Werden die Grünen überflüssig werden?

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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Der General » So 12. Mär 2017, 16:14

Brainiac hat geschrieben:(12 Mar 2017, 08:30)

Hä? :D

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Politische_Ideologie

Natürlich ist das unbedingte Eintreten für Umweltschutz und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, und diesen Wert für wichtiger als alle anderen zu erachten und das politische Wollen und Handeln daran auszurichten, ideologisch. Du versuchst hier künstlich einen Unterschied (der Grünen zu anderen Parteien) zu konstruieren, der nicht existiert.


Umweltschutz ist keine Politische Ideologie als solches. Anders verhält es sich wenn man über Ökologie spricht. Das wiederum wäre in der Tat eine Ideologie wobei es aber viele unterschiedliche Einordnungen gibt. Zum Beispiel gibt es da Kategorien wie Humanökologie oder Kulturökologie uvm.. "Umweltschutz" ist eher nur ein Begriff, der sich aber nicht in einer Politischen Ideologie zuordnen läßt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie ... _Ideologie

Brainiac hat geschrieben:
Das ist so nicht korrekt. Man kann seinen Müll trennen, aber einen Uraltdiesel fahren, oder auch nicht. Ein Unternehmen kann die Grenzwerte überschreiten, einhalten oder unterschreiten. Es gibt unendlich viele mögliche Schattierungen, wie konsequent Umweltschutz betrieben wird.


Grundsätzlich ist der Staat verpflichtet sich für den Umweltschutz einzusetzen. Es ist im Grundgesetz verankert. "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Brainiac hat geschrieben:
Ok, eine gewisse Beliebigkeit, bzw große Bandbreite, ist bei den sonstigen Positionen der Grünen nicht von der Hand zu weisen. Das ist (vielleicht) taktisch nicht so klug, aber kein Argument gegen ihre Existenzberechtigung an sich. Sie könnten das ja ändern.


Die Frage war ja: Werden die Grünen überflüssig werden?. Meine Antwort ist klar Ja, weil Sie es aktuell schon sind. Die Grünen wurden aus einer Anti-Atomkraft, einer Friedensbewegung und einer Umweltbewegung gegründet.

Alle drei "Bewegungen" gibt es Heuzutage kaum noch. Umwelt und Friedensbewegungen kommen aus allen Schichten anderer Parteien bzw. sind schon lange nicht mehr nur "Grüne".

Brainiac hat geschrieben:
So ist das eben nicht. Selbstverständlich könnte man die Energiewende abschwächen, verzögern, die Schwerpunkte anders setzen, die Restlaufzeiten strecken, eine längere Koexistenz von fossilen Energieträgern ermöglichen, etc. Man kann die Förderungen der erneuerbaren Energien hoch schrauben, oder herunter. Insbesondere die Windkraftförderung steht in der bisherigen Form durchaus auf der Kippe. Lindner zB hat schon mal die Abschaffung des EEG gefordert. Oder Kohlekraftwerke, man kann versuchen, sie bis 2020 oder 2050 oder gar nicht abzuschaffen. Und dann ist die Frage, inwieweit D willens und in der Lage ist, auf die Energiepolitiken anderer Länder Einfluss zu nehmen, rein national begrenzte Alleingänge sind ja gerade bei dem Thema wenig sinnvoll.

Das ganze Thema ist sehr umfassend und komplex und in keinster Weise eine Ja-Nein-Entscheidung oder ein unaufhaltbarer Selbstgänger, das zu glauben wäre schon ziemlich naiv. :?:


Du hast ja gar nicht Unrecht, dass man in Sachen Umwelt noch einiges verbessern oder ändern könnte ! Das Problem ist aber, rein Parteipolitisch gesehen, dass die Grünen allein mit Ökologie keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Selbst in den besten Jahren, wo Umweltschutz (Atom usw.) eine große Rolle spielte war der Zuspruch eher gering. Bei sämtlichen Bundestagswahlen hatte man ein Ergebniss von ca. 8% (2009 war Rekord mit 10%).

