Antisemitismus in der AfD

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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon Julian » Fr 3. Jun 2016, 13:37

nichtkorrekt hat geschrieben:(03 Jun 2016, 12:28)

Es sind vor allem Rußlanddeutsche die AfD wählen, würde mich aber nicht wundern, wenn auch viele Kroaten, Griechen und Italiener AfD wählen.

PS: Zum Thema Juden in der AfD:

http://www.deutschlandfunk.de/afd-polit ... _id=350918

Viele Juden in Deutschland sind ja aus der ehemaligen UdSSR zugewandert, würde mich nicht wundern, wenn auch in diesem Spektrum viel AfD gewählt würde, ähnlich wie bei den Rußlanddeutschen, die Leute dürften ja ähnlich sozialisiert worden sein in Rußland bzw. der UdSSR.


So ist es. Das heißt natürlich, dass diese Leute recht haben und die AfD deswegen einen Persilschein im Hinblick auf Antisemitismus ausgestellt bekommt. Viele Einwanderer aus Russland haben ja auch ein, sagen wir: romantisches Bild von Putin, mit dem ich absolut nicht übereinstimme. Wobei es schon auffällt, dass Putin zwar die ganze Klaviatur des Populismus nutzt, aber meines Wissens nach nie antisemitisch aufgefallen ist. Im Gegenteil.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon frems » Fr 3. Jun 2016, 13:55

Wildermuth hat geschrieben:(03 Jun 2016, 12:04)

Was soll "strukturellen Antisemitismus" sein?

Was es bei rechten und sehr rechten parteien (NPD, AFD) sehr wohl gibt, ist hetze gegen religiöse minderheiten und dann halt gegen juden und gegen moslems mit praktisch den gleichen sprüchen und vorwürfen. Weite teile nazi-sprech aus der nazi zeit wurden unverändert übernommen, "Systempresse" etc.

Natürlich gehört der antisemitismus dazu. Es geht immer um rassismus. Es geht nie um asylanten oder ausländer. Man hat ja nichts gegen den isländischen steuerberater. Es geht immer um rassismus.

Wir normalen können nur hoffen, dass sich die antisemiten mit den antimoslems nicht einig werden, wer der nächste untermensch sein soll, denn einig sind 15% idioten ganz schön mächtig...

Das ist halt die alte Kampfrhetorik. Zur Veranschaulichung mal übertrieben: wenn in einer Partei 99% der Mitglieder Antisemiten sind und in einer anderen Partei 1%, dann können die Anhänger der 99%-Partei noch immer posaunen "Bei uns sind nicht nur Antisemiten! Und Antisemiten gibt es doch auch in anderen Parteien!". Ein sehr niedriges Argumentationsniveau, mit dem man heutzutage nicht einmal mehr die Hochschulreife kriegen würde. Daher ist man bei den "relativ vielen Einzelfällen" (Zitat Bernd Lucke) immer fleißig dabei, auf "die anderen" zu zeigen, ob nun bei Antisemitismus, Rassentheorien, gewaltätigen Übergriffen, aufgedeckten Propagandalügen, vulgären Beleidungen, parteiinternen Intrigen, Betrug, Pleiten, Strafverfahren etc. pp. Alles für den Club und gegen eine mögliche Diskussion.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 3. Jun 2016, 13:59

Wildermuth hat geschrieben:(03 Jun 2016, 12:04)

Was soll "strukturellen Antisemitismus" sein?



Damit meine ich, wenn Antisemitismus zur Marke einer Partei gehört wie bei der NSDAP, der italienische Faschismus z.B. war originär nicht antisemitisch (wenn mich nicht alles täuscht). Nur wenn man "rechts" mit national-sozialistisch gleichsetzt, ist ein Rechter automatisch ein Antisemit. Die "rechten" Evangelikalen in den USA sind z.B. pro-israelisch eingestellt, genauso die Kreise hinter PI-News.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon ThorsHamar » Fr 3. Jun 2016, 14:02

nichtkorrekt hat geschrieben:(03 Jun 2016, 14:59)

Damit meine ich, wenn Antisemitismus zur Marke einer Partei gehört wie bei der NSDAP, der italienische Faschismus z.B. war originär nicht antisemitisch (wenn mich nicht alles täuscht). Nur wenn man "rechts" mit national-sozialistisch gleichsetzt, ist ein Rechter automatisch ein Antisemit. Die "rechten" Evangelikalen in den USA sind z.B. pro-israelisch eingestellt, genauso die Kreise hinter PI-News.


