Ist die SPD links genug?

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pikant
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Do 15. Dez 2016, 14:50

firlefanz11 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 14:46)

Ums mit dem letzten Kreuzritter bei Indiana Jones u. der letzte Kreuzzug zu sagen als Indie den richtigen Gral aussuchte: "Deine Wahl war... WEISE...! :thumbup:
Wie anderweitig dargelegt halte ich Jamaika mit einer ausreichend starken FDP u. so wenig wie möglich grüner Beteiligung für die wünschenswerteste Konstellation nach der BTW...


jamaika mit starken Gruenen, starker FDP und nicht so starker CDU - ja!
ich bin aber auch sehr offen fuer eine Ampel, aber da muss die SPD richtig zulegen und ueber 30% kommen.
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firlefanz11
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon firlefanz11 » Do 15. Dez 2016, 15:01

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2016, 14:50)
..., aber da muss die SPD richtig zulegen und ueber 30% kommen.

Eher kommen die grauen Panther über die 5% Hürde... ;)
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Ger9374
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Ger9374 » Do 15. Dez 2016, 15:49

firlefanz11 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 15:01)

Eher kommen die grauen Panther über die 5% Hürde... ;)


Vorsicht Old Brother is watching you;-);-)
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Fazer » Do 15. Dez 2016, 15:51

pikant hat geschrieben:(13 Dec 2016, 08:56)

die Juso Vorsizende Joahnna Ueckermann hat man in Bayern schwer durchfallen lassen - Bundestag damit in weite Ferne gerueckt!
und das trotz einer Wahlempfehlung des Landesvorsitzenden sie auf einen ausrichtsreichen Platz zu waehlen.
schade, denn diese Frau hat Power und ist eine Hoffnung fuer die SPD.

mir hat ihre engagierter Auftritt auf dem letzten Bundesparteitag der SPD sehr gut gefallen.


Ückermann ist doch eine Katastrophe. Auch der sind mal wieder angesichts der Kosten für die Flüchtlinge nichts anderes eingefallen als Steuererhöhungen zu fordern, natürlich insbesondere für die "die mehr leisten können". Dass die über die Progression schon immer mehr leisten kommt ihr nicht in den Sinn. Typische linke Reflexe. Dass sie Gabriel in den Rücken gefallen ist hat man auch nicht vergessen.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Do 15. Dez 2016, 15:54

Fazer hat geschrieben:(15 Dec 2016, 15:51)

Ückermann ist doch eine Katastrophe. Auch der sind mal wieder angesichts der Kosten für die Flüchtlinge nichts anderes eingefallen als Steuererhöhungen zu fordern, natürlich insbesondere für die "die mehr leisten können". Dass die über die Progression schon immer mehr leisten kommt ihr nicht in den Sinn. Typische linke Reflexe. Dass sie Gabriel in den Rücken gefallen ist hat man auch nicht vergessen.


schade dass Gabriel nicht noch schlechter abgeschnitten hat, denn mit diesem Parteivorsitzenden kann die SPD keinen Blumentopf mehr gewinnen!
Dass die CDU gerne weiter Gabriel an der Spitze der SPD sehen moechte , kann ich mir sehr gut nach den neusten ARD-Zahlen vorstellen.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Fazer » Do 15. Dez 2016, 17:08

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2016, 15:54)

schade dass Gabriel nicht noch schlechter abgeschnitten hat, denn mit diesem Parteivorsitzenden kann die SPD keinen Blumentopf mehr gewinnen!
Dass die CDU gerne weiter Gabriel an der Spitze der SPD sehen moechte , kann ich mir sehr gut nach den neusten ARD-Zahlen vorstellen.


Glaubst du denn ehrlich, dass Schulz besser abschneiden würde? Der ist eher unbekannt. Und das, was er z.B. zur Vertiefung der EU vertritt ist eher gegen die aktuelle Stimmung im Lande. Sein Reflex zum Brexit war: "wir brauchen mehr EU, mehr zentrale Kompetenzen". Die Bürger wollen nicht noch mehr Kompetenzen abgeben. Steinbrück und Steinmeier haben vor den Wahlen auch gut dagestanden und sind dann im Wahlkampf abgeschmiert. Ich glaube das würde der SPD mit Schulz auch drohen.

