Wünsche von AfD-Wählern

Moderator: Moderatoren Forum 2

Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 27086
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon JJazzGold » Mi 10. Feb 2016, 12:02

bakunicus hat geschrieben:(10 Feb 2016, 11:11)

zur fairneß-halber sei dazu gesagt, dass auch eine kleine partei sehr wohl großen einfluß haben kann, sobald sie es schafft über die 5%-hürde zu klimmen.
das galt für die republikaner, die bei landtagswahlen bis zu 10% erringen konnten, und daraufhin das asylrecht in den dublin-verträgen quasi völlig ausgehebelt wurde ...
und ich bin mal ganz ehrlich, genau das wird auch die AfD bewirken, nur mit dem unterschied, dass es dieses mal nicht reichen wird die verantwortung an die länder der außengrenzen abzuschieben, es wird dieses mal auf eine obergrenze hinauslaufen, die mit einer 2/3 mehrheit von union und SPD im bundestag verabschiedet werden wird.
wie genau das dann aussehen wird, das muß dann auch noch mit dem bundesverfassungsgericht (und wohl auch dem EuGH) "abgestimmt" werden, da sind noch einige schmerzhafte geburtswehen zu erwarten ...
aber wenn man realistisch die ereignisse betrachtet, dann wird es eine kontingentregelung geben, um das erstarken der AfD zu unterbinden, da die das machtgefüge in den parlamenten massiv beeinflußt.

in den derzeitigen konstellationen zwar nicht so wie grüne oder die FDP zünglein an der waage sein konnten, aber doch nicht zu unterschätzen

gruß baku



Hallo Baku,

wenn wir einen Rückblick bis 1985 wagen, dann haben es doch bisher ähnlich nationalkonservative Parteien in Deutschland nicht geschafft, tatsächlich Druck auf maßgebliche Entscheidungen auszuüben und sind letztendlich alle gescheitert, siehe die REPs im EU Parlament und den Länderparlamenten.
Ergo ist doch der einzige Druck, den die bloße Anwesenheit ausübt derjenige, sich deren Themen anzunehmen, zu suggerieren, sie würden bearbeitet und damit deren Wähler, den Nährboden für ihre Wahlentscheidung zu nehmen.

Was die Flüchtlinge betrifft, sind etliche Ideen, die die AfD und ihre Fans andenken schon seit 2010 in Diskussion und Umsetzung. Erinnere Dich mal an den EU-Afrika Gipfel 2010, die Verhandlungen und das Abkommen, dass die EU mit Gaddafi schloss, was in etwa den heutigen Verhandlungen mit Erdogan entspricht. Zu der Zeit existierte eine AfD noch gar nicht. Die AfD und ihre Wähler reiten auch hier eine alte Welle, die sie als neu verkaufen wollen. Hätte mich auch gewundert, wenn die nationalkonservative Front tatsächlich mal mit einer zündenden neuen Idee gekommen wäre.

Wir sind uns darüber einig, dass Kontingente kommen werden. Aber auch das ist nach meiner Einschätzung nicht auf die AfD zurückzuführen, sondern auf eine notwendige Organisation, die an erster Stelle dafür sorgen muss, dass Denjenigen geholfen werden muss, die unter die Kriterien Asyl fallen. Insofern wundert es mich schon, dass der Konsens der etablierten Parteien als Bedrohung von einigen "besorgten Bürgern" gesehen wird, statt erstaunt positiv festzustellen, dass es tatsächlich möglich ist in der Grundlage "Asyl und Menschenrechte" diesen parteiübergreifenden Konsens und Kompromissbreitschaft zu erreichen. Lassen wir die kleinen Kriegsschauplätze und Randthemen angesichts bevorstehender Wahlen mal beiseite. Diesen Konsens wird eine AfD und auch der AfD Wähler nicht nachhaltig stören können. Wie ich oben schrieb, fehlt der AfD und dem AfD Wähler dazu die Möglichkeit und Bereitschaft zur Koalitionsbildung.

