Was wollen die Grünen?

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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon ThorsHamar » So 3. Dez 2017, 23:14

Brainiac hat geschrieben:(03 Dec 2017, 21:15)

Ja, aber das könnte man doch alles, wenn man es abwerten will, genauso als "Phrasen" bezeichnen. Ich verstehe den prinzipiellen Unterschied nicht, ich nehme mal stark an, du kannst ihn auch nicht nennen. Vielleicht kannst du grundsätzlich mit sehr allgemeinen, abstrakten Aussagen nicht viel anfangen. Ach ja, ich entsinne mich dunkel, war nicht die Sache mit der Menschenwürde in Art 1 GG für dich auch so eine hohle Phrase?


Nein, die Menschenwürde ist tatsächlich ein hohes Gut, verkommt aber durch die Praxis des gesellschaftlichen Lebens zur Phrase.
Ich hoffe, es reicht bei Dir wenigstens dazu, diesen gravierenden Unterschied von Phrase als aktives, demagogisches Instrument von Politik und Phrase als Ergebnis permanenter Missachtung eigentlich gültiger Prämissen kapieren zu können.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 3. Dez 2017, 23:40

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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 3. Dez 2017, 23:41

H2O hat geschrieben:(02 Dec 2017, 14:37)

Politik ist die Kunst des Möglichen; wenn Beharrungskräfte über Einwendungen die begonnenen und beschlossenen Projekte in die Länge ziehen, dann verwundert mich nicht, wenn die größeren davon zig-fach teurer enden und manche gar nicht in Gang kommen. Allein das Theater um die Stromtrassen nach Süden: Herausgekommen ist dabei eine Technik, die sich noch gar nicht im Großeinsatz bewährt hat. Am Ende, wenn die Sache tatsächlich tüchtig in die Hose gehen sollte, wird sicher über DIE GRÜNEN gemeckert, die uns diesen Unsinn über die Ohren gedreht haben. Und jetzt schon einmal vorsorglich meckern, daß die schon vorhandenen Windräder trotz günstiger Windverhältnisse still stehen. Verdammte Lobby aber auch!

Wissen Sie, wie man in der Autobranche die Fahrzeuge nennt, die in einer "Basis"-Version zur Subventionsförderung angemeldet und geprüft werden, die es dann aber so in der Praxis gar nicht gibt? "Einhörner" oder auch "Golden Cars". Und das ist kein Witz, das Tesla Model S war so ein "Einhorn", dessen Förderung nach Presseberichten seitens der Bundesregierung zurück gezogen wurde. Schade aber auch, es gefährdet jene Rendite, die Sie hartnäckig mit Naturschutz verwechseln wollen.

Der Milliardär und Elektro-Auto-Investor Elon Musk hat aber bereits einen neuen, noch viel ehrgeizigeren Plan in petto - er will einen kirschroten E-Sportwagen der Premium-Klasse ins All schießen, mit Raketen aus dem ebenfalls selbst gegründeten Raumfahrt-Unternehmen.
Tesla mit Raketenantrieb
http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 81452.html

Das E-Raketenauto ist sicher auch ein "Einhorn", eine Basis-Version wird es nie ins All schaffen, aber das märchenhafte Projekt könnte mit staatlicher Subvention traumhafte Renditen erzielen - für Elon Musk & Partner.

Ich verfahre inzwischen genau so rabiat bei dieser Form des Widerstands. Ich will nicht, daß ich selbst oder meine Nachfahren auf einer vergifteten Deponie ums Überleben kämpfen. Nach wie vor ist höchste Eile geboten, daß die Menschheit und wir als kritikfähige Menschen zuerst dieses Jahrhundertprojekt des technischen Wandels zum Erfolg führen, sowohl was unsere Energieversorgung als auch unseren Autowahnsinn betrifft.

In einem Pekinger Vorort für Wanderarbeiter - das ist die nicht solvente Unterschicht, rund 35 % der Arbeitnehmer - sind Bagger und LKW´s aufgefahren, um die Siedlung aufzulösen und Pappeln zu pflanzen. Den Bewohnern gab man drei Stunden Zeit, zu verschwinden. Peking wird vom Smog geplagt, die Umweltpolitik ist rabiat. Die Bezirksregierung nennt die Wanderarbeiter auch nicht "Unterschicht", sondern "Bodensatz". Und "Bodensatz" räumt man einfach beiseite.

Fortschritt ? Solche Exzesse scheinen direkt diversen Horror-Szenarien entnommen zu sein, Dystopien, wie in einem Werk von H. G. Wells, wo Elois zwar materiell sorgenfrei leben, aber von den unterirdisch hausenden Morlocks gefressen werden.

