Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

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Flaschengeist
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Flaschengeist » So 3. Sep 2017, 10:10

DarkLightbringer hat geschrieben:(03 Sep 2017, 10:37)

Die Ostsee hat Anrainer-Staaten: Estland, Litauen, Finnland, Lettland, Polen, Schweden, Dänemark. Und die Friedensordnung ist für alle genannten Länder wichtig.

Ein seperater deutsch-russischer Kriegsgewinn wäre nicht nur isolationistisch, sondern auch ein Affront gegen unsere eigene Sicherheitsarchitektur.



Sie haben Russland und Deutschland als Anrainer vergessen?


Haben den die Polen uns um Erlaubnis gefragt als sie Flüssiggas gekauft haben?

Sicher nicht und das erwarten wir auch nicht. Genauso wenig wie uns die Gasversorgung Polens etwas angeht. Genauso wenig geht die Polen unsere Gasversorgung etwas an.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » So 3. Sep 2017, 11:04

Flaschengeist hat geschrieben:(03 Sep 2017, 11:10)

Sie haben Russland und Deutschland als Anrainer vergessen?

Man könnte auch noch die Kriegsschiffchen in der Ostsee erwähnen, wenn Bedarf ist.


Haben den die Polen uns um Erlaubnis gefragt als sie Flüssiggas gekauft haben?
Sicher nicht und das erwarten wir auch nicht. Genauso wenig wie uns die Gasversorgung Polens etwas angeht. Genauso wenig geht die Polen unsere Gasversorgung etwas an.

Es geht nicht um "Erlaubnis", sondern um die Frage der Friedenssicherung. Davon sind auch deutsche Interessen involviert. Deshalb auch die Sanktionen, die von Deutschland sehr wesentlich mitgetragen werden. Ohne Erlaubnis Russlands, sozusagen.

Die Causa Schröder ist strittig, das muss man so sagen. Die Medien berichten jetzt auch mehr, weshalb die Diskussion in der Zivilgesellschaft ansteigt. Das hat nichts mit Erlaubnisfragen zu tun, das ist einfach so.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Flaschengeist » So 3. Sep 2017, 11:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(03 Sep 2017, 12:04)

Man könnte auch noch die Kriegsschiffchen in der Ostsee erwähnen, wenn Bedarf ist.



Es geht nicht um "Erlaubnis", sondern um die Frage der Friedenssicherung. Davon sind auch deutsche Interessen involviert. Deshalb auch die Sanktionen, die von Deutschland sehr wesentlich mitgetragen werden. Ohne Erlaubnis Russlands, sozusagen.

Die Causa Schröder ist strittig, das muss man so sagen. Die Medien berichten jetzt auch mehr, weshalb die Diskussion in der Zivilgesellschaft ansteigt. Das hat nichts mit Erlaubnisfragen zu tun, das ist einfach so.



Durch den Handel mit unseren russischen Freunden wird der Frieden in Europa gestärkt. :thumbup:
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » So 3. Sep 2017, 11:26

Flaschengeist hat geschrieben:(03 Sep 2017, 12:23)

Durch den Handel mit unseren russischen Freunden wird der Frieden in Europa gestärkt. :thumbup:

Wenn Ihre russischen Freunde den Gewaltverzicht akzeptieren, würde der Friede gestärkt. So einfach ist das.

Ansonsten gilt - Friedenssicherung statt Expansionsbelohnung. Kein Blut für Gas.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 3. Sep 2017, 11:27

Flaschengeist hat geschrieben:(03 Sep 2017, 10:27)

Deshalb wird die Gasleitung ja auch durch die Ostsee gelegt. Damit sich die Nachbarstaaten nicht von Deutschland und Russland belästigt fühlen. :)

Wenn die Nachbarstaaten wegen einer Gasleitung Krieg gegen Deutschland wollen, werden sie ihr blaues Wunder erleben.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Flaschengeist » So 3. Sep 2017, 11:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 Sep 2017, 12:27)

Wenn die Nachbarstaaten wegen einer Gasleitung Krieg gegen Deutschland wollen, werden sie ihr blaues Wunder erleben.