Jede der etablierten Parteien hat, mal mehr mal weniger umfänglich, in Bund und Land die Möglichkeit zur Koalitionsbildung und damit zumindest anteilig die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Inhalte. Das ist nach meinem Empfinden der einzig wirksame Druck, der aufgebaut werden kann, um die anderen Parteien dazu zu zwingen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Nur isoliert in der Opposition gesponsert dahinzuvegetieren, kann kein wirksames Druckmittel sein. Klar hat die AfD dann Redezeit, aber die anderen im Parlament vertretenen Parteien haben wesentlich mehr Redezeit, um die AfD Repräsentanten und ihr Gedankengut zu sezieren und damit zu demaskieren. ( An dieser Stelle stelle ich mir gerade eine Beatrix Storch im EU Parlament vor :D, oder diesen Fähnchen- Höcke im Bundestag.)

Gruß JJ
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
Peddargh
Beiträge: 5448
Registriert: Do 5. Jun 2008, 08:02

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Peddargh » Mi 10. Feb 2016, 12:04

Merkel_Unser hat geschrieben:(10 Feb 2016, 11:35)

Ich habe zwar noch nie die AfD gewählt, sehe mich aber bei zukünftigen Wahlen zumindest als potentiellen Wähler der AfD. Bei den letzten 2 BTW habe ich CDU/CSU gewählt, bei den Landtagswahlen in BY FW und FDP. Soviel zur Einordnung.

Die Frage was die AfD-Wähler wollen, ist im Prinzip völlig überflüssig weil glasklar: Eine Kurskorrektur in der Flüchtlingspolitik. Eine Fr. Merkel steht für diese (in ihren Augen) fehlerhafte Politik, eine Beendigung ihrer Kanzlerschaft wäre im Prinzip also nur die ultima ratio, wenn sie Ihre Position nicht ändert.

Daraus ergibt sich natürlich ein klarer Zusammenhang: Hätten wir kein Flüchtlingsproblem, gäbe es auch keine AfD mit zweistelligen Werten. So läuft das eben bei einer Protestpartei.

Ich erwarte mir von der AfD demnach kein ausgearbeitetes Parteiprogramm in allen möglichen belanglosen Themen, sondern lediglich einen Gegenpol in der Flüchtlingsfrage. Zu allen anderen Themen haben wir im vorhandenen politischen Spektrum genug Auswahl.
Das ist doch mal ein klares Statement!
Und so lange es auf dieser Ebene verharrt,
zwar nicht unbedingt doll, in meinen Augen,
aber so zu akzeptieren.
Wie gehst du nun damit um, dass du dich damit
zu den "geistigen Brandstiftern" zählen musst,
die mit der gleichen Einstellung nicht auf diesem
demokratischen Weg stehen bleiben?
Entschuldige... zu harsch formuliert!
Wie gehst du nun damit um, dass du damit
zu den "geistigen Brandstiftern" gezählt wirst,
die mit der gleichen Einstellung nicht auf diesem
demokratischen Weg stehen bleiben?

Frage ich, weil ich eher aus dem linken Spektrum kommend,
mich regelmäßig, und das häufig, vom Kommunismus, Sozialismus,
Mauertote, Stasi, den autonomen gewaltbereiten Block
differenzieren muß, und doch mit diesen gemein gemacht werde?
Geht den AfS-Wählern ja, zumindest denen, die sich artikulieren können,
doch ganz ähnlich, wie es gerade hier offenbar wird.

Und, das gebe ich zu bedenken, ist bei der aufgeheizten Stimmung im Land,
die unsere Politiker ja schon dummdämlichblind wie die aufgeschreckten
Hühner agieren läßt, besorgt um Listenplätze, Regierungssessel,
nicht schon genug Aktion gegen Schutzsuchende betrieben worden?
Ist da eine AfD in Opposition wirklich nötig?
Sieht man die Paralelle zu der Abspaltung der Linken von der SPD nicht?

Vor allem aber: Ist da der deutsche Bürger nicht auch besorgt,
weil damit einhergehend alte Geister erstarken, die Grund und Ursache
für unser Grundgesetz darstellen?
Brennende Flüchtlingsheime bejubeln?
Von Internierungslagern, Deportationen, Todesstrafe faseln?

Es tut mir leid, mir liegt es fern dich(Sie(können Sie ganz so halten wie Du willst))
in diese braune Scheisse zu stellen!
Aber: Sie werden sich damit abfinden müssen, sich selbst
ganz nah an diesen braunen Sumpf gestellt zu haben.
Ganz so, wie ich am blutroten See des Sozialismus stehe.
Wobei ich Sozialismus eher als etwas verstehe,
was sich gesellschaftlich leben läßt, und nicht umhinkomme
zu akzeptieren, das damit nunmal die Gräeul entsprechender
Diktaturen subsummiert werden.