Überhitzungen sind immer etwas problematisch, just, wenn man "Jahrhundertprojekte" auf Monate zusammen schmelzen möchte - um des Fortschritts und der Rendite wegen. Da stellt sich dann schon die Frage, wohin mit all den "Morlocks", die zwar zu schuften haben, aber von Fahr-, Ess- und Wohnverbote betroffen sind.

Im Thema Digitalisierung weinen sich die Freunde des Fortschritts auch schon die Augen aus; der Untergang des Abendlandes ist unvermeidlich; 30% unserer arbeitenden Menschen werden ihren Broterwerb verlieren und der Rest stirbt sicher am Elektrosmog. Will sagen, daß man in Neuerungen auch mit frohen Erwartungen hinein gehen kann und dennoch genau darauf achtet, wo die Sache zu unerwünschten Nebenwirkungen führt... und Abhilfen schafft.
Mit ein wenig Nachdenken kämen kluge Leute ganz von allein darauf!

Das kommt drauf an, was man will - eine rabiate oder eine moderate Abhilfe. Ein versorgungssicherer und bezahlbarer Wandel bis 2050 wäre moderat. Die chinesische Variante ist indes die Rabiateste, die derzeit auf diesem Planeten zu haben ist.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon H2O » Mo 4. Dez 2017, 00:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(03 Dec 2017, 23:41)

Wissen Sie, wie man in der Autobranche die Fahrzeuge nennt, die in einer "Basis"-Version zur Subventionsförderung angemeldet und geprüft werden, die es dann aber so in der Praxis gar nicht gibt? "Einhörner" oder auch "Golden Cars". Und das ist kein Witz, das Tesla Model S war so ein "Einhorn", dessen Förderung nach Presseberichten seitens der Bundesregierung zurück gezogen wurde. Schade aber auch, es gefährdet jene Rendite, die Sie hartnäckig mit Naturschutz verwechseln wollen.

Der Milliardär und Elektro-Auto-Investor Elon Musk hat aber bereits einen neuen, noch viel ehrgeizigeren Plan in petto - er will einen kirschroten E-Sportwagen der Premium-Klasse ins All schießen, mit Raketen aus dem ebenfalls selbst gegründeten Raumfahrt-Unternehmen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/welt ... 81452.html

Das E-Raketenauto ist sicher auch ein "Einhorn", eine Basis-Version wird es nie ins All schaffen, aber das märchenhafte Projekt könnte mit staatlicher Subvention traumhafte Renditen erzielen - für Elon Musk & Partner.


In einem Pekinger Vorort für Wanderarbeiter - das ist die nicht solvente Unterschicht, rund 35 % der Arbeitnehmer - sind Bagger und LKW´s aufgefahren, um die Siedlung aufzulösen und Pappeln zu pflanzen. Den Bewohnern gab man drei Stunden Zeit, zu verschwinden. Peking wird vom Smog geplagt, die Umweltpolitik ist rabiat. Die Bezirksregierung nennt die Wanderarbeiter auch nicht "Unterschicht", sondern "Bodensatz". Und "Bodensatz" räumt man einfach beiseite.

Fortschritt ? Solche Exzesse scheinen direkt diversen Horror-Szenarien entnommen zu sein, Dystopien, wie in einem Werk von H. G. Wells, wo Elois zwar materiell sorgenfrei leben, aber von den unterirdisch hausenden Morlocks gefressen werden.

Überhitzungen sind immer etwas problematisch, just, wenn man "Jahrhundertprojekte" auf Monate zusammen schmelzen möchte - um des Fortschritts und der Rendite wegen. Da stellt sich dann schon die Frage, wohin mit all den "Morlocks", die zwar zu schuften haben, aber von Fahr-, Ess- und Wohnverbote betroffen sind.


Das kommt drauf an, was man will - eine rabiate oder eine moderate Abhilfe. Ein versorgungssicherer und bezahlbarer Wandel bis 2050 wäre moderat. Die chinesische Variante ist indes die Rabiateste, die derzeit auf diesem Planeten zu haben ist.


Was soll's; Herr Musk hat in Deutschland die Förderung (den staatlichen Zuschuß von 5.000 €) verwirkt. Was gibt es da zu meckern? Wenn Leute in den USA sich von diesem Visionär das Geld aus der Tasche ziehen lassen: Bitte sehr! Im Forum "Wirtschaft" gibt es einen Strang, der danach fragt, wann Herr Musk wohl bankrott sein wird.

