AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Mai 2016, 13:30

Es gibt diverse Urteile zum Thema Grenzschutz und zum Einsatz von Gewalt mit Todesfolge. Ein Fall sei erwähnt, in dem nicht wie sonst häufig auf Totschlag (§212 StGB) erkannt wurde, sondern auf Beihilfe zum Mord und versuchten Mord.

Fünf Männer im Alter von 17 bis 29 Jahren waren beim Versuch, die DDR-Grenze zu überwinden, im Zuständigkeitsbereich der Angeklagten in den vernichtenden Splitter-Regen der "Tötungsautomaten" geraten. Vier starben, einer gelangte schwer verletzt in die Bundesrepublik. Richterin Gabriele Strobel spricht die Ex-Grenzschützer wegen Beihilfe zum Mord und versuchten Mordes schuldig. [Schließlich habe die Tätigkeit der Angeklagten einen "Beitrag zur Tötung beziehungsweise Verletzung von Flüchtlingen" dargestellt, heißt es in der Urteilsbegründung.
http://www.spiegel.de/einestages/mauers ... 00949.html
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon CaptainJack » So 22. Mai 2016, 14:06

DarkLightbringer hat geschrieben:(22 May 2016, 14:30)

Es gibt diverse Urteile zum Thema Grenzschutz und zum Einsatz von Gewalt mit Todesfolge. Ein Fall sei erwähnt, in dem nicht wie sonst häufig auf Totschlag (§212 StGB) erkannt wurde, sondern auf Beihilfe zum Mord und versuchten Mord.

http://www.spiegel.de/einestages/mauers ... 00949.html
Ja, hoffentlich werden die so bestraft. Diese Fälle sind aber vom Grundsatz her nicht vergleichbar ..... das waren Leute, die aus dem Land flüchten wollten!
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon zollagent » So 22. Mai 2016, 14:12

CaptainJack hat geschrieben:(22 May 2016, 15:06)

Ja, hoffentlich werden die so bestraft. Diese Fälle sind aber vom Grundsatz her nicht vergleichbar ..... das waren Leute, die aus dem Land flüchten wollten!

Was an der unmittelbaren Voraussetzung der Abwehr der persönlichen Gefährdung gar nichts ändert.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon frems » So 22. Mai 2016, 14:14

IndianRunner hat geschrieben:(22 May 2016, 08:54)

Aha. Woher weißt du denn genau wer eine Bedrohung darstellt?

Genau mit dieser Logik träumen von Storch und co. davon, jeden Menschen an der Grenze erstmal niederzumetzeln und dann zu schauen, um wen es sich handeln könnte. Aber frag Dich doch mal, ob bei einem vermeintlichen, weglaufenden Ladendieb gleich das Maschinengewehr ausgepackt wird. Es könnte doch ein Terrorist sein!
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Mai 2016, 14:17

CaptainJack hat geschrieben:(22 May 2016, 15:06)

Ja, hoffentlich werden die so bestraft. Diese Fälle sind aber vom Grundsatz her nicht vergleichbar ..... das waren Leute, die aus dem Land flüchten wollten!

Sogenannte Flüchtlinge, von den Beamten als "Grenzverletzer" bezeichnet.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon CaptainJack » So 22. Mai 2016, 14:20

zollagent hat geschrieben:(22 May 2016, 15:12)

Was an der unmittelbaren Voraussetzung der Abwehr der persönlichen Gefährdung gar nichts ändert.

Theoretisch aber wohl ganz klar! Einer, der abhauen will, will mir (als Grenzschützer) ja wohl eher nichts tun, sondern der sucht so schnell wie möglich das Weite! Da solltest du nochmals nachdenken!
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon IndianRunner » So 22. Mai 2016, 14:25

IndianRunner hat geschrieben:
(22 May 2016, 08:54)

Aha. Woher weißt du denn genau wer eine Bedrohung darstellt?

frems hat geschrieben:(22 May 2016, 15:14)

Genau mit dieser Logik träumen von Storch und co. davon, jeden Menschen an der Grenze erstmal niederzumetzeln und dann zu schauen, um wen es sich handeln könnte. Aber frag Dich doch mal, ob bei einem vermeintlichen, weglaufenden Ladendieb gleich das Maschinengewehr ausgepackt wird. Es könnte doch ein Terrorist sein!


