Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 28. Okt 2017, 15:09

Der Neandertaler hat geschrieben:(28 Oct 2017, 16:05)

Es geht nicht um die Größe ... um die Bilanzsummen, sondern hier geht es primär um's Prinzip.
    ... und, wie gesagt:
      ich möchte keine weiteren Trumpeltiere in Politik!

Ein deutscher Wahlkampf ist kostenmäßig ein Witz. Jede Werbekampagne für den gut&günstig-Laden kostet mehr. Niemand hindert Parteien daran, aus Beiträgen und Spenden sowie Mandatsträgerumlagen, zusammen genannt Zuwendungen, so viel Personal und externe Zulieferer zu bezahlen wie sie eben mögen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Boraiel » Sa 28. Okt 2017, 15:12

Katenberg hat geschrieben:(20 Sep 2017, 18:21)

Ich halte eine generelle Abschaffung der Parteienfinanzierung für eine interessante Idee. Generell sollte der Staat für politische Meinungsprojekte kein Geld zahlen.

Das halte ich ebenfalls für sinnvoll.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Der Neandertaler » So 29. Okt 2017, 12:55

Hallo Katenberg.
Katenberg hat geschrieben:Ich halte eine generelle Abschaffung der Parteienfinanzierung für eine interessante Idee. Generell sollte der Staat für politische Meinungsprojekte kein Geld zahlen.
OK, aber wer denn dann? Die Großspender - gemäß der USA? Damit Wirtschaft, oder generell Großspender, noch mehr Einfluß auf Politik bekommt?

Möchtest Du allen Ernstes noch mehr Trumps, Erdogans, oder wen sonst noch, in Politik und an entscheidenen Stellen sitzen haben, die dann eventuell nur noch Wirtschaftsunternehen verpflichtet sind?
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 29. Okt 2017, 13:13

Der Neandertaler hat geschrieben:(29 Oct 2017, 12:55)

Hallo Katenberg.OK, aber wer denn dann? Die Großspender - gemäß der USA? Damit Wirtschaft, oder generell Großspender, noch mehr Einfluß auf Politik bekommt?

Möchtest Du allen Ernstes noch mehr Trumps, Erdogans, oder wen sonst noch, in Politik und an entscheidenen Stellen sitzen haben, die dann eventuell nur noch Wirtschaftsunternehen verpflichtet sind?

Der normale Bürger spart etwa 10 Euro steuern im Monat, wenn man die Parteifinanzierung abschafft. Davon könnte er ja spenden, wenn er mag. Die Parteien müssen natürlich lieb fragen und sich interessant machen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Loki » So 29. Okt 2017, 13:37

Realist2014 hat geschrieben:(28 Oct 2017, 15:59)

das wäre dann die Partei der Alleinerziehenden....

Möglich, daß die nicht unbedingt Mitgliedsbeiträge zahlen wollen oder gar können,
vielleicht sogar noch nicht einmal Zeit haben, Mitgliedsanträge auszufüllen.
Warum auch ? Die wählen die Partei und gut ist aus deren Sicht.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Der Neandertaler » So 29. Okt 2017, 13:55

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Der normale Bürger spart etwa 10 Euro steuern im Monat, wenn man die Parteifinanzierung abschafft. Davon könnte er ja spenden, wenn er mag. Die Parteien müssen natürlich lieb fragen und sich interessant machen.
Weißt Du, was mir an Deinen Ansichten ... an Deinen Antworten nicht gefällt? Daß bei Dir alles lediglich auf's Ökonomische hinausläuft.
    ... daß Du alles bequem durch die Einäugige Euro-Brille betrachtest.
Daß nicht der, der eh schon sparen muß - weil er von Hartz-IV leben muß, daß der nicht auch noch für Parteien spenden kann oder will, ... dies ist nicht in Deinem Blickwinkel?!?
    ... es leuchtet Dir schlichtweg nicht ein?!?
      ... so er diese 10€ überhaupt in die Finger bekommt.
Wie auch? Daß solltest Du uns mal erklären!!! Der Staat gibt doch nicht das Geld, was er aufgrund einer Maßnahme an der einen Stelle spart, auf der anderen Seite den Bürgern. Hartz-IV-Empfängern wird sogar eine eventuelle Kindergelderhöhung verrechnet. Und nun kommst Du und bist im Irrglauben, daß der Staat die eventuelle Ersparnis aus einer Parteienfinanzierungskürzung freiwillig den Bürgern zurückzahlt? Wo lebst Du denn?
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 29. Okt 2017, 14:25

