Zukunft der CSU

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Raul71
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Raul71 » Di 13. Nov 2018, 16:18

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Nov 2018, 16:10)

Erzähl doch keine Märchen. Wir sind hier im CSU-Strang und da geht es um Bayern. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres gab es in Bayern 16.909 Asylerstanträge und 11.712 freiwillige Ausreisen und Abschiebungen. D. h. unterm Strich war das gerade mal ein Zuwachs von 5.200 Personen. Das ist in Bayern mit 13 Mio Einwohnern gerade mal ein Vogelschiß, damit dieses Wort auch mal in angemessener Art und Weise Verwendung findet.
Was mischen sie sich eigentlich ein, wenn unser Präsident mir wiederholt Fragen stellt und ich sie endlich beantworte? Es ging hier um Herrmann als IM für Deutschland, falls ihnen das noch nicht aufgefallen ist. Zugegeben etwas OT. Aber das kommt xmal in jedem Thread vor.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 13. Nov 2018, 16:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Nov 2018, 13:59)

Ob das wirklich noch so ist? Dänemark steht aktuell beim UN-Migrationspakt auf der Seite von Österreich, Italien plus Visegrád ...

Bei der Abstimmung Stubb vs. Weber in Helsinki gings sehr zivilisiert zu und vielleicht hats die Medien deshalb weniger interessiert. Aber letztendlich war das ein ganz entscheidender Richtungskampf in der mehrheitlich bedeutsamsten politischen EU-Fraktion. Der SPIEGEL kommentierte den als "Deutscher Provinzler gegen finnischen Kosmopolit" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/evp-spitzenkandidaten-manfred-weber-gewinnt-debatte-gegen-alexander-stubb-a-1237303.html). Unfug! Darüber sind wir uns einig. Völliger Blödsinn.

Im Gegenteil. Leute wie Weber können viel weiter denken. Zeitlich wie räumlich. In Bezug auf globale Zusammenhänge. Ressourcen, Klima, Migration, Demographie, globale Entwicklungen, CHina, Russland, USA. Ein Land wie Ungarn, ökonomisch, infrastrukturell und bildungsmäßig gut aufgestellt, ganz in der Nähe, ethnisch-religiös-sprachlich-kulturell klar abgegrenzt, bei 10 Mio Einwohnern ziemlich risikolos von der Bedeutung her, mit traditionell guten Beziehungen zum süddeutsch-österreichischem Raum ... eignet sich ideal als Modellprojekt für ein wirtschaftsfreundlich-gemäßigt-rechtskonservatives neues Europa. Man kommuniziert das nur in Bayern recht anders als in Budapest.


Ich glaub, du hast dich da ein wenig verrannt. Die CSU ist halt in Bayern die einzige Möglichkeit politisch Voran zu kommen, vor allem in Niederbayern. Und wer in die Politik geht, der hat auch einen großen Ehrgeiz. Also warum sollte sich Weber dem nicht annehmen, wenn ihm sich die Möglichkeit bietet. Ich glaub weniger, das er da einen christlich-konservativen Masterplan hat. Der ist von der Einstellung her eher einer, der in NRW auch zur SPD gegangen wäre.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Raul71 » Di 13. Nov 2018, 16:26

Orbiter1 hat geschrieben:Wir sind hier im CSU-Strang und da geht es um Bayern.

Wo steht das, dass es hier nur um die CSU in Bayern geht. Ist ihnen nicht bekannt, dass die CSU auch bundesweit fungiert? Sie ist ja nur innerhalb der Koalition in der
Regierung. ;)
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Di 13. Nov 2018, 16:30

Raul71 hat geschrieben:(13 Nov 2018, 16:26)

Wo steht das, dass es hier nur um die CSU in Bayern geht. Ist ihnen nicht bekannt, dass die CSU auch bundesweit fungiert? Sie ist ja nur innerhalb der Koalition in der
Regierung. ;)


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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 14. Nov 2018, 08:11

Alexyessin hat geschrieben:(13 Nov 2018, 16:21)

Ich glaub, du hast dich da ein wenig verrannt. Die CSU ist halt in Bayern die einzige Möglichkeit politisch Voran zu kommen, vor allem in Niederbayern. Und wer in die Politik geht, der hat auch einen großen Ehrgeiz. Also warum sollte sich Weber dem nicht annehmen, wenn ihm sich die Möglichkeit bietet. Ich glaub weniger, das er da einen christlich-konservativen Masterplan hat. Der ist von der Einstellung her eher einer, der in NRW auch zur SPD gegangen wäre.