Wilde Ansiedlungen nach dem Muster Calais werden auch in Europa abgeräumt; allerdings mit dem Versuch, für die verhinderten Zuwanderer ersatzweise Unterkunft zu schaffen. Andernfalls hätten Sie vermutlich blutige Tränen um die armen Menschen vergossen, die im Smog der wild gewachsenen Randsiedlung Pekings verrecken. Da gibt es wohl immer mehrere Seiten zu bedenken.

In Berlin wurde eine wilde Polensiedlung abgeräumt... ob es dafür einen Ersatz gab... nicht bekannt.

Und in Sachen Wildwuchs des Individualverkehrs in Ballungsgebieten wird es auch zu harten Maßnahmen kommen, wenn der Versuch mit anderen Abhilfen scheitern sollte. Das war einsehbar, das war auch bekannt... und immer weiter mit diesem Wahnsinn. Um das zu erkennen, braucht man noch nicht einmal "grün" zu sein.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 4. Dez 2017, 00:54

H2O hat geschrieben:(04 Dec 2017, 00:01)

Was soll's; Herr Musk hat in Deutschland die Förderung (den staatlichen Zuschuß von 5.000 €) verwirkt. Was gibt es da zu meckern? Wenn Leute in den USA sich von diesem Visionär das Geld aus der Tasche ziehen lassen: Bitte sehr! Im Forum "Wirtschaft" gibt es einen Strang, der danach fragt, wann Herr Musk wohl bankrott sein wird.

Wilde Ansiedlungen nach dem Muster Calais werden auch in Europa abgeräumt; allerdings mit dem Versuch, für die verhinderten Zuwanderer ersatzweise Unterkunft zu schaffen. Andernfalls hätten Sie vermutlich blutige Tränen um die armen Menschen vergossen, die im Smog der wild gewachsenen Randsiedlung Pekings verrecken. Da gibt es wohl immer mehrere Seiten zu bedenken.

In Berlin wurde eine wilde Polensiedlung abgeräumt... ob es dafür einen Ersatz gab... nicht bekannt.

Und in Sachen Wildwuchs des Individualverkehrs in Ballungsgebieten wird es auch zu harten Maßnahmen kommen, wenn der Versuch mit anderen Abhilfen scheitern sollte. Das war einsehbar, das war auch bekannt... und immer weiter mit diesem Wahnsinn. Um das zu erkennen, braucht man noch nicht einmal "grün" zu sein.

Von den Teslas sind nur 1274 Wagen gefördert worden. Aber sind das die einzigen "Einhörner" ?
Laut Medienbericht streicht man für Mitsubishi Outlander, Audi A3 etron oder Volvo XC60 TwinEngine 3000 Euro ein, obwohl diese Plug-In-Hybriden zwei bis drei mal so viel Sprit verbrauchen wie angegeben und diese Wagen für die meisten Nutzer ungeeignet sind.

Und die "grüne" Politik der Einheitspartei stößt auch in China auf Wellen der Empörung. Man reagierte sogar, als von einer "Reichskristallnacht" die Rede war und ausländische Reporter berichteten.
Die Leute bekamen dann 5 Tage Zeit, ihre Behausungen zu verlassen, denen ohnehin der Strom abgestellt war.

Fazit: Noch schlimmer als eine Einhorn-Politik ist die rabiate Einhorn-Politik.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon H2O » Mo 4. Dez 2017, 01:12

DarkLightbringer hat geschrieben:(04 Dec 2017, 00:54)

Von den Teslas sind nur 1274 Wagen gefördert worden. Aber sind das die einzigen "Einhörner" ?
Laut Medienbericht streicht man für Mitsubishi Outlander, Audi A3 etron oder Volvo XC60 TwinEngine 3000 Euro ein, obwohl diese Plug-In-Hybriden zwei bis drei mal so viel Sprit verbrauchen wie angegeben und diese Wagen für die meisten Nutzer ungeeignet sind.

Und die "grüne" Politik der Einheitspartei stößt auch in China auf Wellen der Empörung. Man reagierte sogar, als von einer "Reichskristallnacht" die Rede war und ausländische Reporter berichteten.
Die Leute bekamen dann 5 Tage Zeit, ihre Behausungen zu verlassen, denen ohnehin der Strom abgestellt war.

Fazit: Noch schlimmer als eine Einhorn-Politik ist die rabiate Einhorn-Politik.