.... korrekt. Dazu gehört übrigens aus die AfD.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon IndianRunner » Fr 3. Jun 2016, 14:02

frems hat geschrieben:(03 Jun 2016, 14:55)

Das ist halt die alte Kampfrhetorik. Zur Veranschaulichung mal übertrieben: wenn in einer Partei 99% der Mitglieder Antisemiten sind und in einer anderen Partei 1%, dann können die Anhänger der 99%-Partei noch immer posaunen "Bei uns sind nicht nur Antisemiten!


Funktioniert auch mit Migrantenkriminalität oder mit drogensüchtigen und / oder pädophilen Politikern in bestimmten Parteien....
Gut dargestellt übrigens. Nicht mit Bezugnahme auf die AfD, aber ansonsten gäbe es viele Beispiele.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon JJazzGold » Fr 3. Jun 2016, 14:03

Julian hat geschrieben:(03 Jun 2016, 13:53)

Das ist doch ein sehr wichtiger Punkt. Sagen wir einmal, die AfD sei eine Partei, die immer weiter nach rechts rutschte und in der Xenophobie, Rassismus und Antisemitismus immer offener zu Tage träten.

Welche Partei sollte aber jemand wählen, der sich gegen die unkontrollierte Masseneinwanderung von Muslimen aus von Gewalt und Fanatismus geprägten Regionen ausspricht? Glücklicherweise haben Österreich, Mazedonien & Co. den Merkelschen Wahnsinn inzwischen gestoppt - aber was wäre wohl, wenn die das nicht gemacht hätten?

Es ist leicht, mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen und den Leuten zu sagen: Diese Partei ist böse, die dürft ihr nicht wählen! Was aber, wenn das alles überstrahlende Thema - die Masseneinwanderung - von den anderen Parteien nicht ernstgenommen wird? So treibt man die Wähler eben in die Arme der AfD. Ganz einfach. Wer immer weiter nach links rutscht in seiner Politik und alles andere verteufelt, muss sich nicht wundern, wenn die Leute ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen, möglicherweise auch die falschen.

Ich habe im übrigen jederzeit die Möglichkeit, Deutschland zu verlassen, Richtung Schweiz oder Kanada. Aber ich komme aus kleinen Verhältnissen, und weiß, wie groß die Angst in entsprechenden Milieus ist, die diese Möglichkeit nicht haben. Da haben Leute ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet und leben jetzt von einer kleinen Rente, sehen, wie sehr ihre Kinder um prekäre Jobs kämpfen müssen - und dann wird plötzlich behauptet: Geld ist ja genug da, zumindest für die Flüchtlinge. Das geht so nicht.

Meine Hoffnung ist immer noch, dass die AfD diese Wähler mit ihren berechtigten Sorgen auffängt und ihren Willen in eine demokratische, gemäßigte Richtung kanalisiert. Vielleicht irre ich mich, und die AfD entwickelt sich zur NPD 2.0. Noch ist es aber nicht so weit, und wenn es dazu käme, würde sie den Großteil ihrer Wähler, die ja auch über eine Schmerzgrenze verfügen, vergraulen.



Wer ergo keine ausreichende Rentenvorsorge betrieb, seine Kinder nicht zur Qualifizierung anhielt, vom Staat Geldsegen für diese Unfähigkeit erwartet und befürchtet, dass eine wild geschätzte Menge von einer Million positiv beschiedener Asylantragsteller 80 Millionen Deutsche mit Gewalt und Fanatismus zu Muslimen zwangskonvertiert, der soll eine Partei mit antisemitischen Tendenzen und finanziellen massiven Einbußen und gesellschaftlichen Einschränkungen, explizit für den kleinen Mann, wählen?
Weil Frau Merkel" angeblich "wahnsinnig" ist und "weg muss" und außer CDU und SPD ansonsten keine Parteien in der politischen Landschaft zur Verfügung stehen, die sich des angeblich alles überschattenden Themas Flüchtlinge ohne antisemitische Tendenzen annehmen?

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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon frems » Fr 3. Jun 2016, 14:07

IndianRunner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:02)

Funktioniert auch mit Migrantenkriminalität oder mit drogensüchtigen und / oder pädophilen Politikern in bestimmten Parteien....
Gut dargestellt übrigens. Nicht mit Bezugnahme auf die AfD, aber ansonsten gäbe es viele Beispiele.

