Hilfe ...nur noch CDU...

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frems
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon frems » So 27. Mär 2016, 18:14

Nele28 hat geschrieben:(27 Mar 2016, 13:08)

Ja! Die Farben der Parteien habe sich kräftig durchmischt. Die CDU und leider auch die SPD ist eine ziemlich oppurtune Partei geworden, die für all das steht, um durch die sog. Mitte zu kommen zur Erhaltung der Macht. Mir ist es auch seltsam vorgekommen, dass die Kanzlerin -studierte Physikerin - zunächst die Wende zur Wende propagiert hat mit dem Slogan: Unsere AKW's sind sicher.
Dann der Unfall in Japan. Binnen kurzer Zeit die erneute Wende. Japan denkt nicht daran, sie von den Kernkraftwerken zu verabschieden. Und weltweit befinden sich AKW's hundertfach neue AKW*s im Bau bzw. in der Planung. Auch dort bleibt die Forschung und Entwicklung im Gegensatz zu uns nicht stehen.
Eine kuriose Situation: Ziemlich nahe an der französischen Grenze stehen AKW's. Die Franzosen denken nicht daran, sich von der Atomkraft zu verabschieden.
Und bei uns werden die bewaldeteten Höhenzüge gerodet, um sie massenweise mit Windräder zu verschandeln. Wo ist denn da die Alternative entweder oder?

Fessenheim soll spätestens 2017 vom Netz gehen. Man gerät auch in ein Dilemma, wenn man nicht grenzüberschreitend denken mag, aber zugleich erwartet, dass es entsprechende Gesamtlösungen geben soll, die demokratietheoretisch sehr fragwürdig sind, wenn man das Subsidiaritätsprinzip berücksichtigen will. F&E bleiben bei uns auch nicht stehen. Die Alternative neuer AKW gibt es ja. Sie sind aber nicht durchzusetzen, auch nicht direkt nach einer Wahl. Selbst Schwarz-Gelb hat nicht neue Anlagen in Auftrag gegeben. Und dort ging es nicht um systemische Risiken, sondern wirtschaftliche Abwägungen. Scheinbar sind alle Demonstrationen, Petitionen, Landtagswahlen, Umfragen etc. in der Zeit "nach Fukushima" schon wieder vergessen, obwohl es nicht sonderlich lange her ist. Schade.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Der Neandertaler
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 28. Mär 2016, 11:31

Hallo Elvis Domestos.
Eines entgeht meinem Verständnis:
    Warum beharrst Du so vehement darauf - in Verbindung mit CDU, daß "die Energiewende und die Agenda ... die Knackpunkte" sein werden?
      ... die Energiewende sogar "der Sargnagel der CDU ... die Flüchtlingskrise aber nur temporär"!?
Es ist richtig, daß die CDU stetig in der Wählergunst absteigt - allerdings nicht so stark wie die SPD. Dies liegt einerseits daran, daß es diese Parteien immer stärker zur Mitte hin drängt - ist vielleicht also das Schicksal aller großen Volksparteien. Von der SPD haben sich im Laufe der Zeit die Grünen, sowie später die WASG abgespalten. Beide stehen (noch) ziemlich links der SPD. Das Schicksal ist der CDU (noch) erspart geblieben. Jeweiter die CDU aber zur Mitte rückt (weil sie dort wohlüberlegt ihr Heil vermutet), gibt sie rechtslastige Positionen auf. Diese Position(en) hat nun die AfD besetzt - vergangenheitlich haben sich schon mehrere Parteien deren versucht zu bemächtigen ... alle sind nur zeitweise erfolgreich geblieben - sie haben sich durch innerparteilichen Streit selber dezimiert.
Fazit:
    der Abstieg der CDU dürfte also weniger mit irgendwelchen Wendungen zu tun haben, die, "so wie sie heute dastehen" und diese "konsequent fortgeführt" werden, ... die sodann "der Sargnagel der CDU" sein werden, sondern eher mit den Standort-Positionen.
À propos rechts - links:
    Wir assoziieren heutzutage mit "Rechts" konservatives Denken und Handeln. "Linkes" Denken und Handeln verbinden wir mit Geldverteilen ... mit dem überbordenden Staat und unbegrenzten sozialen Wohltaten dessen.
      (wobei "Konservativ" ja nur "an Bewährtem festhalten" bedeutet. Konservativ könnte also ebenso für die SPD wie auch für die Grünen, ja sogar für die Linkspartei gelten.)
    Es ist Dir aber schon bekannt, daß "Rechts" und "Links" Begriffe der französischen Revolution ... aus der französischen Nationalversammlung von 1789 sind?
      ... also mithin lediglich der Sitzordnung dienten?
Warum also das Geschrei (und die Prognostizierung), daß "die Energiewende und die Agenda (sowie) die Flüchtlingskrise ... der Sargnagel der CDU" sein wird? Wunschdenken?
Ich gebe Dir Recht, "die Energiewende, so wie sie heute dasteht ...," bedarf einer "Neujustierung". Aber weniger auf Seiten von Politik, sondern eher im Umdenken innerhalb Teilen der Bevölkerung.

Ich verstehe nicht ... hab ich noch nie verstanden, daß immer wieder das Argument kommt:
    "Unsere AKWs sind die Sichersten der Welt!" ... und somit ein Befürworten von Atomkraft unterstrichen werden soll.
Mag sein, daß (wie immer wieder mantramäßig hervorgehoben wird) unsere (sicheren) AKWs zugunsten ausländischer (unsichererer) AKWs abgeschaltet werden - stimmt teilweise auch, aber dies Argument klingt in meinen Ohren eher wie ein Pseudo-Argument und scheint nur vorgeschoben zu sein. Damit soll ein unvermeidiches Umdenken vermieden werden. Es vergißt nämlich:
    "Wohin mit dem Abfall?"
Aber zurück zum Thema!

Nichts in der Vergangenheit hat der CDU so sehr geschadet, wie die Zerrissenheit innerhalb der Union selber. (Stichwort: Seehofer und sein vehementes Geschrei nach einer Obergrenze, sowie die Abgrenzung von Klöckner und Wolff.)
    (Seehofer's Fauchen und Springen als bayrischer Löwe klingt heute unglaubwürdiger denn je! ... wie die nachfolgende Landung als berliner Bettvorleger vor Merkel zeigt)
Die Agenda 2010 wird mehrheitlich der SPD angelastet - obwohl die CDU sie teilweise noch schärfer haben wollte. Ebenso sind Maßnahmen (wie Mindestlohn oder Rente mit 65/63, etc.) weniger der SPD zugute gekommen - die CDU, respektive Merkel hat sich dies in die Bücher geschrieben.

