Die Grünen und die Gretchenfrage

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JJazzGold
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon JJazzGold » Mo 14. Nov 2016, 13:46

yogi61 hat geschrieben:(14 Nov 2016, 13:44)

Ich finde das noch einen Tick spezieller, weil es sich um eine bestimmte Klientel handelt die man befriedigen muss, da wird man andere Sachen im Bereich Arbeit und Soziales wohl ein wenig in den Hintergrund stellen.


Dass man es sich mit den Rentnern nicht verderben will, finde ich völlig in Ordnung. :)
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon jorikke » Mo 14. Nov 2016, 14:19

yogi61 hat geschrieben:(14 Nov 2016, 13:44)

Ich finde das noch einen Tick spezieller, weil es sich um eine bestimmte Klientel handelt die man befriedigen muss, da wird man andere Sachen im Bereich Arbeit und Soziales wohl ein wenig in den Hintergrund stellen.


Am Eingang bayerischer Friedhöfe, noch häufiger aber in Österreich, findet sich oft der Spruch:
" Was ihr seid, das waren wir,
und was wir sind, das werdet ihr."
Gilt auch für Rentner.
Also, Yogi, denk an deine Zukunft.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Anderus » Mo 14. Nov 2016, 14:55

Wildermuth hat geschrieben:(14 Nov 2016, 01:27)

Wirklich?
Wenn man in diesem forum liest, bekommt man den eindruck, islam ist das einzige thema überhaupt.


Nun ja, auf dem Parteitag schien es für die Grünen, das Thema im Speziellen gewesen zu sein. Welche "Religion", könnte zur Zeit mehr im Mittelpunkt stehen, als der Islam? Wenn man die Zeitung aufmacht, oder die Nachrichten hört, schlagen einem sofort Nachrichten über den Islam entgegen. Welche Religion, wäre dort vergleichbar? Im Gegenteil wenn der Islam, nicht so oft, so negativ in Erscheinung treten würde, sähe das gesellschaftliche Bild, sicher ganz anders aus. Es könnten Fortschritte schon lange passiert sein, wovon wir und die Grünen nur träumen können. Der Islam fällt also nicht nur verstärkt negativ auf, sondern er blockiert auch noch Reformen bei den anderen Religionen. Wen sollte es da wundern, das der Islam, hier in einem solchen politischen Forum eine herausragende Bedeutung hat? Ales Andere wäre doch sträflich Leichtsinnig.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Keoma » Mo 14. Nov 2016, 14:56

jorikke hat geschrieben:(14 Nov 2016, 14:19)

Am Eingang bayerischer Friedhöfe, noch häufiger aber in Österreich, findet sich oft der Spruch:
" Was ihr seid, das waren wir,
und was wir sind, das werdet ihr."
Gilt auch für Rentner.
Also, Yogi, denk an deine Zukunft.


Darf ich ein wenig korrigieren?

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Ihr werdet, was wir sind."
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon firlefanz11 » Mo 14. Nov 2016, 14:57

Tomaner hat geschrieben:(14 Nov 2016, 10:40)

Wieder mal nichts gelesen, wieder mal keine Ahnung, wieder mal nur hetzen wollen. Auf einem grünen Parteitag wurde selbstverständlich über alles mögliche gesprochen und nicht ein Nebenthema aufgemacht. Was bei einer AfD undenkbar wäre, sich mit Kritikern auseinander zu setzten oder gar ans Rednerpult zu lassen, ist bei den Grünen der Fall. So war auch Daimlerchef Dieter Zetsche da und durfte reden. Eine AfD würde nicht mal jemanden einladen und reden lassen, der sinnloseste Verschwörungstheorien kritisiert.

Mimimi die AfD, Mimimi die AfD... *schnarch* :rolleyes:
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Progressiver » Mo 14. Nov 2016, 18:46

pikant hat geschrieben:(14 Nov 2016, 11:15)

alles nicht klar genug
man haette sich zu einer klaren Trennung von Kirche und Politik durchringen sollen, aber mit Goering Eckardt und Kretschmann ist das wohl nicht zu machen!
ein Unding, dass der Staat Steuern fuer die Kirchen eintreibt - ein no Go fuer mich.