Der Neandertaler hat geschrieben:(29 Oct 2017, 13:55)

Weißt Du, was mir an Deinen Ansichten ... an Deinen Antworten nicht gefällt? Daß bei Dir alles lediglich auf's Ökonomische hinausläuft.
    ... daß Du alles bequem durch die Einäugige Euro-Brille betrachtest.
Daß nicht der, der eh schon sparen muß - weil er von Hartz-IV leben muß, daß der nicht auch noch für Parteien spenden kann oder will, ... dies ist nicht in Deinem Blickwinkel?!?
    ... es leuchtet Dir schlichtweg nicht ein?!?
      ... so er diese 10€ überhaupt in die Finger bekommt.
Wie auch? Daß solltest Du uns mal erklären!!! Der Staat gibt doch nicht das Geld, was er aufgrund einer Maßnahme an der einen Stelle spart, auf der anderen Seite den Bürgern. Hartz-IV-Empfängern wird sogar eine eventuelle Kindergelderhöhung verrechnet. Und nun kommst Du und bist im Irrglauben, daß der Staat die eventuelle Ersparnis aus einer Parteienfinanzierungskürzung freiwillig den Bürgern zurückzahlt? Wo lebst Du denn?


Hallo Neandertaler,

da möchte ich doch ein wenig gegensteuern. Die Behauptung im Thread ist, die staatliche Parteifinanzierung begünstige einseitig große Parteien. Da muss man über Geld reden, klare Sache. Ich denke, ich habe herausgearbeitet, dass nur sehr kleine Parteien (Unter 1% Achtungserfolg) im Nachteil sind, kleine Parteien ansonsten gegenüber großen Parteien begünstigt werden. Die ersten vier Millionen Stimmen am Stimmenkonto werden mit nominell 1 Euro statt nominell 83 Cent vergütet. Natürlich sind beide Beträge in Wirklichkeit geringer wegen der absoluten Obergrenze.

Ich möchte das Leben mit Alg II, ob nun mit Zuverdienst oder ohne, nicht schönmalen. Es ist nicht schön. Jedoch ist es den meisten Familien möglich, preisgünstige Hobbys über Jahre weiter zu führen. Der Mindestbeitrag der meisten Parteien liegt bei 3 Euro oder weniger im Monat. Zahlreiche ALG-II-Bezieher sind in den Parteien aktiv. Dass eher die kleinen und mittleren Einkommen als die ganz kleinen zum Aufkommen der ca 10 Euro beitragen, ist auch heute schon so - schließlich kommen die Steuermittel der Parteien aus versteuertem Einkommen und Konsum. Der Staat gibt im Durchschnitt tatsächlich Einnahmen, die er nicht verbraucht, an den Bürger zurück durch Senkung von Steuern Beiträgen. Natürlich nicht unmittelbar - Schulden wollen getilgt sein und oft tritt an die Stelle der einen Ausgabe eine andere, die zwar auch nötig, aber bisher unbezahlbar war. Das dient - theoretisch - dem Wohl der Allgemeinheit.

Die Mehrzahl der Bürger kann sich mehr Spenden oder Beiträge zu Parteien und Vereinen leisten als sie heute tätigen. Parteien müssen sich für diese Menschen attraktiver machen - übrigens auch als Mitglieder und Funktionsträger. Sonst werden die Parteien, egal wie hoch man sie querfinanziert, bald leere Hüllen sein und Spielball externer Interessen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Loki » So 29. Okt 2017, 15:30

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(29 Oct 2017, 14:25)

Die ersten vier Millionen Stimmen am Stimmenkonto werden mit nominell 1 Euro statt nominell 83 Cent vergütet.

