Zukunft der CSU

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watisdatdenn?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 14. Mai 2018, 20:56

Ein Terraner hat geschrieben:(14 May 2018, 21:43)
Aha, also hast du ein Problem mit Großkonzernen und Exporten und nicht mit Flüchtlingen ? Also da ist die afd auch komplett die falsche Partei.

Ich habe kein Problem mit freiem Handel (solange er freiwillig ist). Obwohl ich finde ein Staat sollte immer eine ausgeglichene Handelsbilanz anstreben.
Ich habe auch kein Problem mit ausgebildeten Ausländern. Einige meiner Kollegen sind auch gut ausgebildete Migranten. Und viele von diesen sehen diese Asylpolitik auch sehr kritisch. Ein Exil-Iranischer Kollege sogar sehr..

Ein Terraner hat geschrieben:(14 May 2018, 21:43)
Da ist Nazis wählen bestimmt eine tolle Idee.

Die NPD sind aus meiner Sicht am nächsten an den Nazis. Die wähle ich auch nicht.
Bitte differenziere hier mal. Die AfD sind keine Nazis, sondern für Demokratie und auch nicht per se gegen Wirtschaftsmigration.
Für mich ist Demokratie und Nazis nicht vereinbar.
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Ein Terraner
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Mo 14. Mai 2018, 21:01

watisdatdenn? hat geschrieben:(14 May 2018, 21:56)

Für mich ist Demokratie und Nazis nicht vereinbar.


Dann solltest du keine afd wählen, ist glaubhafter als rumjammern dass das keine Nazis sind. :)
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watisdatdenn?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 14. Mai 2018, 21:03

Ein Terraner hat geschrieben:(14 May 2018, 22:01)
Dann solltest du keine afd wählen, ist glaubhafter als rumjammern dass das keine Nazis sind. :)

Ich habe meinen Standpunkt klar gemacht.
Danke fürs Nachfragen und ehrliche Interesse an meinen politischen Gedanken.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon DagDag » Mo 14. Mai 2018, 21:10

Ein Terraner hat geschrieben:(14 May 2018, 22:01)

Dann solltest du keine afd wählen, ist glaubhafter als rumjammern dass das keine Nazis sind. :)

Das sagen auch Nazis die Nazis waren. Noch lebende wählen sicher AfD mit dem Gedanken "Wir kommen wieder auf Spur!"
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Mo 14. Mai 2018, 21:21

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2018, 20:56)

Umfragen sind keine Wahlen und der Wahlkampf ist grad in der Anfangsphase. Ändert nichts daran, das die AfD noch kein Landesprogamm und keinen Spitzenkandidaten hat. Und daran werden sie auch scheitern.


Ist schon interessant, wie eine Partei ohne Spitzenkandidaten und Programm 12 % in den Umfragen haben kann. Das zeigt einfach das große Misstrauen gegen die Altparteien (incl. CSU). Seit Jahrzehnten viele Versprechungen und sehr wenig gehalten. Bei den 12% sind sicher die Hälfte Protestwähler, der Protest geht hier meist gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik. Wenn Söder bis zum Herbst seinen vollmundigen Aussagen keine Taten folgen lässt, werden es bei der AfD sicher mehr als die jetzigen 12% werden. Die CSU wird dann einen (oder vielleicht zwei) Koalitionspartner benötigen.

Das Scheitern der AfD hätten jetzt bei vielen Landtagswahlen und bei der Bundestagswahl die etablierten Parteien in der Hand gehabt. Bei den letzten 14 Landtagswahlen wollte man der AfD mit "Inhalten" das Wasser abgraben. Gemacht hat man das in keinem der 14 Bundesländern, ich glaube in allen Ländern ist die AfD in Umfragen teils erheblich stärker als bei der letzten Wahl. Das liegt auch daran, dass die jeweiligen Landesregierungen eben ihre Versprechen reihenweise brechen.

Die 42% in den Umfragen werden als Debakel angesehen, weil man natürlich die absolute Mehrheit anstrebt und auch hatte. Allerdings hat aktuell keine einzige Partei in einem Landesparlament bessere Werte. Bei den Umfragewerten, die hier die dumme, blöde, rückständige CSU hat, würden sich bundesweit jede Landespartei die Finger abschlecken.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Mai 2018, 07:44

SirToby hat geschrieben:(14 May 2018, 21:39)

Die CSU hat die Mitte nicht verlassen... Weder jetzt noch vorher.


