Zukunft der CSU

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JJazzGold
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Do 11. Jan 2018, 14:34

CaptainJack hat geschrieben:(11 Jan 2018, 14:28)

Nein, es ging da nur um die FDP.


Ach so, na dann hoffe ich mal, dass sie sich bis zur Wahl noch in Richtung 7-8% entwickelt.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Uffzach » Do 11. Jan 2018, 16:00

Polibu hat geschrieben:(06 Jan 2018, 05:28)

Ist aber den Bayern trotzdem schwer zu verklickern, wenn man im Land eines erzählt und im Bund was anderes macht. Das sollte sich schon die Waage halten.

Na ja, klar. Hast recht. Ich weiß auch noch nicht, ob ich zu guter Letzt dann in Bayern doch auch noch die AfD wähle. :cool:
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Charles » Do 11. Jan 2018, 21:11

JJazzGold hat geschrieben:(07 Jan 2018, 17:48)

Mit den Grünen wird die CSU keine Koalition eingehen.


Das hat die CSU im Frühjahr letzten Jahres für den Bund auch versprochen. Und wollte dann eine Koalition mit Özdemir und Göring und den anderen grünen Spinnern einzugehen.

Wenn die CSU noch einen Markenkern hat, dann ist es Wendehälsigkeit. Versprechen und Ankündigungen der CSU sind keinen Pfifferling wert. Das ist bei den Wählern in den letzten Jahren hängengeblieben.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon CaptainJack » Do 11. Jan 2018, 21:14

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:11)

Das hat die CSU im Frühjahr letzten Jahres für den Bund auch versprochen. Und wollte dann eine Koalition mit Özdemir und Göring und den anderen grünen Spinnern einzugehen.

Wenn die CSU noch einen Markenkern hat, dann ist es Wendehälsigkeit. Versprechen und Ankündigungen der CSU sind keinen Pfifferling wert. Das ist bei den Wählern in den letzten Jahren hängengeblieben.

Genau das sage ich auch. Die CSU hat das Image "Fels in der Brandung" verloren.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Charles » Do 11. Jan 2018, 21:24

CaptainJack hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:14)
Genau das sage ich auch. Die CSU hat das Image "Fels in der Brandung" verloren.


Das liegt aber vorallem am Auftreten der CSU auf Bundesebene.

Wer CSU wählt, bekommt eine Kanzlerin Merkel, die seit Jahren grüne Politik umsetzt. Er bekommt einen Sozi als Bundespräsidenten und Koalitionen mit linken Parteien, seien es Rote oder Grüne.

Und auf Landesebene führt die CSU jetzt flächendeckend Islamunterricht ein und eine der erste Äusserungen Söders als neuer Spitzenkandidat für die Landtagswahl lautet:"Der Islam gehört zu Bayern."

Da hilft es dann auch nicht, wenn Seehofer mal ankündigt bis zur letzten Patrone gegen Zuwanderung kämpfen zu wollen oder Dobrindt die konservative Revolition ausruft. Die real existierende CSU macht nunmal das Gegenteil davon.

Und einen schreienden Löwen, der regelmässig als Bettvorleger von Frau Merkel landet, nimmt halt niemand mehr ernst.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Jan 2018, 21:47

Moses hat geschrieben:(11 Jan 2018, 12:35)

Ich muss dem User allerdings zugute halten, dass ich auch einige Jahre gebraucht habe um zu verinnerlichen das Bayern tatsächlich anders tickt.
Und das er nur das eine Thema hat - bei dem ihm grad die Fälle davon schwimmen - machts ihm auch nicht leichter :D
Wir Bayern sind doch bekannt dafür, hier Milde walten zu lassen :thumbup:

Bayern tickt insofern nicht anders, als dass die aktuellen Entwicklungen in Österreich und in Ungarn in eine sehr CSU-konforme Richtung gehen, Würde die CSU anders ticken, würden sie konservative Positionen vertreteten auch ohne ihren lieben Bruder Orbán nun schon zum (fünften?) male zu strategischen Gesprächen nach Bayern zu laden. Ungarn ist das Versuchsfeld. Ein bissel umgucken in Budapest wäre vielleicht gar keine so schlechte Idee, wenns einem um die Frage der Zukunft der CSU geht.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon CaptainJack » Do 11. Jan 2018, 23:38

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:24)

Das liegt aber vorallem am Auftreten der CSU auf Bundesebene.