So richtig funktionieren tut es hier ja nicht, da faktisch niemand auf diese Masche hereinfällt. Die Größenordnungen bzw. das Ausmaß wird damit halt gezielt ignoriert und die Tat relativiert. Auch ist es ein Unterschied, ob Politiker A für seine antisemitischen Äußerungen aus seiner Partei rausfliegt, während der selbe Politiker, dessen Aussagen im Netz jeder nachlesen kann, in seiner "neuen" Partei sofort einen Spitzenplatz bekommt.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon pikant » Fr 3. Jun 2016, 14:14

ThorsHamar hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:02)

.... korrekt. Dazu gehört übrigens aus die AfD.


wenn sie noch mehr Antisemiten in die Parlamente schicken, wird das nicht mehr lange dauern mit dem aus fuer die AfD
Da gebe ich Ihnen Recht.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon IndianRunner » Fr 3. Jun 2016, 14:14

frems hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:07)

So richtig funktionieren tut es hier ja nicht, da faktisch niemand auf diese Masche hereinfällt. Die Größenordnungen bzw. das Ausmaß wird damit halt gezielt ignoriert und die Tat relativiert. Auch ist es ein Unterschied, ob Politiker A für seine antisemitischen Äußerungen aus seiner Partei rausfliegt, während der selbe Politiker, dessen Aussagen im Netz jeder nachlesen kann, in seiner "neuen" Partei sofort einen Spitzenplatz bekommt.


Die Frage ist ob eine Masche existiert. Wer einen Hund erschlagen möchte, findet auch einen Knüppel. Will heißen, wenn mir eine Partei nicht gefällt werde ich immer etwas finden, sei es angeblicher Antisemitismus, Rassismus oder andere beliebig interpretierbare Dinge. Aber das bemerken immer mehr Menschen, deshalb wird die AfD immer erfolgreicher. Die Diffamierung dieser Partei verfängt in der Öffentlichkeit nicht mehr. War absehbar.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 3. Jun 2016, 14:17

IndianRunner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:14)

Die Frage ist ob eine Masche existiert. Wer einen Hund erschlagen möchte, findet auch einen Knüppel. Will heißen, wenn mir eine Partei nicht gefällt werde ich immer etwas finden, sei es angeblicher Antisemitismus, Rassismus oder andere beliebig interpretierbare Dinge. Aber das bemerken immer mehr Menschen, deshalb wird die AfD immer erfolgreicher. Die Diffamierung dieser Partei verfängt in der Öffentlichkeit nicht mehr. War absehbar.


Ich glaube eher, dass der Volkszorn solche Ausmaße angenommen hat, dass man auch harte Rechte wählen würde, gäbe es die AfD nicht, siehe die Erfolge der NPD bei den Kommunalwahlen in Hessen an Orten, wo die AfD nicht angetreten ist.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon pikant » Fr 3. Jun 2016, 14:17

frems hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:07)

. Auch ist es ein Unterschied, ob Politiker A für seine antisemitischen Äußerungen aus seiner Partei rausfliegt, während der selbe Politiker, dessen Aussagen im Netz jeder nachlesen kann, in seiner "neuen" Partei sofort einen Spitzenplatz bekommt.


sowas findet man in der Tat nur in der AfD, dass diese Mitglieder aufnehmen, die aus der CDU wegen antisemitischen Auesserungen rausgeflogen sind.
in der AfD wird man dann Spitzenkandidat in Fulda und jetzt hat man sogar einen im Landtag von BAWUE, der Hohmann noch getoppt hat :mad2:

und die Partei wusste, wen Sie aufstellten, denn seine Auesserung hat dieser Typ ja 2012 offen fuer alle gemacht indem er es in Buchform veroeffentlichte.....
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon frems » Fr 3. Jun 2016, 14:18

IndianRunner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:14)

Die Frage ist ob eine Masche existiert. Wer einen Hund erschlagen möchte, findet auch einen Knüppel. Will heißen, wenn mir eine Partei nicht gefällt werde ich immer etwas finden, sei es angeblicher Antisemitismus, Rassismus oder andere beliebig interpretierbare Dinge. Aber das bemerken immer mehr Menschen, deshalb wird die AfD immer erfolgreicher. Die Diffamierung dieser Partei verfängt in der Öffentlichkeit nicht mehr. War absehbar.

