Die Zukunft der SPD

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SpukhafteFernwirkung
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 2. Okt 2017, 12:53

Dieter Winter hat geschrieben:(02 Oct 2017, 13:51)

Damit dürfte die SPD wohl ein einstelliges Ergebnis realisieren können. Noch unglaubwürdigere Kandidaten der SPD fallen mir ad hoc nicht ein...
scharping lebt auch noch. der könnte das projekt 18+ für die spd starten...- :D
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Humelix33
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Humelix33 » Di 3. Okt 2017, 12:26

Die SPD kommt ein wenig schlecht weg, was die Anerkennung der Einführung des Mindestlohnes angeht. Da hätten sie mehr verdient.

Aber ansonsten ist es wirklich mau, was die Partei bietet. Kein Personal, welches wählbar ist, und die Wahlprogramme, seit Beschluss des Hamburger Programmes, attraktiv wie saure Gurken, weder zeitgemäß, noch passend zu aktuellen Problemen und Situationen. Wobei man hier doch konsequent ist, wenn man aus ideologischer Ansicht meint, es gäbe, wie z.B. bei der Asylpolitik, nichts zu ändern. Gut ist die Einstellung der Führung, wobei es einem Genossen auch nicht verboten sein dürfte, jene auch kritisch zu begleiten.

Die Kernthemen, wie Familie, Arbeit, und soziale Gerechtigkeit, wurden auch immer mehr vernachlässigt, oder alla Union im Gleichschritt gelöst oder angesehen.

Wenn man sich das Buch von Helmut Schmidt durchgelesen hat, müsste man fast befürchten, dass die Partei einen heutigen zum Vergleich noch unbekannten Helmut Schmidt eher als "Nazi" betiteln würde, vor allem seine Aussagen zu Multikulti etc., da sagt man sich dann einfach, vor allem von der Stegnerfraktion, auch ein Schmidt war nicht vollkommen, und genau solche Aussagen sind das Kernproblem dieser Partei, die sich Volkspartei noch offiziell nennt, wobei, wenn nach dritten Bundestagswahl, also der Nächsten, wieder solch ein Ergebnis rauskommt, müsste man dann endgültig den Status eigentlich aberkennen, für die Arbeitnehmer ist das eine Katastrophe, aber eben die logische Folge, wenn man nur noch ideologisch vorgeht, was mit sozialer Demokratie nicht mehr viel zu tun hat, im ursprünglichem Sinn.

Und bei einer Nahles ist es auch nicht unfair sie als eher minder kompetent einzuordnen, und noch weiter abzuwinken, was einen Turnaround für die Partei vielleicht angehen könnte, da sie insbesondere bei der Mindestlohnerhöhung viel zu niedrig gerechnet hat, man hat sie mehrmals darauf hingewiesen, und als es dann durch war, hat sie dann plötzlich zugegeben, ja war zu niedrig gerechnet und angesetzt, der Arbeitnehmer muss aber jetzt bis 2019 damit leben.

Der Umgang mit der AfD ist auch auf sehr niedrigem Niveau seitens der SPD, wenn sie sich auf die populistische Ebene begeben wollen, werden sie verlieren, und nach ersten Aussagen und Anmerkungen, wollen sie scheinbar dieses Niveau, 20% kann man aber noch locker unterbieten.
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Dampflok94
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Dampflok94 » Di 3. Okt 2017, 12:54

SpukhafteFernwirkung hat geschrieben:(02 Oct 2017, 13:53)

scharping lebt auch noch. der könnte das projekt 18+ für die spd starten...- :D

Scharping hat damals mehr als 36% geholt. Da wäre die SPD heute aus dem Häuschen :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon DerExperte » Di 3. Okt 2017, 13:24

Allein schon, dass man meint, mit der lame duck Martin Schulz noch irgendwas erreichen zu können, zeigt, dass sich diese Partei gar nicht ändern will. Alles heiße Luft.
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Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Beitragvon Just Me » Fr 6. Okt 2017, 14:53

Die SPD kommt ein wenig schlecht weg, was die Anerkennung der Einführung des Mindestlohnes angeht. Da hätten sie mehr verdient.