Das bedeutet, Umweltschutz obwohl sehr wichtig, hat bei den Wählerinnen und Wähler keine große Priorität, andere Themen sind offensichtlich Wichtiger !?! Die Energiewende der Kanzlerin, war praktisch der Sargnagel für die Ökopartei Grüne. Die Grünen wissen das auch alles sehr genau und die Strategie ist dahin ausgerichtet, dass man möglichst viele Unterschiedliche Themen besitzt um wenigstens als möglicher Koalitionspartner noch im Gespräch zu bleiben, quasi als Mehrheitsbeschaffungspartei fungiert.
Hinweiß: Solange der Nutzer Cobra9 hier in diesem Forum Moderator ist werde ich mit Ihm nicht diskutieren sondern nur ignorieren! Danke für das Verständniss.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Brainiac » So 12. Mär 2017, 19:13

Der General hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:14)

Umweltschutz ist keine Politische Ideologie als solches. Anders verhält es sich wenn man über Ökologie spricht. Das wiederum wäre in der Tat eine Ideologie wobei es aber viele unterschiedliche Einordnungen gibt. Zum Beispiel gibt es da Kategorien wie Humanökologie oder Kulturökologie uvm.. "Umweltschutz" ist eher nur ein Begriff, der sich aber nicht in einer Politischen Ideologie zuordnen läßt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie ... _Ideologie

Ökologie an sich ist selbst natürlich überhaupt keine Ideologie, sondern eine Wissenschaft - ein Teilgebiet der Biologie.
Du meinst wahrscheinlich "Ökologismus".

Vielleicht wird das ganze im englischen Sprachgebrauch klarer. Da gibt es "ecologism" und "environmentalism". Bei "environmentalism" geht es um Umweltschutz und leider gibt es kein passenderes Wort dafür im Deutschen, es ist mit "Umweltschutz" nur unzureichend übersetzt, passender wäre "Umweltschutzismus".

Environmentalism or environmental rights is a broad philosophy, ideology, and social movement regarding concerns for environmental protection and improvement of the health of the environment, particularly as the measure for this health seeks to incorporate the concerns of non-human elements. Environmentalism advocates the lawful preservation, restoration and/or improvement of the natural environment, and may be referred to as a movement to control pollution or protect plant and animal diversity.[1] For this reason, concepts such as a land ethic, environmental ethics, biodiversity, ecology, and the biophilia hypothesis figure predominantly.
https://en.wikipedia.org/wiki/Environmentalism

Hervorhebung von mir.

Das stellt also den Umweltschutz in den Vordergrund - es ist offen, wie dieser erreicht wird.

Der "ecologism", passend übersetzt mit "Ökologismus", geht weiter und fordert tiefgreifende Veränderungen des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Das ist so in etwa die Position der Fundis.

Der ursprünglich aus dem englischen Sprachraum rührende Begriff („ecologism“) wird dort im Sinne eines den bloßen Umweltschutz („environmentalism“) deutlich übersteigenden Engagements gebraucht. Vertreter des Ökologismus erachten weitreichende Umwälzungen im Verhältnis des Menschen zur Natur für notwendig und die gegenwärtige soziale und politische Ordnung als in sich nicht fähig zur Nachhaltigkeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologismus

Das geht also wesentlich weiter und ist sicherlich noch wesentlich ideologischer - aber auch der reine "environmentalism" (wie oben beschrieben), und die Fokussierung darauf ist m.E. die richtige Strategie der Grünen, hat in seiner politischen Umsetzung Aspekte einer Ideologie, da man ja strategische, griffige Richtlinien und Zielvorstellungen erarbeiten und formulieren muss und dann zwangsläufig bei Glaubensfragen landet. Ein Beispiel dafür wäre "weg vom Verbrennungsmotor", oder "weg von der Kohle". Es steht ja oben in meinem Zitat: "broad philosophy, ideology, and social movement".

Und das ist natürlich, und das war ja unsere Ausgangsfrage, ausreichend, eine politische Partei zu definieren und abzugrenzen. Es ist sogar klarer als bei so manch anderer Partei. Die Linkspartei zB muss glaubhaft machen, warum es nicht ausreicht, eine SPD mit einem starken linken Flügel zu haben - SPD und Linkspartei haben im Grunde das selbe Kernthema (soziale Gerechtigkeit), nur die Linkspartei geht hier eben wesentlich weiter. Es ist ja kein Zufall, dass beide Parteien im Parteienspektrum mit derselben Farbe bezeichnet werden. Die Grünen haben hingegen in ihrem Kernthema (Umweltschutz) keinen direkten Konkurrenten, der auch darauf spezialisiert wäre - die anderen Parteien haben andere Kernthemen. Siehe auch weiter unten noch mal dazu.