Oder die Partei will genau diese Aufmerksamkeit. Schon vor der AfD-Gründung neigten bundesweit -- mit regionalen Unterschieden, klar -- ca. 20% der Bürger zu rechtsextremistischen Ansichten. Die Frage war daher stets, ob es der AfD gelingt, dieses Potential (häufig bildungsferne Nichtwähler) auszuschöpfen. Ein Demokrat wird von Antisemitismus nicht magisch angezogen und hält nichts davon, solche "Einzelfälle" zu tabuisieren und unter den Tisch fallen zu lassen statt darüber zu reden und zu informieren.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon pikant » Fr 3. Jun 2016, 14:20

nichtkorrekt hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:17)

Ich glaube eher, dass der Volkszorn solche Ausmaße angenommen hat, dass man auch harte Rechte wählen würde, gäbe es die AfD nicht, siehe die Erfolge der NPD bei den Kommunalwahlen in Hessen an Orten, wo die AfD nicht angetreten ist.


das hat auch was damit zu tun, dass etwa 15-20% der Deutschen fuer Rechtsextrem und Antisemitismus empfaenglich sind.
das ist uebrigens in anderen EU-Laender auch so, wie man an den Wahlerfolgen der FN unter dem vorbestraften Le Pen wegen Holocaustrelativierung schon vor Jahren sehen konnte.
der hat sogar etwa 18% der Leute gezogen, obwohl jeder wusste, dass dies ein Rechtsradikaler und Antisemit war, der auch man einen Musiker in den Ofen stecken wollte....
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon IndianRunner » Fr 3. Jun 2016, 14:29

frems hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:18)

Oder die Partei will genau diese Aufmerksamkeit. Schon vor der AfD-Gründung neigten bundesweit -- mit regionalen Unterschieden, klar -- ca. 20% der Bürger zu rechtsextremistischen Ansichten. Die Frage war daher stets, ob es der AfD gelingt, dieses Potential (häufig bildungsferne Nichtwähler) auszuschöpfen. Ein Demokrat wird von Antisemitismus nicht magisch angezogen und hält nichts davon, solche "Einzelfälle" zu tabuisieren und unter den Tisch fallen zu lassen statt darüber zu reden und zu informieren.


....Herrlich :D

Jetzt sind es schon 20 % Rechtsextreme. Was ist wenn die AfD auf 30% zusteuert? Dann haben wir 30 % bildungsferne Naziwähler? Abgesehen davon, ich erwähnte es ein paar mal, die AfD wird von Wählern ALLER Parteien gewählt. Auch von Grünenwähler oder von Wählern der Linken.

....irgendwie stimmen deine Thesen hinten und vorne nicht. Vorsichtig ausgedrückt....
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon ThorsHamar » Fr 3. Jun 2016, 14:31

IndianRunner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:29)

....Herrlich :D

Jetzt sind es schon 20 % Rechtsextreme. Was ist wenn die AfD auf 30% zusteuert? Dann haben wir 30 % bildungsferne Naziwähler? Abgesehen davon, ich erwähnte es ein paar mal, die AfD wird von Wählern ALLER Parteien gewählt. Auch von Grünenwähler oder von Wählern der Linken.

....irgendwie stimmen deine Thesen hinten und vorne nicht. Vorsichtig ausgedrückt....


.... ist so aber schön einfach .... :cool:
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon frems » Fr 3. Jun 2016, 14:37

IndianRunner hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:29)

....Herrlich :D

Jetzt sind es schon 20 % Rechtsextreme. Was ist wenn die AfD auf 30% zusteuert? Dann haben wir 30 % bildungsferne Naziwähler? Abgesehen davon, ich erwähnte es ein paar mal, die AfD wird von Wählern ALLER Parteien gewählt. Auch von Grünenwähler oder von Wählern der Linken.

Hier wären wir wieder beim Thema Ausmaß, Beweggründe/Ursachen und Folgen. Daran ist doch Julian schon gescheitert.

....irgendwie stimmen deine Thesen hinten und vorne nicht. Vorsichtig ausgedrückt....

Sie neigen zu Ansichten heißt nicht, dass sie das NS-Weltbild zu 100% übernommen haben. Bitte genauer lesen und sich im Optimalfall mal informieren. (Eine These ist auch etwas anderes, aber lassen wir das. Versteht eh kein AfD-Fan.)