Ist das so? Die Bundesrepublik gehört zu den letzten Ländern in Europa und der gesamten westlichen Welt, die einen Mindestlohn einführten. Als die SPD allein regierte (na gut, mit den GRÜNEN zusammen), hatte sie die einmalige Gelegenheit, genau das zu tun: einen Mindestlohn einzuführen, ohne sich von CDU, CSU, FDP oder sonstwem in die Suppe spucken lassen zu müssen.

Doch was tat sie stattdessen? Sie vertrat ausschließlich neoliberale Argumente. Auch die SPD postulierte, "der Mindestlohn würde die deutsche Wirtschaft ruinieren"; und weigerte sich mit Händen und Füßen, einen solchen Mindestlohn einzuführen.

Erst als Gabriel in einem öffentlichen Interview den Fehler machte, den Mindestlohn als "diskussionswert" zu bezeichnen, und als LINKE und GRÜNE die SPD darauf festnagelten und den öffentlichen Diskurs darauf lenkten, Gabriel also nicht wieder lügen und ablenken konnte, bracht die Widerstandshaltung der SPD gegen den Mindestlohn erst ein und dann zusammen.

Und in welcher Höhe wurde er beschlossen? Genau! Exakt auf der Grenze der Altersarmut. Wissentlich. Absichtlich. Schon bei der Beschlussfassung stand fest: Jeder, der den Mindestlohn erhält, wird im Alter arm und vom Almosen der Gesellschaft abhängig sein. Bewog das aber die SPD, sich für einen "höheren Mindestlohn" (schon damals brauchte es nicht 8,50 Euro, sondern knapp 9,75 Euro) einzusetzen? Bewegt es die SPD wenigstens, sich HEUTE für einen Mindestlohn, der nicht direkt in Altersarmut führt (nach einschlägigen Rechnungen also knapp 11 Euro), einzusetzen?

Nein! Wieder nicht! Im Gegenteil! Wieder ist es die SPD, die sich mit Händen und Füßen wehrt und stattdessen die von Altersarmut bedrohte Schicht nochmals zu vergrößern half. Zweifellos nicht nur sie allein; doch von einer FDP oder einer CDU erwartet man auch nichts anderes. Sie haben ihre Klientel-Verpflichtungen; und sie machen daraus keinen Hehl.

müsste man dann endgültig den Status [Volkspartei] eigentlich aberkennen, für die Arbeitnehmer ist das eine Katastrophe

Nein, es wäre keine "Katastrophe", sondern ein Befreiungsschlag für diese Partei, die sich im (übrigens selbstgegebenen) Netz des "Volkspartei"-Begriffes verfangen hat. Die SPD wurde einst als ARBEITER-Partei gegründet. Und als solche hat sie ein festes und klar abgegrenztes Klientel: Die Arbeitnehmer. Das macht sie zu einer KLIENTEL-Partei. Und das sollte sie dringend wieder werden. Denn alle anderen wirtschaftlichen Gruppen haben bereits "ihre Partei". Selbst die Armen/Arbeitslosen; nur dass diese eben erfolgreich von den Wahlen ferngehalten werden.

"Volkspartei" sein zu wollen, ist nicht nur im Volksmund zum Scheitern verurteilt ("Allen Menschen Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann."); es ist auch demokratisch absurd, einfach "alle Meinungen vertreten" zu wollen; diametrale eingeschlossen. In diesem Sinne ist der Begriff "Volkspartei" nichts anderes als ein Indikator für fehlende Demokratie-Bereitschaft. Denn Demokratie bedeutet Meinungsvielfalt und Interessenvertretung für Interessenkohorten; aber nicht "Universal-Anspruch der Machtvertretung".

Und bei einer Nahles ist es auch nicht unfair sie als eher minder kompetent einzuordnen, und noch weiter abzuwinken, was einen Turnaround für die Partei vielleicht angehen könnte, da sie insbesondere bei der Mindestlohnerhöhung viel zu niedrig gerechnet hat

Das hat nichts mit "fehlender Kompetenz" zu tun. Es ist die Leitlinie, der die SPD seit 1914 folgt: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!" Und das macht diese Partei, das macht Frau Nahles so ultimativ absolut konsequent, dass man zumindest davor aufrichtig den Hut ziehen muss.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 6. Okt 2017, 19:18

yogi61 hat geschrieben:(02 Oct 2017, 13:21)

Die nächste Kandidatin ist eh Nahles.

