Kanzlerkandidat der SPD

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Brainiac
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Brainiac » Do 8. Jun 2017, 20:40

this is planet earth
Malthis
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Malthis » Do 8. Jun 2017, 22:03

pikant hat geschrieben:(07 Jun 2017, 08:49)

bei einer Direktwahl liegt laut Forsa Merkel nun 30 Punkte vor Schulz - 53% gegenueber 23%.
die SPD sackt heute und gestern in 2 Umfragen wieder unter 25% und ich sehe nicht, wie man das bis September wieder gutmachen will.
CDU steht kurz davor die 40% zu knacken und hat in der Hinterhand noch FDP und Gruene!

Spannend wird die Frage sein, ob man nach September wiederum den Vorsitzenden wechselt und wer der neue Fraktionsvorsitzende wird - Oppermann hat den Drive dazu nicht!


Sah bei Laschet ähnlich aus und der wird nun MP in NRW. Man kann also durchaus bei schlechten Umfragen ein gutes Ergebnis erzielen. Ich will es nicht schönreden. Es ist schwierig. Aufgeben können wir aber am 25. September 2017...bis dahin muss gekämpft werden. :)
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Do 8. Jun 2017, 22:57

Progressiver hat geschrieben:(08 Jun 2017, 18:59)

Ich glaube auch nicht mehr, dass Schulz Kanzler werden wird. Dies würde nämlich bedeuten, dass die Deutschen makroökonomische Zusammenhänge verstehen würden. Und da habe ich leider keine Hoffnung mehr.

Wenn Schulz Kanzler werden würde, dann könnte er Geld in die Infrastruktur und die Bildung pumpen, während ein merkelsches "Weiter So" klar bedeuten würde: Wir fahren alles so weit auf Verschleiß, bis alles vollständig kaputt ist. Die Steuersenkungen, die die CDU verspricht, machen für jede Familie nachweislich einmal Schnitzel essen gehen mehr aus. Und die Deutschen gehen bekanntlich lieber Schnitzel essen. Und bei der nächsten Autobahnsperrung ärgern sie sich wieder, weil die Brücken nicht mehr lange halten. Aber der Durchschnittsdeutsche kann leider nicht Eins und Eins zusammenzählen.

Zu dem Posting, das ich hier zitiert habe, meine ich folgendes -in Kürze: CDU+SPD= GroKo= Stillstand für immer! Davon hat vielleicht die CDU etwas, weil sie ebenfalls sehr kurzfristig denkt. Wenn die SPD es ernst meint mit dem Politikwechsel, dann wird sie sich klar gegen jegliche Neuauflage der GroKo stellen. Bei einem Minderheitenkabinett Merkels könnte die SPD aus der Opposition heraus mitreden. Die Minuspunkte müsste alleine Merkel einstecken! Im schlimmsten Fall hätten wir auch da: Stillstand. Aber die SPD sitzt dann nicht mehr im Boot. Sie kann sich in der Opposition auf die Übernahme der Regierung bereit machen.

Die AfD-Wähler wiederum sind vor allem sozial abgehängte Protestwähler. Um diese einzufangen, braucht es soziale Programme. Ich glaube nicht, dass R2G für diese so schlecht wäre. Ich habe aber Zweifel, ob die profillosen Grünen den strategischen Durchblick haben, zu begreifen, dass der Weg Kretschmanns bundespolitisch ins Nirvana der Bedeutungslosigkeit führen wird. Denn wozu Grüne wählen, wenn die CDU doch das Original ist?

