Zukunft der CSU

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sünnerklaas
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 15:15

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:08)

Das würde aber keinen Sinn machen. Die CSU ist in Bayern so fest verwurzelt, warum sollte dann jemand CDU wählen, wenn er genauso gut CSU wählen kann?

Die CDU könnte in Bayern versuchen die CSU von rechts anzugreifen, aber dort stehen bereits die in Bayern ebenfalls sehr etablierten FW und neuerdings die AfD.

Und der Merkel-Kurs hätte in Bayern auch keine Chance, da könnte man gleich SPD oder Grüne wählen und hätte dort dann dasselbe politische Angebot.


Man sollte aber nicht vergessen - ohne den Merkel'schen Kurs der asymmetrischen Demobilisierung wäre es 2009, spätestens 2013 Schluss mit der UNIONS-Kanzlerschaft gewesen. Die Inhalte des Leipziger Parteitags 2003 waren im Land nicht mehrheitsfähig - das musste die UNION bei der Bundestagswahl 2005 am Wahlabend schmerzlich feststellen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Sa 23. Jun 2018, 15:23

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:00)

Das kommt drauf an, welche Politik man bei der Bayern-CDU vorhätte. Mit Merkel-Kurs hätte man keine Chance, da man sich dann höchstens mit den FW und der SPD rumschlagen würde. Sollte die Koalition jetzt im Bund im Juli scheitern, könnte man bis zu den Wahlen im Oktober weder eine Mannschaft, noch ein Konzept aufbauen. Man würde weit unter der 5%-Hürde bleiben. Langfristig könnte man natürlich die CSU ärgern, allerdings auch nicht mit einer Merkel-Politik. Da müsste dann die CDU eine CSU-Politik machen und hoffen, über eine Personenwahl zu punkten.


Ja sicher, wo sich in der Spiegel Umfrage 58% für einen Verbleib Merkels als Kanzlerin ausgesprochen haben.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 15:26

JJazzGold hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:23)

Ja sicher, wo sich in der Spiegel Umfrage 58% für einen Verbleib Merkels als Kanzlerin ausgesprochen haben.


Glaubt man den Aussagen mancher, würde in D unzweifelhaft eine Suizid-Epedemie ausbrechen, bekäme man die Kanzlerin nicht weg. ;)
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Sa 23. Jun 2018, 15:29

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:26)

Glaubt man den Aussagen mancher, würde in D unzweifelhaft eine Suizid-Epedemie ausbrechen, bekäme man die Kanzlerin nicht weg. ;)


Das sind die üblichen Angsthasen. Als ob von der Leyen eine grundsätzlich andere Politik betreiben würde.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 16:21

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:15)
Man sollte aber nicht vergessen - ohne den Merkel'schen Kurs der asymmetrischen Demobilisierung wäre es 2009, spätestens 2013 Schluss mit der UNIONS-Kanzlerschaft gewesen.


Das Konzept der asymmetrischen Demobilisierung dient einfach nur dem Machterhalts als Selbstzweck und ist damit eigentlich vollkommen unpolitisch. Wer politisch denkt, möchte nicht einfach nur Macht um Macht zu haben, sondern um seine Überzeugungen in die Realität umzusetzen zu können.

Was nutzt es denn, wenn die CDU zwar die Kanzlerschaft hat, wenn sie dafür alle eigenen politische Überzeugungen abgeschafft und dafür 1:1 das komplette Parteiprogramm von SPD und Grünen umgesetzt hat?

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:15)
Die Inhalte des Leipziger Parteitags 2003 waren im Land nicht mehrheitsfähig - das musste die UNION bei der Bundestagswahl 2005 am Wahlabend schmerzlich feststellen.


Das denke ich nicht. Der Wahlkampf 2005 wurde einfach schlecht geführt, mit einer schlechten Kanzlerkandidatin.