Der General hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:14)

Grundsätzlich ist der Staat verpflichtet sich für den Umweltschutz einzusetzen. Es ist im Grundgesetz verankert. "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Das ist grundsätzlich richtig, hat aber wenig mit dem zu tun, worauf du hier geantwortet hast. Du hattest behauptet, Umweltschutz macht man oder nicht, und ich hatte widersprochen, da man Umweltschutz unterschiedlich konsequent betreiben kann. Ob nun als Staat, als Bürger oder als Unternehmen.


Der General hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:14)

Die Frage war ja: Werden die Grünen überflüssig werden?. Meine Antwort ist klar Ja, weil Sie es aktuell schon sind. Die Grünen wurden aus einer Anti-Atomkraft, einer Friedensbewegung und einer Umweltbewegung gegründet.

Alle drei "Bewegungen" gibt es Heuzutage kaum noch. Umwelt und Friedensbewegungen kommen aus allen Schichten anderer Parteien bzw. sind schon lange nicht mehr nur "Grüne".

Aber andere Parteien werden, wenn es hart auf hart kommt, ggf andere Fragen (soziale Gerechtigkeit, freie Marktwirtschaft, Sicherheit) gegenüber dem Umweltschutz höher gewichten. Das schrieb ich vor mehreren Seiten schon. Also braucht es weiterhin "das Original", und das ist mitnichten überflüssig.


Der General hat geschrieben:(12 Mar 2017, 16:14)

Du hast ja gar nicht Unrecht, dass man in Sachen Umwelt noch einiges verbessern oder ändern könnte ! Das Problem ist aber, rein Parteipolitisch gesehen, dass die Grünen allein mit Ökologie keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Selbst in den besten Jahren, wo Umweltschutz (Atom usw.) eine große Rolle spielte war der Zuspruch eher gering. Bei sämtlichen Bundestagswahlen hatte man ein Ergebniss von ca. 8% (2009 war Rekord mit 10%).

Das bedeutet, Umweltschutz obwohl sehr wichtig, hat bei den Wählerinnen und Wähler keine große Priorität, andere Themen sind offensichtlich Wichtiger !?! Die Energiewende der Kanzlerin, war praktisch der Sargnagel für die Ökopartei Grüne. Die Grünen wissen das auch alles sehr genau und die Strategie ist dahin ausgerichtet, dass man möglichst viele Unterschiedliche Themen besitzt um wenigstens als möglicher Koalitionspartner noch im Gespräch zu bleiben, quasi als Mehrheitsbeschaffungspartei fungiert.

Du hast nur diesen Eindruck, weil aktuell keine brisanten Umweltthemen auf dem Tisch liegen. Das ist aber kein Dauerzustand.
Nach Fukushima erreichten die Grünen in Umfragen bis zu 30%.

Klar hat das Aufspringen der Union auf die Energiewende die Grünen Stimmen gekostet. Aber wie ich schon schrieb, kommende Regierungen können hier einen anderen Kurs fahren und dann wird es wieder anders aussehen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sie dauerhaft ein Potenzial > 10% besitzen, aber 5-10% können immer drin sein, je nachdem was gerade so in D und in der Welt passiert. Es brauchen nur mal noch deutlich mehr Menschen nachweislich an Feinstaubbelastung sterben (nicht dass ich mir das wünschen würde).

Die durch Feinstaub für die Bevölkerung induzierten gesundheitlichen Folgen werden durch Schätzung der Krankheitslast ermittelt. Die Ergebnisse dienen u. a. zur Bewertung der Effekte von Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität. Die vorliegenden Schätzungen kommen zum Ergebnis, dass im Zeitraum 2007-2014 im Mittel jährlich etwa 45.300 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub verursacht wurden.
http://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-der-bevoelkerung-in-deutschland
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Brainiac » So 12. Mär 2017, 19:53

Man kann auch einfach auf die Zahlen schauen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ergebnisse_der_Bundestagswahlen#/media/Datei%3AGerman_parliamentary_elections_diagram_de.svg

Ein klarer Abwärtstrend sieht anders aus.
Im Vergleich 09 zu 13 verloren die Grünen etwas, aber die Linkspartei verlor mehr und die FDP noch viel mehr. Die 8,4% sind aber besser als fast alle anderen bisherigen BTW-Ergebnisse der Grünen.

