DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Der General » Fr 16. Feb 2018, 13:19

pikant hat geschrieben:(16 Feb 2018, 13:10)

ja, 2009 hatte man 11.9% bei der BTW und 2017 9.2%


Das war das 1. Ergebnis und Dank Gas Prom Gerd ein sehr gutes :)

Danach:

2013: 8,6
2017: 9,2

Aktuell laut Umfragen bei ca. 11,5% .... Der Pfeil zeigt nach OBEN :cool:
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Fr 16. Feb 2018, 20:51

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 09:21)

Das Ergebnis vom September 2017 nimmt das Ergebnis 2021 nicht vorweg.


Wenn man nach September 2017 genauso weitermacht, wie vor September 2017, tut es das sehr wohl

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 09:21)
Die Koalition hat eine Mehrheit, richtig ist, es ist enger geworden und es gibt mehr Parteien im Bundestag.


Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 09:21)
Gegen die GroKo oder gegen eine Person zu sein, ist aus meiner Sicht noch kein Programm. Ich glaube, die Menschen erwarten Antworten auf die gegebenen Herausforderungen. Dazu wird man freilich auch Protagonisten benötigen, die bereit sind, über Dystopien hinaus zu denken.


Für die Groko zu sein ist auch kein Programm. Soviel dazu.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 09:21)
Das war Helmut Schmidt auch.


Der war als Kanzler ziemlich unbeliebt und mit ihm hat es die SPD auch nie geschafft, bei einer Bundestagswahl die stärkste Partei zu werden, was Scholz ja angeblich erreichen will. Insofern wohl eher ein schlechtes Vorbild. Ich weiß auch nicht, warum und wie sich die SPD ausgerechnet mit einem Schröderianer und Seeheimer an der Spitze erneuern soll. Für das liberalkonservative bürgerliche Millieu gibt es bereits die Unionsparteien und die FDP. Ein bisschen mehr Vielfalt darf es im Parteienspektrum schon geben, meinst Du nicht?

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 09:21)
Der SED gefiel beides nicht. Ob ein Drachentöter die geschmeidigen Töne anschlägt, ist natürlich ein Thema für sich.


Wenn er sich an Reaktionären abarbeiten will, empfehle ich eine Auseinandersetzung mit der AfD, da macht er sich nützlicher, als wenn er auf die (zum damaligen Zeitpunkt) ziemlich dezimierte Bundestagsopposition eindrischt. Aber dazu kommt natürlich vergleichsweise wenig, bei der AfD sind schließlich keine Linken.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Fr 16. Feb 2018, 20:54

pikant hat geschrieben:(16 Feb 2018, 10:04)

da bleibt dann aber nicht mehr viel auf dem Wahlzettel, was man waehlen koennte.


So fällt die Wahl nicht schwer. :)
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 16. Feb 2018, 21:13

Weltregierung hat geschrieben:(16 Feb 2018, 20:51)

Wenn man nach September 2017 genauso weitermacht, wie vor September 2017, tut es das sehr wohl
Das entscheidet a. der Wähler, b. wird es neue Minister geben, einen neuen Koalitionsvertrag und c. kann in vier Jahren viel passieren. Dass der August 2017 so sein könnte wie der September 2021, das wäre selbst einem Nostradamus wohl zu spekulativ.

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.
Im gegebenen Fall dauert das Spiel eben vier Jahre, insofern etwa 0,7 % der Bevölkerung noch zustimmen sollten.

Für die Groko zu sein ist auch kein Programm. Soviel dazu.
Doch, doch, "Sie kennen mich!", hat die Kanzlerin gesagt - oder war das bei der letzten Wahl? ;) Aber im ernst, der Koalitionsvertrag hat schon Inhalte, da steht ja nicht einfach, Person X ist gut oder schlecht. Im Vergleich zum sachgrundlosen NoGroKo glänzt das dann programmatisch.

Der war als Kanzler ziemlich unbeliebt und mit ihm hat es die SPD auch nie geschafft, bei einer Bundestagswahl die stärkste Partei zu werden, was Scholz ja angeblich erreichen will. Insofern wohl eher ein schlechtes Vorbild. Ich weiß auch nicht, warum und wie sich die SPD ausgerechnet mit einem Schröderianer und Seeheimer an der Spitze erneuern soll. Für das liberalkonservative bürgerliche Millieu gibt es bereits die Unionsparteien und die FDP. Ein bisschen mehr Vielfalt darf es im Parteienspektrum schon geben, meinst Du nicht?
Wagenknecht ist nicht vielfältiger, sondern katechistischer. Den Platz in der Mitte kann man nicht ganz leer lassen, gleichwohl sich Lindner wohl darüber freuen würde. Helmut Schmidt hat regiert, die SPD war 13 Jahre lang dran - das ist nun auch wieder nicht recht. Die Sozialdemokratie wird es vermutlich nicht wirklich allen recht machen können, wohl aber schon mehr Leuten als nur uns beiden.

Wenn er sich an Reaktionären abarbeiten will, empfehle ich eine Auseinandersetzung mit der AfD, da macht er sich nützlicher, als wenn er auf die (zum damaligen Zeitpunkt) ziemlich dezimierte Bundestagsopposition eindrischt. Aber dazu kommt natürlich vergleichsweise wenig, bei der AfD sind schließlich keine Linken.
Hat er doch - "Ihr seid Feiglinge", hat er gesagt, in gewohnter Deutlichkeit.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Fr 16. Feb 2018, 21:33

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 21:13)

Das entscheidet a. der Wähler, b. wird es neue Minister geben, einen neuen Koalitionsvertrag und c. kann in vier Jahren viel passieren. Dass der August 2017 so sein könnte wie der September 2021, das wäre selbst einem Nostradamus wohl zu spekulativ.


Die SPD hat bis jetzt nach jeder Groko unter Merkel an Stimmen verloren. Warum sollte es diesmal anders sein? Solange Du nicht bereit bist, diese Frage zu beantworten, ist eine weitere Diskussion ziemlich sinnlos.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 21:13)
Doch, doch, "Sie kennen mich!", hat die Kanzlerin gesagt - oder war das bei der letzten Wahl? ;) Aber im ernst, der Koalitionsvertrag hat schon Inhalte, da steht ja nicht einfach, Person X ist gut oder schlecht. Im Vergleich zum sachgrundlosen NoGroKo glänzt das dann programmatisch.


Dass die Grokogegner keine Inhalte hätten ist mal wieder eine haltlose Unterstellung Deinerseits. Irgendwann ist die Nogroko-Tour sicher auch in Deiner Nähe, überzeug Dich einfach selbst davon, habe ich vergangenen Dienstag auch gemacht.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 21:13)
Wagenknecht ist nicht vielfältiger, sondern katechistischer. Den Platz in der Mitte kann man nicht ganz leer lassen, gleichwohl sich Lindner wohl darüber freuen würde. Helmut Schmidt hat regiert, die SPD war 13 Jahre lang dran - das ist nun auch wieder nicht recht. Die Sozialdemokratie wird es vermutlich nicht wirklich allen recht machen können, wohl aber schon mehr Leuten als nur uns beiden.


In der Mitte sind bereits Union und FDP. Behaupten sie zumindest ständig. Irgendwer darf ruhig das linke Lage vertreten. Wagenknecht ist übrigens nicht in der SPD.

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Feb 2018, 21:13)
Hat er doch - "Ihr seid Feiglinge", hat er gesagt, in gewohnter Deutlichkeit.


Das richtete sich nicht an die AfD, sondern an ostdeutsche AfD-Wähler. Zudem war das erst nach der Bundestagswahl, da stand man schon vor vollendeten Tatsachen einer rechtsextremen Partei im deutschen Bundestag. Aber wie gesagt, es sind halt keine Linken.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 17. Feb 2018, 09:27

Weltregierung hat geschrieben:(16 Feb 2018, 21:33)

Die SPD hat bis jetzt nach jeder Groko unter Merkel an Stimmen verloren. Warum sollte es diesmal anders sein? Solange Du nicht bereit bist, diese Frage zu beantworten, ist eine weitere Diskussion ziemlich sinnlos.
Wenn du Quiz-Fragen stellen willst, musst du auch angeben, was ankreuzbar ist.
Allgemein würde ich sagen, Scholz ist nicht Schulz. Außerdem stellen Union und SPD die größten Fraktionen im Bundestag, warum sollte man da nicht Mitverantwortung übernehmen. Parteitaktische Überlegungen sind das eine, die Wahl das andere. Mag sein, dass man sich in der Opposition besser profilieren kann, aber dann sollte man das dem Bürger auch so sagen, vor der Wahl.

Dass die Grokogegner keine Inhalte hätten ist mal wieder eine haltlose Unterstellung Deinerseits. Irgendwann ist die Nogroko-Tour sicher auch in Deiner Nähe, überzeug Dich einfach selbst davon, habe ich vergangenen Dienstag auch gemacht.
Ich fand die Rede Scholzens bei der GrokoGo-Tour in Bayern überzeugend. Er sprach den Vorhalt an, die Koalitionsvereinbarung sei nicht der ganz große Wurf. Nach Auffassung von Scholz ist die gebührenfreie Nutzung der Kita für die Arbeitnehmerin mit Kind wichtiger als der "große Wurf" in der Opposition.

Und da hat er nunmal recht. Es gibt doch schon genug Protestparteien, die zwar zur Unterhaltung beitragen, aber nichts zum Lebensunterhalt der Menschen.