Die Union lag damals vor Beginn des Wahlkampfes in allen Umfragen bei einer absoluten Mehrheit. Gerhard Schröder ist einfach ein starker Wahlkämpfer gewesen, während Angela Merkel überhaupt keine Wahlkämpferin ist. Deshalb ist die Union bei der Wahl so abgeschmiert und die SPD hätte sie fast noch abgefangen.

Aus dieser Not, eine schlechter Wahlkämpferin zu sein, hat Merkel dann allen darauffolgenden Wahlen eine Tugend gemacht, in dem sie so getan hat, als würde gar keine Wahl stattfinden und jeder inhaltlichen Konfrontation konsequent aus dem Weg gegangen ist, indem sie alle kontroverse Themen durch Übernahme der SPD/Grünen-Position direkt abgeräumt hat.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 16:42

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 17:21)

Das Konzept der asymmetrischen Demobilisierung dient einfach nur dem Machterhalts als Selbstzweck und ist damit eigentlich vollkommen unpolitisch. Wer politisch denkt, möchte nicht einfach nur Macht um Macht zu haben, sondern um seine Überzeugungen in die Realität umzusetzen zu können.

Was nutzt es denn, wenn die CDU zwar die Kanzlerschaft hat, wenn sie dafür alle eigenen politische Überzeugungen abgeschafft und dafür 1:1 das komplette Parteiprogramm von SPD und Grünen umgesetzt hat?



Das denke ich nicht. Der Wahlkampf 2005 wurde einfach schlecht geführt, mit einer schlechten Kanzlerkandidatin.

Die Union lag damals vor Beginn des Wahlkampfes in allen Umfragen bei einer absoluten Mehrheit. Gerhard Schröder ist einfach ein starker Wahlkämpfer gewesen, während Angela Merkel überhaupt keine Wahlkämpferin ist. Deshalb ist die Union bei der Wahl so abgeschmiert und die SPD hätte sie fast noch abgefangen.

Aus dieser Not, eine schlechter Wahlkämpferin zu sein, hat Merkel dann allen darauffolgenden Wahlen eine Tugend gemacht, in dem sie so getan hat, als würde gar keine Wahl stattfinden und jeder inhaltlichen Konfrontation konsequent aus dem Weg gegangen ist, indem sie alle kontroverse Themen durch Übernahme der SPD/Grünen-Position direkt abgeräumt hat.


Irgendwie hatte niemand in der CDU/CSU mit dem Kurs der Kanzlerin ein Problem. Erst recht nicht, als die UNION bei der Bundestagswahl 2013 nur knapp die Absolute Mehrheit verfehlt hat. Der Jubel war groß...
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 17:27

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 17:42)
Irgendwie hatte niemand in der CDU/CSU mit dem Kurs der Kanzlerin ein Problem. Erst recht nicht, als die UNION bei der Bundestagswahl 2013 nur knapp die Absolute Mehrheit verfehlt hat. Der Jubel war groß...


Man sollte sich schon das ganze Bild ansehen.

Merkel war vier mal Kanzlerkandidatin und hat davon drei mal das schlechteste Wahlergebnis der Union seit 1949 eingefahren, bei gleichzeitig stark sinkender Wahlbeteiligung.

Das Wahlerergebnis 2013 war der einzige, kurzzeitige Ausreißer nach oben in 13 Jahren Merkel. Und der ist leicht erklärbar dadurch, daß die FDP durch ihre Selbstdemontage 10% verloren hatte und diese Wähler Union als kleineres Übel gewählt haben, damit wenigstens Rot-Rot-Grün verhindert wird.

Die Gesamtbilanz nach 13 Jahren Merkel für die Union ist eine inhaltliche Komplettentleerung der Partei, massiver Mitgliederschwund, massiver Wählerverlust und die Etablierung einer Partei rechts der Union, die nun deutlich zweistellig als Oppositionsführung im Bundestag und in fast allen Landtagen sitzt.