Fazit:
    Wenn als die CDU eine "Identitätskrise" erreichen sollte, dann eher wegen unglaubwürdigem Verhalten.
    ... unglaubwürdiges Verhalten:
      was einerseits durch Abgrenzung seitens einiger CDU-Abgeordneter von Merkel hervorgerufen wird, andererseits aber auch wegen der wankelmütigen Standortbestimmung der CDU selber - welche man getrost als populistisch bezeichnen kann, die aber letztlich mitten in der Bevölkerung verankert ist, die aber auch die Stammwählerschaft der CDU teilweise verunsichert ... teilweise auch vergrault.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » Di 29. Mär 2016, 15:08

Der Neandertaler hat geschrieben:(28 Mar 2016, 12:31)
[/list]Warum also das Geschrei (und die Prognostizierung), daß "die Energiewende und die Agenda (sowie) die Flüchtlingskrise ... der Sargnagel der CDU" sein wird? Wunschdenken?
Ich gebe Dir Recht, "die Energiewende, so wie sie heute dasteht ...," bedarf einer "Neujustierung". Aber weniger auf Seiten von Politik, sondern eher im Umdenken innerhalb Teilen der Bevölkerung.


EBEN! Es wird sich ein Umdenken innerhalb der Bevölkerung vollziehen! Die Windradlobby in ihre Schranken zu weisen erscheint vielen buchstäblich als Kampf gegen Windmühlen, was ein Irrtum ist! Bereits jetzt können Kommunen, Bürger und Naturschutzvereine ihre Rechte und die Belange des Naturschutzes durchaus effektiv und erfolgreich verfolgen und gegen die übermächtig scheinenden EEG-Subventionsritter ankämpfen! Wir leben in keinem Junker- und Bauernstaat dem wir uns unterjochen müssen, auch leben wir nicht in einem Europa welches deutsch werden muss, sondern in einem Deutschland, welches europäisch werden muss!

Aufklärung:

http://www.vernunftkraft.de/

NIEDER MIT DEM WINDPAPST

Ich hoffe Ihre Argumentation >> Ich gebe IHNEN (bitte) Recht, "die Energiewende, so wie sie heute dasteht ...," bedarf einer "Neujustierung". Aber weniger auf Seiten von Politik, sondern eher im Umdenken innerhalb Teilen der Bevölkerung. <<, endet nicht in Umerziehung. Bedenken sie bitte, ein "gefühlter Assimilationsdruck" wirkt sich bei Menschen sehr unterschiedlich aus.

Natürlich wird DIESE Energiewende zum Sargnagel der CDU und Merkel wird ihn einhauen, solange man sie lässt!

Wunschdenken? Nein, Realität!
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon harry52 » Do 31. Mär 2016, 15:53

frems hat geschrieben:Die Alternative neuer AKW gibt es ja. Sie sind aber nicht durchzusetzen, auch nicht direkt nach einer Wahl. Selbst Schwarz-Gelb hat nicht neue Anlagen in Auftrag gegeben.

Ja und da lügen die Grünen.
Schwarz/gelb hatte nicht vor, den Ausstieg rückgängig zu machen. Man wollte den Ausstieg anders gestalten. Merkel hat keine 180 Grad Drehung gemacht, sondern maximal so ca. 90 Grad. Es ist seit vielen Jahren hier in Deutschland undurchführbar und undurchsetzbar, neue AKWs zu bauen. Das wäre politischer Selbstmord und würde zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen und >50% für die Grünen bei der nächsten Wahl. Merkel hatte das auch nie vor. Das ist einfach gelogen, wenn Grüne das sagen. Eine reine Wahlkampflüge und Leute verarschen, die sich meist ja nicht durchlesen, was die Parteien in Wahrheit vor haben.

Auch schwarz/gelb wollte aussteigen und bei manchen älteren AKWs schneller sogar als rot/grün zuvor. Bei anderen widerum hätte man es in die Länge gezogen.

Was ich weiterhin den Grünen vorwerfe,
ist, dass sie gar kein Interesse an einer Lösung der Probleme mit AKWs und Müll haben. Sie würden nämlich eines ihrer besten Wahlkampfargumente verlieren. Deswegen lügen sie ja diesbzgl. und werden auch in Zukunft garantiert alles tun, dass der Atommüll ein ungelöstes Problem bleibt.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Boraiel » Do 31. Mär 2016, 16:39

[...]

Das ist ein interessanter Punkt und meiner Ansicht nach korrekt, hier findet eine Umverteilung von Stadt zu Land, von Arbeitnehmer zu landbesitzenden Bauer statt, denn viele Solaranlagen stehen auf den großen Ställen der Bauern. Allerdings halte ich das nicht für problematisch für die CDU, denn Bauern sind schon häufig Stammwähler der Union und es kommt Geld in die Gebiete, in denen Union-Wähler vorherrschen (in der Stadt hat die CDU ja eher Probleme). Zwar findet in der Tat eine gewisse Umverteilung von arm nach reich statt, aber und das ist nicht zu unterschätzen fließt auch durch die Energiewände weniger Geld ins Ausland. Laut http://www.baerbel-hoehn.de/fileadmin/media/MdB/baerbelhoehn_de/www_baerbelhoehn_de/bukold-fossile-importkosten-endfassung.pdf sind von 2000-2012 742 Mrd. Euro für fossile Energieträger ins Ausland geschlossen, wenn man darauf mehr und mehr verzichten kann, erhöht das den Reichtum in dieser Gesellschaft insgesamt ungemein.
Zuletzt geändert von Brainiac am Do 31. Mär 2016, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: [MOD] Zitat eines entfernten Beitrags
Zeit für mehr Kompetenz.
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » Do 31. Mär 2016, 18:25

Boraiel hat geschrieben:(31 Mar 2016, 17:39)

