Zukunft der CSU

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sunny.crockett
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Sa 23. Jun 2018, 09:24

Wähler hat geschrieben:(23 Jun 2018, 09:34)

CDU und CSU werden gleichermaßen Verlierer sein und die AfD Gewinner. Mit der FDP würde es dann 4 eher konservative Parteien zur Auswahl geben. Die CSU ahmt die Lega in Italien nach und geht damit ein zu hohes Risiko in der Bundesrepublik ein. Die Zeiten absoluter Mehrheit sind auf Bundeslandebene vorbei. Es wäre viel sinnvoller für die CSU, die guten Beziehungen zwischen Bayern und den Alpenländern, sowie Südtirol im Sinne eine Euregio auszubauen.


Klarer Einspruch! Ich denke, es würde die CDU und die AfD verlieren. Es gab ja die Umfrage, wenn die CSU bundesweit antreten würde. Da kam die CSU glaube ich auf 18%, die CDU auf 22% und die AfD auf 11%. Bei Umfragen ohne eine fiktive Bundes-CSU liegt die AfD höher. Die CSU trägt aktuell etwa 6-7% zur Union bei, dann ganze 18%. Da muss rein rechnerisch irgendwer Federn lassen. Ich bin mir sicher, die CSU würde die Protest-Wähler von der AfD zurückholen, dazu noch bei anderen Parteien etwas wildern.
In Bayern selbst würde man zwar nicht mehr die absolute Mehrheit holen, allerdings in den anderen 15 Bundesländern der CDU Kopfschmerzen bereiten.

Und die CSU ahmt nicht die Lega nach, sondern eher Macron in Frankreich. Die wenigen Punkte aus dem Masterplan, die bekannt sind, hat auch Macron schon bei sich eingeführt.
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sunny.crockett
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Sa 23. Jun 2018, 09:36

Marmelada hat geschrieben:(23 Jun 2018, 09:35)

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 14443.html
:D

Würden die Registrierungen in Italien und Griechenland nicht drastisch heruntergefahren werden, wenn alle Registrierten von Deutschland zurückgewiesen werden, was dann wiederum zu leichterem Zugang führte? Oder was genau entgeht mir bei dem genialen CSU-Plan?


Erstens sind die Länder gesetzlich verpflichtet, die Registrierungen zu machen. Natürlich wird man da nicht so genau hinschauen und Flüchtlinge unregistriert nach Norden wandern lassen. Aber das ist nicht das Thema.
Das wichtigste ist, dass man die EU-Grenzen schützt. Es geht ja nicht um die wirklichen und berechtigten Flüchtlinge, sondern um die mittlerweile überwiegenden Flüchtlinge, die eh kein Recht auf Asyl haben. Bei den Schiffen, die Italien abgelehnt hat und die nach Spanien geschickt wurden, war anscheinend unter den mehreren Hundert Flüchtlingen kein einziger aus einem Kriegsgebiet. Aber wenn sie erstmal auf europäischen Boden sind, ist das Dilemma groß. Meistens dürfen diese "Nicht-Flüchtlinge" dann bleiben, belegen sozusagen dann einen Platz eines wirklichen Kriegsflüchtlings.
Es gibt keine andere Möglichkeit, als den Flüchtlingsstaus schon außerhalb von Europa zu prüfen. Und das ist auch eine Forderung der CSU. Merkel dagegen hat dazu in den letzten Jahren überhaupt nichts beigetragen. Gleichzeitig müssen ausreisepflichtige Migranten in allen EU-Ländern schneller abgeschoben werden, auch das verspricht Merkel doch schon seit Jahren, es werden aber jeders Jahr weniger Abschiebungen. Man muss dazu kommen, dass eine Ablehunung in einem EU-Staat für die gesamte EU gilt. Bisher wird ein Asylbewerber in Land A abgelehnt, er wechselt in Land B, da dauert die Asylprüfung wieder ein Jahr, dann wird er abgelehnt, dann wandert er in Land C usw. usw.

Das sind alles Punkte, die mittlerweile bei sehr vielen EU-Ländern gewollt werden, Merkel bleibt aber stur und boykottiert das. Merkel hat Deutschland in der EU schon isoliert.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Wähler » Sa 23. Jun 2018, 09:38

Wähler hat geschrieben:(23 Jun 2018, 09:34)
CDU und CSU werden gleichermaßen Verlierer sein und die AfD Gewinner. Mit der FDP würde es dann 4 eher konservative Parteien zur Auswahl geben. Die CSU ahmt die Lega in Italien nach und geht damit ein zu hohes Risiko in der Bundesrepublik ein. Die Zeiten absoluter Mehrheit sind auf Bundeslandebene vorbei. Es wäre viel sinnvoller für die CSU, die guten Beziehungen zwischen Bayern und den Alpenländern, sowie Südtirol im Sinne eine Euregio auszubauen.

