Die Putin-Connection der SPD

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Yossarian
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Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Yossarian » Mi 5. Okt 2016, 17:25

Auf Initiative meines Lieblingsmods hab ich mir mal ein wenig Arbeit gemacht:

Dass die SPD seid jeher einen besonderen Russlandkontakt pflegt sollte jedem in der Geschichte bewanderten bekannt sein, spätenstens ab Brandt war das Verhältniss innig.

Mit Schröder hat sich das jedoch noch einmal gewaltig gesteigert. Kurz nach seiner Kanzlerschaft wechselte er zur russischen Gazprom - was schon damals scharfe Proteste hervorrief.
2008 und vor allem 2014 nach der russischen Invasion der Krim und Ostukraine war Schröder der lautstarkste Verteidiger des lupenreinen Demokraten Putins, 2014 allerdings so lautstark dass er von den Parteigenossen zurückgepfiffen wurde und einen Maulkorb verpasst bekam.

An der Politik der SPD änderte das wenig, nur an den öffentlichen Verlautbarungen.

Gabriel und Steinmeier sind die massivsten Verteidiger Putins im Westen.
Steinmeier verhinderte weitergehendere Sanktionen und amerikanische Unterstützung für die Ukraine nach MH-17 und dem russischen Überfall mit dem Kerry gegenüber abgegeben Versprechen einer diplomatischen Lösung.

Gabriel wird nicht leise ein Ende der Sanktionen zu fordern, selbst einen Tag nach dem russischen Angriff auf den UN-Hilfskonvoi in Syrien bei seinem Putin Besuch in Moskau.

Nun stellt sich die Frage nach den Motiven. Und wie der Zufall so will war Gabriels Besuch nicht wirklich der Lage in Syrien oder der Ukraine geschuldet wie man den Medien entnehmen konnte sondern hauptsächlich einem anderen Projekt:
Nord Stream 2 von Gazprom
http://www.umwelt-energie-report.de/201 ... in-moskau/

Nun, kurze Zeit nach Gabriels Moskaureise wird bekannt:
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehm ... imir-putin

Schröder wird Leiter des Verwaltungsrates. Aber nicht nur das, die Energieressort Leiterin von Wirtschaftsminister Gabriel wechselt auch... und zwar wohin?

http://www.politik-kommunikation.de/per ... 1096866703
Gazprom.

Schaun wir doch mal wer noch alles Bei Nord Stream 2 mitspielt, Schweizer Handelsregister:
https://www.moneyhouse.ch/de/company/no ... rue&page=0

Das ganze liest sich wie ein who is who der russischen Mafia, Putinvertrauten und Deutschen eher zweifelhaften Rufes, Beispiel?

Matthias Warnig

Von 1974 bis 1990 war Warnig beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR tätig. Er war zuletzt im Dienstgrad eines Hauptmanns stellvertretender Leiter des Referats 5 der Spionageabteilung XV der MfS-Bezirksverwaltung Berlin. Eine seiner Hauptaufgaben war die „Wirtschaftsaufklärung im Rahmen der Gesamtprobleme der Hauptverwaltung Aufklärung“ (HVA). Zunächst war er in Ost-Berlin eingesetzt, wo er den Decknamen „Ökonom“ hatte. Von 1986 bis 1989 war Warnig dann unter dem Decknamen „Arthur“ als sogenannter Offizier im besonderen Einsatz (OibE) in Düsseldorf tätig, er arbeitete zur Tarnung in der DDR-Handelsmission. Nachdem das Bundesamt für Verfassungsschutz Warnig als potenziellen Spion ins Visier genommen hatte, wurde er im August 1989 vorzeitig nach Ost-Berlin zurückbeordert.[1][3] Unter den Objekten seiner damaligen Spionagetätigkeit soll sich auch sein späterer Arbeitgeber, die Dresdner Bank befunden haben.[4][5]

https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Warnig

Dann scheint die russische Eishockyliga sich auch extremst für Gas zu interessieren (Putinfreunde), gleich 3 Spieler und Funktionäre schaffen es in den Aufsichtsrat, zb Alexander Ivanovich Medvedev.
Aber genug von Gazprom