Die Grünen sitzen derzeit in 11 Landesregierungen, in so vielen wie CDU, CSU, FDP und Linke zusammen. Nur die SPD ist noch öfter beteiligt.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Abchecker » So 12. Mär 2017, 20:07

Die Grünen sind überflüssig, weil Sie einfach kein Konzept haben. Außer in Umweltfragen haben Sie keine konkreten Antworten parat.

Z.b. sind Sie für offene Grenzen ja und weiter haben sie keinen Plan was Sie machen wenn dann der Ansturm kommt.

Sie wollen das jeder Leben kann wo er will und das nennen Sie "Moderne Staatsbürgerschaft" nur vergessen Sie das dann jeder zu uns kommt. Ebenfalls wollen Sie das jeder, der auf unserem Staatsgebiet geboren wird automatisch die Staatsbürgerschaft bekommt, das würde dann einen dicken Baby Boom in Unterkünften mit sich bringen.

Ebenfalls ist das Wohnbau Konzept von Ihnen nicht zu gebrauchen, da macht das der Linken sogar mehr sinn.

Und bitte versteht diesen Beitrag nicht falsch, ich bin nicht gegen Flüchtlinge aber wir können auch nicht die ganze Welt aufnehmen wie es die Grünen gerne hätten.

MfG
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Tomaner » Mo 13. Mär 2017, 05:30

Abchecker hat geschrieben:(12 Mar 2017, 20:07)

Die Grünen sind überflüssig, weil Sie einfach kein Konzept haben. Außer in Umweltfragen haben Sie keine konkreten Antworten parat.

Z.b. sind Sie für offene Grenzen ja und weiter haben sie keinen Plan was Sie machen wenn dann der Ansturm kommt.

Sie wollen das jeder Leben kann wo er will und das nennen Sie "Moderne Staatsbürgerschaft" nur vergessen Sie das dann jeder zu uns kommt. Ebenfalls wollen Sie das jeder, der auf unserem Staatsgebiet geboren wird automatisch die Staatsbürgerschaft bekommt, das würde dann einen dicken Baby Boom in Unterkünften mit sich bringen.

Ebenfalls ist das Wohnbau Konzept von Ihnen nicht zu gebrauchen, da macht das der Linken sogar mehr sinn.

Und bitte versteht diesen Beitrag nicht falsch, ich bin nicht gegen Flüchtlinge aber wir können auch nicht die ganze Welt aufnehmen wie es die Grünen gerne hätten.

MfG

Du hast nichts gegen Flüchtling, aber muüßt deshalb lügen. Denn die ganze Welt will gar nicht kommen. In der EU leben 500 Millionen Menschen und wieviele Prozent davon sind als Flüchtlinge gekommen? 1 oder 2 Prozen oder noch weniger?
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Abchecker » Mo 13. Mär 2017, 08:03

Tomaner hat geschrieben:(13 Mar 2017, 05:30)

Du hast nichts gegen Flüchtling, aber muüßt deshalb lügen. Denn die ganze Welt will gar nicht kommen. In der EU leben 500 Millionen Menschen und wieviele Prozent davon sind als Flüchtlinge gekommen? 1 oder 2 Prozen oder noch weniger?


Es ist nunmal so, wenn ein grenzenloses Europa käme wie die Grünen es wollen, mobilisierst sich halb Afrika und um dem Entgegen zuwirken braucht es ein Einwanderrungsgesetz für Wirtschaftsflüchtlinge so eine Art, Greencard Lotterie z.B. oder Sie bringen was mit. Für Kriegsflüchtlinge sollte man aber nach wie vor Bedingungslos Asyl geben.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Kibuka » Mo 13. Mär 2017, 08:49

Tomaner hat geschrieben:(13 Mar 2017, 05:30)

Du hast nichts gegen Flüchtling, aber muüßt deshalb lügen. Denn die ganze Welt will gar nicht kommen. In der EU leben 500 Millionen Menschen und wieviele Prozent davon sind als Flüchtlinge gekommen? 1 oder 2 Prozen oder noch weniger?


Hör auf zu lügen! Natürlich wollen sie kommen. Nur kostet die Reise erstmal ordentlich Geld. Schlepper müssen bezahlt werden, das Mittelmeer muss überwunden werden und in der Türkei und dem Balkan sind die Grenzen größtenteils zu.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 13. Mär 2017, 10:44

Brainiac hat geschrieben:(12 Mar 2017, 19:53)
Die Grünen sitzen derzeit in 11 Landesregierungen, in so vielen wie CDU, CSU, FDP und Linke zusammen.