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:24)
Klarer Einspruch! Ich denke, es würde die CDU und die AfD verlieren. Es gab ja die Umfrage, wenn die CSU bundesweit antreten würde. Da kam die CSU glaube ich auf 18%, die CDU auf 22% und die AfD auf 11%. Bei Umfragen ohne eine fiktive Bundes-CSU liegt die AfD höher. Die CSU trägt aktuell etwa 6-7% zur Union bei, dann ganze 18%. Da muss rein rechnerisch irgendwer Federn lassen. Ich bin mir sicher, die CSU würde die Protest-Wähler von der AfD zurückholen, dazu noch bei anderen Parteien etwas wildern.
In Bayern selbst würde man zwar nicht mehr die absolute Mehrheit holen, allerdings in den anderen 15 Bundesländern der CDU Kopfschmerzen bereiten.

Umfragen sind kurzfristige Betrachtungen. Wenn die Grünen die CSU in der Bundesregierung ersetzten, würde es keine vorgezogene Bundestagswahl geben. Die CSU müsste dann 1 Jahr bis zur Landtagswahl 2019 in Sachsen warten. In Baden-Württemberg wird erst 2021 gewählt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_k%C ... eutschland
Ein mittelfristig unkalkulierbares Risiko für die CSU.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon rain353 » Sa 23. Jun 2018, 09:56

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:24)

Klarer Einspruch! Ich denke, es würde die CDU und die AfD verlieren. Es gab ja die Umfrage, wenn die CSU bundesweit antreten würde. Da kam die CSU glaube ich auf 18%, die CDU auf 22% und die AfD auf 11%. Bei Umfragen ohne eine fiktive Bundes-CSU liegt die AfD höher. Die CSU trägt aktuell etwa 6-7% zur Union bei, dann ganze 18%. Da muss rein rechnerisch irgendwer Federn lassen. Ich bin mir sicher, die CSU würde die Protest-Wähler von der AfD zurückholen, dazu noch bei anderen Parteien etwas wildern.
In Bayern selbst würde man zwar nicht mehr die absolute Mehrheit holen, allerdings in den anderen 15 Bundesländern der CDU Kopfschmerzen bereiten.

Und die CSU ahmt nicht die Lega nach, sondern eher Macron in Frankreich. Die wenigen Punkte aus dem Masterplan, die bekannt sind, hat auch Macron schon bei sich eingeführt.


Ich muss zugeben, dass ich kein Fan von diesen(Wir versprechen allen alles, wir sind weder rechts noch links) Macron bin.

Seehofer hat ja bei einer Pressekonferenz zu Kurz gesagt: "Sie haben gerade aus meinem Masterplan zitiert".
Und als sich Merkel mit Macron getroffen hat, hat sich Söder mit Kurz getroffen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Sa 23. Jun 2018, 09:58

Wähler hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:38)

Umfragen sind kurzfristige Betrachtungen. Wenn die Grünen die CSU in der Bundesregierung ersetzten, würde es keine vorgezogene Bundestagswahl geben. Die CSU müsste dann 1 Jahr bis zur Landtagswahl 2019 in Sachsen warten. In Baden-Württemberg wird erst 2021 gewählt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_k%C ... eutschland
Ein mittelfristig unkalkulierbares Risiko für die CSU.


Also wenn jetzt die Koalition zerbricht, dürfte die CDU bis zur Landtagswahl in Bayern kaum eine schlagkräftige Truppe aufstellen, dazu ist die Zeit dann wohl zu kurz.
Aber warum muß die CSU bis zur Landtagswahl in Sachsen 1 Jahr "warten"? Man braucht da ja sowieso Vorbereitungszeit.

