Die Zukunft der SPD

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yogi61
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 11. Feb 2018, 10:56

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Feb 2018, 10:44)

Ob Chefin des Ressorts hin oder her - ich will sie hier auch nicht für den Mist verteidigen, den sie damals zusammengebastelt hat. Aber damals gab's Schwarz-Gelb, die Regierung Merkel/Westerwelle. Und da hätte es in der Koalition keine Mehrheit für eine andere Lösung im Bundestag gegeben. Guido Westerwelle hat sich ja gerne lang und breit über die "spätrömische Dekadenz" ausgelassen. Mit Zielrichtung Hartz-IV-Empfänger.
Für viele war damals ein Grundsicherungssatz von 400 Euro so etwas, wie eine Rote Linie, die auf gar keinen Fall überschritten werden durfte - so falsch sie auch war.


Und deswegen wäre es schön,Politiker mit Rückgrat zu haben. Frau von der Leyen gehört mit Sicherheit nicht dazu. Meine Verwunderung bezog sich eher auf das Lob für Frau von der Leyen, die ja eigentlich ausser im Fahrwasser der Kanzlerin zu schwimmen noch nie etwas gebacken bekommen hat. Allerdings hat sie die Niebelungentreue und das völlig unkritische Verhalten immer wieder in Ministerämter gespült, ist ja auch was und offenbar ist vielen Menschen in diesem Land so etwas völlig egal,oder man hat sich mit diesem Typus Karrierist einfach abgefunden. Verstehen muss ich das aber dennoch nicht.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » So 11. Feb 2018, 11:03

http://www.sueddeutsche.de/politik/mart ... -1.3862519
SZ 11. Februar 2018 Ein Rückblick auf das turbulente Jahr von Martin Schulz als SPD-Chef - und ein Erklärungsversuch
Dann nach langem Zögern doch noch der Umschwung, die SPD ist Mitte Dezember bereit zu Sondierungsgesprächen. Immerhin: Die gesamte Parteispitze steht hinter dieser 180-Grad-Wende.

Dann dreht Andrea Nahles die Stimmung des Parteitages: In fünf Minuten rettet die Fraktionschefin ihren Parteichef mit einem rhetorischen Feuerwerk. Trotzdem: Nur 56 Prozent der Delegierten stimmen für Koalitionsverhandlungen.

Es ist der zweite Wortbruch innerhalb weniger Wochen: Schulz wirft den Vorsitz hin, um sich ins Ministeramt zu retten, sagen manche Funktionäre entrüstet. Andere zeigen Verständnis: Schulz habe nach diesem krassen Jahr eine politische Reha gesucht im mit Glanz und Renommee verbundenen Außenamt. "Der wollte einfach mal geliebt werden." Aber es ist eine Volte zu viel.

Die designierte SPD-Chefin Nahles könne Schulz dankbar sein, weil der "in ihrem Sinne Sigmar Gabriel abserviert hat". Zumindest den letzten Punkt sieht man in Teilen der Partei ähnlich.

Sigmar Gabriel hat sich ja schon Anfang 2017 in die Büsche geschlagen. Ein anderer Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender als Schulz hätte vielleicht das Bundestagswahlergebnis auch nicht überlebt. Turbulente Zeiten für die SPD.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sünnerklaas » So 11. Feb 2018, 11:47

Wähler hat geschrieben:(11 Feb 2018, 11:03)

http://www.sueddeutsche.de/politik/mart ... -1.3862519
SZ 11. Februar 2018 Ein Rückblick auf das turbulente Jahr von Martin Schulz als SPD-Chef - und ein Erklärungsversuch




Sigmar Gabriel hat sich ja schon Anfang 2017 in die Büsche geschlagen. Ein anderer Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender als Schulz hätte vielleicht das Bundestagswahlergebnis auch nicht überlebt. Turbulente Zeiten für die SPD.


Schulz hat den Fehler gemacht, sich von der Agenda-Politik Schröders zu distanzieren. Danach ging's bergab, weil die Netzwerke des Altkanzlers in der SPD immer noch großen Einfluss haben. Das Ausbooten des Schröder-Zöglings Gabriel hat Schulz dann den Rest gegeben.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 12:29

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Feb 2018, 11:47)

Schulz hat den Fehler gemacht, sich von der Agenda-Politik Schröders zu distanzieren. Danach ging's bergab, weil die Netzwerke des Altkanzlers in der SPD immer noch großen Einfluss haben. Das Ausbooten des Schröder-Zöglings Gabriel hat Schulz dann den Rest gegeben.


