Die Zukunft der SPD

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Mi 14. Feb 2018, 20:48

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 20:07)

Im Grunde genommen muss sich die SPD fragen, wer sie denn eigentlich wählen soll. Es hatte die Wirkung, dass ihre zwei Themen lediglich der uneingeschränkte Clanimport für Subsidiäre undmehr Geld für Brüssel war. Beides Themen, die zwar durchaus bei einer kleinen Zahl der Wohlstandslinken sehr gut ankommt, die aber in der Masse nicht ausreichend für eine Volkspartei oder im Zweifel eher Grün sind. Ersteres Thema könnte ja ein praktischer Schachzug sein in der Hoffnung, damit eine treu beschenkte Wählergruppe zu schaffen, die durch die eigene Politik immer weiter vergrößert werden kann, doch handelt die SPD in diesem Fall alles Andere als konsequent. Zum einen muss sie mit der CDU in Konflikt treten, die die Tore nochmal geöffnet hat und mit "Mama Merkel" viel prägnanter auf diese Gruppe wirkte.
Zum Anderen versucht die SPD mehr schlecht als recht zu mischen:
Umweltpolitik ist zwar immer noch en vogue, passt aber gar nicht so wirklich zu der Klientel, die die Masse der potentiellen Wähler ausmacht, also generell ein nachgelagertes Thema, das Andere besser beackern.
Das Erschließen islamistischer Wählergruppen ist taktisch in erster Linie sinnvoll, da hier der große Wachstumsmarkt ist, den man selbst wiederum beschleunigen kann. Hierbei versucht die SPD aber immer eine Kombination, die nicht passen will: Muslimische Frauen, die irgendwie noch dem eigenen "modernen Frauenbild" entsprechen.
Auch dies mag bei einer außerislamistischen Wählergruppe ankommen, bei der Zielgruppe jedoch weniger. Will die SPD diesen Markt wirklich erobern, muss sie auf der einen Seite Frauen mit Kopftuch aufstellen und das auch bei hohen Ämtern der Bereiche Justiz und Familie, sodass sie für die Zielgruppe Interessantes auch bewerkstelligen können und vermehrt Vertreter einer islamischen Sozialdemokratie.


Die SPD versucht bitte wo islamistische Wählergruppen zu Erschließen? Dazu ist jetzt wirklich mal eine Quelle notwendig.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Polibu » Mi 14. Feb 2018, 21:03

Alexyessin hat geschrieben:(14 Feb 2018, 20:48)

Die SPD versucht bitte wo islamistische Wählergruppen zu Erschließen? Dazu ist jetzt wirklich mal eine Quelle notwendig.


Das macht die SPD doch seit Jahrzehnten. Die SPD wurde immer zum nicht geringen Teil von Deutschtürken gewählt. Abgesehen davon ist es doch logisch, wen die Moslems wählen, wenn die SPD sich dauernd für praktisch unbegrenzte Einwanderung stark macht. Großartig weit weg von den Grünen ist die SPD auch nicht. Wenn die SPD könnte, dann wäre das Scheunentor noch offener als es jetzt schon ist.

Aber die CDU macht der SPD ja mittlerweile deutliche Konkurrenz. Frau Merkel hat bei dieser Zielgruppe jedenfalls ganz sicher einen dicken Stein im Brett.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon CaptainJack » Mi 14. Feb 2018, 21:50

Alexyessin hat geschrieben:(14 Feb 2018, 19:54)

Was interessiert dich das überhaupt?
Wieso soll mich das nicht interessieren? :?: Ich bin Wechselwähler und habe auch schon die SPD gewählt. Natürlich ist es derzeit nicht das absolut Wichtigste, wenn Nahles keift ... aber ansonsten bitte ich dich!? :rolleyes:
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Katenberg » Mi 14. Feb 2018, 21:50

Polibu hat geschrieben:(14 Feb 2018, 21:03)

Das macht die SPD doch seit Jahrzehnten. Die SPD wurde immer zum nicht geringen Teil von Deutschtürken gewählt. Abgesehen davon ist es doch logisch, wen die Moslems wählen, wenn die SPD sich dauernd für praktisch unbegrenzte Einwanderung stark macht. Großartig weit weg von den Grünen ist die SPD auch nicht. Wenn die SPD könnte, dann wäre das Scheunentor noch offener als es jetzt schon ist.