Ein Antreten mit Gabriel wäre zumindest ehrlich. Wer seinen Parteivorsitzenden nicht zum Kanzler machen mag, der sollte ihn gleich abwählen.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Do 15. Dez 2016, 17:12

Fazer hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:08)

Glaubst du denn ehrlich, dass Schulz besser abschneiden würde? Der ist eher unbekannt. Und das, was er z.B. zur Vertiefung der EU vertritt ist eher gegen die aktuelle Stimmung im Lande. Sein Reflex zum Brexit war: "wir brauchen mehr EU, mehr zentrale Kompetenzen". Die Bürger wollen nicht noch mehr Kompetenzen abgeben. Steinbrück und Steinmeier haben vor den Wahlen auch gut dagestanden und sind dann im Wahlkampf abgeschmiert. Ich glaube das würde der SPD mit Schulz auch drohen.

Ein Antreten mit Gabriel wäre zumindest ehrlich. Wer seinen Parteivorsitzenden nicht zum Kanzler machen mag, der sollte ihn gleich abwählen.


natuerlich glaube ich das, denn schlechter als Gabriel kann fast keiner mehr bei der SPD abschneiden.
sogar ein Stegner wuerde die SPD aus ihrer Lethargie befreien, denn Gabriel steht fuer nichts, aendert woechentlich seine Meinung, und ist beim Waehler unbeliebt.

vor allem hat Schulz gezeigt, dass er ziehen kann als Spitzenkandidat der SPD bei der letzten Europawahl.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Fazer » Do 15. Dez 2016, 17:22

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:12)

natuerlich glaube ich das, denn schlechter als Gabriel kann fast keiner mehr bei der SPD abschneiden.
sogar ein Stegner wuerde die SPD aus ihrer Lethargie befreien, denn Gabriel steht fuer nichts, aendert woechentlich seine Meinung, und ist beim Waehler unbeliebt.

vor allem hat Schulz gezeigt, dass er ziehen kann als Spitzenkandidat der SPD bei der letzten Europawahl.


Na ja, ob die Europawahl da wirklich ein Indiz ist? Die SPD hat da ca. 8 mio Stimmen bekommen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es ca. 12 mio Stimmen. Nun ist die Wahlbeteiligung bei einer Europawahl in der Regel niedriger, aber dennoch kann ich da nicht so richtig einen Zugpferd-Effekt sehen. Ausserdem ist er eben als EU Politiker angetreten, das ist etwas anderes als als Bundeskanzler.

Aber noch mal: wenn die SPD Gabriel für so unbeliebt hält, dann soll sie einen anderen Vorsitzenden wählen.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Do 15. Dez 2016, 17:27

Fazer hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:22)

Na ja, ob die Europawahl da wirklich ein Indiz ist? Die SPD hat da ca. 8 mio Stimmen bekommen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es ca. 12 mio Stimmen. Nun ist die Wahlbeteiligung bei einer Europawahl in der Regel niedriger, aber dennoch kann ich da nicht so richtig einen Zugpferd-Effekt sehen. Ausserdem ist er eben als EU Politiker angetreten, das ist etwas anderes als als Bundeskanzler.

Aber noch mal: wenn die SPD Gabriel für so unbeliebt hält, dann soll sie einen anderen Vorsitzenden wählen.


das wuerde ich der SPD dringend empfehlen, denn mit dem Schmusekurs zur CDU kann die Partei nicht gewinnen und vor allem keine Wahlkampfeuphorie ihren Mitgliedern vermitteln.
wenn jetzt schon Seehofer die Nahles ueberschwenglich lobt, dann stimmt etwas in der SPD und bei ihren Ministern nicht mehr :D
ich weiss selbst nicht, fuer was noch die SPD in der grossen Koalition steht - keine Kante dieser Partei aktuell zu finden.
daran ist natuerlich auch der Parteivorsitzende schuld.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon jorikke » Fr 16. Dez 2016, 15:58

pikant hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:27)

das wuerde ich der SPD dringend empfehlen, denn mit dem Schmusekurs zur CDU kann die Partei nicht gewinnen und vor allem keine Wahlkampfeuphorie ihren Mitgliedern vermitteln.
wenn jetzt schon Seehofer die Nahles ueberschwenglich lobt, dann stimmt etwas in der SPD und bei ihren Ministern nicht mehr :D
ich weiss selbst nicht, fuer was noch die SPD in der grossen Koalition steht - keine Kante dieser Partei aktuell zu finden.
daran ist natuerlich auch der Parteivorsitzende schuld.