Das ist ein interessanter Punkt und meiner Ansicht nach korrekt, hier findet eine Umverteilung von Stadt zu Land, von Arbeitnehmer zu landbesitzenden Bauer statt, denn viele Solaranlagen stehen auf den großen Ställen der Bauern. Allerdings halte ich das nicht für problematisch für die CDU, denn Bauern sind schon häufig Stammwähler der Union und es kommt Geld in die Gebiete, in denen Union-Wähler vorherrschen (in der Stadt hat die CDU ja eher Probleme). Zwar findet in der Tat eine gewisse Umverteilung von arm nach reich statt, aber und das ist nicht zu unterschätzen fließt auch durch die Energiewände weniger Geld ins Ausland. Laut http://www.baerbel-hoehn.de/fileadmin/media/MdB/baerbelhoehn_de/www_baerbelhoehn_de/bukold-fossile-importkosten-endfassung.pdf sind von 2000-2012 742 Mrd. Euro für fossile Energieträger ins Ausland geschlossen, wenn man darauf mehr und mehr verzichten kann, erhöht das den Reichtum in dieser Gesellschaft insgesamt ungemein.


>modifiziertes Zitat:
Es mag zutreffen das dadurch weniger Geld ins Ausland abfließt, aber es birgt auch die Gefahr einer Neo- Herrschaft, die sich früher durch aristokratische Traditionen gestützt sah und heute wieder auf neuen Stühlen Platz nimmt, früher Junker, heute Windmüller. Ihren Profit bezogen die Junker vornehmlich aus der Landwirtschaft sowie deren Peripherie. Die monopolartige Stellung in diesem Ressort versuchten die Junker im gesamten Reich erfolgreich zu behaupten. Zunehmend hinderlich war der Einfluss, den die Junker darstellten, da sich aus ihrer Mitte auch die politische Elite herausbildete, und diese Gruppe die Weichen für ihren Fortbestand zu sichern wusste. Das Durchsetzen agrarpolitischen Positionen, auch auf Kosten der Industrie, ließ diese Gruppe jedoch mehr und mehr in Kritik geraten und das Wort Junker oder Junkertum bekam einen faden Beigeschmack, welches sich im 19. Jahrhundert zu einer Art Schimpfwort für dessen Gegner entwickelte.
Genau an diesem Punkt setzt auch Max Weber seine Kritik an und sieht in den Junkern ein Gefahrenpotential, das der Nation und ihren imperialen Bestrebungen entgegen wirkt. (inhaltlich aus Max Weber und das Junkertum als neuralgischer Punkt im deutschen Kaiserreich; Einleitung). Ende<
Nun sind wir nicht im Kaiserreich, aber die Ähnlichkeiten sind verblüffend. Junkertum und Herrengehabe brodeln unter einer dünnen Kruste nirgends stärker, Deutschland beginnt wieder dort, wo die Probleme von früher begannen.

>Hilfe... nur noch CDU< heißt auch, Merkel und ihre Jünger die so fest miteinander verbunden sind wie Windmühle und EEG, sie sind abhängig voneinander.
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Brainiac » Do 31. Mär 2016, 19:30

[MOD] Das Thema dieses Stranges ist etwas diffus, aber es haben sich interessante Teildiskussionen entwickelt, deswegen lasse ich das mal so laufen.
Persönliche Angriffe gehören allerdings nicht dazu, einen habe ich entfernt und erwarte Mäßigung, auch wenn einen gewisse Themen emotional außerordentlich bewegen.
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » Fr 1. Apr 2016, 13:35

Der Neandertaler hat geschrieben:(28 Mar 2016, 12:31)

Aber zurück zum Thema!

Nichts in der Vergangenheit hat der CDU so sehr geschadet, wie die Zerrissenheit innerhalb der Union selber. (Stichwort: Seehofer und sein vehementes Geschrei nach einer Obergrenze, sowie die Abgrenzung von Klöckner und Wolff.)
    (Seehofer's Fauchen und Springen als bayrischer Löwe klingt heute unglaubwürdiger denn je! ... wie die nachfolgende Landung als berliner Bettvorleger vor Merkel zeigt)
Die Agenda 2010 wird mehrheitlich der SPD angelastet - obwohl die CDU sie teilweise noch schärfer haben wollte. Ebenso sind Maßnahmen (wie Mindestlohn oder Rente mit 65/63, etc.) weniger der SPD zugute gekommen - die CDU, respektive Merkel hat sich dies in die Bücher geschrieben.


Nicht die CSU wird drastisch einsacken, sondern die CDU. Seehofers Äußerungen entsprachen eher dem Gedankengut der Unionsbasis, Merkel wirkte eher reaktiv und überfordert.

Der Neandertaler hat geschrieben:(28 Mar 2016, 12:31)
Fazit:
    Wenn als die CDU eine "Identitätskrise" erreichen sollte, dann eher wegen unglaubwürdigem Verhalten.
    ... unglaubwürdiges Verhalten:
      was einerseits durch Abgrenzung seitens einiger CDU-Abgeordneter von Merkel hervorgerufen wird, andererseits aber auch wegen der wankelmütigen Standortbestimmung der CDU selber - welche man getrost als populistisch bezeichnen kann, die aber letztlich mitten in der Bevölkerung verankert ist, die aber auch die Stammwählerschaft der CDU teilweise verunsichert ... teilweise auch vergrault.


Ich denke die Abgrenzung seitens einiger CDU- Spitzen von Merkel, wie zum Beispiel Frau Klöckners Äußerungen im RLP- Wahlkampf (es waren eher Seehofer- Klänge) waren keine Distanzierungen, sondern bewusste Taktik die von ganz oben abgesegnet wurde, eben von Frau Merkel! Beweise habe ich dafür keine, aber es ist sehr nahe liegend, da Merkel und Klöckner einen guten Draht zueinander haben. Aus dieser These ergibt sich eine Beliebigkeit die eine Machtsicherung vorsieht, aber keine Haltung, schon gar keine konservative Haltung. Merkel ist der Untergang der CDU, nicht Seehofer!
Zusätzlich wird die sich konstituierende grün-schwarze Koalition in BW problematisch für die CDU- Substanz und wird viele langjährige CDU- Mitglieder vergraulen. Natürlich geht grün-schwarz, Beliebigkeit eben! Man wird es hinbiegen, und wer sollte dann nicht besser zueinander passen, eben die Klimakanzlerin und ihre Jünger plus die Umbauer Nr. 1 der Kultur- und Naturlandschaft Deutschlands, die Grünen. Wären beide Parteien im Blochschen Sinne konkrete Utopisten, die Versuch und Irrtum anerkennen und über Dialog einen Konsens der Mitte bilden würden, dann wäre es eine spannende Partnerschaft, leider trifft hier aber Beliebigkeit auf Ideologie, eine gefährliche Mischung.
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Der Neandertaler » Fr 1. Apr 2016, 16:35