Alles in allem sehe ich keine politische Wechselstimmung in Deutschland. Wenn die SPD, die Grünen und die Linke jemals einen Politikwechsel wollten, dann müssten sie sich zusammenraufen -so unterschiedlich sie sind. Und sie müssten es riskieren, dass auf der anderen Seite des politischen Spektrums die Zombie-Koalition "Schwarz-Gelb" wieder wahr werden könnte -mit all ihren Streitereien und Mövenpick-Affären. Aber vielleicht wären sie dann das nächste Mal definitiv dran. Aber so, wie es ist, so geht es nicht weiter. Der Krug geht bekanntlich so lange zum Brunnen, bis er endgültig zerbricht. Merkel wird Deutschland kaputtsparen, da sie von VWL Null Ahnung hat. Und wenn die SPD keine signifikanten Alternativen anbietet, wird sie in der politischen Versenkung verschwinden wie die PS in Frankreich nach Hollande.

Solange die SPD nicht klipp und klar erklärt keine Koalition mit der Nachfolgepartei der SED einzugehen wird sie auch nicht den Kanzler /in stellen .
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Marmelada » Do 8. Jun 2017, 23:45

frems hat geschrieben:(26 May 2017, 12:45)

Schau mal unter den Punkt "Einzelnachweise". Da findest Du einschlägige Fachliteratur. Danach kann man noch immer beklagen, dass einen die Inhalte nicht interessieren oder man selbst seriöse Belege hat, wonach dort Falschbehauptungen stünden.
Habe ich ihm schon mindestens zweimal erklärt, was diese lustigen, anklickbaren Zahlen in eckiger Klammer auf Wikipedia bedeuten. Vermutlich kann man es auch zwanzigmal oder zweihundertmal erklären, es wird trotzdem weiter dummes Zeug gelabert.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon pikant » Fr 9. Jun 2017, 07:07

Malthis hat geschrieben:(08 Jun 2017, 23:03)

Sah bei Laschet ähnlich aus und der wird nun MP in NRW. Man kann also durchaus bei schlechten Umfragen ein gutes Ergebnis erzielen. Ich will es nicht schönreden. Es ist schwierig. Aufgeben können wir aber am 25. September 2017...bis dahin muss gekämpft werden. :)


neue Plakate kleben - Martin Schulz unterstuetzt von Emmanuelle Macron!
beide auf einem Bild und das gibt neue Dynamik!
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon relativ » Fr 9. Jun 2017, 08:55

Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Jun 2017, 23:57)

Solange die SPD nicht klipp und klar erklärt keine Koalition mit der Nachfolgepartei der SED einzugehen wird sie auch nicht den Kanzler /in stellen .

Auch dies wird nicht helfen gegen Mutti zu bestehen. Mutti hat mom. alles im Griff und der deutsche Michel wird sich hüten etwas anderes zu wählen, wenn er das Gefühl hat, es läuft doch eigentlich.
Laut Umfrage sind die meisten deutschen Zufrieden und genau dies ist das Problem von Schulz und der SPD. Es ist auch nicht weiter schlimm, er soll seine soziale Agenda in den Fokus legen und schauen was raus kommt. Somit legt er wenigstens ein, ein wenig anderen wichtigen Fokus, als nur die innere Sicherheit, oder Asylverschärfungsgesetze ect.pp
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon pikant » Fr 9. Jun 2017, 09:02

der Martin kann einem schon ein weig leid tun - es geht immer weiter bergab und Angela laechelt!
sogar Oezdemir und Lindner sind beliebter beim Buerger als Martin Schulz der unermuedliche Kaempfer fuer soziale Gerechtigkeit

http://www.tagesschau.de/inland/deutsch ... index.html


hoffentlich halten die 20% in den kommenden Wochen.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Ger9374 » Fr 9. Jun 2017, 09:15

Schulz kann aus momentaner Sicht nur die Aufgabe bleiben den Wahl Stimmenunterschied
zur CDU nicht ins Katastrophale ausufern zu lassen!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon firlefanz11 » Fr 9. Jun 2017, 09:19

pikant hat geschrieben:(09 Jun 2017, 10:02)
sogar Oezdemir und Lindner sind beliebter beim Buerger als Martin Schulz ...