Ganz meine Meinung.
Die SPD muss dringend klare, linke Kante zeigen.
Dann reicht es auch für 15%.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Fazer » Fr 16. Dez 2016, 16:37

jorikke hat geschrieben:(16 Dec 2016, 15:58)

Ganz meine Meinung.
Die SPD muss dringend klare, linke Kante zeigen.
Dann reicht es auch für 15%.


In der Tat. Die Vorstellung, die SPD müsste linker werden um damit erfolgreicher zu werden ist absurd. Diejenigen, die auf Sozialtransfers setzen sind schon lange bei der Linken. Die gewinnt man nicht mit ein bisschen mehr linker Politik zurück. Die SPD hat mal insbesondere den "Arbeiter" vertreten. Der arbeitet aber, und zahlt Steuern. Der hält wenig davon, wenn ihm das Ehegattensplitting abgeschafft wird, sich die SPD auf Druck der Grünen Abschiebungen für abgelehnte Asylbewerber verweigert oder auch gegen die Einschränkung von Sozialtransfers ist. An einigen Punkten dreht die SPD ja sogar schon bei, aber sobald sie dann auf ihren Koalitionspartner von den Grünen trifft ist in den Ländern sofort wieder Ende. Die SPD müsste eine überzeugende Politik für die Mittelschicht machen - aber ihr fällt ausser Steuererhöhungen für die "Reichen" mit nachfolgender Umverteilung wenig ein. Das goutieren die Wähler der Mitte nicht.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Atheist » Fr 16. Dez 2016, 16:44

Fazer hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:37)

In der Tat. Die Vorstellung, die SPD müsste linker werden um damit erfolgreicher zu werden ist absurd. Diejenigen, die auf Sozialtransfers setzen sind schon lange bei der Linken. Die gewinnt man nicht mit ein bisschen mehr linker Politik zurück. Die SPD hat mal insbesondere den "Arbeiter" vertreten. Der arbeitet aber, und zahlt Steuern. Der hält wenig davon, wenn ihm das Ehegattensplitting abgeschafft wird, sich die SPD auf Druck der Grünen Abschiebungen für abgelehnte Asylbewerber verweigert oder auch gegen die Einschränkung von Sozialtransfers ist. An einigen Punkten dreht die SPD ja sogar schon bei, aber sobald sie dann auf ihren Koalitionspartner von den Grünen trifft ist in den Ländern sofort wieder Ende. Die SPD müsste eine überzeugende Politik für die Mittelschicht machen - aber ihr fällt ausser Steuererhöhungen für die "Reichen" mit nachfolgender Umverteilung wenig ein. Das goutieren die Wähler der Mitte nicht.


Mir ist keine einzige etablierte Partei bekannt, die aufrichtig gegen Sozialtransfers und Subventionen ist. Und das sage ich als ehemaliger FDP-Anhänger. Dir etwa?
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Fr 16. Dez 2016, 16:45

jorikke hat geschrieben:(16 Dec 2016, 15:58)

Ganz meine Meinung.
Die SPD muss dringend klare, linke Kante zeigen.
Dann reicht es auch für 15%.


Gabriel hat ja auch versucht die SPD in der Fluechtlingspoliik links der CDU zu positionieren, indem 'er von einer faktischen Obergrenze' in Deutschland sprach, die Interessen der kleinen Leute nicht aus dem Auge zu verlieren und mit dem 'besorgten Buerger' auf Pegida diskutierte - das hat der SPD null geholfen und auch die Poltik gegenueber Russland keine weiteren Sanktionen mehr und Annaeherung brachte die SPD nicht voran.
Wenn man dann noch den Eindruck gewinnt, dass die SPD VW bei der Abgasaffaere schuetzen will - dort oben regiert SPD und die taten nichts um aufzuklaeren, sondern eher wie Dobrindt zu vertuschen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn SPD nicht vom Fleck kommt.
als Kuschelpartner der CDU gewinnt man kein Profil und kann auch die eigenen Anhaenger nicht begeistern und so sitzt man bei 20% und nem Glas Schnaps fest.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon jorikke » Fr 16. Dez 2016, 16:52