Wer CSU wählt, bekommt eine Kanzlerin Merkel, die seit Jahren grüne Politik umsetzt. Er bekommt einen Sozi als Bundespräsidenten und Koalitionen mit linken Parteien, seien es Rote oder Grüne.

Und auf Landesebene führt die CSU jetzt flächendeckend Islamunterricht ein und eine der erste Äusserungen Söders als neuer Spitzenkandidat für die Landtagswahl lautet:"Der Islam gehört zu Bayern."

Da hilft es dann auch nicht, wenn Seehofer mal ankündigt bis zur letzten Patrone gegen Zuwanderung kämpfen zu wollen oder Dobrindt die konservative Revolition ausruft. Die real existierende CSU macht nunmal das Gegenteil davon.

Und einen schreienden Löwen, der regelmässig als Bettvorleger von Frau Merkel landet, nimmt halt niemand mehr ernst.
Deinen letzten Satz habe ich sinngemäß auch so formuliert. Dass es so ist, wurde aber von einem User vehement bestritten.
Zuletzt geändert von CaptainJack am Do 11. Jan 2018, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Do 11. Jan 2018, 23:39

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:11)

Das hat die CSU im Frühjahr letzten Jahres für den Bund auch versprochen. Und wollte dann eine Koalition mit Özdemir und Göring und den anderen grünen Spinnern einzugehen.

Wenn die CSU noch einen Markenkern hat, dann ist es Wendehälsigkeit. Versprechen und Ankündigungen der CSU sind keinen Pfifferling wert. Das ist bei den Wählern in den letzten Jahren hängengeblieben.


Bund und Land sind für Bayern zwei grundsätzlich unterschiedliche Dinge.
Das kann niemand begreifen, der es nicht lebt.

Die CSU wird im Land nicht mit den Grünen koalieren. Bayern versteht es seit Strauss Laptop und Lederhose zu kombinieren und nichts davon findet sich bei den Grünen. Die mögen Kompromissbereitschaft bis zur Selbstaufgabe signalisieren, wir wollen sie nicht in der Regierung. Die sollen andernorts mit ihren depperten Windrädern den Boden versiegeln und die Landschaft verschandeln, das Geld zum Fenster rausschmeißen, für ihre Ökodiktatur, und jedem Haushalt einen Fleischatlas als grüne Leidkultur zukommen lassen und das Bildungsniveau senken, bei uns nicht!
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Do 11. Jan 2018, 23:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:47)

Bayern tickt insofern nicht anders, als dass die aktuellen Entwicklungen in Österreich und in Ungarn in eine sehr CSU-konforme Richtung gehen, Würde die CSU anders ticken, würden sie konservative Positionen vertreteten auch ohne ihren lieben Bruder Orbán nun schon zum (fünften?) male zu strategischen Gesprächen nach Bayern zu laden. Ungarn ist das Versuchsfeld. Ein bissel umgucken in Budapest wäre vielleicht gar keine so schlechte Idee, wenns einem um die Frage der Zukunft der CSU geht.


Unnötig, Orban hat die CSU nur eingeladen, weil bei der Seehofer CSU nach der Wahl vor Wahl ist und man es für opportun hält zu zeigen, dass der Konsens mit Frau Merkel zur Bundestagswahl Geschichte ist. Mit einer präferierten Richtung à la Ungarn hat das nichts zu tun. Würde die CSU die direkte Demokratie Bayerns versuchen gegen das eher diktatorische Modell Orbans auszuwechseln, kann sie sich auch gleich die politische Kugel geben.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 12. Jan 2018, 08:07

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:11)

Das hat die CSU im Frühjahr letzten Jahres für den Bund auch versprochen. Und wollte dann eine Koalition mit Özdemir und Göring und den anderen grünen Spinnern einzugehen.

Wenn die CSU noch einen Markenkern hat, dann ist es Wendehälsigkeit. Versprechen und Ankündigungen der CSU sind keinen Pfifferling wert. Das ist bei den Wählern in den letzten Jahren hängengeblieben.