Dazu ein Satz aus meiner Quelle (siehe oben):

Kirchen erhalten bis heute vom Staat Leistungen als Entschädigung für Enteignungen von vor über 200 Jahren. Wir setzen uns für eine Ablösungs-Gesetzgebung ein, die diese Praxis zwischen Kirchen und Bundesländern einvernehmlich ändert.


Ich denke, so offensiv hat sich seit langem noch keine Partei für die Abschaffung der Kirchensteuer positioniert.

Und an die anderen: Natürlich wurden auch weitere Themen diskutiert. Aber dies alles scheint mir nicht so auszusehen, als ob es bei der Bundestagswahl 2017 zu Schwarz-Grün kommen könnte, denn da haben sich bei den Grünen einfach die fortschrittlicheren Geister durchgesetzt. :thumbup:

Was den Islam betrifft: Solche Organisationen wie DITIB -oder wie sie alle heißen- werden nicht als für geeignet empfunden, mit den staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten, da sie zu frauenfeindlich, homophob etc. sind.

Meine Einschätzung: Natürlich kann man sich noch laizistischer aufstellen. Aber nenne mir mal eine real existierende heutige Partei , die sich aktuell derart offensiv und detailliert für ein Ablösegesetz einsetzt, das die Kirchensteuer abschaffen sowie die Rechte der Arbeitnehmer in kirchlichen Strukturen verbessern will. Mir zumindest ist keine bekannt. Selbst die LINKE hat sich da meines Erachtens noch nicht eindeutig genug positioniert. Ich denke, man muss die Grünen bei ihrer Entwicklung weiter beobachten. :)
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Progressiver » Mo 14. Nov 2016, 18:56

Anderus hat geschrieben:(14 Nov 2016, 14:55)

Nun ja, auf dem Parteitag schien es für die Grünen, das Thema im Speziellen gewesen zu sein. Welche "Religion", könnte zur Zeit mehr im Mittelpunkt stehen, als der Islam? Wenn man die Zeitung aufmacht, oder die Nachrichten hört, schlagen einem sofort Nachrichten über den Islam entgegen. Welche Religion, wäre dort vergleichbar? Im Gegenteil wenn der Islam, nicht so oft, so negativ in Erscheinung treten würde, sähe das gesellschaftliche Bild, sicher ganz anders aus. Es könnten Fortschritte schon lange passiert sein, wovon wir und die Grünen nur träumen können. Der Islam fällt also nicht nur verstärkt negativ auf, sondern er blockiert auch noch Reformen bei den anderen Religionen. Wen sollte es da wundern, das der Islam, hier in einem solchen politischen Forum eine herausragende Bedeutung hat? Ales Andere wäre doch sträflich Leichtsinnig.


Der Islam blockiert also die Reformen bei anderen Religionen? Echt? Ohne den Islam gäbe es also schon eine Päbstin bei den Katholiken? Die christliche Rechte würde bereitwillig die Evolutionslehre akzeptieren und ihren Hass zum Beispiel gegen Schwule, Frauen, Abtreibungsärzte etc. begraben? Wirklich? Die Hindus würden problemlos akzeptieren, dass quasi den Frauen die Hälfte des Himmels gehört? (Ähnliches kann man auch für alle anderen Religionen fordern.)

Sorry, aber das ist ein "tu quoque"-Argument, das bei mir nicht zieht. Meiner Meinung nach haben alle Religionen genug Dreck am Stecken, welcher auch nicht weniger wird, wenn jetzt beispielsweise der Islam verschwinden würde.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Anderus » Di 15. Nov 2016, 01:20

Progressiver hat geschrieben:(14 Nov 2016, 18:56)
Der Islam blockiert also die Reformen bei anderen Religionen? Echt?