Nur wenn diese Partei bereits entsprechende Einnahmen aus anderen Quellen vorweisen kann, wird jede erhaltene Stimme auch vergoldet...
Hat die Partei bestimmte, sonstige Einnahmen in Höhe von Null Euro, jedoch eine Millionen Stimmen erhalten, gibt kein Geld für die erhaltenen Stimmen, keinen Ein-Euro für jede Stimme.
Die Wahrscheinlichkeit, daß eine "Armenpartei" kurz vor den Wahlen gegründet kaum nennenswert sonstige Einnahmen hat, ist gegeben.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 29. Okt 2017, 15:35

Loki hat geschrieben:(29 Oct 2017, 15:30)

Nur wenn diese Partei bereits entsprechende Einnahmen aus anderen Quellen vorweisen kann, wird jede erhaltene Stimme auch vergoldet...

Das ist die relative Obergrenze. Sie ist nicht für kleine Parteien ein Problem sondern für Fantomparteien, die praktisch im Verhältnis zum Wahlerfolg kaum Einnahmen generieren.
Fantomparteien wie PRO/Schill, STATT und zuletzt Piraten und AfD finanziert der Steuerzahler nicht gern. Wozu auch, sie verschwinden so schnell wieder.

Die Wahrscheinlichkeit, daß eine "Armenpartei" kurz vor den Wahlen gegründet kaum nennenswert sonstige Einnahmen hat, ist gegeben.

Dann sollten die Armen sich vielleicht ein paar Monate eher gründen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Loki » So 29. Okt 2017, 15:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(29 Oct 2017, 15:35)
Fantomparteien wie PRO/Schill, STATT und zuletzt Piraten und AfD finanziert der Steuerzahler nicht gern.

Es betrifft jede Partei, die nur eine bestimmte Höhe an sonstigen Einnahmen hat. Völlig egal, welche Namen sie tragen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 29. Okt 2017, 15:41

Loki hat geschrieben:(29 Oct 2017, 15:37)

Es betrifft jede Partei, die nur eine bestimmte Höhe an sonstigen Einnahmen hat. Völlig egal, welche Namen sie tragen.

Die Liste umfasste fast alle Beispiele der neueren Zeit. Die kleine Partei "Freie Wähler" hat das Problem nicht, obwohl sie in mehreren Landtagen und im EU-Parlament hockt. Die ÖDP auch nicht. Die DKP: Auch nicht. Tierschutz? Nein. Yogische Flieger? Wieder nicht.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Der Neandertaler » So 29. Okt 2017, 15:41

Hallo Sole.survivor.
Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Hallo Neandertaler,

da möchte ich doch ein wenig gegensteuern. Die Behauptung ... staatliche Parteifinanzierung begünstige einseitig große Parteien. ... nur sehr kleine Parteien (Unter 1% Achtungserfolg) im Nachteil sind, kleine Parteien ansonsten gegenüber großen Parteien begünstigt werden.
Da bin ich inetwa bei Dir! Aber eine Kürzung, oder gar eine Abschaffung staatlicher Parteienfinanzierung dürfte kontraproduktiv sein. Das Palament sollte ein Abbild der Gesellschaft sein - wir haben aber heute schon vorwiegend und ausschließlich Beamte und Freiberufler darin sitzen. Beamte: weil nur ihnen der Arbeitsplatz freigehalten wird. Freiberufler: auch nur, wenn sie es sich erlauben können, einmal nicht im Betrieb zu erscheinen.
Ich möchte Politiker, die sich (ausschließlich) um Politik kümmern (können) und sich nicht um Spenden bemühen müssen.
    ... denen sie sich dann auch noch verpflichtet fühlen.
Ich möchte auch Politiker, die Politik für's Volk machen ... soziale Politik also, und nicht nur das tun, was ihnen Gewinn verspricht - weil sie, wie das us-amerikanische Trumpeltier, Wahlkampf weitgehend aus eigener Tasche bezahlen (können).