Die Wähler in Bayern, lieber Charles, können sehr gut zwischen Landtagswahl und Bundestagswahl entscheiden. Sowie eben zwischen Bund und Land. Dies ist eine Tatsache, die du beherzigen solltest, wenn du meinst von "außen" das Verhalten der bayrischen Wählerschaft zu begutachten.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 12. Jan 2018, 08:13

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:24)

Das liegt aber vorallem am Auftreten der CSU auf Bundesebene.


Das Problem ist, das du nicht weißt, das die Bayern sehr wohl unterscheiden können zwischen Bund und Land :)

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:24)
Wer CSU wählt, bekommt eine Kanzlerin Merkel, die seit Jahren grüne Politik umsetzt. Er bekommt einen Sozi als Bundespräsidenten und Koalitionen mit linken Parteien, seien es Rote oder Grüne.


Welche Grüne Politik denn? Nebenbei müsste ja die FDP laut deiner Meinung auch links sein, oder?

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:24)
Und auf Landesebene führt die CSU jetzt flächendeckend Islamunterricht ein und eine der erste Äusserungen Söders als neuer Spitzenkandidat für die Landtagswahl lautet:"Der Islam gehört zu Bayern."


Der Islam ist ein Bestandteil Bayerns. Wenn du schon meinst zu zitieren, dann mache es bitte korrekt.

Charles hat geschrieben:(11 Jan 2018, 21:24)
Da hilft es dann auch nicht, wenn Seehofer mal ankündigt bis zur letzten Patrone gegen Zuwanderung kämpfen zu wollen oder Dobrindt die konservative Revolition ausruft. Die real existierende CSU macht nunmal das Gegenteil davon.


Was soll denn auch der Schützengehilfe aus Weilheim groß meinen mit seiner Konservativen Revolution? Die Slomka hat ihn da gut auseinander genommen.
Und Flüchtlingsversorgung hat immer noch nichts mit Zuwanderung zu tun.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 12. Jan 2018, 09:19

JJazzGold hat geschrieben:(11 Jan 2018, 23:52)

Unnötig, Orban hat die CSU nur eingeladen, weil bei der Seehofer CSU nach der Wahl vor Wahl ist und man es für opportun hält zu zeigen, dass der Konsens mit Frau Merkel zur Bundestagswahl Geschichte ist. Mit einer präferierten Richtung à la Ungarn hat das nichts zu tun. Würde die CSU die direkte Demokratie Bayerns versuchen gegen das eher diktatorische Modell Orbans auszuwechseln, kann sie sich auch gleich die politische Kugel geben.

Das ist dann vielleicht auch etwas falsch rübergekommen. Bayern eine politische Ausrichtung nach Ungarn ... das geht ja gleich in mehrfacher Hinsicht schon logisch strukturell nicht. Und dennoch handelt es sich ganz sicher um mehr als einen Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Merkel. Dazu sind diese Einladungen an Orbán inzwischen zu verstetigt und gebräuchlich. Und es handelt sich ja auch nicht um eine Repräsentationsveranstaltung sondern um eine Klausurtagung. Der BR sprach in einem Kommentar zur Veranstaltung in Seeon von einer "Konservativen Wende" der CSU. Und man müsse die Neuausrichtung der CSU auch im Zusammenhang a) mit dem Wahlausgang in Österreich, b) mit dem Brexit und c) mit den Vorgängen etwa in Katalonien sehen.

