Die Zukunft der SPD

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 22. Nov 2018, 20:11

Europa2050 hat geschrieben:(22 Nov 2018, 18:39)

Na, das A&O ist natürlich die Produktivitätssteigerung und der damit verbundene Wohlstandsgewinn. Wenn z.B. die Herstellung von Solarstrom im Jahr 2040, wie ernsthafte Zukunftsforscher aus dem IT-Bereich durch Extrapolation berechnen, unter 0,5 Ct/KWh kostet, dann ist da ist da schon Luft nach oben.

Und wenn die Produktivitätssteigerung ausbleibt, bleiben logischerweise auch die 20 Mio. Unterbeschäftigte aus.

Wie wir das Problem lösen:
- kapitalistisch, in dem wir jedem die Mittel geben, um am Markt teilzunehmen
- sozialistisch indem wir den „Grundbedarf“ kostenlos zuteilen

ist dann Meinung, ich bin für ersteres.

Das Fälscheste allerdings wäre, statt die Menschen zu unterstützen, krampfhaft an den Arbeitsplätzen festzuhalten (Braunkohle lässt grüßen ...)


Jetzt haben wir den Punkt erreicht, wo uns die unterschiedliche Erwartung trennt und wir uns nur noch im Kreis drehen würden. ;)

Wenn du 20 Mio zu Alimentierende erwartest, dann kann ich deine Entscheidung nachvollziehen.
Da ich diese nicht erwarte, entfällt für mich die Entscheidung, auf welchem Weg diese versorgt werden müssten.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Europa2050 » Do 22. Nov 2018, 20:29

JJazzGold hat geschrieben:(22 Nov 2018, 20:11)

Jetzt haben wir den Punkt erreicht, wo uns die unterschiedliche Erwartung trennt und wir uns nur noch im Kreis drehen würden. ;)

Wenn du 20 Mio zu Alimentierende erwartest, dann kann ich deine Entscheidung nachvollziehen.
Da ich diese nicht erwarte, entfällt für mich die Entscheidung, auf welchem Weg diese versorgt werden müssten.


Und weil „Prognosen schwierig sind, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen“ (Nils Bohr oder Mark Twain oder Karl Valentin oder wem auch immer zugeschrieben) hast Du da völlig recht.

Und so ganz persönlich - 2040 sind wir eh beide zu alimentieren, wenn es uns noch gibt - ob das dann unsere Kinder tun oder Maschinen ... Schau mer mal.

Von einer Politischen Partei erwarte ich aber, dass sie Ideen hat, wie sie ihren Markenkern in beiden Szenarien weiterentwickelt...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Do 22. Nov 2018, 21:34

Europa2050 hat geschrieben:(22 Nov 2018, 20:29)

Und weil „Prognosen schwierig sind, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen“ (Nils Bohr oder Mark Twain oder Karl Valentin oder wem auch immer zugeschrieben) hast Du da völlig recht.

Und so ganz persönlich - 2040 sind wir eh beide zu alimentieren, wenn es uns noch gibt - ob das dann unsere Kinder tun oder Maschinen ... Schau mer mal.

Von einer Politischen Partei erwarte ich aber, dass sie Ideen hat, wie sie ihren Markenkern in beiden Szenarien weiterentwickelt...


Das könnte ich noch erleben. Wir sind eine langlebige Familie, meine Mutter wird nächste Woche 90 Jahre alt. Die muss mit mir Vorlieb nehmen, aber ich fahre in dem Alter ein autonomes Auto und habe einen schmucken Androiden als Haus- und Gartenhilfe und bestelle online eine neue Hüfte, die sich in Minuten schmerzfrei selbst implantiert. ;)

Du hast schon recht, die Entwicklung kann nur strikt gesteuert ablaufen. Nur vertraue ich bezüglich des zu setzenden gesetzlichen Rahmens eher einer FDP und bezüglich der Umsetzung eher einer Merz CDU, als einer planlos ausschüttenden Partei, wie SPD und Grüne.


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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Fr 23. Nov 2018, 09:45

Europa2050 hat geschrieben:(22 Nov 2018, 20:29)

Und weil „Prognosen schwierig sind, vor allem wenn Sie die Zukunft betreffen“ (Nils Bohr oder Mark Twain oder Karl Valentin oder wem auch immer zugeschrieben) hast Du da völlig recht.

