Warum wählen die Leute jetzt FDP?

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JJazzGold
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Fr 19. Okt 2018, 09:38

Klopfer hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:28)

Was ist Mittelstand? 5 MA, 10 MA, 50 MA oder ab 100? Warum macht dieser Mittelstand das dann wenn er es als Last empfindet?
Übrigens, der Mittelstand der Arbeiterklasse wurde schon längst vergessen.


Weil er eigenverantwortlich agieren und Ihnen nicht auf der Tasche liegen will.
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Europa2050
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Europa2050 » Fr 19. Okt 2018, 09:44

JJazzGold hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:38)

Weil er eigenverantwortlich agieren und Ihnen nicht auf der Tasche liegen will.


Ich habe manchmal das Gefühl, dass dieser Typus Mensch zwischen den Typen „Ich will alle Macht haben“ und „Sollen andere mein Leben managen“ aufgerieben wird :(

Sonst müssten doch mehr FDP wählen :?:

Und nach Erfolg im Beruf + „Work-live-Balance“ streben.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 19. Okt 2018, 10:03

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:44)

Ich habe manchmal das Gefühl, dass dieser Typus Mensch zwischen den Typen „Ich will alle Macht haben“ und „Sollen andere mein Leben managen“ aufgerieben wird :(

Sonst müssten doch mehr FDP wählen :?:

Und nach Erfolg im Beruf + „Work-live-Balance“ streben.



Ja warum gibt es denn da nicht mehr Leute die FDP wählen,? Warum sind derzeit andere Parteien ( AFD und Grüne) erfolgreicher als die FDP, warum können die Liberalen vom Niedergang der GroKo Parteien nicht so stark profitieren, wie eben diese Parteien?
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JJazzGold
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon JJazzGold » Fr 19. Okt 2018, 10:10

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:44)

Ich habe manchmal das Gefühl, dass dieser Typus Mensch zwischen den Typen „Ich will alle Macht haben“ und „Sollen andere mein Leben managen“ aufgerieben wird :(

Sonst müssten doch mehr FDP wählen :?:

Und nach Erfolg im Beruf + „Work-live-Balance“ streben.


Wie du siehst, kommt dieser Mensch in der Forenbetrachtung gar nicht mehr vor.

Dass er nur zögernd wieder FDP geneigt wählt, das ist nicht zuletzt FDP selbstverschuldet, die vor Lindner eher auf Glanz und Gloria setzte, als auf mittelständischen Pragmatismus. Es ist nur meine Meinung, aber letztendlich wird sich der Pragmatismus wieder durchsetzen. Denn von fröhlichen Tanzen kann man nicht abbeißen, von der Umsetzung pragmatischen Denkens wird der Teller gefüllt.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Klopfer » Fr 19. Okt 2018, 10:28

JJazzGold hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:38)

Weil er eigenverantwortlich agieren und Ihnen nicht auf der Tasche liegen will.

Was meine Frage aber nicht vollständig beantwortet.
Ich kenne "Mittelständler" mit um die 100 MA die jammern auf allerhöchsten Niveau, treten aus dem Arbeitgeberverband aus um keine Tariflöhne zahlen zu müssen, fahren Hire and Fire und wundern sich jetzt dass niemand mehr für sie arbeiten will. Soll man solche Unternehmer bedauern? Bei Leibe nicht. Die nehmen im übrigen alles mit was das Sozialssystem hergibt, von wegen niemanden auf der Tasche liegen. Diese Ritterlichkeit die du da versuchst herüberzubringen gibts da nicht.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Europa2050 » Fr 19. Okt 2018, 11:52

Klopfer hat geschrieben:(19 Oct 2018, 11:28)

Was meine Frage aber nicht vollständig beantwortet.
Ich kenne "Mittelständler" mit um die 100 MA die jammern auf allerhöchsten Niveau, treten aus dem Arbeitgeberverband aus um keine Tariflöhne zahlen zu müssen, fahren Hire and Fire und wundern sich jetzt dass niemand mehr für sie arbeiten will. Soll man solche Unternehmer bedauern? Bei Leibe nicht. Die nehmen im übrigen alles mit was das Sozialssystem hergibt, von wegen niemanden auf der Tasche liegen. Diese Ritterlichkeit die du da versuchst herüberzubringen gibts da nicht.


Zumindestens in Bayern sind die von Dir beschriebenen Typen klassisches CSU-Klientel, das bringt sie auch Netzwerktechnisch weiter.
Und wenn Sie dann mit ihrer Rücksichtslosigkeit am Scheitern sind, ein Fall für die AfD, denn dann werden ja Schuldige benötigt.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Klopfer » Fr 19. Okt 2018, 12:12

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 12:52)

Zumindestens in Bayern sind die von Dir beschriebenen Typen klassisches CSU-Klientel, das bringt sie auch Netzwerktechnisch weiter.
Und wenn Sie dann mit ihrer Rücksichtslosigkeit am Scheitern sind, ein Fall für die AfD, denn dann werden ja Schuldige benötigt.