Wie denkt man in der CSU über die jüngere Ungarische Verfassung, (zurecht) Gegenstand heftiger Kritik demokratischer Kräfte in Europa:
Als "ideologisch einseitig und inhaltlich völlig abwegig" hat der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt Kritik an der neuen ungarischen Verfassung am Dienstag zurückgewiesen. Diese beinhalte das gesamte Völkerrecht, die EU-Grundrechtecharta, das weltweit beste Volksgruppen- und Minderheitenrecht sowie eine klare Verankerung der Europäischen Einigung als zentrales Verfassungsziel. Die demokratischen Institutionen und die Gewaltenteilung würden gestärkt (!!!). Die dezidiert christliche Orientierung der großen Mehrheit der ungarischen Bevölkerung schlage sich in der Präambel, im Schutz von Ehe und Familie, in einem verbesserten Lebensschutz auch für ungeborene, behinderte und alte Menschen sowie in höchsten bioethischen Standards nieder. Diese Kompetenz, so Posselt, belasse der EU-Vertrag ausdrücklich den Mitgliedsstaaten.
(Stand 2011, da war Posselt noch EU-Abgeordneter). Natürlich denkt nicht jeder in der CSU so positiiv über das ungarische politische System Orbáns wie Posselt. Aber doch ein nicht unbeträchtlicher Teil denkt so. Und was speziell Posselt und seine Rolle in der CSU als ehemaliger Otto-von-Habsburg-Vertrauter und mit der Paneuropa-Union maßgeblich organisatorisch am Fall des Eisernen Vorhangs Beteiligter ... ich bin mir sicher, auch wenn ichs nicht nachweisen kann, dass wesentliche Züge, Passagen und Formulierungen der Neuen Ungarischen Verfassung in München ausgearbeitet wurden. Dazu muss man die gesammelten Aufsätze Posselts in den Nebensätzen entsprechend lesen und interpretieren. Und noch einmal auf einem anderen Blatt steht die kontinuierlich gedeihliche wirtschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen, die im Süden Deutschlands ansässig sind, mit ungarischen Unternehmen, Kommunen und staatlichen Einrichtungen. Die "Außenbeauftragten" dieser großen Unternehmen gehen als gute Freunde bei staatlichen Stellen in Budapest ein und aus. Solange die CSU sich (erfolgreich) gegen einen EVP-Ausschluss der Fidesz erwehrt, sind und bleiben Demokratie-Bekenntnisse und formale Verurteilungen ungarischer Politik durch CSU-Leute für mich, das was sie sind: Leere Worte, um die Empörung ein wenig zu bedienen. Sonst nix.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Charles » Fr 12. Jan 2018, 11:57

Alexyessin hat geschrieben:(12 Jan 2018, 08:13)
Welche Grüne Politik denn?


Atomausstieg, Abschaffung der Wehrpflicht, Frauenquote, Homo-"Ehe", Kinderkrippen, offene Grenzen, EU-Schuldenvergemeinschafung ...

Liest sich wie eine Grünen-Bibel aus den 80er Jahren, wurde aber alles von CDU und CSU in den letzten 12 Jahren umgesetzt und beschlossen.

Alexyessin hat geschrieben:(12 Jan 2018, 08:13)
Was soll denn auch der Schützengehilfe aus Weilheim groß meinen mit seiner Konservativen Revolution? Die Slomka hat ihn da gut auseinander genommen.


Slomka hat ihn auseinandergenommen, weil sie Dobrindts "konservative Revolution" als reine Worthülse entlarvt hat. Sie wollte von ihm konkret wissen, was denn nun konservative Revolution inhaltlich genau bedeutet. Darauf konnte Dobrindt nichts sagen. Es ist halt nur so ein Schlagwort, mit dem wie CSU wieder mal rechts blinken will, hinter dem sich aber substanziell nichts verbirgt. Wie immer eben bei der CSU.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Fr 12. Jan 2018, 11:59

"schokoschendrezki"

Das ist dann vielleicht auch etwas falsch rübergekommen. Bayern eine politische Ausrichtung nach Ungarn ... das geht ja gleich in mehrfacher Hinsicht schon logisch strukturell nicht. Und dennoch handelt es sich ganz sicher um mehr als einen Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Merkel. Dazu sind diese Einladungen an Orbán inzwischen zu verstetigt und gebräuchlich. Und es handelt sich ja auch nicht um eine Repräsentationsveranstaltung sondern um eine Klausurtagung. Der BR sprach in einem Kommentar zur Veranstaltung in Seeon von einer "Konservativen Wende" der CSU. Und man müsse die Neuausrichtung der CSU auch im Zusammenhang a) mit dem Wahlausgang in Österreich, b) mit dem Brexit und c) mit den Vorgängen etwa in Katalonien sehen.


Ich bitte Sie, dieses CSU G'schmarre von der "Konservativen Revolution" ist doch nicht für den normalen Bayern gedacht. Das ist Lockmittel für die AfD Abtrünnigen. Der Dobrindt weiß doch selbst nicht, was er darunter zu verstehen hat. Das ist eine Mohrrübe vors Maul des rechtspopulistischen Wählers.

