Die Zukunft der SPD

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yogi61
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Di 4. Sep 2018, 10:10

jorikke hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:07)

Welcher Rentner wählt denn die Linken? Das sind doch überwiegend CDU Wähler.
Deshalb gehen Olafs Rückgewinnungs Versuche mit Versprechungen am Rentenfirmament eindeutig in Richtung CDU/CSU.


Scholz schielt gar nicht so sehr auf die jetztigen Rentner, sondern auf das Heer der Rentner, welches in den nächsten Jahren an der Wahlurne entscheidend die politische Richtung bestimmen wird.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Di 4. Sep 2018, 10:16

yogi61 hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:10)

Scholz schielt gar nicht so sehr auf die jetztigen Rentner, sondern auf das Heer der Rentner, welches in den nächsten Jahren an der Wahlurne entscheidend die politische Richtung bestimmen wird.


Natürlich, ist ja auch legitim.
Allerdings, eine Partei die der Jugend nichts zu bieten hat und sich statt dessen den Alten zuwendet, hat ihre Zukunft ohnehin schon hinter sich.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Di 4. Sep 2018, 10:22

jorikke hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:16)

Natürlich, ist ja auch legitim.
Allerdings, eine Partei die der Jugend nichts zu bieten hat und sich statt dessen den Alten zuwendet, hat ihre Zukunft ohnehin schon hinter sich.


Das kann man so sehen. Wahltaktisch wird man so handeln und es gab ja noch diese extreme Situation der "Vergreisung" in diesem Land.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Di 4. Sep 2018, 10:27

jorikke hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:07)

Welcher Rentner wählt denn die Linken? Das sind doch überwiegend CDU Wähler.
Deshalb gehen Olafs Rückgewinnungs Versuche mit Versprechungen am Rentenfirmament eindeutig in Richtung CDU/CSU.


Das ist meines Erachtens das am wenigsten Erfolg versprechende Klientel.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Di 4. Sep 2018, 10:29

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:27)

Das ist meines Erachtens das am wenigsten Erfolg versprechende Klientel.


Wie verzweifelt muss die SPD sein, wenn sie es trotzdem versucht?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Di 4. Sep 2018, 10:30

jorikke hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:29)

Wie verzweifelt muss die SPD sein, wenn sie es trotzdem versucht?


Im Herbst wird ja geliefert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Di 4. Sep 2018, 10:40

jorikke hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:29)

Wie verzweifelt muss die SPD sein, wenn sie es trotzdem versucht?


Extrem verzweifelt. Der freie Fall lässt sich so nicht aufhalten.
Die SPD sollte sich nicht in Selbstreform verlieren, auch nicht in unsinnigen, von der Die Linke abgekupferten populistischen Forderungen, sondern solide Konzepte erarbeiten, die den kommenden Probleme bei einem gewaltigen Schritt in die Zukunft präventiv begegnet. Explizit der Teil der Bevölkerung, der Ängste bezüglich einer zunehmend von Digital und Robotik beherrschten Welt hegen, müssten das Kernklientel, analog zum “Arbeiter“ als früheres Kernklientel, der SPD werden. Nur kann ich in dieser vergangenheitsverhafteten SPD, bis hin zum Youngster Kühnert, nicht einen einzigen Kopf erkennen, der derart vorausschauend ist und die SPD dahingehend reformieren könnte.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Di 4. Sep 2018, 10:44

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:40)

Extrem verzweifelt. Der freie Fall lässt sich so nicht aufhalten.
Die SPD sollte sich nicht in Selbstreform verlieren, auch nicht in unsinnigen, von der Die Linke abgekupferten populistischen Forderungen, sondern solide Konzepte erarbeiten, die den kommenden Probleme bei einem gewaltigen Schritt in die Zukunft präventiv begegnet. Explizit der Teil der Bevölkerung, der Ängste bezüglich einer zunehmend von Digital und Robotik beherrschten Welt hegen, müssten das Kernklientel, analog zum “Arbeiter“ als früheres Kernklientel, der SPD werden. Nur kann ich in dieser vergangenheitsverhafteten SPD, bis hin zum Youngster Kühnert, nicht einen einzigen Kopf erkennen, der derart vorausschauend ist und die SPD dahingehend reformieren könnte.