Die Nachbarstaaten wissen um die Überlegenheit des Germanischen Kriegers....

Polen wurde z.B. eine Gasleitung angeboten. Die Polen haben das abgelehnt, also sollen sie sich auch nicht beklagen.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Cobra9 » So 3. Sep 2017, 11:44

Wie vergessen mal alle Krieg. Aber Deutschland ist Teil der EU und wenn hier beschlossen wird keine neue Gasleitung ist das eben bindend.

Abwarten was beschlossen wird
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » So 3. Sep 2017, 12:03

Flaschengeist hat geschrieben:(03 Sep 2017, 12:37)

Die Nachbarstaaten wissen um die Überlegenheit des Germanischen Kriegers....

Polen wurde z.B. eine Gasleitung angeboten. Die Polen haben das abgelehnt, also sollen sie sich auch nicht beklagen.

Die Nachbarstaaten kennen Schröder und Putin. Sie kennen auch die jüngere Geschichte, den Rapallo-Vertrag von 1922 oder den Hitler-Stalin-Pakt von 1939.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Pro&Contra » So 3. Sep 2017, 16:09

DarkLightbringer hat geschrieben:(03 Sep 2017, 00:29)

Wichtiger wäre die Frage, welche Schritte Schröder gegen Deutschland und seine Verbündeten einleitet.

Die neuen US-Sanktionen sollen Investitionen in und Lieferungen an russische Pipeline-Betreiber bestrafen. Das betrifft aber nur Produkte und Dienstleistungen, die eine Million USD pro Jahr überschreiten.

Im russischen Sprachgebrauch bürgert sich indes der Begriff „Schrederisazia“ ein, nach Schröder benannt. Er meint die Bestechung und Korruption westlicher Eliten.


Ich möchte gerne wissen welche Schritte wir bzw. die Bundesregierung gegen Schröder einleiten sollten?
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 3. Sep 2017, 16:12

Pro&Contra hat geschrieben:(03 Sep 2017, 17:09)

Ich möchte gerne wissen welche Schritte wir bzw. die Bundesregierung gegen Schröder einleiten sollten?

Keine. Er macht ja nichts verbotenes oder schädliches.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Pro&Contra » So 3. Sep 2017, 16:14

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(03 Sep 2017, 17:12)

Keine. Er macht ja nichts verbotenes oder schädliches.


Ich hätte die Antwort gerne von jemanden, der Schröders zukünftigen neuen Job kritisch sieht. ;)
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon Cobra9 » So 3. Sep 2017, 16:54

Schröder......moralisch gesehen ein Speichellecker vor dem Herrn. Ich lehne seine Handlungsweise ab. Rechtlich gesehen aber ist es unwahrscheinlich das Er gegen Gesetze verstößt.

Sich von Putin vor den Karren spannen zu lassen finde Ich fragwürdig. Allerdings ist es seine Entscheidung insgesamt. Ob Er der SPD aber bsp einen Gefallen tut......
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon jorikke » Mo 4. Sep 2017, 22:08

Pro&Contra hat geschrieben:(03 Sep 2017, 17:14)

Ich hätte die Antwort gerne von jemanden, der Schröders zukünftigen neuen Job kritisch sieht. ;)


Er hat mir den Job weggeschnappt.
Das sehe ich kritisch.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon H2O » Do 7. Sep 2017, 10:36

Im derzeitigen Spannungsverhältnis in der EU und um die EU herum ist es doch gar nicht so schlecht, wenn es Deutsche gibt, die beim mächtigen Nachbarn Rußland in einem seiner wichtigsten Wirtschaftsbereiche Gehör finden... ob für oder gegen kurzfristige Interessen der amtierenden Bundesregierung. Wen oder was gibt es da denn zu verlieren... eine "privilegierte Partnerschaft" aber vielleicht zu gewinnen. :|
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Sep 2017, 11:42