Nun agiert Weber aber seit einiger Zeit nicht in Niederbayern sondern bewirbt sich um das Amt des vielleicht mächtigsten EU-Postens. Da geht es um ganz andere Perspektiven. Ich verstehe auch nicht, wie jemand schreiben kann
Orbiter1! hat geschrieben:Wir sind hier im CSU-Strang und da geht es um Bayern.

Nicht doch! Wir sind hier im CSU-Strang und da geht es um die CSU. Die hat - ich wiederhole - schon immer ihre eigene außenpolitische Agenda gehabt. Weber muss schon längst nicht mehr in NRW in die SPD eintreten, um von irgendwelchen Bürgermeistern aus Herne oder Bottrop supported zu werden
The ruling Fidesz party and Prime Minister Viktor Orbán will support the election of Manfred Weber as the lead candidate of the European People’s Party for the upcoming European parliamentary elections.
http://abouthungary.hu/news-in-brief/fidesz-and-pm-orban-support-election-of-manfred-weber-as-lead-candidate-of-epp-in-european-parliamentary-elections/
Und umgekehrt!

Ich hab' ja schon weiter oben geschrieben: Weber ist ein zurückhaltender, kluger und eigentlich liberaler Politiker. Als Person. Aber die CSU will nun mal auch auf der ganz großen Bühne mitmischen. Und da gehts um Macht und nicht (nur) um persönliche Agenden oder "Bayern". Oder?

Kann sich noch jemand an den Hypo-Alpe-Adria-Skandal, die Rolle der BayernLB und die Rolle der CSU dabei erinnern? Es gab glaub' ich auch schon mal Spekulationen um eine Art interne Alpen-EU aus rechtskonservativen Staaten-Regierungen, Norditalien und der bayerischen Bundeslandsregierung, ähnlich wie etwa die Visegrád-Staaten. Und was hat eine Partei, der es um "Bayern" geht eigentlich in Moskau und unabhängig von der bundesdeutschen Außenpolitik zu verhandeln?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Mi 14. Nov 2018, 09:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(14 Nov 2018, 08:11)

Nun agiert Weber aber seit einiger Zeit nicht in Niederbayern sondern bewirbt sich um das Amt des vielleicht mächtigsten EU-Postens.


Von agieren habe ich nicht geschrieben, sondern das in Niederbayern die einzige Möglichkeit ein hohes politisches Amt zu erwerben nur über die CSU geht. Wenn also jemand etwas erreichen möchte in der Politik so bleibt in der Ecke nur der Weg über die CSU.

schokoschendrezki hat geschrieben:(14 Nov 2018, 08:11) Und was hat eine Partei, der es um "Bayern" geht eigentlich in Moskau und unabhängig von der bundesdeutschen Außenpolitik zu verhandeln?


Das ist eine gute Frage, die ich als Baier nicht wirklich objektiv beantworten kann. Mir solls recht sein.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Orbiter1 » Mi 14. Nov 2018, 09:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(14 Nov 2018, 08:11)