Dann haben wir auch noch den guten Steinbrück.. der ist zwar bei einem ukrainischen Oligarchen untergekommen...der aber gleichzeitig Putins beste Hand dort ist.
Ein weitere: Volker Pispers
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 23938.html

Ein weitere Artikel zu Gabriels Verbindungen zu Putins Protagonisten in Deutschland
http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... im-ukraine

Hier einer zur sogenannten "Pro Moskau Connection" in der SPD
http://www.zeit.de/politik/2016-05/russ ... beitskreis"

und natürlich
„Die Annexion der Krim muss nachträglich völkerrechtlich geregelt werden, so dass sie für alle hinnehmbar ist.“

Matthias Platzeck
https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Platzeck


Alles in allem kommt man leider zu dem Schluss dass die SPD Außenpolitik gegenüber Russland leider von sehr zweifelhaften Interessen geprägt ist, der Nord Stream 2 Fall ist nur der aktuellste und einer der offensichtlichsten und meines erachtens auch einer der vor einen Untersuchungsausschuss gehört.

Die SPD stellt die wirtschaftlichen Interessen ihrer Genossen höher als die Werte Europas und die Sicherheit Deutschlands und seiner östlichen Nachbarn.
Appeasementpolitik gegenüber dem russischen Regime im Austausch für Posten bei Gazprom, Nord Stream und Co.

Edit: Vielleicht hat meine "Lobbyarbeit" Früchte getragen, es ist in der Presse:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... zprom.html
Zuletzt geändert von Yossarian am So 9. Okt 2016, 11:32, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon NicMan » Mi 5. Okt 2016, 17:49

In der Tat gibt es in meiner Partei, der SPD zu große Pro-Putin-Einflüsse. Aktuell bekämpfe ich diesen zusammen mit einer Gruppe anderer Genoss*innen. Insbesondere der pro-westliche, vom antideutschen Diskurs geprägte Teil der Jusos sowie der Partei erweisen sich dabei als effektive Kämpfer. Insgesamt haben aber leider die Putinisten die Oberhand, siehe zum Beispiel Frank-Walter Chamberlain.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Mari » Mi 5. Okt 2016, 17:57

NicMan hat geschrieben:(05 Oct 2016, 18:49)

In der Tat gibt es in meiner Partei, der SPD zu große Pro-Putin-Einflüsse. Aktuell bekämpfe ich diesen zusammen mit einer Gruppe anderer Genoss*innen. Insbesondere der pro-westliche, vom antideutschen Diskurs geprägte Teil der Jusos sowie der Partei erweisen sich dabei als effektive Kämpfer. Insgesamt haben aber leider die Putinisten die Oberhand, siehe zum Beispiel Frank-Walter Chamberlain.


Aha, pro-westlich ist also antideutsch!
Zuletzt geändert von Mari am Mi 5. Okt 2016, 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Svi Back » Mi 5. Okt 2016, 17:58

In der Aufzählung fehlt noch Genosse Platzeck, der ja schon die "völkerrechtliche Legalisierung" der Krimannektion Putins gefordert hat.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon NicMan » Mi 5. Okt 2016, 17:59

Mari hat geschrieben:(05 Oct 2016, 18:57)

Aha, pro-westlich ist also antideutsch!


Nun, der antideutsche Diskurs hat in den 90er Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass sich eine Linke Strömung entwickelt hat, die eindeutig pro-israelisch und prowestlich ist. Man muss die antideutschen nicht mögen, aber dadurch dass viele Linke von ihren veralteten anti-imperalistischen Denkmustern befreit wurden war das viel wert.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Mari » Mi 5. Okt 2016, 18:11

NicMan hat geschrieben:(05 Oct 2016, 18:59)

Nun, der antideutsche Diskurs hat in den 90er Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass sich eine Linke Strömung entwickelt hat, die eindeutig pro-israelisch und prowestlich ist. Man muss die antideutschen nicht mögen, aber dadurch dass viele Linke von ihren veralteten anti-imperalistischen Denkmustern befreit wurden war das viel wert.