Ja! Dadurch, das sich der Islam so sehr in die Gesellschaft gedrängt hat, werden die anderen Religionen, insbesondere das Christentum, aufgewertet, nach dem Motto, "Die dürfen das doch auch." Wir hatten hier in Deutschland, bis Mitte der Achtziger, das Christentum soweit in die Defensive gedrängt, das wir hofften, das, wenn die "Alten" mal alle gestorben wären, sich das Christentum von selber erledigen würde.

Aus diesem Traum, sind wir jäh geweckt worden, als der Islam, angeregt durch die Vorgänge im Iran, auf einmal versuchte, den Religionen eine Renaissance zu verpassen. Dieser Versuch, hat bei den Muslimen, aus deren Sicht, "bestens" funktioniert. Heute, kommt keine Partei mehr, bei Parteitagen, ohne das Thema Islam, aus. Selbst die Kanzlerin, hat das Thema, durch ihren dummen Spruch, "Der Islam gehört zu Deutschland." salonfähig gemacht, auf die Agenda gebracht, und zur Chefsache erklärt. Wenn es nicht so ein fragwürdiger Vorgang wäre, könnte man die Sache zur Büttenrede verkommen lassen. So aber, erstickt man beim Lachen, als wenn man Asche im Mund hätte.

Wir waren in Deutschland, was die Überwindung der Religionen anging, schon soweit, das man kaum noch Priester bekam, Gemeinden zusammengelegt wurden und Kirchen zu gemacht wurden und verkauft wurden. Heute, sind wir wieder auf dem Stand vor der Aufklärung, und müssen uns überlegen, wie wir mit Hilfe der 3 Staatsgewalten, die Religionen von Brutalitäten abhalten können. Es gilt bei uns als Kavaliersdelikt, einen Menschen mit dem Tode zu bedrohen, nur weil er etwas gegen eine Religion geschrieben oder gesagt hat, was deren Hardliner nicht mögen. Sich hier mal um ein wirksames Gesetz zu bemühen, hätte den Grünen gut angestanden.

Ohne den Islam gäbe es also schon eine Päbstin bei den Katholiken?

Und das sollte eine Reform sein? Kannst Du dir vorstellen, das es Menschen gibt, wie ich, die den Vatikan, lieber heute als morgen, von der Bildfläche verschwunden sehen möchten?

Die christliche Rechte würde bereitwillig die Evolutionslehre akzeptieren

Wenn sie den wirklichen Gott hätten, wüssten sie, das dieser Gott, mit Hilfe der Evolution, die Schöpfung bewerkstelligt hat. Warum sollte sich ein Gott, dieser wunderbaren Einrichtung, wie die Evolution, nicht bei seiner Schöpfung bedienen? Im Übrigen, ist "christliche Rechte", ein Totschlagsargument. Ich würde mich dessen nicht bedienen.

und ihren Hass......

Tut mir Leid, das ich das hier so deutlich schreiben muss, aber Menschen, die andere hassen, sind für mich Schwachköpfe und Wahnsinnige. Meine Gefühle anderen Menschen gegenüber, könnten nie das Maß der Ignoranz und der zähneknirschenden Toleranz übersteigen. Zu Hass bin ich nicht fähig.

und ihren Hass zum Beispiel gegen Schwule, Frauen, Abtreibungsärzte etc. begraben?

Zum Hass, habe ich oben schon was geschrieben. Wer etwas gegen Schwule, Frauen und Abtreibungsärzte hat, sollte ruhig seine Meinung sagen dürfen. Solange er es bei der Meinung belässt, und nicht tätlich oder beleidigend gegen solche Menschen vorgeht, soll es mir egal sein. Wenn christliche Rechte, sich benehmen können, will ich sie gerne tolerieren.

Wirklich? Die Hindus würden problemlos akzeptieren, dass quasi den Frauen die Hälfte des Himmels gehört? (Ähnliches kann man auch für alle anderen Religionen fordern.)

Tut mir Leid, aber ich lehne es ab, mich über Christentum (Judentum) und Islam hinaus, mich mit weiteren Religionen zu beschäftigen. Diese 3, reichen mir völlig aus. Mir persönlich, wäre es lieber, wenn auch diese 3, schon seit 100 Jahren verschwunden wären. Ich persönlich brauche sie nicht.