Sicherlich. Alleine schon das PAG ist nicht mehr Mitte. Und das wissen die Wähler eben auch.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Mai 2018, 07:45

Benedikt hat geschrieben:(14 May 2018, 21:44)

Das glaube ich nicht. Die AfD wird nicht wegen eines Landesprogramms gewählt, sondern aus Protest und Verärgerung über die Fehler der CSU. Wer die AfD wählt, will der CSU einen Denkzettel verpassen, den diese auch deutlich wahrnimmt. Und es gibt nun mal nicht, was der CSU mehr schmerzt und die CSU mehr zu Kurskorrekturen zwingt als eine möglichst starke AfD.


Wer die FWler wählt, will der CSU einen Denkzettel verpassen. :)
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Mai 2018, 07:49

sunny.crockett hat geschrieben:(14 May 2018, 22:21)
Bei den 12% sind sicher die Hälfte Protestwähler, der Protest geht hier meist gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik. Wenn Söder bis zum Herbst seinen vollmundigen Aussagen keine Taten folgen lässt, werden es bei der AfD sicher mehr als die jetzigen 12% werden. Die CSU wird dann einen (oder vielleicht zwei) Koalitionspartner benötigen.


Diese 12 % sind eher das Maximum als der Trend. Daher wird die CSU wohl einen Koalitionspartner brauchen - was ich jetzt nicht für so schlimm ansehe. Denke mal das sich diesmal der Niederbayrische Schweinezüchter ins Boot holen lässt. Was für mich dann der endgültige Bruch mit den FWlern bedeuten wird.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Mai 2018, 08:34

Alexyessin hat geschrieben:(14 May 2018, 08:54)

Landesverrat im jurisitischen Sinne hat nichts mit Verrat an Bayern zu tun. Verstanden?


Schlimmer noch als der Begriff im juristischen Sinne klingt für mich dieser seltsam altertümliche und männerbündische "Verrats"-Begriff im nichtjuristischen Sinne. Das letztemal in Bayern vermutlich rund um Bayern Rolle als "Ordnungszelle" (https://de.wikipedia.org/wiki/Ordnungszelle) des Deutschen Reiches in den Zwanziger Jahren nach der Münchner Räterepublik. Damals war in Zeitungen und auf Flugblättern von einem "Verrat an Bayern" die Rede. (https://books.google.de/books?id=Y2tjaEdUc04C&pg=PA436&lpg=PA436&dq=%22verrat+an+bayern%22&source=bl&ots=lahpo381E-&sig=-2n8Fs9jgTtcMPQSf4NXTDLF1rA&hl=en&sa=X&ved=0ahUKEwjox_yqiofbAhVObFAKHRa_CxMQ6AEIJzAA#v=onepage&q=%22verrat%20an%20bayern%22&f=false). Und dass die Bayerische Volkspartei der Regierung Kahr in den Rücken falle und mit der "Berliner Saujudenregierung" verhandle. Kahr wiederum war - ebenso wie Innenminister Stützel - nach dem Hitler-Putsch einer der entschiedensten Widersacher der Nazi-Bewegung und wurde später im KZ Dachau ermordet. Stützel steht in seiner entschiedenen Nazi-Gegnerschaft (im Vorfeld der "Machtergreifung") eigentlich auf einer Stufe mit Leuten wie Stauffenberg, erließ ein Redeverbot gegen Hitler, untersagte das Tragem von SA- und SS-Uniformen, wird aber in bayerischen Schulbüchern nicht mal erwähnt. Erst 2017 wurde erstmalig eine Straße in München nach ihm benannt. Kurzgesagt: Alles rund um Parolen wie "Verrat an Bayern" ist historisch hochgradigst vermint und löst bei Außenstehenden Verwunderung aus, um das Mindeste dazu sagen.

Oder auch Gelächter: 2010 gab es in München eine Protestdemonstration unter dem Motto "Verrat an Bayern", weil der Radiosender Bayern2 sich erdreistet hatte, eine Volksmusiksendung von 6 Uhr auf 5 Uhr vorzuverlegen. (https://www.merkur.de/bayern/eine-demo-volksmusik-hoererproteste-bayerischen-rundfunk-795933.html)
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Mai 2018, 08:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 May 2018, 09:34)