Hallo Elvis Domestos.
Ich liebe es, wenn Leute sich klar und deutlich ausdrücken! Wenn jemand von mir gesiezt werden möchte, soll und muß er es nur sagen, aber eine Äußerung, wie etwa: "Ich gebe IHNEN (bitte) Recht, ..." führt unter Umständen zu Misverständnissen ... es erscheint mir wie ein Abschied auf Raten.
    ...darüberhinaus birgt es sehr viel Unsicherheit.
Aber zurück ... marsch, marsch ... zum Thema!

Ich hatte eigentlich nicht vor, mich über den Sinn und/oder Unsinn der Energiewende zu unterhalten - dies überlasse ich gerne anderen Wendehälsen, mir ging es lediglich darum aufzuzeigen, daß ein "Weiter-so" (unter Anderem ja wohl: auch mit der Kernenergie) auf Dauer wohl wenig sinnvoll erscheint.
    (schon alleine wegen der ungelösten Frage der Abfallentsorgung)
Ob es nun diese oder eine andere Energiepolitik sein soll ... sein muß, erscheint mit ebenso mehr oder weniger gute Grundlage eines sinnvollen Diskurses zu sein. Was ich aber darüberhinaus nicht unbedingt nachvollziehen kann, ist die Tatsache, daß man diese Energiewende (wie auch schon die Agenda 2010) mit dem Schicksal einer (einzelnen) bestimmten Partei verknüpft. Es scheint Konsens zu sein ... oder es ist weitgehend Konsens (fast) aller Parteien, daß oben genanntes "Weiter-so" nicht zielführend und innovativ ist - in Bezug auf alle Belange: Atomkraft, Sozialpolitik, und, und, und.

Bei aller (sinnvollen und berechtiger) Kritik:
    ich gewinne zunehmend den Eindruck, daß bei dem ein oder anderen Zeitgenossen irgendwie der Weitblick abhanden gekommen ist.
    Es ist weitgehend "normal", daß der Mensch gerne das beibehalten möchte, was sich über Jahre hinaus bewährt hat: er möchte, daß alles so bleibt wie es ist - dies ist verständlich. Es führt aber zeitweise zu einer gewißen "Betriebsblindheit". Aufgabe von Politik ist es aber nunmal, sich diesen oder jenen Fragen zu stellen ... sich mit diesen oder jenen Fragen zu befassen, die momentan (noch) nicht jeder auf dem Schirm hat. Dieses (als Richtig erkannte) seitens Politik umzusetzen ... oder anfangen umzusetzen, wird dann, wenn es mit dem, was innerhalb der Bevölkerung (noch) nicht Konsens ist, ... dieses wird immer Widerstand hervorrufen ... zunehmend auch Unmut.
    Dieses aber nun diesen Teilen der Bevölkerung zu verdeutlichen ("... bis es auch der Letze verstanden hat, ...") hat nicht zwingend etwas mit "Umerziehung" zu tun ... oder mit "Bevormundung" - wie es durchaus verstanden werden kann ... und zunehmend auch verstanden wird, sondern: es ist Teil der Realität ... der notwendigen Realität.
Herr Demostos, Sie sollten dochmal lernen, richtig zu lesen und das Gelesene auch richtig zu verstehen! Ich habe in meinem Satz: "Nichts in der Vergangenheit hat der CDU so sehr geschadet, wie die Zerrissenheit innerhalb der Union selber." von der Union als Ganzes gesprochen, respektive geschrieben - nicht von der CSU. Die CSU kam nur deshalb in's Spiel, als daß ich Seehofer als Beispiel mit angeführt habe.
    ("Seehofer's Fauchen und Springen als bayrischer Löwe ...")
      (dieser fehlende Weitblick bezog sich nicht nur auf Normalsterbliche ... auch auf Politiker)
In Bezug auf "die CDU- Substanz ... langjährige CDU- Mitglieder vergraulen.":
    Dieses "Vergraulen" brauchen wir nicht nur auf CDU-Mitglieder beziehen - wir können es auf jeden potenziellen Wähler beziehen.
    Wenn ich eine Partei wähle erwarte ich auch tatsächlich ... und mit Recht, daß diese Partei auch ihre Wahlversprechen (und ihr Wahlprogramm) umsetzt. Da wir aber mittlerweile vier bzw. fünf Fraktionen ... Parteien in den jeweiligen Parlamenten haben, kann wohl kein logisch denkender Mensch davon ausgehen, daß diese oder jene Partei soviel Stimmen bekommt, daß sie alleine regieren kann. Ich kann doch nicht solange wählen lassen, bis daß das Ergebnis stimmt - also wird sich wohl oder übel eine Koalition bilden müssen. Eine Koalition heißt aber immer: Kompromis!
Wer dieses System immer noch nicht verstanden hat, hat einiges verpaßt. Dies gilt besonders dann, wenn es um Regierungsbeteiligung geht. ... darum, Veränderungen mitzubestimmen: "wohin die Reise geht!" Aber das, was Sie als "Beliebigkeit" erkannt zu haben und meinen, es brandmarken zu müssen, entspricht aber eher einer "Beliebigkeit" im Sinne von Real-Politik. Politik ... demokratisch gesinnte Politik lebt nunmal vom Kompromis! Deshalb wird sich auch die CDU-Basis diesem Grünen/CDU-Bündnis nicht verweigern ... nicht verweigern können. Ob dies "der (weitgende) Untergang der CDU" ist, bleibt dahin gestellt. Merkel ist es jedenfalls nicht!
Wenn es so sein sollte, daß ein schlechter Partei-Vorsitzender der Untergang der selbigen Partei wäre, ... es dürfte die SPD schon lange nicht mehr geben - Gabriel schadet der SPD mehr, als er ihr nützt!
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Elvis Domestos

Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » So 3. Apr 2016, 00:25

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)

Hallo Elvis Domestos.
Ich liebe es, wenn Leute sich klar und deutlich ausdrücken! Wenn jemand von mir gesiezt werden möchte, soll und muß er es nur sagen, aber eine Äußerung, wie etwa: "Ich gebe IHNEN (bitte) Recht, ..." führt unter Umständen zu Misverständnissen ... es erscheint mir wie ein Abschied auf Raten.
    ...darüberhinaus birgt es sehr viel Unsicherheit.

werter Neander,
Eine Unsicherheit zwischen Nähe und Distanz wirft die Frage auf, was liegt zwischen Sie und Du. Wer offline ein Du am unrechten Ort wählt, bestimmt die Zudringlichkeit oder will gar Beleidigen und reißt einseitig die Distanz ein, wer aber höflichst ein Sie gewährt, bekundet Respekt, was der deutschen Sprache einer besonderen Form der Höflichkeit zukommen lässt. Das Sie ist gewissermaßen eine sprachlicher Errungenschaft.

Aber still gestanden komme ich Etappenweise zurück zum Thema: >Hilfe... nur noch CDU<

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
Ich hatte eigentlich nicht vor, mich über den Sinn und/oder Unsinn der Energiewende zu unterhalten - dies überlasse ich gerne anderen Wendehälsen, mir ging es lediglich darum aufzuzeigen, daß ein "Weiter-so" (unter Anderem ja wohl: auch mit der Kernenergie) auf Dauer wohl wenig sinnvoll erscheint.
    (schon alleine wegen der ungelösten Frage der Abfallentsorgung)
Ob es nun diese oder eine andere Energiepolitik sein soll ... sein muß, erscheint mit ebenso mehr oder weniger gute Grundlage eines sinnvollen Diskurses zu sein. Was ich aber darüberhinaus nicht unbedingt nachvollziehen kann, ist die Tatsache, daß man diese Energiewende (wie auch schon die Agenda 2010) mit dem Schicksal einer (einzelnen) bestimmten Partei verknüpft. Es scheint Konsens zu sein ... oder es ist weitgehend Konsens (fast) aller Parteien, daß oben genanntes "Weiter-so" nicht zielführend und innovativ ist - in Bezug auf alle Belange: Atomkraft, Sozialpolitik, und, und, und.


Der Sinn der Energiewende ist mitnichten nur die Beseitigung der atomaren Gefahr, es ist auch eine Veränderung der Machtverhältnisse, was auch für die Agenda zutrifft. Da steht ein leiernder Konsens über dem, wie es sich wirklich anfühlt, Mieten werden mit dem Werkzeug der energetischen Sanierung unbezahlbar und ein langes Arbeitsleben schützt nicht mehr vor drohender Altersarmut, Verwaltung herrscht und freie Gestaltung wird minimiert. Die Agenda wird hauptsächlich der SPD angelastet, dieses ist richtig, aber die CDU trägt so gut wie nichts dazu bei diesen Verwaltungsklotz in Frage zu stellen und eine Diskussion aufzubauen. Kreativ werden sie nur, wenn es um indirekte Verteilungen von Subventionen an den Mittelstand geht, was nicht die Mittelschicht ist, wie ich es bereits weiter oben erwähnt hatte. Dieses verschärft sich mit der Energiewende enorm, dessen unangefochtene Anführerin nun mal die Klimakanzlerin ist. Spöttisch könnte ich schreiben, sie bezahlt ihre Wähler.
Das Schicksal der SPD ist noch nicht besiegelt, ihre mögliche Wiederauferstehung als größte deutsche Volkspartei oberhalb der Union ist keine Utopie, sondern brachliegendes Potenzial in der Wählerschaft, zugegeben, Gabriel wird dieser Wurf wohl nicht gelingen, dafür schafft Merkel bei der CDU aber das, was der SPD schon widerfahren ist, eine Spaltung ihrer Basis! Nicht wenige attestieren ihrer Kanzlerin dabei typisch deutsche Negativeigenschaften (es gibt nicht nur deutsche Tugenden), Unbeirrbarkeit und fehlende Demut. Das ist mMn nicht mehr reparabel, sondern erst der Anfang. Die AFD ist ein Ergebnis davon, ob Europolitik oder Flüchtlinge, Energiewende oder drohende Altersarmut, die Unbeirrbarkeit des leiernden Konsens kostet Tribut.
Wie ich es bereits schrieb, ihre Angst vor dem Atommüll/der atomaren Gefahr teile ich, die Antwort darauf finde ich menschenverachtend!


Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
Bei aller (sinnvollen und berechtiger) Kritik:
    ich gewinne zunehmend den Eindruck, daß bei dem ein oder anderen Zeitgenossen irgendwie der Weitblick abhanden gekommen ist.

Womit wir bei den altbekannten Themen sind, genau dieser fehlenden Weitblick wird Merkel vorgeworfen, und das zunehmend aus den eigenen Reihen, manchmal sogar ein fehlender Rückblick.


Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
Dieses aber nun diesen Teilen der Bevölkerung zu verdeutlichen ("... bis es auch der Letze verstanden hat, ...") hat nicht zwingend etwas mit "Umerziehung" zu tun ... oder mit "Bevormundung" - wie es durchaus verstanden werden kann ... und zunehmend auch verstanden wird, sondern: es ist Teil der Realität ... der notwendigen Realität.

Realität können wir fühlen, Seligkeit und Unseligkeit wären ein Maßstab dafür.

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
Herr Demostos, Sie sollten dochmal lernen, richtig zu lesen und das Gelesene auch richtig zu verstehen! Ich habe in meinem Satz: "Nichts in der Vergangenheit hat der CDU so sehr geschadet, wie die Zerrissenheit innerhalb der Union selber." von der Union als Ganzes gesprochen, respektive geschrieben - nicht von der CSU. Die CSU kam nur deshalb in's Spiel, als daß ich Seehofer als Beispiel mit angeführt habe.
    ("Seehofer's Fauchen und Springen als bayrischer Löwe ...")

Was solls, nehmen sie mir mein mangelndes Lese-Verständnis nicht allzu übel, die Flüchtlingskrise wird sich verflüchtigen und wir werden uns den kommenden Aufgaben stellen müssen.