Sorry, aber das ist ein "tu quoque"-Argument, das bei mir nicht zieht.

Tut mir Leid, aber das ist kein "tu quoque"-Argument (ich hab extra bei Wikipedia nachgesehen) Ich liefere keine Retourkutsche. Ich will mit gar keiner Religion etwas zu tun haben. Ich kann es nur wiederholen. Für mich gehört der Islam nicht zu Deutschland, und mir wäre es lieber, wenn das Christentum auch nicht mehr zu Deutschland gehören würde.

Meiner Meinung nach haben alle Religionen genug Dreck am Stecken, welcher auch nicht weniger wird, wenn jetzt beispielsweise der Islam verschwinden würde.

Das ist mir zu allgemein. Für mich gibt es Menschen in Religionen, die Dreck am Stecken haben. Die Religionen geben in der Regel durchaus Möglichkeiten, unter ihnen zu leben, ohne das man Dreck am Stecken bekommt. Von mir aus, kann jeder der Religion frönen, die ihm Spaß macht. Er soll das nur im Privaten machen, innerhalb der Gesetze, und er soll Dritte in Ruhe lassen. Insofern, soll der Islam auch nicht verschwinden, sondern, er soll sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Wildermuth » Di 15. Nov 2016, 01:36

Anderus hat geschrieben:(14 Nov 2016, 14:55)

Nun ja, auf dem Parteitag schien es für die Grünen, das Thema im Speziellen gewesen zu sein. Welche "Religion", könnte zur Zeit mehr im Mittelpunkt stehen, als der Islam?


Bei den grünen gehts mehr so um umweltschutz, erneuerbare energien, minderheitenschutz, frauenrechte, homo-ehe, antidiskriminierung.


Wenn man die Zeitung aufmacht, oder die Nachrichten hört, schlagen einem sofort Nachrichten über den Islam entgegen. Welche Religion, wäre dort vergleichbar?

Sagt eher was über dein selektives lesen aus. Schauen wir uns die schlagzeilen bei SPON an:

Vorsicht, hier kommt der Kandidat

Es gab leider keinen wettbewerb

Wie europa sich auch ohne usa schützen will

Signale des niedergangs...

Also... bei sPOn gehts eher um politik nix islam auf der ersten seite. Wie siehts z.b. in der ZEIT aus:

Trump und wie er die welt sieht

Obama macht europäischen natostaaten hoffnung

Merkels blamage

trump und kreml wollen stärker kooperieren

wer ist eigentlich... mein tankwart

Also... wieder nix... wollen wir mal in die süddeutsche schauen?

Steinmeiers kür ist für merkel ein disaster

Steinmeiers nachfolge könnte zu debatten in der koalition führen

putin telefoniert erstmals mit trump

Trump will kein präsidentengehalt

Trump bringt eu-minister in nöte

Hm... jetzt sag doch mal, welche zeitungen du so liest? Die islamische umschau oder was?



Im Gegenteil wenn der Islam, nicht so oft, so negativ in Erscheinung treten würde, sähe das gesellschaftliche Bild, sicher ganz anders aus. Es könnten Fortschritte schon lange passiert sein, wovon wir und die Grünen nur träumen können.

Hm... wie gesagt... welche medien konsumierst du eigetnlich?


Der Islam fällt also nicht nur verstärkt negativ auf, sondern er blockiert auch noch Reformen bei den anderen Religionen. Wen sollte es da wundern, das der Islam, hier in einem solchen politischen Forum eine herausragende Bedeutung hat? Ales Andere wäre doch sträflich Leichtsinnig.


Klingt etwas arg fantastisch...
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon DarkLightbringer » Di 15. Nov 2016, 11:43

JJazzGold hat geschrieben:(14 Nov 2016, 13:11)

Gut erkannt.
In der momentanen Aufgregtheit “des Volks“ werden das die Kernthemen sein. No 3 mit einem US Schubs versehen.