Die ist nicht vermittelbar. Es wird ein Mann. Wenn Märklin weg ist, will die SPD auf Sieg spielen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Sa 7. Okt 2017, 09:28

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(06 Oct 2017, 20:18)

Die ist nicht vermittelbar. Es wird ein Mann. Wenn Märklin weg ist, will die SPD auf Sieg spielen.


Einen Mann hatten sie gerade und das war nicht gerade auf Sieg gespielt. Taktisch klüger wäre ein Frau, viele Frauen wählen Angela Merkel und die CDU nur, weil es sich eben bei Frau Merkel um eine Frau handelt.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 7. Okt 2017, 09:30

yogi61 hat geschrieben:(07 Oct 2017, 10:28)

Einen Mann hatten sie gerade und das war nicht gerade auf Sieg gespielt. Taktisch klüger wäre ein Frau, viele Frauen wählen Angela Merkel und die CDU nur, weil es sich eben bei Frau Merkel um eine Frau handelt.

Aber die macht ja nicht die 20 voll. Leider.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Do 12. Okt 2017, 11:07

Andra Nahles mit knallharter Analyse zur SPD

'Die bittere Wahrheit ist doch, wir haben kein klares Profil'

da ist jetzt Martin Schulz gefragt :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Do 12. Okt 2017, 11:10

pikant hat geschrieben:(12 Oct 2017, 12:07)

Andra Nahles mit knallharter Analyse zur SPD

'Die bittere Wahrheit ist doch, wir haben kein klares Profil'

da ist jetzt Martin Schulz gefragt :D


Wenn die Frau Nahles doch schon sagt, das sie kein klare Profil haben, wäre es auch von ihr mal interessant zu wissen, was sie darunter versteht.
Die SPD sollte sich allgmein mal fragen, warum sich der normale Büroangestellte nicht wirklich von dieser Partei vertreten fühlt.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Okt 2017, 11:12

Die spd macht zur Landtagswahl schon wieder mit den Linken rum.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Elser » Fr 13. Okt 2017, 09:16

Sehr guter Beitrag von "just me". Danke dafür.

Gestern brachten unsere öffentlich-rechtlichen Medien die Nachricht, dass 40 % (!!!) der Arbeitnehmer heute ein effektiv niedrigeres Einkommen hat, als noch vor 20 Jahren. Kurz nach der Bundestagswahl !!! ;) Diese 40 % könnten SPD-Wähler sein, wenn diese Partei noch das wäre, was sie einmal, bis in die 90-er-Jahre, war; nämlich das soziale Korrektiv in der deutschen Politik. Absurd nur, dass es dann genau diese "S"PD (zusammen mit den Grünen) war, die die Möglichkeiten zur erweiterten Arbeitnehmerausbeutung geschaffen haben. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das unter einer "C"DU geführten Regierung nicht so hart ausgefallen wäre. Da wären die Menschen auf die Strasse gegangen.

Wo liegt nun das Problem? Nun - sehr einfach. Diese 40 % haben keine hochbezahlten Sesselfurzerjobs an die Politiker zu vergeben. Solche Jobs sind wie ein millionenschwerer Lottogewinn, das muss man sich klar machen. Da werden viele Menschen schwach. Man hat da nur die Möglichkeit, mit seiner Stimme nach links zu wandern. Dort findet man, als einzige ernsthafte Alternative, nur die LINKE. Die hat sich einen "demokratischen Sozialismus" auf die Fahnen geschrieben und viele haben Angst, dass sie damit DDR-Verhältnisse meinen könnten, die ja kaum einer will.

Trotzdem - eine Lösung für diese Menschen wird wohl nur in einer Rot-Roten-Koalition liegen. Nur in einer solchen Koalition kann man noch sozialdemokratische Politik erwarten. Übrigens - nicht das ich so naiv wäre zu glauben dass bei den Linken die besseren Menschen wären. Wenn die Linken es mal in eine Bundesregierung schaffen sollten, so würden sich sicherlich auch aus ihren Reihen welche finden lassen, die der "indirekten Korruption" der Wirtschaft anheim fallen würden. Da mache ich mir nichts vor. Fast jeder hat nun einmal seinen Preis. Ein paar Jahre würde es aber schon noch sozialdemokratisch laufen. Danach muss dann wieder eine neu linke Partei gegründet werden und das Spielchen würde von vorne losgehen.

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Fr 13. Okt 2017, 11:01

Elser hat geschrieben:(13 Oct 2017, 10:16)

Sehr guter Beitrag von "just me". Danke dafür.