Dazu passt auch, dass offensichtlich der Schröder-Vertraute Olaf Scholz mit dem prestigeträchtigen Amt des Finanzminister als künftiger Kanzlerkandidat aufgebaut werden soll, wie wird das bei den Stammwählern ankommen?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon garfield336 » So 11. Feb 2018, 13:05

bye Herr Schulz
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sünnerklaas » So 11. Feb 2018, 13:10

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 12:29)

Dazu passt auch, dass offensichtlich der Schröder-Vertraute Olaf Scholz mit dem prestigeträchtigen Amt des Finanzminister als künftiger Kanzlerkandidat aufgebaut werden soll, wie wird das bei den Stammwählern ankommen?


Scholz nach Berlin zu holen, ist sehr weitsichtig. Olaf Scholz hat dagegen schon geliefert. Mit ihm als Ersten Bürgermeister steht Hamburg gut da. Die Wirtschaft in Hamburg brummt, die Elbvertiefung kommt, die Steuereinnahmen sprudeln, Hamburg ist neben Hessen, Baden-Württemberg und Bayern EINZAHLER in den Länderfinanzausgleich. Der immer wieder gebrachte Vorwurf, Sozialdemokraten könnten nicht mit Geld umgehen und verstünden nichts von Wirtschaft, zieht bei Scholz also nicht. Und da der Abgang Merkels absehbar ist, stehen seine Aussichten nicht schlecht. Die CDU/CSU hat niemanden vom Schlage eines Olaf Scholz in ihren Reihen, außer vielleicht noch Armin Laschet. Aber auch der muss als MP in NRW erst mal liefern. Und der hat damit zu kämpfen, dass viele NRW-spezifische Probleme noch aus der Zeit stammen, in denen Jürgen Rüttgers MP in NRW war - und Laschet in seinem Kabinett saß. Das Desaster bei der Polizei in NRW hatte ja nun einmal die CDU/FDP-Regierung unter Rüttgers mit ihren Rasenmäher-Sparmaßnahmen verbockt.

Trotzdem ist Scholz - da gebe ich Dir recht - als Schröderianer nicht unproblematisch. Mir ist es sauer aufgestoßen, dass die Hamburger SPD es einfach nicht hinbekommen hat, sich in den drei Legislaturperioden des Bürgermeisters von Beust personell komplett neu aufzustellen.

Bei Martin Schulz ist das Problem ein anderes: Schulz hatte das Problem, dass er als SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat aus seiner staatsamtslosen Position heraus nicht liefern konnte. Er hatte ganz schlicht und ergreifend dazu viel zu wenig Zeit. Er hätte eigentlich schon ein, zwei Jahre früher Parteivorsitzender werden müssen. Und zwar zusammen mit seiner Funktion als Präsident des EU-Parlaments. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass die SPD weitgehend zur Koalitionsräson gezwungen war und es auch erst ganz am Ende gewagt hat, die "Ehe für Alle" mit den Stimmen von Grünen und Linkspartei zu verabschieden. Dass da Teile der CDU/CSU mitgestimmt haben, sollte hier mal außen vor gelassen werden.

Hätte Schulz etwas reissen wollen, hätte die SPD den Bruch der GroKo herbeiführen und Schulz zum Kanzler wählen müssen. Dazu hatte man aber die Traute nicht.
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Re: GroKo: Sondierung- und Koalitionsverhandlungen

Beitragvon Sybilla » So 11. Feb 2018, 13:17

Die unglaubliche Geschichte einer Kanzlerkandidatur in der SPD.

Martin Schulz war der Hoffnungsträger für die SPD und vieler Menschen die sich nicht mit der „Alternativlosigkeit“ vpon Frau Merkel abfinden wollten. Die Hoffnung auf mehr sozialen Ausgleich zwischen Arm und Reich, die Hoffnung vieler auf Armutsfeste Ruhestandbezüge. Die Hoffnung vieler Familien gegen Kinderarmut für mehr Bildungschancen für Kinder aus armen Familien. Die Hoffnung vieler Menschen auf mehr bezahlbaren Wohnraum auf mehr Pflegekräfte und eine besser ausgestattete Pflege Im Alter. Auf eine einheitliche Gesundheitsvorsorge anstatt der zwei Klassen Medizin. Auf die Bekämpfung der prekären Beschäftigung.......