Wir sind hier im CSU-Strang und da geht es um die CSU. Die hat - ich wiederhole - schon immer ihre eigene außenpolitische Agenda gehabt.
Das ist doch lächerlich. Außenpolitik taucht in keinem CSU-Wahlprogamm auf. Man pflegt die nachbarschaftlichen Beziehungen, unterstützt die heimische Wirtschaft im Ausland und nimmt die Aufgaben im Europaparlament wahr aber eine außenpolitische Agenda ist was anderes.
Weber muss schon längst nicht mehr in NRW in die SPD eintreten, um von irgendwelchen Bürgermeistern aus Herne oder Bottrop supported zu werden
http://abouthungary.hu/news-in-brief/fidesz-and-pm-orban-support-election-of-manfred-weber-as-lead-candidate-of-epp-in-european-parliamentary-elections/
Und umgekehrt!
Umgekehrt hat Weber für die Einleitung eines EU-Verfahrens gegen Ungarn gestimmt. Und nein, Weber ist nicht Teil einer außenpolitischen Agenda der CSU. Es gab keinen Plan der CSU Weber nach Brüssel zu schicken, ihn zum EU-Kommissionspräsidenten wählen zu lassen um anschließend Außenpolitik für die CSU zu betreiben.
Ich hab' ja schon weiter oben geschrieben: Weber ist ein zurückhaltender, kluger und eigentlich liberaler Politiker. Als Person. Aber die CSU will nun mal auch auf der ganz großen Bühne mitmischen. Und da gehts um Macht und nicht (nur) um persönliche Agenden oder "Bayern". Oder?

Kann sich noch jemand an den Hypo-Alpe-Adria-Skandal, die Rolle der BayernLB und die Rolle der CSU dabei erinnern?
Dieses Desaster hatte nichts mit außenpolitischen Ambitionen zu tun sondern war seinerzeit dem Wahn geschuldet entweder aus jeder Landesbank einen Global Player der Finanzmärkte zu machen oder in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Es gab glaub' ich auch schon mal Spekulationen um eine Art interne Alpen-EU aus rechtskonservativen Staaten-Regierungen, Norditalien und der bayerischen Bundeslandsregierung, ähnlich wie etwa die Visegrád-Staaten.
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Geschäfte der in Bayern angesiedelten Unternehmen unterstützen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 10:44

Also, jetzt ist es raus. Die Agenturen melden gerade

Rücktritt von Horst Seehofer als Parteivorsitzender der CSU am 19. Jänner.

Gut, das war abzusehen. https://www.merkur.de/politik/horst-see ... 84242.html
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Moses » Fr 16. Nov 2018, 10:48

Alexyessin hat geschrieben:(16 Nov 2018, 10:44)

Also, jetzt ist es raus. Die Agenturen melden gerade

Rücktritt von Horst Seehofer als Parteivorsitzender der CSU am 19. Jänner.

Gut, das war abzusehen. https://www.merkur.de/politik/horst-see ... 84242.html

stehen denn - außer den beiden bekannten Kandidaten - noch mehr zur Verfügung für die Wahl?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 11:12

Moses hat geschrieben:(16 Nov 2018, 10:48)

stehen denn - außer den beiden bekannten Kandidaten - noch mehr zur Verfügung für die Wahl?


Du meinst außer dem Herrn Ministerpräsidenten und dem angehenden Kommisionspräsidenten?
Nein, ich glaube nicht.
Weder Scheuer noch der Doofbini haben den nötigen Rückhalt und der Entwicklungshilfeminister weiß gut, das er bei diesem Poker nicht mitmachen braucht.
Die Ilsnerin hat sich ja schon Verlandtagspräsidentisiert und daher läuft wohl alles auf dem Maggus naus.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Moses » Fr 16. Nov 2018, 11:18

Alexyessin hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:12)

Du meinst außer dem Herrn Ministerpräsidenten und dem angehenden Kommisionspräsidenten?
Nein, ich glaube nicht.
Weder Scheuer noch der Doofbini haben den nötigen Rückhalt und der Entwicklungshilfeminister weiß gut, das er bei diesem Poker nicht mitmachen braucht.
Die Ilsnerin hat sich ja schon Verlandtagspräsidentisiert und daher läuft wohl alles auf dem Maggus naus.

Das wäre fatal - schlimm genug, dass man diesen fränkischen Faschingsprinzen zu MP gemacht hat - soll er jetzt die letzte Volkspartei Deutschlands auch noch an die Wand fahren?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 11:25

Moses hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:18)

Das wäre fatal - schlimm genug, dass man diesen fränkischen Faschingsprinzen zu MP gemacht hat - soll er jetzt die letzte Volkspartei Deutschlands auch noch an die Wand fahren?