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
    (dieser fehlende Weitblick bezog sich nicht nur auf Normalsterbliche ... auch auf Politiker)
In Bezug auf "die CDU- Substanz ... langjährige CDU- Mitglieder vergraulen.":
    Dieses "Vergraulen" brauchen wir nicht nur auf CDU-Mitglieder beziehen - wir können es auf jeden potenziellen Wähler beziehen.
    Wenn ich eine Partei wähle erwarte ich auch tatsächlich ... und mit Recht, daß diese Partei auch ihre Wahlversprechen (und ihr Wahlprogramm) umsetzt.


.. bis 2030 den Antrieb mit fossilen Brennstoffen zu beenden? Radikal: >Wollt ihr die totale Energiewende..?< Wenn dem so sein sollte, die Nebenwirkungen dieser Radikalität, die werden wir fühlen als Realität.

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Apr 2016, 17:35)
Da wir aber mittlerweile vier bzw. fünf Fraktionen ... Parteien in den jeweiligen Parlamenten haben, kann wohl kein logisch denkender Mensch davon ausgehen, daß diese oder jene Partei soviel Stimmen bekommt, daß sie alleine regieren kann. Ich kann doch nicht solange wählen lassen, bis daß das Ergebnis stimmt - also wird sich wohl oder übel eine Koalition bilden müssen. Eine Koalition heißt aber immer: Kompromis! Wer dieses System immer noch nicht verstanden hat, hat einiges verpaßt. Dies gilt besonders dann, wenn es um Regierungsbeteiligung geht. ... darum, Veränderungen mitzubestimmen: "wohin die Reise geht!" Aber das, was Sie als "Beliebigkeit" erkannt zu haben und meinen, es brandmarken zu müssen, entspricht aber eher einer "Beliebigkeit" im Sinne von Real-Politik. Politik ... demokratisch gesinnte Politik lebt nunmal vom Kompromis! Deshalb wird sich auch die CDU-Basis diesem Grünen/CDU-Bündnis nicht verweigern ... nicht verweigern können. Ob dies "der (weitgende) Untergang der CDU" ist, bleibt dahin gestellt. Merkel ist es jedenfalls nicht!
Wenn es so sein sollte, daß ein schlechter Partei-Vorsitzender der Untergang der selbigen Partei wäre, ... es dürfte die SPD schon lange nicht mehr geben - Gabriel schadet der SPD mehr, als er ihr nützt!


Opposition muss nicht Systemrelevant sein, dass haben die Grünen uns vorgemacht. Ein neues System wird und wurde installiert, eine Systemkritik wird sich etablieren. Scheitern wird die Demokratie daran nicht, aber stets wird sie begleitet von Kräften, die ihre Machtpositionen festigen und ausbauen wollen.
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Der Neandertaler » So 3. Apr 2016, 11:25

Hallo Elvis Domestos.
Ich hatte mal einen Disponenten, der sprang offensichtlich zwischen dem DU und dem SIE demenziös hin und her - so erschien es mir. Bis ich eines Tages dahinterkam, daß er das DU (was im Speditionsbereich üblich ist) ... daß er dies solange benutzte, bis er sich über jemanden oder über etwas geärgert hat - dann ging es mit dem SIE weiter. Nun mag es so sein, daß er bei weiterer Benutzung des DU einige Beleidigungen ausgesprochen hätte, und daß er eben dies vermeiden wollte und deshalb zum SIE überging.
    (DU Arschl... klingt persönlicher und realistischer, als SIE Arschl... - hört sich aber grammatikalisch korrekter an)
... mag sein, aber seit dieser Zeit bin ich etwas sensibel, wenn jemand plötzlich zum SIE übergeht.

À propos Respekt:
    Respekt hat wohl weniger mit der Anrede ... mit DU oder SIE zu tun. Das Englische kennt nicht ohne Grund nur "YOU". Respekt genießt bei mir erstmal jeder - dauerhaften Respekt muß man sich erarbeiten. Ich SIEze meinen Chef, obwohl ich ihn mittlerweile für eine jugendlichen Zahlenjoungleur halte - der gerade von der UNI gekommen ist - aber CHEF ....?
Polizisten, die mich kontrolliern, DUze ich auch - ich habe deshalb bisher aber auch noch nie Probleme gehabt, obwohl man sagt, daß dies DU gegenüber einem Beamten eine Beleidigung darstellen würde ... könnte. Respekt ist also in keinster Weise von der Anrede abhängig. Es scheint eben doch so zu sein, daß der Ton die Musik macht!?!
Das, was Sie gewissermaßen als "eine sprachlicher Errungenschaft" erahnen, ist in meinen Augen eher ein Zeichen von vermindertem Selbstwertgefühl ... von Unsicherheit - aber auf keinen Fall von Respektlosigkeit der Gegenseite.

Gerade in Foren, wie diesem - wo man Gedanken austauscht, bin ich nicht davon ausgegangen, daß der Ein oder Andere mehr Wert ist ... daß der Eine studierter ist, als der Rest. So wie jeder, der meint, etwas sagen zu müssen - er aber zu der Überzeugung gerät, ihm würde vermeintlich niemand zu hören und er deshalb zu unmöglichen Vergleichen anhebt ... anheben muß (NAZI-Vergleiche etwa), so scheint es immer wiederum einige zu geben, die meinen: wenn sie auf dem SIE bestehen würden, bekämen sie mehr Respekt.

Dies sollte es aber mit dem Ausflug in die Niederungen des Respekts mittels Anrede gewesen sein - demnächst behandele ich gerne unser Thema weiter.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Elvis Domestos

Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » So 3. Apr 2016, 13:29

Der Neandertaler hat geschrieben:(03 Apr 2016, 12:25)

Hallo Elvis Domestos.
Gerade in Foren, wie diesem - wo man Gedanken austauscht, bin ich nicht davon ausgegangen, daß der Ein oder Andere mehr Wert ist ... daß der Eine studierter ist, als der Rest. So wie jeder, der meint, etwas sagen zu müssen - er aber zu der Überzeugung gerät, ihm würde vermeintlich niemand zu hören und er deshalb zu unmöglichen Vergleichen anhebt ... anheben muß (NAZI-Vergleiche etwa), so scheint es immer wiederum einige zu geben, die meinen: wenn sie auf dem SIE bestehen würden, bekämen sie mehr Respekt.