Nun kann man sich ausgiebig darüber streiten, ob Parteien hinreichen soziale Politik für's Volk machen, aber Politik (und Investitionen), die ausschließlich dann getätigt wird, wenn sie ausreichend Gewinn verspricht, ... diese sieht anders aus, als heute.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Der Neandertaler » So 29. Okt 2017, 15:59

Hallo Loki-
Loki hat geschrieben:Die Wahrscheinlichkeit, daß eine "Armenpartei" kurz vor den Wahlen gegründet kaum nennenswert sonstige Einnahmen hat, ist gegeben.
Warum dies so ist, lassen wir mal erst außen vor!
Aber findest Du es nicht auch besser, jeder, der ein bestimmtes (und eventuell auch berechtigtes) Interesse hat, würde versuchen, dies innerhalb einer der etablierten Parteien vorzubringen - anstatt eine neue (und eventuell kleine) Partei zu gründen? Denn nur in und mit einer dieser etablierten Parteien besteht doch die Aussicht, daß diese auch an die Regierung kommt und etwas verändern kann.

Es entspricht zwar dem Demokratiegedanken - je mehr Parteien es gibt, aber damit ist noch selten (und zwangläufig) eine politische Veränderung einhergegangen.

Parteien, die nur ein Thema besitzen ... und besetzen, gehen meistens auch sehr schnell wieder unter. Vorzugsweise dann, wenn diese Partei damit kein "Erfolg" hat, oder sich das Thema erledigt.
    (s.: Piraten, Schill-Partei, etc.)
Diese zu unterstützen, ... der Bürger ist kaum gewillt!
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Loki » So 29. Okt 2017, 16:04

Der Neandertaler hat geschrieben:(29 Oct 2017, 15:59)

Aber findest Du es nicht auch besser, jeder, der ein bestimmtes (und eventuell auch berechtigtes) Interesse hat, würde versuchen, dies innerhalb einer der etablierten Parteien vorzubringen - anstatt eine neue (und eventuell kleine) Partei zu gründen?

Kaum jemand setzt sich gerne auf altes, morsches Holz.

Außerdem der Ruf, wer will sich den schon überziehen. Und das Image dieser Parteien erst...
Nein Danke.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Katenberg » Mo 6. Nov 2017, 00:52

Tomaner hat geschrieben:(27 Oct 2017, 16:31)

Damit nur noch Parteien die Millionäre und Milliardäre vertreten ordentlich Spenden bekommen und Politik machen können? vielleicht noch AfD über Putinfinanzierung? Oder der schuss geht nach hinten los, während sich normale Parteien nicht mehr finanzieren können, finanzieren Ölscheichs Parteien die Scharia einführen wollen?


Ich wäre auch nicht abgeneigt, politische Finanzierung aus dem Ausland ebenso zu verbieten. Natürlich kann man das umgehen, aber trotz allem kann das wieder aufgedeckt und öffentlich gemacht werden. Wir sind nicht mehr in der Situation, dass man eine große Bühne nur noch mit Geld bekommen kann. Die Bereitschaft, wie sehr linke politische Inhalte jedoch in diesem Land Gelder von der Allgemeinhalt erhalten, ist für mich das Letzte. Der Staat hat nicht als eine Gesinnungsinstanz zu wirken, er hat sich aus der Willensbildung rauszuhalten bei jedem Maß, das über die sachliche Information hinausgeht. Und deswegen bin ich auch gegen die Parteienfinanzierung und die damit einhergende Bildung von Filz und verkrusteten Strukturen.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Katenberg » Mo 6. Nov 2017, 00:56

Der Neandertaler hat geschrieben:(29 Oct 2017, 12:55)

Hallo Katenberg.OK, aber wer denn dann? Die Großspender - gemäß der USA? Damit Wirtschaft, oder generell Großspender, noch mehr Einfluß auf Politik bekommt?

Möchtest Du allen Ernstes noch mehr Trumps, Erdogans, oder wen sonst noch, in Politik und an entscheidenen Stellen sitzen haben, die dann eventuell nur noch Wirtschaftsunternehen verpflichtet sind?