Bis zum September ´17 ist es noch eine Weile hin, wer weiß, was noch alles passieren kann. Joschka Fischer prognostiziert einen "Kontinent des Chaos", sofern die wesentlichen Giftkelche nicht an uns vorüber ziehen. So ganz abwegig ist es nicht, dass das existentielle Thema Krieg & Frieden alsbald wieder auf der Tagesordnung stehen könnte.

In diesem Faden geht es aber offenkundig um einen programmatischen Teilaspekt.
Mehr Laizismus wagen, warum nicht. Die Gottgesandten werden nicht nur durch ihre Gemeinden genährt, sondern unmittelbar aus Steuergeldern. Sie werden dafür entschädigt, im Zuge der Aufklärung Latifundien, Souveränität und Gold verloren zu haben. An eine Verrechnung mit Inquisitionsentschädigungen hat niemand gedacht.

Nun wenden manche ein, die staatliche Finanzierung garantiere Einfluß und Erkenntnis. Ist das nicht absurd? Man finanziert auch keine Hooligans, um zu erfahren, was sie denken.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon JJazzGold » Di 15. Nov 2016, 12:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Nov 2016, 11:43)

Bis zum September ´17 ist es noch eine Weile hin, wer weiß, was noch alles passieren kann. Joschka Fischer prognostiziert einen "Kontinent des Chaos", sofern die wesentlichen Giftkelche nicht an uns vorüber ziehen. So ganz abwegig ist es nicht, dass das existentielle Thema Krieg & Frieden alsbald wieder auf der Tagesordnung stehen könnte.

In diesem Faden geht es aber offenkundig um einen programmatischen Teilaspekt.
Mehr Laizismus wagen, warum nicht. Die Gottgesandten werden nicht nur durch ihre Gemeinden genährt, sondern unmittelbar aus Steuergeldern. Sie werden dafür entschädigt, im Zuge der Aufklärung Latifundien, Souveränität und Gold verloren zu haben. An eine Verrechnung mit Inquisitionsentschädigungen hat niemand gedacht.

Nun wenden manche ein, die staatliche Finanzierung garantiere Einfluß und Erkenntnis. Ist das nicht absurd? Man finanziert auch keine Hooligans, um zu erfahren, was sie denken.


Inwiefern sollte das Thema mehr Laizismus wagen einen Wähler animieren, die Grünen zu wählen?
Für besonders zugkräftig halte das nicht. Zumal auch seitens der Grünen keine Verrechnung mit Inquisitionsschädigungen gedacht ist.
Bei den Grünen klingt das eher nach einem Versuch den grünen Klingelbeutel zu füllen, nachdem die Reichensteuer ein Papiertiger wurde.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Anderus » Di 15. Nov 2016, 16:07

Anderus hat geschrieben:
(14 Nov 2016, 14:55)
Nun ja, auf dem Parteitag schien es für die Grünen, das Thema im Speziellen gewesen zu sein. Welche "Religion", könnte zur Zeit mehr im Mittelpunkt stehen, als der Islam?

Wildermuth hat geschrieben:(15 Nov 2016, 01:36)
Bei den grünen gehts mehr so um umweltschutz, erneuerbare energien, minderheitenschutz, frauenrechte, homo-ehe, antidiskriminierung.

Vorsicht! Ich war selber mal, Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, bei den Grünen, als sie noch GAZ (Grüne Aktion Zukunft) hießen. Ich kenne mich bei denen ein wenig aus.

Bei den Grünen geht es fast ausschließlich um Macht, Geld, Geschlechterdiktatur, Wichtigtuerei und linke- und islamische Spinnereien. Wenn es drauf ankommt, verraten sie jedes Ideal (Ausstieg aus der Kernenergie), um an der Macht Teil haben zu können. Sie sind in dem Sinne, eine ganz normale Partei.

Sagt eher was über dein selektives lesen aus. Schauen wir uns die schlagzeilen bei SPON an:

Also... bei sPOn gehts eher um politik nix islam auf der ersten seite. Wie siehts z.b. in der ZEIT aus:

Also... wieder nix... wollen wir mal in die süddeutsche schauen?

Hm... jetzt sag doch mal, welche zeitungen du so liest? Die islamische umschau oder was?