In der Mitte sind bereits Union und FDP. Behaupten sie zumindest ständig. Irgendwer darf ruhig das linke Lage vertreten. Wagenknecht ist übrigens nicht in der SPD.
Die SPD ist das moderne und soziale Gesicht der Regierung, wie Barley das mal so schön sagte. Oppositionsromantik ist auch nicht alles.

Das richtete sich nicht an die AfD, sondern an ostdeutsche AfD-Wähler. Zudem war das erst nach der Bundestagswahl, da stand man schon vor vollendeten Tatsachen einer rechtsextremen Partei im deutschen Bundestag. Aber wie gesagt, es sind halt keine Linken.
Bürger Biermann ist kein Beamter, der zur Ausgewogenheit verpflichtet wäre. Die Kritik am AfD-Wähler ist legitim. Er kommt ja selbst aus dem Osten, seine ganze Geschichte ist damit verwoben. Von daher kann sich der Künstler sein Thema schon selbst aussuchen.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Sa 17. Feb 2018, 09:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)

Wenn du Quiz-Fragen stellen willst, musst du auch angeben, was ankreuzbar ist.
Allgemein würde ich sagen, Scholz ist nicht Schulz. Außerdem stellen Union und SPD die größten Fraktionen im Bundestag, warum sollte man da nicht Mitverantwortung übernehmen. Parteitaktische Überlegungen sind das eine, die Wahl das andere. Mag sein, dass man sich in der Opposition besser profilieren kann, aber dann sollte man das dem Bürger auch so sagen, vor der Wahl.


Dafür hat der Bürger bei der Wahl sehr deutlich gesagt, dass er die SPD nicht in der Regierung haben will. Steinmeier und Steinbrück waren übrigens auch nicht Schulz. Das Ergebnis ist bekannt. Inzwischen sind es übrigens nur noch 16%. Der Scholz-Effekt lässt weiter auf sich warten.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)

Ich fand die Rede Scholzens bei der GrokoGo-Tour in Bayern überzeugend. Er sprach den Vorhalt an, die Koalitionsvereinbarung sei nicht der ganz große Wurf. Nach Auffassung von Scholz ist die gebührenfreie Nutzung der Kita für die Arbeitnehmerin mit Kind wichtiger als der "große Wurf" in der Opposition.

Und da hat er nunmal recht. Es gibt doch schon genug Protestparteien, die zwar zur Unterhaltung beitragen, aber nichts zum Lebensunterhalt der Menschen.


Ja, es gibt in der Tat sehr viele Protestparteien. Schön wäre es aber, wenn es in absehbarer Zukunft noch eine sozialdemokratische Partei gäbe. Wenn die SPD bei der nächsten Wahl bei 10% + x landet, ist der Arbeitnehmerin mit Kind nicht geholfen.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Die SPD ist das moderne und soziale Gesicht der Regierung, wie Barley das mal so schön sagte. Oppositionsromantik ist auch nicht alles.


Regierungsbeteiligung ist auch nicht alles. Wackelpudding auch nicht.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Bürger Biermann ist kein Beamter, der zur Ausgewogenheit verpflichtet wäre. Die Kritik am AfD-Wähler ist legitim. Er kommt ja selbst aus dem Osten, seine ganze Geschichte ist damit verwoben. Von daher kann sich der Künstler sein Thema schon selbst aussuchen.


Sicher darf er AfD-Wähler kritisieren, so wie ich die Unausgewogenheit seiner Attacken gegen die "Ränder" kritisieren darf. Wählerbeschimpfung ist wenig hilfreich gegen den massiven Rechtsruck in Politik und Gesellschaft, den wir gerade erleben.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 17. Feb 2018, 10:18

Weltregierung hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:45)

Dafür hat der Bürger bei der Wahl sehr deutlich gesagt, dass er die SPD nicht in der Regierung haben will. Steinmeier und Steinbrück waren übrigens auch nicht Schulz. Das Ergebnis ist bekannt. Inzwischen sind es übrigens nur noch 16%. Der Scholz-Effekt lässt weiter auf sich warten.
Bei der Bundestagswahl 2017 hat die Union 32,9 und die SPD 20,5 % erreicht - offenbar ist das schon das Mandat zum Regieren, wenn Jamaika nicht zur Verfügung steht. Der Wähler sagt eigentlich gar nichts über Koalitionen aus.
Die wichtigen Parteien sagen zumeist vor der Wahl, sie setzen auf Sieg oder Zugewinn, aber grundsätzlich sollten Demokraten untereinander koalieren können. Es ist nicht erkennbar, dass der Wähler derlei Voransagen verneinen würde.

Ja, es gibt in der Tat sehr viele Protestparteien. Schön wäre es aber, wenn es in absehbarer Zukunft noch eine sozialdemokratische Partei gäbe. Wenn die SPD bei der nächsten Wahl bei 10% + x landet, ist der Arbeitnehmerin mit Kind nicht geholfen.
Das ist eben die Streitfrage - soll die Arbeitnehmerin mit Kind oder die Familie, die eine Wohnung sucht, jetzt gleich 100 Euro annehmen oder doch lieber auf eine Verheißung warten. Vorgezogener Wechselschein oder ungedeckter Scheck?
Genosse Kevin Kühnert, der selbst nie Arbeitnehmer im traditionellen Sinne war, mag lieber spekulieren. Der erfahrene Erste Bürgermeister von Hamburg setzt indes auf die Pragmatik einer progressiven Volkspartei.
„Mit uns zieht die neue Zeit“, sagte Scholz in Vilshofen in Anspielung auf ein bekanntes Gesangsmotto.

Regierungsbeteiligung ist auch nicht alles. Wackelpudding auch nicht.
Schulz ist ja weg. Die Performance der letzten Zeit war in der Tat nicht die beste.

Sicher darf er AfD-Wähler kritisieren, so wie ich die Unausgewogenheit seiner Attacken gegen die "Ränder" kritisieren darf. Wählerbeschimpfung ist wenig hilfreich gegen den massiven Rechtsruck in Politik und Gesellschaft, den wir gerade erleben.
Er ist ja schon mal vergeblich vom Bundestagspräsidenten darum gebeten worden, keine Rede zu halten. Biermann erlaubt sich nunmal seine Kanten, er muss auch nicht gewählt werden.
Es gibt übrigens noch mehr Künstler, die sich nicht am Proporz orientieren. Mindestens zwei weitere fielen mir da auf Anhieb ein.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Just Me » Sa 17. Feb 2018, 10:26

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Wenn du Quiz-Fragen stellen willst, musst du auch angeben, was ankreuzbar ist.
Allgemein würde ich sagen, Scholz ist nicht Schulz.

Richtig. Während Schulz noch, wenn auch nicht sonderlich laut, die Agenda 2010 kritisierte, ist Scholz einer der letzten verbliebenen echten Betonköpfe: Er war nicht nur unter Schröder Generalsekret der SPD; er glaubt auch bis heute an den Endsieg. Man müsse nur hart - und härter - durchziehen und notfalls auch den Volkssturm in Form der Gesellschaft selbst aktivieren. (Er gehört zu den vehementesten Verteidigern der "Hartz-IV-Stasi", die sich Zutritt zum Wohnraum verschaffen und, wegen potenzieller "Einsparmöglichkeiten", auch an der Bettwäsche nach fremden Gerüchen schnüffeln soll. Dazu wurden seinerzeit sogar Blockwarte(!) diskutiert.) Zumindest ist es das, was er kommuniziert. ... Aber bei den Spezialdemokraten sind das ja meistens zwei verschiedene Dinge. Also Wort & Tat. Könnte also leicht sein, dass Scholz nur rückgratloser Opportunist ist. ... In diesem Sinne:

  • Scholz ist ein rückgratloser Spezialdemokrat, wie er im Buche steht; etwa, wenn er Gabriels "hervorragende Leistungen" in der Führung der SPD lobt; jedoch stramm ignoriert, dass Gabriel es war, der die Partei von einst 42 zu aktuell 16 Prozent, und weiter rapide fallend, "führte".
  • Scholz ist Apologet des Seeheimer Kreises, also jenes Kreises, der die SPD von innen heraus durch rechtsorientierende Approximation und Konformität ruiniert.
  • Scholz tritt die Nachfolge einer ganzen Serie von Wahl-Versagern innerhalb der SPD an: Stets nur aus dem Wandschrank gezerrt, wenn alle vor ihm versagten. Als Not-Not-Lösung, sozusagen.
  • Scholz ist der lokale "Law-&-Order"-Mann der gern moralische Grenzen übertritt, um neue Formen des Totalitarismus zu probieren und salonfähig zu machen. Damit widerspricht er dem Gründungsgedanken der SPD diametral.
  • Scholz verantwortet - und das praktisch im Alleingang - den vom EuGH als menschenrechtswidrig eingestuften zwangsweisen und ggf. auch gewaltsamen Einsatz von Brechmitteln zur Beweissicherung und damit - leider nicht juristisch, sehr wohl aber moralisch - den Tod von mindestens einem Menschen, nachdem er der Landes-SPD seinen Willen zur Durchsetzung dieser Zwangsmaßnahme gegen die Empfehlung der Ärztekammer aufzwang und sogar im Programm der Landes-SPD verankern ließ.
Nur wenig davon trifft auch auf Schulz zu. Insofern erweist sich die SPD erneut einen Bärendienst; noch dazu einen bezeichnenden; denn auch dieses Mal wurde die "Not-Not-Lösung Scholz" erst hervorgekramt, als alle anderen machtpolitischen Spielchen der Eliten scheiterten und sich der Partei-Pöbel an der Basis völlig überraschend und unerwartet als lesekundig erwies.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Außerdem stellen Union und SPD die größten Fraktionen im Bundestag, warum sollte man da nicht Mitverantwortung übernehmen. Parteitaktische Überlegungen sind das eine, die Wahl das andere. Mag sein, dass man sich in der Opposition besser profilieren kann, aber dann sollte man das dem Bürger auch so sagen, vor der Wahl.