Ich meine, Sie sollten offensichtliche Betrügereien nicht mit grünen Anliegen vermischen. Die Bundesregierung beschließt seit 2005 ohne jede grüne Beteiligung einschlägige Gesetze. Wenn sie es an den notwendigen Kontrollen ein zu haltender Regeln fehlen läßt, durch eigens dazu eingerichtete Bundesinstitute (!), dann ist das sicher nicht das Versäumnis der DIE GRÜNEN. So kann man auch die Wähler vergackeiern!

Was unter der Einparteienherrschaft in China durchgesetzt wird, sollten Sie nicht mit dem in Verbindung bringen, was aller Voraussicht nach durch einen ordentlichen Gerichtsbeschluß in einem demokratischen Staat mit Gewaltenteilung aufgrund seit langem mißachteter Regeln durchgesetzt werden muß. Im Prinzip reiben Sie sich an der Gewaltenteilung, denn an einem Gerichtsurteil führt keine Politik vorbei. Niemand muß Regeln schaffen, die er nicht ein zu halten gedenkt!
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 4. Dez 2017, 10:18

Woppadaq hat geschrieben:(30 Nov 2017, 16:48)

Wo guckst du denn Nachrichten? In Nordkorea?

Nee hier .Ich lese nicht nur Zeitung . Die Partei mit den wenigsten Stimmen wollte allein ihre Positionen durchdrücken .
Das die FDP dies nicht mitgemacht hat ist zu begrüßen . Diese Grünen haben Deutschland bisher nur geschadet .Der Kelch dass diese
Verbots und Bevormundungspartei an der Regierung beteiligt wird, ist zum Glück an Deutschland vorbeigegangen .
Nicht nur in Deutschland sondern in der gesamten EU laufen die Grünen unter" ferner liefen." Der Restbestand der 68er erledigt sich von selbst.#
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 5. Dez 2017, 18:04

H2O hat geschrieben:(04 Dec 2017, 01:12)

Ich meine, Sie sollten offensichtliche Betrügereien nicht mit grünen Anliegen vermischen. Die Bundesregierung beschließt seit 2005 ohne jede grüne Beteiligung einschlägige Gesetze. Wenn sie es an den notwendigen Kontrollen ein zu haltender Regeln fehlen läßt, durch eigens dazu eingerichtete Bundesinstitute (!), dann ist das sicher nicht das Versäumnis der DIE GRÜNEN. So kann man auch die Wähler vergackeiern!

Was unter der Einparteienherrschaft in China durchgesetzt wird, sollten Sie nicht mit dem in Verbindung bringen, was aller Voraussicht nach durch einen ordentlichen Gerichtsbeschluß in einem demokratischen Staat mit Gewaltenteilung aufgrund seit langem mißachteter Regeln durchgesetzt werden muß. Im Prinzip reiben Sie sich an der Gewaltenteilung, denn an einem Gerichtsurteil führt keine Politik vorbei. Niemand muß Regeln schaffen, die er nicht ein zu halten gedenkt!

Das EEG-Gesetz fällt in die Zeit der rot-grünen Regierung (2000), ebenso wie die Novelle von 2004, aber sicherlich sind nicht nur Grüne beteiligt. Das habe ich ja gesagt, wenn man nur auf Rendite und Überschriften schaut, explodieren Kosten und ein tatsächlich effizienter Naturschutz ist noch nicht mal dabei. Das ist jemandem wie Kretschmann nicht vorzuhalten, wohl aber rabiaten Gemütern, die allzu leicht auf ausgeklügelte Lobbyarbeit herein fallen.

So weit ich einen Experten richtig verstanden habe, sind an sich schon die Abgasnormen von der Sache her ineffizient. Das habe rein technische Gründe, die am einzelnen Modell liegen. Der Euro 6 müsse nicht unbedingt sauberer sein als der Euro 4, das sei abhängig vom Modell. Das aber tatsächlich genau zu machen, sei wohl organisatorisch zu kompliziert, weshalb es vereinfacht angewandt wird. Das bedeutet aber, es wird der Sache weit weniger gerecht als gemeinhin angenommen. Die Kontobewegungen bekommt man dafür hin, auf den Heller exakt.

Zum "Golden Car"-Thema: "Offensichtliche Betrügereien" sind es aus Sicht der Fahrzeughersteller keinesfalls. Sogar Tesla sagt, es gebe dieses "Basismodell" durchaus und es sei auch ausgeliefert worden. Und dafür, dass ein Luxusauto ohne Navi und sonstigem Schnickschnack am Markt weniger bis gar nicht nachgefragt werde, dafür kann das Unternehmen doch nix. Die Subvention ist ja gerade nicht für Bestseller gedacht, sondern für die Ladenhüter. Und die werden als Prüfling angemeldet, in einer so existierenden Basis-Version.
Macht doch fast auch Sinn. Denn, wem es an just 4.000 Euro zu 71.000 Euro mangelt, also gerade mal schlappe 67.000 Euro für seinen kirschroten Traum-Roadster hinlegt, der wird sich doch keinen eingebauten Luxus-Navi leisten wollen, der - glaube ich - auch nicht ganz billig ist. Der Steuerzahler sollte schon wissen, dass der Vermögende etwas sparen will.