Hm... wie gesagt... welche medien konsumierst du eigentlich?

STERN vom 11.11.2016

DSCHIHAD IM RUHRPOTT "So gefährlich ist der deutsche Islamismus."


Aber, Du hast Recht. Z.Zt. steht natürlich die Wahl in den USA, im Mittelpunkt. Und, bei den Islamisten, ist es ruhiger geworden. Das hat einmal den Grund, das sie wohl eingesehen haben, das sie es mit Paris und Nizza, wohl etwas übertrieben haben, aber auch, das sie mit solchen Sachen, bei ihren eigenen Klientel in Ungnade fallen, und, das sie nun verstärkt mit Razzien und Hausdurchsuchungen "belästigt" werden. Aber, sie kommen wieder. Da kann ich, so Leid es mir tut, für garantieren.

Nun ja, die Grünen haben bei ihrem Parteitag, durchaus das Thema Islam zu einem Höhepunkt gemacht. Bei der AFD, ist es genau so gewesen. Mal abwarten was die anderen Parteitage bringen. Ich werde ungefragt auf das Thema zurückkommen.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Anderus » Di 15. Nov 2016, 16:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Nov 2016, 11:43)
Bis zum September ´17 ist es noch eine Weile hin, wer weiß, was noch alles passieren kann. Joschka Fischer prognostiziert einen "Kontinent des Chaos", sofern die wesentlichen Giftkelche nicht an uns vorüber ziehen. So ganz abwegig ist es nicht, dass das existentielle Thema Krieg & Frieden alsbald wieder auf der Tagesordnung stehen könnte.

Über Krieg & Frieden schreibt man grundsätzlich nur, wenn es ernsthafte Gründe gibt, darüber zu schreiben. Leider muss ich das Obige als gezielte Hetze interessierter Kreise abtun. Es gibt in ganz Europa, wenn man mal von Problemstaaten im Osten absieht, nicht den geringsten Grund, über Kriegsgefahr zu schreiben. Ich bitte daher nachdrücklich, dies zu unterlassen. Bitte, warum hätten die Grünen, sowas auf ihrem Parteitag bereden sollen? Sie denken offensichtlich in der Mehrzahl so wie ich, das es keinen Grund gibt, sowas auf die Agenda zu setzen.

In diesem Faden geht es aber offenkundig um einen programmatischen Teilaspekt.
Mehr Laizismus wagen, warum nicht. Die Gottgesandten werden nicht nur durch ihre Gemeinden genährt, sondern unmittelbar aus Steuergeldern. Sie werden dafür entschädigt, im Zuge der Aufklärung Latifundien, Souveränität und Gold verloren zu haben. An eine Verrechnung mit Inquisitionsentschädigungen hat niemand gedacht.

Es ist ja alles noch viel aberwitziger. Wenn ich mir bei Herrn Karlheinz Deschner durchlese, wie die Kirchen an ihr Vermögen gekommen sind, ist es einfach nur der Hohn auf Socken, das sie dafür heute noch entschädigt werden. Du rennst bei mir offene Türen ein. Unverzüglich weg mit der Kirche aus der Öffentlichkeit!
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon firlefanz11 » Di 15. Nov 2016, 17:17

JJazzGold hat geschrieben:(15 Nov 2016, 12:14)
..., nachdem die Reichensteuer ein Papiertiger wurde. [/color]

Warum sie das ist kann man ganz prima hier lesen...
http://www.n-tv.de/politik/Fuenf-Gruend ... 87061.html

Die Weberknecht dürfte recht sauer sein, das ihr die Grünen programmatisch ihr Allheilmittel abspenstig machen... :D
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon CaptainJack » Mi 16. Nov 2016, 18:41

Progressiver hat geschrieben:(14 Nov 2016, 18:56)

Der Islam blockiert also die Reformen bei anderen Religionen? Echt? Ohne den Islam gäbe es also schon eine Päbstin bei den Katholiken? Die christliche Rechte würde bereitwillig die Evolutionslehre akzeptieren und ihren Hass zum Beispiel gegen Schwule, Frauen, Abtreibungsärzte etc. begraben? Wirklich? Die Hindus würden problemlos akzeptieren, dass quasi den Frauen die Hälfte des Himmels gehört? (Ähnliches kann man auch für alle anderen Religionen fordern.)