Mag sein, aber gib den Affen keinen Zucker. Antideutsche sind sind Relikte, für die der 1. und 2. Weltkrieg noch nicht vorbei ist. Die haben in der aktuellen deutschen Politik nichts mehr zu suchen.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Yossarian » Mi 5. Okt 2016, 18:16

Svi Back hat geschrieben:(05 Oct 2016, 18:58)

In der Aufzählung fehlt noch Genosse Platzeck, der ja schon die "völkerrechtliche Legalisierung" der Krimannektion Putins gefordert hat.


Oh Gott, wie konnte ich den vergessen, ergänze ich noch morgen. Wahrscheinlich fehlt noch eine ganze Reihe weiterer
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon NicMan » Mi 5. Okt 2016, 18:16

Mari hat geschrieben:(05 Oct 2016, 19:11)

Mag sein, aber gib den Affen keinen Zucker. Antideutsche sind sind Relikte, für die der 1. und 2. Weltkrieg noch nicht vorbei ist. Die haben in der aktuellen deutschen Politik nichts mehr zu suchen.


Deren Einfluss ist ja größtenteils auch vorüber. Die extremen Dogmatiker wollen und wollten auch gar keine mehrheitsfähigen Aussagen zustande bringen, und ein anderer Teil hat sich wiederum in Richtung der Neokonservativen orientiert. Ich persönlich arbeite weiter an der Stärkung extrem pro-westlicher Strömungen innerhalb der Partei. Ich halte das aufgrund der reaktionären Querfrontentwicklung für geboten.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon HugoBettauer » Mi 5. Okt 2016, 21:11

NicMan hat geschrieben:(05 Oct 2016, 18:59)

Nun, der antideutsche Diskurs hat in den 90er Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass sich eine Linke Strömung entwickelt hat, die eindeutig pro-israelisch und prowestlich ist.

Diese sogenannten Antideutschen, etwa Wertmüller, Elsässer usw, wollen heute weder als links noch als israelsolidarisch gelten. Die Antideutschen waren nur der entzündete Wurmfortsatz der antinationalen Strömung (Gremliza, Held, Pohrt, Kunsteich, Wehmeier), im selben Verhältnis wie die Linkshegelianer zu Hegel. Epigonentum ist nun mal keine gesunde Basis für eine redliche Auseinandersetzung mit einem Gegenstand.

In der SPD mangelt es an echten Russlandfreunden. Die aufgezählten Personen, Platzeck, Schröder und Brandt sind alles Figuren einer abgeschlossenen Epoche. Auch Steinmüller betreibt im Wesentlichen eine alternative deutsche Machtpolitik, die mit einem genuinen Interesse an Ausgleich mit Russland nichts zu tun hat.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Boraiel » Mi 5. Okt 2016, 21:32

Gute Beziehung zu Russland sind hochgradig im Interesse der Bundesrepublik Deutschland. Der Zustand Russlands als gelenkte Demokratie, wobei dies fast noch euphemistisch beschrieben ist, ist dem nur geringfügig abträglich. Grenzänderungen in Europa sind es hingegen schon gehörig, der Westen hat, nachdem er zuvor seine Interesse nach dem Zusammenbruch der SU in der Region, doch sehr erfolgreich vertreten hat, die Krim dem Russen gegönnt, aber auch deutlich gemacht, dass dies anderswo keinesfalls akzeptiert wird. Diese Botschaft hat Moskau auch verstanden. Und wenn das der Fall ist, ist es sinnvoll, wenn sich die wirtschaftlichen Beziehungen wieder normalisieren im beiderseitigen Interesse. Zu bemerken ist auch, dass die Vereinigten Staaten von Amerika in diesem Fall Ratschläge geben können, die nicht im Interesse der Bundesrepublik sind, sondern nur in ihrem eigenen. Solange das Engagement verschiedener SPDler im besten Interesse Deutschlands ist, ist daran nichts auszusetzen. Nicht selten scheinen aber auch ganz persönliche Interessen Auslöser für dieses Engagement zu sein und man sollte darauf achten, dass Putin sich hier keinen Einfluss erkauft, den er zu unserem Schaden nutzen könnte.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon NicMan » Mi 5. Okt 2016, 21:35