Und so ganz persönlich - 2040 sind wir eh beide zu alimentieren, wenn es uns noch gibt - ob das dann unsere Kinder tun oder Maschinen ... Schau mer mal.

Von einer Politischen Partei erwarte ich aber, dass sie Ideen hat, wie sie ihren Markenkern in beiden Szenarien weiterentwickelt...


Nur noch ein kurzer Nachtrag. Ich bin ja begeisterte Verfolgerin von Bundestagsdebatten. Gerade spricht Frau Lötzsch. Selbst die Die Linke geht davon aus, dass die Digitalisierung eine revolutionäre Entwicklung der Arbeitswelt darstellt, die erfordert, dass Menschen re-/qualifiziert werden müssen, um in einer veränderten Arbeitswelt tätig eingebunden werden zu können. ;)

Wenn selbst die Die Linke gedanklich soweit gediehen ist zu erkennen, dass eine veränderte Arbeitslandschaft nicht bedeutet, Arbeitswillige und -fähige mit Stillhaltegeld auf Halde zu legen, fühle ich mich in meiner Ansicht, dass jegliche Veränderung auch neue Betätigungsfelder eröffnet, bestätigt. :)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Europa2050 » Fr 23. Nov 2018, 10:17

JJazzGold hat geschrieben:(23 Nov 2018, 09:45)

Nur noch ein kurzer Nachtrag. Ich bin ja begeisterte Verfolgerin von Bundestagsdebatten. Gerade spricht Frau Lötzsch. Selbst die Die Linke geht davon aus, dass die Digitalisierung eine revolutionäre Entwicklung der Arbeitswelt darstellt, die erfordert, dass Menschen re-/qualifiziert werden müssen, um in einer veränderten Arbeitswelt tätig eingebunden werden zu können. ;)

Wenn selbst die Die Linke gedanklich soweit gediehen ist zu erkennen, dass eine veränderte Arbeitslandschaft nicht bedeutet, Arbeitswillige und -fähige mit Stillhaltegeld auf Halde zu legen, fühle ich mich in meiner Ansicht, dass jegliche Veränderung auch neue Betätigungsfelder eröffnet, bestätigt. :)


Na dann, vielleicht habt ihr ja auch alle recht - wenn eine soo große Koalition einer Meinung ist, geb ich mich als kleiner unwissender Naturwissenschaftler/IT-ler geschlagen.

Wobei - ein bissl stieren muss schon noch sein - dass die Linke keine Phantasie hat, die über morgen hinausreicht, sollte auch klar sein.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Fr 23. Nov 2018, 10:28

Europa2050 hat geschrieben:(23 Nov 2018, 10:17)

Na dann, vielleicht habt ihr ja auch alle recht - wenn eine soo große Koalition einer Meinung ist, geb ich mich als kleiner unwissender Naturwissenschaftler/IT-ler geschlagen.

Wobei - ein bissl stieren muss schon noch sein - dass die Linke keine Phantasie hat, die über morgen hinausreicht, sollte auch klar sein.


Jederzeit gestattet.
Gib dich bitte auch nicht geschlagen. Wie du selbst angemerkt hast, sind Prognosen die Zukunft betreffend schwierig.
Was uns beide eint ist die Absicht, genau hinzusehen, wie Parteien und dementsprechend jeweilige Regierungen vorausschauend planen, oder eben auch nicht, Letzteres ein Vorwurf, den ich zurzeit allen Parteien mache. Was letztendlich dabei rauskommt, können wir ohnehin nur kurze Zeit begleiten.



(Manchmal wünschte ich, mir stünde eine Zeitmaschine zur Verfügung ;) )
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Bobo » Fr 23. Nov 2018, 14:48

Die SPD hat sich selbst überflüssig gemacht und wird nicht mehr gebraucht. Daran wird Frau Nahles habseidenes kosmetisches Geschwafel nichts ändern. Sie wird schon Butter bei de Fische geben müssen, um überhaupt Gehör zu finden. Kosmetik hat ihr Vorgänger auch schon versucht. Der Ausgang ist bekannt.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 23. Nov 2018, 23:32

Eine Mehrheit der SPD Anhänger will einen linkeren Kurs inhaltlich der Partei, was ich für problematisch halte