Auch im Bereich der erneuerbaren Energien ist die Effizienz eher dürftig. Laut der Studie jenes Institutes, das für den Bund arbeitet, stagniert die Reduzierung von Kohlendioxid seit 2014 (*), trotz Zuschüsse in dreistelliger (!) Milliardenhöhe und den knapp 25 Milliarden Euro, die der Verbraucher auszugleichen hat.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, ist doch egal, Effizienz kommt mit der Zeit, Hauptsache, die Investoren werden erstmal angereizt. Bei der Industrialisierung durch die Eisenbahn war das aber anders, fast umgekehrt - die Politik bremste mittels Bürokratie, die Investoren schlugen sich fast um Beteiligungsmöglichkeiten und selbst Kleinanleger wie z. B. ein Konditor wollten unbedingt dabei sein. Jedenfalls boomte das Geschäft für ein ordentliches Weilchen, 10 % Rendite waren normal, irgendwann ist dann auch diese Überhitzung des Marktes geplatzt.

Energie und Mobilität sollte versorgungssicher bzw. mobil sein, und bezahlbar. Der Steuerzahler ist keine Weihnachtsgans, sondern das Rückgrat davon.

Und der entrechtete Wanderarbeiter in China ist fürs Sozialdumping gut, aber wohnen soll er wie früher die Streckenarbeiter im England des 18. Jahrhunderts, in Erdlöchern mit ein paar Brettern drumrum. Das ist doch kein Fortschritt, das ist Rückschritt. Und keine Volkspartei, die auf breitere Wählerschichten angewiesen ist, wird das mitmachen.

(*) http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 81839.html
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon H2O » Di 5. Dez 2017, 18:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(05 Dec 2017, 18:04)

Das EEG-Gesetz fällt in die Zeit der rot-grünen Regierung (2000), ebenso wie die Novelle von 2004, aber sicherlich sind nicht nur Grüne beteiligt. Das habe ich ja gesagt, wenn man nur auf Rendite und Überschriften schaut, explodieren Kosten und ein tatsächlich effizienter Naturschutz ist noch nicht mal dabei. Das ist jemandem wie Kretschmann nicht vorzuhalten, wohl aber rabiaten Gemütern, die allzu leicht auf ausgeklügelte Lobbyarbeit herein fallen.

So weit ich einen Experten richtig verstanden habe, sind an sich schon die Abgasnormen von der Sache her ineffizient. Das habe rein technische Gründe, die am einzelnen Modell liegen. Der Euro 6 müsse nicht unbedingt sauberer sein als der Euro 4, das sei abhängig vom Modell. Das aber tatsächlich genau zu machen, sei wohl organisatorisch zu kompliziert, weshalb es vereinfacht angewandt wird. Das bedeutet aber, es wird der Sache weit weniger gerecht als gemeinhin angenommen. Die Kontobewegungen bekommt man dafür hin, auf den Heller exakt.

Zum "Golden Car"-Thema: "Offensichtliche Betrügereien" sind es aus Sicht der Fahrzeughersteller keinesfalls. Sogar Tesla sagt, es gebe dieses "Basismodell" durchaus und es sei auch ausgeliefert worden. Und dafür, dass ein Luxusauto ohne Navi und sonstigem Schnickschnack am Markt weniger bis gar nicht nachgefragt werde, dafür kann das Unternehmen doch nix. Die Subvention ist ja gerade nicht für Bestseller gedacht, sondern für die Ladenhüter. Und die werden als Prüfling angemeldet, in einer so existierenden Basis-Version.
Macht doch fast auch Sinn. Denn, wem es an just 4.000 Euro zu 71.000 Euro mangelt, also gerade mal schlappe 67.000 Euro für seinen kirschroten Traum-Roadster hinlegt, der wird sich doch keinen eingebauten Luxus-Navi leisten wollen, der - glaube ich - auch nicht ganz billig ist. Der Steuerzahler sollte schon wissen, dass der Vermögende etwas sparen will.