Was der Bayer per se der CSU nicht verzeiht, sind nicht die Flüchtlinge, sondern z.B. die nachgewiesene Unfähigkeit in Punkto Digitalisierung, das schwachsinnige Gehudel von G9 auf G8 auf G9, die depperte Herdprämie, die fehlende Kitaplanung kaschieren soll, etc. Strebte die CSU die konservative Revolution an, müsste sie zuerst das "S" aus der Bezeichnung streichen.





Wie denkt man in der CSU über die jüngere Ungarische Verfassung, (zurecht) Gegenstand heftiger Kritik demokratischer Kräfte in Europa:
(Stand 2011, da war Posselt noch EU-Abgeordneter). Natürlich denkt nicht jeder in der CSU so positiiv über das ungarische politische System Orbáns wie Posselt. Aber doch ein nicht unbeträchtlicher Teil denkt so. Und was speziell Posselt und seine Rolle in der CSU als ehemaliger Otto-von-Habsburg-Vertrauter und mit der Paneuropa-Union maßgeblich organisatorisch am Fall des Eisernen Vorhangs Beteiligter ... ich bin mir sicher, auch wenn ichs nicht nachweisen kann, dass wesentliche Züge, Passagen und Formulierungen der Neuen Ungarischen Verfassung in München ausgearbeitet wurden. Dazu muss man die gesammelten Aufsätze Posselts in den Nebensätzen entsprechend lesen und interpretieren. Und noch einmal auf einem anderen Blatt steht die kontinuierlich gedeihliche wirtschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen, die im Süden Deutschlands ansässig sind, mit ungarischen Unternehmen, Kommunen und staatlichen Einrichtungen. Die "Außenbeauftragten" dieser großen Unternehmen gehen als gute Freunde bei staatlichen Stellen in Budapest ein und aus. Solange die CSU sich (erfolgreich) gegen einen EVP-Ausschluss der Fidesz erwehrt, sind und bleiben Demokratie-Bekenntnisse und formale Verurteilungen ungarischer Politik durch CSU-Leute für mich, das was sie sind: Leere Worte, um die Empörung ein wenig zu bedienen. Sonst nix.[/quote]

Ich gestehe, dass ich mich, abgesehen von einem Teilbereich wirtschaftlicher Zusammenarbeit bisher wenig bis gar nicht mit bayerisch-ungarischen Beziehungen beschäftigt habe. Was ich weiß ist, dass ein politisches "Orban copy&paste" der CSU mehr schaden als nützen wird. Meines Erachtens hat ihr die erneute Einladung Orbans, der, geographisch nicht sattelfest, eine bayerisch-ungarische Grenze schützen will, bereits geschadet.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Fr 12. Jan 2018, 12:36

Charles hat geschrieben:(12 Jan 2018, 11:57)

Atomausstieg, Abschaffung der Wehrpflicht, Frauenquote, Homo-"Ehe", Kinderkrippen, offene Grenzen, EU-Schuldenvergemeinschafung ...

Liest sich wie eine Grünen-Bibel aus den 80er Jahren, wurde aber alles von CDU und CSU in den letzten 12 Jahren umgesetzt und beschlossen.


Der Atomausstieg war schon beschlossen, die Wehrpflicht musste ausgesetzt werden wegen der Wehrgerechtigkeit. Schon wieder vergessen?
Die Eher für gleichgeschlechtliche Paare wäre so oder so gekommen, nur hat diesmal halt niemand gewartet bis Karlsruhe das festlegt.
Was an Kindergrippen denn jetzt grüne Politik sein soll, kannst du ja mal erklären.
Offene Grenezen haben was mit Schengen zu tun, auch das bringst du hier wieder mal durcheinander und eine Schuldenvergemeinschaftung schaut anders aus.