Bezüglich einer anderen Logik müsste man jeden unkontrolliert ins Land lassen, der behauptet Flüchtling zu sein bzw. das von ihm keine Gefahr ausgeht. Dann bräuchte man nicht mal mehr unbewaffnete Grenzschützer. Man bräuchte gar keine Grenze mehr. Aber das verstehst du wohl nicht.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Mai 2016, 14:29

Man beachte den Unterschied zwischen Kontrollieren und Erschießen. Viele kennen das aus dem Öffentlichen Personennahverkehr.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon IndianRunner » So 22. Mai 2016, 14:32

CaptainJack hat geschrieben:(22 May 2016, 15:20)

Theoretisch aber wohl ganz klar! Einer, der abhauen will, will mir (als Grenzschützer) ja wohl eher nichts tun, sondern der sucht so schnell wie möglich das Weite! Da solltest du nochmals nachdenken!


Abgesehen davon, jemand der aus einem Land flüchtet, will wohl kaum in dem Land aus dem er flüchtet Anschläge verüben. Das Flüchtlinge in europäischen Ländern Anschläge verübt haben, z.B mit einem Sprengstoffgürtel, ist hingegen gesicherte Erkenntnis. Von daher ist klar, das man nicht einen einzigen Flüchtling unkontrolliert ins Land lassen darf.

Aber so richtig wird dies wohl erst einleuchten ,wenn wir in Deutschland eine echte Bombenstimmung bekommen. Obwohl, einige werden wohl selbst dann noch Unsinn reden, vor allem wenn sie weit , weit weg sind....und nicht in Deutschland leben.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Mai 2016, 15:56

Doch, im Kalten Krieg sind aus der DDR natürlich auch Agenten gekommen, die irgendwas vor hatten.

Nur darum ging es in den einschlägigen Prozessen eben nicht, sondern darum, ob die Tötung von Flüchtlingen durch Grenzer Totschlag, Beihilfe zum Mord oder versuchter Mord darstellt.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon zollagent » So 22. Mai 2016, 16:32

CaptainJack hat geschrieben:(22 May 2016, 15:20)

Theoretisch aber wohl ganz klar! Einer, der abhauen will, will mir (als Grenzschützer) ja wohl eher nichts tun, sondern der sucht so schnell wie möglich das Weite! Da solltest du nochmals nachdenken!

Wenn selbst du das erkennst, ist der Schritt zur Erkenntnis, daß unsere AfD-Politiker, die gerne den Schußwaffengebrauch hätten, wohl eher hier etwas instrumentalisieren wollen für finstere Zwecke, nicht mehr weit.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon zollagent » So 22. Mai 2016, 16:35

IndianRunner hat geschrieben:(22 May 2016, 15:32)

Abgesehen davon, jemand der aus einem Land flüchtet, will wohl kaum in dem Land aus dem er flüchtet Anschläge verüben. Das Flüchtlinge in europäischen Ländern Anschläge verübt haben, z.B mit einem Sprengstoffgürtel, ist hingegen gesicherte Erkenntnis. Von daher ist klar, das man nicht einen einzigen Flüchtling unkontrolliert ins Land lassen darf.

Aber so richtig wird dies wohl erst einleuchten ,wenn wir in Deutschland eine echte Bombenstimmung bekommen. Obwohl, einige werden wohl selbst dann noch Unsinn reden, vor allem wenn sie weit , weit weg sind....und nicht in Deutschland leben.

Natürlich sind die Attentäter von Paris nach ihrer Tat geflüchtet, aus einem Land, in dem sie Anschläge verübt haben. Man könnte auf den Gedanken kommen, daß du hier in einer Traumwelt lebst.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Julian » So 22. Mai 2016, 19:31

frems hat geschrieben:(22 May 2016, 15:14)

Genau mit dieser Logik träumen von Storch und co. davon, jeden Menschen an der Grenze erstmal niederzumetzeln und dann zu schauen, um wen es sich handeln könnte. Aber frag Dich doch mal, ob bei einem vermeintlichen, weglaufenden Ladendieb gleich das Maschinengewehr ausgepackt wird. Es könnte doch ein Terrorist sein!