Das ist wohl wahr und gilt zumindest für Bayern, wobei die Überschneidungen zur FDP defintiv da sind. Man interpretiert Willkür zu gerne als Freiheit.
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon Brainiac » Sa 3. Nov 2018, 09:29

Lindner erschließt neue Wählerpotenziale für die FDP:

[...] Am spannendsten finde ich persönlich die Zahlen zur FDP. In einer Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) legt sie im Vergleich zu 2016 zu, und auch bei der Landtagswahl in Hessen wird sie häufiger von Wählern mit Migrationshintergrund unterstützt. Das ist eine neue Entwicklung.

SPIEGEL ONLINE: Woran liegt das?

Foroutan: Christian Lindner verkörpert einen ganz bestimmten Typus: großstädtisch, Dreitagebart, Anzug. Das ist oft auch der Look junger, migrantischer Männer, die an Aufstieg durch wirtschaftlichen Erfolg glauben. Die studieren BWL statt Geisteswissenschaften, haben trendy Kleidung an, sehen erfolgshungrig aus. Ich denke, die können sich mit der FDP identifizieren.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-wie-waehlen-menschen-mit-migrationshintergrund-a-1235914.html
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 09:46



Jung, dynamisch, leistungswillig und erfolgsorientiert - passt.
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon Brainiac » Sa 3. Nov 2018, 10:10

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 09:46)

Jung, dynamisch, leistungswillig und erfolgsorientiert - passt.

Und: Cool. Passt auch. ;)
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon JJazzGold » Sa 3. Nov 2018, 11:06

Brainiac hat geschrieben:(03 Nov 2018, 10:10)

Und: Cool. Passt auch. ;)


Solange sie nicht im Zimmer die Sonnenbrille tragen.... ;)

Das was FDP und Grüne bereits vollzogen haben, steht bei den anderen Parteien noch aus, die Attraktivität und damit Identifizierung durch im Vergleich junges Führungspersonal.

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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon MäckIntaier » Sa 3. Nov 2018, 11:46

Europa2050 hat geschrieben:(19 Oct 2018, 10:44)

Und nach Erfolg im Beruf + „Work-live-Balance“ streben.


Sie sind hier nicht auf der Höhe der Zeit: Die nächste Stufe der real-ökonomischen Einpassung des Subjekts in die Freiheit nennt sich nun work-life-integration. Die Trennung Arbeit/Privat, die in work-life-balance noch steckt, ist obsolet. Im Zuge der Ganzheitlichkeitsdebatten soll das eine nahtlos (seamless integration) in das andere übergehen. Hier muss die FDP sicher auch noch nacharbeiten im Programm.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Europa2050 » So 4. Nov 2018, 07:43

MäckIntaier hat geschrieben:(03 Nov 2018, 11:46)

Sie sind hier nicht auf der Höhe der Zeit: Die nächste Stufe der real-ökonomischen Einpassung des Subjekts in die Freiheit nennt sich nun work-life-integration. Die Trennung Arbeit/Privat, die in work-life-balance noch steckt, ist obsolet. Im Zuge der Ganzheitlichkeitsdebatten soll das eine nahtlos (seamless integration) in das andere übergehen. Hier muss die FDP sicher auch noch nacharbeiten im Programm.


Eine erfüllende Arbeit bei gleichzeitigem schonenden Umgang mit der wichtigsten und ggf. nicht wiederherstellbaren Ressource - sich selbst - erfordert zweifelsohne mehr Selbstorganisation, als ein Job mit Anwesenheitsprämie oder ein Dahinvegetieren als Workaholic.
Ob dies dann über das Schlagwort „Mitunternehmerschaft“ oder „work-life-Integration“ abläuft, dürfte dem Fachspezialisten oder der mittleren Führungskraft auch egal sein. Der hat meist die nötigen Kompetenzen, das für sich und den Arbeitgeber zu regeln. Und andere werden in die Verlegenheit nicht geraten ...

Und für Selbstständige aller Art ist das eh Jahrhunderte praktizierte Tradition.
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon Klopfer » So 4. Nov 2018, 09:37

JJazzGold hat geschrieben:(03 Nov 2018, 09:46)

Jung, dynamisch, leistungswillig und erfolgsorientiert - passt.

Eine rücksichtslose Ellenbogengesellschaft ist dir die grösste Freude. Def FDP übrigens auch.
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon JJazzGold » So 4. Nov 2018, 09:48

Klopfer hat geschrieben:(04 Nov 2018, 09:37)

Eine rücksichtslose Ellenbogengesellschaft ist dir die grösste Freude. Def FDP übrigens auch.