Eine Erfolgsbilanz sieht wohl so ziemlich anders aus.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 18:17

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 18:27)

Man sollte sich schon das ganze Bild ansehen.

Merkel war vier mal Kanzlerkandidatin und hat davon drei mal das schlechteste Wahlergebnis der Union seit 1949 eingefahren, bei gleichzeitig stark sinkender Wahlbeteiligung.

Das Wahlerergebnis 2013 war der einzige, kurzzeitige Ausreißer nach oben in 13 Jahren Merkel. Und der ist leicht erklärbar dadurch, daß die FDP durch ihre Selbstdemontage 10% verloren hatte und diese Wähler Union als kleineres Übel gewählt haben, damit wenigstens Rot-Rot-Grün verhindert wird.

Die Gesamtbilanz nach 13 Jahren Merkel für die Union ist eine inhaltliche Komplettentleerung der Partei, massiver Mitgliederschwund, massiver Wählerverlust und die Etablierung einer Partei rechts der Union, die nun deutlich zweistellig als Oppositionsführung im Bundestag und in fast allen Landtagen sitzt.

Eine Erfolgsbilanz sieht wohl so ziemlich anders aus.


Die UNION hat den Kanzler gestellt. Das war doch das, was zählte. Den Aufstand hat niemand gewagt. Dazu hatte man auch keine Lust - wieso auch: man stellte ja den Kanzler. Wie das zustande kam, juckte niemanden in der UNION, weil man ja genau wusste, dass man mit einem scharfen Rechtskurs aus der Regierung fliegt. Da ist ja seinerzeit Stefan Mappus in Ba-Wü der Super-GAU gelungen - nach 50 Jahren wurde die CDU abgewählt.

Und ist es nicht so, dass sich der politische Konservativismus inzwischen thematisch völlig eingeengt hat? Wenn man fragt, was denn politischer Konservativismus sei, kommen Begriffe, wie "Wehrpflicht", "Freie Fahrt für Freie Bürger", "Kernenergie", "Grenzen zu" und "Kreuz" bis hin zu "Sag-Ich-Nicht" und "Ist-Mir-Doch-Egal". Das ist aber auf die Dauer ein bisschen wenig.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 18:24

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 19:17)
Die UNION hat den Kanzler gestellt. Das war doch das, was zählte.


Die Union zu einer rot-grünen Partei zu machen und 13 Jahre lang rot-grüne Politik zu betreiben soll ein Erfolg sein?

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 19:17)
Und ist es nicht so, dass sich der politische Konservativismus inzwischen thematisch völlig eingeengt hat?


Das denke ich nicht. Es gibt eigentlich zu den meisten politischen Themenfeldern ziemlich klare konservative Positionen. Die werden von der Union nur nicht mehr vertreten.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon LiberalKonservativ » Sa 23. Jun 2018, 18:50

Brainiac hat geschrieben:(23 Jun 2018, 08:46)

Ist zwar hier off topic, aber vielleicht sollten Sie doch mal Ihre Feindbilder sortieren.

Sie haben ein Problem mit Merkel, ok.
Sie haben ein Problem mit den USE, ok.

Beides hat wenig miteinander zu tun. Merkel ist nie ernsthaft für die USE eingetreten und es war niemals ihr Ziel. Es hätte ja ihre eigene Machtposition, als Regierungschefin des wichtigsten Mitgliedsstaats im Europäischen Rat, den sie ein Jahrzehnt lang dominiert hat und der selbst die EU dominiert, geschmälert.

Solche Differenzierungen setzen natürlich voraus, dass man sich mit den EU-Strukturen beschäftigt und nicht alles für Teufelszeug hält.


Lol... Hier muss ich entschieden Einspruch einlegen, Euer Ehren. Vielleich sollten Sie selbst mal ein wenig mehr differenzien und mit offen Augen das politische Geschehen beobachten.