Wieso diffamierst du die Leute so und unterschiebst ihnen Aussagen, die sie nie getroffen haben? Hast du ansosnten keine Argumente mehr?
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon frems » So 22. Mai 2016, 19:35

Julian hat geschrieben:(22 May 2016, 20:31)

Wieso diffamierst du die Leute so und unterschiebst ihnen Aussagen, die sie nie getroffen haben? Hast du ansosnten keine Argumente mehr?

http://img.welt.de/img/deutschland/orig ... storch.jpg

Erst informieren, dann keifen.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Ein Terraner » So 22. Mai 2016, 19:45

Das sollte hier gut reinpassen, https://www.youtube.com/watch?v=cfqRNJxJvyQ
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Brainiac » Mo 23. Mai 2016, 04:59

[MOD] OT-Beiträge entfernt, Strangthema beachten.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Julian » Mo 23. Mai 2016, 09:14

frems hat geschrieben:(22 May 2016, 20:35)

http://img.welt.de/img/deutschland/orig ... storch.jpg

Erst informieren, dann keifen.


Den Zutritt mit Waffengewalt verhindern und davon träumen, Menschen niederzumetzeln sind unterschiedliche Dinge. Außerdem hat von Storch präzisiert, was sie meint; das ist wohl an dir vorübergegangen - oder vielmehr, du übersiehst es geflissentlich, weil es dir nicht ins Konzept passt.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon zollagent » Mo 23. Mai 2016, 09:18

Nun, sehr unterschiedlich sind diese Dinge eher nicht. Es gibt keinen Grund, auf Flüchtlinge zu schießen. Der Einzige Grund, der dazu berechtigen würde, wäre eine Gefahr für Leib und Leben für die Grenzbewacher. Und diese Gefahr müßte gegenwärtig und unmittelbar sein. Das aber gibt es nicht.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Julian » Mo 23. Mai 2016, 09:30

Im übrigen wird die ganze Angelegenheit in den USA sehr viel extremer gehandhabt. Wer dort nicht den Aufforderungen der Polizei oder der Grenzschützer Folge leistet, muss damit rechnen, erschossen zu werden. Deswegen kommt es an der mexikanisch-amerikanischen Grenze jedes Jahr zu zig Toten.

Das muss man nicht gut finden, sondern kann es gerne kritisieren und beschließen, es für Deutschland anders zu machen. Dennoch aber sind die USA ein demokratischer Rechtsstaat - und selbst, wenn die AfD ein ähnliches Vorgehen für Deutschland gefordert hätte (was sie nicht getan hat), wäre das noch kein Grund, diese Partei als rechtsextrem und menschenverachtend zu bezeichnen. Außer natürlich, dieselben Leute sehen die USA unter Obama auch als rechtsextrem und menschenverachtend. Dann wäre es mal wieder ein Fall deutscher Arroganz.
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Re: AfD: Waffengewalt an der Grenze? Unter welchen Bedingungen?

Beitragvon Julian » Mo 23. Mai 2016, 09:34

zollagent hat geschrieben:(23 May 2016, 10:18)

Nun, sehr unterschiedlich sind diese Dinge eher nicht. Es gibt keinen Grund, auf Flüchtlinge zu schießen. Der Einzige Grund, der dazu berechtigen würde, wäre eine Gefahr für Leib und Leben für die Grenzbewacher. Und diese Gefahr müßte gegenwärtig und unmittelbar sein. Das aber gibt es nicht.


Du hast offenbar noch nie Bilder von der wilden Meute gesehen, die gegen die Grenzzäune in Mazedonien oder Ungarn vorgegangen ist. Selbstverständlich geht von diesen Leuten eine Gefahr aus, zumal, wenn sie Steine auf die Grenzer werfen.

Außerdem muss sich die Gefahr nicht auf die Grenzer selbst beziehen. So wäre es natürlich erlaubt, auf Migranten zu schießen, die man begründet für Kriminelle oder Terroristen hält, auch wenn sie die Grenzer selbst nicht bedrohen.
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