Noch...! :D
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon H2O » Mo 13. Mär 2017, 10:57

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Mar 2017, 10:44)

Noch...! :D


Hoffen Sie etwa auf 16 Landtage und den Bund... und wäre das nicht etwas übertrieben? ;)
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon firlefanz11 » Mo 13. Mär 2017, 11:03

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2017, 10:57)

Hoffen Sie etwa auf 16 Landtage und den Bund... und wäre das nicht etwas übertrieben? ;)

Nö. Grün schafft sich ab, und ich freue mich darauf, meine Damen u. Herren... :thumbup: :D
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 13. Mär 2017, 11:09

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Mar 2017, 10:54)

... Die Grünen haben sich das falsche Spitzenpersonal gewählt. Shit happens. :)


Es sind aber schon die Besten der Besten .... :cool:
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon H2O » Mo 13. Mär 2017, 11:15

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Mar 2017, 11:03)

Nö. Grün schafft sich ab, und ich freue mich darauf, meine Damen u. Herren... :thumbup: :D
Das kann ich mir nur vorstellen, wenn eine der Volksparteien die Erhaltung von Arbeitsplätzen der Erhaltung unserer Lebensgrundlagen nachordnet. Zwischen 5% und 25% Zustimmung zu den DIE GRÜNEN liegen im Bereich des Möglichen, je nach Ausmaß des erkannten Umweltfrevels.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 13. Mär 2017, 11:18

Tomaner hat geschrieben:(13 Mar 2017, 05:30)

Du hast nichts gegen Flüchtling, aber muüßt deshalb lügen. Denn die ganze Welt will gar nicht kommen. In der EU leben 500 Millionen Menschen und wieviele Prozent davon sind als Flüchtlinge gekommen? 1 oder 2 Prozen oder noch weniger?


Wegen der Idee, mit solch infantilen Matheaufgaben Probleme zu erkennen und gar zu lösen, werden die Grünen verschwinden .... :cool:
Von Israel zu lernen, heisst, siegen zu lernen ....
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 13. Mär 2017, 11:31

Ebiker hat geschrieben:(11 Mar 2017, 17:36)

Die Grünen können nicht verhindern das Vulkane ausbrechen. Sie könnten auch nicht verhindern das evtl. das riesige CO2- Reservoir in den USA Gas freigibt. Sie konnten trotz aller dirigistischen Maßnahmen noch nicht mal den CO2- Ausstoß in D senken. Also wozu brauchen wir sie?


Sie haben immer Wege aufgezeigt. Es ist ja schon interessant daß die Chinesen zwangsweise grüne Ideen aufgreifen und ganz langsam beginnen diese auch umzusetzen. Die Grünen haben so einiges in Bewegung gesetzt. Nur mit ihnen hat man es geschafft daß im Rhein wieder Fische sind und daß Pseudo-Krupp keine Krankheit mehr ist die man sich vor allem im Ruhrgebiet zuzog. Fahr doch mal nach Bejing und atme tief durch. So wäre es hier auch ohne die Grünen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 13. Mär 2017, 11:39

ThorsHamar hat geschrieben:(13 Mar 2017, 11:09)

Es sind aber schon die Besten der Besten .... :cool:

Nö, das sind die nicht. Aber Mißgriffe passieren auch anderen Parteien ab und zu mal. Wer einnert sich noch an den Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping? :D
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Der General » Mo 13. Mär 2017, 13:56

Brainiac hat geschrieben:(12 Mar 2017, 19:13)

Ökologie an sich ist selbst natürlich überhaupt keine Ideologie, sondern eine Wissenschaft - ein Teilgebiet der Biologie.
Du meinst wahrscheinlich "Ökologismus".

Vielleicht wird das ganze im englischen Sprachgebrauch klarer. Da gibt es "ecologism" und "environmentalism". Bei "environmentalism" geht es um Umweltschutz und leider gibt es kein passenderes Wort dafür im Deutschen, es ist mit "Umweltschutz" nur unzureichend übersetzt, passender wäre "Umweltschutzismus".

https://en.wikipedia.org/wiki/Environmentalism


:D Nicht alles wobei man nur ein ismus dran hängen kann, ist gleich eine Politische Ideologie. Umweltschutz ist keine Ideologie, sondern nur ein Begriff. Ökologie hingegen ist Unterteilt in mehreren vielen Kategrorien.