Das hat man vor der Wahl gesagt: "Wenn die SPD unter 23 Prozent fällt, werden wir die gemeinsame Regierungsarbeit nicht fortsetzen. Dann ist die Große Koalition abgewählt.", verlautbarte Gabriel seinerzeit; wiederholt von Schulz direkt nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Natürlich übertönt von Schulz' Utopie einer spezialdemokratischen Kanzlerschaft. Schließlich war Wahlkampf. Die einzig verbleibende Frage war also: Wie dringend sollten SPD-Wähler ihren geistigen Gesundheitszustand prüfen lassen, wenn sie, von einer Position von "umme 22 Prozent" ausgehend, ernsthaft daran glaubten, gemeinsam eine Mehrheit zu binden?

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Ich fand die Rede Scholzens bei der GrokoGo-Tour in Bayern überzeugend. Er sprach den Vorhalt an, die Koalitionsvereinbarung sei nicht der ganz große Wurf. Nach Auffassung von Scholz ist die gebührenfreie Nutzung der Kita für die Arbeitnehmerin mit Kind wichtiger als der "große Wurf" in der Opposition.

Richtig. Scholz, der schon 2002 von der - ich zitiere ihn wörtlich - "Lufthoheit über deutsche Kinderbetten" träumte, hat diesen Gedanken nicht fallen gelassen. Die Koalitionsvereinbarung als "nicht ganz großen Wurf" zu bezeichnen, hat in der SPD übrigens Tradition. Exakt die gleichen Worte wählte Gabriel auf seiner letzten GroKo-Tour. Wenn Scholz auf seiner Bayern-Tour (ich habe sie nicht unmittelbar verfolgt) dann auch noch von "starker sozialdemokratischer Handschrift" und "besser mitregieren, als nur dagegen sein" sprach, zweit-verwertet er möglicherweise gerade Gabriels alte Manuskripte. Auch das ist nicht sonderlich verwunderlich, gilt Scholz doch gemeinhin als "Scholzomat"; schleudert also gern sinnentleerte Worthülsen, die er bei Dritten aufsammelt, um sich.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 09:27)
Und da hat er nunmal recht. Es gibt doch schon genug Protestparteien, die zwar zur Unterhaltung beitragen, aber nichts zum Lebensunterhalt der Menschen.
Die SPD ist das moderne und soziale Gesicht der Regierung, wie Barley das mal so schön sagte. Oppositionsromantik ist auch nicht alles.

Oh, da hast du durchaus Recht: Die SPD trägt zum Lebensunterhalt der Menschen bei. Nur listigerweise wenig Positives. Beispielsweise die Erhöhung der Mehrwertsteuer, um eine Luxussteuer zu vermeiden und die Kapitalsteuern senken zu können. Oder die Einführung einer degressiven Rentenabsicherung; wonach sich ab 2030 fast die Hälfte aller Erwerbsfähigen trotz lebenslangen Arbeitens in Altersarmut wiederfinden werden. Oder die seinerzeit unter Schröder (SPD) eingeführte und ausgerechnet von der FDP zurückgenommene massive Entlastung "Besserverdienender", die zur absurden Situation führte, dass zwischen 2004 und 2009 der Vorstandschef von Daimler-Chrysler weniger Steuern zahlen musste, als jede einzelne Putzfrau in seiner Chef-Etage. Oder die Idee Nahles', ausgerechnet Alleinerziehenden, also jenen, die gemeinhin als "besonders armutsgefährdet" gelten, das Kinder-Sozialgeld für jeden Tag, den das Kind bei anderen Personen verbringt, zu streichen; eingebracht als Gesetzentwurf in der vergangenen Legislaturperiode. ... (Die Liste der Beispiele, wie die SPD zum Lebensunterhalt der Menschen beiträgt, ist schier endlos.)

Wer da von der SPD "auf die Fresse" bekommt und mit "Bätschi [du kannst wählen, was du willst, uns wirst du nicht los]!" gemeint ist, ... nun, das ist in der Tat nicht ganz leicht zu verorten. Misst man es aber an den Fakten, ist die Antwort unzweifelhaft: Das Wähler-Klientel der SPD. Darauf uriniert die Partei-Elite noch, wenn es schon längst am Boden liegt und nur noch ums nackte politische Wahlverhaltens-Überleben kämpft. Beispielsweise ausgerechnet mit der Auswahl von Scholz als Schulz'/Gabriels Nachfolger...
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 17. Feb 2018, 12:18

Just Me hat geschrieben:(17 Feb 2018, 10:26)

Richtig. Während Schulz noch, wenn auch nicht sonderlich laut, die Agenda 2010 kritisierte, ist Scholz einer der letzten verbliebenen echten Betonköpfe: Er war nicht nur unter Schröder Generalsekret der SPD; er glaubt auch bis heute an den Endsieg. Man müsse nur hart - und härter - durchziehen und notfalls auch den Volkssturm in Form der Gesellschaft selbst aktivieren. (Er gehört zu den vehementesten Verteidigern der "Hartz-IV-Stasi", die sich Zutritt zum Wohnraum verschaffen und, wegen potenzieller "Einsparmöglichkeiten", auch an der Bettwäsche nach fremden Gerüchen schnüffeln soll. Dazu wurden seinerzeit sogar Blockwarte(!) diskutiert.) Zumindest ist es das, was er kommuniziert. ... Aber bei den Spezialdemokraten sind das ja meistens zwei verschiedene Dinge. Also Wort & Tat. Könnte also leicht sein, dass Scholz nur rückgratloser Opportunist ist. ... In diesem Sinne:

  • Scholz ist ein rückgratloser Spezialdemokrat, wie er im Buche steht; etwa, wenn er Gabriels "hervorragende Leistungen" in der Führung der SPD lobt; jedoch stramm ignoriert, dass Gabriel es war, der die Partei von einst 42 zu aktuell 16 Prozent, und weiter rapide fallend, "führte".
  • Scholz ist Apologet des Seeheimer Kreises, also jenes Kreises, der die SPD von innen heraus durch rechtsorientierende Approximation und Konformität ruiniert.
  • Scholz tritt die Nachfolge einer ganzen Serie von Wahl-Versagern innerhalb der SPD an: Stets nur aus dem Wandschrank gezerrt, wenn alle vor ihm versagten. Als Not-Not-Lösung, sozusagen.
  • Scholz ist der lokale "Law-&-Order"-Mann der gern moralische Grenzen übertritt, um neue Formen des Totalitarismus zu probieren und salonfähig zu machen. Damit widerspricht er dem Gründungsgedanken der SPD diametral.
  • Scholz verantwortet - und das praktisch im Alleingang - den vom EuGH als menschenrechtswidrig eingestuften zwangsweisen und ggf. auch gewaltsamen Einsatz von Brechmitteln zur Beweissicherung und damit - leider nicht juristisch, sehr wohl aber moralisch - den Tod von mindestens einem Menschen, nachdem er der Landes-SPD seinen Willen zur Durchsetzung dieser Zwangsmaßnahme gegen die Empfehlung der Ärztekammer aufzwang und sogar im Programm der Landes-SPD verankern ließ.
Nur wenig davon trifft auch auf Schulz zu. Insofern erweist sich die SPD erneut einen Bärendienst; noch dazu einen bezeichnenden; denn auch dieses Mal wurde die "Not-Not-Lösung Scholz" erst hervorgekramt, als alle anderen machtpolitischen Spielchen der Eliten scheiterten und sich der Partei-Pöbel an der Basis völlig überraschend und unerwartet als lesekundig erwies.


Das hat man vor der Wahl gesagt: "Wenn die SPD unter 23 Prozent fällt, werden wir die gemeinsame Regierungsarbeit nicht fortsetzen. Dann ist die Große Koalition abgewählt.", verlautbarte Gabriel seinerzeit; wiederholt von Schulz direkt nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Natürlich übertönt von Schulz' Utopie einer spezialdemokratischen Kanzlerschaft. Schließlich war Wahlkampf. Die einzig verbleibende Frage war also: Wie dringend sollten SPD-Wähler ihren geistigen Gesundheitszustand prüfen lassen, wenn sie, von einer Position von "umme 22 Prozent" ausgehend, ernsthaft daran glaubten, gemeinsam eine Mehrheit zu binden?


Richtig. Scholz, der schon 2002 von der - ich zitiere ihn wörtlich - "Lufthoheit über deutsche Kinderbetten" träumte, hat diesen Gedanken nicht fallen gelassen. Die Koalitionsvereinbarung als "nicht ganz großen Wurf" zu bezeichnen, hat in der SPD übrigens Tradition. Exakt die gleichen Worte wählte Gabriel auf seiner letzten GroKo-Tour. Wenn Scholz auf seiner Bayern-Tour (ich habe sie nicht unmittelbar verfolgt) dann auch noch von "starker sozialdemokratischer Handschrift" und "besser mitregieren, als nur dagegen sein" sprach, zweit-verwertet er möglicherweise gerade Gabriels alte Manuskripte. Auch das ist nicht sonderlich verwunderlich, gilt Scholz doch gemeinhin als "Scholzomat"; schleudert also gern sinnentleerte Worthülsen, die er bei Dritten aufsammelt, um sich.