Schon bald wurde klar, das Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD diesbezüglich keinerlei Konzepte entwickelt hat, das Wahlprogramm der SPD blieb schwammig, das Kanzlerduell wurde zum Kanzlerduett und so stellten sich die Wähler auf eine Fortsetzung der GroKo und einem Weiter so ein. Alternativen wurden weder von Martin Schulz dem Kanzlerkandidaten der SPD noch im Wahlprogramm der SPD entwickelt.

Dann kam mit dem schlechtesten Wahlergebnis der SPD „ever“ der Paukenschlag mit dem eigentlich niemand gerechnet geschweige denn jemand erwartet hatte. Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD erklärte unmittelbar nach der Bekanntgabe der Wahlprognose die GroKO für beendet. Aus der Sicht von Heute natürlich reiner Theaterdonner, denn nach einer wochenlangen letztendlich gescheiterten „Jamaika Sondierung“ von Union FDP und Grünen, liegt nun den SPD Mitgliedern ein Koalitionsvertrag von Union und SPD zur Mitgliederabstimmung vor.

Die SPD Granden (Kahrs/Steinmeier/Scholz....) kleben eben ebenso an der Macht als Frau Merkel die Devise der GroKO ist augenscheinlich besser schlecht regieren als nicht regieren.
(Anders als Herr Linder von der FDP der nach dem platzen der „Jamaika Sondierung“ dieses mit „ besser nicht regieren als schlecht regieren“ begründete.)

Die SPD und ihr noch Vorsitzender sondierten und verhandelten den Koalitionsvertrag der GroKo in großer Eile aus. So das der Koalitionsvertrag der GroKo der nun den Mitgliedern der SPD zur Abstimmung vorliegt, ein weiter so zementiert, ich sehe kein Projekt in diesen Vertrag das wirklich neues oder alternatives beinhaltet.

Zuletzt verzichtet der ehemaliger Hoffnungsträger der SPD und Kanzlerkandidat nicht nur auf den Fraktionsvorsitz sondern auch auf den Parteivorsitz und zuletzt auf einen Kabinettsposten bei Frau Merkel. Die neue Kraft in der SPD ist jetzt die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles die auch Parteivorsitzende werden soll, Nur Alternative Entwürfe kann ich weder in der SPD noch bei Frau Nahles erkennen.

Die SPD liegt da nieder und die Mitglieder haben nun die undankbare Aufgabe darüber Abzustimmen ob es ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende gibt. Eines ist für mich ohne Zweifel bei der nächsten BT - Wahl stürzt die SPD als Teil einer GroKo ins bodenlose ab.
Die SPD kann offensichtlich keine Alternative Politik zur Union entwickeln. Aufgrund dessen ist diese SPD überflüssig.

Eine starke Demokratie benötigt eine SPD als politische Kraft die Alternativen denken und entwickeln kann, eine politische Kraft die Alternative Politik gestalten möchte. Eine politische Kraft die den Menschen die bis jetzt benachteiligt wurden wieder eine Perspektive eröffnet das Sie ihre Kindern und Enkel wieder mehr Teilhabe am Wohlstand erhalten.
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Re: GroKo: Sondierung- und Koalitionsverhandlungen

Beitragvon Misterfritz » So 11. Feb 2018, 14:18

Sybilla hat geschrieben:(11 Feb 2018, 13:17) [....]
Und was hat das hier zu suchen? Es gibt einen SPD-Strang im entsprechenden Unterforum.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon unity in diversity » So 11. Feb 2018, 14:24

Merkels Plan, die SPD-Basis mit lukrativen Ministerposten zu bestechen, wird nach hinten los gehen.
Immer mehr CDU-Politiker behaupten, die CDU sei keine Erbmonarchie, in der man Nachfolgefragen wie in Nordkorea festlegen könne.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 14:29

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Feb 2018, 13:10)