Sorry, aber das ist ein "tu quoque"-Argument, das bei mir nicht zieht. Meiner Meinung nach haben alle Religionen genug Dreck am Stecken, welcher auch nicht weniger wird, wenn jetzt beispielsweise der Islam verschwinden würde.
Es ist aber so, dass Religionen das Mittelalter verlassen haben, andere noch dort sind! Und wenn Religionen, die das Mittelalter verlassen haben, auf Religionen treffen, die sich dort noch befinden, dann wird es sehr unangenehm!
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Progressiver » Mi 16. Nov 2016, 23:34

CaptainJack hat geschrieben:(16 Nov 2016, 18:41)

Es ist aber so, dass Religionen das Mittelalter verlassen haben, andere noch dort sind! Und wenn Religionen, die das Mittelalter verlassen haben, auf Religionen treffen, die sich dort noch befinden, dann wird es sehr unangenehm!


Sehe ich nicht so. Die Religionen befinden sich alle bestenfalls im Mittelalter. Wenn sie die Neuzeit erreichen, dann müssen sie sich den Erkenntnissen der Wissenschaften stellen. Und genau dies halten sie nicht stand. Um die Religionen zu bekämpfen, muss man die Religiösen vor allem mit besserer Ausbildung ausstatten. Wissenschaft tötet Religion und sämtliche Metaphysik, indem sie diese überflüssig macht. Die Wissenschaft kann nämlich die Welt immer besser erklären. Die Religionen dagegen haben für ihre Märchenschlösser (das Jenseits etc.) keine objektiven Beweise.

Und genau so würde ich es mit dem Islam praktizieren. Wenn man den Islam aus den Köpfen der Islamisten kriegen will, dann muss man ihnen gute Berufs- und Ausbildungschancen eröffnen. Solange sie in der Perspektivlosigkeit braten, glauben sie lieber irgendwelchen Märchenerzählern aus 1001 Nacht, weil das scheinbar bequemer ist. Und anstatt ihnen den Koran wegzunehmen, würde ich ihnen noch zusätzlich eine ganze Bibliothek mit wissenschaftlichen Werken zum Lesen geben. Denn arm im Geiste ist nur der Mensch, der ein einziges Buch besitzt. Im Übrigen muss man diesen Leuten auch den Spaltpilz der Skepsis einpflanzen und eine gesunde Neugier wieder zum Leben erwecken.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon CaptainJack » Do 17. Nov 2016, 00:08

Progressiver hat geschrieben:(16 Nov 2016, 23:34)

Sehe ich nicht so. Die Religionen befinden sich alle bestenfalls im Mittelalter. Wenn sie die Neuzeit erreichen, dann müssen sie sich den Erkenntnissen der Wissenschaften stellen. Und genau dies halten sie nicht stand. Um die Religionen zu bekämpfen, muss man die Religiösen vor allem mit besserer Ausbildung ausstatten. Wissenschaft tötet Religion und sämtliche Metaphysik, indem sie diese überflüssig macht. Die Wissenschaft kann nämlich die Welt immer besser erklären. Die Religionen dagegen haben für ihre Märchenschlösser (das Jenseits etc.) keine objektiven Beweise.