Fazer hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:37)

In der Tat. Die Vorstellung, die SPD müsste linker werden um damit erfolgreicher zu werden ist absurd. Diejenigen, die auf Sozialtransfers setzen sind schon lange bei der Linken. Die gewinnt man nicht mit ein bisschen mehr linker Politik zurück. Die SPD hat mal insbesondere den "Arbeiter" vertreten. Der arbeitet aber, und zahlt Steuern. Der hält wenig davon, wenn ihm das Ehegattensplitting abgeschafft wird, sich die SPD auf Druck der Grünen Abschiebungen für abgelehnte Asylbewerber verweigert oder auch gegen die Einschränkung von Sozialtransfers ist. An einigen Punkten dreht die SPD ja sogar schon bei, aber sobald sie dann auf ihren Koalitionspartner von den Grünen trifft ist in den Ländern sofort wieder Ende. Die SPD müsste eine überzeugende Politik für die Mittelschicht machen - aber ihr fällt ausser Steuererhöhungen für die "Reichen" mit nachfolgender Umverteilung wenig ein. Das goutieren die Wähler der Mitte nicht.


Deutschland hat sich verändert, die Einstellung der Menschen auch.
In fast 70 Jahren hat sich eine Mitte herausgebildet, in der es sich recht kommod leben lässt.
Das ist nicht die Mitte der Alten, Verkalkten und risikoscheuen Menschen, es ist die Mitte, die die Grundlage schafft mit seinem Leben Interessantes anzufangen, Zeit und Geld für eigene Interessen zu haben.
Dieser Platz ist es, der Mehrheiten sichert. Eine große Mehrheit will das so beibehalten.
Es gab Zeiten in Deutschland, da war das Beharrende, Althergebrachte zum Kotzen langweilig. ( Unter den Talaren..)
Jetzt haben wir ein völlig anderes Lebensgefühl, in erster Linie toleranter und fragender.
Alles aufgebaut auf der Mehrheit der Mitte.
Die SPD kommt dabei etwas unter die Räder.
Links ist nicht mehr viel zu holen, die Mitte ist besetzt.
Ganz emotionslos betrachtet, würde man CDU und SPD verschmelzen, niemand würde es merken.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon pikant » Fr 16. Dez 2016, 16:55

jorikke hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:52)


Ganz emotionslos betrachtet, würde man CDU und SPD verschmelzen, niemand würde es merken.


genau das ist das Probem der heutigen SPD!
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Wähler » So 18. Dez 2016, 08:43

jorikke hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:52)
Deutschland hat sich verändert, die Einstellung der Menschen auch.
In fast 70 Jahren hat sich eine Mitte herausgebildet, in der es sich recht kommod leben lässt.
Das ist nicht die Mitte der Alten, Verkalkten und risikoscheuen Menschen, es ist die Mitte, die die Grundlage schafft mit seinem Leben Interessantes anzufangen, Zeit und Geld für eigene Interessen zu haben.
Dieser Platz ist es, der Mehrheiten sichert. Eine große Mehrheit will das so beibehalten.
Es gab Zeiten in Deutschland, da war das Beharrende, Althergebrachte zum Kotzen langweilig. ( Unter den Talaren..)
Jetzt haben wir ein völlig anderes Lebensgefühl, in erster Linie toleranter und fragender.
Alles aufgebaut auf der Mehrheit der Mitte.
Die SPD kommt dabei etwas unter die Räder.
Links ist nicht mehr viel zu holen, die Mitte ist besetzt.
Ganz emotionslos betrachtet, würde man CDU und SPD verschmelzen, niemand würde es merken.