Gestern brachten unsere öffentlich-rechtlichen Medien die Nachricht, dass 40 % (!!!) der Arbeitnehmer heute ein effektiv niedrigeres Einkommen hat, als noch vor 20 Jahren. Kurz nach der Bundestagswahl !!! ;) Diese 40 % könnten SPD-Wähler sein, wenn diese Partei noch das wäre, was sie einmal, bis in die 90-er-Jahre, war; nämlich das soziale Korrektiv in der deutschen Politik. Absurd nur, dass es dann genau diese "S"PD (zusammen mit den Grünen) war, die die Möglichkeiten zur erweiterten Arbeitnehmerausbeutung geschaffen haben. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das unter einer "C"DU geführten Regierung nicht so hart ausgefallen wäre. Da wären die Menschen auf die Strasse gegangen.

Wo liegt nun das Problem? Nun - sehr einfach. Diese 40 % haben keine hochbezahlten Sesselfurzerjobs an die Politiker zu vergeben. Solche Jobs sind wie ein millionenschwerer Lottogewinn, das muss man sich klar machen. Da werden viele Menschen schwach. Man hat da nur die Möglichkeit, mit seiner Stimme nach links zu wandern. Dort findet man, als einzige ernsthafte Alternative, nur die LINKE. Die hat sich einen "demokratischen Sozialismus" auf die Fahnen geschrieben und viele haben Angst, dass sie damit DDR-Verhältnisse meinen könnten, die ja kaum einer will.

Trotzdem - eine Lösung für diese Menschen wird wohl nur in einer Rot-Roten-Koalition liegen. Nur in einer solchen Koalition kann man noch sozialdemokratische Politik erwarten. Übrigens - nicht das ich so naiv wäre zu glauben dass bei den Linken die besseren Menschen wären. Wenn die Linken es mal in eine Bundesregierung schaffen sollten, so würden sich sicherlich auch aus ihren Reihen welche finden lassen, die der "indirekten Korruption" der Wirtschaft anheim fallen würden. Da mache ich mir nichts vor. Fast jeder hat nun einmal seinen Preis. Ein paar Jahre würde es aber schon noch sozialdemokratisch laufen. Danach muss dann wieder eine neu linke Partei gegründet werden und das Spielchen würde von vorne losgehen.

Elser


diese Koalition kaeme aktuell nicht mal auf 30% und ich sehe auch nicht im Ansatz wie da 20% plus zusammenkommen sollten.

die Zukunft der SPD liegt nicht in Linksbuendnissen, sondern in ihrer inhaltlichen Politik, damit sie wieder breitere Waehlerschichten erreicht und die sind der Mitte und nicht am Rand zu suchen.
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Re: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Beitragvon pikant » Fr 13. Okt 2017, 11:10

Just Me hat geschrieben:(06 Oct 2017, 15:53)

Ist das so? Die Bundesrepublik gehört zu den letzten Ländern in Europa und der gesamten westlichen Welt, die einen Mindestlohn einführten. Als die SPD allein regierte (na gut, mit den GRÜNEN zusammen), hatte sie die einmalige Gelegenheit, genau das zu tun: einen Mindestlohn einzuführen, ohne sich von CDU, CSU, FDP oder sonstwem in die Suppe spucken lassen zu müssen.

Doch was tat sie stattdessen? Sie vertrat ausschließlich neoliberale Argumente. Auch die SPD postulierte, "der Mindestlohn würde die deutsche Wirtschaft ruinieren"; und weigerte sich mit Händen und Füßen, einen solchen Mindestlohn einzuführen.

Erst als Gabriel in einem öffentlichen Interview den Fehler machte, den Mindestlohn als "diskussionswert" zu bezeichnen, und als LINKE und GRÜNE die SPD darauf festnagelten und den öffentlichen Diskurs darauf lenkten, Gabriel also nicht wieder lügen und ablenken konnte, bracht die Widerstandshaltung der SPD gegen den Mindestlohn erst ein und dann zusammen.