Habe ich mich verständlich zum Ausdruck gebracht,
haben sie nun einen Eindruck davon, wie weit man
als Demokrat voneinander entfernt sein kann.
Autos anzünden, Häuser anzünden, all diese
Taten der extremistischen Kräfte von Links und Rechts
müssen von uns Demokraten im gleichen Maße bekämpft werden,
wo sie auftreten. <- wichtiger Aspekt!
Wenn es gelingt in diesem Punkt einen Schulterschluß
zwischen Links und Rechts zu schaffen, kann man das
erneute Aufleben eines Nazi-Deutschlands verhindern.
Und nur so!

Lasse mich da aber auch gerne belehren.
I learned long ago, never to wrestle with a pig. You get dirty, and besides, the pig likes it.
(der George Bernard Shaw (?))
pikant
Beiträge: 52756
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon pikant » Mi 10. Feb 2016, 12:10

Merkel_Unser hat geschrieben:(10 Feb 2016, 11:35)


Ich erwarte mir von der AfD demnach kein ausgearbeitetes Parteiprogramm in allen möglichen belanglosen Themen, sondern lediglich einen Gegenpol in der Flüchtlingsfrage.


eine Partei wegen einem Punkt zu waehlen ist mir viel zu wenig
ich erwarte da mehr, mehr Fachkenntnis in anderen wichtigen Politikbereichen und fuer Protest zu waehlen bin ich mir zu schade als liberaler Reformer.
eine funktionierende Wirtschaft ist mir zudem wichtiger als die Fluechtlingsproblematik.
Benutzeravatar
bakunicus
Beiträge: 24604
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 17:52
Benutzertitel: no place to hide
Wohnort: westfalen-lippe

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon bakunicus » Mi 10. Feb 2016, 12:14

JJazzGold hat geschrieben:(10 Feb 2016, 12:02)


Hallo Baku,

wenn wir einen Rückblick bis 1985 wagen, dann haben es doch bisher ähnlich nationalkonservative Parteien in Deutschland nicht geschafft, tatsächlich Druck auf maßgebliche Entscheidungen auszuüben und sind letztendlich alle gescheitert, siehe die REPs im EU Parlament und den Länderparlamenten.
Ergo ist doch der einzige Druck, den die bloße Anwesenheit ausübt derjenige, sich deren Themen anzunehmen, zu suggerieren, sie würden bearbeitet und damit deren Wähler, den Nährboden für ihre Wahlentscheidung zu nehmen.

Was die Flüchtlinge betrifft, sind etliche Ideen, die die AfD und ihre Fans andenken schon seit 2010 in Diskussion und Umsetzung. Erinnere Dich mal an den EU-Afrika Gipfel 2010, die Verhandlungen und das Abkommen, dass die EU mit Gaddafi schloss, was in etwa den heutigen Verhandlungen mit Erdogan entspricht. Zu der Zeit existierte eine AfD noch gar nicht. Die AfD und ihre Wähler reiten auch hier eine alte Welle, die sie als neu verkaufen wollen. Hätte mich auch gewundert, wenn die nationalkonservative Front tatsächlich mal mit einer zündenden neuen Idee gekommen wäre.

Wir sind uns darüber einig, dass Kontingente kommen werden. Aber auch das ist nach meiner Einschätzung nicht auf die AfD zurückzuführen, sondern auf eine notwendige Organisation, die an erster Stelle dafür sorgen muss, dass Denjenigen geholfen werden muss, die unter die Kriterien Asyl fallen. Insofern wundert es mich schon, dass der Konsens der etablierten Parteien als Bedrohung von einigen "besorgten Bürgern" gesehen wird, statt erstaunt positiv festzustellen, dass es tatsächlich möglich ist in der Grundlage "Asyl und Menschenrechte" diesen parteiübergreifenden Konsens und Kompromissbreitschaft zu erreichen. Lassen wir die kleinen Kriegsschauplätze und Randthemen angesichts bevorstehender Wahlen mal beiseite. Diesen Konsens wird eine AfD und auch der AfD Wähler nicht nachhaltig stören können. Wie ich oben schrieb, fehlt der AfD und dem AfD Wähler dazu die Möglichkeit und Bereitschaft zur Koalitionsbildung.