Auch wenn die Große Koalition den politischen Ausdruck dieses Wunsches großer Teile der Bevölkerung nach Verankerung in der Mitte darstellt, gibt es politische Ränder und parallele Milieus in der deutschen Gesellschaft. Die Partei die Linke beherbergt nach wie vor ein ostdeutsches Milieu, welches bewußt positive Traditionen der untergegangenen DDR pflegt. Erstaunlicher Weise findet auch die AfD viel Anklang in den neuen Bundesländern. Die ehemaligen türkischen Gastarbeiter leben ihre Mentalität besonders ausgeprägt und sind schlechter als die übrigen ehemaligen Gastarbeiter aus West- und Osteuropa in Deutschland integriert. Wie die orientalischen Flüchtlinge sich in Deutschland mittel- und langfristig einfinden werden, muss sich noch zeigen. Die Freizügigkeit der polnischen, rumänischen, bulgarischen und italienischen Arbeitnehmer in der EU bekommen wir ebenfalls verstärkt zu spüren. Deutschland ist ein beliebtes Einwanderungsland geworden und daher immer stärker in Bewegung geraten. Auf diese Bewegungen werden die Einheimischen angemessen reagieren müssen, ob es ihnen gefällt oder nicht.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon JJazzGold » So 18. Dez 2016, 09:14

jorikke hat geschrieben:(16 Dec 2016, 16:52)

Deutschland hat sich verändert, die Einstellung der Menschen auch.
In fast 70 Jahren hat sich eine Mitte herausgebildet, in der es sich recht kommod leben lässt.
Das ist nicht die Mitte der Alten, Verkalkten und risikoscheuen Menschen, es ist die Mitte, die die Grundlage schafft mit seinem Leben Interessantes anzufangen, Zeit und Geld für eigene Interessen zu haben.
Dieser Platz ist es, der Mehrheiten sichert. Eine große Mehrheit will das so beibehalten.
Es gab Zeiten in Deutschland, da war das Beharrende, Althergebrachte zum Kotzen langweilig. ( Unter den Talaren..)
Jetzt haben wir ein völlig anderes Lebensgefühl, in erster Linie toleranter und fragender.
Alles aufgebaut auf der Mehrheit der Mitte.
Die SPD kommt dabei etwas unter die Räder.
Links ist nicht mehr viel zu holen, die Mitte ist besetzt.
Ganz emotionslos betrachtet, würde man CDU und SPD verschmelzen, niemand würde es merken.


Die SPD hat in der Tat ein eklatantes Wahlkampfproblem.
Auf etliche frühere Forderungen, als ein Beispiel sei hier nur der Mindestlohn genannt, kann sie sich nicht mehr berufen, da diese in der GroKo umgesetzt wurden und seltsame Ideen à la Schwesigs Elternfreizeitfinanzierung finden zurecht keine positive Resonanz. Wobei das noch nicht einmal ein linker Gedanke ist.

Es fehlen der SPD in unserer doch recht zufriedenen Gesellschaft schlicht und ergreifend eigene zündende Themen. Man hat nach der Schockstarre der Auswirkungen der Schröder'schen Agenda 2010 vergessen, sich einen stringenten Kurs zu verpassen, der als SPD eindeutig identifizierbar ist. Wo auch immer man den bei der gesellschaftlichen Entwicklung hätte finden sollen. Eine Strategie, die zunehmend den Angestellten priorisiert, ohne den stetig geringer werdenden Anteil Arbeiter zu vernachlässigen, wäre angebracht gewesen. Nur ist der Angestellte nicht an abwegigen linken Ideen interessiert, sondern daran, z.B. auch Sonntags mit der Familie shoppen gehen zu können und ggfls. als Betroffener den Zuschlag zu kassieren. Und schon hat die gewerkschaftlich orientierte SPD ein Problem.

Ich würde ungerne auf eine SPD verzichten, aufgrund einer gewissen politischen Nostalgie, aber allmählich frage ich mich, ob sich nicht sukzessive die Die Grünen längst als SPD Ersatz etabliert haben? Es kommt ja nicht von ungefähr, dass der Gedanke, die Die Grünen im Bund koalitionär einzunorden, zunehmend in den Vordergrund rückt.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon yogi61 » So 18. Dez 2016, 09:58

JJazzGold hat geschrieben:(18 Dec 2016, 09:14)

Die SPD hat in der Tat ein eklatantes Wahlkampfproblem.
Auf etliche frühere Forderungen, als ein Beispiel sei hier nur der Mindestlohn genannt, kann sie sich nicht mehr berufen, da diese in der GroKo umgesetzt wurden und seltsame Ideen à la Schwesigs Elternfreizeitfinanzierung finden zurecht keine positive Resonanz. Wobei das noch nicht einmal ein linker Gedanke ist.