Und in welcher Höhe wurde er beschlossen? Genau! Exakt auf der Grenze der Altersarmut. Wissentlich. Absichtlich. Schon bei der Beschlussfassung stand fest: Jeder, der den Mindestlohn erhält, wird im Alter arm und vom Almosen der Gesellschaft abhängig sein. Bewog das aber die SPD, sich für einen "höheren Mindestlohn" (schon damals brauchte es nicht 8,50 Euro, sondern knapp 9,75 Euro) einzusetzen? Bewegt es die SPD wenigstens, sich HEUTE für einen Mindestlohn, der nicht direkt in Altersarmut führt (nach einschlägigen Rechnungen also knapp 11 Euro), einzusetzen?

.


in wie vielen Laendern reicht denn der Mindestlohn aus um im Alter nicht relativ arm zu sein?

sie kritisieren hier, dass Deutschland die lahme Ente beim Mindestlohn war, aber gehen mt keinem Wort darauf ein, dass der Mindestlohn in den meisten anderen Laendern noch viel mehr Armut bedeutet als in Deutschland und es kommt doch nicht darauf an, dass ein Mindestlohn eingefuehrt wird, sondern die Hoehe ist entscheidend und die Lebensqualitaet und dann steht ploetzlich Deutschland wieder sehr gut im Vergleich da

Dazu von Ihnen kein Wort!
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Re: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Beitragvon Just Me » Sa 14. Okt 2017, 18:36

pikant hat geschrieben:(13 Oct 2017, 12:10)
in wie vielen Laendern reicht denn der Mindestlohn aus um im Alter nicht relativ arm zu sein?
Eine bemerkenswerte Logik. Nach dieser Logik könnte man auch Schusswaffen legalisieren, denn "schließlich gibt es doch sehr viele Länder, in denen Menschen ermordet werden. Warum sollte man das nicht auch in Deutschland zulassen?", nicht wahr?!

pikant hat geschrieben:(13 Oct 2017, 12:10)
sie kritisieren hier, dass Deutschland die lahme Ente beim Mindestlohn war, ...
Richtig. Denn es gab einmal Zeiten, da war Deutschland - auch dank der SPD - im positiven Sinne Vorreiter, wenn es um die Entwicklung der Gesellschaft ging. Das ist jedoch schon lange Geschichte.
pikant hat geschrieben:(13 Oct 2017, 12:10)
... aber gehen mt keinem Wort darauf ein, dass der Mindestlohn in den meisten anderen Laendern noch viel mehr Armut bedeutet als in Deutschland
Das könnte daran liegen, dass ich die OECD-Studien lese. Dort wird Deutschland beispielsweise seit - Achtung(!) - dem Jahr 2000, also dem zweiten Jahr der SPD-Regierungszeit, ein BESONDERER NIEDERGANG bescheinigt. "Besonders" vor allem deshalb, weil sich Deutschland hier mehr als alle(!) anderen Länder der OECD bemühte, die eigene Bevölkerung zu verarmen. Das berühmt-berüchtigte "Aufklaffen der Schere zwischen Arm und Reich" wurde also von der SPD in besonders infamer Weise vorangetrieben.
pikant hat geschrieben:(13 Oct 2017, 12:10)
... und es kommt doch nicht darauf an, dass ein Mindestlohn eingefuehrt wird, sondern die Hoehe ist entscheidend ...
Die Höhe des nicht eingeführten Mindestlohns ist entscheidend? Oder was willst du mir sagen, pikant?
Auch hier gilt übrigens: Es sind herausragende Glanzleistungen der SPD, die Gewerkschaften ihrer Macht zu berauben (einen der letzten Schritte dazu tat übrigens Frau Nahles in ihrer Funktion als Arbeitsministerin) und sich in zahllose Arbeitskämpfe der vergangenen Jahrzehnte mit der Forderung nach Mäßigung bei Lohnforderungen eingemischt zu haben. In dessen Folge gibt es dann auch all die Nebenerscheinungen, wie etwa die Tatsache, dass mittlerweile über 3 Millionen Menschen Zweitjobs ausüben, weil ein Job nicht mehr zum Leben reicht. Tendenz: Steigend.

https://de.statista.com/infografik/1171 ... -nebenjob/ --- Schaue dir die Grafik an, pikant. Und wieder findest du den direkten Zusammenhang: "SPD = Armutsbeschleuniger". Entsprechendes gilt für die Altersarmut: War im Jahr 2000 noch "nur" rund jeder 10. Rentner von Altersarmut betroffen, hat sich das zwischenzeitlich erheblich geändert: Dank der SPD-Renten-Reform können sich derzeit schon fast jeder fünfte; und ab 2035 fast jeder zweite Rentner auf Altersarmut freuen.