1. Habe ich mich sehr intensiv mit der Europäische Einigung befasst. Angefangen mit den Bewegungen vor WW1 über den status quo bis zu Zukunftszenarien. Kann gerne mal ein Bild von meinem Buecherregal uploaden. Da beschäftigen sich min. 15 Exemplare ausschließlich damit.
2. Bin ich selbst politisch aktiv und hab ebenfalls schon ein Praktikum bei einer EU Institutionen in Brüssel absolviert. Daher brauchen Sie mir nicht vorwerfen nichts von der Materie zu verstehen.
3. Tritt Merkel sehr wohl für eine weitere "Integration" mit dem Endziel USE ein. Bekanntlich ist es nur nicht ihr Politikstil den Waehler ihre Intentionen und Ziele offenzulegen. Aber analysieren Sie einfach ihre Politik und Handeln. Auch legt sie immer großen Wert darauf als "große Europäerin" wahrgenommen zu werden. Ein direktes Bekenntnis zu den USE gibt es von einer ihrer engsten Vertrauten, Ursula von der Leyen. Merkel unterscheidet sich da von Schulz nur unwesentlich.
4. In so gut wie jedem europäischen Land werden rechte Parteien stärker. Dies ist die Reaktionen auf den USE Nationalismus. Und ich prophezeien Ihnen, dass sich die Kleinstaaten Nationalisten in Zukunft immer stärker mit den USE Nationalisten gegenseitig hochschaukeln werden. Und für die CSU wird auch dieser Punkt entscheidend werden, v.a. da sie naechstes Jahr mit Manfred Weber vorrausichtlich en EVP Spitzenkandidaten stellen wird, der auch von "mehr Europa" träumt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon LiberalKonservativ » Sa 23. Jun 2018, 18:52

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 17:42)

Irgendwie hatte niemand in der CDU/CSU mit dem Kurs der Kanzlerin ein Problem. Erst recht nicht, als die UNION bei der Bundestagswahl 2013 nur knapp die Absolute Mehrheit verfehlt hat. Der Jubel war groß...


Es ist deutlich zwischen Parteibasis und Parteifunktonaersebene zu unterscheiden. Bei der SPD im Übrigen ähnlich.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Brainiac » Sa 23. Jun 2018, 19:56

LiberalKonservativ hat geschrieben:(23 Jun 2018, 19:50)

Lol... Hier muss ich entschieden Einspruch einlegen, Euer Ehren. Vielleich sollten Sie selbst mal ein wenig mehr differenzien und mit offen Augen das politische Geschehen beobachten.

1. Habe ich mich sehr intensiv mit der Europäische Einigung befasst. Angefangen mit den Bewegungen vor WW1 über den status quo bis zu Zukunftszenarien. Kann gerne mal ein Bild von meinem Buecherregal uploaden. Da beschäftigen sich min. 15 Exemplare ausschließlich damit.
2. Bin ich selbst politisch aktiv und hab ebenfalls schon ein Praktikum bei einer EU Institutionen in Brüssel absolviert. Daher brauchen Sie mir nicht vorwerfen nichts von der Materie zu verstehen.
3. Tritt Merkel sehr wohl für eine weitere "Integration" mit dem Endziel USE ein. Bekanntlich ist es nur nicht ihr Politikstil den Waehler ihre Intentionen und Ziele offenzulegen. Aber analysieren Sie einfach ihre Politik und Handeln. Auch legt sie immer großen Wert darauf als "große Europäerin" wahrgenommen zu werden. Ein direktes Bekenntnis zu den USE gibt es von einer ihrer engsten Vertrauten, Ursula von der Leyen. Merkel unterscheidet sich da von Schulz nur unwesentlich.
4. In so gut wie jedem europäischen Land werden rechte Parteien stärker. Dies ist die Reaktionen auf den USE Nationalismus. Und ich prophezeien Ihnen, dass sich die Kleinstaaten Nationalisten in Zukunft immer stärker mit den USE Nationalisten gegenseitig hochschaukeln werden. Und für die CSU wird auch dieser Punkt entscheidend werden, v.a. da sie naechstes Jahr mit Manfred Weber vorrausichtlich en EVP Spitzenkandidaten stellen wird, der auch von "mehr Europa" träumt.