Schlimmer noch als der Begriff im juristischen Sinne klingt für mich dieser seltsam altertümliche und männerbündische "Verrats"-Begriff im nichtjuristischen Sinne. Das letztemal in Bayern vermutlich rund um Bayern Rolle als "Ordnungszelle" (https://de.wikipedia.org/wiki/Ordnungszelle) des Deutschen Reiches in den Zwanziger Jahren nach der Münchner Räterepublik. Damals war in Zeitungen und auf Flugblättern von einem "Verrat an Bayern" die Rede. (https://books.google.de/books?id=Y2tjaEdUc04C&pg=PA436&lpg=PA436&dq=%22verrat+an+bayern%22&source=bl&ots=lahpo381E-&sig=-2n8Fs9jgTtcMPQSf4NXTDLF1rA&hl=en&sa=X&ved=0ahUKEwjox_yqiofbAhVObFAKHRa_CxMQ6AEIJzAA#v=onepage&q=%22verrat%20an%20bayern%22&f=false). Und dass die Bayerische Volkspartei der Regierung Kahr in den Rücken falle und mit der "Berliner Saujudenregierung" verhandle. Kahr wiederum war - ebenso wie Innenminister Stützel - nach dem Hitler-Putsch einer der entschiedensten Widersacher der Nazi-Bewegung und wurde später im KZ Dachau ermordet. Stützel steht in seiner entschiedenen Nazi-Gegnerschaft (im Vorfeld der "Machtergreifung") eigentlich auf einer Stufe mit Leuten wie Stauffenberg, erließ ein Redeverbot gegen Hitler, untersagte das Tragem von SA- und SS-Uniformen, wird aber in bayerischen Schulbüchern nicht mal erwähnt. Erst 2017 wurde erstmalig eine Straße in München nach ihm benannt. Kurzgesagt: Alles rund um Parolen wie "Verrat an Bayern" ist historisch hochgradigst vermint und löst bei Außenstehenden Verwunderung aus, um das Mindeste dazu sagen.


Schoko, lass diese Anspielungen auf die NS Zeit, okay.

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 May 2018, 09:34)
Oder auch Gelächter: 2010 gab es in München eine Protestdemonstration unter dem Motto "Verrat an Bayern", weil der Radiosender Bayern2 sich erdreistet hatte, eine Volksmusiksendung von 6 Uhr auf 5 Uhr vorzuverlegen. (https://www.merkur.de/bayern/eine-demo-volksmusik-hoererproteste-bayerischen-rundfunk-795933.html)


Ja UND?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Uffzach » Di 15. Mai 2018, 10:21

Die CSU hat's verschissen. Kopflos und töricht angesichts der verlorenen absoluten Mehrheit (s. jüngste Umfrage der Augsburger Allgemeinen).
Seehofer's verbale Schmierenkömodie kann den Schein einer angeblichen Änderung beim Thema Migration nicht bis nach der Wahl aufrechterhalten. Wer mutlos ist, wird auch keine Änderung herbeiführen können. Söder's Kruzifixerlass punktet nur bei naiven Dorfdeppen. Und jetzt auch noch Antifa-Hasstiraden gegen die AfD und die Verkündigung eines Alleinvertretungsanpruches. tztztz
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon jorikke » Di 15. Mai 2018, 11:53

Uffzach hat geschrieben:(15 May 2018, 11:21)

Die CSU hat's verschissen. Kopflos und töricht angesichts der verlorenen absoluten Mehrheit (s. jüngste Umfrage der Augsburger Allgemeinen).
Seehofer's verbale Schmierenkömodie kann den Schein einer angeblichen Änderung beim Thema Migration nicht bis nach der Wahl aufrechterhalten. Wer mutlos ist, wird auch keine Änderung herbeiführen können. Söder's Kruzifixerlass punktet nur bei naiven Dorfdeppen. Und jetzt auch noch Antifa-Hasstiraden gegen die AfD und die Verkündigung eines Alleinvertretungsanpruches. tztztz


Das mit den Dorfdeppen hast du genau erkannt. Deshalb ist diese Kampagne ja auch exakt auf sie ausgerichtet.
Eben diese sind es ja, die der AfD nachlaufen und die man wieder einfangen will.
Merke:
Auf dem Wahlzettel ist das Kreuz eines Trottels gleichgewichtig mit dem eines vernünftigen Bürgers.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Mai 2018, 19:38

Alexyessin hat geschrieben:(15 May 2018, 09:52)
Schoko, lass diese Anspielungen auf die NS Zeit, okay.

Dann eben auch ohne Anspielung .Auch wenn mit der Person Stützel als einfacher bayerischer Staatsbeamter nur unter etwas anderen Umständen die Hitler-Diktatur samt WK2 und Shoah möglicherweise verhindert worden wäre, das muss man sich mal vorstellen. Und das ist als ein hundertzehnprozentig probayerisches Statement aufzufassen.