pikant hat geschrieben:(13 Oct 2017, 12:10)
... und die Lebensqualitaet und dann steht ploetzlich Deutschland wieder sehr gut im Vergleich da
Dazu von Ihnen kein Wort!
Ich verlasse mich lieber auf handfeste Fakten, Daten und Zahlen als auf propagandistische Rezitation irgendwelcher wirren Pseudo-Argumente, pikant. Und die wiederum sprechen eine ganz andere Sprache; nicht angefangen bei der Kaufkraft-Entwicklung, die heute langsam wieder auf das Niveau von - immerhin(!) - 1996 klettert, nachdem sie seit dem Beginn der SPD-Regierungszeit zur Jahrtausendwende mit einer Quote von rund zwei Prozent pro Jahr sogar dramatisch sank, und in der Hochzeit noch unter der Kaufkraft von 1975(!) lag; und nicht endend bei der (Immobilien-)Eigentumsquote, die in Deutschland mit "erbärmlich" noch sehr euphemistisch umschrieben ist; und gegen deren negativen Einfluss (aktuelle Studie: Eigentum ist tendenziell billiger als Miete; vgl. "Wohnkostenreport 2017") auch eine Plazebo-Maßnahme, wie die "Mietpreis-Bremse" - Oh Mirakel! Oh Wunder! Schon wieder hatte die SPD ihre Finger im Spiel! -, nichts Positives bewirkt.
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Re: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Beitragvon pikant » Mi 18. Okt 2017, 14:37

Just Me hat geschrieben:(14 Oct 2017, 19:36)

Eine bemerkenswerte Logik.


ich hatte Ihnen eine Frage gestellt und diese haben Sie leider nicht beantwortet
mit Logik kat das nichts zu tun, wenn man eine Frage bewusst nicht beantowortet und an der Frage vorbei elleinlaenge Statements abgibt.

nochmals:

'In welchen Laendern reicht denn der Mindestlohn aus um im Alter nicht relativ arm zu sein'?

Wie hoch muss nach Ihrer Ansicht der Mindestlohn in Deutschland sein, damit man damit im Alter nicht relativ arm ist?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Mi 18. Okt 2017, 14:38

Zukunft der SPD ist bis zu einer Neuwahl Opposition

das hat heute der parl. Geschaeftsfueher Carsten Schneider gesagt, der es ausschliesst dass die SPD in eine Regierung mit der CDU eintritt, wenn Jamaika scheitert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 18. Okt 2017, 15:38

pikant hat geschrieben:(12 Oct 2017, 12:07)
Andra Nahles mit knallharter Analyse zur SPD
'Die bittere Wahrheit ist doch, wir haben kein klares Profil'
da ist jetzt Martin Schulz gefragt :D

Ich habe noch nie verstanden, warum die SPD-Anführer so einen Hang zu emotionalen Übertreibungen haben. Jede Niederlage ist schmerzhaft, aber deswegen muss man doch nicht alles schlecht reden, was man in der letzten Großen Koalition erreicht hat. Besser ist es, den Blick nach vorne zu richten und an den richtigen Stellen sinnvolle programmatischen Korrekturen anzusetzen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Mo 23. Okt 2017, 07:50

Die SPD kann nur politisch überleben, wenn sie sich wieder an die Kümmererzeit erinnert. Menschen, die das wollen, an die Hand nehmen und sie durch die politischen Belange führen.
Denn das schafft eben auch den Kontakt zur Bevölkerung der schlichtweg nötig ist um in Deutschland Politik machen zu können.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Mo 23. Okt 2017, 11:50

der Fraktionsvorsitz in der SPD ist mal wieder im Hinterzimmer besschlossen worden - kein guter Stil so der Faktionsvize Axel Schaefer , wenn Medien ueber die Personalie Nahles vor dem Parteipraesidium das erfahren.
Die SPD beschaeftigt, sich laut Schaefer mehr mit sich selbst als mit dem Politischen Gegner

heute steht eine Kampfabstimmung um den Posten des Praesidiums Vize an - Auch da hat man Oppermann schnell vorgeschlagen einstimmung und nun haben noch 2 andere Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen.
die Posten bei der SPD sind jetzt sehr, sehr knapp und das Angebot fuer diese Posten ist gross.

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