Auch im Bereich der erneuerbaren Energien ist die Effizienz eher dürftig. Laut der Studie jenes Institutes, das für den Bund arbeitet, stagniert die Reduzierung von Kohlendioxid seit 2014 (*), trotz Zuschüsse in dreistelliger (!) Milliardenhöhe und den knapp 25 Milliarden Euro, die der Verbraucher auszugleichen hat.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, ist doch egal, Effizienz kommt mit der Zeit, Hauptsache, die Investoren werden erstmal angereizt. Bei der Industrialisierung durch die Eisenbahn war das aber anders, fast umgekehrt - die Politik bremste mittels Bürokratie, die Investoren schlugen sich fast um Beteiligungsmöglichkeiten und selbst Kleinanleger wie z. B. ein Konditor wollten unbedingt dabei sein. Jedenfalls boomte das Geschäft für ein ordentliches Weilchen, 10 % Rendite waren normal, irgendwann ist dann auch diese Überhitzung des Marktes geplatzt.

Energie und Mobilität sollte versorgungssicher bzw. mobil sein, und bezahlbar. Der Steuerzahler ist keine Weihnachtsgans, sondern das Rückgrat davon.

Und der entrechtete Wanderarbeiter in China ist fürs Sozialdumping gut, aber wohnen soll er wie früher die Streckenarbeiter im England des 18. Jahrhunderts, in Erdlöchern mit ein paar Brettern drumrum. Das ist doch kein Fortschritt, das ist Rückschritt. Und keine Volkspartei, die auf breitere Wählerschichten angewiesen ist, wird das mitmachen.

(*) http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 81839.html


Wollen Sie den DIE GRÜNEN das EEG vorhalten, oder das politische Management der Energiewende seit 2005? Der Zuwachs an CO2, richtiger wohl der im wesentlichen unveränderte Ausstoß von CO2 hat etwas mit der Grundlast zu tun, die für abgeschaltete Atommeiler ganz elegant durch Kohlekraftwerke ausgeglichen wurde. Klar, könnten 30% der Stromerzeugung auch durch Kohlekraft erzeugt werde. Nur geht das wieder nicht ohne weiteren CO2-Ausstoß. Da gibt es etwas zu tun, und daß das einfach ist, das hat wohl niemand behauptet. Das ist eben ein Jahrhundertprojekt, das wir zu wuppen haben. Ohne EEG gäbe es das alles kaum; dann hätten wir wohl andere Sorgen.

Ja, die Sache mit der Bezahlbarkeit... da haben Sie noch die Wohnungen ausgelassen. Aus meiner Sicht ist das Jammern auf höchstem Niveau. Ich möchte das Thema deshalb nicht weiter vertiefen.

Erneut bringen Sie die Hungerleider Chinas ins Spiel; vorsichtshalber sollten Sie in unserem demokratischen Rechtsstaat danach suchen... siehe zwei Zeilen weiter oben. Mag sein, daß ein aufgestauter Groll sie dazu veranlaßt... aber ziemlich geschmacklos finde ich solche Schlenker in Begründungen unserer Verhältnisse schon! So manches Mal denke ich dann doch: Möge der Herr Ihnen sämtliche Wünsche erfüllen. Das Märchen von "De Fischer un sin Fru" ist uralt. Die Menschheit kann wohl nicht anders.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Mo 11. Dez 2017, 15:35

Ich gehe davon aus, dass Habeck etwas völlig anderes unter einer "attraktiven Bewegungspartei" versteht, als ich.

Was muss ich mir unter einer "attraktiven Bewegungspartei" vorstellen?

"Als absehbar kleinste Oppositionsfraktion im Bundestag gelte es, eine im linksliberalen Spektrum klaffende Lücke zu schließen und wieder zu einer „attraktiven Bewegungspartei“ zu werden."

http://www.focus.de/regional/kiel/parte ... 65946.html
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Woppadaq » Di 12. Dez 2017, 17:41

JJazzGold hat geschrieben:(11 Dec 2017, 15:35)

Ich gehe davon aus, dass Habeck etwas völlig anderes unter einer "attraktiven Bewegungspartei" versteht, als ich.

Was muss ich mir unter einer "attraktiven Bewegungspartei" vorstellen?



Im wesentlichen eine Partei, die sich sehr deutlich von der FDP unterscheidet. Nicht nur eine Partei, die ihre Werte formuliert, sondern der man auch zutraut, sie umzusetzen. Wo Aktion nicht Selbstzweck ist, sondern einem Ziel dient.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Di 12. Dez 2017, 17:48

Woppadaq hat geschrieben:(12 Dec 2017, 17:41)

Im wesentlichen eine Partei, die sich sehr deutlich von der FDP unterscheidet. Nicht nur eine Partei, die ihre Werte formuliert, sondern der man auch zutraut, sie umzusetzen. Wo Aktion nicht Selbstzweck ist, sondern einem Ziel dient.