Mit anderen Worten, Sie haben trotz vieler empörter Worte nicht das geringste Argument, Ihre Merkel-pro-USE-These zu belegen, die schlicht Unsinn ist. Ein "analyieren Sie einfach Ihre Politik" ist völlig unzureichend.

Merkel hat, wo immer sie konnte, den Europäischen Rat gestärkt. Die aktuelle Bedeutung dieser Institution steht dem Gedanken der USE als demokratischem Bundesstaat eher entgegen und ist eine der Hauptursachen des wahrgenommenen Demokratiedefizits. Das wäre, als wenn in D ausschließlich der Bundesrat das Sagen hätte und in vielen Fragen auch noch einstimmig entscheiden müsste. .
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 21:51

LiberalKonservativ hat geschrieben:(23 Jun 2018, 19:52)

Es ist deutlich zwischen Parteibasis und Parteifunktonaersebene zu unterscheiden. Bei der SPD im Übrigen ähnlich.


Ich frage mich gerade - wie viele CDU/CSU-Politiker kennst Du aus der praktischen Arbeit? Und wie viele SPD-Politiker?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Sa 23. Jun 2018, 22:43

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 19:24)

Die Union zu einer rot-grünen Partei zu machen und 13 Jahre lang rot-grüne Politik zu betreiben soll ein Erfolg sein?


Nein, der Erfolg bestand darin die SPD zu einer Schwarzen Partei zu machen
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon LiberalKonservativ » Sa 23. Jun 2018, 23:28

Brainiac hat geschrieben:(23 Jun 2018, 20:56)

Mit anderen Worten, Sie haben trotz vieler empörter Worte nicht das geringste Argument, Ihre Merkel-pro-USE-These zu belegen, die schlicht Unsinn ist. Ein "analyieren Sie einfach Ihre Politik" ist völlig unzureichend.

Merkel hat, wo immer sie konnte, den Europäischen Rat gestärkt. Die aktuelle Bedeutung dieser Institution steht dem Gedanken der USE als demokratischem Bundesstaat eher entgegen und ist eine der Hauptursachen des wahrgenommenen Demokratiedefizits. Das wäre, als wenn in D ausschließlich der Bundesrat das Sagen hätte und in vielen Fragen auch noch einstimmig entscheiden müsste. .


Es ist wirklich mühsam mit Ihnen zu diskutieren. Wenn Sie nicht fähig sind, aus dem konkreten Handeln selbst Schluesse zu ziehen, zwischen den Zeilen zu lesen und für alles eine "Quelle" benötigen, ist das Ihr Problem.

Da Merkel meist nicht wirklich offen kommuniziert, gilt v.a. bei ihr, An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Merkel macht sich für ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten" stark, das Ziel ist aber eine weitere Integration hin zu den USE, nur will sie im Unterschied zu Schulz der Heterogenität Europas darin Rechnung tragen, dass nicht alle Laender ihre Souveränitäten gleich schnell abgeben. Und für sie ist natürlich klar, dass Deutschland mit Frankreich die Speerspitze dieser Entwicklung sein soll. Schulz will sofort Alles oder nichts und die Staaten ausschließen, die nicht sofort Feuer und Flamme sind.
Aber wenn es Ihnen so wichtig ist, hier ein paar links.
https://www.abendblatt.de/politik/artic ... uropa.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 33158.html

http://m.spiegel.de/politik/deutschland ... 82879.html

https://www.express.co.uk/news/world/96 ... -of-europe
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon LiberalKonservativ » Sa 23. Jun 2018, 23:31

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 22:51)

Ich frage mich gerade - wie viele CDU/CSU-Politiker kennst Du aus der praktischen Arbeit? Und wie viele SPD-Politiker?