Herrlich, wie du wieder Dinge in den Topf wirfst, die nichts miteinander zu tun haben. Aber ja, ich habe rein gar nichts dagegen, wenn Unternehmer Einfluss auf die Politik nehmen, jedenfalls besser, als wenn es Heerscharen von Geldempfängern sind, die sich derzeit um die Tröge kloppen. Ein Unternehmer zeichnet sich dadurch aus, persönliche Risiken einzugehen und etwas aufzubauen, wohingegen das Gros der Bundestagsabgeordnete reine Berufspolitiker oder Beamte sind.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Tomaner » Mo 6. Nov 2017, 13:55

Katenberg hat geschrieben:(06 Nov 2017, 00:52)

Ich wäre auch nicht abgeneigt, politische Finanzierung aus dem Ausland ebenso zu verbieten. Natürlich kann man das umgehen, aber trotz allem kann das wieder aufgedeckt und öffentlich gemacht werden. Wir sind nicht mehr in der Situation, dass man eine große Bühne nur noch mit Geld bekommen kann. Die Bereitschaft, wie sehr linke politische Inhalte jedoch in diesem Land Gelder von der Allgemeinhalt erhalten, ist für mich das Letzte. Der Staat hat nicht als eine Gesinnungsinstanz zu wirken, er hat sich aus der Willensbildung rauszuhalten bei jedem Maß, das über die sachliche Information hinausgeht. Und deswegen bin ich auch gegen die Parteienfinanzierung und die damit einhergende Bildung von Filz und verkrusteten Strukturen.

Welche sehr linke Inhalte bekommen genau Gelder von der Allgemeinheit? Vor allem was ist für dich "links"? Nemen wir mal Kulturarbeit! Da bekommen Theater hohe Zuschüsse und jeder Platz ist mit enormen Geld bezuschusst, wo aber meist nur relativ Reiche sitzen. Geht also ein Reicher in die Oper, wird ihm das Zuschauen bezuschußt. Auch jede "konservative" Blakapelle die für CSU spielt bekommt für jeden Hut oder Tracht Zuschüsse. Niemand stellt dies in Frage, während gehen wir zu soziokulturellen Zentren, die Kleinkunst, kleiner Konzerte oder auch neue Gruppen egal ob Musik oder Jonglage usw. unterstützen und auftreten lassen, um jeden Cent kämpfen müssen. Während das Theater einer Stadt Millionen kosten kann, stehen Unterstütung von soziokulturellen Zentren mit 20 bis 30 000 Euro in Frage, weil sie für "links" erklärt werden.
Nun was soll eigentlich die Unterteilung in rechts und links? Geht es nicht darum, es handelt sich meist um bestimmte Gruppen, die verschiedenen Interessen vertreten. Wenn man also Veranstaltungen durchführt, die eher Arbeitnehmer ansprechen, sind die deshalb schon links? Genauso wenn Veranstaltungen angeboten werden, die mehr Kinder von Arbeitnehmern ansprechen, als die von Millionären? Andersherum, benötigen Kinder und Jugendliche von sehr Reichen und Millionären kaum kulturelle Zentren, für ihre Freizeitgestaltungen, wenn sie mehr beispielsweise im Golfclub "Abhängen", während das Arbeiterkind mal zu einen Kasperletheater gebracht wird.

Was dich möglicherweise auch stören könnte ist, wenn es darum geht an die Verbrechen der Nazis zu erinnern, beispielsweise Gruppen die an Progromnacht erinnern,
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon Katenberg » Mo 6. Nov 2017, 15:07

Tomaner hat geschrieben:(06 Nov 2017, 13:55)

Welche sehr linke Inhalte bekommen genau Gelder von der Allgemeinheit? Vor allem was ist für dich "links"? Nemen wir mal Kulturarbeit! Da bekommen Theater hohe Zuschüsse und jeder Platz ist mit enormen Geld bezuschusst, wo aber meist nur relativ Reiche sitzen. Geht also ein Reicher in die Oper, wird ihm das Zuschauen bezuschußt. Auch jede "konservative" Blakapelle die für CSU spielt bekommt für jeden Hut oder Tracht Zuschüsse. Niemand stellt dies in Frage, während gehen wir zu soziokulturellen Zentren, die Kleinkunst, kleiner Konzerte oder auch neue Gruppen egal ob Musik oder Jonglage usw. unterstützen und auftreten lassen, um jeden Cent kämpfen müssen. Während das Theater einer Stadt Millionen kosten kann, stehen Unterstütung von soziokulturellen Zentren mit 20 bis 30 000 Euro in Frage, weil sie für "links" erklärt werden.
Nun was soll eigentlich die Unterteilung in rechts und links? Geht es nicht darum, es handelt sich meist um bestimmte Gruppen, die verschiedenen Interessen vertreten. Wenn man also Veranstaltungen durchführt, die eher Arbeitnehmer ansprechen, sind die deshalb schon links? Genauso wenn Veranstaltungen angeboten werden, die mehr Kinder von Arbeitnehmern ansprechen, als die von Millionären? Andersherum, benötigen Kinder und Jugendliche von sehr Reichen und Millionären kaum kulturelle Zentren, für ihre Freizeitgestaltungen, wenn sie mehr beispielsweise im Golfclub "Abhängen", während das Arbeiterkind mal zu einen Kasperletheater gebracht wird.