Und genau so würde ich es mit dem Islam praktizieren. Wenn man den Islam aus den Köpfen der Islamisten kriegen will, dann muss man ihnen gute Berufs- und Ausbildungschancen eröffnen. Solange sie in der Perspektivlosigkeit braten, glauben sie lieber irgendwelchen Märchenerzählern aus 1001 Nacht, weil das scheinbar bequemer ist. Und anstatt ihnen den Koran wegzunehmen, würde ich ihnen noch zusätzlich eine ganze Bibliothek mit wissenschaftlichen Werken zum Lesen geben. Denn arm im Geiste ist nur der Mensch, der ein einziges Buch besitzt. Im Übrigen muss man diesen Leuten auch den Spaltpilz der Skepsis einpflanzen und eine gesunde Neugier wieder zum Leben erwecken.
Das Problem ist, dass sie weit überwiegend "in der Perspektivlosigkeit braten" werden! Es sind inzwischen inkl. Familiennachzug viel zu viele!
Es ist wunderbar, dass man wünscht, diesen Menschen gute "Berufs- und Ausbildungschancen" zu ermöglichen .... aber das schaffen wir nicht mal ansatzweise für unsere eigene Bevölkerung ... und dann sollen wir das für völlig kulturfremde und nicht Deutsch sprechende Menschen schaffen? :rolleyes: Leider ist die Zeit der Ärzte, Ingenieure usw. vorbei! Selbst Frau Nahles von der SPD sagte, dass (ich glaube) höchstens 20% dem Arbeitsmarkt überhaupt zur Verfügung stehen werden .... und dann noch wann? In 10 Jahren, in 50 Jahren?
Wie ich diese Märchen liebe! :p
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon Schnitter » Do 17. Nov 2016, 00:11

CaptainJack hat geschrieben:(17 Nov 2016, 00:08)
Es ist wunderbar, dass man wünscht, diesen Menschen gute "Berufs- und Ausbildungschancen" zu ermöglichen .... aber das schaffen wir nicht mal ansatzweise für unsere eigene Bevölkerung ...


Wir haben fast Vollbeschäftigung.

Aluhut abziehen.......
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon CaptainJack » Do 17. Nov 2016, 00:34

Schnitter hat geschrieben:(17 Nov 2016, 00:11)

Wir haben fast Vollbeschäftigung.

Aluhut abziehen.......

:D :D
da stand noch irgendetwas von "gute" dabei :p (vom Voruser, auf den ich eingegangen bin) .... und dann noch die Arbeitsplätze selbst ... da freut sich aber die Statistik! ;) Inzwischen ist man aber so abgestumpft, dass man es geschluckt hat und, im Gegensatz zu früher, gar nicht mehr erwähnt. Auch die Medien haben sich arrangiert.
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Re: Die Grünen und die Gretchenfrage

Beitragvon odiug » Do 17. Nov 2016, 01:19

Progressiver hat geschrieben:(16 Nov 2016, 23:34)

Sehe ich nicht so. Die Religionen befinden sich alle bestenfalls im Mittelalter. Wenn sie die Neuzeit erreichen, dann müssen sie sich den Erkenntnissen der Wissenschaften stellen. Und genau dies halten sie nicht stand. Um die Religionen zu bekämpfen, muss man die Religiösen vor allem mit besserer Ausbildung ausstatten. Wissenschaft tötet Religion und sämtliche Metaphysik, indem sie diese überflüssig macht. Die Wissenschaft kann nämlich die Welt immer besser erklären. Die Religionen dagegen haben für ihre Märchenschlösser (das Jenseits etc.) keine objektiven Beweise.

Und genau so würde ich es mit dem Islam praktizieren. Wenn man den Islam aus den Köpfen der Islamisten kriegen will, dann muss man ihnen gute Berufs- und Ausbildungschancen eröffnen. Solange sie in der Perspektivlosigkeit braten, glauben sie lieber irgendwelchen Märchenerzählern aus 1001 Nacht, weil das scheinbar bequemer ist. Und anstatt ihnen den Koran wegzunehmen, würde ich ihnen noch zusätzlich eine ganze Bibliothek mit wissenschaftlichen Werken zum Lesen geben. Denn arm im Geiste ist nur der Mensch, der ein einziges Buch besitzt. Im Übrigen muss man diesen Leuten auch den Spaltpilz der Skepsis einpflanzen und eine gesunde Neugier wieder zum Leben erwecken.

In vielen Faellen sind die Wissenschaften auch nur eine andere Form von Religion.
Wirtschaftswissenschaften zB :p
Wir handeln als Moderatoren nach Gutsherrenart :x
... aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen :thumbup:

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