Aus der Union nicht wenige, bis hin zu stellvertretenden Ministerpräsidenten. Aus der SPD zugegebenermaßen weniger, jedoch war vor Kurzem ein Artikel entweder in der Zeit oder FAZ, der genau selbige These unterstützte.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 23. Jun 2018, 23:34

Sag mal?
Sagt euch Bayern Nervsacken eigentlich keiner mehr,
es reicht?
Nur mal so zum nachdenken!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Brainiac » So 24. Jun 2018, 01:37

LiberalKonservativ hat geschrieben:(24 Jun 2018, 00:28)

Es ist wirklich mühsam mit Ihnen zu diskutieren. Wenn Sie nicht fähig sind, aus dem konkreten Handeln selbst Schluesse zu ziehen, zwischen den Zeilen zu lesen und für alles eine "Quelle" benötigen, ist das Ihr Problem.

Guter Trick. Wer aus dem beobachtbaren Handeln nicht dieselben Schlüsse zieht wie Sie, hat ein Wahrnehmungsproblem. :D Führen Sie doch ein paar Regierungsmaßnahmen Merkels aus, die Ihrer Meinung nach auf die USE hinwirken.

Da Merkel meist nicht wirklich offen kommuniziert, gilt v.a. bei ihr, An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Merkel macht sich für ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten" stark, das Ziel ist aber eine weitere Integration hin zu den USE, nur will sie im Unterschied zu Schulz der Heterogenität Europas darin Rechnung tragen, dass nicht alle Laender ihre Souveränitäten gleich schnell abgeben. Und für sie ist natürlich klar, dass Deutschland mit Frankreich die Speerspitze dieser Entwicklung sein soll. Schulz will sofort Alles oder nichts und die Staaten ausschließen, die nicht sofort Feuer und Flamme sind.
Aber wenn es Ihnen so wichtig ist, hier ein paar links.
https://www.abendblatt.de/politik/artic ... uropa.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 33158.html

http://m.spiegel.de/politik/deutschland ... 82879.html

https://www.express.co.uk/news/world/96 ... -of-europe

Also weiterhin kein belastbares Argument und keine Quelle, die Ihre Aussage bestätigt.

Es gibt keine klare Aussage von Merkel pro USE, und dass auch ihr Handeln keinen Anlass zu dieser Vermutung gibt, hatte ich bereits ausgeführt, worauf Sie allerdings nicht eingehen.

Abee wenn Sie es unbedingt brauchen, hier ein konkretes Zitat:

SPD-Chef Martin Schulz findet mit seinem Vorschlag für die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa keine Unterstützung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Eine solche „Zieldefinition“ stehe für sie nicht im Vordergrund, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Sie plädiere stattdessen dafür, die „Gründungsschwächen der Europäische Union“ zu überwinden und die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion „wetterfest und krisenfest“ zu machen.
https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/merkel-erteilt-schulz-vorstoss-fuer-vereinigte-staaten-von-europa-absage-a2288550.html#

Sie liegen schief mit Ihrer Einschätzung. Arbeiten Sie sich an anderen Aspekten von Merkels Handeln ab, sicher finden Sie was.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon LiberalKonservativ » So 24. Jun 2018, 05:23

Brainiac hat geschrieben:[url=http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?p=4235536#p4235536] (24 Jun 2018, 02:37)[/url]

Guter Trick. Wer aus dem beobachtbaren Handeln nicht dieselben Schlüsse zieht wie Sie, hat ein Wahrnehmungsproblem. :D Führen Sie doch ein paar Regierungsmaßnahmen Merkels aus, die Ihrer Meinung nach auf die USE hinwirken.


Also weiterhin kein belastbares Argument und keine Quelle, die Ihre Aussage bestätigt.