Aber die CDU macht der SPD ja mittlerweile deutliche Konkurrenz. Frau Merkel hat bei dieser Zielgruppe jedenfalls ganz sicher einen dicken Stein im Brett.


So einfach ist die Lage auch nicht, Migranten wählen nicht einfach danach, wer für mehr Einwanderung ist. Im Falle der Türken kommt natürlich hinzu, dass sie noch zu Zeiten des Milieuwählens einwanderten und dabei eben in SPD-Milieus - dazu kommt die übliche Wirkung der Sozialpolitik. Das Umwerben islamistischer Wählergruppen durch die SPD ist beim Thema der Sargpflicht offensichtlich, zudem wirbt die SPD zumindest in Berlin auch auf Türkisch und Arabisch.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Polibu » Mi 14. Feb 2018, 22:18

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 21:50)

So einfach ist die Lage auch nicht, Migranten wählen nicht einfach danach, wer für mehr Einwanderung ist. Im Falle der Türken kommt natürlich hinzu, dass sie noch zu Zeiten des Milieuwählens einwanderten und dabei eben in SPD-Milieus - dazu kommt die übliche Wirkung der Sozialpolitik. Das Umwerben islamistischer Wählergruppen durch die SPD ist beim Thema der Sargpflicht offensichtlich, zudem wirbt die SPD zumindest in Berlin auch auf Türkisch und Arabisch.


Nun die Moslems werden wohl kaum die AfD wählen. Grüne und Linke fallen wegen chronischer Erfolglosigkeit auch weg. Bleibt ja nur die SPD, wenn man die Merkel CDU mal aussen vor lässt.

Wobei die SPD die Grünen bald beim Thema Erfolglosigkeit ablösen könnten. Dann wären die Grünen für die Moslems interessant.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Katenberg » Mi 14. Feb 2018, 22:22

Polibu hat geschrieben:(14 Feb 2018, 22:18)

Nun die Moslems werden wohl kaum die AfD wählen. Grüne und Linke fallen wegen chronischer Erfolglosigkeit auch weg. Bleibt ja nur die SPD, wenn man die Merkel CDU mal aussen vor lässt.

Wobei die SPD die Grünen bald beim Thema Erfolglosigkeit ablösen könnten. Dann wären die Grünen für die Moslems interessant.


Das ist jetzt erstmal Blödsinn. Wir sprechen bei derartigen Wählergruppen im Gros nicht von organisierten Gruppierungen, sondern von Individuen, die jedoch Gruppendynamiken unterworfen sind. Selbstverständlich wählen Moslems auch Linke und Grüne. Zum einen wirken diese genauso als Lobby, aber eben auch aus den Gründen, warum irgendwer sonst sozialistische Parteien wählt.
Die AfD hat auch durchaus Zulauf von türkischstämmigen Wählern, eben auch, weil erfolgreiche Migranten ein viel stärkeres Interesse an einer strikten Grenz- und Einwanderungspolitik haben. Innerparteilich wieder eine Konfliktlinie, da Höcke und Konsorten die AfD zu einer ethnozentrierten Partei machen wollen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Polibu » Mi 14. Feb 2018, 22:38

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 22:22)

Das ist jetzt erstmal Blödsinn. Wir sprechen bei derartigen Wählergruppen im Gros nicht von organisierten Gruppierungen, sondern von Individuen, die jedoch Gruppendynamiken unterworfen sind. Selbstverständlich wählen Moslems auch Linke und Grüne. Zum einen wirken diese genauso als Lobby, aber eben auch aus den Gründen, warum irgendwer sonst sozialistische Parteien wählt.
Die AfD hat auch durchaus Zulauf von türkischstämmigen Wählern, eben auch, weil erfolgreiche Migranten ein viel stärkeres Interesse an einer strikten Grenz- und Einwanderungspolitik haben. Innerparteilich wieder eine Konfliktlinie, da Höcke und Konsorten die AfD zu einer ethnozentrierten Partei machen wollen.