In Deutschland ist das rechtsextremistische Lager weiterhin einer der wichtigsten politischen Träger eines manifesten Antisemitismus. Rund 90 Prozent aller antisemitischen Straftaten werden von Tätern begangen, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Das ist eines der Ergebnisse des ersten Antisemitismusberichts (17/7700), der von einem unabhängigen Expertenteam im Auftrag des Bundestages erstellt und von Prof. Dr. Peter Longerich von der University of London sowie Dr. Juliane Wetzel von der Technischen Hochschule Berlin am Montag, 23. Januar 2012, in Berlin vorgestellt wurde. Latent antisemitische Einstellungen, also Denkmuster, die sich nicht in Straftaten äußern, sind nach Meinung der Experten in Deutschland „in erheblichem Umfang“ bis „in die Mitte der Gesellschaft“ verankert. Bei etwa 20 Prozent der Bevölkerung gebe es diesen latenten Antisemitismus, konstatieren die Wissenschaftler und Fachleute.

https://www.bundestag.de/dokumente/text ... cht/207504

Jeder fünfte Deutsche ist ausländerfeindlich

Nach einer Studie geht das rechtsextreme Denken in Deutschland zurück – der Hass gegen einzelne Gruppen jedoch wächst. Vor allem Sinti und Roma und Muslime sind verhasst.

http://www.fr-online.de/politik/studie- ... 49168.html

„Jeder Fünfte der Bevölkerung muss als eindeutig rechtspopulistisch eingestellt bezeichnet werden“, fasst die Autorin und Sozialpsychologin Beate Küpper zusammen.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 72518.html

Ist, wie gesagt, kein neues Phänomen. Ob die Leute vorher gar nicht wählten oder die Linke in der Hoffnung einer Mindestlohneinführung oder Rentenerhöhung, ist ein anderes Thema. Letztendlich sind es ja wieder die Maschen der Rechten, die Kritiker mudntot machen und die die Meinungsfreiheit verachten. "Rede nicht über die antisemitischen Aussagen! Das würde die AfD doch nur stärker machen! Das will doch niemand, also hör auf! Das sag ich Dir als AfD-Verehrer!"

Schnarch.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon Julian » Fr 3. Jun 2016, 14:40

JJazzGold hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:03)

Wer ergo keine ausreichende Rentenvorsorge betrieb, seine Kinder nicht zur Qualifizierung anhielt, vom Staat Geldsegen für diese Unfähigkeit erwartet und befürchtet, dass eine wild geschätzte Menge von einer Million positiv beschiedener Asylantragsteller 80 Millionen Deutsche mit Gewalt und Fanatismus zu Muslimen zwangskonvertiert, der soll eine Partei mit antisemitischen Tendenzen und finanziellen massiven Einbußen und gesellschaftlichen Einschränkungen, explizit für den kleinen Mann, wählen?
Weil Frau Merkel" angeblich "wahnsinnig" ist und "weg muss" und außer CDU und SPD ansonsten keine Parteien in der politischen Landschaft zur Verfügung stehen, die sich des angeblich alles überschattenden Themas Flüchtlinge ohne antisemitische Tendenzen annehmen?



Man muss auch ein Minimum an Verständnis für das Arbeiter- und Kleinbürgermilieu in Deutschland aufbringen. Es ist ja bezeichnend, wie schnell Sie hier mit dem Vorwurf sind, die Leute seien ja wohl selbst an ihrer misslichen Lage schuld. Das wäre Ihnen bei den Flüchtlingen wohl nicht so leicht über die Lippen gegangen; die sind ja offenbar alle unschuldige Opfer der Verhältnisse, während die deutsche untere Mittelschicht und Unterschicht natürlich selbst schuld ist. Wie könnte es anders sein? Alles andere wäre wohl "Rassismus" oder "Islamophobie".

Es ist gar nicht so leicht, in Deutschland zu halbwegs gesichertem Wohlstand zu kommen, wenn man eben nicht über die nötigen Ressourcen verfügt. Da gibt es auch viele fleißige Leute, die trotzdem nie zu etwas gekommen sind. Und die beobachten eben nun überrascht, wie das Geld, das für sie nie zur Verfügung stand, nun für andere mit beiden Händen ausgegeben wird, wahrscheinlich an die 20, 30 Milliarden im Jahr. Gleichzeitig sehen sie, wie Leute aus eben jenem islamisch-rückständigem Milieu den Terror nach Europa tragen und ihre Töchter begrapschen.-

Diese Leute interessieren sich doch gar nicht für Juden oder Antisemitismus. Die interessieren sich für die Zukunft der kleinen Leute in diesem Land, für die Sicherheit, die sie in ihren prekären Vierteln viel mehr tangiert als die Reichen in Grünwald. Und ja, selbstverständlich: Auch Neid spielt eine Rolle; das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein.