Eine sogenannte Reformation ist mit dem Eintritt in die Regierung gescheitert. Man kann nicht grundlegende politische Innovationen erarbeiten und gleichzeitig in der Konsenssuppe einer Regierungsbeteiligung schwimmen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Di 4. Sep 2018, 11:07

yogi61 hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:44)

Eine sogenannte Reformation ist mit dem Eintritt in die Regierung gescheitert. Man kann nicht grundlegende politische Innovationen erarbeiten und gleichzeitig in der Konsenssuppe einer Regierungsbeteiligung schwimmen.


Das ist, zugegeben, schwierig, aber nicht unmöglich, da die Beteiligung zeitlich befristet ist und die erforderlichen Innovationen Zeit zur soliden Erarbeitung benötigen. Weitaus schwieriger ist es, innovationsfähige Köpfe in der SPD zu finden. Die sind im linken Spektrum, als auch im konservativen übrigens, Mangelware.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Stuttgarter » Di 4. Sep 2018, 14:58

yogi61 hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:44)

Eine sogenannte Reformation ist mit dem Eintritt in die Regierung gescheitert. Man kann nicht grundlegende politische Innovationen erarbeiten und gleichzeitig in der Konsenssuppe einer Regierungsbeteiligung schwimmen.


Sorry, wenn ich mich einmische. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Warum aber ist das der SPD nicht klar, obwohl sie doch aus jeder Koalition mit Angela Merkel noch geschwächter hervorging!? Und nun sinken die Umfragewerte ins Bodenlose, bundesweit 16% in einzelnen Bundesländern mag man sich die Zahlen gar nicht mehr anschauen. Wäre also die Reißleine nicht längst überfällig? Beendigung der Koalition und von mir aus Tolerierung der Minderheitsregierung Merkel!? Immerhin müsste sich Angela Merkel dann im Parlament um Mehrheiten bemühen, was entsprechende Debatten zur Folge hätte, in denen sich auch die SPD viel besser profilieren könnte.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Skull » Di 4. Sep 2018, 15:03

Stuttgarter hat geschrieben:(04 Sep 2018, 15:58)

Wäre also die Reißleine nicht längst überfällig?

Beendigung der Koalition und von mir aus Tolerierung der Minderheitsregierung Merkel!?

Immerhin müsste sich Angela Merkel dann im Parlament um Mehrheiten bemühen,
was entsprechende Debatten zur Folge hätte, in denen sich auch die SPD viel besser profilieren könnte.

Kann...man machen.

Mein Politikverständnis ist aber, das man sich an Vereinbarungen hält.
Das man zur Wahl antritt um Politik mitzubestimmen.
Das dieses Land regiert wird.

Mein...Verständnis ist es nicht...sich zu profilieren...und das Land anderen zu überlassen
und die Regierng/den Staat ins Ungewisse zu stürzen.
Ob Bund, Land oder aber auch in Europa.
Immerhin liegen ja jede Menge Aufgaben an.

Ich hoffe...die meisten Bürger sehen das auch so.
Unabhängig welche Koalition da gerade regiert.

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Stuttgarter » Di 4. Sep 2018, 15:32

Skull hat geschrieben:(04 Sep 2018, 16:03)

Mein...Verständnis ist es nicht...sich zu profilieren...und das Land anderen zu überlassen


Was nutzt denn eine SPD, die von den Wählern nicht mehr wahrgenommen wird und daher in den Umfragen ins Bodenlose stürzt? Schließlich hätte heute nicht einmal eine so genannte "Große Koalition" eine Mehrheit. Ganz zu schweigen davon, dass diese einstige Volkspartei selbst eine Regierung führen könnte. 16% sind doch eine Hausnummer.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Skull » Di 4. Sep 2018, 15:55

Stuttgarter hat geschrieben:(04 Sep 2018, 16:32)

Was nutzt denn eine SPD, die von den Wählern nicht mehr wahrgenommen wird und daher in den Umfragen ins Bodenlose stürzt? Schließlich hätte heute nicht einmal eine so genannte "Große Koalition" eine Mehrheit. Ganz zu schweigen davon, dass diese einstige Volkspartei selbst eine Regierung führen könnte. 16% sind doch eine Hausnummer.

Wahlen sind Wahlen. :)
Sie gelten nicht bis zur übernächsten Umfrage. Sondern für eine Legislaturperiode.

Und Umfragen sind Umfragen.

Nach einer Wahl oder einem Desaster ... kann man sich entscheiden.

Solche Entscheidungen nach "Umfrage" halte ich...für falsch und wenig demokratiefördernd.
Noch für Staatstragend.