Oh, da hast du durchaus Recht: Die SPD trägt zum Lebensunterhalt der Menschen bei. Nur listigerweise wenig Positives. Beispielsweise die Erhöhung der Mehrwertsteuer, um eine Luxussteuer zu vermeiden und die Kapitalsteuern senken zu können. Oder die Einführung einer degressiven Rentenabsicherung; wonach sich ab 2030 fast die Hälfte aller Erwerbsfähigen trotz lebenslangen Arbeitens in Altersarmut wiederfinden werden. Oder die seinerzeit unter Schröder (SPD) eingeführte und ausgerechnet von der FDP zurückgenommene massive Entlastung "Besserverdienender", die zur absurden Situation führte, dass zwischen 2004 und 2009 der Vorstandschef von Daimler-Chrysler weniger Steuern zahlen musste, als jede einzelne Putzfrau in seiner Chef-Etage. Oder die Idee Nahles', ausgerechnet Alleinerziehenden, also jenen, die gemeinhin als "besonders armutsgefährdet" gelten, das Kinder-Sozialgeld für jeden Tag, den das Kind bei anderen Personen verbringt, zu streichen; eingebracht als Gesetzentwurf in der vergangenen Legislaturperiode. ... (Die Liste der Beispiele, wie die SPD zum Lebensunterhalt der Menschen beiträgt, ist schier endlos.)

Wer da von der SPD "auf die Fresse" bekommt und mit "Bätschi [du kannst wählen, was du willst, uns wirst du nicht los]!" gemeint ist, ... nun, das ist in der Tat nicht ganz leicht zu verorten. Misst man es aber an den Fakten, ist die Antwort unzweifelhaft: Das Wähler-Klientel der SPD. Darauf uriniert die Partei-Elite noch, wenn es schon längst am Boden liegt und nur noch ums nackte politische Wahlverhaltens-Überleben kämpft. Beispielsweise ausgerechnet mit der Auswahl von Scholz als Schulz'/Gabriels Nachfolger...

Die Schuldenuhr läuft jetzt rückwärts, die Handelsüberschüsse sind üppig, dem Land geht es gut, aber was davon kommt eigentlich beim Arbeitnehmer an? Das Zeitfenster des Handelns ist jetzt, nicht in 5 oder 10 Jahren.
„Wir können uns keine Hängepartei leisten“, sagt SPD-Vize Manuela Schwesig.
Scholz war mal Fachanwalt für Arbeitsrecht, vielleicht schießt er sich deshalb so auf die sachgrundlose Befristung ein. Bis 1985 gab es überhaupt keine sachgrundlose Befristung, jetzt geschehe das aber permanent und diese Sauerei sei zu beenden. Jemand, der vier mal sechs Monate arbeitet weiß dann immer noch nicht, ob er seinen Job auch noch nächsten Monat hat.

Der Koalitionsvertrag weist viele sozialdemokratische Inhalte auf, zwei Drittel seien davon bestimmt, wie Scholz ausführt. Darunter die Themen Ausbildung, Arbeit, Zukunft, Europa. Eine „Partei des Volkes“ kann das Nämliche nicht in der Unsicherheit allein lassen und sich aus parteitaktischen Gründen von der Verantwortung verabschieden.
Die Angstschürer haben genau zwei Antworten auf die Herausforderungen der Zeit - die Idee der Rückwärtsrolle und den Irrsinn des Isolationismus. Die Antwort im Koalitionsvertrag ist eine andere - Modernisierung und Wertbeständigkeit, in Europa und in Deutschland, in Demokratie und in Freiheit. Sozialer Wohnungsbau, Ausbildungschancen und Arbeitnehmerrechte dürfen dabei nicht abseits stehen, denn die Zukunftsgewandtheit ist wichtiger als das Posing in wilden Reden.

Wenn man mehr als 20 % will, dann muss man Volkspartei sein, nicht sektiererischer Rand in der linken oder rechten Ecke, will man gar den nächsten Kanzler stellen, dann muss man der breiten Mitte erklären, wie das Konzept aussieht, wie die Zukunft aussehen soll. Und noch wichtiger, man muss zeigen, nicht nur erzählen, was man kann.

Regierungshandeln ist etwas völlig anderes als mit einem „Team Sahra“ oder „Team Katja“ den Ängsten und Sorgen theoretisch zu begegnen. Es ist nicht einfacher, sondern schwieriger, in der Tat. Aber es ist das, was die Arbeitnehmer und Familien alltäglich umtreibt, die Monatsübersicht, die Wohnungssuche, der Platz in der Kita - und nicht der auswendig gelernte Katechismus, der sich in Talk-Shows vortragen lässt.

Daher Ja zur Mitgestaltung.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Just Me » Sa 17. Feb 2018, 17:50

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Die Schuldenuhr läuft jetzt rückwärts, ...

So isses. Und wenn in den nächsten rund 800 Jahren nichts dazwischen kommt, sind die Schulden schon im Jahr 2820 abgezahlt. Zwischenzeitlich wird die Föderation der Vereinten Planeten gegründet und Han Solo verliebt sich unsterblich. So lange wird es dauern. Und dabei wissen wir alle: Der Trick funktioniert nur aus einem einzigen Grund. Die niedrigen Zinsen, die nicht nur die Neuverschuldung und Umschuldung so billig machen. Ob die aber noch 800 Jahre lang so niedrig bleiben? Müssten sie nämlich. Trotz, ich zitiere den Finanzminister, "sprudelnder Steuereinnahmen" reicht es einfach nicht zu mehr.

Wollen wir Wetten darauf abschließen, wie lange das noch gut geht?

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
... die Handelsüberschüsse sind üppig, dem Land geht es gut, aber was davon kommt eigentlich beim Arbeitnehmer an? Das Zeitfenster des Handelns ist jetzt, nicht in 5 oder 10 Jahren.

Genau! Lasst uns verfressen, was da ist!

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
„Wir können uns keine Hängepartei leisten“, sagt SPD-Vize Manuela Schwesig. Scholz war mal Fachanwalt für Arbeitsrecht, vielleicht schießt er sich deshalb so auf die sachgrundlose Befristung ein. Bis 1985 gab es überhaupt keine sachgrundlose Befristung, jetzt geschehe das aber permanent und diese Sauerei sei zu beenden. Jemand, der vier mal sechs Monate arbeitet weiß dann immer noch nicht, ob er seinen Job auch noch nächsten Monat hat.

Die Ausweitung der sachgrundlose Befristung ist eine Idee der Spezialdemokraten; basierend auf Konzepten der neoliberalen Think Tanks. Hier fühlt sich also der Pyromane zur Feuerwehr berufen. Sehr vertrauenerweckend, das. Ganz besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die SPD nur möchte, dass die sachgrundlose Befristung von 2 auf 1,5 Jahre gesenkt wird. Schließlich würde sonst die FDP wieder keifen, nicht wahr?!

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Der Koalitionsvertrag weist viele sozialdemokratische Inhalte auf, zwei Drittel seien davon bestimmt, wie Scholz ausführt. Darunter die Themen Ausbildung, Arbeit, Zukunft, Europa. Eine „Partei des Volkes“ kann das Nämliche nicht in der Unsicherheit allein lassen und sich aus parteitaktischen Gründen von der Verantwortung verabschieden.

Also zweit-verwertet er doch Gabriels altes Manuskript. Genau das behauptete Gabriel seinerzeit auch schon mal. Aktuell ist übrigens die Obergrenze drin. ... warte kurz ... "Mit uns keine Obergrenze!"; kommt dir das auch bekannt vor? Drin ist auch die Begrenzung des Schutzes für Subsidiäre. Sicherlich auch einer der spezialdemokratischen Inhalte, oder?! Drin steht auch "Erfolgreiche Wirtschaft für den Wohlstand von morgen." Noch so ein spezialdemokratischer Inhalt, der schon gute 60 Jahre alt ist. Hat sich seit Erhard nicht geändert; hieß damals nur "Wohlstand für alle". Drin steht auch "mehr Pflegekräfte". Genauer: 7.000 als Planzahl. Das macht dann round about 0,75 zusätzliche Pflegekräfte pro Alten-/Pflegeheim, und wird vermutlich eine gewaltige Arbeitsentlastung für die dort arbeitenden Menschen bringen. Ich höre ihr entlastetes Aufatmen schon deutlich...

Richtig ist aber tatsächlich: Da sind jede Menge spezialdemokratische Inhalte. Der Koalitionsvertrag trieft von warmen, inhaltsleeren Worthülsen und Absichtserklärungen ohne Festlegungen. ... Typisch SPD.
DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Die Angstschürer haben genau zwei Antworten auf die Herausforderungen der Zeit - die Idee der Rückwärtsrolle und den Irrsinn des Isolationismus. Die Antwort im Koalitionsvertrag ist eine andere - Modernisierung und Wertbeständigkeit, in Europa und in Deutschland, in Demokratie und in Freiheit.

Nun schreibst du auch bei Gabriel ab? EXAKT DASSELBE versprach er vor vier Jahren ebenfalls. Wie abgestumpft muss man sein, um zu glauben dass es dieses Mal ... also dieses Mal ... ganz sicher dieses Mal ... aber dieses Mal ganz bestimmt ... eintritt?

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Sozialer Wohnungsbau, Ausbildungschancen und Arbeitnehmerrechte dürfen dabei nicht abseits stehen, denn die Zukunftsgewandtheit ist wichtiger als das Posing in wilden Reden.