Nö. Das ist kein Blödsinn. Ich habe auch nicht gesagt, dass alle Moslems die SPD wählen. :rolleyes: . Dass man das jedes Mal dazu schreiben muss. Intelligente Diskussionspartner sollten eigentlich wissen, dass man das nicht meint, auch wenn man es nicht explizit sagt. :rolleyes:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... swahl.html
Linke Parteien bei Deutschtürken beliebter


Laut einer Umfrage des Berliner Meinungsforschungsinstituts Data4U nach der Bundestagswahl 2013 machten damals 64 Prozent der Türkeistämmigen ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten, jeweils zwölf Prozent stimmten für Grüne und Linke; die lange Zeit einwanderungsskeptische Union landete hingegen bei sieben Prozent.


Für Wahlforscher Wüst ist es naheliegend, dass Muslime ihre spezifischen Interessen mehrheitlich im linken Parteienspektrum vertreten sehen, weil man dort den Forderungen von Einwanderern wie auch dem Islam offener gegenüberstehe.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Willi Brand » Do 15. Feb 2018, 00:58

Dieter Winter hat geschrieben:(14 Feb 2018, 12:34)

Du ignorierst dabei, dass Merkel dann keinen Partner für eine Regierungskoalition hat. Gegen die SPD kann sie also wenig bis nichts durchboxen. Bei einer Minderheitsregierung hätte die SPD bessere Karten als in einer rot/schwarzen Regierung, einfach weil sie da jedes mal einen neuen deal aushandeln kann.

Unter Merkel wird es niemals eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten geben. So etwas hätte sie überhaupt nicht nötig! Zur Not gäbe es Neuwahlen, und davor schlottern der SPD-Führung mal richtig die Knie. Nein, sollte die GroKo nicht zustande kommen, wird Merkel den Koalitionsvertrag nehmen und einfach "Tolerierungsvereinbarung" drüberschreiben. Mit so einem Tolerierungsmodell wären Nahles und Scholz sofort einverstanden! Die könnten sich dann prima in der Halb-Opposition erneuern und sogar ein Schattenkabinett bilden. Und die Union hätte ganz viele Ämter, Posten und Pöstchen zu verteilen, dass auch ein Jens Spahn ein Ministerium abbekommen würde.
Zuletzt geändert von Willi Brand am Do 15. Feb 2018, 01:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Der General » Do 15. Feb 2018, 01:12

Teeernte hat geschrieben:(14 Feb 2018, 11:15)

Sonntagsfrage....

16,5 % SPD... NOCH.

AfD ...15 % schon.

Wann wacht die SPD auf ?


Das ist eine sehr Berechtigte Frage wie ich finde.

Schaut man sich das Ganze an, verfolgt man Statements und die Zahlreichen Medien Interviews der führenden "Betonköpfe" usw... so kann ich nur mit dem Kopf schütteln und bin entsetzt ! Es sind nur noch Floskeln zu vernehmen und man ist überhaupt nicht Einsichtig was die berechtigten Kritiken angeht. Noch immer sitzt man "auf dem Hohen Ross" und möchte den faulen Koalitionsvertrag der Hauptsächlich mit fast jedem Satz so beginnt: "Wir wollen"...(im Politischen Sinne aber unbedeutend ist) wie ein Unseriöser Gebrauchtwagen Händler an die Basis verkaufen.

Ich glaube so langsam, dass diese SPD Führung nur noch in Ihrer eigenen Welt lebt. Das Auftreten zb. eines von Olaf Scholz am Politischen "Aschermittwoch" erinnerte mich an einem betrunkenen Kreisvorsitzenden aus einem Dorf mit 3 Mitgliedern :(

Der Einzige echte Sozialdemokrat der Aktuell überraschend Positiv auffällt ist doch tatsächlich der Juso-Chef Kevin Kühnert ! Ein völliges Geenhorn, aber Ideologisch und sogar Rhetorisch auf einen sehr guten Weg! Einzig und allein Selbstbewusstsein und Erfahrung fehlt Ihm noch. Ich habe mir jetzt einiges von ihm angeschaut und muß sagen, absolut Klasse seine Argumentationen. Mit 15 Jahren in die Partei eingetreten und schon Heute mit 28 Jahren treibt er einiges voran bzw. vor sich her.

Dieser "Junge" hat noch einiges vor sich und ich glaube er wird noch eine große Karriere vor sich haben wenn er sich nicht verbiegen läßt !