Jede der etablierten Parteien hat, mal mehr mal weniger umfänglich, in Bund und Land die Möglichkeit zur Koalitionsbildung und damit zumindest anteilig die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Inhalte. Das ist nach meinem Empfinden der einzig wirksame Druck, der aufgebaut werden kann, um die anderen Parteien dazu zu zwingen, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Nur isoliert in der Opposition gesponsert dahinzuvegetieren, kann kein wirksames Druckmittel sein. Klar hat die AfD dann Redezeit, aber die anderen im Parlament vertretenen Parteien haben wesentlich mehr Redezeit, um die AfD Repräsentanten und ihr Gedankengut zu sezieren und damit zu demaskieren. ( An dieser Stelle stelle ich mir gerade eine Beatrix Storch im EU Parlament vor :D, oder diesen Fähnchen- Höcke im Bundestag.)

Gruß JJ


sagen wir mal so ...
meine gedanken reichen noch weiter ...
nehmen wir mal an, dass die von mir beschriebene kontingentregelung realität wird.

was dann ?

dann muß sich jede poltische mehrheit und regierung daran beweisen sie auch durchsetzen zu können.
und wie soll das wirklich funktionieren ?
dann sind wir am ende nämlich doch bei natodraht und schießbefehl ...

ich ahne düstere zeiten ... sehr düstere zeiten.
zumal die millionen aus dem irak und syrien nur der auftakt für hunderte millionen des klimawandels sind.
da wird jeder begriff von nationalstaat obsolet ...

gruß baku
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 27086
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon JJazzGold » Mi 10. Feb 2016, 13:15

bakunicus hat geschrieben:(10 Feb 2016, 12:14)

sagen wir mal so ...
meine gedanken reichen noch weiter ...
nehmen wir mal an, dass die von mir beschriebene kontingentregelung realität wird.

was dann ?

dann muß sich jede poltische mehrheit und regierung daran beweisen sie auch durchsetzen zu können.
und wie soll das wirklich funktionieren ?
dann sind wir am ende nämlich doch bei natodraht und schießbefehl ...

ich ahne düstere zeiten ... sehr düstere zeiten.
zumal die millionen aus dem irak und syrien nur der auftakt für hunderte millionen des klimawandels sind.
da wird jeder begriff von nationalstaat obsolet ...

gruß baku


Das ist richtig weiter gedacht. Darüber denke ich auch nach, sehe aber in der zeitlichen Versetzung der Ereignisse, noch zeichnet sich kein besorgniserregender Trend zur Klimawechselflucht ab, eine Chance zur Regelung, ohne Natodraht und Schießbefehl. Gerade die Kontingentregelung lässt sich meines Erachtens am einfachsten durchführen, sollte sie gezielt von externen Sammelstellen her erfolgen. Dann könnte auch der gesicherte Transport erfolgen, nicht durch Schlepperabschaum, sondern organisiert durch die einzelnen Staaten. Wenn ich Asylanten auf Kosten des Steuerzahlers ausfliegen kann, dass kann ich sie auch einfliegen, ohne dass der besorgte Bürger sein Portemonaie an seiner Unterhose festtackert. Daran wird gearbeitet, wie erfolgreich das letztendlich sein wird, kann ich Dir auch nicht verraten. Natodraht und Schießbefehl an und um deutsche Grenzen können nur Menschen verlangen, die Flüchtlinge als Aggressoren begreifen, die à la mongolische Horde europäische Staaten überrollen wollen. Ich verweigere mich einer solchen Betrachtung und werde definitiv keine Partei wählen, die solche Mittel wählt und ggfls. zusehen, dass ich aus diesem angeblich goldenen Käfig rechtzeitig rauskomme.

Hat die AfD einen vernünftigen Lösungsansatz, oder der AfD Wähler? Nein. Der kennt als Regelungswunsch nur Mauer hoch, Natodraht und Schießbefehl.