Dies sollte es aber mit dem Ausflug in die Niederungen des Respekts mittels Anrede gewesen sein - demnächst behandele ich gerne unser Thema weiter.


hallo neander,
>>Some like it hot<<, die Überschrift eines Artikels in der Wochenzeitung >die Zeit< vom 17. März zeigte exemplarisch die neue Radikalität der Mitte, dessen übermäßiges Sendungsbewusstsein von den Grünen ausgeht, dabei Unbeirrbar und ohne Demut, so wie die Redaktion der Zeit selbst, die diesen radikalen Artikel kommentarlos veröffentlichte. Nach Hitler und der DDR der größte Versuch einer Systemumwälzung- und Aneignung, die Energiewende, dessen Plan vorsieht, dass Klima zu retten. Dabei ist sogar ein verklauselisierter` Erpressungsversuch in der Gesetzgebung auszumachen, anders kann ich das Resümee von Prof. Schwintowski aus seiner rechtswissenschaftlichen Analyse zum Fördersystem des erneuerbare-Energien-Gesetzes nicht verstehen:
Zitat:
Resümee
Die Analyse zeigt, dass das EEG 2014 sowohl aus verfassungs- als auch aus europarechtlicher Perspektive Funktionsdefizite und zwar in der Modellierung (Gesetzesarchitektur) aufweist. Verfassungsrechtlich handelt es sich beim EEG-Fördersystem nicht um eine Preisregulierung, wie der BGH annimmt, sondern um eine (verdeckte) Steuer. Darüberhinaus fehlt in der Gesetzesarchitektur sowohl eine Amortisations- als auch eine Marktfähigkeitsklausel. Europarechtlich handelt es sich bei der EEG-Umlage um eine Abgabe im Sinne der Artt. 30, 110 AEUV für die es keinerlei Rechtfertigung innerhalb des Vertrages gibt. Deshalb ist auch die Freistellungsentscheidung durch die Kommission für das EEG 2014 nicht haltbar. Das
Argument des EuGH in Sachen Ålands, wonach eine fehlende Harmonisierung im Bereich der europäischen Fördersyteme für grünen Strom die primarrechtlich garantierte Warenverkehrsfreiheit (Art. 34 AEUV) partiell verdrängt, ist mit dem geltenden Europarecht nicht zu vereinbaren. Vielmehr ist zu beachten, dass sich die Europäisierung des Energierechtes und damit auch der Fördersysteme für erneuerbare Energien, aus der konsequenten Anwendung der Warenverkehrsfreiheit
(Art. 34 AEUV) automatisch ergibt. Bei alledem ist zu beachten, dass das europäisch gesetzte Ziel, im Jahr 2020 18% der Bruttoendenergie aus grünem Strom zu gewinnen, in Deutschland längst erreicht ist. Ein nationales System, das ausländische Grünstromerzeuger benachteiligt, ist oberhalb dieser europäisch gesetzten Grenze nicht mehr rechtfertigungsfähig. Das gilt darüberhinaus für das gesamte EEG-Fördersystem, da es im Verhältnis zum europäischen Emissionhandelssystem redundant ist, folglich leerläuft. Eine Klima- und Umweltschutzwirkung kann das EEGSystem nicht erreichen.
Das EEG-Fördersystem ist somit für das Erreichen der europäischen Klimaschutzziele weder erforderlich noch geeignet, sondern stattdessen unverhältnismäßig. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Erzeuger grünen Stroms in anderen Mitgliedstaaten Anspruch auf die EEG-Umlage ebenso wie inländische Erzeuger haben. Dies ist eine unmittelbare Wirkung aus der Anwendung des Art. 34 AEUV, auf die sich jeder Grünstromerzeuger im europäischen Ausland vor nationalen Gerichten berufen und Vorabentscheidung durch den EuGH (Art. 267 AEUV) verlangen kann. Zugleich bedeutet dies, dass die beihilferechtliche Freistellung, die die Kommission dem EEG 2014 gewährt hat, sich auch auf Erzeuger grünen Stroms in anderen europäischen Mitgliedstaaten erstreckt. ZITATENDE

-------------------------------------------------------> Some like it hot < !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wie ich Ihnen bereits schrieb, die Systemaneignung, oder eine Systemänderung bewirkt zwangsläufig eine Systemkritik, die die >Hilfe...nur noch CDU< in einer Demokratie ertragen muss. Natürlich wird sie es ertragen können, aber sie wird es nicht in alter Stärke überleben, sondern ihren Statut als Volkspartei neu interpretieren müssen, ich fürchte sie wird sich weiter radikalisieren und den Konsens der Mitte zukünftig verfehlen.

Das Sie an Sie bleibt, wie es hier im ganzen Faden zu finden ist und ab nun an nur noch von mir benutzt wird. Genießen sie also meinen Respekt.
Und ja, andere Sprachen haben diese Errungenschaft nicht. >Ihr-euer-sie<, galt der hoheitlichen Ansprache und wurde in die Alltagssprache übernommen, keine andere Sprache schaffte dieses, eine Errungenschaft die m.E. nur der deutschen Sprache zukommt.

Mit freundlichen Gruß

ihr elvis :)
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Der Neandertaler
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Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Der Neandertaler » So 3. Apr 2016, 20:53