Genau so einen Nachwuchs aus der 3. Reihe braucht die SPD ...nicht Morgen oder Übermorgen, sondern JETZT !
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Willi Brand » Do 15. Feb 2018, 01:31

Der General hat geschrieben:(15 Feb 2018, 01:12)

Der Einzige echte Sozialdemokrat der Aktuell überraschend Positiv auffällt ist doch tatsächlich der Juso-Chef Kevin Kühnert ! Ein völliges Geenhorn, aber Ideologisch und sogar Rhetorisch auf einen sehr guten Weg! Einzig und allein Selbstbewusstsein und Erfahrung fehlt Ihm noch. Ich habe mir jetzt einiges von ihm angeschaut und muß sagen, absolut Klasse seine Argumentationen. Mit 15 Jahren in die Partei eingetreten und schon Heute mit 28 Jahren treibt er einiges voran bzw. vor sich her.

Dieser "Junge" hat noch einiges vor sich und ich glaube er wird noch eine große Karriere vor sich haben wenn er sich nicht verbiegen läßt !

Genau. Und was aus ihm werden kann, zeigt die aktuelle SPD-Fraktionsvorsitzende, die einen ganz ähnlichen Karriereweg zurückgelegt hat.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Just Me » Do 15. Feb 2018, 06:03

Ich glaube so langsam, dass diese SPD Führung nur noch in Ihrer eigenen Welt lebt.

Hört, hört! - Noch einer, dem es nach nur 103 Jahren schon zu dämmern beginnt! Seit Ebert & Blut-Noske hat die SPD ihre Strategie nicht mehr geändert. Das war vor "ziemlich genau umme 100 Jahre". Danach gab es nur Verschärfungen, weil die SPD-Eliten feststellen mussten (und konnten), dass ihr Wahlvieh keine besonderen Ansprüche an die Intelligenz stellt.
Der Einzige echte Sozialdemokrat der Aktuell überraschend Positiv auffällt ist doch tatsächlich der Juso-Chef Kevin Kühnert !

Guck! Sprach ich nicht gerade von "geringen Ansprüchen an die Intelligenz" in den Kreisen der Herde? JEDER "junge Sozialdemokrat", der Karriere machen will, ist ein "echter Sozialdemokrat". Schaue dir die frühen Reden Schröders, Becks, Steinbrücks, Clements, ja, sogar Sarrazins, an! Diese Jungs vertreten heute ganz offen "die Gegenseite"; hocken in Konzern-Vorständen, denen sie noch vor kaum 50 Jahren nachsagten, selbige würden die Staatsmacht ursurpieren und wären deshalb eine Gefahr für die Demokratie und die Freiheit, wenn sie zu mächtig würden und zu robuste Verbindungen zur Politik hätten, und sind Kuratoriums-Vorsitzende des stärksten Anti-Sozialdemokratie-Lobby-Verbandes INSM. Doch was sie früher schwadronierten, würdest du zum Teil bedenkenlos der "Kommunistischen Plattform der SPD" zuordnen, so links war es innerhalb der SPD ausgerichtet.

Und ganz besonders, wenn du dir Nahles' Entwicklung hernimmst, wirst du deine begriffliche Orientierung arg strapazieren müssen: Wenn die aktuelle Nahles Sozialdemokratie vertritt, dann vertrat die frühere Nahles Ultra-Mega-Hyper-Kommunismus. Und wenn die frühere Nahles, also jene, die bei den Jusos den Ton angab, Sozialdemokratie vertrat; dann empfiehlt sich die heutige Nahles eher für - in dieser Reihenfolge - AfD, FDP oder CSU; und vielleicht noch für den "Realo-Flügel" der Grünen; nur dass man dort eher weniger mit "Bätschi" und "auf die Fresse" anfangen kann; dafür aber sehr viel für "Ich mach' mir die Welt, wiede-wiede-wie sie mir gefällt!" übrig hat.

Noch immer sitzt man "auf dem Hohen Ross" und möchte den faulen Koalitionsvertrag der Hauptsächlich mit fast jedem Satz so beginnt: "Wir wollen"...(im Politischen Sinne aber unbedeutend ist) wie ein Unseriöser Gebrauchtwagen Händler an die Basis verkaufen.