Scholz nach Berlin zu holen, ist sehr weitsichtig. Olaf Scholz hat dagegen schon geliefert. Mit ihm als Ersten Bürgermeister steht Hamburg gut da. Die Wirtschaft in Hamburg brummt, die Elbvertiefung kommt, die Steuereinnahmen sprudeln, Hamburg ist neben Hessen, Baden-Württemberg und Bayern EINZAHLER in den Länderfinanzausgleich. Der immer wieder gebrachte Vorwurf, Sozialdemokraten könnten nicht mit Geld umgehen und verstünden nichts von Wirtschaft, zieht bei Scholz also nicht. Und da der Abgang Merkels absehbar ist, stehen seine Aussichten nicht schlecht. Die CDU/CSU hat niemanden vom Schlage eines Olaf Scholz in ihren Reihen, außer vielleicht noch Armin Laschet. Aber auch der muss als MP in NRW erst mal liefern. Und der hat damit zu kämpfen, dass viele NRW-spezifische Probleme noch aus der Zeit stammen, in denen Jürgen Rüttgers MP in NRW war - und Laschet in seinem Kabinett saß. Das Desaster bei der Polizei in NRW hatte ja nun einmal die CDU/FDP-Regierung unter Rüttgers mit ihren Rasenmäher-Sparmaßnahmen verbockt.

Trotzdem ist Scholz - da gebe ich Dir recht - als Schröderianer nicht unproblematisch. Mir ist es sauer aufgestoßen, dass die Hamburger SPD es einfach nicht hinbekommen hat, sich in den drei Legislaturperioden des Bürgermeisters von Beust personell komplett neu aufzustellen.

...


Das klingt als ob Scholz bei der CDU-Wählerschaft punkten könnte, aber er muss ja bei den SPD-Wählern punkten und die bucklige Verwandtschaft ala Stegner und Nahles wählt man eben so oder so mit, das dürfte den geneigten CDU-Wähler abschrecken und für die eher Linken dürfte er wie ein kalter Technokrat wirken, so wirkt er jedenfalls auf mich.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Vongole » So 11. Feb 2018, 14:39

unity in diversity hat geschrieben:(11 Feb 2018, 14:24)

Merkels Plan, die SPD-Basis mit lukrativen Ministerposten zu bestechen, wird nach hinten los gehen.
Immer mehr CDU-Politiker behaupten, die CDU sei keine Erbmonarchie, in der man Nachfolgefragen wie in Nordkorea festlegen könne.


Klar, da sehen einige ihr angestammten Pfründe verloren gehen.
Erbmonarchie dient schließlich immer eigenen Interessen, die kann man halt besser unbemerkt von der Öffentlichkeit im Hinterzimmer ausklüngeln.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 15:00

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 14:29)

Das klingt als ob Scholz bei der CDU-Wählerschaft punkten könnte, aber er muss ja bei den SPD-Wählern punkten und die bucklige Verwandtschaft ala Stegner und Nahles wählt man eben so oder so mit, das dürfte den geneigten CDU-Wähler abschrecken und für die eher Linken dürfte er wie ein kalter Technokrat wirken, so wirkt er jedenfalls auf mich.


Scholz soll die Sozialliberalen abdecken und manch alten Menschen dürften an den ersten SPD- Finanzminister, der aus Hamburg kam, gute Erinnerungen haben.
Die Sache ist, es muss jetzt irgendwie noch einmal NRW untergebracht werden.
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Re: GroKo: Sondierung- und Koalitionsverhandlungen

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 15:06

Sybilla hat geschrieben:(11 Feb 2018, 13:17)

Die unglaubliche Geschichte einer Kanzlerkandidatur in der SPD.

Martin Schulz war der Hoffnungsträger für die SPD und vieler Menschen die sich nicht mit der „Alternativlosigkeit“ vpon Frau Merkel abfinden wollten. Die Hoffnung auf mehr sozialen Ausgleich zwischen Arm und Reich, die Hoffnung vieler auf Armutsfeste Ruhestandbezüge. Die Hoffnung vieler Familien gegen Kinderarmut für mehr Bildungschancen für Kinder aus armen Familien. Die Hoffnung vieler Menschen auf mehr bezahlbaren Wohnraum auf mehr Pflegekräfte und eine besser ausgestattete Pflege Im Alter. Auf eine einheitliche Gesundheitsvorsorge anstatt der zwei Klassen Medizin. Auf die Bekämpfung der prekären Beschäftigung.......

Schon bald wurde klar, das Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD diesbezüglich keinerlei Konzepte entwickelt hat, das Wahlprogramm der SPD blieb schwammig, das Kanzlerduell wurde zum Kanzlerduett und so stellten sich die Wähler auf eine Fortsetzung der GroKo und einem Weiter so ein. Alternativen wurden weder von Martin Schulz dem Kanzlerkandidaten der SPD noch im Wahlprogramm der SPD entwickelt.