Was dich möglicherweise auch stören könnte ist, wenn es darum geht an die Verbrechen der Nazis zu erinnern, beispielsweise Gruppen die an Progromnacht erinnern,


Ich finde deine Ausführungen sehr interessant. Zunächst beginnst du ja erstmal, den Sachgehalt und meien Definitionen zu hinterfragen, was durchaus sinnvoll ist.
Die Finanzierung linker Agitation findet zum Beispiel in den Projekten "gegen rechts" statt. Du wirst mir jetzt vorwerfen, das sich ein pöser Rassist sei, weil ich die "wertvolle Aufklärungsarbeit" nicht unterstützen möchte, nur ist es mir persönlich schlicht zuwider, dass man irgendeiner Agendaarbeit das Geld der Allgemeinheit in den Rachen wirft. Wollen wir also mal konkreter werden:
Im Zuge der Kampagnen gegen das Äußern starker Abneigung, im Volksmund Hass, durch das Familienministerium wurden verschiedene Projekte ins Leben gerufen und mit größeren Mengen Geld des Steuerzahlers ausgestattet. Großen Anteil daran hatte die sogenannte "Amadeo Antonio Stiftung", im Folgenden AAS, die man wohl nach jeder Definition als links betrachten kann. Projekte sind dabei das "Doppeleinhorn", "No Hate Speech" und wohl noch einige andere. Wenn es dir um den Finanzierungsaspekt geht, können wir uns gerne diesem Thema widmen und ich mache mir die Mühe, die Quellen herauszusuchen, da du das bei deinen Blaskapellen aber auch nicht tust, werde ich das auch erstmal unterlassen.
Das Personal der SJW-Szene in Deutschland wurde insbesondere durch das Projekt FUNK von ARD und ZDF weiter mit Geldern der Allgemeinheit unterstützt. Exemplarisch steht dabei das rassistische Format "Jäger und Sammler", bei Interesse dazu mehr.
Damit wird solchen Personen noch eine zusätzliche Bühne geboten, sie werden zudem auch noch von der Allgemeinheit für das Darstellen ihrer Meinung und das Bedienen ihres Narzissmus bezahlt und mit weiteren Ressourcen versorgt.
Dies als kleiner und oberflächlicher Teilabriss.

Sehr interessant finde ich jetzt deine Folgeäußerungen. Zunächst einmal finde ich es interessant, wie du jetzt versuchst, Gruppen gegeneinander auszuspielen. Hier einmal die bösen CSU-nahen (sind sie es denn wirklich) Blaskapellen, die Geld bekommen, da die armen linken und tapferen Kleinkunstbühnen. Schon allein, dass du mir jetzt unterstellen möchtest, das ich gleich ein Gesinnungsurteil fällen möchte, das die Linken bestraft ist einfach köstlich, denn eigentlich sagte ich ja nur, dass der Staat KEINE politische Agenda mit Geld versorgen sollte. Noch interessanter ist dabei, dass du von der Bundesebene, von der wir hier eigentlich sprechen, sofort auf die Kommunalebene runterbrichst. Wenn die Stadt unbedingt linken Gruppen Geld schenken möchte, darf sie das gerne tun, wenn man das mit dem Souverän abspricht. Absprechen könnte dabei auch meinen, auf den Markt zu hören. Wenn die Menschen ein Angebot wollen, dann kriegen sie es auch. Nur macht es halt prinzipiell einen Unterschied, ob man einfach Kunst anbietet, oder linke Agendaarbeit. Herrlich, dass es da für dich keinen Unterschied zu geben scheint.