Boraiel hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:32)

Gute Beziehung zu Russland sind hochgradig im Interesse der Bundesrepublik Deutschland. Der Zustand Russlands als gelenkte Demokratie, wobei dies fast noch euphemistisch beschrieben ist, ist dem nur geringfügig abträglich. Grenzänderungen in Europa sind es hingegen schon gehörig, der Westen hat, nachdem er zuvor seine Interesse nach dem Zusammenbruch der SU in der Region, doch sehr erfolgreich vertreten hat, die Krim dem Russen gegönnt, aber auch deutlich gemacht, dass dies anderswo keinesfalls akzeptiert wird. Diese Botschaft hat Moskau auch verstanden. Und wenn das der Fall ist, ist es sinnvoll, wenn sich die wirtschaftlichen Beziehungen wieder normalisieren im beiderseitigen Interesse. Zu bemerken ist auch, dass die Vereinigten Staaten von Amerika in diesem Fall Ratschläge geben können, die nicht im Interesse der Bundesrepublik sind, sondern nur in ihrem eigenen. Solange das Engagement verschiedener SPDler im besten Interesse Deutschlands ist, ist daran nichts auszusetzen. Nicht selten scheinen aber auch ganz persönliche Interessen Auslöser für dieses Engagement zu sein und man sollte darauf achten, dass Putin sich hier keinen Einfluss erkauft, den er zu unserem Schaden nutzen könnte.


Russland hat diese Botschaft nicht verstanden. Wie sonst ist es zu erklären, dass der massive Propagandafeldzug gegen den freien Westen weiter mit unverminderter Härte geführt wird? ("Gayropa"). Ebenso wie der Krieg in der Ostukraine weiter befeuert wird.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Yossarian » Mi 5. Okt 2016, 21:39

HugoBettauer hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:11)

Diese sogenannten Antideutschen, etwa Wertmüller, Elsässer usw, wollen heute weder als links noch als israelsolidarisch gelten. Die Antideutschen waren nur der entzündete Wurmfortsatz der antinationalen Strömung (Gremliza, Held, Pohrt, Kunsteich, Wehmeier), im selben Verhältnis wie die Linkshegelianer zu Hegel. Epigonentum ist nun mal keine gesunde Basis für eine redliche Auseinandersetzung mit einem Gegenstand.

In der SPD mangelt es an echten Russlandfreunden. Die aufgezählten Personen, Platzeck, Schröder und Brandt sind alles Figuren einer abgeschlossenen Epoche. Auch Steinmüller betreibt im Wesentlichen eine alternative deutsche Machtpolitik, die mit einem genuinen Interesse an Ausgleich mit Russland nichts zu tun hat.


Ich wurde nicht sagen dass Außenminister Steinmeier und Vizekanzler sowie Wirtschaftsminister Gabriel Figuren einer abgeschlossen Epoche darstellen auch wenn ich das sehr wünschenswert fände.

Desweiteren geht es mir explizit um die Verstrickungen mit Nord Stream 2, ich denke dieser Fall ist noch nicht einmal eröffnet worden. Er bietet jedefalls einen guten Stoff für einen Thriller und wird auch noch Medienecho finden.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Boraiel » Mi 5. Okt 2016, 21:47

NicMan hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:35)

Russland hat diese Botschaft nicht verstanden. Wie sonst ist es zu erklären, dass der massive Propagandafeldzug gegen den freien Westen weiter mit unverminderter Härte geführt wird? ("Gayropa"). Ebenso wie der Krieg in der Ostukraine weiter befeuert wird.