H2O hat geschrieben:(07 Sep 2017, 11:36)

Im derzeitigen Spannungsverhältnis in der EU und um die EU herum ist es doch gar nicht so schlecht, wenn es Deutsche gibt, die beim mächtigen Nachbarn Rußland in einem seiner wichtigsten Wirtschaftsbereiche Gehör finden... ob für oder gegen kurzfristige Interessen der amtierenden Bundesregierung. Wen oder was gibt es da denn zu verlieren... eine "privilegierte Partnerschaft" aber vielleicht zu gewinnen. :|

Umgekehrt wird ein Schuh draus - Schröder verschafft Russland ein Gehör.

Und er ist auch nicht der einzige, diverse Manager sind bereits eingekauft worden, darunter Ron Sommer, der ehemalige Telekom-Chef.

Das ist ein bißchen wie beim Fußball - nicht die Herkunft des Spielers ist entscheidend, sondern für welchen Verein er spielt. Und Rosneft ist eindeutig der russische Verein, mit Putin als Präsident. Schröders Aufgabe als Mittelfeldspieler wird sicherlich nicht sein, die russische Mannschaft zum Eigentor zu überreden.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon H2O » Do 7. Sep 2017, 12:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Sep 2017, 12:42)

Umgekehrt wird ein Schuh draus - Schröder verschafft Russland ein Gehör.

Und er ist auch nicht der einzige, diverse Manager sind bereits eingekauft worden, darunter Ron Sommer, der ehemalige Telekom-Chef.

Das ist ein bißchen wie beim Fußball - nicht die Herkunft des Spielers ist entscheidend, sondern für welchen Verein er spielt. Und Rosneft ist eindeutig der russische Verein, mit Putin als Präsident. Schröders Aufgabe als Mittelfeldspieler wird sicherlich nicht sein, die russische Mannschaft zum Eigentor zu überreden.


Ja, das kann man durchaus so sehen. Aber die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich unserem Lande bieten könnten, stimmen mich milde in dieser Sache. Deutschland hat den Hauch einer Option, die andere Partner so nicht haben. Im derzeitigen Zustand der EU und des NATO-Hauptverbündeten USA finde ich das erfreulich.

Natürlich hat die Entwicklung der EU so lange Vorrang vor solchen Nebenwegen, wie sie wirtschaftlich und politisch funktioniert; ob das so bleiben wird... darauf schlösse ich jetzt keine Wetten mehr ab.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Sep 2017, 13:20

H2O hat geschrieben:(07 Sep 2017, 13:58)

Ja, das kann man durchaus so sehen. Aber die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich unserem Lande bieten könnten, stimmen mich milde in dieser Sache. Deutschland hat den Hauch einer Option, die andere Partner so nicht haben. Im derzeitigen Zustand der EU und des NATO-Hauptverbündeten USA finde ich das erfreulich.

Natürlich hat die Entwicklung der EU so lange Vorrang vor solchen Nebenwegen, wie sie wirtschaftlich und politisch funktioniert; ob das so bleiben wird... darauf schlösse ich jetzt keine Wetten mehr ab.

Alles, was die Sanktionen unterhöhlt, zielt auf kurzfristige Kriegsgewinne ab - zu Lasten der europäischen Sicherheitsarchitektur und der Bündnissolidarität.

Eine irische Autorin der Denkfabrik "Carnegie Endowment for International Peace" bewertet das gegenwärtige Verhalten der Bundesregierung als erratisch.

Erstens sei es widersprüchlich, die hoch politische Bedeutung von Nord Stream als kommerzielles Projekt herunter zu spielen. Der Bau der Leitung widerspreche allen Intentionen, die Sicherheit der Energieversorgung in der EU zu erhöhen - Stichwort Diversifikation.
Zweitens sei es widersprüchlich, einerseits die Stärkung der EU-Kommission anzustreben, andererseits sie zu schwächen (Fortsetzung der Schröder-Politik).
Drittens sei es widersprüchlich, an führender Stelle für die EU-Sanktionen gegenüber Russland einzutreten, und sie gleichzeitig mit der Unterstützung für die Ostsee-Leitung zu untergraben.