Dann kam mit dem schlechtesten Wahlergebnis der SPD „ever“ der Paukenschlag mit dem eigentlich niemand gerechnet geschweige denn jemand erwartet hatte. Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD erklärte unmittelbar nach der Bekanntgabe der Wahlprognose die GroKO für beendet. Aus der Sicht von Heute natürlich reiner Theaterdonner, denn nach einer wochenlangen letztendlich gescheiterten „Jamaika Sondierung“ von Union FDP und Grünen, liegt nun den SPD Mitgliedern ein Koalitionsvertrag von Union und SPD zur Mitgliederabstimmung vor.

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(Anders als Herr Linder von der FDP der nach dem platzen der „Jamaika Sondierung“ dieses mit „ besser nicht regieren als schlecht regieren“ begründete.)

Die SPD und ihr noch Vorsitzender sondierten und verhandelten den Koalitionsvertrag der GroKo in großer Eile aus. So das der Koalitionsvertrag der GroKo der nun den Mitgliedern der SPD zur Abstimmung vorliegt, ein weiter so zementiert, ich sehe kein Projekt in diesen Vertrag das wirklich neues oder alternatives beinhaltet.

Zuletzt verzichtet der ehemaliger Hoffnungsträger der SPD und Kanzlerkandidat nicht nur auf den Fraktionsvorsitz sondern auch auf den Parteivorsitz und zuletzt auf einen Kabinettsposten bei Frau Merkel. Die neue Kraft in der SPD ist jetzt die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles die auch Parteivorsitzende werden soll, Nur Alternative Entwürfe kann ich weder in der SPD noch bei Frau Nahles erkennen.

Die SPD liegt da nieder und die Mitglieder haben nun die undankbare Aufgabe darüber Abzustimmen ob es ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende gibt. Eines ist für mich ohne Zweifel bei der nächsten BT - Wahl stürzt die SPD als Teil einer GroKo ins bodenlose ab.
Die SPD kann offensichtlich keine Alternative Politik zur Union entwickeln. Aufgrund dessen ist diese SPD überflüssig.

Eine starke Demokratie benötigt eine SPD als politische Kraft die Alternativen denken und entwickeln kann, eine politische Kraft die Alternative Politik gestalten möchte. Eine politische Kraft die den Menschen die bis jetzt benachteiligt wurden wieder eine Perspektive eröffnet das Sie ihre Kindern und Enkel wieder mehr Teilhabe am Wohlstand erhalten.


Der Unmut über Merkels Flüchtlingspolitik die die SPD kritiklos mitgetragen hat; und dass sie sich für noch mehr Zuwanderung ausspricht war denkst du nicht mit ursächlich? Von Überraschung über das mässige Ergebnis kann keine Rede sein, siehe alte Umfragen, Infratest Dimap hatte es eine Woche vorher ziemlich gut vorhergesagt, alleine die Union hat unerwartet aber nicht überraschend schwach abgeschnitten, ich hatte mit einer knappen Mehrheit für Schwarz/Gelb gerechnet.

https://www.wahlrecht.de/umfragen/dimap.htm
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 15:07

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 15:00)

Scholz soll die Sozialliberalen abdecken und manch alten Menschen dürften an den ersten SPD- Finanzminister, der aus Hamburg kam, gute Erinnerungen haben.
Die Sache ist, es muss jetzt irgendwie noch einmal NRW untergebracht werden.


Wer wird nun eigentlich Bürgermeister in Hamburg? Und was wenn die Basis ihre Zustimmung verweigert, dann dürfte das Chaos perfekt sein.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 15:12

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 15:07)

Wer wird nun eigentlich Bürgermeister in Hamburg? Und was wenn die Basis ihre Zustimmung verweigert, dann dürfte das Chaos perfekt sein.


Wenn die Gesamtheit aller SPD-Mitglieder sich mehrheitlich dagegen entscheidet, dann haben wir wohl die nächste Phase der "des is jetzt aber schon mal wieder politisch sehr interessant" Spiele erreicht.
Soweit ich weiß können die Mitglieder einen Koalitionsvertrag ablehnen. Aber sie dürfen den Abgeordneten keine Vorschriften machen, wie sie bei Abstimmungen wählen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon unity in diversity » So 11. Feb 2018, 15:14

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 15:07)

Wer wird nun eigentlich Bürgermeister in Hamburg? Und was wenn die Basis ihre Zustimmung verweigert, dann dürfte das Chaos perfekt sein.