Dass sich die Grünen deutlich von der FDP unterscheiden, war seit ihrer Etablierung als Partei erkenntlich.

Habeck scheint die Grünen als Partei zementieren zu wollen, die sich beliebig geschmeidig an jeweilige potentielle Regierungspartner zum Selbstzweck anpasst.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Woppadaq » Di 12. Dez 2017, 18:03

JJazzGold hat geschrieben:(12 Dec 2017, 17:48)

Dass sich die Grünen deutlich von der FDP unterscheiden, war seit ihrer Etablierung als Partei erkenntlich.

Habeck scheint die Grünen als Partei zementieren zu wollen, die sich beliebig geschmeidig an jeweilige potentielle Regierungspartner zum Selbstzweck anpasst.


Und wenn er es genau andersrum meint? Dass Regierungspartner sich an die Grünen anpassen, weil diese als innovativer Faktor quasi die Richtung bestimmen? Das ist es eigentlich, was eine attraktive Bewegungspartei ausmacht.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Di 12. Dez 2017, 18:06

Woppadaq hat geschrieben:(12 Dec 2017, 18:03)

Und wenn er es genau andersrum meint? Dass Regierungspartner sich an die Grünen anpassen, weil diese als innovativer Faktor quasi die Richtung bestimmen? Das ist es eigentlich, was eine attraktive Bewegungspartei ausmacht.


Bisher habe ich Habeck als realistischen Pragmatiker eingechätzt.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon Woppadaq » Di 12. Dez 2017, 18:15

JJazzGold hat geschrieben:(12 Dec 2017, 18:06)

Bisher habe ich Habeck als realistischen Pragmatiker eingechätzt.


Das kann er abseits solcher Sprüche ja durchaus sein. Ich finds heuchlerisch, wenn alle nach Pragmatikern schreien, und wenn dann einer auftaucht, gilt er plötzlich als langweilig und man wählt lieber das Grossmaul. Jemand mit Führungsanspruch muss deshalb beides drauf haben.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Di 12. Dez 2017, 18:17

Woppadaq hat geschrieben:(12 Dec 2017, 18:15)

Das kann er abseits solcher Sprüche ja durchaus sein. Ich finds heuchlerisch, wenn alle nach Pragmatikern schreien, und wenn dann einer auftaucht, gilt er plötzlich als langweilig und man wählt lieber das Grossmaul. Jemand mit Führungsanspruch muss deshalb beides drauf haben.


Kann ich daraus schließen, dass Sie meine Frage, was Habeck mit "attraktiver Bewegungspartei" meint, auch nicht beantworten können?
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon jorikke » Di 12. Dez 2017, 20:51

JJazzGold hat geschrieben:(12 Dec 2017, 18:17)

Kann ich daraus schließen, dass Sie meine Frage, was Habeck mit "attraktiver Bewegungspartei" meint, auch nicht beantworten können?


Unter einer Bewegung versteht man im Allgemeinen gleichgesinnte Menschen die sich einer gemeinsamen Idee verschrieben haben.
Insofern ist die Aussage von Habeck, erinnert man sich an die ursprünglichen grünen Ideen seiner Partei, nicht sonderlich interpretationsbedürftig.
Damals war Umwelt die zündende Idee, um die man sich scharte und die den Anfangserfolg ausmachte. Danach erst besetzte man weitere Politikfelder und etablierte sich als "ganz normale Partei."
Grün ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Auf dem Feld spielen heute alle mit.
Deshalb sucht er wohl nach einer neuen Idee, die viele anspricht und die Grünen wieder anziehend für neue Wählerschichten werden lässt.
Eine Aufgabe, die viele anspricht und die Partei wieder attraktiv macht.
Allerdings ein Anspruch der für alle Parteien gilt und ob Habeck da schon etwas Bestimmtes vorschwebt....
Keine Ahnung.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » Di 12. Dez 2017, 21:02

jorikke hat geschrieben:(12 Dec 2017, 20:51)

Unter einer Bewegung versteht man im Allgemeinen gleichgesinnte Menschen die sich einer gemeinsamen Idee verschrieben haben.
Insofern ist die Aussage von Habeck, erinnert man sich an die ursprünglichen grünen Ideen seiner Partei, nicht sonderlich interpretationsbedürftig.
Damals war Umwelt die zündende Idee, um die man sich scharte und die den Anfangserfolg ausmachte. Danach erst besetzte man weitere Politikfelder und etablierte sich als "ganz normale Partei."
Grün ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Auf dem Feld spielen heute alle mit.
Deshalb sucht er wohl nach einer neuen Idee, die viele anspricht und die Grünen wieder anziehend für neue Wählerschichten werden lässt.
Eine Aufgabe, die viele anspricht und die Partei wieder attraktiv macht.
Allerdings ein Anspruch der für alle Parteien gilt und ob Habeck da schon etwas Bestimmtes vorschwebt....
Keine Ahnung.