Es gibt noch eine Denkfabrik, die zu positiveren Rückschlüssen kommt, andere gelangen dafür zu einer deutlich kritischeren Bewertung. Die "erratische" Nummer ist sozusagen noch das Mittelfeld. ;)
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon H2O » Do 7. Sep 2017, 13:37

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Sep 2017, 14:20)

Alles, was die Sanktionen unterhöhlt, zielt auf kurzfristige Kriegsgewinne ab - zu Lasten der europäischen Sicherheitsarchitektur und der Bündnissolidarität.

Eine irische Autorin der Denkfabrik "Carnegie Endowment for International Peace" bewertet das gegenwärtige Verhalten der Bundesregierung als erratisch.

Erstens sei es widersprüchlich, die hoch politische Bedeutung von Nord Stream als kommerzielles Projekt herunter zu spielen. Der Bau der Leitung widerspreche allen Intentionen, die Sicherheit der Energieversorgung in der EU zu erhöhen - Stichwort Diversifikation.
Zweitens sei es widersprüchlich, einerseits die Stärkung der EU-Kommission anzustreben, andererseits sie zu schwächen (Fortsetzung der Schröder-Politik).
Drittens sei es widersprüchlich, an führender Stelle für die EU-Sanktionen gegenüber Russland einzutreten, und sie gleichzeitig mit der Unterstützung für die Ostsee-Leitung zu untergraben.

Es gibt noch eine Denkfabrik, die zu positiveren Rückschlüssen kommt, andere gelangen dafür zu einer deutlich kritischeren Bewertung. Die "erratische" Nummer ist sozusagen noch das Mittelfeld. ;)


Das ist alles schon ganz richtig beobachtet. Ich habe mir nur erlaubt, mich auf unseren deutschen Interessenstandpunkt zurück zu ziehen, der in der EU stets verdächtigt wird und ebenso auch angegriffen wird. Nun ja, andere Mütter haben auch schöne Töchter; diese Möglichkeit würde ich mir als deutscher Politiker offen lassen, wenn die Braut EU sich allzu sehr ziert. Es gibt und gab gute Gründe, unser Land sehr tief in die EU ein zu binden. Es gibt auch das europäische Projekt, das dieses Kunststück vollbringen sollte.

Wenn das europäische Projekt aber überhaupt nicht mehr zu bewegen ist, dann besteht die EU aus teilweise zerstrittenen Nationalstaaten... am Ende auch im Streit mit Deutschland. Und nun eröffnet sich der Hauch einer Option, diesem Theater zu entrinnen. Ich würde dann nicht die Rolläden herunter rasseln lassen.

Die internationalen Beobachter haben das Problem unseres Landes nur zum Teil erkannt; das finde ich ziemlich überraschend.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Sep 2017, 14:05

H2O hat geschrieben:(07 Sep 2017, 14:37)

Das ist alles schon ganz richtig beobachtet. Ich habe mir nur erlaubt, mich auf unseren deutschen Interessenstandpunkt zurück zu ziehen, der in der EU stets verdächtigt wird und ebenso auch angegriffen wird. Nun ja, andere Mütter haben auch schöne Töchter; diese Möglichkeit würde ich mir als deutscher Politiker offen lassen, wenn die Braut EU sich allzu sehr ziert. Es gibt und gab gute Gründe, unser Land sehr tief in die EU ein zu binden. Es gibt auch das europäische Projekt, das dieses Kunststück vollbringen sollte.

Wenn das europäische Projekt aber überhaupt nicht mehr zu bewegen ist, dann besteht die EU aus teilweise zerstrittenen Nationalstaaten... am Ende auch im Streit mit Deutschland. Und nun eröffnet sich der Hauch einer Option, diesem Theater zu entrinnen. Ich würde dann nicht die Rolläden herunter rasseln lassen.