Wenn DU etwas machen würdest, das über 100 Jahre lang kontinuierlich zum Erfolg führt; wie schnell würdest du es ändern wollen, wenn nun jemand kräht, dass man "alles anders" machen müsse? Ganz besonders unter der Maßgabe, dass es FÜR DICH in jedem Fall noch reichen wird, ... vorausgesetzt, du änderst nix?!

Es ging der SPD-Elite seit dem Tode Bebels nicht mehr um Sozialdemokratie. Schon das Gothaer Programm von 1875 war eine latente, doch unumkehrbare Abwendung von der Sozialdemokratie. Und das deutlichste Zeichen setzte dann auch Noske, der, alter Adels-Tradition folgend, KRAFT SEINES AMTES für die Ermordung Liebknechts und Luxemburgs verantwortlich zeichnete, sein Amt also missbrauchte, um seiner Partei-Elite, vor allem aber seinen scheinbaren politischen Gegnern in konservativen und reaktionären Kreisen, servil dienen zu können. Der "Chef-Mörder" Waldemar Pabst formuliert es denn auch ganz offen:
Waldemar Pabst hat geschrieben:Daß ich die Aktion ohne Zustimmung Noskes gar nicht durchführen konnte – mit Ebert im Hintergrund – und auch meine Offiziere schützen mußte, ist klar. Aber nur ganz wenige Menschen haben begriffen, warum ich nie vernommen oder unter Anklage gestellt worden bin. Ich habe als Kavalier das Verhalten der damaligen SPD damit quittiert, daß ich 50 Jahre lang das Maul gehalten habe über unsere Zusammenarbeit. (Waldemar Pabst; verantwortlicher Offizier jener Truppe, die Liebknecht und Luxemburg ermordete)

Noske schweigt man in der jüngeren SPD lieber tot; doch an Ebert erinnert man gern, oft und laut...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Do 15. Feb 2018, 06:31

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 20:07)
Im Grunde genommen muss sich die SPD fragen, wer sie denn eigentlich wählen soll. Es hatte die Wirkung, dass ihre zwei Themen lediglich der uneingeschränkte Clanimport für Subsidiäre undmehr Geld für Brüssel war. Beides Themen, die zwar durchaus bei einer kleinen Zahl der Wohlstandslinken sehr gut ankommt, die aber in der Masse nicht ausreichend für eine Volkspartei oder im Zweifel eher Grün sind.

Was hat ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit Clanimport für Subsidiäre zu tun? Infrastrukturförderung in Bildung, Breitbandnetze und moderne Mobilität, die für Deutschland sinnvoll ist, kann auch für die Hauptabsatzmärkte der deutschen Unternehmen in einer Kern-EU hilfreich sein. Im grünen Milieu, das ich kenne, gibt es kaum noch Wohlstandslinke. Dafür haben sich die Zeiten zu stark geändert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Do 15. Feb 2018, 07:56

Polibu hat geschrieben:(14 Feb 2018, 21:03)

Das macht die SPD doch seit Jahrzehnten. Die SPD wurde immer zum nicht geringen Teil von Deutschtürken gewählt. Abgesehen davon ist es doch logisch, wen die Moslems wählen, wenn die SPD sich dauernd für praktisch unbegrenzte Einwanderung stark macht. Großartig weit weg von den Grünen ist die SPD auch nicht. Wenn die SPD könnte, dann wäre das Scheunentor noch offener als es jetzt schon ist.


Wo ist denn die Quelle nach den islamistischen Zielgruppen?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Do 15. Feb 2018, 07:57

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 21:50)

So einfach ist die Lage auch nicht, Migranten wählen nicht einfach danach, wer für mehr Einwanderung ist. Im Falle der Türken kommt natürlich hinzu, dass sie noch zu Zeiten des Milieuwählens einwanderten und dabei eben in SPD-Milieus - dazu kommt die übliche Wirkung der Sozialpolitik. Das Umwerben islamistischer Wählergruppen durch die SPD ist beim Thema der Sargpflicht offensichtlich, zudem wirbt die SPD zumindest in Berlin auch auf Türkisch und Arabisch.