Nato-Mitglieder im Osten sind vor russischer Aggression sicher, weil der Wille der Nato den Bündnisfall auch bei einen Angriff auch ein kleineres Land dort, deutlich gemacht wurde. Ich glaube nicht, dass Russland größere Kriegshandlungen in der Ukraine vornehmen wird. Es geht meines Erachtens auch Moskau darum die aktuellen Linien zu festigen (mithilfe entsprechender Propagandauntermalung). Militärisch möchte Moskau sich auf seine Tätigkeit in Syrien konzentrieren und die Situation dort in seinem Interesse entscheiden, es ist nicht unwahrscheinlich, dass dies gelingt. Ich halte Russland dort für den mächtigsten Mitspieler.
Ein Teil der russischen Propaganda gegen den Westen "Gayropa" trifft meines Erachtens im Kern zu, was uns zu denken geben sollte. Homosexualität ist immer auch ein Zeichen eines zumindest teilweisen Versagens einer Gesellschaft.
Zuletzt geändert von Boraiel am Mi 5. Okt 2016, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon HugoBettauer » Mi 5. Okt 2016, 21:51

Yossarian hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:39)

Ich wurde nicht sagen dass Außenminister Steinmeier und Vizekanzler sowie Wirtschaftsminister Gabriel Figuren einer abgeschlossen Epoche darstellen auch wenn ich das sehr wünschenswert fände.

Desweiteren geht es mir explizit um die Verstrickungen mit Nord Stream 2, ich denke dieser Fall ist noch nicht einmal eröffnet worden. Er bietet jedefalls einen guten Stoff für einen Thriller und wird auch noch Medienecho finden.

Ach willst du jetzt gegen ein Gasrohr schimpfen, weil das Gas dann einige Transitländer nicht mehr zwingend durchqueren muss? Na, meinetwegen. Man sollte Nord Stream und auch vergleichbare Projekte im Süden Europas als Angebot betrachten. Wenn die beteiligten Firmen sich was davon versprechen und es keine Umweltbedenken gibt, immer her damit. Ob da nicht in 30 Jahren deutsches Biogas in die Gegenrichtung strömt, weiß heute kein Mensch. Eine Transportkapazität verpflichtet nicht zur Abnahme.

Was dem Außenminister angeht, der ist nach der nächsten Wahl genauso weg wie der Popbeauftragte der SPD Gabriel. Merkel wird sich nicht noch einmal auf die SPD einlassen müssen und in vier oder acht Jahren ist Steinmeier längst zu alt. Die SPD hat keine Machtperspektive und kein vorzeigbares Personal. Sie hat - nicht zuletzt gegenüber Russland - auch kein Programm. Sie lebt davon, ziemlich beliebig über die CDU-Politik zu schimpfen, die unter Merkel einen klugen Mittelweg zwischen Angeboten an Russland und Kritik an russischen Vorkommnissen wählt. Diese Politik ist auch geeignet, die europäischen Klientelstaaten kostengünstig bei Laune zu halten.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon HugoBettauer » Mi 5. Okt 2016, 21:55

NicMan hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:35)

Russland hat diese Botschaft nicht verstanden. Wie sonst ist es zu erklären, dass der massive Propagandafeldzug gegen den freien Westen weiter mit unverminderter Härte geführt wird? ("Gayropa"). Ebenso wie der Krieg in der Ostukraine weiter befeuert wird.

Zu den Problemen der Ukraine gibt es ein ganzes eigenes Forum. Es kann nicht die Aufgabe Deutschlands sein, einen Stellvertreter-Streit mit Russland zu führen für andere. Russland wird seine eigenen Akzente in der Weltpolitik nicht aufgeben, weil Siemens ein paar Bauteile nicht mehr liefern darf und einige Grüne wild gestikulierende Reden halten. Deutschland sollte damit geschickt umgehen, dort widersprechen wo eigene wirtschaftliche Interessen betroffen sind und den Streit anderer Leuten nicht zum eigenen machen - so wie wir das gegenüber dem Iran, den Chinesen und Venezuela auch immer gehalten haben.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Yossarian » Do 6. Okt 2016, 05:02

HugoBettauer hat geschrieben:(05 Oct 2016, 22:51)

Ach willst du jetzt gegen ein Gasrohr schimpfen, weil das Gas dann einige Transitländer nicht mehr zwingend durchqueren muss? Na, meinetwegen. Man sollte Nord Stream und auch vergleichbare Projekte im Süden Europas als Angebot betrachten. Wenn die beteiligten Firmen sich was davon versprechen und es keine Umweltbedenken gibt, immer her damit. Ob da nicht in 30 Jahren deutsches Biogas in die Gegenrichtung strömt, weiß heute kein Mensch. Eine Transportkapazität verpflichtet nicht zur Abnahme.