Einverstanden bin ich damit, wenn die Grünen als eine Ökopartei bezeichnet wird die umgangssprachlich für den Schutz der Umwelt vor störenden Einflüssen und Beeinträchtigungen steht. Somit kann man schreiben, dass die Grünen eine Öko-Ideologie verfolgen auch wenn das nicht zu 100% korrekt ist.

Brainiac hat geschrieben:Das stellt also den Umweltschutz in den Vordergrund - es ist offen, wie dieser erreicht wird.

Der "ecologism", passend übersetzt mit "Ökologismus", geht weiter und fordert tiefgreifende Veränderungen des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Das ist so in etwa die Position der Fundis.

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologismus

Das geht also wesentlich weiter und ist sicherlich noch wesentlich ideologischer - aber auch der reine "environmentalism" (wie oben beschrieben), und die Fokussierung darauf ist m.E. die richtige Strategie der Grünen, hat in seiner politischen Umsetzung Aspekte einer Ideologie, da man ja strategische, griffige Richtlinien und Zielvorstellungen erarbeiten und formulieren muss und dann zwangsläufig bei Glaubensfragen landet. Ein Beispiel dafür wäre "weg vom Verbrennungsmotor", oder "weg von der Kohle". Es steht ja oben in meinem Zitat: "broad philosophy, ideology, and social movement".

Und das ist natürlich, und das war ja unsere Ausgangsfrage, ausreichend, eine politische Partei zu definieren und abzugrenzen. Es ist sogar klarer als bei so manch anderer Partei. Die Linkspartei zB muss glaubhaft machen, warum es nicht ausreicht, eine SPD mit einem starken linken Flügel zu haben - SPD und Linkspartei haben im Grunde das selbe Kernthema (soziale Gerechtigkeit), nur die Linkspartei geht hier eben wesentlich weiter. Es ist ja kein Zufall, dass beide Parteien im Parteienspektrum mit derselben Farbe bezeichnet werden. Die Grünen haben hingegen in ihrem Kernthema (Umweltschutz) keinen direkten Konkurrenten, der auch darauf spezialisiert wäre - die anderen Parteien haben andere Kernthemen. Siehe auch weiter unten noch mal dazu.


Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich nicht erkennen kann zu welchem Politischen Kompass die Grünen gehören. Die Politische Ideologie ist Abhanden gekommen und das ist für mich ein sehr entscheidenes Kriterium. Früher konnte man Sie noch zum "Mittelinks" Spektrum zuordnen, Heute sind alle Positionen dabei. Liberal,Konservativ,links und auch Neoliberal ! Auch das Personal ist da durchsetzt mit Unterschiedlichen Ideologien Beispiel Kretschmann der ganz klar Konservativ eingestellt ist und allerhöchstens mal eine Grüne Krawatte trägt.

Brainiac hat geschrieben:Das ist grundsätzlich richtig, hat aber wenig mit dem zu tun, worauf du hier geantwortet hast. Du hattest behauptet, Umweltschutz macht man oder nicht, und ich hatte widersprochen, da man Umweltschutz unterschiedlich konsequent betreiben kann. Ob nun als Staat, als Bürger oder als Unternehmen.


Ich hatte das auch eher aus Wählersicht beschrieben. Mit der (Historischen) Energiewende, ob die nun gut oder schlecht ist sei dahingestellt, wurden die Wählerinnen und Wähler mehr als ausreichend befriedigt.

Im übrigen gibt es doch eindeutige Zahlen und Fakten, die meine Meinung belegen.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 12997.html

Der Umweltschutz zählt nach Meinung eines großen Teils der Bundesbürger nicht mehr zu den wichtigsten Problemen Deutschlands.

...

Während der Umweltschutz damals auf Platz zwei in der Rangliste politischer Aufgabenfelder gelegen habe, sei er inzwischen auf Rang fünf gefallen, so das Ergebnis der Befragung, die laut „Zeit Online“ im Sommer vergangenen Jahres durchgeführt wurde. Wichtiger ist den Bürgern demnach die soziale Sicherung (37 Prozent), die Wirtschafts- und Finanzpolitik (29), die Rentenpolitik (24) und der Themenbereich Kriminalität, Frieden, Sicherheit (20 Prozent).