Du meinst jenen sozialen Wohnungsbau, den die Spezialdemokraten vor rund 20 Jahren zugunsten der "Heuschrecken" (O-Ton Müntefering), also des "privaten Wohnungsmarktes", der bekanntlich alle Sorgen sehr viel billiger und effektiver regelt, endgültig eingestellt haben? Du meinst jene Arbeitnehmerrechte, die von den Spezialdemokraten Anfang des Jahrtausends so massiv geschliffen wurden, dass die Gewerkschaften sich davon in 20 Jahren nicht erholen konnten? Hast du jene "christlichen Gewerkschaften", deren Zwangs-Anerkennung die SPD gewaltsam durchsetzte, und die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, jede Menge "Niedriglohn-Tarifverträge" zu schließen, um die Gewerkschaften - AUS DENEN DIE SPD EINST KAM - zu unterlaufen und zu entmachten?

"Zukunftsgewandtheit" und "SPD" passen nur in dystopischen Sätzen zusammen. Das ist seit über 100 Jahren bekannt. Und es ist seit rund 140 Jahren unabänderlich.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Wenn man mehr als 20 % will, dann muss man Volkspartei sein, nicht sektiererischer Rand in der linken oder rechten Ecke, will man gar den nächsten Kanzler stellen, dann muss man der breiten Mitte erklären, wie das Konzept aussieht, wie die Zukunft aussehen soll. Und noch wichtiger, man muss zeigen, nicht nur erzählen, was man kann.

Nun ist es ja nicht so, dass die SPD dazu nie die Chance erhalten hat, nicht wahr?! Soweit ich mich erinnere, gehört sie zu jenen 4 maßgeblichen Parteien, die seit fast 70 Jahren dieses Land dorthin geführt haben, wo es sich gerade befindet: Tief gespalten, erodierende Mittelschicht, rasant verarmende untere Schichten; wobei "untere" schon fast ein Euphemismus ist, wenn man bedenkt, dass mittlerweile 70 Prozent der Bevölkerung von dieser Verarmungstendenz erfasst wurden; sie sich nur - noch - unterschiedlich stark auswirkt.

Wann will die SPD denn anfangen, "zu zeigen, was sie kann, wenn man sie regieren lässt"? Fast 70 Jahre Warten auf den hoffentlich bald einsetzenden "Zeigewillen" scheinen ja noch nicht genug zu sein. Also?! 100 Jahre? 200? 500? ... Wann ist die SPD so weit, nicht nur verbal die Ärmel hochzukrempeln, sondern auch Taten folgen zu lassen, die den warmen Worten entsprechen?

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 12:18)
Regierungshandeln ist etwas völlig anderes als mit einem „Team Sahra“ oder „Team Katja“ den Ängsten und Sorgen theoretisch zu begegnen. Es ist nicht einfacher, sondern schwieriger, in der Tat. Aber es ist das, was die Arbeitnehmer und Familien alltäglich umtreibt, die Monatsübersicht, die Wohnungssuche, der Platz in der Kita - und nicht der auswendig gelernte Katechismus, der sich in Talk-Shows vortragen lässt.

Daher Ja zur Mitgestaltung.

Oh, verstehe mich nicht falsch! Die SPD ist - neben der CSU, der aktuellen FDP und der CDU - das beste Mittel, dieses System schnellstmöglich gegen die Wand zu fahren. (Manchmal habe ich sogar den Verdacht, das sei seit annähernd 90 Jahren auch ihr großes Ziel: Einfach so oft und so massiv gegen die Wand fahren, bis der verdummte Urnenpöbel keinen Bock mehr darauf hat. Schon beim letzten Mal waren es ja rund 75 Prozent, die dann erneut verraten und verkauft wurden.) Insofern gibt es niemand besseres, als die aktuelle Partei-Elite dieser Partei, um die SPD endgültig zu vernichten; und damit einhergehend ein gewaltiges Loch in das Vertrauen der Menschen in die "Soziale Marktwirtschaft" zu reißen.

In diesem Sinne begrüße ich es ausdrücklich, wenn es der Partei-Elite der SPD abermals gelingen sollte, ihre eigene "Basis" zu belügen und zu betrügen. Wie sagte schon de Maistre im Jahr 1811? "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient."
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » So 18. Feb 2018, 10:25

Just Me hat geschrieben:(17 Feb 2018, 17:50)
So isses. Und wenn in den nächsten rund 800 Jahren nichts dazwischen kommt, sind die Schulden schon im Jahr 2820 abgezahlt. Zwischenzeitlich wird die Föderation der Vereinten Planeten gegründet und Han Solo verliebt sich unsterblich. (...)

71 Euro pro Sekunde sind 4.260 Euro pro Minute und 255.600 Euro pro Stunde. Das ist doch was.
Entscheidend ist, dass der Laden läuft und etwas da ist, was dem Bürger zurück gegeben werden kann.

Die Ausweitung der sachgrundlose Befristung ist eine Idee der Spezialdemokraten; basierend auf Konzepten der neoliberalen Think Tanks. Hier fühlt sich also der Pyromane zur Feuerwehr berufen. Sehr vertrauenerweckend, das. Ganz besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die SPD nur möchte, dass die sachgrundlose Befristung von 2 auf 1,5 Jahre gesenkt wird. Schließlich würde sonst die FDP wieder keifen, nicht wahr?!

Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten dürfen nur noch maximal 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen. Bei einer Gesamtdauer von 18 Monaten ist auch nur noch eine einmalige Verlängerung der Befristung möglich, statt der dreimaligen. Das sieht so der Kompromiss vor, die Gewerkschaften begrüssen das teils.

Verbesserungen sind besser als nichts oder gar Verschlechterungen, aber klar ist auch - sozialdemokratische Vorstellungen können in einer Koalition nicht zu 100 % umgesetzt werden. Im vorliegenden Fall sind es vielleicht „nur“ 60 %, aber was böte alternativ dazu die NoGroko? Genau, 0 %.
Die „Pyromanen“ sind dort zu suchen, wo es nicht um die Arbeitnehmer geht, sondern um blanken Fundamentalismus.

Richtig ist aber tatsächlich: Da sind jede Menge spezialdemokratische Inhalte. Der Koalitionsvertrag trieft von warmen, inhaltsleeren Worthülsen und Absichtserklärungen ohne Festlegungen. ... Typisch SPD.

Das ist eine Phrase, die der Wirklichkeit nicht standhält. Den Koalitionsvertrag kann ja jeder nachlesen.

Nun schreibst du auch bei Gabriel ab? EXAKT DASSELBE versprach er vor vier Jahren ebenfalls. Wie abgestumpft muss man sein, um zu glauben dass es dieses Mal ... also dieses Mal ... ganz sicher dieses Mal ... aber dieses Mal ganz bestimmt ... eintritt?

Es ist ja auch so, dass bislang Demokratie und Freiheit in Europa und in Deutschland nicht untergegangen sind und die Modernisierung ein wichtiges Anliegen ist. Wenn das Vorgänger von Scholz und Nahles schon gesagt haben sollten, dann ist es doch nicht weniger richtig.

"Zukunftsgewandtheit" und "SPD" passen nur in dystopischen Sätzen zusammen. Das ist seit über 100 Jahren bekannt. Und es ist seit rund 140 Jahren unabänderlich.

Die SPD ist eine der ältesten demokratischen Parteien der Welt. Das ist unabänderlich, ja. Und zukunftsgewandt war beispielsweise die Verkürzung der Arbeitszeit oder die Westbindung ab 1959.

Es ist die Linke, die seit über einem Vierteljahrhundert ohne Mitregierungsfähigkeit im Bundestag sitzt und nunmehr mit sich selbst hadert, weil sie gelegentlich zur Kenntnis nimmt, dass ihr die Wähler ausgerechnet im Osten der Republik davon laufen. Der Markenkern Populismus hat Konkurrenz bekommen.

Wann will die SPD denn anfangen, "zu zeigen, was sie kann, wenn man sie regieren lässt"? Fast 70 Jahre Warten auf den hoffentlich bald einsetzenden "Zeigewillen" scheinen ja noch nicht genug zu sein. Also?! 100 Jahre? 200? 500? ... Wann ist die SPD so weit, nicht nur verbal die Ärmel hochzukrempeln, sondern auch Taten folgen zu lassen, die den warmen Worten entsprechen?

Das hat sie doch von 1969 bis 1982 gezeigt, 13 Jahre lang. Von früheren Zeiten ganz abgesehen, als Schutzpartei der jungen Republik, als entschiedene Gegnerin des Faschismus, als Verfechterin von Demokratie und Einheit.
Die SPD hat die zaristische Reaktion schon kritisiert, als Putin noch nicht mal geboren war. Da sollte die Linke mal Nachhilfe-Unterricht nehmen.

Oh, verstehe mich nicht falsch! Die SPD ist - neben der CSU, der aktuellen FDP und der CDU - das beste Mittel, dieses System schnellstmöglich gegen die Wand zu fahren. (Manchmal habe ich sogar den Verdacht, das sei seit annähernd 90 Jahren auch ihr großes Ziel: Einfach so oft und so massiv gegen die Wand fahren, bis der verdummte Urnenpöbel keinen Bock mehr darauf hat. Schon beim letzten Mal waren es ja rund 75 Prozent, die dann erneut verraten und verkauft wurden.) Insofern gibt es niemand besseres, als die aktuelle Partei-Elite dieser Partei, um die SPD endgültig zu vernichten; und damit einhergehend ein gewaltiges Loch in das Vertrauen der Menschen in die "Soziale Marktwirtschaft" zu reißen.
In diesem Sinne begrüße ich es ausdrücklich, wenn es der Partei-Elite der SPD abermals gelingen sollte, ihre eigene "Basis" zu belügen und zu betrügen. Wie sagte schon de Maistre im Jahr 1811? "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient."