Aktuelle Umfrage für Sachsen:
CDU 32%, AfD 24%, Linke 19%, SPD 9%, Grüne 6% und FDP 6%

Sollte also dort eine Sachsen-CSU antreten, dürften viele Protestwähler der 24%-AfD wechseln. Wenn dann im Bund eine CDU/SPD/Grüne-Koalition entstehen würde, wären da sicher viele CDU-Wähler empört. Die CDU hat ja in den letzten 12 Monaten dort schno fast 10% eingebüßt, was sicher an der Flüchtlingspolitik liegt. Geht diese auf Bundesebene mit Merkel weiter, werden noch mehr bei der CDU abspringen und zur CSU wechseln.
Ich denke, das ist kein unkalkulierbares Risiko für die CSU, sondern nur für die CDU.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon rain353 » Sa 23. Jun 2018, 10:14

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:58)

Also wenn jetzt die Koalition zerbricht, dürfte die CDU bis zur Landtagswahl in Bayern kaum eine schlagkräftige Truppe aufstellen, dazu ist die Zeit dann wohl zu kurz.
Aber warum muß die CSU bis zur Landtagswahl in Sachsen 1 Jahr "warten"? Man braucht da ja sowieso Vorbereitungszeit.

Aktuelle Umfrage für Sachsen:
CDU 32%, AfD 24%, Linke 19%, SPD 9%, Grüne 6% und FDP 6%

Sollte also dort eine Sachsen-CSU antreten, dürften viele Protestwähler der 24%-AfD wechseln. Wenn dann im Bund eine CDU/SPD/Grüne-Koalition entstehen würde, wären da sicher viele CDU-Wähler empört. Die CDU hat ja in den letzten 12 Monaten dort schno fast 10% eingebüßt, was sicher an der Flüchtlingspolitik liegt. Geht diese auf Bundesebene mit Merkel weiter, werden noch mehr bei der CDU abspringen und zur CSU wechseln.
Ich denke, das ist kein unkalkulierbares Risiko für die CSU, sondern nur für die CDU.


Die CSU würde es sogar, wenn auch knapp zur stärksten Partei im Bund schaffen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Wähler » Sa 23. Jun 2018, 10:31

Wähler hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:38)
Umfragen sind kurzfristige Betrachtungen. Wenn die Grünen die CSU in der Bundesregierung ersetzten, würde es keine vorgezogene Bundestagswahl geben. Die CSU müsste dann 1 Jahr bis zur Landtagswahl 2019 in Sachsen warten. In Baden-Württemberg wird erst 2021 gewählt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_k%C ... eutschland
Ein mittelfristig unkalkulierbares Risiko für die CSU.

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:58)
Also wenn jetzt die Koalition zerbricht, dürfte die CDU bis zur Landtagswahl in Bayern kaum eine schlagkräftige Truppe aufstellen, dazu ist die Zeit dann wohl zu kurz.
Aber warum muß die CSU bis zur Landtagswahl in Sachsen 1 Jahr "warten"? Man braucht da ja sowieso Vorbereitungszeit.
Aktuelle Umfrage für Sachsen:
CDU 32%, AfD 24%, Linke 19%, SPD 9%, Grüne 6% und FDP 6%
Sollte also dort eine Sachsen-CSU antreten, dürften viele Protestwähler der 24%-AfD wechseln. Wenn dann im Bund eine CDU/SPD/Grüne-Koalition entstehen würde, wären da sicher viele CDU-Wähler empört. Die CDU hat ja in den letzten 12 Monaten dort schno fast 10% eingebüßt, was sicher an der Flüchtlingspolitik liegt. Geht diese auf Bundesebene mit Merkel weiter, werden noch mehr bei der CDU abspringen und zur CSU wechseln.
Ich denke, das ist kein unkalkulierbares Risiko für die CSU, sondern nur für die CDU.

Das schwer kalkulierbare Risiko für die CSU besteht darin, das Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen als Flächenländer nach wie vor deutliche Unterschiede in ihrer jeweiligen politischen Struktur aufweisen. In einem prosperierenden Land wie Deutschland wird der Umbruch der Parteienlandschaft sich nicht so schnell vollziehen, wie in den Nachbarstaaten. Warum sollte sich die CSU der unterschiedlichen Strukturprobleme im Westen und Osten Deutschlands auf Dauer annehmen wollen? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen und habe als Zugereister die bayerische Mentalität in 20 Jahren irgendwie anders kennengelernt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Sa 23. Jun 2018, 13:16

Wähler hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:31)
Warum sollte sich die CSU der unterschiedlichen Strukturprobleme im Westen und Osten Deutschlands auf Dauer annehmen wollen? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen und habe als Zugereister die bayerische Mentalität in 20 Jahren irgendwie anders kennengelernt.