Ich glaube, dass man mit Antisemitismus in Deutschland nicht mehr punkten kann, ausgenommen bei einem sehr kleinen, letztlich für Wahlerfolge unbedeutenden Milieu. Von daher erwarte ich, dass sich in Deutschland das Modell Wilders durchsetzen wird. Das ist in Frankreich ähnlich, wo Marine Le Pen den Antisemitismus ihres Vaters eben nicht gutheißt.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon pikant » Fr 3. Jun 2016, 14:44

gleich kommt ein Thor oder ein anderer User und bestreitet diese wissenschaftlche Arbeit im Auftrag des Bundestages!
das habe ich her schon oft erlebt und ein anderer User kommt dann und sagt Antisemitismus gibt es in Deutschland nur im promillebereich, wenn ueberhaupt.

uebrigens sind alle diese Erhebungen lange vor der Greundung der Afd durchgefuehrt worden und die AfD greift nun dieses Potential durch Gauland und Co. ab mit ihren rassistischen Auesserungen und ja unsere deutsche Nationalmannschaft ist nicht mehr deutsch - Gauland sei Dank!
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon IndianRunner » Fr 3. Jun 2016, 14:45

frems hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:37)



Schnarch.


Genau . Weiterschlafen. Die AfD wird weiter erfolgreich sein, so wie ich es 2013 schon schrieb. So lange man anstatt die wahren Probleme anzugehen , den schwarzen Nazipeter an die Wand malt, wird diese Partei durch die Decke schießen. Flüchtlings- Terror und Eurokrise sind im vollen Gange....und die etablierten Parteien glänzen durch Unfähigkeit.
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Re: Antisemitismus in der AfD

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 3. Jun 2016, 14:45

pikant hat geschrieben:(03 Jun 2016, 15:20)

das hat auch was damit zu tun, dass etwa 15-20% der Deutschen fuer Rechtsextrem und Antisemitismus empfaenglich sind.
das ist uebrigens in anderen EU-Laender auch so, wie man an den Wahlerfolgen der FN unter dem vorbestraften Le Pen wegen Holocaustrelativierung schon vor Jahren sehen konnte.
der hat sogar etwa 18% der Leute gezogen, obwohl jeder wusste, dass dies ein Rechtsradikaler und Antisemit war, der auch man einen Musiker in den Ofen stecken wollte....


Gut möglich, nur hat Merkel diese 20%+X jetzt zur Weißglut gebracht, diese Leute haben früher sicher auch die Altparteien gewählt oder garnicht und jetzt wird eine Politik gegen die Interessen dieser Bevölkerungsgruppe eben schwieriger werden. Es im Übrigen lächerlich, ab wann man als Rechtsextremer zählt und rechtsextreme Einstellungen sind nach diesem Standard bei Migranten weiter verbreitet als bei Deutschen.

http://www.fes-gegen-rechtsextremismus. ... e_2012.pdf

Julian hat geschrieben:Diese Leute interessieren sich doch gar nicht für Juden oder Antisemitismus. Die interessieren sich für die Zukunft der kleinen Leute in diesem Land, für die Sicherheit, die sie in ihren prekären Vierteln viel mehr tangiert als die Reichen in Grünwald. Und ja, selbstverständlich: Auch Neid spielt eine Rolle; das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein.


Sehe ich auch so, im Grunde werden die Juden instrumentalisiert um gegen die AfD Stimmung zu machen, gerade die Augsteins & Co. die der Islamisierung das Wort reden sind doch selbst verkappte Antisemiten, ich kenne keinen einzigen Juden aus Deutschland und das liegt nicht daran, dass ich ihnen bewusst aus dem Weg gegangen wäre, es gibt eben nur sehr wenige Juden in Deutschland und dementsprechend (ir-)relevant ist das Thema für die meisten Menschen.
Zuletzt geändert von nichtkorrekt am Fr 3. Jun 2016, 14:48, insgesamt 1-mal geändert.
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