Und dann ist er wieder da, der ewige Kmapf der bösen Millionäre gegen die Juugend. Ein Argument, das so ausgelutscht ist, dass es wohl älter ist, als dieses ominöse Patriarchat, von dem da viele reden. Die Arbeitnehmer dazu noch als Ersatz für die Arbeiter. Mein lieber Freund: Das Gesetz des Marktes lautet immer noch: Wo eine Nachfrage ist, wird ein Angebot kommen. Du unterstellst mir gleich wieder, dass ich in Feudalmanier daran etwas ändern möchte, was schlichter Müll ist. Weißt du, es gibt andere Organisationen, die durchaus in der Lage sind, selbstständig Projekte durchzuführen, ohne das Geld anderer Leute ohne deren Einverständnis zu verwenden, nennt man schlichtweg Organisation. Die sozialen Kämpfe, die du hier an die Wand malst, entsprechen schlicht nicht der Realität, denn wäre das so, dann müssten die "Kleinkunstbühnen" wohl nicht um ihr Überleben ringen. Aber wie gesagt: Du vermengst hier gleich wieder Kultur und Agenda, was mehr über dich aussagt, als über mich.

Und zum Abschluss da ist sie wieder: Die Nazi-Keule....
Herrlich, du verschönst meinen Tag. Hm, da ist jemand der gegen staatliche Agendaarbeit ist, gleich mal als Nazi abstempeln, denn das ist genau das, was du gerade tust. das schöne ist, dass du auf die Reichsprogromnacht zu sprechen kommst: (Triggerwarnung, lese das folgende nur wenn du dich in einer sicheren Umgebung befindest, dich sicher fühlst oder jemanden dabei hast, der dir Sicherheit geben kann) Könnte es sein, dass die Geschehnisse der Reichsprogromnacht nicht genau ein Resultat staatlicher und staatlich geförderter Agendaarbeit waren? Und nicht nur das: Sind die Progrome nicht per se staatliche Agendaarbeit?

Herrlich und zu deiner Beunruhigung: Das Betreiben einer Gedenkstätte und das Aufrechthalten der Erinnerung an Verbrechen sind als sachliche Historienarbeit KEINE, ich wiederhole KEINE politische Agitation.

Nun wirst du mir ja auch wieder kommen, dass die Stiftung der Frau Kahane ja das genau tun würde, tut sie aber nicht. Ich sprach von sachlich und Historienarbeit.

Ich schließe mit den Worten: Hasse wen du willst, denke was du willst, das gehört zur Freiheit. Und zu meiner Freiheit gehört genauso, dass ich nicht möchte, dass mein Geld dazu verwendet wird, unsäglichen Leutend den Lebensunterhalt zu finanzieren, die nur ihre Propaganda im Sinn haben.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon pikant » Mo 6. Nov 2017, 15:16

Katenberg hat geschrieben:(06 Nov 2017, 15:07)


Die Finanzierung linker Agitation findet zum Beispiel in den Projekten "gegen rechts" statt.


nein,
aber richtig ist, dass wir den' Kampf gegen Rechts' auch von staatlicher Ebene foerdern muessen und da bin ich mir sicher, dass Jamaika da die Betraege erhoehen wird.

die AfD ist ein mahnendes Beispiel, dass dieser Kampf weitergehen muss und noch nicht gewonnen ist.
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Re: Die "Großen" kürzten die Finanzierung der "Kleinen"? Parteifinanzierung noch aktuell gerecht?

Beitragvon pikant » Mo 6. Nov 2017, 15:18

Katenberg hat geschrieben:(06 Nov 2017, 00:56)

. Ein Unternehmer zeichnet sich dadurch aus, persönliche Risiken einzugehen und etwas aufzubauen, wohingegen das Gros der Bundestagsabgeordnete reine Berufspolitiker oder Beamte sind.


Wenn das nicht so waere, waere das schrecklich, denn Bundestagsabgeordneter sollte und ist ein Volltimejob.

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