Die internationalen Beobachter haben das Problem unseres Landes nur zum Teil erkannt; das finde ich ziemlich überraschend.

Eine deutsche Isolation im Geist des Rapallo-Vertrages - oder moderner ausgedrückt - im Sinne einer eurasischen Sonderachse ist sehr gefährlich. Die Stabilität in Frieden und Freiheit der vergangenen 70 Jahre ist nicht zuletzt der Westbindung geschuldet.

Das es auch innerhalb des atlantisch-europäischen Stabilitätsraumes mal zu unterschiedlichen Ansichten kommt, war noch nie anders. Es wäre im Gegenteil völlig neu und einzigartig, wenn sich plötzlich alle Partner und Verbündete ausschließlich an einer Merkel- oder Schröder-Linie ausrichten würden, zumal sie im genannten Detail auch noch erratischer Natur ist.
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Re: Putin-Freund Schröder soll Vorstand in Ölkonzern werden

Beitragvon H2O » Do 7. Sep 2017, 17:49

DarkLightbringer hat geschrieben:(07 Sep 2017, 15:05)

Eine deutsche Isolation im Geist des Rapallo-Vertrages - oder moderner ausgedrückt - im Sinne einer eurasischen Sonderachse ist sehr gefährlich. Die Stabilität in Frieden und Freiheit der vergangenen 70 Jahre ist nicht zuletzt der Westbindung geschuldet.

Das es auch innerhalb des atlantisch-europäischen Stabilitätsraumes mal zu unterschiedlichen Ansichten kommt, war noch nie anders. Es wäre im Gegenteil völlig neu und einzigartig, wenn sich plötzlich alle Partner und Verbündete ausschließlich an einer Merkel- oder Schröder-Linie ausrichten würden, zumal sie im genannten Detail auch noch erratischer Natur ist.


Ohne Frage sind 70 Jahre Frieden und wirtschaftlicher Fortschritt ein bärenstarkes Argument, auf der europäischen Schiene gemeinsam geduldig weiter zu rollen. Nur sollte der Zug nicht gerade rückwärts in Bewegung geraten... von Ihnen als kleinere Meinungsverschiedenheit unter Partnern verniedlicht. Sie wollen offensichtlich nicht wahr haben, daß sich im "euro-atlantischen Stabilitätsraum" ganz erhebliche Risse gebildet haben, die weit über alltägliche Meinungsverschiedenheiten hinaus gehen.

In diesem Umfeld sucht Deutschland seinen Weg; daß der nun nicht geradlinig verläuft und verlaufen kann; das liegt an wechselnden Lagebildern, über die ich mich hier nicht auslassen muß. Die Bundesregierung hat sich entschlossen, mehr auf eigene Stärke auf dem Gebiet der Sicherheit und der Außenpolitik zu setzen, bevorzugt mit Partnern, die die Lage im "euro-atlantischen Stabilitätsraum" ähnlich einschätzen, und die unsere Wertevorstellungen teilen. Daraus sind weitergehende Schlüsse zu ziehen, die Ihnen nicht gefallen, die aber zur Rettung des europäischen Projekts notwendig sind.

Das europäische Projekt hat eine neue Chance erhalten durch den überzeugenden Wahlsieg des französischen Staatspräsidenten Macron mit seiner betonten Hinwendung zur vertieften Zusammenarbeit mit den Partnern und insbesondere Deutschland. Ich meine auch, daß wir Europäer dieses Eisen schmieden sollten, solange es glüht.

Aber mit der bevorzugten Behandlung deutscher Politiker durch Rußland hat sich soeben eine weitere noch zaghafte Option bei möglichem Scheitern des europäischen Projekts abgezeichnet. Höchst albern, mit dieser Option etwa drohen zu wollen, aber auch ziemlich einfältig von unseren Partnern, diese noch ferne Möglichkeit außer Acht zu lassen.

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