Also bis auf deine persöliche Abneigung gegen die Gleichstellung der Ehe bei homosexuellen Lebensgemeinschaften hast du keinen Treffer gelandet. Das ist mal richtig dumm für dich gelaufen.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 12. Jan 2018, 12:55

JJazzGold hat geschrieben:(12 Jan 2018, 11:59)
Ich gestehe, dass ich mich, abgesehen von einem Teilbereich wirtschaftlicher Zusammenarbeit bisher wenig bis gar nicht mit bayerisch-ungarischen Beziehungen beschäftigt habe. Was ich weiß ist, dass ein politisches "Orban copy&paste" der CSU mehr schaden als nützen wird. Meines Erachtens hat ihr die erneute Einladung Orbans, der, geographisch nicht sattelfest, eine bayerisch-ungarische Grenze schützen will, bereits geschadet.

Die reichen übrigens rund tausend Jahre bis zur Einwanderung und Christianisierung der Ungarn zurück. Die erste ungarische Königin war eine bayerische Prinzessin. (Gisela von Bayern). Dass sich Orbán auf der CSU-Klausurtagung als (wörtlich) "Grenzschutzkapitän" (u.a.) für Bayern anbot, hat nix mit mangenden Geographiekenntnissen sondern eher mit ungesunder Selbstüberschätzung zu tun. Orbán hat (ausgerechnet dank eines Soros-Stipendiums) in Oxford postgradual studiert. Mangel an formaler Bildung oder Mehrsprachigkeit ist - anders als bei anderen europäischen Politikern - ganz sicher nicht Orbáns Problem.

Fährt man übrigens aus Budapest Richtung Bayern, so fallen einem vor allem die massiven Grenzposten auf der österreichischen Seite der österreich-ungarischen Grenze auf. Sie sind ein paar hundert Meter Richtung landeinwärts (inzwischen mehr oder weniger fest) stationiert, so dass sie effektiv arbeiten und dennoch nicht den Schengen-Abkommen widersprechen. Es geht auch nicht einfach um eine Übernahme ungarischer politischer Grundsätze durch Bayern oder Österreich im einfachen Sinne von "Copy & Paste" sondern um einen insgesamten langsamen widersrpüchlichen Wechsel der politischen Leitlinien im ganzen südlichen Mitteleuropa.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Wähler » So 14. Jan 2018, 09:43

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... picks=true
Spiegel 14. Januar Söder fordert härtere Gangart gegen AfD
Konkret kritisierte Söder, dass die AfD nicht in der Lage sei, den "rechtsradikalen" Thüringer Landeschef Björn Höcke aus der Partei auszuschließen. "Eine solche Partei kann sich nicht als bürgerliche Kraft bezeichnen", sagte Söder. "Wer das Holocaust-Mahnmal als Denkmal der Schande bezeichnet, ist nicht konservativ, sondern radikal."

Einer Koalition mit der FDP nach der Landtagswahl in Bayern erteilte Söder eine Absage. "Wer sich in Berlin nicht traut zu regieren, braucht nicht in München um Verantwortung zu buhlen", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Er bedauere es, dass die FDP sich bei den Jamaika-Verhandlungen der Verantwortung entzogen habe. Einigen habe der Mut gefehlt.

Seehofer hätte das wohl so nie gesagt.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Charles » So 14. Jan 2018, 17:46

Schwarz-Gelb hat nach den aktuellen Umfragen sowieso keine Mehrheit. Mit wem will Söder denn regieren? Mit SPD oder Grünen? Wird er sich dazu vor der Wahl klar äussern?
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon Alexyessin » Mo 15. Jan 2018, 08:15

Charles hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:46)

Schwarz-Gelb hat nach den aktuellen Umfragen sowieso keine Mehrheit. Mit wem will Söder denn regieren? Mit SPD oder Grünen? Wird er sich dazu vor der Wahl klar äussern?


Bis September läuft eh noch viel Wasser die Isar runter und dann gibt es schliesslich noch die FWler.
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Re: Zukunft der CSU

Beitragvon JJazzGold » Mo 15. Jan 2018, 08:21

Charles hat geschrieben:(14 Jan 2018, 17:46)

Schwarz-Gelb hat nach den aktuellen Umfragen sowieso keine Mehrheit. Mit wem will Söder denn regieren? Mit SPD oder Grünen? Wird er sich dazu vor der Wahl klar äussern?


Söder mag nicht sympathisch rüberkommen, aber ein Depp ist er definitiv nicht. Weshalb sollte die CSU ein halbes Jahr vor der Wahl irgendwelche Koalitionsabsichten äussern?
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