Wenn der Klimawandel sukkzessive große Flächen unbewohnbar macht, oder z.B. Großbritannien und Holland massiv verkleinert, dann werden wir in der Tat gefordert sein, um mit Technologie und Zusammenrücken diese Krisen in den Griff zu bekommen. Weshalb es mich wundert, dass sich gegen 2°C gestemmt wird, statt heute bereits Maßnahmen zur Bewältigung zu erarbeiten. Die Mittel dafür existieren, aber von einem Auftrag ist wenig zu lesen. Lieber verliert man sich in die Idee eines Spielzeugs, wie das Elektroauto. Woher der Strom bei andauernden signifikanten Wetterereignissen und ansteigendem Meeresspiegel, die Erosion und Überschwemmung generieren, kommen soll, weiß wahrscheinlich nur die Steckdose.

Hat die AfD, respektive der AfD Wähler dafür einen Lösungsvorschlag? Natürlich nicht, wer immer nur zurückblickt hat keine Zukunft. -
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
Peddargh
Beiträge: 5448
Registriert: Do 5. Jun 2008, 08:02

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Peddargh » Mi 10. Feb 2016, 13:17

Tut gut euch beide zu lesen...
Danke
I learned long ago, never to wrestle with a pig. You get dirty, and besides, the pig likes it.
(der George Bernard Shaw (?))
Benutzeravatar
bakunicus
Beiträge: 24604
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 17:52
Benutzertitel: no place to hide
Wohnort: westfalen-lippe

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon bakunicus » Mi 10. Feb 2016, 13:17

mhh ...
Merkel_Unser
Beiträge: 847
Registriert: Mi 10. Jun 2015, 20:33

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Merkel_Unser » Mi 10. Feb 2016, 13:40

Peddargh hat geschrieben:(10 Feb 2016, 12:04)
Das ist doch mal ein klares Statement!
Und so lange es auf dieser Ebene verharrt,
zwar nicht unbedingt doll, in meinen Augen,
aber so zu akzeptieren.
Wie gehst du nun damit um, dass du dich damit
zu den "geistigen Brandstiftern" zählen musst,
die mit der gleichen Einstellung nicht auf diesem
demokratischen Weg stehen bleiben?
Entschuldige... zu harsch formuliert!
Wie gehst du nun damit um, dass du damit
zu den "geistigen Brandstiftern" gezählt wirst,
die mit der gleichen Einstellung nicht auf diesem
demokratischen Weg stehen bleiben?


Nunja, ich weiss nicht genau, warum ich mich zu einem "geistigen Brandstifter" zählen müsste. Ich nehme an, dass Politiker X die AfD als "geistige Brandstifter" bezeichnet hat, was natürlich reines parteipolitisches Hickhack ist. Letztendlich verüben die Fremdenfeinde auch ohne die AfD Anschläge auf Flüchtlingsheime. Wo mich andere Leute verorten, ist mir in der Hinsicht auch relativ gleich.
Natürlich wäre die Wahl der AfD bei mir mit Bauchschmerzen verbunden, da manche Leute in dieser Partei (Storch, Höcke) eine Radikalität aufweisen, die ich nicht teile. Ein "Weiter-so" wie es Politiker wie Merkel, Stegner oder Roth fordern, ist m.E. allerdings noch viel ungesünder für unser Land.


Peddargh hat geschrieben:(10 Feb 2016, 12:04)
Und, das gebe ich zu bedenken, ist bei der aufgeheizten Stimmung im Land,
die unsere Politiker ja schon dummdämlichblind wie die aufgeschreckten
Hühner agieren läßt, besorgt um Listenplätze, Regierungssessel,
nicht schon genug Aktion gegen Schutzsuchende betrieben worden?
Ist da eine AfD in Opposition wirklich nötig?
Sieht man die Paralelle zu der Abspaltung der Linken von der SPD nicht?