Was dem Außenminister angeht, der ist nach der nächsten Wahl genauso weg wie der Popbeauftragte der SPD Gabriel. Merkel wird sich nicht noch einmal auf die SPD einlassen müssen und in vier oder acht Jahren ist Steinmeier längst zu alt. Die SPD hat keine Machtperspektive und kein vorzeigbares Personal. Sie hat - nicht zuletzt gegenüber Russland - auch kein Programm. Sie lebt davon, ziemlich beliebig über die CDU-Politik zu schimpfen, die unter Merkel einen klugen Mittelweg zwischen Angeboten an Russland und Kritik an russischen Vorkommnissen wählt. Diese Politik ist auch geeignet, die europäischen Klientelstaaten kostengünstig bei Laune zu halten.


Du siehst das viel zu kompliziert. Ich würde das einfach unter Korruption mit einer Prise Kollaboration verbuchen.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Alexyessin » Do 6. Okt 2016, 19:59

Wird Zeit, das ich in die SPD eintrete und diesen Putinfreunden mal richtig auf den Sack zu gehen.

Nein, Schmarrn, erschreckend. Danke schon mal für die grobe Übersicht ich werd mich da auch noch mal ganz einlesen.
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Tomaner » Fr 7. Okt 2016, 03:05

Mari hat geschrieben:(05 Oct 2016, 19:11)

Mag sein, aber gib den Affen keinen Zucker. Antideutsche sind sind Relikte, für die der 1. und 2. Weltkrieg noch nicht vorbei ist. Die haben in der aktuellen deutschen Politik nichts mehr zu suchen.

Die Rechten "Friedenstifter" warfen der SPD konkret vor, Kriegstreiber gegen Russland zu sein! Sie. Also die SPD würde die Nazis der Ukraine unterstützen! Ist dies hiermit vom Tisch? Also was denn nun? Ist jetze die SPD die großen Putinfreunde und damit Unterstützer für den Weltfrieden oder Kriegstreiber gegen Russland und damit die genzen Friedensdemos der Rechten eine Farce und Lügenorgie hoch 10?
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon HugoBettauer » Fr 7. Okt 2016, 03:18

Yossarian hat geschrieben:(06 Oct 2016, 06:02)

Du siehst das viel zu kompliziert. Ich würde das einfach unter Korruption mit einer Prise Kollaboration verbuchen.

Korruption ist keine zielführende Erklärung. Anders als die Gasbarone der 80er und 90er haben die meisten der Politiker an der Nordstream-Entscheidung persönlich nichts zu verdienen. Erinnert noch jemand Werner Müller und die EON-Entscheidung?
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Re: Die Putin-Connection der SPD

Beitragvon Yossarian » Fr 7. Okt 2016, 07:18

Tomaner hat geschrieben:(07 Oct 2016, 04:05)

Die Rechten "Friedenstifter" warfen der SPD konkret vor, Kriegstreiber gegen Russland zu sein! Sie. Also die SPD würde die Nazis der Ukraine unterstützen! Ist dies hiermit vom Tisch? Also was denn nun? Ist jetze die SPD die großen Putinfreunde und damit Unterstützer für den Weltfrieden oder Kriegstreiber gegen Russland und damit die genzen Friedensdemos der Rechten eine Farce und Lügenorgie hoch 10?


Worauf bezieht sich das? Steinmeier als "Kriegstreiber" gegen Russland zu bezeichnen ist wie Chamberlain eine Marionette derTschechoslowakei zu nennen....
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.

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