Es fehlen der SPD in unserer doch recht zufriedenen Gesellschaft schlicht und ergreifend eigene zündende Themen. Man hat nach der Schockstarre der Auswirkungen der Schröder'schen Agenda 2010 vergessen, sich einen stringenten Kurs zu verpassen, der als SPD eindeutig identifizierbar ist. Wo auch immer man den bei der gesellschaftlichen Entwicklung hätte finden sollen. Eine Strategie, die zunehmend den Angestellten priorisiert, ohne den stetig geringer werdenden Anteil Arbeiter zu vernachlässigen, wäre angebracht gewesen. Nur ist der Angestellte nicht an abwegigen linken Ideen interessiert, sondern daran, z.B. auch Sonntags mit der Familie shoppen gehen zu können und ggfls. als Betroffener den Zuschlag zu kassieren. Und schon hat die gewerkschaftlich orientierte SPD ein Problem.

Ich würde ungerne auf eine SPD verzichten, aufgrund einer gewissen politischen Nostalgie, aber allmählich frage ich mich, ob sich nicht sukzessive die Die Grünen längst als SPD Ersatz etabliert haben? Es kommt ja nicht von ungefähr, dass der Gedanke, die Die Grünen im Bund koalitionär einzunorden, zunehmend in den Vordergrund rückt.


Sie wollen offensichtlich die SPD völlig in den Boden rammen, was? :D Natürlich gibt es in unserer Gesellschaft einen gewissen Anteil von Kleingeistern, denen nichts anderes am Sonntag einfällt, als mit ihren Kindern den Sonntag in einem Einkaufscenter zu verbringen. Das eigenet sich aber kaum als Wahlkampfthema und hat auch ursprünglich nicht nur etwas damit zu tun, dass die Gewerkschaften das ablehnen,sondern auch die Kirchen.. Die SPD muss sich mit dem Thema "Soziale Gerechtigkeit" profilieren und den Schaden den sie auf dem Gebiet angerichtet hat glaubhaft wieder kitten. Das geht allerdings nur, wenn man die personellen neoliberalen Altlasten endlich entsorg. Die Abschiebung Steinmeiers ins Schloss Bellvue reicht da noch lange nicht aus.
Two unique places, one heart
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Selina » So 18. Dez 2016, 10:06

Genau. Sobald sich die SPD wieder auf ihr eigentliches Profil besinnt, kann sie wieder Wähler gewinnen. Sie sollte mal paar Leute aus ihrem linken Flügel ans Ruder lassen, wie etwa Stegner. Solche plötzlich konservativ gewordenen Ex-Linken (Jusos) wie Nahles sind da eher kontraproduktiv.
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Re: Ist die SPD links genug?

Beitragvon Wähler » So 18. Dez 2016, 10:36

JJazzGold hat geschrieben:(18 Dec 2016, 09:14)
Ich würde ungerne auf eine SPD verzichten, aufgrund einer gewissen politischen Nostalgie, aber allmählich frage ich mich, ob sich nicht sukzessive die Die Grünen längst als SPD Ersatz etabliert haben? Es kommt ja nicht von ungefähr, dass der Gedanke, die Die Grünen im Bund koalitionär einzunorden, zunehmend in den Vordergrund rückt.

Die Sozialdemokratie in der EU hat sicherlich erhebliche Probleme. Sie kann sich aber von den Christdemokraten, Konservativen, Liberaldemokraten, Grünen, Linken und Nationaldemokraten unterscheiden, wenn sie konsequent auf die Bewahrung und Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft in der EU setzt. Steuergerechtigkeit, Chancengleichheit im Bildungswesen und gezielte Steuerung der Einwanderung sind fundamentale Themen, die es zu besetzen und durchzusetzen gilt. Die anderen Parteifamilien in der EU tun das bisher nicht im ausreichenden Maß. Vor allem fehlt es an der grenzüberschreitenden Koordinierung eines solchen politischen Programmes.
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