Tscha! Woran DAS wohl liegt...? :? :D
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon pikant » Fr 9. Jun 2017, 09:54

Ger9374 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 10:15)

Schulz kann aus momentaner Sicht nur die Aufgabe bleiben den Wahl Stimmenunterschied
zur CDU nicht ins Katastrophale ausufern zu lassen!


daran sieht man, wie stark der Peer 2013 war :)
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon relativ » Fr 9. Jun 2017, 10:01

Ger9374 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 10:15)

Schulz kann aus momentaner Sicht nur die Aufgabe bleiben den Wahl Stimmenunterschied
zur CDU nicht ins Katastrophale ausufern zu lassen!

Wenn man sieht wie schnell Stimmungsbilder auch kippen können, áktuelles Beispiel GB, dann würde ich mit orakeln ein wenig vorsichtiger sein.
Was man mom. sagen kann ist, bleibt die Stimmungslage so wie sie ist, wird Schulz keine Chance gegen Merkel haben und nur gegen sie, der Rest der CDU/CSU spielt da gar keine Rolle.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 9. Jun 2017, 10:43

relativ hat geschrieben:(09 Jun 2017, 09:55)

Auch dies wird nicht helfen gegen Mutti zu bestehen. Mutti hat mom. alles im Griff und der deutsche Michel wird sich hüten etwas anderes zu wählen, wenn er das Gefühl hat, es läuft doch eigentlich.
Laut Umfrage sind die meisten deutschen Zufrieden und genau dies ist das Problem von Schulz und der SPD. Es ist auch nicht weiter schlimm, er soll seine soziale Agenda in den Fokus legen und schauen was raus kommt. Somit legt er wenigstens ein, ein wenig anderen wichtigen Fokus, als nur die innere Sicherheit, oder Asylverschärfungsgesetze ect.pp

Meinetwegen braucht es ihm nicht helfen .Wichtig allein ist dass die Linkspartei über ein Schattendasein im Parlament nicht hinauskommt.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon yogi61 » Fr 9. Jun 2017, 18:11

Positiv Denkender hat geschrieben:(08 Jun 2017, 17:03)

Hast du anscheinend auch nicht . Eine Minderheitsregierung ? Wie willst du denn die nötigen Stimmen dafür mobilisieren ?
Ohne Mehrheit im Bundestag keine Regierungsbildung möglich .Ganz davon abgesehen wäre es sinnlos wenn eine Opposition jedes
Entscheidung der Regierung blockieren kann . Vor einer solchen Konstellation sollte man uns bewahren .Sie wird auch nicht kommen .
So lange die SPD keine klare Aussage macht dass sie mit den Linken nicht koalieren wird ,ist sie eh chancenlos .Würde für die CDU /CSU genau
so gelten solange würde sie eine Koalition mit der AFD nicht grundsätzlich ausschließen .Schon ein Ding aus dem Tollahaus
dass sich Teile der SPD überhaupt mit dem Gedanken befassen mit den Nachfolgern der SED zu koalieren . Im Umkehrschluss bestärkt dieses
Ansinnen lediglich den Zulauf zu Rechtspopulisten .

Leider hast Du den Beitrag nicht verstanden, aber trotzdem danke. So etwas stützt natülich meine These, dass der deutsche Michel sich in Sachen Demokratie wohl selber nicht so richtig über den Weg traut. Andere Länder gingen und gehen mit Minderheitsregierungen wesentlich geschmeidiger um, ohne das die Demokratie daran zerbricht, im Gegenteil so etwas stärkt die Demokratie, denn der geneigte Wähler sieht plötzlich seine politische Gewichtung in einem völlig neuen Licht.
Wer natürlich meint sich lieber grosse Koalitionen mit all dem Konsens und Stillstand zu wünschen, dem ist die Zukunft wahrscheinlich relativ egal, das löffeln dann andere Generationen aus. Es scheint für dieses Land, wenn man solche Meinungen hört schon völlig richtig gewesen zu sein, dass die Allierten uns hohe Hürden wie den Föderalismus gegeben haben.
Two unique places, one heart
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Malthis » Fr 9. Jun 2017, 21:39

yogi61 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 19:11)