Eine AfD wäre dann unnötig, wenn wir eine konservative Partei im politischen Spektrum hätten. Die hatten wir mit der CDU/CSU, weswegen ich mich dort bislang auch als Wähler verorten durfte.
Die CSU könnte ich natürlich weiterhin wählen, wäre da nicht die Verbindung mit der CDU und Merkel. Man wählt auf bundespolitischer Ebene also eine de facto konservative Partei und bekommt in manchen Themen das Parteiprogramm der Linken serviert. Das funktioniert auf Dauer eben nicht. Mal abgesehen davon, dass bei anderen Bundesländern die Option CSU garnicht besteht.
Benutzeravatar
Helmuth_123
Beiträge: 8494
Registriert: Sa 31. Mär 2012, 18:51
Benutzertitel: Teutsche Libertät
Wohnort: Thüringen

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Helmuth_123 » Mi 10. Feb 2016, 19:34

Kohlmeise hat geschrieben:(09 Feb 2016, 21:11)

Wer die AfD wählt, zememtiert die grosse Koalition. Die AfD wird keinen Einfluss auf die Politik haben. Oder hoffst du auf 50%?


Es ist für mich unbedeutend ob nun Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder sonst eine lustige Farbkombination regiert. Ich kann mit den allen nichts anfangen. Ich hoffe, dass sich eine nationalkonservative oder nationalliberale Partei in der Bundesrepublik dauerhaft etablieren kann.
„Nu da machd doch eiern Drägg alleene!“-Friedrich August III. zugeschrieben
„Konservativ ist, Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt.“-Arthur Moeller van den Bruck
Kohlmeise

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Kohlmeise » Mi 10. Feb 2016, 19:38

Helmuth_123 hat geschrieben:(10 Feb 2016, 19:34)

Es ist für mich unbedeutend ob nun Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder sonst eine lustige Farbkombination regiert. Ich kann mit den allen nichts anfangen. Ich hoffe, dass sich eine nationalkonservative oder nationalliberale Partei in der Bundesrepublik dauerhaft etablieren kann.
Dann darfst du die AfD nicht wählen, denn die AfD ist weder liberal noch konservativ, sondern rassistisch und rechtsextrem.
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 58909
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Al Predidente !!
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Alexyessin » Mi 10. Feb 2016, 20:58

Helmuth_123 hat geschrieben:(10 Feb 2016, 19:34)

Es ist für mich unbedeutend ob nun Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder sonst eine lustige Farbkombination regiert. Ich kann mit den allen nichts anfangen. Ich hoffe, dass sich eine nationalkonservative oder nationalliberale Partei in der Bundesrepublik dauerhaft etablieren kann.


Was denn nun? Nationalkonservativ geht, Nationalliberal nicht - liberal und konservativ geht ebenfalls schlecht. Egal ob AfD oder irgendwas in der Richtung.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Kohlmeise

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Kohlmeise » Mi 10. Feb 2016, 21:18

Ich weiss nicht, ob Neuwahlen auf der Liste der Wünsche von AfD-Wählern stehen oder nicht. Ich bin aber der Meinung vom Herrn Jörges, der meint, die Fortsetzung der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik einer Legitimation bedarf, z.B. durch den Bundestag. Die sauberste Lösung wären wohl die Neuwahlen. Es wird interessant, welche Schlüsse die Parteien aus den Ergebnissen der bevorstehenden Landtagswahlen ziehen werden, ausser, dass sie alle "gewonnen" haben.
Benutzeravatar
Svi Back
Beiträge: 5516
Registriert: Di 8. Sep 2015, 16:50
Benutzertitel: The Spirit of Entebbe
Wohnort: Leipzig/ Freistaat Sachsen

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Svi Back » Mi 10. Feb 2016, 21:26

Kohlmeise hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:18)

Ich weiss nicht, ob Neuwahlen auf der Liste der Wünsche von AfD-Wählern stehen oder nicht. Ich bin aber der Meinung vom Herrn Jörges, der meint, die Fortsetzung der gegenwärtigen Flüchtlingspolitik einer Legitimation bedarf, z.B. durch den Bundestag. Die sauberste Lösung wären wohl die Neuwahlen. Es wird interessant, welche Schlüsse die Parteien aus den Ergebnissen der bevorstehenden Landtagswahlen ziehen werden, ausser, dass sie alle "gewonnen" haben.