Meine Meinung.

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Di 4. Sep 2018, 16:21

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 12:07)
Das ist, zugegeben, schwierig, aber nicht unmöglich, da die Beteiligung zeitlich befristet ist und die erforderlichen Innovationen Zeit zur soliden Erarbeitung benötigen. Weitaus schwieriger ist es, innovationsfähige Köpfe in der SPD zu finden. Die sind im linken Spektrum, als auch im konservativen übrigens, Mangelware.

Die SPD braucht vor allem ein gutes Konzept für die Verknüpfung von sozialer und innerer Sicherheit. Das neue Einwanderungsgesetz könnte eine Chance für die SPD werden, sich da zu profilieren, auch wenn das Thema komplex und nicht ungefährlich ist. Auch das Thema Europopolitik ist anspruchsvoll und zukunftsorientiert. Aber was hat die SPD eigentlich noch zu verlieren, wenn es um ihre Existenzberechtigung geht?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Di 4. Sep 2018, 18:42

Wähler hat geschrieben:(04 Sep 2018, 17:21)

Die SPD braucht vor allem ein gutes Konzept für die Verknüpfung von sozialer und innerer Sicherheit. Das neue Einwanderungsgesetz könnte eine Chance für die SPD werden, sich da zu profilieren, auch wenn das Thema komplex und nicht ungefährlich ist. Auch das Thema Europopolitik ist anspruchsvoll und zukunftsorientiert. Aber was hat die SPD eigentlich noch zu verlieren, wenn es um ihre Existenzberechtigung geht?


Das ist zu wenig. Das Einwanderungesetz ist bereits Thema des Koalitionsvertrags und mit ein wenig EU Politik wird die SPD auch kaum Wähler vom Hocker reißen.

Was ich meine ist ein Projekt, wie es z.B. damals die Agenda 2010 war. Ein weitreichendes Zukunftsprojekt und möglichst gekoppelt mit einem charismatischen Verkäufer, da hat Jorikke schon recht. Ein Projekt, das vielschichtig Themen und Schnittstellen beinhaltet und langfristig wirksam angelegt ist. Ein Projekt, dass sich sozialdemokratisch Derjenigen annimmt, die der Meinung sind nur noch eine unsichere Zukunft vor sich zu haben und Schlimmeres für ihre Kinder befürchten. Menschen, die glauben gläsern und durch Maschinen austauschbar zu sein, oder überflüssig zu werden und noch dazu einfach manipulierbar. Die verunsichert sind, angesichts einer Entwicklung, von der sie in jungem und mittleren Alter glauben, nicht mithalten zu können. Ein Projekt, das diesen Menschen Schutz und Sicherheit innerhalb dieser rasanten Entwicklung vermittelt, durch einen Plan, Regelung und begleitende Gesetzgebung, parallel zu positiven Perspektiven.

Verstehen Sie, was ich meine?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Senexx » Di 4. Sep 2018, 18:54

yogi61 hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:44)

Eine sogenannte Reformation ist mit dem Eintritt in die Regierung gescheitert. Man kann nicht grundlegende politische Innovationen erarbeiten und gleichzeitig in der Konsenssuppe einer Regierungsbeteiligung schwimmen.


Der (langfristige) Niedergang der SPD war in dem Augenblick besiegelt, als sie mit dem Godesberger Programm den Klassenwiderspruch aufgegeben hat und was vom "Widerspruch unserer Zeit" gefaselt hat, der Entfesselung der Urkraft des Atoms (Kernkraft) und der Furcht vor den Folgen (Atomkrieg).

Damit hat sie die Arbeiterklasse aufgegeben und letztlich den Lehrern etc. den Weg geebnet. Am Ende steht der Ruin durch die selbst herangezüchteten Grünen und die Abwanderung der letzten Reste zu Linken und AfD. Warum sollte es bei uns noch Sozialdemokratisten geben? Andernlands gibt es sie doch auch nicht mehr.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 5. Sep 2018, 06:15

Wähler hat geschrieben:(04 Sep 2018, 17:21)
Die SPD braucht vor allem ein gutes Konzept für die Verknüpfung von sozialer und innerer Sicherheit. Das neue Einwanderungsgesetz könnte eine Chance für die SPD werden, sich da zu profilieren, auch wenn das Thema komplex und nicht ungefährlich ist. Auch das Thema Europopolitik ist anspruchsvoll und zukunftsorientiert. Aber was hat die SPD eigentlich noch zu verlieren, wenn es um ihre Existenzberechtigung geht?