Wenn ich mich richtig erinnere, entstanden die Grünen aus einer Bürgerbewegung. Korrigier mich, wenn ich mich irre.
Um Ähnliches zu initiieren, müsste Habeck schon eine sehr zündende Idee haben. Dass 8,9% als nicht zufriedenstellend gelten, die kleinste Oppositionspartei, ist nachvollziehbar. Vielleicht steuert er deshalb Richtung linksliberal. Was aber auch nur der Befriedung der Flügelkämpfe dienen könnte. Stell ich mir schwierig vor, zeitgleich grün-links, als auch grün-liberal sein zu wollen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon jorikke » Di 12. Dez 2017, 23:03

JJazzGold hat geschrieben:(12 Dec 2017, 21:02)

Wenn ich mich richtig erinnere, entstanden die Grünen aus einer Bürgerbewegung. Korrigier mich, wenn ich mich irre.
Um Ähnliches zu initiieren, müsste Habeck schon eine sehr zündende Idee haben. Dass 8,9% als nicht zufriedenstellend gelten, die kleinste Oppositionspartei, ist nachvollziehbar. Vielleicht steuert er deshalb Richtung linksliberal. Was aber auch nur der Befriedung der Flügelkämpfe dienen könnte. Stell ich mir schwierig vor, zeitgleich grün-links, als auch grün-liberal sein zu wollen.


Grün-links, grün -liberal... Worthülsen mit denen - und in ähnlicher Form bei anderen Parteien - keine mehr einen Blumentopf gewinnen kann.
Die 20% der Wähler, die mit solcherlei Begriffen etwas anfangen können, gehend in der Menge derer, für die das allenfalls parteichinesisch ist, vollkommen unter.
Der Wähler nimmt eher wahr in wie weit sich eine Partei geändert hat und macht das an ihren Vortänzern fest.
Kretschmann, Palmer, Salomon, Habeck, ja die ganze neue Garde, lassen die alten linken Haudraufs vergessen und werden akzeptiert.
Die alte Schmuddelpartei á la Cohn Bendit ist passé.
Meine alten "Vorurteile" habe ich inzwischen über Bord geschmissen.
Die sind jetzt wählbar.
...wenngleich ich diese Kurve wohl nicht mehr kriegen werde.
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Re: Was wollen die Grünen?

Beitragvon JJazzGold » So 17. Dez 2017, 08:13

jorikke hat geschrieben:(12 Dec 2017, 23:03)

Grün-links, grün -liberal... Worthülsen mit denen - und in ähnlicher Form bei anderen Parteien - keine mehr einen Blumentopf gewinnen kann.
Die 20% der Wähler, die mit solcherlei Begriffen etwas anfangen können, gehend in der Menge derer, für die das allenfalls parteichinesisch ist, vollkommen unter.
Der Wähler nimmt eher wahr in wie weit sich eine Partei geändert hat und macht das an ihren Vortänzern fest.
Kretschmann, Palmer, Salomon, Habeck, ja die ganze neue Garde, lassen die alten linken Haudraufs vergessen und werden akzeptiert.
Die alte Schmuddelpartei á la Cohn Bendit ist passé.
Meine alten "Vorurteile" habe ich inzwischen über Bord geschmissen.
Die sind jetzt wählbar.
...wenngleich ich diese Kurve wohl nicht mehr kriegen werde.


Eine Vision, wohin die Grünen zukünftig driften werden, wollen, sollen, wird Habeck haben, wenn er einen erneuten Versuch startet, den Grünen das “liberal“ anzuheften. Bisher sind solche Versuche allesamt gescheitert, nicht zuletzt deshalb, weil die Grünen eine Partei sind, die in der Basis und beim Wähler auf Emotionalität baut, auch wenn Umstände halber ab und an ein Funke Rationalität aufblitzt, siehe Kretschmann oder Palmer. Das macht sie punktuell wählbar, aber nicht flächendeckend. Momentan profitieren sie vom Opferstatus, kein nachhaltiger Faktor. Das wird sich ändern, wenn Habecks Vorstellung im Januar auf diejenige von Peter prallt.
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