Was aber auch wahr ist eine Mehrheit der Bürger will grundlegende Reformen des bestehenden Hartz Systems ( Ende der fragwürdigen Praxis der Sanktionen,Entbürokratisierung, realistischere Regelsätze) hin zu einem echten Sozialstaat
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Sa 24. Nov 2018, 10:34

24. November 2018 Wie die SPD an ihrem neuen Image bastelt
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/sp ... -1.4224803
" Dafür haben Münchens Obergenossen ein Thesenpapier ausgearbeitet, das aus konservativer Perspektive schon fast sozialistische Züge aufweist. So soll es ein allgemeines Betretungsrecht für größere Innenhöfe geben, einen kommunalen Wohn- und Bodenfonds, der den privaten Immobilieninvestoren die Grundstücke wegschnappen soll, und strikte Vorgaben für die Wirtschaft. Münchner Unternehmen sollen zu einem kommunalen Mindestlohn gedrängt werden, in den kommunalen Betrieben sowie in der Stadtverwaltung wird eine solche Untergrenze ebenfalls eingeführt. Und die Firmen müssen sich zu sozialen Standards bekennen, wenn sie sich auf städtischen Flächen ansiedeln oder expandieren wollen."
Am 30. April soll das Thesenpapier verabschiedet werden, die SPD-Stadtratsliste für München wird im November 2019 erstellt.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Teeernte » Sa 24. Nov 2018, 13:57

Solange die SPD die Interessen der WERKTÄTIGEN vertritt hat sie eine Zukunft.

Wenn die SPD vorrangig die Interessen von ..."BGE" Beziehern und Sozialfällen vertritt.... sollten die Deppen erkennen...das DIE LEUTE nicht wählen gehen ...und auch nicht mehr als 5% sind.


DAS ist die Grundfrage. Wer//Was ist die SPD ?? (Sozialfälle ? Grüne ? Rentnerpartei ?...)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Sa 24. Nov 2018, 16:47

In einer pluralistischen und für Europa offenen deutschen Gesellschaft wird auch die SPD wieder ihren Platz finden. Nicht jeder hat Angst vor Überfremdung. Nicht jeder findet die Grünen trendig. Nicht jeder will freier Individualist bei der FDP sein. Es hängt sicherlich auch davon ab, wie sich die CDU neu positionieren wird.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Sa 24. Nov 2018, 18:21

Teeernte hat geschrieben:(24 Nov 2018, 13:57)

Solange die SPD die Interessen der WERKTÄTIGEN vertritt hat sie eine Zukunft.

Wenn die SPD vorrangig die Interessen von ..."BGE" Beziehern und Sozialfällen vertritt.... sollten die Deppen erkennen...das DIE LEUTE nicht wählen gehen ...und auch nicht mehr als 5% sind.


DAS ist die Grundfrage. Wer//Was ist die SPD ?? (Sozialfälle ? Grüne ? Rentnerpartei ?...)


Dann wäre die Lösung ja ganz einfach und man müsste einfach nur noch die Interessen der Rentner vertreten, dann hat man in ein paar Jahren die absolute Mehrheit.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Sa 24. Nov 2018, 18:42

Wähler hat geschrieben:(24 Nov 2018, 16:47)

In einer pluralistischen und für Europa offenen deutschen Gesellschaft wird auch die SPD wieder ihren Platz finden. Nicht jeder hat Angst vor Überfremdung. Nicht jeder findet die Grünen trendig. Nicht jeder will freier Individualist bei der FDP sein. Es hängt sicherlich auch davon ab, wie sich die CDU neu positionieren wird.


Eigentlich wollte ich ja..., egal, eigentlich war gestern.
Komm doch bitte ein wenig in der Realität an.
Wir haben eine für Europa offene und pluralistische Gesellschaft und die SPD geht trotzdem baden.
Das kann es also nicht sein.
Gestern habe ich mich mit einem alten Freund ausgetauscht, der lange Zeit der Vorsitzender eines Ortsvereines der SPD in einer norddeutschen Landeshauptstadt war. Er hat die Hoffnung aufgegeben. Was soll ich den Leuten noch erzählen? Wir haben vielfältige Themen aber nur solche an denen die anderen Parteien sich auch abarbeiten. Nichts SPD Originales mehr.
H IV zu verbessern ist eine Schnapsidee. Zu verbessern geht natürlich immer, Schnapsidee deshalb weil es der SPD nichts bringt. Die Bevölkerung spaltet sich ganz grob in zwei Gruppen. 80% geht es gut und 20% bedürfen in irgendeiner Form der Unterstützung.
Der Fehler der SPD ist es sich auf die 20% zu konzentrieren und bei der Masse der Wähler das Gefühl auszulösen, immer HIV, wer kümmert sich denn um meine Interessen?
….und genau die 20% kann man argumentativ ohnehin nicht gewinnen, die finden sich zum großen Teil im Lager der Nichtwähler.
Der SPD können nur noch zwei Dinge helfen:
1. Das Führungspersonal radikal austauschen.
2. Neue Themen finden die sie von anderen Parteien unterscheidet.
( Im letzten Stern hat der Jörges, wie immer ein wenig großmäulig, das ganz gut beschrieben.)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Fliege » Sa 24. Nov 2018, 19:11

jorikke hat geschrieben:(24 Nov 2018, 18:42)
Der SPD können nur noch zwei Dinge helfen:
1. Das Führungspersonal radikal austauschen.
2. Neue Themen finden die sie von anderen Parteien unterscheidet.
(Im letzten Stern hat der Jörges, wie immer ein wenig großmäulig, das ganz gut beschrieben.)

Magst du kurz skizzieren, was Jörges geschrieben hat?
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Sa 24. Nov 2018, 20:09

Fliege hat geschrieben:(24 Nov 2018, 19:11)

Magst du kurz skizzieren, was Jörges geschrieben hat?


Der Stern ist entsorgt. Kann also nur aus dem Gedächtnis antworten. Er bezog sich wohl auf Willy Brandt und der seinerzeit völlig neuen Ostpolitik. "Wandel durch Annäherung."
Damit hatte Brandt ein Thema, an das sich andere Parteien noch nicht ran wagten.
In diesem Sinne schlägt er vor, die SPD möge Themen aufgreifen die momentan zwar noch nicht opportun, dafür aber als Alleinstellungsmerkmal dienen können, um sich von den anderen Parteien abzuheben.
( Wie heißt es in Loriots Jodelsketch? Man möchte ja mal was Eigenes haben. )
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Fliege » Sa 24. Nov 2018, 21:15

jorikke hat geschrieben:(24 Nov 2018, 20:09)
Der Stern ist entsorgt. Kann also nur aus dem Gedächtnis antworten. Er bezog sich wohl auf Willy Brandt und der seinerzeit völlig neuen Ostpolitik. "Wandel durch Annäherung."
Damit hatte Brandt ein Thema, an das sich andere Parteien noch nicht ran wagten.
In diesem Sinne schlägt er vor, die SPD möge Themen aufgreifen die momentan zwar noch nicht opportun, dafür aber als Alleinstellungsmerkmal dienen können, um sich von den anderen Parteien abzuheben.
( Wie heißt es in Loriots Jodelsketch? Man möchte ja mal was Eigenes haben. )

Mit Jodeln hat es die SPD bereits versucht. ;-)

Nun wären langfristig wirksame Ideen gefragt. Diese sollten m. E. im Bereich Europa (wir sind wir), Migration (wir sind schon genug) und Computer/Roboter-Revolution (viele werden woanders gebraucht; von der Werkshalle in Krankheits- und Pflegeinstitutionen) liegen.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon KarlRanseier » Sa 24. Nov 2018, 21:23

jorikke hat geschrieben:(24 Nov 2018, 20:09)

Der Stern ist entsorgt. Kann also nur aus dem Gedächtnis antworten. Er bezog sich wohl auf Willy Brandt und der seinerzeit völlig neuen Ostpolitik. "Wandel durch Annäherung."
Damit hatte Brandt ein Thema, an das sich andere Parteien noch nicht ran wagten.
In diesem Sinne schlägt er vor, die SPD möge Themen aufgreifen die momentan zwar noch nicht opportun, dafür aber als Alleinstellungsmerkmal dienen können, um sich von den anderen Parteien abzuheben.
( Wie heißt es in Loriots Jodelsketch? Man möchte ja mal was Eigenes haben. )




Die SPD könnte ja behaupten, dass der Mittelstand NICHT entlastet werden müsse, weil es andere Stände nötiger haben, z.B. Arbeitnehmer, Kleinunternehmer usw...