"Verrat", nicht als formaljuristische Angelegenheit sondern als kulturaufgeladener Begriff geht einher und gehört zusammen mit "Ehre", "Stolz", "Treue". Und modernistisch verbrämt meinetwegen auch mit "Fantum". Es ist mir völlig, absolut unmöglich den Wiedereinzug eines solchen Vokabulars und der entsprechenden Präferenzen in die politische Kommunikation widerspruchslos hinzunehmen. Es hat jemand eine ganz andere Meinung als die Mehrheit oder es verstößt jemand gegen geltende Gesetze. Aber es gibt keinen "Verrat" mehr.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 15. Mai 2018, 19:58

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 May 2018, 20:38)

Dann eben auch ohne Anspielung .Auch wenn mit der Person Stützel als einfacher bayerischer Staatsbeamter nur unter etwas anderen Umständen die Hitler-Diktatur samt WK2 und Shoah möglicherweise verhindert worden wäre, das muss man sich mal vorstellen. Und das ist als ein hundertzehnprozentig probayerisches Statement aufzufassen.

"Verrat", nicht als formaljuristische Angelegenheit sondern als kulturaufgeladener Begriff geht einher und gehört zusammen mit "Ehre", "Stolz", "Treue". Und modernistisch verbrämt meinetwegen auch mit "Fantum". Es ist mir völlig, absolut unmöglich den Wiedereinzug eines solchen Vokabulars und der entsprechenden Präferenzen in die politische Kommunikation widerspruchslos hinzunehmen. Es hat jemand eine ganz andere Meinung als die Mehrheit oder es verstößt jemand gegen geltende Gesetze. Aber es gibt keinen "Verrat" mehr.


Ist gut Schoko. Ich gebs auf mit dir zu diskutieren. Du willst da irgendwas reininterpretieren, dann mach - mia wuascht.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Uffzach » Di 15. Mai 2018, 21:25

jorikke hat geschrieben:(15 May 2018, 12:53)

Das mit den Dorfdeppen hast du genau erkannt. Deshalb ist diese Kampagne ja auch exakt auf sie ausgerichtet.
Eben diese sind es ja, die der AfD nachlaufen und die man wieder einfangen will.
Merke:
Auf dem Wahlzettel ist das Kreuz eines Trottels gleichgewichtig mit dem eines vernünftigen Bürgers.


Ich denke, dass es sich bei 15% der Wähler nicht ausschließlich um Dorfdeppen handeln kann. Aber "nachlaufen" ist sicher kein Zeichen von Intelligenz, egal ob der AfD, SPD, Union oder FDP "nachgelaufen" wird. Ich werde wohl auch wieder AfD wählen, nachdem die CSU zuletzt so versagt hat. :cool:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Mi 16. Mai 2018, 06:51

jorikke hat geschrieben:(15 May 2018, 12:53)

Das mit den Dorfdeppen hast du genau erkannt. Deshalb ist diese Kampagne ja auch exakt auf sie ausgerichtet.
Eben diese sind es ja, die der AfD nachlaufen und die man wieder einfangen will.
Merke:
Auf dem Wahlzettel ist das Kreuz eines Trottels gleichgewichtig mit dem eines vernünftigen Bürgers.


Bleibt die Frage, wie sich das Verhältnis “gewonnener Dorfdepp“ zu “im Flur zwangschristianisiertem verlorenen Denkfähigem“ im Herbst gestaltet. Im schlechtesten Fall für die CSU gewinnt man Ersteren nicht zurück und verliert Zweiteren zusätzlich.


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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hyde » Mi 16. Mai 2018, 22:56

Die CSU wird mit ihrem Versuch, die AfD einzufangen, scheitern. Das Scheitern an sich wird man ihnen nicht vorwerfen können, denn man kann dabei nur scheitern. Die Protestwähler der AfD haben den „Protest an sich“ in ihrer DNA und werden davon auch nicht abzubringen sein. Egal was die CSU macht, sie bleibt für diese Protestwähler immer Altpartei und ist allein schon deshalb für dieses Klientel nicht wählbar.

Egal ob die CSU einen Kurs der Mitte verfolgt oder einen harten rechten Kurs - in beiden Fällen wird die AfD bei ca 10-12% landen.