Hallo Elvis.
Die Energiewende spült natürlich neue Firmenstrukturen an's Tageslicht. Strom wird nicht (mehr) nur von den Energieriesen produziert und verkauft - zunehmend sind dies kommunale Anbieter ... bishin zu Bürgerinitiativen, die Strom in Eigenregie liefern. Von daher ist jedwede Änderung einer gewachsenen Struktur, letztlich auch eine "Veränderung der Machtverhältnisse". Von alleinigem "Sinn der Energiewende (ausschließlich zur) Beseitigung der atomaren Gefahr" habe ich nie geredet.
Es ist leider immer das gleiche Spiel:
    ich erwarte von niemandem, daß er alles glaubt, was ich so laufend von mir gebe (würd ich ja auch nicht tun, wenn ich mich nicht schon länger kennen würde), aber was ich glaube erwarten zu dürfen, ... daß mein Gegenüber das liest und zur Kenntnis nimmt, was ich geschrieben habe.
      ... aber auch nur das und nicht etwas hinein interpretiert, was ich nie geschrieben habe.
        ... oder das, was er lesen will.
Der Neandertaler hat geschrieben:..., daß ein "Weiter-so" (unter Anderem ja wohl: auch mit der Kernenergie) auf Dauer wohl wenig sinnvoll erscheint. (schon alleine wegen der ungelösten Frage der Abfallentsorgung)
Ich finde es auch nicht ganz schlecht, wenn einige Monopole weitgehend zerschlagen werden - es belebt das Geschäft. Es kann nicht sein, daß dieser Wirtschaftszweig für einige wenige Firmen weiterhin wie eine Gelddruckmaschenerie wahrgenommen wird.
    Erst werden Atomkraftwerke beim Bau mit Steuergelder subventioniert - später wird die Abfallbeseitigung zuerst voll aus Steuergeldern bezahlt ... auch später bezahlen diese Firmen nur einen Teil dessen, was die Abfallbeseitigung kosten würde. Klar, daß dadurch der Strom letztlich billiger angeboten werden kann. Begleichen müssen diese Kosten letztlich die Steuerzahler. Würden also alle Kosten mit eingerechnet, könnten Energiegegner nicht ständig ihr Mantra vom billigem Atomstrom singen.
Aber wie gesagt:
    dies soll nicht unser Thema sein.
      ...ist es wohl auch nicht!?
Elvis Domestos hat geschrieben:Womit wir bei den altbekannten Themen sind, genau dieser fehlenden Weitblick wird Merkel vorgeworfen, und das zunehmend aus den eigenen Reihen, manchmal sogar ein fehlender Rückblick.
Teilweise bin ich mit Ihnen bei dieser Aussage. Ich werfe Frau Merkel auch teilweise ihre Sprunghaftigkeit vor - was mit Recht zu einigem Unmut führt ... ob in der Partei oder in der Wirtschaft.
Ich muß auch kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, daß sich die Parteienlandschaft ändert - ist ja schon voll im Gange.
    ... eventuell auch durch (Ab)Spaltung der CDU.
Warum sollte die CDU als letzte Volkspartei von dieser Entwicklung verschont bleiben? Aber die CDU wird nicht untergehen - das schafft noch nicht mal Merkel.
Elvis Domestos hat geschrieben:... die Systemaneignung, oder eine Systemänderung bewirkt zwangsläufig eine Systemkritik
Das ungehinderte Aussprechen einer eigenen Meinung ist in Demokratien ein Grundrecht - sei diese Meinung auch noch so ungebührlich und dumm. Eine Demokratie muß dies aushalten ... sie hält dies auch aus.
    (siehe: AfD, PEGIDA, NPD, ect.)
Ich habe mir nochmal den Eingangsbeitrag durchgelesen - ehrlich gesagt, mir ist nicht ganz deutlich, worum wir nun noch diskutieren?
Nebenbei: ich unterhalte mich gerne über jedes Thema ... mit jedem ... zu jeder Zeit, aber ... in bezug auf Systemkritik:
    ich kann nur etwas kritisieren (und dessen Abschaffung fordern), wenn ich nachweißlich eine Alternative habe ... eine realistische Alternative.
Diese sehe ich aber nicht!

Winston Churchill äußerte sich mal dahingehend:
    "Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."
Eine Alternative zur Marktwirtschaft ... zum Kapitallismus: Planwirtschaft ... Kommunismus ... Sozialismus - wer will das?
Fehler müssen benannt und ausgebügelt werden - KLAR! Ich bin auch nach wie vor der Meinung, daß man mit Kritikern reden soll und muß, aber wie gesagt:
    ich sehe keine realistische Alternative ... nicht wirklich!
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Elvis Domestos

Re: Hilfe ...nur noch CDU...

Beitragvon Elvis Domestos » Mo 4. Apr 2016, 01:02

Der Neandertaler hat geschrieben:(03 Apr 2016, 21:53)

Nebenbei: ich unterhalte mich gerne über jedes Thema ... mit jedem ... zu jeder Zeit, aber ... in bezug auf Systemkritik:
    ich kann nur etwas kritisieren (und dessen Abschaffung fordern), wenn ich nachweißlich eine Alternative habe ... eine realistische Alternative.
Diese sehe ich aber nicht!

Winston Churchill äußerte sich mal dahingehend:
    "Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."
Eine Alternative zur Marktwirtschaft ... zum Kapitallismus: Planwirtschaft ... Kommunismus ... Sozialismus - wer will das?
Fehler müssen benannt und ausgebügelt werden - KLAR! Ich bin auch nach wie vor der Meinung, daß man mit Kritikern reden soll und muß, aber wie gesagt:
    ich sehe keine realistische Alternative ... nicht wirklich!


Die realistische Alternative sehe ich auch nicht, sondern einen politischen Fluchtpunkt im rechten Rand, der die Komfortzone der Mitte, welche es niemals geben darf, attackieren wird. Ein normales Spiel der Kräfte, dessen Wirkungsräume von der radikalen Mitte selbst neu gestaltet wurden, durch einen leiernden Konsens in den meisten großen Fragen UND eben einer real fühlbaren Systemumstellung durch die Mitte selbst. >Hilfe... nur noch CDU< heißt ständige Begegnung mit ihr, ob Windmühle, Flüchtlingscontainer oder Euronen, die Neuausrichtung, manche nennen es auch Modernisierung, der wohl bemerkt konservativen Union, lässt sich an jeder Ecke spüren, das öffnet Tür und Tor für neo-konservative Kräfte! Nein neander, nicht Planwirtschaft, Kommunismus, Sozialismus stellt sich dem gegenüber, sondern eine Werterhaltung stemmt sich gegen das Neue, stemmt sich gegen die Neuausrichtung der Union durch Merkel! Ob Flüchtlinge, Energiewende, Europapolitik oder drohende Altersarmut, die Neuausrichtung ist gescheitert, der Anfang vom Scheitern spiegelt sich in den Wahlergebnissen wieder! Da kann die Union ihre Kompatibilität erweitern, wie es ihr der rechte Rand vorgeben wird, nutzen wird es ihr jedoch nicht, im Gegenteil!
Sie schreiben von einer realistischen Alternative, die sie nicht sehen, dafür sehen aber viele jeden Tag die neue Alternativlosigkeit der Union!

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