Es würde sich ja kein Bayer der Strukturprobleme im Westen oder Osten auf Landesebene annehmen. Der CSU´ler in Sachsen wäre dann eben ein CDU´ler aus Sachsen, der die Partei gewechselt hat. Der sagt dann eben nicht "Habe di ehre" und "Servus", sondern "Nüüü, Ei vabibsch". Der kümmert sich dann nicht ums wilde Grillen an der Isar, sondern um das an der Elbe.

Wie war es denn nach der Wende? Da gab es in den neuen Bundesländern auch keine CDU-Politiker, keine FDP-Politker, keine Grünen. Und doch gibt es jetzt dort Landesverbände der jeweiligen Parteien, die sich teils aus ortsansässigen Politikern gespeist haben. Das ist jetzt sogar einfacher, weil man einigermaßen erfahrene Politiker von der Konkurenz bekommen würde, was früher mit der SED nicht ging.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 13:25

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 10:58)
Also wenn jetzt die Koalition zerbricht, dürfte die CDU bis zur Landtagswahl in Bayern kaum eine schlagkräftige Truppe aufstellen, dazu ist die Zeit dann wohl zu kurz.


Ich glaube nicht mal, daß die CDU in Bayern überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen würde. Oder besteht in Bayern auch nur im Ansatz ein Interesse an einer weiteren Mitte-Links-Partei, die sich irgendwo zwischen Grünen, SPD und FDP positioniert? Das braucht in Bayern niemand.

Ich würde es aber auch nicht sinnvoll finden, wenn die CSU nun versuchen würde in Sachsen oder Nordrhein-Westfalen CSU-Landesverbände aufzubauen. Die CSU sollte sich dann doch lieber weiterhin auf Bayern beschränken. Ohne den Merkel-Klotz am Bein, könnte man in Bayern auch wieder deutlich über 50% kommen und hätte dann im Bundestag 8 - 9%.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Sa 23. Jun 2018, 14:00

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 14:25)

Ich glaube nicht mal, daß die CDU in Bayern überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen würde. Oder besteht in Bayern auch nur im Ansatz ein Interesse an einer weiteren Mitte-Links-Partei,


Das bisschen Progressivität der CDU als Links auszulegen, der Witz wird immer besser je öfters man ihn hört. :thumbup:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Vongole » Sa 23. Jun 2018, 14:20

rain353 hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:14)

Die CSU würde es sogar, wenn auch knapp zur stärksten Partei im Bund schaffen.


Ganz sicher nicht, denn das bayerische Heimatgedöns, das Söder verbreitet, käme in dieser Form in Norddeutschland ganz sicher nicht an,
das halten ja viele in Bayern schon nicht aus.
Außerdem ist es ein Trugschluss, anzunehmen, die CSU könnte bundesweit auf AfD-Themen setzen, dann wäre sie nämlich ganz schnell weg vom Fenster,
besonders, was die Einstellung dieser Partei zu Europa angeht, von Familien- Gender- und Sozialthemen ganz zu schweigen.
Der bundesdeutsche Wähler ist nicht so blöd, um nicht zu erkennen, dass Seehofer und Söder im Augenblick die AfD-Karte spielen, um in Bayern zu reüssieren und Merkel zu schaden.
Sollten sie erfolgreich die Regierung schreddern, wird das böse Erwachen nicht ausbleiben.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Sa 23. Jun 2018, 14:41

rain353 hat geschrieben:(23 Jun 2018, 11:14)

Die CSU würde es sogar, wenn auch knapp zur stärksten Partei im Bund schaffen.


Einen Schmarrn würde sie. Sie würde dank der Öffnung Bayerns für die CDU dort sogar % an diese verlieren.
Zudem, was soll die CSU mit den anteilig depperten AfD Wählern anfangen? Die sind nach einer Legislaturperiode, in der sie erkennen müssen, dass auch die CSU aus den Bundesländern im Osten kein Land schaffen kann in dem Milch und Honig fließen und Manna vom Himmel fällt, wieder im politisch/gesellschaftlichen Tiefschlaf oder bei der NPD.

Das wäre für die CSU ein wenig einträgliches Potential. So deppert ist selbst der Söder nicht, dass er sich daran die Finger verbrennt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 14:56

JJazzGold hat geschrieben:(23 Jun 2018, 15:41)

Einen Schmarrn würde sie. Sie würde dank der Öffnung Bayerns für die CDU dort sogar % an diese verlieren.
Zudem, was soll die CSU mit den anteilig depperten AfD Wählern anfangen? Die sind nach einer Legislaturperiode, in der sie erkennen müssen, dass auch die CSU aus den Bundesländern im Osten kein Land schaffen kann in dem Milch und Honig fließen und Manna vom Himmel fällt, wieder im politisch/gesellschaftlichen Tiefschlaf oder bei der NPD.