Die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung will eben gerade keine Vernichtung des demokratischen Systems, die SPD natürlich auch nicht. Als progressive Volkspartei steht sie für das, worauf es ankommt - den Lebensunterhalt in Freiheit und Sicherheit zu gestalten.

Zerstörungsmissionen sind den Rändern und Sektierern vorbehalten, vom „Team Sahra“ bis zur AfD, deren Kerngeschäft ist ein spezielles.

Der Hamburger Parteinachwuchs sieht die Kühnert-Kampagne übrigens eher kritisch. Der dortige Vize der Jusos sprach sich sogar klar für die Koalition aus.
Scholz und Nahles sind derzeit auf Tour, um die Mitglieder zu überzeugen.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Just Me » So 18. Feb 2018, 12:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
71 Euro pro Sekunde sind 4.260 Euro pro Minute und 255.600 Euro pro Stunde. Das ist doch was.
Entscheidend ist, dass der Laden läuft und etwas da ist, was dem Bürger zurück gegeben werden kann.

Na klar ist das was. Der Haken ist nur: Gut 1 Billion kamen in weniger als 10 Jahren zustande. Mit 71 Euro Rückzahlungsangebot würde dich die Bank nicht mal mehr ablehnen können, weil sich alle Mitarbeiter über dein "Angebot" totgelacht hätten. Das deckt noch nicht mal die Zinsen ... sobald sie um 0,1 Prozent steigen.

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten dürfen nur noch maximal 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen. Bei einer Gesamtdauer von 18 Monaten ist auch nur noch eine einmalige Verlängerung der Befristung möglich, statt der dreimaligen. Das sieht so der Kompromiss vor, die Gewerkschaften begrüssen das teils.

Natürlich begrüßen Gewerkschaften das "teils". Die SPD hat ja tatkräftig dafür gesorgt, dass "arbeitgeberfreundliche & arbeitgebernahe" Gewerkschaften das gleiche Gewicht bekommen, wie Arbeitnehmer-Gewerkschaften. Warum sollten sich diese "Gewerkschaften" also nicht freuen, dass immerhin noch nicht gänzlich abgeschafft oder mit harten Auflagen versehen wurde, was ihren Herren nutzt? Sie waren doch schon erfolgreich dabei, zu verhindern, dass Leih- und andere Fremdarbeiter HÖHER als das Stammpersonal bezahlt werden müssen, um hier eine echte Lenkungsfunktion zu erreichen. Auch hier half ihnen die SPD über die Brücke. Auch das forderte die SPD einst; vergaß das aber - zugegeben auch von innen, namentlich vom Seeheimer Kreis und von der "Schröder-Gang" um Gabriel, Nahles & Co., ausgehend - wie üblich.

Manchmal muss man sich eben auch mit kleinen Erfolgen bescheiden...

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Verbesserungen sind besser als nichts oder gar Verschlechterungen, aber klar ist auch - sozialdemokratische Vorstellungen können in einer Koalition nicht zu 100 % umgesetzt werden.

Bleiben wir mal rational: 100 Prozent der Verschlechterungen, für die es jetzt Verbesserungen geben soll, gehen von der SPD aus bzw. wurden von der SPD dorthin getrieben. Nun ist die SPD bereit, einen Teil ihrer eigenen Verschlechterungen zurückzunehmen... ach, machen wir ein Beispiel:

Du besitzt ein Unternehmen, das das Geld von Menschen verwaltet. Nur verwaltet, sonst nix. Und du hast einen Mitarbeiter, der sich gute 60 Jahre lang als ausgesprochener Kleptomane erweist. Jeden Monat greift er tief in die Taschen des Unternehmens. Jeden Monat bereichert er sich und seine "Familie" aus diesem Geld. Und du musst zum Ausgleich immer mehr reinschießen, musst Mitarbeiter entlassen, musst "Neben-Quellen" auftun, musst eigenes Vermögen zuschießen. Eines Tages aber erwischst du den Kleptomanen endlich beim Griff in die Kasse. Wie reagierst du?

  • (A) Ich nehme ihm das Versprechen ab, zukünftig nur noch zwei Drittel zu stehlen. Für dieses Versprechen bekommt er eine Sonderzahlung und eine höhere Leitungsfunktion.
  • (B) Ich feuere ihn mit Pauken und Trompeten und verklage ihn auf Schadenersatz. Anschließend sortiere ich mein Unternehmen neu und hole an Personal zurück, was ich noch kann und brauche.
DU entscheidest dich für (A). Und ICH soll dich ernst nehmen, DarkLightBringer?!

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Im vorliegenden Fall sind es vielleicht „nur“ 60 %, aber was böte alternativ dazu die NoGroko? Genau, 0 %.

Eine "alleinregierende" CDU, noch dazu eine 30-Prozent-Union, könnte von der SPD vor sich hergetrieben werden, wo immer sie wollte. Die SPD könnte - nicht überall, aber an beliebigen Stellen - 100 Prozent(!) ihrer Forderungen durchsetzen; weil die CDU-Regierung um ihre Rest-Macht fürchten müsste; die ihnen JEDERZEIT, von heute auf Morgen, auf die peinlichste aller politischen Arten genommen werden könnte.

Die Union könnte sich dagegen nur wehren, indem sie die AfD, die FDP und die GRÜNEN - und zwar GLEICHZEITIG - ins Boot holt. Das würde sie an einigen Stellen durchaus machen; doch sowohl Lindner, als auch der "Realo-Kreis" der GRÜNEN wüssten, dass sie ein längeres oder gar stabileres Bündnis politisch nicht überleben würden.

Statt also 5-50 Prozent in einigen wichtigen Themen (und in etlichen wahl-relevanten Themen, wie etwa "Obergrenze", sogar NULL) zu erreichen; könnte die SPD in wahl-relevanten Themen 100 - in Worten: EINHUNDERT - Prozent erreichen, wann immer sie wollte. Dafür könnte sie unwichtigere Themen zum Verkauf anbieten.

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Die „Pyromanen“ sind dort zu suchen, wo es nicht um die Arbeitnehmer geht, sondern um blanken Fundamentalismus.

Große Teile des heute gelebten Neoliberalismus sind auf die SPD zurückzuführen. Die FDP hatte insbesondere in den letzten 3 Jahrzehnten stets eine große Fresse, doch außer heißer Luft kam da nur wenig. Gleiches gilt für die CDU, die schon unter Kohl, ganz besonders aber unter Merkel, zum Papiertiger wurde und sich zunehmend auf die SPD als "Cleaner" verlassen konnte: Man verbreitete eine Idee, und die SPD sprang auf und setzte um. Wie die KZ-Schergen, die eifrig ihre Pläne übererfüllten, weil sie auf Lohn und Orden von ihren Herren hofften.

Du willst ein Beispiel? Ich gebe dir eines aus einer endlosen Liste. Dieses Mal: Das Grundsatzprogramm der SPD. Im Godesberger Programm (von 1959) findest du folgende Einlassung:

SPD, Grundsatzprogramm 1959 hat geschrieben:Ein wesentliches Kennzeichen der modernen
Wirtschaft ist der ständig sich
verstärkende Konzentrationsprozeß. Die Großunternehmen
bestimmen nicht nur entscheidend die Entwicklung der Wirtschaft
und des Lebensstandards, sie
verändern auch die Struktur von Wirtschaft und Gesellschaft: [...]

Wo das Großunternehmen vorherrscht, gibt
es keinen freien Wettbewerb. Wer nicht
über gleiche Macht verfügt, hat nicht die gleiche Entfaltungsmöglichkeit, er ist mehr
oder minder unfrei. Die schwächste Stellung
in der Wirtschaft hat der Mensch als
Verbraucher.
Mit ihrer durch Kartelle und Verbände
noch gesteigerten Macht gewinnen die
führenden Männer der Großwirtschaft einen Einfluß auf Staat und Politik, der mit
demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Sie usurpieren Staatsgewalt.
Wirtschaftliche Macht wird zu politischer Macht.

Die SPD hat also schon vor rund 60 Jahren erkannt, dass Großunternehmen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ruinieren, indem sie Staatsgewalt usurpieren (lies: sich widerrechtlich aneignen) und so wirtschaftliche Macht als politische Macht ausspielen. So weit so klar, ja?! Denn jetzt kommt der wichtige Teil: Die Gegenmaßnahmen. Auch die beschrieb die SPD im gleichen Programm vor annähernd 60 Jahren:

SPD, Grundsatzprogramm von 1959; Gegenmaßnahmen-Plan der SPD hat geschrieben:Diese Entwicklung ist eine Herausforderung an alle,
für die Freiheit und Menschenwürde, Gerechtigkeit
und soziale Sicherheit die Grundlagen der menschlichen Gesellschaft sind.

Die Bändigung der Macht der Großwirtschaft ist darum zentrale Aufgabe einer
freiheitlichen Wirtschaftspolitik. Staat und Gesellschaft dürfen nicht zur Beute
mächtiger Interessengruppen werden.