Leider hast Du den Beitrag nicht verstanden, aber trotzdem danke. So etwas stützt natülich meine These, dass der deutsche Michel sich in Sachen Demokratie wohl selber nicht so richtig über den Weg traut. Andere Länder gingen und gehen mit Minderheitsregierungen wesentlich geschmeidiger um, ohne das die Demokratie daran zerbricht, im Gegenteil so etwas stärkt die Demokratie, denn der geneigte Wähler sieht plötzlich seine politische Gewichtung in einem völlig neuen Licht.
Wer natürlich meint sich lieber grosse Koalitionen mit all dem Konsens und Stillstand zu wünschen, dem ist die Zukunft wahrscheinlich relativ egal, das löffeln dann andere Generationen aus. Es scheint für dieses Land, wenn man solche Meinungen hört schon völlig richtig gewesen zu sein, dass die Allierten uns hohe Hürden wie den Föderalismus gegeben haben.


Ich denke, dass man dem dt. Volk attestieren kann, dass es sich in der Mehrheit nach Stabilität sehnt. Die Hyperinflation in den 20´iger Jahren, der Werteverfall der Reichsmark, die wechselnden Regierungen in der Weimarer Republik und damit einhergehend die Instabilität dieser ersten Republik auf deutschem Boden, war und ist für die älteren Generationen immer noch in lebhafter Erinnerung und so geben sie diese Erfahrungen und Erlebnisse an die nachfolgenden Generationen weiter. Meine Großeltern konnten noch sehr lebhaft von dieser Zeit des Geldverfalls und der Instabilität berichten. Das ist sicherlich ein Grund, warum auch die Verfassungsväter und -mütter viele Hürden zur Stabilität des Systems eingebaut haben....5%-Hürde, keine Abwahl von einzelnen Ministern durchs Parlament, keine Notverordnungen durch den Bundespräsidenten etc.....das alles gab es in der Weimarer Republik und trug zum Untergang bei.

Und Entschuldigung bitte, aber jede Generation löffelt den Brei der vorherigen aus....das war nach dem II. Weltkrieg so und das ist auch jetzt so....oder warum erhalte ich auf meinem Tagesgeldkonto keine Zinsen mehr und zahle brav Abgaben wie den Soli....ich habe weder die Banken- und Immobilienkrise veursacht noch bin ich zur Wiedervereinigung befragt worden....und so wird es nachfolgenden Generationen wieder mit anderen Themen gehen....
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Progressiver » Fr 9. Jun 2017, 23:08

Malthis hat geschrieben:(09 Jun 2017, 22:39)

Ich denke, dass man dem dt. Volk attestieren kann, dass es sich in der Mehrheit nach Stabilität sehnt. Die Hyperinflation in den 20´iger Jahren, der Werteverfall der Reichsmark, die wechselnden Regierungen in der Weimarer Republik und damit einhergehend die Instabilität dieser ersten Republik auf deutschem Boden, war und ist für die älteren Generationen immer noch in lebhafter Erinnerung und so geben sie diese Erfahrungen und Erlebnisse an die nachfolgenden Generationen weiter. Meine Großeltern konnten noch sehr lebhaft von dieser Zeit des Geldverfalls und der Instabilität berichten. Das ist sicherlich ein Grund, warum auch die Verfassungsväter und -mütter viele Hürden zur Stabilität des Systems eingebaut haben....5%-Hürde, keine Abwahl von einzelnen Ministern durchs Parlament, keine Notverordnungen durch den Bundespräsidenten etc.....das alles gab es in der Weimarer Republik und trug zum Untergang bei.