Die Gefahr, die sich damit verbinden würde, wäre allerdings ein Einbruch an Spendengeldern. Dazu wird es allerdings auch kommen, wenn die Sozen keine 5% mehr erreichen, denn kein Unternehmer investiert in eine politische Kraft, wenn es ihm nichts nützt...

Außerdem würde den Sozen diese 180-Grad-Wende vermutlich kein Mensch abnehmen. Sie haben mittelfristig fertig.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » So 25. Nov 2018, 08:20

Wähler hat geschrieben:(24 Nov 2018, 16:47)
In einer pluralistischen und für Europa offenen deutschen Gesellschaft wird auch die SPD wieder ihren Platz finden. Nicht jeder hat Angst vor Überfremdung. Nicht jeder findet die Grünen trendig. Nicht jeder will freier Individualist bei der FDP sein. Es hängt sicherlich auch davon ab, wie sich die CDU neu positionieren wird.

jorikke hat geschrieben:(24 Nov 2018, 18:42)
Der Fehler der SPD ist es sich auf die 20% zu konzentrieren und bei der Masse der Wähler das Gefühl auszulösen, immer HIV, wer kümmert sich denn um meine Interessen?
….und genau die 20% kann man argumentativ ohnehin nicht gewinnen, die finden sich zum großen Teil im Lager der Nichtwähler.
Der SPD können nur noch zwei Dinge helfen:
1. Das Führungspersonal radikal austauschen.
2. Neue Themen finden die sie von anderen Parteien unterscheidet.

Schau Dir einmal die Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland an:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 31931.html
Da betrachtest Du nur die 20% unter der Armutsgrenze. Das Medianeinkommen beträgt hingegen nur noch 1750 Euro im Monat. Das Median-Vermögen liegt bei 50 000 Euro.
Da die Deutschen nach wie vor mehrheitlich zur Miete wohnen und immer mehr Menschen in Ballungsräumen leben, werden die sozialen Themen wieder an Bedeutung gewinnen. Davon könnte die SPD profitieren, wenn sie die 50% unterhalb des Medianeinkommens und -vermögens wieder mehr anspricht.
Erstaunlicher Weise kümmern sich jetzt sogar die Grünen auch um die 20% unterhalb der Armutsgrenze.
siehe auch: Verhältnis Medianlohn Durchschnittslohn Kaufkraft 1995 bis 2012
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 58777.html
Zuletzt geändert von Wähler am Mi 28. Nov 2018, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Teeernte » So 25. Nov 2018, 09:26

yogi61 hat geschrieben:(24 Nov 2018, 18:21)

Dann wäre die Lösung ja ganz einfach und man müsste einfach nur noch die Interessen der Rentner vertreten, dann hat man in ein paar Jahren die absolute Mehrheit.


Die Psychologie der (aller) Rentner bei der Wahl .....und die Kosten der "Wahlgeschenke" für (alle) Rentner zur Wahl der SPD ist doch etwas zu "Teuer"....um mit Rentnern die Mehrheit zu erreichen.

Meiner MEinung geht es nur - mit einer Politik für Werktätige ....(und ehemalige Werktätige jetzt Rentner) die nächste Nähe für SPD Politik und "Mehrheit"//Volkspartei..
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 25. Nov 2018, 10:20

Teeernte hat geschrieben:(25 Nov 2018, 09:26)

Die Psychologie der (aller) Rentner bei der Wahl .....und die Kosten der "Wahlgeschenke" für (alle) Rentner zur Wahl der SPD ist doch etwas zu "Teuer"....um mit Rentnern die Mehrheit zu erreichen.

Meiner MEinung geht es nur - mit einer Politik für Werktätige ....(und ehemalige Werktätige jetzt Rentner) die nächste Nähe für SPD Politik und "Mehrheit"//Volkspartei..


Hah, ha, teuer? Du wirst es in den nächsten Jahrzehnten erleben. Gegen die Lobbymacht der Senioren wird in den nächsten Jahrzehnten keine Politik gemacht werden können. Viele können sich das noch gar nicht vorstellen, weil wir diesen Fall bisher nicht hatten. Es ist ja nicht nur so, dass da plötzlich Millionen Menschen in Rente gehen, es sind auch gerade diese Menschen, die pünktlich zur Wahlurne gehen, anders als bei den sozial schwachen Leuten.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek

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