Meine größte Freude ist meine Familie und meine stabile Gesundheit.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon jorikke » So 4. Nov 2018, 11:16

JJazzGold hat geschrieben:(04 Nov 2018, 09:48)

Meine größte Freude ist meine Familie und meine stabile Gesundheit.


… und ich. :D
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Re: Warum wählen die Leute jetzt FDP?

Beitragvon JJazzGold » So 4. Nov 2018, 11:27

jorikke hat geschrieben:(04 Nov 2018, 11:16)

… und ich. :D


Jetzt gerade ist in der Tat meine größte Freude, dich wieder zu lesen. :) (denk dir einen Küsschenscmiley)
Ich hatte schon befürchtet, du hättest dich nicht nur von Skull, sondern auch vom Forum verabschiedet.
Dabei würde mich deine Meinung zur PV Wahl der CDU und zu Merz im Speziellen interessieren.
Meinetwegen auch gerne als PN.
Schönen Sonntag, alter Freund. :)
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon MäckIntaier » So 4. Nov 2018, 12:35

Europa2050 hat geschrieben:(04 Nov 2018, 07:43)

Eine erfüllende Arbeit bei gleichzeitigem schonenden Umgang mit der wichtigsten und ggf. nicht wiederherstellbaren Ressource - sich selbst - erfordert zweifelsohne mehr Selbstorganisation, als ein Job mit Anwesenheitsprämie oder ein Dahinvegetieren als Workaholic.
Ob dies dann über das Schlagwort „Mitunternehmerschaft“ oder „work-life-Integration“ abläuft, dürfte dem Fachspezialisten oder der mittleren Führungskraft auch egal sein. Der hat meist die nötigen Kompetenzen, das für sich und den Arbeitgeber zu regeln. Und andere werden in die Verlegenheit nicht geraten ...

Und für Selbstständige aller Art ist das eh Jahrhunderte praktizierte Tradition.


Das fasst das freidemokratische, liberal-ideelle Menschenbild, das der praktischen, auf jenes Klientel gerichteten Politik der FDP seit gut 30 Jahren zugrunde liegt, ganz gut zusammen. Würde sich das Ideal auf etwas breiterer Basis realisieren lassen, bliebe die Frage, was etwa ein Brötchen, ein Kohlkopf, ein Schnitzel, aber auch ein Auto, Handy oder Kleiderschrank wohl kosten würden. Denn allen diesen Dingen gemeinsam ist ja eine bestimmte Produktionsweise unter bestimmten Bedingungen, bei denen work-life-integration den Einzelnen dann zum Bewohner der Großbackstube, des Schlachthofes usw. machen würde. Insofern bleibt, scheint mir, "eine erfüllende Arbeit bei gleichzeitigem schonenden Umgang mit der wichtigsten und ggf. nicht wiederherstellbaren Ressource - sich selbst -" doch auf einen überschaubaren Personenkreis beschränkt. Und dieser Personenkreis hat darüber hinaus ein vitales Interesse, auch überschaubar zu bleiben. Und die Grenzen dieser Überschaubarkeit spiegeln auch die Grenzen der Wahlergebnisse der FDP wider.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon Europa2050 » So 4. Nov 2018, 12:59

MäckIntaier hat geschrieben:(04 Nov 2018, 12:35)

Das fasst das freidemokratische, liberal-ideelle Menschenbild, das der praktischen, auf jenes Klientel gerichteten Politik der FDP seit gut 30 Jahren zugrunde liegt, ganz gut zusammen. Würde sich das Ideal auf etwas breiterer Basis realisieren lassen, bliebe die Frage, was etwa ein Brötchen, ein Kohlkopf, ein Schnitzel, aber auch ein Auto, Handy oder Kleiderschrank wohl kosten würden. Denn allen diesen Dingen gemeinsam ist ja eine bestimmte Produktionsweise unter bestimmten Bedingungen, bei denen work-life-integration den Einzelnen dann zum Bewohner der Großbackstube, des Schlachthofes usw. machen würde. Insofern bleibt, scheint mir, "eine erfüllende Arbeit bei gleichzeitigem schonenden Umgang mit der wichtigsten und ggf. nicht wiederherstellbaren Ressource - sich selbst -" doch auf einen überschaubaren Personenkreis beschränkt. Und dieser Personenkreis hat darüber hinaus ein vitales Interesse, auch überschaubar zu bleiben. Und die Grenzen dieser Überschaubarkeit spiegeln auch die Grenzen der Wahlergebnisse der FDP wider.


Durchaus nicht.

Selbstverständlich gehört es zum liberal-ideellen Menschenbild, dass ich diese Werte, die ich für mich in Anspruch nehme, auch allen Anderen zugestehe, idealerweise sogar unabhängig der Nationalität (wobei ich jetzt hier nicht das Flüchtlingsthema aufkochen möchte).