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 19:42)
Das ist zu wenig. Das Einwanderungesetz ist bereits Thema des Koalitionsvertrags und mit ein wenig EU Politik wird die SPD auch kaum Wähler vom Hocker reißen.
Was ich meine ist ein Projekt, wie es z.B. damals die Agenda 2010 war. Ein weitreichendes Zukunftsprojekt und möglichst gekoppelt mit einem charismatischen Verkäufer, da hat Jorikke schon recht. Ein Projekt, das vielschichtig Themen und Schnittstellen beinhaltet und langfristig wirksam angelegt ist.
Verstehen Sie, was ich meine?

Begleitung der Arbeitnehmer bei der Digitalisierung höre ich da heraus. Also staatlich garantierte berufliche Weiterbildung? Weitere konkrete Punkte von Ihrer Seite wären hilfreich.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 5. Sep 2018, 07:34

Wähler hat geschrieben:(05 Sep 2018, 07:15)

Begleitung der Arbeitnehmer bei der Digitalisierung höre ich da heraus. Also staatlich garantierte berufliche Weiterbildung? Weitere konkrete Punkte von Ihrer Seite wären hilfreich.


In diesem Paket müsste es um zunehmende Mechanisierung, Mobilität, etc. und den Umgang damit gehen, von praktikabel bis gesetzlich.
Aber ich möchte der SPD nicht das zukünftige Wahlprogramm schreiben. ;)
Worauf ich hinaus will ist, dass die SPD seit Jahren stagniert, weil ihr die Visionen fehlen.
Sukzessive SPD modifizierte Forderungen der Die Linke zu vermarkten reicht nicht, um Wähler zu binden, oder für Wähler attraktiv zu sein. Die Die Linke ist längst ein Auslaufmodell. Das müsste zumindest der SPD Nachwuchs begreifen - tut er aber nicht.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon jorikke » Mi 5. Sep 2018, 07:38

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 12:07)

Das ist, zugegeben, schwierig, aber nicht unmöglich, da die Beteiligung zeitlich befristet ist und die erforderlichen Innovationen Zeit zur soliden Erarbeitung benötigen. Weitaus schwieriger ist es, innovationsfähige Köpfe in der SPD zu finden. Die sind im linken Spektrum, als auch im konservativen übrigens, Mangelware.


Dieser Eindruck entsteht fast zwangsläufig weil die "großen Parteien" im Spektrum oft in die Verlegenheit kommen, eine Regierung bilden zu müssen. Da sind auffällige Tausendsasssas, die häufiger mal ein Luftnummer Kaninchen aus dem Hut ziehen können, ohne je dem Zwang zu unterliegen, es auch verwirklichen zu müssen, viel besser dran.
Aus einer solchen Situation heraus kann man sich vortrefflich als innovativ darstellen.
Wenn man einer Regierungsbeteiligung dann nahe ist, schiebt man übergeordnete Überlegungen vor, macht sich vom Acker und zieht beim Wählerfang neue Kaninchen aus dem Hut.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon MäckIntaier » Mi 5. Sep 2018, 07:50

JJazzGold hat geschrieben:(04 Sep 2018, 11:40)

Extrem verzweifelt. Der freie Fall lässt sich so nicht aufhalten.
Explizit der Teil der Bevölkerung, der Ängste bezüglich einer zunehmend von Digital und Robotik beherrschten Welt hegen, müssten das Kernklientel, analog zum “Arbeiter“ als früheres Kernklientel, der SPD werden.


In diesem Topf befindet sich aber die Mehrheit derjenigen, die, platt gesprochen, zu den Globalisierungsskeptikern gehören. Und genau die wiederum befinden sich auf der Nicht-SPD-Seite in "kulturellen" Fragen wie Europa, Einwanderung/offene Grenzen, Minderheitenpolitik. Die SPD ist einfach das Opfer der Globalisierung geworden, der ihr abverlangte Spagat ist nicht zu schaffen. Das ist wieder der Punkt aus dem anderen Thread über die Neuordnung der Parteienlandschaft. Die SPD hat ausgedient, müsste in der Linken, den Grünen, der CDU und der AfD aufgehen oder sich mit einer wie auch immer gearteten Kernbotschaft mit 10+x% zufriedengeben.

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