einem auskömmlichen Stillhaltegeld zuhause rumzusitzen, sich a bisserl ehrenamtlich zu betätigen und angeln zu gehen. Das ist kein Plan für die Zukunft, denn das ist für die Jungen keine akzeptable Zukunft.

Kannst du dir eine Welt vorstellen, in der der Mensch voll alimentiert rumhockt? Dieser Vorstellung gebe ich maximal zwei Jahrhunderte, dann ist von der Menschheit nur ein kümmerlicher, dekadenter Rest übrig, der dem langsamen Sterben fatalistisch entgegen sieht.

Bildung - schadet nie, aber eine Garantie wird sie nicht sein.


Bildung und spezifizierte Ausbildung wird immer der Garant für einen Job sein...

Flexibilität - wird wohl der Key-Faktor. Aber ist der Mensch überhaupt fähig, sich ständig zu verändern?



....gekoppelt mit Flexibilität, das ist richtig. Weshalb sollte der Mensch nicht fähig sein, sich flexibel zu zeigen? Wäre er inflexibel, dann gäbe es heute keine Lewis Jeans. (Auswanderung, Überlebensstrategie, Erfindung, Beschäftigung).


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Hartz IV war nie als Konstante gedacht, sondern immer nur als zeitlich befristete Abfederung und das ist auch richtig so.
Aus der Voraussetzung “zeitlich befristet“ jetzt à la Grüne und SPD ein bedingungsloses “für immer“ machen zu wollen, das halte ich für fatal, denn das suggeriert, “du bist alimentierter Ballst, den wir ruhig stellen. Für dich gibt es keine Herausforderung mehr, dich haben wir abgeschrieben.“ Das schafft zwar immens viele neue Arbeitsplätze, aber nur im psychiatrischen Bereich. (und bei ständigem Angeln ein Artensterben bei den Fischen)

Nein, davon halte ich überhaupt nichts. Wäre ich in Verantwortung, dann würde ich gezielt Bedarf ermitteln, eine breite Palette an bedarfsgerechter Qualifikation, wozu ich nicht Ikebana Kurse zähle, anbieten, weshalb nicht auch bis dato ehrenhalber ausgeübte Jobs zu Einkommenstätigkeiten wandeln und sehr viel enger als heute mit Firmen im gesamten EU Raum zusammenarbeiten, reichlich Umzugsunterstützung und Bundeslandzulage leisten oder Spesenübernahme, bei befristetem Einsatz im Ausland. So wären 30 Milliarden richtig angelegt.

Bei den Grünen laufen diese 30+ Milliarden nur in ein Fass ohne Boden.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » So 18. Nov 2018, 10:25

Schnitter hat geschrieben:(17 Nov 2018, 16:02)

Ich glaube nicht dass die Arbeitsplätze signifikant weniger werden.

Es werden aber mehr Akademiker und weniger nicht-Akademiker benötigt werden.

Die Frage ist dann wie man Leute mit geringer Bildung halbwegs "am Kacken hält", gleichzeitig aber zu mehr Bildung motiviert. HartzIV mit weniger Bürokratie oder was ähnliches.


Ja, in die Richtung denke ich auch, Hartz IV zu einer viel effizienteren und modular nachliefernden Jobbörse ausbauen, statt einfach nur täglich eine Portion Manna vom Himmel zu werfen.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » So 18. Nov 2018, 10:27

lili hat geschrieben:(17 Nov 2018, 15:47)

Du weisst schon, dass sie keine Chance haben werden.


Ich bin nicht der Typ der aufgibt. Wenn es zu wenig Chancen gibt, dann muss man sie schaffen.
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