WAS IST DAVON ÜBRIG GEBLIEBEN, DarkLightBringer? Was hat die SPD von diesem ultra-wichtigen Punkt, wie sie selbst betont, umgesetzt? In der Opposition, wie auch in der Regierung?! Ich verrate es dir: Nix. NULL. Ja, sogar weniger als "nichts", denn die SPD hat sich zum servilen Diener der Konzerne und Kartelle gemacht. Allumfassend. Bis heute. Oder verspürst du auch nur den leisesten Hauch von Widerstand gegen etwa die Automobilindustrie, die nun darauf setzt, dass die Diesel-Umrüstungen zukünftig vom Steuerzahler zu finanzieren seien? Im Gegenteil: Die Automobil-Lobby bockt 10, 15 Jahre. Und zum Dank bekommt sie von der SPD Steuergeschenke in Milliardenhöhe; für FuE, aber auch für den Ausbau der Infrastruktur, den die Industrie schon vor 15 Jahren hätte geleistet haben müssen.

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Es ist ja auch so, dass bislang Demokratie und Freiheit in Europa und in Deutschland nicht untergegangen sind

Wie schon zu Zeiten der Weimarer Republik, so gilt auch jetzt die Frage: Wegen oder trotz der SPD? Auch im Angesicht der Kriegstreiberei, die auch - und gerade - in der SPD betrieben wird, ist diese Frage nicht ganz leicht zu beantworten, nicht wahr?! Denn die SPD bezieht, wie üblich, keine klare Stellung. Schließlich muss sie ihren Auftrag des Arbeiter-Verrats erfüllen. Und das geht nur, wenn und solange sie das Vertrauen dieser Menschen besitzt. Doch das wiederum funktioniert nur, wenn man vernebelt und verdummt; also ... Oh Mirakel! Oh Wunder! ... keine klare Stellung bezieht.

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Die SPD ist eine der ältesten demokratischen Parteien der Welt. Das ist unabänderlich, ja.

Richtig. Doch auch hier nur mit Hilfe von Manipulationen. Die SPD, wie sie HEUTE existiert, ist eine völlig andere SPD, als jene, die noch unter Bebel existierte. Besonders plakativ findest du das im Programmpunkt "demokratischer Sozialismus". Das ist die letzte und einzige Verbindung der SPD zu ihrer Vergangenheit. Und es ist zugleich ein Punkt, von dem Müntefering einst sagte: "Na klar steht der demokratische Sozialismus in unserem Programm als Ziel unserer Politik. Aber man muss ja nicht alle Ziele erreichen wollen, nicht wahr?!" (Franz Müntefering, damals Generalsekret der SPD) Dieser Satz wäre den Gründervätern der SPD im Traum nicht eingefallen. Dieser Satz wäre NIEMANDEM innerhalb der SOZIAL-DEMOKRATIE eingefallen, weil er im Widerspruch zum eigenen Namen stünde. Ein Name, um den man damals hart rang, weil man eben nicht nur, wie damals üblich, eine leere Hülle plakatieren wollte...

Doch dieser eine Satz ist zum Symptom der SPD schlechthin geworden. Nichts trifft diesen Kern besser: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Es ist die Linke, die seit über einem Vierteljahrhundert ohne Mitregierungsfähigkeit im Bundestag sitzt und nunmehr mit sich selbst hadert, weil sie gelegentlich zur Kenntnis nimmt, dass ihr die Wähler ausgerechnet im Osten der Republik davon laufen. Der Markenkern Populismus hat Konkurrenz bekommen.

Hier argumentierst du mit Ebert und Blut-Noske, das ist dir klar, ja?! Also mit jenen SPD-Männern, die auf die eigenen Gewerkschaftler schießen ließen, um sich mit dem Blut der Toten ihre politischen Machtpositionen zu erkaufen. Glaubst du wirklich, das sei ein argumentativ robuster Ansatz; oder liegt es einfach nur an deiner mangelhaften Bildung, DarkLightBringer?

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung will eben gerade keine Vernichtung des demokratischen Systems, die SPD natürlich auch nicht. Als progressive Volkspartei steht sie für das, worauf es ankommt - den Lebensunterhalt in Freiheit und Sicherheit zu gestalten.

Aus welchem Handbuch für Kampf-Rhetorik hast du diese Worthülsen abgeschrieben, DarkLightBringer? Die SPD stand bis zu Bebels Tod vor rund 104 Jahren für diese Werte. Seitdem steht sie für den Militarismus und die Ent-Demokratisierung; also für das exakte Gegenteil. Sie unterstützte die Reichskriegsanleihen, mit deren Hilfe Deutschland den Ersten Weltkrieg finanzieren konnte. Sie unterstützte durch genau jene Ent-Demokratisierung die "bürgerlichen Mitte-Parteien", die ihrerseits die Nazis an die Macht brachten. Sie unterstützte die Wiederaufrüstung Deutschlands. Sie unterstützt völkerrechtswidrige Kriege; vornehmlich jene der USA. Sie unterstützt die ABSCHAFFUNG & EINDÄMMUNG der Demokratie in zahllosen Gegenden der Welt. Sie unterstützt die wachsende Konfrontation der "Kalten Krieger" in der Gegenwart. Sie unterstützt den Totalitarismus, also die Eindämmung der Freiheit, in Deutschland. ... Immer nach kurzem Zieren und Zögern, ohne Frage. Doch stets gewissenhaft in der letztendlichen Zustimmung; denn eines ist so verlässlich, wie ein Schweizer Uhrwerk: Die SPD-Elite macht immer mit, wenn es ihr selbst Posten und Pöstchen einbringt. Man kann sie kaufen. Meist billig; gelegentlich etwas teurer; doch sie arbeitet zuverlässig zu. Nur eben nie ihren Wählern...

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 Feb 2018, 10:25)
Der Hamburger Parteinachwuchs sieht die Kühnert-Kampagne übrigens eher kritisch. Der dortige Vize der Jusos sprach sich sogar klar für die Koalition aus.
Scholz und Nahles sind derzeit auf Tour, um die Mitglieder zu überzeugen.

Nochmals, DarkLightBringer: Ich hoffe aufrichtig, dass sie damit durchkommen. Besser kann man die SPD gar nicht vernichten. Da fällt mir ein alter Ossi-Witz ein:

"40 Jahre haben wir von außen versucht, den Kapitalismus zu zerstören. Keine 15 Jahre haben wir von innen gebraucht." .... Exakt das geschieht mit der SPD: Niemand konnte ihr von außen etwas anhaben. ALLES - ABSOLUT ALLES - was zu dieser sinkenden Zustimmung führte, kam von innen. Und wer aus Gabriels leeren Versprechen der Stärkung der SPD in der GroKo nichts gelernt hat; wer selbst vom Abschied der FDP aus dem Bundestag nach der Koalition mit der Union nicht aufgeschreckt wird, ... nun, der hat nichts Besseres verdient. Anscheinend ist das SPD-Wahlvieh schon so verdummt, dass es erst in der Praxis lernen kann, was es bedeutet, von der einst mächtigsten Volkspartei Deutschlands zu einer "Sonstige-Partei" zu verkümmern. ... Oder glaubst du ernsthaft, gerade in der heutigen Zeit, also in jener Zeit, in der CSU und CDU ebenfalls ruckartig massive Einbrüche erfahren, würden selbige nicht ALLES versuchen, um einen externen Schuldigen zu finden? *evilgrin*
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Do 22. Feb 2018, 01:16

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 10:18)

Bei der Bundestagswahl 2017 hat die Union 32,9 und die SPD 20,5 % erreicht - offenbar ist das schon das Mandat zum Regieren, wenn Jamaika nicht zur Verfügung steht. Der Wähler sagt eigentlich gar nichts über Koalitionen aus.

Die wichtigen Parteien sagen zumeist vor der Wahl, sie setzen auf Sieg oder Zugewinn, aber grundsätzlich sollten Demokraten untereinander koalieren können. Es ist nicht erkennbar, dass der Wähler derlei Voransagen verneinen würde.


Das ist für jeden erkennbar, der sich die Wahlumfragen auf Bundesebene der letzten Tage angeguckt hat. Mittlerweile liegt die SPD bei 15,5% und damit erstmals seit Kriegsende auf Bundesebene hinter einer rechtsextremen Partei. Wenn die AfD mehr Stimmen auf sich vereinen kann, als die "progressive Volkspartei" SPD ist das ein zutiefst alarmierendes Signal und ganz bestimmt kein Anlass für ein "weiter so".

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 10:18)
Das ist eben die Streitfrage - soll die Arbeitnehmerin mit Kind oder die Familie, die eine Wohnung sucht, jetzt gleich 100 Euro annehmen oder doch lieber auf eine Verheißung warten. Vorgezogener Wechselschein oder ungedeckter Scheck?
Genosse Kevin Kühnert, der selbst nie Arbeitnehmer im traditionellen Sinne war, mag lieber spekulieren. Der erfahrene Erste Bürgermeister von Hamburg setzt indes auf die Pragmatik einer progressiven Volkspartei.
„Mit uns zieht die neue Zeit“, sagte Scholz in Vilshofen in Anspielung auf ein bekanntes Gesangsmotto.


Aha. Und was soll diese inhaltsleere Phrase nun konkret bedeuten? Bei "neue Zeit" denkt man an vieles, aber sicher nicht an vier weitere Jahre Groko unter Merkel. Scholz war übrigens auch nie "Arbeitnehmer im traditionellen Sinne", von daher ist dieser Vorwurf an einen gerade mal 28jährigen ziemlich billig.

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Feb 2018, 10:18)
Er ist ja schon mal vergeblich vom Bundestagspräsidenten darum gebeten worden, keine Rede zu halten. Biermann erlaubt sich nunmal seine Kanten, er muss auch nicht gewählt werden.
Es gibt übrigens noch mehr Künstler, die sich nicht am Proporz orientieren. Mindestens zwei weitere fielen mir da auf Anhieb ein.