Kommt da noch eine Quelle Katenberg oder willst du hier absichtlich falsche Behauptungen aufstellen?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » Do 15. Feb 2018, 10:16

Katenberg hat geschrieben:(14 Feb 2018, 21:50)

So einfach ist die Lage auch nicht, Migranten wählen nicht einfach danach, wer für mehr Einwanderung ist. Im Falle der Türken kommt natürlich hinzu, dass sie noch zu Zeiten des Milieuwählens einwanderten und dabei eben in SPD-Milieus - dazu kommt die übliche Wirkung der Sozialpolitik. Das Umwerben islamistischer Wählergruppen durch die SPD ist beim Thema der Sargpflicht offensichtlich, zudem wirbt die SPD zumindest in Berlin auch auf Türkisch und Arabisch.


Muslime dürften linke Parteien wählen weil die ihnen den Spielraum lassen um eigene Strukturen zu etablieren, irgendwann werden sie ihre eigenen Parteien haben und diese wählen, in den Niederlanden hat eine muslimische Partei die Sozialdemokratische überholt in einer Großstadt.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Do 15. Feb 2018, 11:52

Mega Maddin hat geschrieben:(15 Feb 2018, 10:16)

Muslime dürften linke Parteien wählen weil die ihnen den Spielraum lassen um eigene Strukturen zu etablieren, irgendwann werden sie ihre eigenen Parteien haben und diese wählen, in den Niederlanden hat eine muslimische Partei die Sozialdemokratische überholt in einer Großstadt.


was ist daran schlecht oder verkehrt, wenn man eine neue Partei gruendet und diese Interessen von Muslimen vertreten will?
ich kenne viele Parteien, die auch in Deutschland in Staedten die SPD ueberholt haben beim Waehlervortum - was soll daran so ueberraschend sein, wenn dies auch in den Niederlanden der Fall ist?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » Do 15. Feb 2018, 11:59

pikant hat geschrieben:(15 Feb 2018, 11:52)

was ist daran schlecht oder verkehrt, wenn man eine neue Partei gruendet und diese Interessen von Muslimen vertreten will?
ich kenne viele Parteien, die auch in Deutschland in Staedten die SPD ueberholt haben beim Waehlervortum - was soll daran so ueberraschend sein, wenn dies auch in den Niederlanden der Fall ist?


Ich habe nicht gesagt, dass es verkehrt ist, es ist nur von den Parteien kurzsichtig Klientelpolitik für Leute zu betreiben die einem am Ende die Butter vom Brot nehmen, da fällt mir das Lenin-Zitat ein, wonach die Kapitalisten die Stricke verkaufen, an denen man sie am Ende aufhängt.

Ich lache wenn der Tag kommt an dem die AKP-Deutschland mehr Abgeordnete als die SPD hat, meinst du die Sozialdemokraten lachen dann auch?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Just Me » Do 15. Feb 2018, 12:02

Mega Maddin hat geschrieben:(15 Feb 2018, 10:16)
... in den Niederlanden hat eine muslimische Partei die Sozialdemokratische überholt in einer Großstadt.

Oh! Mein! Gott! Ich habe den Anderen wiederholt mit einer Waffe bedroht, und nun bewaffnet sich diese feige Sau selbst. So ein mieses, feiges Schwein, das!
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Mega Maddin » Do 15. Feb 2018, 12:06

Just Me hat geschrieben:(15 Feb 2018, 12:02)

Oh! Mein! Gott! Ich habe den Anderen wiederholt mit einer Waffe bedroht, und nun bewaffnet sich diese feige Sau selbst. So ein mieses, feiges Schwein, das!


Vorsicht mit solchen Äußerungen, Maas liest mit!
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Do 15. Feb 2018, 12:07

Mega Maddin hat geschrieben:(15 Feb 2018, 11:59)

Ich habe nicht gesagt, dass es verkehrt ist, es ist nur von den Parteien kurzsichtig Klientelpolitik für Leute zu betreiben die einem am Ende die Butter vom Brot nehmen, da fällt mir das Lenin-Zitat ein, wonach die Kapitalisten die Stricke verkaufen, an denen man sie am Ende aufhängt.

Ich lache wenn der Tag kommt an dem die AKP-Deutschland mehr Abgeordnete als die SPD hat, meinst du die Sozialdemokraten lachen dann auch?


ich habe Ihnen eine Frage gestellt, die Sie leider nicht beantwortet haben.
ich kann nichts schlechtes dabei finden, wenn Parteien Klientelpolitik betreiben und in den deutschen Bundestag kann man nur Deutsche hineinwaehlen.

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