Im Grunde ist es relativ egal, was die CSU macht. Auf das Ergebnis der AfD wird das keinen nennenswerten Einfluss haben.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Uffzach » Mi 16. Mai 2018, 23:01

Hyde hat geschrieben:(16 May 2018, 23:56)

Die CSU wird mit ihrem Versuch, die AfD einzufangen, scheitern. Das Scheitern an sich wird man ihnen nicht vorwerfen können, denn man kann dabei nur scheitern. Die Protestwähler der AfD haben den „Protest an sich“ in ihrer DNA und werden davon auch nicht abzubringen sein. Egal was die CSU macht, sie bleibt für diese Protestwähler immer Altpartei und ist allein schon deshalb für dieses Klientel nicht wählbar.

Egal ob die CSU einen Kurs der Mitte verfolgt oder einen harten rechten Kurs - in beiden Fällen wird die AfD bei ca 10-12% landen.

Im Grunde ist es relativ egal, was die CSU macht. Auf das Ergebnis der AfD wird das keinen nennenswerten Einfluss haben.


Glaub nicht, dass du das korrekt siehst. Aus meiner Perspektive hat die CSU den größten Fehler erst kürzlich begangen als sie die AfD mit Antifa-Hasstiraden überzogen hat. Das hat sogar mich wieder gegen die CSU aufgebracht und ich war lange einer der größten Befürworter der CSU unter Söder. :cool:

Sie sagen zwar gerne "Wir haben verstanden", aber auch die CSU hat nicht verstanden, dass Politik seit 2015 nicht mehr die Politik sein kann, die man gewohnt war. Das Trauma von 2015 hat alles verändert. Alte Strategien funktionieren nicht mehr, plumpe Parolen schon gar nicht und Diffamierung erst recht nicht. Die Gesellschaft ist gespalten und der Riss verläuft zwischen Bevölkerung und Politikerkaste. Vertrauen in die Parteien gibt es nicht mehr und das Vertrauen in den Rechtsstaat zerfällt rapide.
Nichts ist wie es vorher war und die Parteien inkl. der CSU haben keine passende Antwort. Ein Kulturkampf lodert und breitet sich aus. :cool:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon SirToby » Do 17. Mai 2018, 07:29

Uffzach hat geschrieben:(17 May 2018, 00:01)

Glaub nicht, dass du das korrekt siehst. Aus meiner Perspektive hat die CSU den größten Fehler erst kürzlich begangen als sie die AfD mit Antifa-Hasstiraden überzogen hat. Das hat sogar mich wieder gegen die CSU aufgebracht und ich war lange einer der größten Befürworter der CSU unter Söder. :cool:

Sie sagen zwar gerne "Wir haben verstanden", aber auch die CSU hat nicht verstanden, dass Politik seit 2015 nicht mehr die Politik sein kann, die man gewohnt war. Das Trauma von 2015 hat alles verändert. Alte Strategien funktionieren nicht mehr, plumpe Parolen schon gar nicht und Diffamierung erst recht nicht. Die Gesellschaft ist gespalten und der Riss verläuft zwischen Bevölkerung und Politikerkaste. Vertrauen in die Parteien gibt es nicht mehr und das Vertrauen in den Rechtsstaat zerfällt rapide.
Nichts ist wie es vorher war und die Parteien inkl. der CSU haben keine passende Antwort. Ein Kulturkampf lodert und breitet sich aus. :cool:


Leider stimmt das: in der CSU hofft man nach wie vor, dass man die AfD ähnlich aussitzen kann, wie die Republikaner in den 90ern, keine Zusammenarbeit, keine Übereinstimmungen suchen, etc. Damals hat das geklappt und man hofft immer noch, dass die AfD ein Sturm ist der irgendwann worüber zieht und man müsse das Schiff nur irgendwie auf Kurs halten. Diesmal wird diese Strategie aber nicht aufgehen.

Ich hätte den anderen Weg gewählt und es gibt viele, die das ähnlich sehen...
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Do 17. Mai 2018, 07:31

SirToby hat geschrieben:(17 May 2018, 08:29)

Leider stimmt das: in der CSU hofft man nach wie vor, dass man die AfD ähnlich aussitzen kann, wie die Republikaner in den 90ern, keine Zusammenarbeit, keine Übereinstimmungen suchen, etc. Damals hat das geklappt und man hofft immer noch, dass die AfD ein Sturm ist der irgendwann worüber zieht und man müsse das Schiff nur irgendwie auf Kurs halten. Diesmal wird diese Strategie aber nicht aufgehen.


Ich denke schon, das diese Strategie aufgehen wird. Sogar noch besser als mit den Republikanern, weil die AfD eben keine Abspaltung der CSU ist sondern eine Neugründung - dementprechend spärlich ist ihre Präsenz da, wo die der CSU schon immer stark ist - auf dem Land in den Vereinen und dementsprechend mit vielen Mandatsträgern.
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