Ich weiß nicht. Ämter verändern.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Moses » Fr 16. Nov 2018, 11:28

Alexyessin hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:25)

Ich weiß nicht. Ämter verändern.

Da hast Du wohl Recht und die Trennung von MP und Parteivorsitz hat nie so richtig funktioniert, aber einen Parteivorsitzenden als Kommissionspräsidenten . . . das hat schon was!
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 11:31

Moses hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:28)

Da hast Du wohl Recht und die Trennung von MP und Parteivorsitz hat nie so richtig funktioniert, aber einen Parteivorsitzenden als Kommissionspräsidenten . . . das hat schon was!


Doch, hat durchaus funktioniert. Goppel / Strauß oder Stoiber / Waigel
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Moses » Fr 16. Nov 2018, 11:49

Alexyessin hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:31)

Doch, hat durchaus funktioniert. Goppel / Strauß oder Stoiber / Waigel

stimmt . . . im Grunde hat das auch nen gewissen Schneid, wenn wir den Markus durch einen Bayern an die Kandare nehmen! :thumbup:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 11:55

Moses hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:49)

stimmt . . . im Grunde hat das auch nen gewissen Schneid, wenn wir den Markus durch einen Bayern an die Kandare nehmen! :thumbup:


Das wird nicht passieren. Weber wird wohl Kommi Chef und damit ungeeignet Parteiführer zu werden. Andere sind nicht in Sicht, außer der Freiherr macht einen auf Phönix - was ich mir aber nicht vorstellen kann.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Orbiter1 » Fr 16. Nov 2018, 12:10

Alexyessin hat geschrieben:(16 Nov 2018, 11:12)

Du meinst außer dem Herrn Ministerpräsidenten und dem angehenden Kommisionspräsidenten?
Nein, ich glaube nicht.
Weder Scheuer noch der Doofbini haben den nötigen Rückhalt und der Entwicklungshilfeminister weiß gut, das er bei diesem Poker nicht mitmachen braucht.
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Seehofer hat doch bereits Dobrindt als CSU-Vorsitzenden vorgeschlagen. Wäre ja auch eine Überraschung wenn er seinem Erzfeind Söder bei diesem Thema das Feld kampflos überlassen würde.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 16. Nov 2018, 12:52

Orbiter1 hat geschrieben:(16 Nov 2018, 12:10)

Seehofer hat doch bereits Dobrindt als CSU-Vorsitzenden vorgeschlagen. Wäre ja auch eine Überraschung wenn er seinem Erzfeind Söder bei diesem Thema das Feld kampflos überlassen würde.


Mit Dofbrinth kommt er halt gar nicht weit.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » So 18. Nov 2018, 04:58

Orbiter1 hat geschrieben:(14 Nov 2018, 09:32)
Umgekehrt hat Weber für die Einleitung eines EU-Verfahrens gegen Ungarn gestimmt. Und nein, Weber ist nicht Teil einer außenpolitischen Agenda der CSU. Es gab keinen Plan der CSU Weber nach Brüssel zu schicken, ihn zum EU-Kommissionspräsidenten wählen zu lassen um anschließend Außenpolitik für die CSU zu betreiben.

Extra für dich:
Und die Christdemokraten ziehen mit Manfred Weber in den Wahlkampf, jenen Mann, der für Victor Orbans Fidesz-Partei in Ungarn Wahlkampf gemacht hat und deshalb heute mit den Stimmen der Fidesz-Abgeordneten beim EVP-Parteitag belohnt worden ist.
...
Seit Monaten laviert Weber bei der Frage, wie mit Orban, der in seinen Wahlkämpen rassistische, antisemitische und islamophobe Ressentiments schürt, umzugehen sei. Weber hat im Europaparlament für die Einleitung eines Rechtsstaatsverfahrens gegen Ungarn gestimmt. Das bereitet Viktor Orban für lange Zeit keine Schmerzen. Ansonsten aber hält Weber seine schützende Hand über Orbans Fidesz, sperrt sich dagegen, dem Mann, der den italienischen Neofaschisten Robert Salvini als sein Idol bezeichnet, aus der EVP hinauszuwerfen.