Er muss sich ja auch nicht "am Proporz orientieren" (bist Du es, JürgenMeyer?), genauso wie ich darauf hinweisen darf, dass es aktuell etwas größere Gefahren für die Demokratie als die Partei "Die Linke" gibt, mit denen man sich als verantwortungsbewusster Künstler ruhig mal auseinandersetzen darf und zwar möglichst über ein "Ihr seid Feiglinge" hinausgehend.

Gute Nacht.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Do 22. Feb 2018, 01:30

Weltregierung hat geschrieben:(22 Feb 2018, 01:16)

Das ist für jeden erkennbar, der sich die Wahlumfragen auf Bundesebene der letzten Tage angeguckt hat. Mittlerweile liegt die SPD bei 15,5% und damit erstmals seit Kriegsende auf Bundesebene hinter einer rechtsextremen Partei. Wenn die AfD mehr Stimmen auf sich vereinen kann, als die "progressive Volkspartei" SPD ist das ein zutiefst alarmierendes Signal und ganz bestimmt kein Anlass für ein "weiter so".
Genau, nicht für ein "Weiter so", sondern für die Arbeit.

Aha. Und was soll diese inhaltsleere Phrase nun konkret bedeuten? Bei "neue Zeit" denkt man an vieles, aber sicher nicht an vier weitere Jahre Groko unter Merkel. Scholz war übrigens auch nie "Arbeitnehmer im traditionellen Sinne", von daher ist dieser Vorwurf an einen gerade mal 28jährigen ziemlich billig.
Würde das als einen Aufruf zum Zusammenhalt verstehen, der Parteisong ist ja bekannt, und neu ist die Führung und der Koalitionsvertrag. Man könnte es vielleicht auch so übersetzen: Vorwärts heißt nicht rückwärts.

Er muss sich ja auch nicht "am Proporz orientieren" (bist Du es, JürgenMeyer?), genauso wie ich darauf hinweisen darf, dass es aktuell etwas größere Gefahren für die Demokratie als die Partei "Die Linke" gibt, mit denen man sich als verantwortungsbewusster Künstler ruhig mal auseinandersetzen darf und zwar möglichst über ein "Ihr seid Feiglinge" hinausgehend.
Nicht mal die Linke setzt sich großartig auseinander, aber ein einzelner, alternder Liedermacher und einfacher Bürger soll es dann richten? Jürgen Meyer und du haben teils schon komische philosophische Reflexionen.

Gute Nacht.
Gleichfalls. Wünsche geruhsame Erholung.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Sa 24. Feb 2018, 12:31

DarkLightbringer hat geschrieben:(22 Feb 2018, 01:30)

Genau, nicht für ein "Weiter so", sondern für die Arbeit.


Jetzt fängt man erst mit dem Arbeiten an? Was hat man denn die vergangenen vier Jahre gemacht?

DarkLightbringer hat geschrieben:(22 Feb 2018, 01:30)
Würde das als einen Aufruf zum Zusammenhalt verstehen, der Parteisong ist ja bekannt, und neu ist die Führung und der Koalitionsvertrag. Man könnte es vielleicht auch so übersetzen: Vorwärts heißt nicht rückwärts.


¯\_(ツ)_/¯

DarkLightbringer hat geschrieben:(22 Feb 2018, 01:30)
Nicht mal die Linke setzt sich großartig auseinander, aber ein einzelner, alternder Liedermacher und einfacher Bürger soll es dann richten? Jürgen Meyer und du haben teils schon komische philosophische Reflexionen.


Zum Glück setzt Die Linke aber nicht die Messlatte für den Grad der Auseinandersetzung mit der AfD. Ich habe übrigens nirgendwo gefordert, dass Biermann "es richten soll". Wenn Dir meine Beiträge Verständnisprobleme bereiten, kannst Du gerne nachfragen, ich helfe gern.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 24. Feb 2018, 13:46

Weltregierung hat geschrieben:(24 Feb 2018, 12:31)

Jetzt fängt man erst mit dem Arbeiten an? Was hat man denn die vergangenen vier Jahre gemacht?
Viele Beschäftigte arbeiten heute so, wie sie gestern auch gearbeitet haben. Manchmal ergeben sich auch neue Verträge oder neues Personal.


¯\_(ツ)_/¯
Genau so ließe sich die NoGroKo-Kampagne verstehen, eben als Schulterzuck-Politik. Eine Partei aber, die sich verantwortlich fühlt, kann die Leute nicht einfach im Regen stehen lassen. Für viele Arbeitnehmer und Familien ist das wichtig.

Zum Glück setzt Die Linke aber nicht die Messlatte für den Grad der Auseinandersetzung mit der AfD. Ich habe übrigens nirgendwo gefordert, dass Biermann "es richten soll". Wenn Dir meine Beiträge Verständnisprobleme bereiten, kannst Du gerne nachfragen, ich helfe gern.
Es ist oft so, dass sich Individuen für etwas Spezielles einsetzen und interessieren, ohne sich dem Duktus einer Volkspartei zu verschreiben. Das hängt meistens auch mit der Biographie zusammen. In meiner Jugend waren mir zwei Künstler bekannt, die sich nur mit dem Thema lateinamerikanischer Militärdiktatur beschäftigt haben. Hierbei Eindimensionalität vorzuhalten, ist aus meiner Sicht nicht naheliegend.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Sa 24. Feb 2018, 14:27

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Feb 2018, 13:46)

Viele Beschäftigte arbeiten heute so, wie sie gestern auch gearbeitet haben. Manchmal ergeben sich auch neue Verträge oder neues Personal.


Die Scheiße bleibt dieselbe, nur die Fliegen ändern sich. Kenne ich.

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Feb 2018, 13:46)
Genau so ließe sich die NoGroKo-Kampagne verstehen, eben als Schulterzuck-Politik. Eine Partei aber, die sich verantwortlich fühlt, kann die Leute nicht einfach im Regen stehen lassen. Für viele Arbeitnehmer und Familien ist das wichtig.


Die Initiatoren der NoGroKo-Kampagne wären eben auch in vier Jahren gerne noch in der Lage, Politik für Arbeitnehmer und Familien zu machen. "Schulterzuck-Politik" ist etwas anderes.

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Feb 2018, 13:46)
Es ist oft so, dass sich Individuen für etwas Spezielles einsetzen und interessieren, ohne sich dem Duktus einer Volkspartei zu verschreiben. Das hängt meistens auch mit der Biographie zusammen. In meiner Jugend waren mir zwei Künstler bekannt, die sich nur mit dem Thema lateinamerikanischer Militärdiktatur beschäftigt haben. Hierbei Eindimensionalität vorzuhalten, ist aus meiner Sicht nicht naheliegend.


Du hast es also immer noch nicht begriffen. Na gut, ist dann eben so.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 24. Feb 2018, 14:42

Weltregierung hat geschrieben:(24 Feb 2018, 14:27)

Die Scheiße bleibt dieselbe, nur die Fliegen ändern sich. Kenne ich.
Die Initiatoren der NoGroKo-Kampagne wären eben auch in vier Jahren gerne noch in der Lage, Politik für Arbeitnehmer und Familien zu machen. "Schulterzuck-Politik" ist etwas anderes.
Verstehe schon, dass eine Partei mehr Prozente haben will, aber was heißt das denn konkret für die Arbeitnehmer und Familien, für jene, die heute einen befristeten Job annehmen oder für die Teilzeit-Arbeitnehmerin mit zwei Kindern? Konkret heißt das, warte 4 Jahre, lausche unseren hübschen Forderungen, wähle uns dann 2021 und dann schaun wir mal.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, jetzt die Fristverträge massiv einzuschränken und die Gebühren für die Kita abzuschaffen oder abzusenken. Etc. Das sind nur Beispiele.

Kurz und knackig: Romantik kann man nicht essen.

Du hast es also immer noch nicht begriffen. Na gut, ist dann eben so.
Eine Partei äußert sich jeden Montag vor der Presse zu allen essentiellen Themen. Helene Fischer tut das nicht. Das Abstruse daran verstehe ich tatsächlich nicht ganz.
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Re: DIE LINKE: Soziale Gerechtigkeit DAS Original

Beitragvon Weltregierung » Sa 24. Feb 2018, 14:48

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Feb 2018, 14:42)

Verstehe schon, dass eine Partei mehr Prozente haben will, aber was heißt das denn konkret für die Arbeitnehmer und Familien, für jene, die heute einen befristeten Job annehmen oder für die Teilzeit-Arbeitnehmerin mit zwei Kindern? Konkret heißt das, warte 4 Jahre, lausche unseren hübschen Forderungen, wähle uns dann 2021 und dann schaun wir mal.
Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, jetzt die Fristverträge massiv einzuschränken und die Gebühren für die Kita abzuschaffen oder abzusenken. Etc. Das sind nur Beispiele.


Ja, klingt alles super, wenn es denn umgesetzt wird. Daran haben die Groko-Gegner nunmal ihre Zweifel und das wohl auch nicht ganz zu unrecht.

DarkLightbringer hat geschrieben:(24 Feb 2018, 14:42)
Eine Partei äußert sich jeden Montag vor der Presse zu allen essentiellen Themen. Helene Fischer tut das nicht. Das Abstruse daran verstehe ich tatsächlich nicht ganz.


Ich habe Wolf Biermann ein Betätigungsfeld aufgezeigt, da er sich offenbar gerne an Reaktionären abarbeiten möchte. Mit Pressekonferenzen von Parteien oder Helene Fischer hat das alles nichts zu tun.
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