Und Entschuldigung bitte, aber jede Generation löffelt den Brei der vorherigen aus....das war nach dem II. Weltkrieg so und das ist auch jetzt so....oder warum erhalte ich auf meinem Tagesgeldkonto keine Zinsen mehr und zahle brav Abgaben wie den Soli....ich habe weder die Banken- und Immobilienkrise veursacht noch bin ich zur Wiedervereinigung befragt worden....und so wird es nachfolgenden Generationen wieder mit anderen Themen gehen....


Ich lese in deinem Posting alle möglichen Sachen über die Zwischenkriegszeit bzw. wie schrecklich die doch war. Was aber ist mit den beiden Weltkriegen? Waren die Erfahrungen jener Zeit nicht viel zerstörerischer?

Ich würde sogar behaupten: Gerade diese Sehnsucht nach einer Stabilität, die einer Grabesruhe gleicht, befeuert die deutsche Lust am Untergang.

Beispiel Eins: Wilhelm II., seines Zeichens Kaiser von Deutschland, wollte den Deutschen so viel Stabilität bescheren, dass er sein Reich in den Untergang führte. Die Generäle hätten ja auch warten können, bis Frankreich Deutschland den Krieg erklärt. Aber so wie es gelaufen ist, stand Deutschland 1919 in Versailles als Angreifer dar.

Beispiel Zwei: Die Weimarer Republik war gar nicht so schlecht. Aber da den Deutschen auch schon damals die Lust am Untergang in die Wege gelegt wurde, weil sie schwierige Zeiten nicht angemessen ertragen konnten, wählten sie die Nazis, da diese ihnen wieder Stabilität versprachen. Und für diese Stabilität wurde gekämpft bis zur totalen Niederlage, weil ja ansonsten die eigene Heimatfront wie anno 1918 auf die Barrikaden gegangen wäre. Also kämpfte man lieber bis zum Geht-Nicht-Mehr.

Beispiel Drei: Angela Merkel mit ihrer Austeritätspolitik. Und auch dieses Mal versucht sich Deutschland als Hegemon Europas. Anstatt an Gesamteuropa zu denken und einen Wachstumspalt zu schließen, betrügt sich die Dame aus der ostdeutschen Provinz damit, den Rest der EU unter deutscher Knute zu halten. Mit Griechenland alleine war so etwas vielleicht möglich. Was aber passiert, wenn jetzt Macron der Herrscherin Europas die Gefolgschaft verwehrt?

Ich halte in europäischer Hinsicht Schulz für den besseren Kandidaten. Wenn er sich mit Macron zusammentäte, könnte er ein gesamteuropäisches Konjunkturpaket anschieben. Die Kanzlerin dagegen hat keinen Plan. Jetzt regiert sie schon so lange. Aber die europäische Krise wird immer schlimmer. In einigen Staaten gewinnen die Rechtspopulisten immer mehr an Fahrt. Und der Süden Europas versinkt in beispielsloser Agonie bzw. wirtschaftlicher Depression. Für den Augenblick sieht die Lage vielleicht noch erträglich aus. Doch auch die Osteuropäer gehorchen Merkel nicht mehr. Wie will sie aber Europa unter ihrer Knute behalten? Außenpolitisch wird Deutschland immer isolierter sein. Und innenpolitisch kann sie noch so oft mantraartig wiederholen: "Wir schaffen das!" Wenn man aber alle Probleme ignoriert bzw, aussitzt, weil sie keine Strategie hat, wie es besser gehen soll, dann werden diese von Jahr zu Jahr schlimmer.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » So 11. Jun 2017, 10:40

yogi61 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 19:11)

Leider hast Du den Beitrag nicht verstanden, aber trotzdem danke. So etwas stützt natülich meine These, dass der deutsche Michel sich in Sachen Demokratie wohl selber nicht so richtig über den Weg traut. Andere Länder gingen und gehen mit Minderheitsregierungen wesentlich geschmeidiger um, ohne das die Demokratie daran zerbricht, im Gegenteil so etwas stärkt die Demokratie, denn der geneigte Wähler sieht plötzlich seine politische Gewichtung in einem völlig neuen Licht.
Wer natürlich meint sich lieber grosse Koalitionen mit all dem Konsens und Stillstand zu wünschen, dem ist die Zukunft wahrscheinlich relativ egal, das löffeln dann andere Generationen aus. Es scheint für dieses Land, wenn man solche Meinungen hört schon völlig richtig gewesen zu sein, dass die Allierten uns hohe Hürden wie den Föderalismus gegeben haben.