Geradezu genüsslich deklinierte Viktor Orban heute in Helsinki ....
https://www.deutschlandfunk.de/evp-spitzenkandidat-manfred-weber-bewerber-mit-makel.720.de.html?dram:article_id=432756
Und so oder ähnlich klingen alle (seriösen) Kommentare zum Thema. Schon allein die Tatsache, dass der Posten sowohl des EVP-Fraktionsvorsitzenden und vor allem der des EU-Kommissionspräsidenten alles andere als (nur) repräsentativ ist und bei weitem nicht nur der "Pflege von Beziehungen" dient ... zeigt anschaulich, dass die CSU selbstverständlich eine außenpolitische Agenda hat. Ist dir denn nicht klar, dass es sich dabei um ein Exekutiv-Amt handelt? Dass die CSU mit großer Wahrscheinlichkeit so etwas wie den Europa-Regierungschef, den "Bestimmer" und nicht (nur) den Vermittler stellen wird? Auch wenn dieser Bestimmer natürlich nur der Beauftragte von Gnaden der eigentlichen Bestimmer (Europäischer Rat) und formal demokratisch abgesegnet durch das EU-Parlamebnt ist und sich gerade Vertreter relativ kleiner Parteien als Kompromisslösung dafür anbieten.


Die Fokussierung auf das Thema Orbán/Fidesz/Demokratieabbau ergibt sich dabei allerdings nicht allein aus der Agenda von Weber und der CSU sondern daraus, dass sein unterlegener finnischer Gegenkandidat dieses Thema explizit ganz oben auf seine eigene Agenda gesetzt hat. Damit steht Weber und die CSU - ob gewollt oder nicht - auf der Gegenseite in der politischen Auseinandersetzung. Und da es in der Politik grundsätzlich immer um Mehrheits- und KOnsensfindungen geht, ist Weber damit zwangsläufig im Pro-Orbán Lager. Er kann maximal moderat Kritik üben.

Die CSU ist allerdings eine demokratische Partei und keine homogene Kadertruppe. Eine außenpolitische Agenda zu haben, bedeutet keineswegs, dass es da einen "Plan" geben müsste, nach dem ein Weber an die EU-Spitze "geschickt" werden müsste. Es gibt - wie in allen demokratischen Parteien - Flügel, Einzelpositionen, Initiativen. Ich hatte den CSU-Politiker Bernd Posselt genannt. Stichworte sind hier die Paneuropa-Union, Otto von Habsburg, das Brüsewitz-Zentrum, die Vertriebenenverbände. Natürlich repräsentiert der Mann nicht die CSU als Ganzes. Ist aber dennoch Teil davon. Das Thema ist komplex und vielschichtig. Und dennoch kann man sagen, dass sowohl der Fall des Eisernen Vorhangs wie auch die EU-Osterweiterung zu ganz erheblichen Teilen auf die Aktivitäten solcher Personen und Organisationen zurückgeht und in diesem Sinne zu erheblichen Teilen ein CSU-Projekt war und ist.

Hier gehts allerdings um die Zukunft der CSU. Mit der Nichtwiederwahl von Posselt ins EU-Parlament 2014 hatte ich den Eindruck, dass diese rechtskonservativ-katholische Linie zusammen mit den Vertriebenenverbänden in den HIntergrund bzw. in die zweite oder dritte Reihe tritt. Durcheinander bringt mich dabei etwas die Person des Verkehrsministers Scheuer und seine Sonderbeziehungen nach Osteuropa.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Mo 19. Nov 2018, 12:28

Jetzt ist es Fakt, wer versagt, wird bei der CSU belohnt. Söder bleibt nicht nur MP, sondern wird auch noch PV.
Offensichtlich hat man sich bei der CSU von einer Analyse, aus welchen Gründen die Partei über 10% verlor, schon verabschiedet, weil sich ja der Seehofer als PV verabschiedet. Das muss reichen.

Dass solch männliches Macho- und Machtgehabe attraktiv auf Frauen, die der CSU nachweislich als Wähler in ausreichendem Maß fehlen, wirkt, das glaubt auch nur der Söder.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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