"Endings are beginnings and beginnings are endings."
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 15:17

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 15:12)

Wenn die Gesamtheit aller SPD-Mitglieder sich mehrheitlich dagegen entscheidet, dann haben wir wohl die nächste Phase der "des is jetzt aber schon mal wieder politisch sehr interessant" Spiele erreicht.
Soweit ich weiß können die Mitglieder einen Koalitionsvertrag ablehnen. Aber sie dürfen den Abgeordneten keine Vorschriften machen, wie sie bei Abstimmungen wählen.


Das Votum der Basis zu ignorieren dürfte der SPD aber auch nicht gut bekommen, anderseits sieht sich der neue Vorstand vielleicht nicht an das Versprechen gebunden; Merkel dürfte Neuwahlen wohl nicht überstehen, in 3 Wochen wissen wir mehr, ich tippe vorsichtig darauf, dass die Basis ablehnt.

Warum ist eigentlich eine schwarz/grüne Minderheitsregierung nicht im Gespräch die sich von der SPD und der Linken dulden lässt, damit hätte man die AfD ausgekontert, was ja höchste Staatsraison ist.
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Re: GroKo: Sondierung- und Koalitionsverhandlungen

Beitragvon Wähler » So 11. Feb 2018, 15:25

Sybilla hat geschrieben:(11 Feb 2018, 13:17)
Die neue Kraft in der SPD ist jetzt die Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles die auch Parteivorsitzende werden soll, Nur Alternative Entwürfe kann ich weder in der SPD noch bei Frau Nahles erkennen.

Die SPD liegt da nieder und die Mitglieder haben nun die undankbare Aufgabe darüber Abzustimmen ob es ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende gibt. Eines ist für mich ohne Zweifel bei der nächsten BT - Wahl stürzt die SPD als Teil einer GroKo ins bodenlose ab.
Die SPD kann offensichtlich keine Alternative Politik zur Union entwickeln. Aufgrund dessen ist diese SPD überflüssig.

Eine starke Demokratie benötigt eine SPD als politische Kraft die Alternativen denken und entwickeln kann, eine politische Kraft die Alternative Politik gestalten möchte. Eine politische Kraft die den Menschen die bis jetzt benachteiligt wurden wieder eine Perspektive eröffnet das Sie ihre Kindern und Enkel wieder mehr Teilhabe am Wohlstand erhalten.

Die SPD kann sich nur in Zusammenarbeit mit anderen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien in den EU-Nachbarländern erneuern. Wir schauen einfach zu wenig über unseren nationalen Tellerrand hinaus.
Daher befürchte ich, dass die Zersplitterung der deutschen Parteienlandschaft vorerst voranschreitet.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon unity in diversity » So 11. Feb 2018, 15:29

Hyde hat geschrieben:(11 Feb 2018, 01:53)

Von der Leyen hat mit dem Elterngeld und dem Kita-Ausbau nicht nur Deutschlands Familienpolitik aus dem Mittelalter geholt, sondern damit auch noch Wirtschaft und Geburtenrate gleichzeitig gerettet. Allein dafür muss man ihr ewig dankbar sein. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass die politischen Maßnahmen der Familienministerin von der Leyen die sinnvollsten und wichtigsten in 12 Jahren Kabinett Merkel waren.

Ich will mir gar nicht ausmalen, wie unser Land heute aussähe ohne Elterngeld, ohne Kitas, ohne Ganztagsschulen. Dann wäre der Fachkräftemangel noch viel größer, die Wirtschaft schwächer und die Steuereinnahmen geringer (wegen geringerer Frauenerwerbsbeteiligung in der Wirtschaft) und die Geburtenrate wäre immer noch so niedrig wie in den 90ern und folglich unser Rentensystem langfristig noch mehr im Arsch.

Womit willst du die Fremd- oder Eigengebohrenen beschäftigen, wenn die Arbeitsproduktivität schneller wächst, als die Produktion?
Mit prekären Bullshitjobs?
Ich würde alle Verlierer deiner Gutmenschenpolitik auf deinen Hof schicken, damit du dich denen erklärst.
切腹
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 15:51

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 15:17)

Das Votum der Basis zu ignorieren dürfte der SPD aber auch nicht gut bekommen,


Es gibt kein alleiniges Votum der Basis. Das hast du wohl falsch verstanden. Es gibt ein Mitgliedervotum. Das heißt ALLE Mitglieder werden dort mitstimmen, auch die Vorsitzenden und Amtsträger.
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