Das wäre für die CSU ein wenig einträgliches Potential. So deppert ist selbst der Söder nicht, dass er sich daran die Finger verbrennt.


Selbst Strauß musste in den 70ern fürchten, dass es mit der Absoluten Mehrheit in Bayern vorbei gewesen wäre, wäre die CDU im Gegenzug zur bundesweiten Ausbreitung der CSU in Bayern eingezogen. Und Kohl hätte ihm mit Sicherheit einen Aufpasser am Kabinettstisch platziert, der dem Dicken aus Oggersheim direkt und pronto Bericht erstattet hätte.

Hinzu kommt: es gab ja mal einen Versuch, die CSU außerhalb Bayerns zu etablieren. Mit der DSU in der Nachwende-DDR. Der Versuch ist kläglich gescheitert.
Und vor allem: wie stellen sich die CSUler eine bundesweite Ausbreitung der CSU vor? Man stelle sich mal vor, die CSUler ziehen bei einem Hamburger Landesparteitag in die Halle in Krachlederner, bayerischer Trachtenjacke zum Bayerischen Defiliermarsch ein...
Die CSU ist eine Provinzpartei, genauergesagt eine dem Selbstverständnis nach ausschliesslich bayerische Partei.
Wenn die sich bundesweit ausdehnen würden, hätten - sollte alles gut klappen - am Ende die bösen Saupreissen in der Partei das Sagen. Ein Schreckensszenario für jeden echten Bayern... Söder und Hotte Seehofer hätten dann die letzte Bastion Bayerns an die Preissen verhökert. FJS und alle anderen Altvorderen der CSU würden sich im Grabe umdrehen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sunny.crockett » Sa 23. Jun 2018, 15:00

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 14:25)

Ich glaube nicht mal, daß die CDU in Bayern überhaupt einen Fuß auf den Boden bekommen würde. Oder besteht in Bayern auch nur im Ansatz ein Interesse an einer weiteren Mitte-Links-Partei, die sich irgendwo zwischen Grünen, SPD und FDP positioniert? Das braucht in Bayern niemand.


Das kommt drauf an, welche Politik man bei der Bayern-CDU vorhätte. Mit Merkel-Kurs hätte man keine Chance, da man sich dann höchstens mit den FW und der SPD rumschlagen würde. Sollte die Koalition jetzt im Bund im Juli scheitern, könnte man bis zu den Wahlen im Oktober weder eine Mannschaft, noch ein Konzept aufbauen. Man würde weit unter der 5%-Hürde bleiben. Langfristig könnte man natürlich die CSU ärgern, allerdings auch nicht mit einer Merkel-Politik. Da müsste dann die CDU eine CSU-Politik machen und hoffen, über eine Personenwahl zu punkten.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 15:05

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 15:56)
Die CSU ist eine Provinzpartei, genauergesagt eine dem Selbstverständnis nach ausschliesslich bayerische Partei.


Die CSU hat existiert zwar nur in Bayern, sie hat aber schon immer den Anspruch gehabt, neben der Landespolitik auch eine bundespolitische Rolle zu spielen und Politik für ganz Deutschland zu betreiben.

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 15:56)
FJS und alle anderen Altvorderen der CSU würden sich im Grabe umdrehen.


FJS würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, wie rot-grün die CDU heute ist und wie die CSU als deren Anhängsel diesen ganzen selbstzerstörerischen Unsinn mit trägt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Hermann » Sa 23. Jun 2018, 15:08

sunny.crockett hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:00)
Da müsste dann die CDU eine CSU-Politik machen und hoffen, über eine Personenwahl zu punkten.


Das würde aber keinen Sinn machen. Die CSU ist in Bayern so fest verwurzelt, warum sollte dann jemand CDU wählen, wenn er genauso gut CSU wählen kann?

Die CDU könnte in Bayern versuchen die CSU von rechts anzugreifen, aber dort stehen bereits die in Bayern ebenfalls sehr etablierten FW und neuerdings die AfD.