Du glaubst nun in unserem Land herrscht Stillstand ?Donnerwetter welcher Weitblick .
Es geht auch nicht um meine Meinung sondern darum dass eine Minderheitsregierung handlungsunfähig wäre .Das würde fürwahr Stillstand bedeuten.
Unser Bundeskanzler wird nun mal von den Abgeordneten gewählt ,nicht wie in den USA oder Frankreich durch Direktwahlen .
Minderheitsregierungen in anderen Staaten waren immer nur Übergangsregierungen . Weils nicht funktionieren kann .
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Positiv Denkender » So 11. Jun 2017, 18:58

Progressiver hat geschrieben:(10 Jun 2017, 00:08)

Ich lese in deinem Posting alle möglichen Sachen über die Zwischenkriegszeit bzw. wie schrecklich die doch war. Was aber ist mit den beiden Weltkriegen? Waren die Erfahrungen jener Zeit nicht viel zerstörerischer?

Ich würde sogar behaupten: Gerade diese Sehnsucht nach einer Stabilität, die einer Grabesruhe gleicht, befeuert die deutsche Lust am Untergang.

Beispiel Eins: Wilhelm II., seines Zeichens Kaiser von Deutschland, wollte den Deutschen so viel Stabilität bescheren, dass er sein Reich in den Untergang führte. Die Generäle hätten ja auch warten können, bis Frankreich Deutschland den Krieg erklärt. Aber so wie es gelaufen ist, stand Deutschland 1919 in Versailles als Angreifer dar.

Beispiel Zwei: Die Weimarer Republik war gar nicht so schlecht. Aber da den Deutschen auch schon damals die Lust am Untergang in die Wege gelegt wurde, weil sie schwierige Zeiten nicht angemessen ertragen konnten, wählten sie die Nazis, da diese ihnen wieder Stabilität versprachen. Und für diese Stabilität wurde gekämpft bis zur totalen Niederlage, weil ja ansonsten die eigene Heimatfront wie anno 1918 auf die Barrikaden gegangen wäre. Also kämpfte man lieber bis zum Geht-Nicht-Mehr.

Beispiel Drei: Angela Merkel mit ihrer Austeritätspolitik. Und auch dieses Mal versucht sich Deutschland als Hegemon Europas. Anstatt an Gesamteuropa zu denken und einen Wachstumspalt zu schließen, betrügt sich die Dame aus der ostdeutschen Provinz damit, den Rest der EU unter deutscher Knute zu halten. Mit Griechenland alleine war so etwas vielleicht möglich. Was aber passiert, wenn jetzt Macron der Herrscherin Europas die Gefolgschaft verwehrt?

Ich halte in europäischer Hinsicht Schulz für den besseren Kandidaten. Wenn er sich mit Macron zusammentäte, könnte er ein gesamteuropäisches Konjunkturpaket anschieben. Die Kanzlerin dagegen hat keinen Plan. Jetzt regiert sie schon so lange. Aber die europäische Krise wird immer schlimmer. In einigen Staaten gewinnen die Rechtspopulisten immer mehr an Fahrt. Und der Süden Europas versinkt in beispielsloser Agonie bzw. wirtschaftlicher Depression. Für den Augenblick sieht die Lage vielleicht noch erträglich aus. Doch auch die Osteuropäer gehorchen Merkel nicht mehr. Wie will sie aber Europa unter ihrer Knute behalten? Außenpolitisch wird Deutschland immer isolierter sein. Und innenpolitisch kann sie noch so oft mantraartig wiederholen: "Wir schaffen das!" Wenn man aber alle Probleme ignoriert bzw, aussitzt, weil sie keine Strategie hat, wie es besser gehen soll, dann werden diese von Jahr zu Jahr schlimmer.