Es gibt keine klare Aussage von Merkel pro USE, und dass auch ihr Handeln keinen Anlass zu dieser Vermutung gibt, hatte ich bereits ausgeführt, worauf Sie allerdings nicht eingehen.

Abee wenn Sie es unbedingt brauchen, hier ein konkretes Zitat:

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/merkel-erteilt-schulz-vorstoss-fuer-vereinigte-staaten-von-europa-absage-a2288550.html#

Sie liegen schief mit Ihrer Einschätzung. Arbeiten Sie sich an anderen Aspekten von Merkels Handeln ab, sicher finden Sie was.


Wenn Merkel offen sagt eine EU Regierung zu wollen, wenn Merkel jetzt einen Eurozonenhaushalt einführen will, weenn Merkel eine europaeische Armee will, etc. ist sie ja voll gegen die USE. Laecherlich. Absolut Laecherlich. Europäische Währungsunion "wetterfest" machen. Na, was wird als haupt "Gruendungsschwaeche" propagiert? Das Einführen einer gemeinsamen Währung bevor eine politsche Union geschaffen wurde. Sie ist eben taktisch nicht so unklug wie Schulz, da sie genau weiß, dass bei einem offenen Eintreten für die USE von den niederlande ueber Oestserreich, osteuropa,etc massiver Widerstand zu erwarten ist. Daher Europa der zwei Geschwindigkeiten, wobei sie keine Zweifel lässt, dass Frankreich und Deutschland als Avantgarde vorne wegmarschieren sollen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Brainiac » So 24. Jun 2018, 09:13

LiberalKonservativ hat geschrieben:(24 Jun 2018, 06:23)
Wenn Merkel offen sagt eine EU Regierung zu wollen, wenn Merkel jetzt einen Eurozonenhaushalt einführen will, weenn Merkel eine europaeische Armee will, etc. ist sie ja voll gegen die USE. Laecherlich. Absolut Laecherlich.

Ich habe nicht behauptet, Merkel sei "voll gegen die USE". Ich widerspreche nur Ihrer Darstellung, sie sei eine Protagonistin dieser Vision. Das ist sie nicht, eher im Gegenteil. Hauptsächlich will sie die aktuelle Konstellation retten und stabilisieren. Im Wahlprogramm der Union zur BTW 2017 stand zu dem Thema weniger Konkretes als bei fast allen anderen Parteien. Macron hat sie vollständig auflaufen lassen, und das in einer Phase, als es einigen Rückenwind nach vorn gegeben hätte (Wahl in F, Trumps Agieren, Pulse of Europe etc.). Das macht jemand, der die USE will? :D

Die Aussage mit der "EU-Regierung" ist von 2012 und weit und breit die einzige in dieser Richtung, die ich von ihr finden konnte, und ich habe da schon öfters recht ausführlich gesucht. Damals sprach sie vage von "eines Tages", also weit jenseits ihrer Amtszeit. Dafür getan hat sie wenig, und selbst diese vage Idee hat sie seitdem meines Wissens nicht mehr vertreten. Sie schreiben doch selbst, man müsse ihr Handeln analysieren, also bitte.

Europäische Währungsunion "wetterfest" machen. Na, was wird als haupt "Gruendungsschwaeche" propagiert? Das Einführen einer gemeinsamen Währung bevor eine politsche Union geschaffen wurde. Sie ist eben taktisch nicht so unklug wie Schulz, da sie genau weiß, dass bei einem offenen Eintreten für die USE von den niederlande ueber Oestserreich, osteuropa,etc massiver Widerstand zu erwarten ist. Daher Europa der zwei Geschwindigkeiten, wobei sie keine Zweifel lässt, dass Frankreich und Deutschland als Avantgarde vorne wegmarschieren sollen.

Dass jemand angeblich ein bestimmtes politisches Ziel verfolge, wird nicht dadurch belegt, mögliche Gründe für das Nichteintreten für dieses Ziel in der Öffentlichkeit aufzuführen.
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