Brainiac hat geschrieben:Aber andere Parteien werden, wenn es hart auf hart kommt, ggf andere Fragen (soziale Gerechtigkeit, freie Marktwirtschaft, Sicherheit) gegenüber dem Umweltschutz höher gewichten. Das schrieb ich vor mehreren Seiten schon. Also braucht es weiterhin "das Original", und das ist mitnichten überflüssig.


Für DICH, (als vielleicht Grüner) braucht es das Original, weil für DICH Umweltschutz an erster Stelle steht. Ich kann das verstehen und kann auch Dein Argument nachvollziehen. Die Mehrheit sieht das jedoch anders und hält die aktuelle Umweltpolitik für ausreichend, daher wählt man auch nicht mehr die Grünen.

Brainiac hat geschrieben:Du hast nur diesen Eindruck, weil aktuell keine brisanten Umweltthemen auf dem Tisch liegen. Das ist aber kein Dauerzustand.
Nach Fukushima erreichten die Grünen in Umfragen bis zu 30%.


Ja in Umfragen, danach hat die Regierung bzw. auch andere Parteien dieses Feld besetzt und das Ergebniss der Grünen war letztendlich 8,4%.

Brainiac hat geschrieben:Klar hat das Aufspringen der Union auf die Energiewende die Grünen Stimmen gekostet. Aber wie ich schon schrieb, kommende Regierungen können hier einen anderen Kurs fahren und dann wird es wieder anders aussehen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass sie dauerhaft ein Potenzial > 10% besitzen, aber 5-10% können immer drin sein, je nachdem was gerade so in D und in der Welt passiert. Es brauchen nur mal noch deutlich mehr Menschen nachweislich an Feinstaubbelastung sterben (nicht dass ich mir das wünschen würde).

http://www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-der-bevoelkerung-in-deutschland


Auch die Feinstaubbelastung in Städten wird doch schon massiv angegangen, auch dazu braucht man nicht mehr die Grünen.

Noch einmal: Umweltschutz ist Wichtig, allerdings wird dieses Thema ausreichend von anderen Parteien besetzt. Eine Partei die nur dieses Kernthema Kompetent aufbieten kann ist Überflüssig, dass ist meine Persönliche Meinung.

grüsse
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Hyde » Mo 13. Mär 2017, 14:16

Der General hat geschrieben:(13 Mar 2017, 13:56)
Mir ging es eigentlich nur darum, dass ich nicht erkennen kann zu welchem Politischen Kompass die Grünen gehören.


Wenn man sie mit einer politischen Ideologie umschreiben will, dann kann man sagen, die Grünen sind die Partei des Progressivismus.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Der General » Mo 13. Mär 2017, 14:33

Hyde hat geschrieben:(13 Mar 2017, 14:16)

Wenn man sie mit einer politischen Ideologie umschreiben will, dann kann man sagen, die Grünen sind die Partei des Progressivismus.


Nein, dass sehe ich ganz und gar nicht so.

Sie vertritt eher die Politische Ideologie Umschreibung von: Mehrheitsbeschaffungsivismus :D :D
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 13. Mär 2017, 14:51

Hyde hat geschrieben:(13 Mar 2017, 14:16)

Wenn man sie mit einer politischen Ideologie umschreiben will, dann kann man sagen, die Grünen sind die Partei des Progressivismus.

Das würde ich aber auch bestreiten. Sie haben ein relativ fortschrittliches Programm (Agrarwende, Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2030 usw.) und mit Göring-Eckardt und Özdemir aktuell zwei relativ konservative Spitzenkandidaten. Mir ist unklar, wie diese beiden Dinge zueinanderkommen sollen.
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Re: Werden die Grünen überflüssig werden?

Beitragvon Hyde » Mo 13. Mär 2017, 15:13

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Mar 2017, 14:51)

Das würde ich aber auch bestreiten. Sie haben ein relativ fortschrittliches Programm (Agrarwende, Verbot von Verbrennungsmotoren bis 2030 usw.) und mit Göring-Eckardt und Özdemir aktuell zwei relativ konservative Spitzenkandidaten. Mir ist unklar, wie diese beiden Dinge zueinanderkommen sollen.


Ich finde nicht, dass Göring Eckardt konservativ ist. Das einzig konservative an ihr ist, dass sie Mitglied der protestantischen Kirche ist.

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