Und angesichts der revolutionären Änderung, die der Arbeitswelt in den nächsten 10 Jahren bevorstehen wird (KI, Biotech) werden die von mir beschriebenen Kompetenzen selbstorganisatorischer und flexibler Art entscheidend sein.
Da wird die zukünftige Schichtengrenze verlaufen - und jeder hat die Chance sich zu positionieren, wo er denkt (Natürlich gibt es immer „gleichere“, die hat jedes denkbare System).

Den ausgenutzten Arbeiter zum Mindestlohn (oder weniger) wird es nicht mehr geben, das macht die Maschine. Wir werden eher ungeahnte Ausmaße der Nichtbeschäftigung im Produktionsprozess erleben (was bei geschicktem Management aber nicht Arbeitslosigkeit bedeuten muss ...)

Und da hat der Liberalismus zwar nicht alle Lösungen, erst recht nicht schon jetzt und auch nicht die FDP als Partei - aber das solideste Fundament.

Oder wollen Sie die Arbeitswelt unter KI, den Umweltschutz und die Friedenssicherung auf Basis nationaler Fundamente lösen?
Oder mit dem Verfrühstücken aller Ressourcen a la Sozialismus?

Nein, eine Mitsprache der politischen Vertretung des Liberalismus sehe ich für die Zukunft als geradezu essentiell.
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Re: Landtagswahl in Bayern 2018

Beitragvon MäckIntaier » So 4. Nov 2018, 13:36

Europa2050 hat geschrieben:(04 Nov 2018, 12:59)

Durchaus nicht.

Selbstverständlich gehört es zum liberal-ideellen Menschenbild, dass ich diese Werte, die ich für mich in Anspruch nehme, auch allen Anderen zugestehe, idealerweise sogar unabhängig der Nationalität (wobei ich jetzt hier nicht das Flüchtlingsthema aufkochen möchte).

Und angesichts der revolutionären Änderung, die der Arbeitswelt in den nächsten 10 Jahren bevorstehen wird (KI, Biotech) werden die von mir beschriebenen Kompetenzen selbstorganisatorischer und flexibler Art entscheidend sein.
Da wird die zukünftige Schichtengrenze verlaufen - und jeder hat die Chance sich zu positionieren, wo er denkt (Natürlich gibt es immer „gleichere“, die hat jedes denkbare System).

Den ausgenutzten Arbeiter zum Mindestlohn (oder weniger) wird es nicht mehr geben, das macht die Maschine. Wir werden eher ungeahnte Ausmaße der Nichtbeschäftigung im Produktionsprozess erleben (was bei geschicktem Management aber nicht Arbeitslosigkeit bedeuten muss ...)

Und da hat der Liberalismus zwar nicht alle Lösungen, erst recht nicht schon jetzt und auch nicht die FDP als Partei - aber das solideste Fundament.

Oder wollen Sie die Arbeitswelt unter KI, den Umweltschutz und die Friedenssicherung auf Basis nationaler Fundamente lösen?
Oder mit dem Verfrühstücken aller Ressourcen a la Sozialismus?

Nein, eine Mitsprache der politischen Vertretung des Liberalismus sehe ich für die Zukunft als geradezu essentiell.



Das Zugestehen der Werte ist eine theoretische Haltung, und wie alles Ideelle wird auch das am Konkreten zu messen sein. Das spricht nicht gegen den Wert an sich, sondern ist nur der Hinweis, dass auch der Liberalismus sich diesen Widersprüchen nicht entziehen können wird.

Ob die Maschine nun das Schnitzel oder den Kohlkopf produzieren wird und was das für Landwirtschaft und Umwelt bedeutet, mag jeder sich selbst vorstellen. Die Kuh oder die Pflanze werden wohl auch im digitalen Zeitalter nicht 3-D-Drucker-fähig sein, so wenig wie die Kita oder das Altenheim ausschließlich von Robotern zu führen sein werden.

Sei das, wie es werden wird, aber dass es den ausgenutzten Angestellten nicht mehr geben wird, stellt nun die digitale Revolution eher in eine Reihe mit alten marxistisch-utopischen Ideen und klingt nach utopischer Politphiloso-Viehtreiberei X.0. Wenn schon der Liberalismus seine Nüchternheit verliert und vom Konkreten ins Utopische mäandert, wird er als Titanic en miniature am ersten Treibeisklötzlein zerschellen.

Die FDP wäre gut beraten, in ihrem Segment ihrer Klientelpolitik und des Konkreten zu bleiben und sich nicht am utopischen Wurf zu versuchen. Das sichert ihr das Überleben zwischen 5 und 15 %, an mehr würde sie sich verschlucken.
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