Weil die CDU / CSU Probleme ignoriert steht dieses Land so einzigartig gut in Europa und der Welt da ? Unsere Probleme möchten andere Staaten gerne haben .
Sozialismus ist weltweit immer gescheitert . Daran wird sich nie etwas ändern . Übrigens die Kanzlerin /Kanzler wird durch die ins Parlament gewählten Abgeordneten gewählt .Das bedeutet der Wähler kann nur eine Partei wählen. Wen du für den besseren Kandidaten hältst ist nun wirklich nebensächlich .
Entschieden werden Wahlen durch Mehrheiten . Die SPD wird niemals Mehrheiten erreichen solange sie sich nicht klipp und klar ausschließt mit der Linkspartei zu koalieren . Da kann sie von der Union lernen ,die distanziert sich eindeutig von der AFD . Die SPD tut das leider nicht deshalb ist sie auch schlecht wählbar .
Zurück zur DDR wer will das schon.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Elser » Mo 19. Jun 2017, 07:05

yogi61 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 19:11)

Leider hast Du den Beitrag nicht verstanden, aber trotzdem danke. So etwas stützt natülich meine These, dass der deutsche Michel sich in Sachen Demokratie wohl selber nicht so richtig über den Weg traut. Andere Länder gingen und gehen mit Minderheitsregierungen wesentlich geschmeidiger um, ohne das die Demokratie daran zerbricht, im Gegenteil so etwas stärkt die Demokratie, denn der geneigte Wähler sieht plötzlich seine politische Gewichtung in einem völlig neuen Licht.
Wer natürlich meint sich lieber grosse Koalitionen mit all dem Konsens und Stillstand zu wünschen, dem ist die Zukunft wahrscheinlich relativ egal, das löffeln dann andere Generationen aus. Es scheint für dieses Land, wenn man solche Meinungen hört schon völlig richtig gewesen zu sein, dass die Allierten uns hohe Hürden wie den Föderalismus gegeben haben.


Die Minderheitsregierung von Rot-Grün, unter linker Duldung, war die beste Regierung die NRW je hatte. Da konnten die Sänftenträger des Großkapitals nur das durchbringen, was den 90% Normalbürgern nutzte.

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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon Yossarian » Sa 24. Jun 2017, 14:18

Wenn Putin Freund und Gazprom/ Nord Stream 2 Präsident Schröder plötzlich die letzte Chance der SPD ist.....
https://twitter.com/faznet/status/878530887364771840
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Kanzlerkandidat der SPD

Beitragvon frems » So 16. Jul 2017, 18:36

Ger9374 hat geschrieben:(09 Jun 2017, 10:15)

Schulz kann aus momentaner Sicht nur die Aufgabe bleiben den Wahl Stimmenunterschied
zur CDU nicht ins Katastrophale ausufern zu lassen!

Naja, wenn er's schafft, dass Merkel in vielen Bereichen (z.B. Europapolitik) einknickt, wäre das ja schon ein Erfolg. Ganz amüsant aber, wenn man bedenkt, dass die CDU kaum konkrete Aussagen zu zentralen Kernthemen wagt und auch nichts durchrechnen kann/lässt. Ein Rückblick:

26.1. SPD-Präsidium beschließt Kandidat Schulz
12.2. CDU: "keine Inhalte, kein Konzept, keine Vision für unser Land bei Martin Schulz"
6.3. ALG-Konzept, Korrekturen an Agenda 2010
19.3. Parteitag beschließt Schulz' Kandidatur
18.5. Bildungskonzept
1.6. Sicherheitskonzept
7.6. Rentenkonzept
19.6. Investitions- und Steuerkonzept
16.7. Zukunftsplan (Entbürokratisierung, "Chancenkonto", Digitalisierung)
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.

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