Und der Merkel-Kurs hätte in Bayern auch keine Chance, da könnte man gleich SPD oder Grüne wählen und hätte dort dann dasselbe politische Angebot.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jun 2018, 15:09

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:05)

Die CSU hat existiert zwar nur in Bayern, sie hat aber schon immer den Anspruch gehabt, neben der Landespolitik auch eine bundespolitische Rolle zu spielen und Politik für ganz Deutschland zu betreiben.



FJS würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, wie rot-grün die CDU heute ist und wie die CSU als deren Anhängsel diesen ganzen selbstzerstörerischen Unsinn mit trägt.


Vorsicht - zwischen der Wirtshaus-CSU und der realpolitischen CSU bestand schon zu Strauß-Zeiten ein himmelweiter Unterschied - auch in Sachen Umweltpolitik. Und die Anwerbung von Gastarbeitern ab Mitte der 1950er Jahre sowie das Anwerbeabkommen mit der Türkei war ebenfalls CSU-Politik. Auch die vollmundige Einladung an die Russlanddeutschen - da kam auch in einem erheblichen Maße Problemklientel - war CSU-Politik.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Sa 23. Jun 2018, 15:12

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 15:56)

Selbst Strauß musste in den 70ern fürchten, dass es mit der Absoluten Mehrheit in Bayern vorbei gewesen wäre, wäre die CDU im Gegenzug zur bundesweiten Ausbreitung der CSU in Bayern eingezogen. Und Kohl hätte ihm mit Sicherheit einen Aufpasser am Kabinettstisch platziert, der dem Dicken aus Oggersheim direkt und pronto Bericht erstattet hätte.

Hinzu kommt: es gab ja mal einen Versuch, die CSU außerhalb Bayerns zu etablieren. Mit der DSU in der Nachwende-DDR. Der Versuch ist kläglich gescheitert.
Und vor allem: wie stellen sich die CSUler eine bundesweite Ausbreitung der CSU vor? Man stelle sich mal vor, die CSUler ziehen bei einem Hamburger Landesparteitag in die Halle in Krachlederner, bayerischer Trachtenjacke zum Bayerischen Defiliermarsch ein...
Die CSU ist eine Provinzpartei, genauergesagt eine dem Selbstverständnis nach ausschliesslich bayerische Partei.
Wenn die sich bundesweit ausdehnen würden, hätten - sollte alles gut klappen - am Ende die bösen Saupreissen in der Partei das Sagen. Ein Schreckensszenario für jeden echten Bayern... Söder und Hotte Seehofer hätten dann die letzte Bastion Bayerns an die Preissen verhökert. FJS und alle anderen Altvorderen der CSU würden sich im Grabe umdrehen.



Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der CSUler per se freudig erregt eine bundesweite CSU wünscht. Es sind wohl eher irgendwelche AfD Wähler ausserhalb Bayerns, die sich die Camouflage CSU für ihre AfD Wahl wünschen. Für die lohnt es sich nicht, über einen bundesweiten Antritt der CSU auch nur ansatzweise nachzudenken, s.o.

Zumal die CSU auch intern ein Kreuzfeuer, ;) , auslösen würde, würde sie diesen absurden Gedanken, der sich langfristig nur negativ auswirken kann, da er das Alleinstellungsmerkmal nimmt, zur Diskussion stellen.

Ein FJS hätte mit der AfD schon längst aufgeräumt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Ein Terraner » Sa 23. Jun 2018, 15:13

Hermann hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:05)

FJS würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, wie rot-grün die CDU heute ist und wie die CSU als deren Anhängsel diesen ganzen selbstzerstörerischen Unsinn mit trägt.


Ja, die CDU müsste sich wirklich mal wieder auf alte Zeiten besinnen, ein Spitzensteuersatz in der höhe wie ihn Kohl wollte wäre doch mal eine Sache. :thumbup:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Sa 23. Jun 2018, 15:14

sünnerklaas hat geschrieben:(23 Jun 2018, 16:09)

Vorsicht - zwischen der Wirtshaus-CSU und der realpolitischen CSU bestand schon zu Strauß-Zeiten ein himmelweiter Unterschied - auch in Sachen Umweltpolitik. Und die Anwerbung von Gastarbeitern ab Mitte der 1950er Jahre sowie das Anwerbeabkommen mit der Türkei war ebenfalls CSU-Politik. Auch die vollmundige Einladung an die Russlanddeutschen - da kam auch in einem erheblichen Maße Problemklientel - war CSU-Politik.


;)

http://www.sueddeutsche.de/kultur/csu-w ... -1.4026409
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