Gegen Neuwahlen werden sich alle Parteien aus Angst stemmen. Ich kann mich an keine Koalition erinnern,
bei der es derartige Angriffe eines Koalitionspartner gab und der nicht zu Beendigung der Regierung führte.
Ich halte das, was die CSU veranstaltet eher für ein taktisches Manöver.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
(B.Brecht)
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14295
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon think twice » Mi 10. Feb 2016, 21:31

Warum denn Neuwahlen? Weil die AfD sich nicht durchsetzt oder was? Nee, wir warten schön, bis die nächsten Bundestagswahlen anstehen und wenn dann noch nicht die gesamte AfD-Spitze wegen Volksverhetzung im Knast sitzt, kann man sie wählen....oder auch nicht....
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
Benutzeravatar
Svi Back
Beiträge: 5516
Registriert: Di 8. Sep 2015, 16:50
Benutzertitel: The Spirit of Entebbe
Wohnort: Leipzig/ Freistaat Sachsen

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Svi Back » Mi 10. Feb 2016, 21:33

du denkst 1,1 Mio im Jahr ins Land zu holen bedarf keiner demokratischen Legitimation?
Wundert mich nicht.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
(B.Brecht)
Kohlmeise

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Kohlmeise » Mi 10. Feb 2016, 21:34

Svi Back hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:26)

Gegen Neuwahlen werden sich alle Parteien aus Angst stemmen. Ich kann mich an keine Koalition erinnern,
bei der es derartige Angriffe eines Koalitionspartner gab und der nicht zu Beendigung der Regierung führte.
Ich halte das, was die CSU veranstaltet eher für ein taktisches Manöver.

Ich habe die CSU immer ausgelacht, inzwischen habe ich aber nur noch Mitleid mit ihr, denn offenbar ist sie zwangsverheiretet und derart abhähging von der CDU, dass sie trotz zerrütteter Ehe nicht von ihr wegkommt. Dazu kommt, dass sich niemand in der CSU traut, der Agonie des Herrn Seehofer ein Ende zu setzen. Die CSU ist scheinbar Seehofer ausgeliefert wie Seehofer Merkel ausgeliefert ist.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14295
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon think twice » Mi 10. Feb 2016, 21:36

Svi Back hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:33)

du denkst 1,1 Mio im Jahr bedarf keiner demokratischen Legitimation?
Wundert mich nicht.

Nein, bedarf es nicht. Die Bundesregierung ist für 4 Jahre gewählt und entscheidet. Nach 4 Jahen werden die Karten neu gemischt.
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
Kohlmeise

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Kohlmeise » Mi 10. Feb 2016, 21:38

think twice hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:31)

Warum denn Neuwahlen? Weil die AfD sich nicht durchsetzt oder was? Nee, wir warten schön, bis die nächsten Bundestagswahlen anstehen und wenn dann noch nicht die gesamte AfD-Spitze wegen Volksverhetzung im Knast sitzt, kann man sie wählen....oder auch nicht....
Nicht wegen AfD. Sondern wegen des inneren Friedens. Es gärt im Volk. Man kann nirgendwo hingehen, ohne dass es über Flüchtlinge gesprochen wird. Neuwahlen wären auch ein Referendum über die Flüchtlingspolitik der Koalition. Es schadet nicht, das Volk zu befragen.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 14295
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon think twice » Mi 10. Feb 2016, 21:43

Kohlmeise hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:38)

Nicht wegen AfD. Sondern wegen des inneren Friedens. Es gärt im Volk. Man kann nirgendwo hingehen, ohne dass es über Flüchtlinge gesprochen wird. Neuwahlen wären auch ein Referendum über die Flüchtlingspolitik der Koalition. Es schadet nicht, das Volk zu befragen.

Und was versprichst du dir von Neuwahlen? Soll vielleicht die AfD die Wahl gewinnen, damit sich in der Flüchtlingspolitik etwas ändert?
Wie kann es sein, dass Europa seine Werte verteidigt, in dem es andere Menschen von seinen Werten ausschließt?
Kohlmeise

Re: Wünsche von AfD-Wählern

Beitragvon Kohlmeise » Mi 10. Feb 2016, 21:44

think twice hat geschrieben:(10 Feb 2016, 21:36)

Nein, bedarf es nicht. Die Bundesregierung ist für 4 Jahre gewählt und entscheidet. Nach 4 Jahen werden die Karten neu gemischt.

Formal hast du recht. Aber eben nur formal. Nach 4 Jahren wäre Deutschland wohl zu stark verändert. Auch ich muss eingestehen, dass Merkel kein Mandat hat, eine solche Veränderung vorzunehmen.

Zurück zu „22. Parteien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste